„Die schmutzigen Geheimnisse, die wir wahren und enthüllen“
„Eine Hymne an das Leben“ hat Gisèle Pelicot ihre Memoiren genannt, ein Beweis mehr für die Resilienz dieser bewunderungswürdigen Frau. Doch im Buch erzählt sie, das Missbrauchsopfer, auch die Geschichte ihres verurteilten Ex-Mannes.
Die Verschwörung der Frühaufsteher – wie wir um unseren Schlaf betrogen werden
Glaubt man aufgeweckten Fünf-Uhr-Aktivisten, macht es einen zum besseren Menschen, möglichst früh und energiegeladen in den Tag zu starten. Wer sich tiefer mit dem Aufwachen beschäftigt, weiß: Nicht jedem tut das gut. Ärzte warnen bereits vor einer neuartigen Volkskrankheit durch Schlaf-Apps.
Als Harry Mulisch den Basketballer Fidel Castro bewunderte
Kuba war mal sehr angesagt bei westlichen Intellektuellen. Auch der Niederländer Harry Mulisch gehörte zu den Schriftstellern, die sich vom Castro-Regime einladen ließen. 1968 traf er Fidel Castro und staunte über dessen Athletik.
Erst kommt das Essen, dann die Moral
Weltweit boomt die Gig-Ökonomie. Wer aber sind die Diener und Knechte in unserem schönen neuen Zustell-Zeitalter? Tomer Gardi entdeckt in „Liefern“ die Menschen hinter den Kurierfahrern und gibt ihnen ein Gesicht.
„Schau, der Champagner kostet schon wieder drei Euro weniger als im letzten Jahr“
Eitelkeiten auf dem Walzerparkett, Abgründe in den VIP-Logen: Stefanie Sargnargel hat eine bitterböse Polemik gegen den berühmtesten Opernball der Welt geschrieben. Genauer gesagt: Vielsagende Dialoge abgelauscht.
Der Niederländer, der die Welt bereiste, um sie zu beschreiben
Cees Nooteboom erlebte als Kind die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg. Später zog er als Reporter in die Welt – und wurde zum Inbegriff des postmodernen Romanciers. Jetzt ist er im Alter von 92 Jahren gestorben.
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„Die Scheidung steht vor der Tür“ – Wie Deutschland seinen Osten verliert
In 35 Einheitsjahren sind die Ostdeutschen aus Protest von links nach rechts gewandert. Ein Phänomen, das auch passionierte „Zonenkinder“ überfordert. Deren Autorin, Jana Hensel, hat nun ein neues Buch über den Osten vorgelegt.
Hemingways dunkelstes Geheimnis
1923 besuchte Ernest Hemingway mit seiner Frau Hadley den italienischen Ort Cortina d‘Ampezzo. Ein Ausflug mit einem lokalen Touristenführer ging mächtig schief. In seinem Bericht darüber ließ der Schriftsteller ein grausames Detail aus.
„Die Frauen, die in einer Stunde meine Mutter einschläfern werden, werden mir immer sympathischer“
Liegen Depressionen manchmal auf ganzen Familien? Das musste sich unser Autor fragen, als er Jahrzehnte nach dem Suizid seines Vaters auch seine Mutter durch betreuten Suizid verlor.
„Das, was die Liebe auch hat, das Graue, das Farblose, bekommt in der Ehe einen Ort“
Was braucht die Liebe, um zu gelingen? Und warum scheitert sie heute so oft? Wir veröffentlichen ein bemerkenswertes Gespräch mit dem Philosophen Peter Trawny, der statt an unbedingte Freiheit an den Zauber der Ehe glaubt.
„Etwas so Elementares wie Essen kann jedes dritte Mädchen nicht mehr genießen“
Nicht nur zur Gender-Ideologie hat Alice Schwarzer klare Meinungen. In ihrem neuen Buch erklärt sie, warum sie schon 1979 gefordert hat, dass Frauen zur Bundeswehr dürfen, und was wirklich an der Ess-Störungs-Epidemie bei Mädchen schuld ist. Ein exklusiver Vorabdruck.
Heimwerkertraum oder Horror – wie es wirklich ist, im Baumarkt zu arbeiten
Denis Pfabe erzählt von der Belegschaft eines Baumarkts – in Romanform. In der Gartenabteilung ist kein Blumentopf zu gewinnen. Für mehr Aufregung sorgt die geheimnisvolle neue Kollegin.
Hitlergrüße aus Disneyland
Im Januar 2018 wurde der 19-jährige Blaze Bernstein in Orange County mit 28 Messerstichen ermordet, weil er homosexuell und Jude war. Ein aufsehenerregendes Buch erzählt jetzt von den Hintergründen dieses Mordes. Sein Titel: „American Reich“.
Das deutsche Mittelerde liegt zwischen Kassel, Hildesheim und Paderborn
Er wanderte mit Aktentasche und Messtischblatt und wurde zum Magier darüber: Wenn Sie in diesem Jahr nur Zeit für ein einziges Buch haben, dann lesen Sie Hans-Jürgen von der Wense, der Ostwestfalen erweckte wie Ostwestfalen ihn.
„Aus amerikanischer Sicht ist es egal, ob Europa von Russland oder Deutschland beherrscht wird“
Kurz nach Kriegsende sah der Schöpfer von „1984“ die Zukunft Europas voraus – in einer Welt, die von einer „Managerklasse“ und wenigen Supermächten beherrscht wird. Sein Text ist heute von erschütternder Aktualität. Hier erscheint er erstmals auf Deutsch.
