Johannes Krause

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© Thomas Victor

Abteilung für Archäogenetik
Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie
Deutscher Platz 6
04103 Leipzig

Telefon: +49 341 3550 867
E-Mail:krause@[>>> Please remove the text! <<<]eva.mpg.de

Curriculum Vitae
Publikationen

Curriculum Vitae

Prof. Dr. Johannes Krause (geb. 1980) ist gebürtiger Thüringer. Im Jahr 2008 promovierte er im Fach Genetik an der Universität Leipzig und dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie bei Nobelpreisträger Prof. Svante Pääbo. Anschließend war er als Postdoktorand am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie tätig, bevor er 2010 eine Juniorprofessur am Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Tübingen übernahm und 2013 an derselben Universität zum ordentlichen Professor für Archäo- und Paläogenetik berufen wurde. Als einer der beiden Gründungsdirektoren des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena leitete er von 2014 bis 2020 die Abteilung für Archäogenetik. Seit 2015 ist er Honorarprofessor für Archäo- und Paläogenetik an der Universität Tübingen. Weiterhin ist er einer der Gründungsdirektoren der seit 2017 bestehenden Kooperation mit der Universität Harvard, dem Max Planck – Harvard Research Center for the Archaeoscience of the Ancient Mediterranean (MHAAM). Seit 2018 ist er zudem Professor für Archäogenetik am Institut für Zoologie und Evolutionsforschung der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Im Zuge der Umstrukturierung des Jenaer Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte wurde Johannes Krause im Juni 2020 als Direktor an das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie umberufen und wechselte mit seiner Abteilung nach Leipzig.

Im Mittelpunkt der Arbeit von Prof. Dr. Krause steht die Analyse alter und sehr alter DNA, mit deren Hilfe er Krankheitserreger historischer und prähistorischer Epidemien untersucht und auf den Gebieten der genetischen Geschichte und Evolution des Menschen forscht. So hat er bei der Entschlüsselung des Erbguts des Neandertalers mitgewirkt und zum Nachweis des gemeinsamen genetischen Erbes von Neandertalern und modernen Menschen beigetragen. Im Jahr 2010 gelang ihm während seiner Arbeit am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig der erste genetische Nachweis eines Denisova-Menschen – einer ausgestorbenen Population der GattungHomo, deren Überreste im Altai-Gebirge in Sibirien gefunden wurden. Mit seiner aktuellen Forschung konnte er die genetische Abstammung der alten Ägypter nachweisen, er rekonstruierte das älteste Genom eines modernen Menschen und untersuchte menschliche Genome aus dem späten Pleistozän in Afrika, Zentralasien und Europa. Er entdeckte den Ursprung der epidemischen Pestbakterien, die regelmäßig historische und prähistorische Epidemien in Eurasien auslösten, setzte sich mit der Evolution und genetischen Geschichte von Krankheitserregern wie dem Mycobacterium leprae, M. tuberkulosis, Treponema pallidum, Hepatitis-B-Virus, Salmonella enterica, Helicobacter pylori und dem Herpes-Virus auseinander und gewann neue Erkenntnisse zur komplexen Geschichte der prähistorischen Völkerwanderungen in Westeurasien.

Prof. Dr. Krause kann auf mehr als 250 wissenschaftliche Publikationen verweisen, v. a. in hochrangingen internationalen Fachzeitschriften wieNature,Science,Cell undNature Reviews. Als eingeladener Redner hat er mehr als 400 Vorträge gehalten und über seine Forschung wurde in zahlreichen renommierten Fernseh-, Radio-, Print- und Online-Medien berichtet, zu denenTheNew York Times,Washington Post, BBC, NPR, Discovery Channel, National Geographic, Zweites Deutsches Fernsehen, 3Sat, ARTE, Der Spiegel, FAS, FAZ, Die Zeit, Die Welt, Süddeutsche Zeitungund viele weitere zählen. Seine beiden Bücher zur menschlichen Geschichte, „Die Reise unserer Gene” (2019) und „Hybris – Die Reise der Menschheit” (2021), sind internationale Bestseller.

Im Jahr 2010 wurde Prof. Dr. Krause mit dem AAAS Newcomb Cleveland Prize ausgezeichnet, 2017 mit dem Thüringer Forschungspreis für Spitzenleistungen in der Grundlagenforschung und 2020 ehrte ihn die italienische Akademie der Wissenschaften Accademia Nazionale dei Lincei mit dem Internationalen Fabio-Frassetto-Preis für Paläoanthropologie. 2022 erhielt er den Akademiepreis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Prof. Krause ist Kollegiat der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie korrespondierendes Mitglied des Center for Academic Research & Training in Anthropogeny (CARTA) und des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI).

Curriculum Vitae Johannes Krause [PDF]