Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Max-Planck-Gesellschaft
Aufgeteiltes Bild mit einer Maus auf einer Kante, Zebrafinken auf einem Ast, Zebrafischen und einem Fisch in einer weißen Röhre.

Wer macht in Deutschland Tierversuche?

Keine Tierversuche für Kosmetik und Waschmittel

In Deutschland werden Tierversuche in erster Linie in der Grundlagenforschung sowie der Medizin und Tiermedizin durchgeführt. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, neue Wirkstoffe in Tierversuchen auf Wirksamkeit und Nebenwirkungen zu testen. Tierversuchsfreie Medikamente gibt es daher nicht. Außerdem können Tierversuche für die Erkennung von umweltgefährdenden Einflüssen erforderlich sein. Auch die Giftigkeit von Chemikalien wird mittels Tierversuchen überprüft. Hierfür werden zwar vermehrt Zellkulturen, künstliche Gewebe und Organe eingesetzt, diese können aber Tests an einem kompletten Organismus noch nicht ersetzen.

Verboten sind in Deutschland dagegen Tierversuche zur Entwicklung von Kosmetik und Hygieneprodukten wie zum Beispiel Waschmitteln sowie in der Rüstungsforschung. Untersagt ist zudem der Import solcher Produkte, wenn sie an Tieren getestet wurden. Trotzdem können auch "tierversuchsfreie" Kosmetika an Tieren getestete Bestandteile enthalten, zum Beispiel wenn ein Inhaltsstoff ursprünglich für einen anderen Zweck entwickelt worden ist und eine Unbedenklichkeitsprüfung an Tieren dafür gesetzlich vorgeschrieben war.  

Warum Tierversuche in der Grundlagenforschung heute und wohl auch in Zukunft unverzichtbar sind, welche Tiere in Versuchen eingesetzt werden und wie die Forscher ihrer Verantwortung gerecht werden – Antworten auf diese und andere Fragen finden Sie hier:

Titelbild eines Whitepapers, das Tierversuche in der Max-Planck-Gesellschaft thematisiert, dargestellt in Deutsch und Englisch.
Tierversuche sind für die Forschung unverzichtbar, sie verpflichten aber auch zum verantwortungsvollen Umgang mit Tierenmehr
Eine Maus sitzt auf Händen mit blauen Handschuhen aus Latex. Im Hintergrund ist verschwommen eine Person mit Brille, Mundschutz und grünlicher Labormütze zu sehen.
Das Streben nach Wissen verleiht dem Menschen die Fähigkeit, die Konsequenzen seines Handelns zu erkennen – und nur wer die Folgen seines Tuns kennt, kann verantwortungsbewusst handeln.mehr
Eine Maus sitzt auf einer Hand, die mit einem grünen Handschuh bedeckt ist.
In den Tierhaltungen der Max-Planck-Gesellschaft leben unterschiedliche Tierarten.mehr
Ein Stapel geöffneter Gesetzesbücher, auf denen drei große Paragrafensymbole liegen, die rechtliche Themen darstellen.
Experimente mit Tieren sind ein ethisches Dilemma.mehr

Tierversuche in der Grundlagenforschung

Mikroskopaufnahme von roten Zellstrukturen, blau gefärbte Zellkerne sichtbar.
Mikroskopaufnahme von roten Zellstrukturen, blau gefärbte Zellkerne sichtbar.

Zellen der glatten Muskulatur: Menschliche iPS Zellen, die mittels eines Faktors (Oct4) aus neuronalen Stammzellen entstanden, wurden zu Zellen der glatten Muskulatur differenziert. Die rote Fluoreszenz zeigt einen spezifischen Marker für glatte Muskulatur, die Zellkerne sind blaufluoreszierend angefärbt.

© Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin/Kinarm Ko

Zellen der glatten Muskulatur: Menschliche iPS Zellen, die mittels eines Faktors (Oct4) aus neuronalen Stammzellen entstanden, wurden zu Zellen der glatten Muskulatur differenziert. Die rote Fluoreszenz zeigt einen spezifischen Marker für glatte Muskulatur, die Zellkerne sind blaufluoreszierend angefärbt.
© Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin/Kinarm Ko

In der biomedizinischen Grundlagenforschung benötigen Wissenschaftler Tiere, wenn es keine Alternativmethoden zu Tierversuchen gibt oder entsprechende Experimente am Menschen aus ethischen Gründen nicht möglich sind. Die Max-Planck-Gesellschaft hat sich jedoch dazu verpflichtet, Alternativmethoden zu fördern und ihre Entwicklung zu finanzieren. Ihre Wissenschaftler erforschen Alternativmethoden wieZellkulturen aus Stammzellen,Computermodelleoder bildgebende Verfahren wie die Kernspintomografie. Außerdem entwickeln sie künstliche Gewebe und Organe, die sie für Versuche einsetzen können. Anders als von Tierversuchsgegnern gefordert werden Versuchstiere für die Grundlagenforschung in absehbarer Zukunft unverzichtbar bleiben.

