Outline
2005
…
54 pages
1. Fidus principi miles - Die Sicht Ottos von Freising (5. 213) 2. Am Hof Kaiser Heinrichs V. - Vertraute des Königs? (5. 220) 3. Der junge Verwandte des Königs - Herzog Friedrich 11. bis 1111 (5. 230) 4. Die Phase größter >Königsnähe< (1111-1118) (5. 234) 5. Zwischen fürstlichen Friedensinitiativen und Königsnähe - Nach der Rückkehr Heinrichs V. aus Italien (5.239) 6. Vom Würzburger Fürstenspruch bis zum Wormser Konkordat (5. 250) 7. Die letzten Jahre Heinrichs V. und die gescheiterte Königskandidatur Herzog Friedrichs 11. (5. 258)
2015
Die vorliegende Untersuchung wurde im Wintersemester 1998/99 von den Philosophischen Fakultäten der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau als Dissertation angenommen. Für den Druck wurde das unter dem Titel »Herrscherdarstellung in der Stauferzeit. Friedrich Barbarossa im Spiegel staufischer Geschichtsschreibung und der Urkundensprache der Reichskanzlei« eingereichte Manuskript überarbeitet. An erster Stelle danke ich sehr herzlich Prof. Dr. Thomas Zotz, der diese Arbeit angeregt und betreut hat, für viele weiterführende Hinweise, für hilfreiche Kritik sowie für beständige, wohlwollende Förderung und auch Ermutigung. Insbesondere ließ und eröffnete er dem Schüler und Mitarbeiter in verschiedener Weise Freiräume, die es mir ganz entscheidend erleichterten, meine Forschungsarbeit voranzutreiben. Ein Stipendium der Landesgraduiertenförderung erlaubte mir über zwei Jahre hinweg ein von finanziellen Sorgen unbelastetes Arbeiten. Als zusätzlichen Ansporn empfand ich den Förderpreis, mit dem die Stauferstiftung Göppingen 1998 meine Magisterarbeit zum »Bild Barbarossas in der stauferzeitlichen Geschichtsschreibung« auszeichnete. Es ist mir eine angenehme Pflicht, Prof. Dr. Dieter Mertens und Prof. Dr. Paul Gerhard Schmidt für die Übernahme der Korreferate zu danken. Dankbar bin ich auch dem Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte für die Aufnahme der vorliegenden Studie als Sonderband in die Reihe der »Vorträge und Forschungen«. Die großzügige finanzielle Unterstützung durch die VG-Wort ermöglichte die Drucklegung. Dr. Karlheinz Hülser möchte ich für die Mühen bei der Herstellung des Satzes und die überaus angenehme Zusammenarbeit im Vorfeld der Drucklegung danken. Mit manchem guten Rat und wichtigen Anregungen halfen mir namentlich Dr. Wolfdieter Haas und PD Dr. Volkhard Huth sowie nicht zuletzt Prof. Dr. Alfons Zettler. Besonders hervorheben möchte ich die mitunter kontroversen, aber stets sehr intensiven und von freundschaftlicher Offenheit geprägten Gespräche mit Prof. Dr. Knut Görich. Diese ergaben sich aus der zeitlichen Überschneidung der Beschäftigung mit Friedrich Barbarossa und dessen honor, wobei es ganz selbstverständlich war, sich gegenseitig die noch unpublizierten Manuskripte zur Verfügung zu stellen. In unschätzbarer Weise profitierte ich vom Gedankenaustausch mit den Kolleginnen und Kollegen an der Abteilung Landesgeschichte des Historischen Seminars in Freiburg, denen ich zugleich in Freundschaft verbunden bin. Vor allem der langjährigen gemeinsamen Arbeit
»Allerunterthänigst unterfertigte Bitte« Bittschriften und Petitionen im langen 19. Jahrhundert, 2024
2011
In seinem Aufsatz beschäftigt sich Jürgen Dendorfer mit folgenden Fragestellungen: Aus welchen Personen bestand die Familie um Konrad III. und welcher Stellenwert kam in ihr den staufischen Verwandten zu? Welche Bedeutung hatte diese Verwandtschaft Konrads III. für seine Königsherrschaft? Ergab sich aus ihr ein personaler Gestaltungsrahmen oder lassen sich politische Effekte nicht erkennen? "Aus dem Geschlecht König Konrads" / "De genere regis "Cůnradi" - Die Familie König Konrads III. und die frühen Staufer, in: Konrad III. (1138-1152). Herrscher und Reich, hg. von der Gesellschaft für staufische Geschichte e.V. (Schriften zur staufischen Geschichte und Kunst 30), Göppingen 2011, 25-45.
