Über 70% der Erde sind von den Meeren bedeckt und somit sind die Meeressedimente die Lebensräume mit der größten globalen Flächenausdehnung. Marine unbewachsene Sedimente findet man an den Küsten, wo die Gezeiten einen starken Einfluss auf den Meeresboden haben, (z. B. Wattflächen der Nordsee), und in tieferen Bereichen jenseits der Gezeitenzone. Ihre ausgedehnten Flächen machen sie so interessant und relevant für die Speicherung von Kohlenstoff. Sie speichern organischen und vor allem anorganischen Kohlenstoff in sauerstoffarmen Tiefen des Meeresbodens). Bei hoher Sedimentation und sauerstoffarmen Bedingungen, wie man sie im Schlick schon nach wenigen Millimetern Tiefe findet, kann organischer Kohlenstoff sehr lange unzersetzt im Sediment verweilen. Schlicke sind besonders kohlenstoffreich, da sie eine Ansammlung von feinem, kohlenstoffhaltigem Material darstellen. Für die Sedimente der Ostsee wurde im Vergleich zur Nordsee ein doppelt so hoher Kohlenstoffspeicher ermittelt. Dafür sind verschiedene Faktoren verantwortlich wie z.B. feinkörnigere Sedimente, geringerer Sauerstoffgehalt, mangelnder Gezeiteneinfluss und geringere Strömungsgeschwindigkeiten sowie starkes Phytoplanktonwachstum durch hohe Nährstoffkonzentrationen.
Freisetzung von Kohlenstoff aus marinen Sedimenten
Die Kohlenstoffspeicherkapazität von marinen Sedimenten kann durch menschliche Eingriffe wie Grundschleppnetzfischerei oder Baggerarbeiten zur Sand- und Kiesentnahme oder zur Vertiefung von Fahrrinnen erheblich beeinträchtigt werden. Durch das Aufwirbeln werden Treibhausgase (CO2,CH4) direkt in die Wassersäule entlassen. Zudem wird Sauerstoff in sauerstoffarme Tiefen des Sedimentes eingebracht, wodurch die Abbauprozesse von Kohlenstoff stimuliert werden. Die Europäische Kommission schätzt, dass in Europa 79% des küstennahen Meeresbodens durch Grundschleppnetzfischerei gestört werden.