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Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 17.02.2026, 21.37 Uhr
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Perlentaucher-Autor

Richard Herzinger

Richard Herzinger war Redakteur derZeit und Korrespondent für Politik und Gesellschaft derWelt undWelt am Sonntag. Später arbeitete er als Publizist in Berlin (hier seine Seite"hold these truths"). Die Kolumne, die Richard Herzinger für die ukrainische ZeitschriftTyzhden schrieb, erschien seit einigen Jahren zeitgleich imPerlentaucher. Herzinger starb im Oktober 2025.
Bücher von Richard Herzinger finden Sie hier.
109 Artikel - Seite 1 von 10

Die Übernahme des russischen Narrativs

Intervention19.09.2025Dass sich die internationale extreme Rechte der russischen Autokratie eng verbunden fühlt, leuchtet unmittelbar ein. Weniger plausibel erscheint auf den ersten Blick, dassauch große Teile der Linken mehr oder weniger offene Sympathie oder doch zumindest großes Verständnis für das Putin-Regime an den Tag legen. An Karl Marx kann es in diesem Fall nicht gelegen haben. VonRichard Herzinger

Düsteres Zeitalter

Intervention03.09.2025Diedemokratische Zivilisationim Ganzen ist dramatisch bedroht. Während die hergebrachten Eliten der Rechtsstaatenausgelaugt und schwacherscheinen, halten sich autokratische Regimes von Venezuela bis Nordkorea zäh an der Macht. Die USAunter der Herrschaft des Trumpismus fallen als demokratische Führungs- und Schutzmacht aus. Im Inneren verwandelt das Trump-Regime die USA zielstrebig in ein autoritäres System. Internet und KI drohen zu Instrumenten eines mit modernsten Mitteln ausgestattetenIrrationalismuszu werden. VonRichard Herzinger

Schillernder Verlierer

Intervention12.08.2025Vor 85 Jahren holte Ramon Mercadermit dem Eispickel aus und zertrümmerte Leo Trotzki, der im mexikanischen Exil als eine Art streng überwachter Sektenguru lebte, den Schädel.Seinen Mythos zertrümmerte er nicht,. Trotzki wurde zur Projektionsfigur einer romantischen Linken, die hoffte, einen Totalitarismus ohne Opfer oder zumindest ohne die graue Anmutung des Stalinismus errichten zu können - Trotzki selbst übrigens hatte sich von seinem "Roten Terror" nie distanziert. VonRichard Herzinger

Die Illusionsblase

Intervention01.08.2025Wie wenig dieAufarbeitung der Vergangenheit, auf die Deutschland so stolz ist, tatsächlich gefruchtet hat, sieht man Äußerungen zwar wenig bedeutender, aber omnipräsenter Köpfe Ole Nymoen, der glaubt, man könnte sich mit russischer Besatzung einfach arrangieren. Was sich als pazifistischer Standpunkt geriert, ist Ausdruck von Wohlstandsegoismus. Nymoen steht für eine Jugend, der eingeredet wurde, derewige Friede sei erreicht - und die die Folgen dieser Saturiertheit wird ausbaden müssen. VonRichard Herzinger

Nicht ohne Erfolge

Intervention15.07.2025Ob ein "Regime Change" im Iran möglich ist, ist die eine Frage. Die andere Frage ist, wie über dievergangenen Interventionen des Westens in Afghanistan, dem Irak und Libyen gedacht wird: Ist deren  Bilanz überhauptso gänzlich verheerend, wie es meist dargestellt wird? Wer das behauptet, suggeriert, dass dasFortbestehen monströser Diktaturen wie der Saddams im Irak, der Taliban in Afghanistan und Gaddafis in Libyen dem heutigen Zustand vorzuziehen gewesen sei, hätten diese doch immerhin zur "Stabilität" in der Region beigetragen. Das kommt jedoch einer Verharmlosung dieser Regime gleich, die zu den gefährlichsten der neueren Geschichte zählten. VonRichard Herzinger

