Peter Truschner spiegelt in seiner Fotolot-Kolumne den boomenden Fotobuchmarkt und bespricht Ausstellungen.
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Immer noch vermintes Gelände
Fotolot30.01.2026Noch ist Jahresanfang und genug Zeit für einen Ausblick aufkommende Ausstellungen: Südafrikanische FotografInnen stehen im Fokus. Die Berliner Galerie Stallmann zeigt (jetzt schon) die FotografinVictoria Pidust. Und Pierre Huyghe durchstößt im Berghain die nach unten offeneBanalitätsskala. VonPeter TruschnerAuf ihrem Bauch ein Floh
Fotolot07.01.2026Gerade kann man inParis einigespektakuläre Retrospektiven sehen: zu Gerhard Richter, Jacques Louis David, John Singer Sargent oder Magdalena Abakanowicz. Eine der schönsten - und seltensten - ist die Ausstellung von WerkenGeorges de La Tours im Musée Jacquemart André. 350 Jahre lang war der Barockmaler vergessen, bis er als Meister vonLicht und Schatten wiederentdeckt wurde. VonPeter TruschnerDegradation und Neuerfindung
Fotolot23.12.2025Lisette Model, ihre SchülerinDiane Arbus,Harry Gruyaert undThomas Hoepker. Zwischen den Jahren sind einige schöne Fotoausstellungen zu besichtigen und einige neue Fotobücher zu durchblättern. Einige Empfehlungen von VonPeter TruschnerSo gut wie unmögliche Privatheit
Fotolot10.12.2025Der Fotograf und Foto-ArchäologeArthur Bondar hat eine großartige Fotografin wiederentdeckt: Olga Ignatovich. Sie fotografierte im Zweiten Weltkrieg, auch bei der Befreiung von Auschwitz. Aber ihre Fotos sind anders als die bekannten Zeugnisse. Noch hat das Archiv keinen festen Platz gefunden, muss Bondar es in Koffern und Schachteln von einem Ort zum anderen transportieren - glücklich die Stiftung oder Institution, die die Gelegenheit einmal beim Schopf packt, und sie ihrem Bestand einverleibt. Vorerst bleibt ein großartiges Buch. VonPeter TruschnerMerveilleux! Beautiful! Wunderschön!
Fotolot25.11.2025Bei derParis Photo regierte das Klischee: Jener Themenkreis, den man unter "Natur" subsumieren könnte (Klimawandel, Nachhaltigkeit, Biodiversität) hat, den Zeichen der Zeit entsprechend, endgültig denSprung in ein modernes Biedermeier vollzogen. Es dominiert Kunst für Zahnarztpraxen. Ähnlich bei sozialen Themen:PoC ist angesagt, aber keine Gewalt, keine Banlieues, keine Armut: Stattdessen dominiert - so hart sich das auch anhören mag - eine Artschwarzer Edelkitsch. VonPeter TruschnerSchweigendes Heer mit gräsernen Sicheln
Fotolot12.11.2025Der Fotograf Eric Pawlitzky ist Johann Gottfried Seumes berühmte Reise nach Syrakus nachgegangen. Wo er konnte, bewegte sich Seume auf wichtigen Handelsstraßen fort, die heuteteilweise Autobahnen sind, auf denen der Fernverkehr tobt. Pawlitzky setze sich bewusst stundenlang diesem toxischen Cocktail aus Lärm und Abgasen aus, wählte aber auch Nebenwege. Eine Regel für das Projekt lautete,alle fünf Kilometer ein Foto zu machen, wo immer er sich gerade auch befand. Es entstand ein bemerkenswertes Fotobuch. VonPeter TruschnerGelegenheit zur Selbstbefragung
Fotolot24.10.2025In der Zitadelle Spandau läuft eine sehr sehenswerte Retrospektive der FotografinVera Mercer, die damit nach Stationen in Paris und den USA in ihre Geburtsstadt zurückkehrt. In Paris fotografierte sie in denMarkthallen, zeigt das teils drastische Geschehen, große, gehäutete Rinderhälften, und dazu Leute beim Essen. Das Thema der Vergänglichkeit kehrt später bei ihren farbigen und monumentalen Stillleben wieder. VonPeter TruschnerDiverse Interventionen des Menschen
Fotolot13.10.2025Die Saison beginnt. DieFotobücher schlagen ein - naja, mehr oder weniger. Es gibt viel Neues von vielen Bekannten. Aber auch einen neuen Band vonMari Katayama, die wir imPerlentaucher vor Jahren entdeckten.Christian Rothes Band "Buchenwald" wurde von der "Stiftung Buchkunst" zum schönsten deutschen Buch des Jahres 2025 gewählt und überzeugt so wenig wie Jürgen Tellers Annäherung an Auschwitz. Die Frage wäre zu stellen, was Fotografie dem, was wir über die Konzentrationslager wissen, wirklich hinzufügen kann. VonPeter TruschnerDurchzug im Sensibilisierungsraum
Fotolot23.09.2025Das Team für diedocumenta 16 ist benannt, und alle freuen sich. Unter der Leitung der klugen und sympathischen Naomi Beckwith sollen alle Themen bespielt werden, die den aktuellen Kunstbetrieb so umtreiben, von Diaspora- und Postkolonialdiskursen über Black Studies, bis zu alternativen Pädagogiken, ohne dass es zu Antisemitismus kommt.Sehr viel Diversity also und sehr viel Uniformität, denn das gesamte Team ist vondominierenden Institutionen im angloamerikanischen Raum geprägt. VonPeter TruschnerEin Kampf mit Schatten
Fotolot10.09.2025DerSuhrkamp Verlagpubliziert zum dreißigsten TodestagGilles Deleuze' einen Band mit seinen Vorlesungen über Malerei. Zur Frage,wann Kunst relevantsei, hat dieser Band einige Anregungen zu liefern. Es gibt keineweiße Leinwand, stellt Deleuze fest - eine Wahrheit, die allerdings auch ihn selbst betrifft. VonPeter TruschnerUngemein reizvolle Hybride
Fotolot19.08.2025Katrin Jaquet projiziert in ihrer Serie "(m)other" Farbdias aus ihrer Kindheit in ihre Mundhöhle: Geradezu unheimliche Beschwörungen, die in ihrer Intensität keinen Vergleich zu scheuen brauchen. Diese und weitere Serien sind in ihrem neuem Fotobuch "fam" enthalten. InSabine Schründers neuem Buch "All Preconceptions Collapse" gibt es bewusstkeine Hinweise zum Verständnis ihrer Bilder. Ihre Motive von Gesteinsbrocken, Händen oder Blättern laden dazu ein, sich auf das Ungewisse, Mehrdeutige einzulassen. VonPeter TruschnerFragmente des eigenen Gesichts
Fotolot08.08.2025Im Städel werden gerade die umwerfenden Collagen, Selbstinszenierungen und Fotoarbeiten von Annegret Soltau gezeigt, eine wahrlich verdiente große Würdigung. Und ein Werk, das zeigt, unter welcher Spannung heute derFeminismus steht. Im Katalog findet sich etwa der Satz: "Aus der Perspektive der Queer-Studies kann die Fokussierung auf biologische statt soziale Mutterschaft schnell als 'konservative' Position missverstanden werden". VonPeter Truschner
Elias Hirschl: Schleifen
Julian Barnes: Abschied(e)
Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Leila Slimani: Trag das Feuer weiter