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Rothschild, Nathan Freiherr von

Lebensdaten
1777 – 1836
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Frankfurt/Main
Beruf/Funktion
Bankier
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 117596841|OGND|VIAF: 5712710
Namensvarianten

  • Rothschild, Nathan Mayer (bis 1822)
  • Rothschild, Nathan Meyer (bis 1822)
  • Rothschild, Nathan Freiherr von
  • Rothschild, Nathan Mayer (bis 1822)
  • rothschild, nathan mayer
  • Rothschild, Nathan Meyer (bis 1822)
  • rothschild, nathan meyer
  • Rothschild, N. M.
  • Rothschild, Nathan

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Zitierweise

Rothschild, Nathan Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117596841.html [17.02.2026].

CC0

  • Rothschild,Nathan Mayer Freiherr von

    Bankier,* 16.9.1777 Frankfurt/Main,† 28.7.1836 Frankfurt/Main,⚰ London. (jüdisch)

  • Genealogie

    VMayer Amschel (s. 1);
    MGutle Schnapper;
    BAmschel Mayer (s. 2),Salomon Mayer (s. 3),Carl Mayer (s. 5),James (Jakob) Mayer (s. 6);
    ⚭ London 1806Hannah (1783–1850),T d.Levi Barent|Cohen (1747–1808), Handelsbankier inL., u. d.Lydia Diamantenschleifer;
    4S
    Lionel Nathan (1808–79,engl. Adel 1838,⚭ Charlotte Rothschild, 1818–84,T d.CarlR., 1792-1855, s. 5),Anthony Nathan (1810–76,engl. Baronet 1847),k. k.Gen.-konsul inL.,Nathaniel (1812–70),Mayer Amschel (1818–74), 3TCharlotte (1807–59),Hannah Mayer (1815–64,⚭ Henry Fitzroy, 1807–59),Louise (1820–94);
    ENathaniel Mayer (1840–1915, Lord 1885), Bankier,lib.Abg. d.brit.Parl., 1st Lord Rothschild of Trig (Hertfordshire) (s.
    DNB;Dict. of Business History).

  • Biographie

    R., der eine traditionellejüd. Erziehung genoß, begann spätestens mit 12 Jahren, im Geschäft des Vaters mitzuhelfen. Um den Zwischenhandel bei den Textilimporten zu umgehen, schickte ihn der Vater 1798 nach England. Nach einem mehrmonatigen Praktikum bei dem Handelsbankier Levi Barent Cohen, einem Londoner Geschäftspartner des Vaters undR.s späterem Schwiegervater, übersiedelte er nach Manchester, dem Zentrum derengl. Textilindustrie. Er begründete dort ein Handelsgeschäft, um in enger Zusammenarbeit mit seinem Vater und seinen Brüdern Tuche auf den Kontinent zu exportieren. 1804 erhielt er in England ein eingeschränktes Bürgerrecht. Mit seiner Heirat 1806 erschloß er sich verwandtschaftliche Beziehungen zu den führendenjüd. Familien Londons. AlsNapoleons Kontinentalsperre sein Exportgeschäft immer stärker einschränkte, baute er das seit 1805 in London betriebene Bankgeschäft aus und zog 1808 nach London. In derSt. Swithin's Lane bezog er 1810 das heute dort noch bestehende Bankhaus „N M Rothschild & Sons“. Eine wichtige Rolle für die Etablierung als Bankier spielte in dieser Zeit die Verwaltung des in England angelegten Vermögens desKf. Wilhelm von Hessen-Kassel, der, vonNapoleon 1806 ins Exil getrieben, nur mit Hilfe der Rothschilds die Kontrolle über sein gewaltiges Privatvermögen behalten konnte.

    Seit 1810 organisierteR. mit seinen Brüdern als Partner auf dem Kontinent den Goldschmuggel zwischen England und demfranz. Machtbereich. 1814 erhielt er vonJohn Charles Herries, dem späteren Schatzkanzler, den Auftrag, Wellingtons Armee mit Geldmitteln zu versorgen. Nach dem erfolgreichen Abschluß dieser Operation übernahmen die Brüder auch den Transfer derengl. Subsidien zu den Verbündeten auf dem Kontinent. Nach dem Tod des Vaters 1812 hatte zwar der älteste Bruder Amschel das Frankfurter Stammhaus übernommen, die eigentliche Führung des Familienunternehmens lag aber in der HandR.s. Gegen starke Konkurrenz errang er 1815-26 am Londoner Kapitalmarkt eine beherrschende Stellung, stand in enger Verbindung mit derengl. Regierung und belieferte seit 1824 die Bank von England direkt mit Gold.

    Innerhalb derjüd. Gemeinde Londons bekleideteR. wichtige Ehrenämter und unterstützte zahlreiche karitative, soziale und kulturelle Projekte. Für die vollständige rechtliche Gleichstellung der Juden in England setzte er sich mit großem Engagement ein. Er starb überraschend 1836 in Frankfurt, nachdem bei einer großen Familienzusammenkunft der Partnerschaftsvertrag mit den Brüdern erneuert worden war und sein Sohn Lionel die Tochter seines Bruders geheiratet hatte.R. wurde von seinen Zeitgenossen als „Bonaparte der Finanzwelt“ charakterisiert; er war der bedeutendste Bankier in der ersten Hälfte des 19.Jh. und einer der reichsten Männer Englands. Zusammen mit seinen Brüdern begründete er die Weltgeltung der Rothschild-Bank.|

  • Auszeichnungen

    österr. Konsul amengl. Hof (1820).

  • Literatur

    Lord R., The shadow of a great Man, 1982;
    Die Rothschilds, Eineeurop.Fam.,hg.v. G. Heuberger, 1994,bes. S. 56-62(P);
    St. ü. Chapman, Die Etablierung d. Rothschilds imengl. Bankgewerbe,ebd., S. 71-87;
    S. Mace, Vom Frankfurter Juden zu LordR.,ebd., S. 185-200;
    The life and times of N M Rothschild 1777-1836,hg.v. V. Gray u. M. Aspev, 1998(P);
    Oxford DNB.

  • Porträts

    Kupf.v.R. Uighton, 1817;
    Ölgem.v. W. Armfield Hobday, 1821,L. A. Grosclaude, um 1828, u.M. D. Oppenheim, 1836;
    Aquarellev.R. Dighton, 1826, u. A. Edouart, 1828;
    handkolorierter Druckv.Th. Jones, 1829 (alle N M Rothschild & Sons, London);
    Lith.v. J. Knight, 1836 (JewishMus., London).

  • Autor/in

    Fritz Backhaus
  • Zitierweise

    Backhaus, Fritz, "Rothschild, Nathan Mayer Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 133-134 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117596841.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA


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