Tierversuchsgegner und Tierschützer kritisieren tierexperimentelle Forschung und verneinen ihre Übertragbarkeit auf den Menschen:Mäuse, Ratten undAffen seien zu unterschiedlich, sodass sich die Ergebnisse tierexperimenteller Forschung nicht auf den Menschen übertragen lassen. So unterschiedlich die verschiedenen Versuchstiere auch sein mögen, so teilen sie doch alle eine gemeinsame evolutionäre Geschichte mit dem Menschen. Deshalb kommen 95 Prozent derGene einer Maus beim Menschen in ähnlicher Form vor, selbst bei derFruchtfliege sind es noch 60 Prozent. Daher können Tierversuche wichtige Hinweise darauf geben, ob eine neue Substanz wirksam ist und welche Nebenwirkungen sie haben kann. Für dieÜbertragbarkeit der Mäuse- oder Affenversuche auf den Menschen gibt es folglich viele Beispiele. Da sich Mäuse und Fruchtfliegen aber natürlich durchaus auch vom Menschen unterscheiden, muss jeder neue Wirkstoff zunächst in klinischen Studien an freiwilligen Probanden getestet werden.

Ohne Tierversuche gäbe es also keine nachweislich wirksamen Medikamente. Trotzdem bringt die tierexperimentelle Forschung Wissenschaftler in ein ethisches Dilemma: Der potenzielle Nutzen für den Menschen und der Schaden für das Tier und anderePro- und Contra-Argumente müssen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Wissenschaftler, Tierärzte und Tierpfleger der Max-Planck-Gesellschaft nehmen ihreVerantwortung für die Durchführung von Tierversuchen sowie die artgerechte Unterbringung der Versuchstiere sehr ernst. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sie nur an gesunden und stressfreien Tieren aussagekräftige wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen können. Alle Mitarbeiter, die mit Tieren arbeiten, werden künftig zur Teilnahme an einem Seminar zur Tierethik verpflichtet.

Die Max-Planck-Gesellschaft möchte ihre wissenschaftliche Expertise dafür einsetzen, den Tierschutz an ihren Instituten weiter zu verbessern. Max-Planck-Wissenschaftler werden die kognitiven Fähigkeiten unterschiedlicher Versuchstiere sowie Verhaltensäußerungen erforschen, die auf Leid oder Stress schließen lassen. Auch die Empfindungsfähigkeit, das Bewusstsein und die Intelligenz von Tieren soll verstärkt untersucht werden. Mithilfe dieser Erkenntnisse wollen die Forscher künftig Tierversuche so planen und durchführen, dass sie die Versuchstiere weniger belasten. Auch die bevorzugten Lebensbedingungen von Tieren sollen stärker in den Fokus rücken. Damit will die Max-Planck-Gesellschaft zum Beispiel sicherstellen, dass Versuchstiere unter Bedingungen gehalten werden, die das Sozialleben der Tiere berücksichtigen.

Aktuelle Meldungen

Aus polarisierten Azinuszellen bestehendes Pankreas-Organoid, das einen vergrößerten Golgi-Komplex (cyan) aufweist und das Verdauungsenzym Carboxypeptidase (magenta) produziert. Die von den Zellen abgesonderte Flüssigkeit, die das Lumen umgibt, ist mit Phalloidin (gelb) markiert, und die Zellkerne sind blau gefärbt.

Die Identifizierung von Wirkstoffen könnte neue Ansätze zur Bekämpfung von Bauchspeicheldrüsenkrebs bietenmehr

Ein Schutzschirm gegen Krebszellen

Innovativer Wirkstoff verhindert Immununterdrückung durch Krebszellen und könnte Wirksamkeit von Immuntherapien verbessernmehr

Eine kleine braune Maus mit langen Schnurrhaaren sitzt aufmerksam auf einem leicht geneigten Ast vor einem dunklen Hintergrund.

Der Nutzen von Paarungen mit mehreren Männchen hängt vor allem von der Qualität der Nahrung abmehr

Mehr anzeigen

Was ist ein Tierversuch?

