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Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Königin, …

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Königm. ‘Inhaber der höchsten (in Monarchien mit einem Kaiser zweithöchsten) monarchischen Würde, höchster weltlicher Herrscher in bestimmten Monarchien’, übertragen ‘Herrscher, der Erste, Beste seiner Art, der Oberste schlechthin’.Ahd.kuning (8. Jh.),mhd.künic,künec,asächs.kuning,mnd.kȫninc,mnl.cōninc,cueninc,nl.koning,aengl.cyning,cyng,cing,engl.king setzengerm.*kuningaz ‘König’ voraus, das schon früh als gleichbed.finn.kuningas entlehnt wird. Suffixablaut zeigen dagegenanord.konungr,schwed.konung,adän.kunung,konung,dän.konge. Daneben hat sich in zahlreichenaengl. Zusammensetzungen wiecynerīce ‘Königreich’,cynestōl ‘Königssitz, königlicher Wohnsitz’ und inahd.kunirīhhi ‘Königreich’ (10. Jh.) als erstes Kompositionsglied ein kürzeres Wort für ‘König’,ahd.kuni-,aengl.cyne-, erhalten, das ebenso wieanord.konr (s. unten) aufgerm.*kuniz zurückgeführt wird. Unzweifelhaft sindgerm.*kuniz,*kuningaz und dessennord. Entsprechungen auf-ung- verwandt mitgerm.*kunjam ‘Geschlecht’ (s. unten). Auszugehen ist daher für alle Formen von der Bedeutung ‘Mann eines (vornehmen) Geschlechts’, wie sie füranord.konr ‘Edelgeborner’ bezeugt ist, während*kuniz imWestgerm. die gleiche Bedeutungsentwicklung erfährt wie die mit den Zugehörigkeitssuffixen -ing-, -ung- gebildeten Wörter. Soweit die genannten Formen einzelsprachlich die Bedeutung ‘König’ annehmen, meinen sie ursprünglich wohl den Herrscher über ein räumlich und personell eingeschränktes Gebiet. Erst mit der Entwicklung des fränkischen Merowingerreichs und der späteren Ausbildung der englischen und nordischen Königsherrschaft bezeichnen die Bildungen auf -ing-, -ung- den Inhaber der höchsten herrscherlichen Würde in einem Land. Wieweit dienord. Formen nicht nur semantisch, sondern vielleicht auch formal von demwestgerm. Vorbild (dem Titel des fränkischen Königs) abhängig sind, bleibt ebenso offen wie viele Fragen der lautlichen Entwicklung gerade imAnord.; vgl. (wenn auch zum Teil von der hier gegebenen Darstellung abweichend)Ekblom in: Studia Neophilologica 17 (1944/45) 1 ff. undKahl in: Zs. d. Savigny-Stiftung f. Rechtsgesch., Germ. Abt. 77 (1960) 154 ff. Das oben erwähntegerm.*kunjam ‘Geschlecht’, erhalten inahd. (8. Jh.),asächs.kunni,mhd.mnd.künne,mnl.conne,cunne,nl.kunne,aengl.cyn(n),engl.kin,anord.kyn,got.kuni, ist verwandt mitlat.genus ‘Geschlecht’ (s.Genus) und weiter mit den unterKind (s. d.) genanntengerm. undaußergerm., auf die Wurzelie.*g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ zurückgehenden Formen.Mhd.künic,künec, eigentlichobd. Form, bleibt in der Schriftsprache (frühnhd.künig,kunig) bis in die 1. Hälfte des 16. Jhs. üblich, wird dann aber durch diemd. Lautung aufweisende Form mit -ö- verdrängt. In mhd. Zeit ist der Nasal vor -g durch Dissimilation geschwunden (wie inHonig,Pfennig, s. d.). –Königinf. ‘weiblicher König, Gemahlin eines Königs’, übertragen ‘Herrscherin, die Erste, Beste ihrer Art, das einzige fruchtbare (weil eierlegende) Weibchen eines Bienenvolkes’, im Schach ‘die beweglichste und daher wertvollste Figur, Dame’,ahd.kuningin (8. Jh.),mhd.küniginne,küneginne.königlich Adj. ‘den König betreffend, zu ihm gehörend, ihm gemäß, vom König ausgehend’, übertragen ‘vornehm, hoheitsvoll (wie ein König), großzügig, herrlich, köstlich’,ahd.kuninglīh (8. Jh.),mhd.küniclich,küneclich.Königreichn. ‘Reich, Herrschaftsbereich eines Königs, Monarchie mit einem König an der Spitze’,ahd.kuningrīhhi (9. Jh.),mhd.künicrīche, auch ‘Königtum’.Königtumn. ‘monarchische Staatsform unter einem König, Stand, Würde eines Königs’ (Ende 17. Jh.), gebildet nachKaisertum; vgl.asächs.kuningdōm ‘Königswürde, Herrschaft’.Königskerzef. stattliche, gelb blühende Pflanze mit kerzenartigem Stengel,frühnhd.kunges kerze (15. Jh.).
Zitationshilfe
„Königin“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/K%C3%B6nigin>.

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