Muster der Beschwichtigung

Intervention30.06.2025Seit je gab es in den Demokratien eine starkeTendenz zum Appeasement gegenüber Regimes, die diese Demokratien hassten und radikal herausforderten: Das gilt füralle  Schattierungen des politisch Bösen, für den Kommunismus, die Nazis oder islamistische Herrschaftsformen. Die Frage ist also, ob es einenstrukturell bedingten Hang der Demokratien zum Appeasement gibt. VonRichard Herzinger

Die Legende von der russischen Kultur

Intervention11.06.2025Bei allem Mut, den die Protagonisten derrussischen Oppositionan den Tag gelegt haben: Noch immer knüpfen sich im Westen zu viele Hoffnungen an künftige Veränderungen durch ihr Wirken. Sie selbst haben sich von einigennationalistischen Musternwie dem imperialen Charakter der russischen Föderation noch nicht verabschiedet. Hinzu kommt ein nach wie voridealisierender Blickaus dem Westen. VonRichard Herzinger

Angriff auf Taiwan

Intervention22.05.2025Ermutigt von Trump, der die Ukraine fallen lässt, seine Alliierten verhöhnt und mit Putin poussiert, fühlt sich China inspiriert,Taiwan zu überfallen. Denn angesichts der exzessiven Aufrüstung, die das chinesische Regime betreibt, ist zu bezweifeln, dass es sich bei der Unterwerfung der Insel auf nichtmilitärische Mittel beschränken wird. Eine autoritäre Macht, die wie China eine solchgewaltige Militärmaschinerieaufbaut, braucht früher oder später einen realen Krieg. VonRichard Herzinger

Wie kaum eine andere Stimme

Intervention09.05.2025Am 6. Juni jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag vonThomas Mann. Seine politischen Schriften verdienen eine neue Lektüre. Man muss nur das Wort "deutsche" durch "russische" und das Wort "Nationalsozialismus"durch "Putin-Regime"ersetzen, um die unheimliche Aktualität der Feststellung Manns zu erkennen, dass "deutsche Forderungen im Munde des Nationalsozialismusniemals dem Frieden, sondern ausschließlich der Machterhöhung und der Verbesserung der Kriegsaussichten gelten", und dass man daher "mit ihrer Erfüllung nicht dem Frieden,sondern dem Krieg" dient. VonRichard Herzinger

Expansive Kräfte der Zerstörung

Intervention24.04.2025Trump wirft der Ukraine vor, den Krieg "angefangen" zu haben, weil sie es wagte, sich einem übermächtigen Aggressor zu  widersetzen. Nie hat Trump ausgesprochen, dass die Ukraine auch überfallen wurde, weil sie eineDemokratie ist, deren pure Existenz von Putin als unzumutbares Ärgernis betrachtet wird. Trumps  Verachtung für die Ukraine offenbart seine Verachtung für Demokratie. VonRichard Herzinger

Spielball aggressiver Mächte

Intervention11.04.2025Die verliert EU gegenüber demrussischen Expansionismus seit Jahren an Boden. Belarus ist von Russland einverleibt worden, und nun hat der Kreml auch den EU-Beitrittskandidaten Georgien unter seine Kontrolle gebracht. Das demokratische Europa sah dabei weitgehend tatenlos zu. Will es sich nicht unterwerfen, muss das demokratische Europa jetztdrastische Zeichen der Stärke setzen. VonRichard Herzinger

Warnung vor dem Pazifismus

Intervention26.03.2025Gerade in Deutschland genießt die Idee desPazifismus bis heute hohe Wertschätzung. Doch tatsächlich hatder Pazifismus bereits im 20. Jahrhundert überwiegend eine verheerende Rolle gespielt. Denn eine konsequente pazifistische Einstellung ließ sich nur unter Ausblendung der Frage durchhalten, wie man sich gegen Mächte unbewaffnet wehren soll, die dieVernichtung anderer Völker betreiben, wie dies heute bei Putins Russland der Fall ist. Kleine Erinnerung an einenTeufelspakt mit moralischem Antlitz. VonRichard Herzinger
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