Der Theologe, der junge Menschen mit Lesen erlöst
Studenten lesen keine Literatur mehr – außer bei Justin McDaniel. Der Professor erlöst sie vom Smartphone. Sein Rezept: Ausgerechnet „Bücher, die traurig anfangen, in der Mitte traurig sind und traurig enden“ machen die jungen Leute glücklich und frei.
„Die Klagen, dass die Schulen bröckeln, die kenne ich, seit ich denken kann“
Der Verleger und Lektor Sebastian Guggolz ist seit Oktober neuer Vorsteher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels. Ein Frankfurter Gespräch über ein Bürgertum, das weniger Bücher kauft, kulturelle Kompetenzen in der Krise – und Guggolz‘ erste Eindrücke vom Kulturstaatsminister.
Unmündige Menschen, fleißige Deutsche und kriminelle Banken – die Sachbücher im Februar
Ein Soziologe erklärt den fehlenden Elan in unserer Gesellschaft, ein Journalist erzählt von der Sechstagewoche – und eine Ex-Staatsanwältin packt über Cum/Ex-Geschäfte aus. Die aktuellen Sachbücher zum Mitreden.
Der Comic, mit dem man versteht, warum Linke dem Ayatollah halfen
Im Iran werden junge Menschen ermordet, weil sie einen Regimewechsel wollen. So war es auch vor fünf Jahrzehnten. Die Graphic Novel „Persepolis“, die die Verwirrungen der Islamischen Revolution zeigt, wurde zum Sofortklassiker. Warum sich das Wiederlesen lohnt.
Die besten Krimis aller Zeiten
Auf den ersten Blick sieht ein schlechter Kriminalroman genauso wie ein guter aus – und schlechte gibt es jede Menge. Wir präsentieren 40 Meisterwerke, mit denen das Lesen wieder Spaß macht.
Ägypten verbietet Streitgespräch zwischen jüdischem Chefredakteur und ehemaligem Muslimbruder
Das Buch „Was darf Israel?“, ein Streit über die Lage im Nahen Osten, sollte in Kairo vorgestellt werden. Doch die Behörden intervenierten. Der Vorwurf: unklar. Nun jagen Leser in der arabischen Welt nach der verbotenen Übersetzung – und entlarven die Ohnmacht jeder Zensur.
„Neben der russischen Lebensfreude wirkt es in unserer liberalen Demokratie ziemlich langweilig“
Alle Klischees über Russland seien wahr, sagt Emmanuel Carrère. Der Putin-Kenner gehört zu den Autoren des Films „Der Magier im Kreml“. Hier erklärt er das Mysterium des Ostens – und was es mit dem „III. Rom“ auf sich hat.
Nach Auschwitz konnte er nicht mehr so leben wie andere Leute
Der Holocaust-Überlebende Imre Kertész schrieb mit „Kaddisch für ein nicht geborenes Kind“ einen der bedeutendsten Romane des 20. Jahrhunderts. Das Großartig-Niederschmetternde dieses Buches liegt in der Erkenntnis, dass sich vom Vernichtungslager nur in der radikalen Negation erzählen lässt.
„Wer sich als Verbindungsstudent outet, erlebt Diskriminierungen“
Studentenverbindungen sind exotisch geworden, doch es gibt sie bis heute. Warum es seit 1968 weniger wurden und welche Tradition damit verloren zu gehen droht, erklärt ein Experte. Er weiß auch, wie Antisemitismus schon einmal zur Jugendbewegung wurde.
Die kontroverse Psycho-Theorie, auf die sich geschiedene Eltern berufen
Ein großer Verlag zieht ein Buch zurück. Darin beschreibt eine Mutter, wie der Vater ihr nach der Trennung die Kinder „entfremdete“. Doch Wissenschaftler zweifeln, ob das überhaupt möglich ist. Welche Rolle dabei ein Psychologe spielt, der Gutachten für Christina Block verfasst.
„Es dauerte, bis ich begriff, dass es einfach Antisemitismus ist“
Lily Brett ist Tochter von Auschwitz-Überlebenden. Als Schriftstellerin hat sie aus dem Schweigen ihrer Eltern eine öffentliche Stimme gemacht – lakonisch, humorvoll, unerschrocken. Doch der neue Hass seit dem 7. Oktober entsetzt sie.
Die Handke-Methode und ihre Verteidiger
Kann man Nobelpreisträger Peter Handke „alternative Fakten“ und AfD-Sound unterstellen? Der Schriftsteller Alexander Schimmelbusch hat es getan. In WELT ist er dafür kritisiert worden. Hier antwortet Schimmelbusch auf den Artikel von Mladen Gladić.
Als Thomas Mann einmal schlechter war als Hermann Hesse
Thomas Mann hat den Schnee im „Zauberberg“ poetisiert. Doch Skifahren konnte der Flachländer nie gut. Seine Tochter lachte ihn aus. Ganz anders der Schwarzwälder Hesse. Da zog sich Mann lieber ins Hotel zurück. Was er dort sah, weckte „tiefes erotisches Interesse“.
Der Nobelpreisträger, die Mütter und der unseriöse AfD-Vorwurf
Hat Peter Handke „Brüder im Geiste“ in der AfD? Das meint jetzt ein Schriftstellerkollege. Er stützt sich dabei auch auf ein Interview, von dem Handke sich schon seit Langem distanziert hat.
Das neue LSD-Versprechen und seine Prophetinnen
Das Geschäft mit dem LSD boomt. In sozialen Medien gilt „Microdosing“ als Mittel für Wellness und Persönlichkeitsentwicklung. Begeistert berichten Frauen von seiner heilsamen Wirkung. Der Gesetzgeber ist machtlos, weil Chemiker einen Trick anwenden.