Als Tierversuche gelten Eingriffe oder Behandlungen zu Versuchszwecken, die mit Schmerzen, Leiden oder Schäden für ein Tier verbunden sein könnten. Auch Eingriffe am Erbgut eines Organismus gelten als Tierversuche, wenn sie Schmerzen, Leiden oder Schäden verursachen könnten. Diese Definition umfasst alle Tierarten, also Würmer und Insekten bis hin zu Säugetieren.

Versuche an Wirbeltieren sind genehmigungspflichtig, wenn sie das Wohlbefinden des Tiers beeinträchtigen können. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gibt einmal jährlich die Tierversuchszahlen für Deutschland heraus. Auch die Max-Planck-Gesellschaft veröffentlicht jährlich ihreVersuchstierzahlen für das zurückliegende Kalenderjahr.

Tiere in der Max-Planck-Gesellschaft

Gruppe von Fruchtfliegen mit roten Augen auf einer blassen Fläche, unscharfe Fliegen im Hintergrund.
Gruppe von Fruchtfliegen mit roten Augen auf einer blassen Fläche, unscharfe Fliegen im Hintergrund.

In der Natur ernährt sich die FruchtfliegeDrosophila melanogaster von reifem Obst. Eine Ernährung, die genau auf die Aminosäuren ihres Körpers abgestimmt ist, lässt die Fliegen schneller wachsen.

© MPI f. Biologie des Alterns/ Grönke

In der Natur ernährt sich die FruchtfliegeDrosophila melanogaster von reifem Obst. Eine Ernährung, die genau auf die Aminosäuren ihres Körpers abgestimmt ist, lässt die Fliegen schneller wachsen.
© MPI f. Biologie des Alterns/ Grönke

In den Tierhaltungen der Max-Planck-Gesellschaft leben unterschiedlicheTierarten. Wirbellose wieFliegenoder Fadenwürmer stellen dabei meisten Versuchstiere. Unter den Wirbeltieren sindMäuse am häufigsten vertreten, gefolgt vonFischen und Ratten. Daneben verrichten aber auch „exotischere“ Arten ihren Dienst für die Wissenschaft wie Alpacas, Molche oderTintenfische.

Neben den Forschern kümmern sich ausgebildete Tierärzte und Tierpfleger um das Wohl der Versuchstiere. Die Haltungsbedingungen richten sich nach den natürlichen Bedürfnissen der Versuchstiere, den wissenschaftlichen Erfordernissen und Praktikabilität. Damit die gewonnenen wissenschaftlichen Ergebnisse weltweit vergleichbar sind, folgt die Tierhaltung weitgehend standardisierten Vorgaben. Das heißt, die Haltungsbedingungen ähneln sich an den verschiedenen Max-Planck-Instituten, in Details können sie jedoch von Institut zu Institut unterschiedlich sein.

Die Verantwortlichen greifen bei ihrer Arbeit auf die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse zurück und passen die Haltungsbedingungen entsprechend an, wenn dies technisch möglich ist und den wissenschaftlichen Anforderungen nicht widerspricht. Sie sorgen auch dafür, dass diegesetzlichen Bestimmungen zu Planung und Durchführung von Experimenten sowie zur Haltung der Tiere erfüllt werden – mitunter gehen die Haltungsbedingungen auch über die rechtlichen Anforderungen hinaus. In Einzelfällen kann es wissenschaftliche Gründe geben, ein Tier nicht zu den gesetzlichen Mindestanforderungen gemäß zu halten. Dies wird dann jedoch als Tierversuch gewertet und muss vom Wissenschaftler bei den Behörden beantragt werden.

Preis von 2021: Vorbildliche Kommunikation tierexperimenteller Forschung.
Preis von 2021: Vorbildliche Kommunikation tierexperimenteller Forschung.

Wissenschaftler in Schutzkleidung entnimmt ein gefrorenes Fach aus einem mit Nebel bedeckten Kryotank, während ein Monitor im Hintergrund leuchtet.
Der Wissenschaftler hat eine Methode entwickelt, mit der sich die Zahl von Versuchstieren in der Forschung verringern lässt
Eine Maus sitzt auf einer Hand, die mit einem grünen Handschuh bedeckt ist.
Die Max-Planck-Gesellschaft betont darin die Unverzichtbarkeit von Tierversuchen, bekennt sich aber auch zur besonderen Verantwortung des einzelnen Wissenschaftlers für die Versuchstiere und die mit Untersuchungen an Lebewesen verbundenen ethischen Probleme.
Eine Vielfalt von Personen, die in verschiedenen beruflichen Umgebungen abgebildet sind, darunter Büros, Laboratorien und städtische Szenerien.
Max-Planck-Forschende erklären, warum Tierversuche für die Grundlagenforschung nötig sind
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen im Faltblatt der Max-Planck-Gesellschaft
Eine Informationsinitiative der Wissenschaft
Eine Stimme für die Wissenschaft
EARA ist eine Kommunikationsorganisation, die die Interessen öffentlicher und privater Institutionen im biomedizinischen Bereich vertritt

