Ausgerechnet vor den wegweisenden Wochen gehen Borussia Dortmund die Innenverteidiger aus. Gegen Atalanta Bergamo muss Trainer Niko Kovac kreativ sein.

Könnte gegen Atalanta die Chance bekommen: Luca ReggianiIMAGO/Kirchner-Media
Es sind wegweisende Wochen, die vor Borussia Dortmund liegen. Die Play-off-Partien gegen Atalanta Bergamo in der Champions League und die Spitzenspiele in der Liga gegen RB Leipzig und Bayern München können die Richtung vorgeben, in die sich die verbleibende Saison entwickelt. Von Meisterkampf und Achtelfinale bis zum tabellarischen Niemandsland und einem Aus in der Königsklasse ist alles drin.
Da kommt es zur Unzeit, dass Trainer Niko Kovac die Abwehrspieler ausgehen. Aktuell muss er auf vier verletzte Innenverteidiger verzichten, neueste Lazarett-Zugänge sindNico Schlotterbeck undNiklas Süle. An erfahrenen Kräften bleiben dem Coach also nur nochWaldemar Anton undRamy Bensebaini, die beide am Dienstag im Hinspiel gegen Atalanta (21 Uhr, LIVE! bei kicker) in der Startelf stehen werden.
Auch Özcan als Option
Doch wer ergänzt die Dreierkette?Julian Ryerson oder YoungsterLuca Reggiani? "Es ist die Aufgabe eines Trainers, immer wieder Lösungen zu finden und kreativ zu sein", findet Kovac, der zwei weitere Optionen aufzeigt: "Wir können auchSalih Özcan zurückziehen oder unser System ändern."
Angesichts des Risikos mit dem unerfahrenen Reggiani dürfte die Wahl auf Ryerson fallen, der zuletzt beim4:4 in Turin am ersten Spieltag der Ligaphase innen aushalf. Gleichzeitig würde der Norweger dann aber als Rechtsverteidiger fehlen, wo er zuletzt starke Leistung zeigte und viele Vorlagen sammelte.
Kovac und der Konjunktiv
"Sicherlich ist er außen sehr viel hilfreicher für uns als in der Mitte, aber manchmal muss ein Trainer gewisse Sachen verändern", sagt Kovac und verweist extra im Konjunktiv auf seine Alternative für hinten rechts: "Wir hätten ja neben ihm auch einenYan Couto, der das außen auch ganz gut machen könnte."
So oder so muss der Coach improvisieren, ausgerechnet im wichtigen Hinspiel, in dem es nicht nur um internationales Prestige, sondern auch umPrämien von rund elf Millionen Euro. Dass dafür trotz einer aussichtsreichen Ausgangslage der Umweg über die Play-offs genommen wird, findet Ryerson nicht schlimm: "Wir schauen nach vorne und müssen nichts reparieren."
En vogue und intensiv
Anders alsvor einem Jahr gegen ein harmloses Sporting Lissabon, dürfte die Aufgabe nun ungleich schwerer sein. "Atalanta hat eine richtig tolle Mannschaft, die über Jahre gewachsen ist, vor zwei Jahren die Europa League gewonnen hat und in Italien sehr weit oben anzusiedeln ist", findet Kovac und warnt: "Sie haben etwas entwickelt, was gerade en vogue ist: Sie verteidigen Mann gegen Mann auf dem ganzen Platz."
Die beiden Partien werden also "intensiv werden", sagt der Coach: "Das ist ein sehr ernst zu nehmender, guter Gegner, die Chancen stehen 50:50." Deswegen sei die Partie in Dortmund "wichtig, um mit einem guten Ergebnis nach Italien fahren zu können".
Patrick Kleinmann