Animal Research Info

Deutschsprachige Website von Animal Research Info.
Ein Aufruf für mehr Vertrauen, Transparenz und Kommunikation in der Tierforschung

Weitere interessante Beiträge

Ein Schutzschirm gegen Krebszellen

Innovativer Wirkstoff verhindert Immununterdrückung durch Krebszellen und könnte Wirksamkeit von Immuntherapien verbessern

Eine kleine braune Maus mit langen Schnurrhaaren sitzt aufmerksam auf einem leicht geneigten Ast vor einem dunklen Hintergrund.

Der Nutzen von Paarungen mit mehreren Männchen hängt vor allem von der Qualität der Nahrung ab

Menschliches periportales Assembloid

Dresdner Forschungsteam entwickelt modulares Modell, mit dem sich Erkrankungen der Leber untersuchen lassen

Wissenschaftler in Schutzkleidung entnimmt ein gefrorenes Fach aus einem mit Nebel bedeckten Kryotank, während ein Monitor im Hintergrund leuchtet.

Der Wissenschaftler hat eine Methode entwickelt, mit der sich die Zahl von Versuchstieren in der Forschung verringern lässt

Wenn Mäuse fettige Lebensmittel während der Schwangerschaft riechen, kann dies das Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit beim Nachwuchs erhöhen.

Der Geruch von fettigem Essen während der Schwangerschaft fördert Fettleibigkeit in der nächsten Generation

Drei detaillierte Aufnahmen des Zebrafisch-Gehirns, die durch fluoreszierende Marker in den Farben Blau, Gelb und Violett hervorgehoben wurden. Diese Scans zeigen die unterschiedliche Verteilung und Intensität der Markierungen.

Eine neue Studie identifiziert die zellulären Ursprünge der Variation menschlicher Gesichtsformen

Gehirn mit roten Lichtpunkten, umgeben von DNA-Helices in Dunkelheit.

Genfehler verursacht Entwicklungsstörung und Demenzerkrankungen

Nase einer Person in der Nähe eines Löffels mit dampfendem Essen, das aus verschiedenen Zutaten besteht.

Geruch von Nahrung aktiviert Gehirnzellen, die bei Mäusen das Hungergefühl verringern

Vier Stadien der Embryonalentwicklung in Graustufen, mit violett hervorgehobenen Bereichen, die auf spezifische Entwicklungsmerkmale hinweisen. Die Embryonen sind unterschiedlich weit entwickelt und zeigen verschiedene Organstrukturen.

Eine neue Studie liefert eine Erklärung dafür, warum bestimmte Leukämiepatienten nicht auf eine Therapie ansprechen

Zwei braune Glasflaschen mit chemischen Substanzen, beschriftet mit Lagerhinweisen, in einem grünen Behälter mit Eis, von einer Person in blauen Handschuhen gehalten.

Kombinationstherapie mit Rapamycin und Trametinib verlängert die Lebensdauer von Mäusen

Verschiedenfarbige Partikel, überwiegend grün, lila und weiß, sind auf einem schwarzen Hintergrund verteilt und scheinen zufällig angeordnet zu sein.

Forschende identifizieren Gruppe von Nervenzellen im Gehirn, die das Essverhalten und die Gewichtszunahme beeinflussen

Diagramm zeigt zwei männliche Mäusetypen: territorial und wandernd, mit einem Pfeil zur weiblichen Maus für Paarungsdynamik.

Wenn es um die Partnersuche geht, setzen Mäuse auf zwei Strategien: Einige verteidigen entschlossen ihr Revier und die Weibchen darin, andere streifen auf der Suche nach einem schnellen Flirt umher

Web-Ansicht
Seite Drucken
Im neuen Fenster öffnen
Geschätzte DIN-A4 Seiten-Breite
Zur Redakteursansicht

Benachrichtigungs-Einstellungen

Datenschutzhinweis

[8]ページ先頭

©2009-2026 Movatter.jp