Schwäbische Heimat
Es staufert wieder! Um an die identitätsstiftende Herrscherfamilie zu erinnern, steht der To urismus in Baden-Württemberg2010 ganz in ihrem Zeichen,liest man in der Presse. Über 30 Städte und Stauferstätten wollen etwas vom großen Stauferkuchen abhaben, der offiziell im September angeschnitten wirdmit der Eröffnung der spektakulärenneuen Staufer-Ausstellung, ausgerichtet von den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen. VonSchauspielführungenauf dem Tr ifels, über Konzerte im Mannheimer Wasserturm bis hin zu Jagdvogelflügen auf der BurgG uttenbergr eicht das Programm für das größte Kulturereignis des Jahres 2010 in Süddeutschland. Es gibt sogar vogelkundliche Führungen im MannheimerLuisenpark: Birdwatching mit den Augen Friedrichs II. Göppinger Schüler sollen ein Barbarossa-Musical aufführen. Entwarnung kann vermutlich gegeben werden, was das Unterschichtenfernsehen angeht. Mit einer Staufer-Sitcom auf SAT1-als Titel könnte man «Eine schrecklich nette Dynastie» erwägen-i st höchstwahrscheinlich nicht zu rechnen, denn wirklich populär ist die mythenumwobene Herrscherfamilie letztlich doch nur in bildungsbürgerlichen Kreisen. Immerhin: Als Tourismus-Magnet sind die Staufer quicklebendig. Vo rallem die Stuttgarter Stauferausstellung des Jahres 1977 hat den «Histourismus» auf den Spuren der Staufer außerordentlich gefördert. Seit 1977 gibt es in der ostwürttembergischen Touristikregion Stauferland die «Straße der Staufer», die zu den Stauferstätten rund um den namengebenden Hohenstaufen führt. Doch beschränkt sich die Stauferverehrung keinesfalls auf die Stammlande. Mit einigem Erstaunen entdeckte ich in der Wikipedia einen Artikel «Barbarossastadt». Fünf Städte nennen sich so: Sinzig im Rheinland, Kaiserslautern, Gelnhausen sowie die beiden thüringischen Städte Altenburgu nd Bad Frankenhausen, letzteres aufgrund der Lage am Kyffhäuser. Überall bemüht man sich nach Kräften, mit den Staufern Kasse zu machen, aber am Spektakulärsten ist der Staufer-Zauber,d en die ehrwürdige Staufergrablege Lorch im Remstal veranstaltet. Offenkundig inspiriert vom Bauernkriegspanorama des DDR-Künstlers Werner Tübke in Bad Frankenhausen schuf der Lorcher Künstler Hans Kloss in poppigen Farben ein Stauferrundbild, das 2002 im Kloster Lorch eröffnet wurde und in zehn Stationen die staufische Geschichte von 1102 bis 1268 Revue passieren lässt. Man hat den historischen Kapitelsaal damit befüllt, der historische Raumeindruck ist dahin, aber immerhin hat der Maler über 600 Tiere, davon die Mehrzahl Pferde, naturgetreu dargestellt. Es ist ein Kunstwerk des Superlativs, 30 Meter lang und 4,5 Meter hoch und das größte Gemälde auf Leinwand in Südwestdeutschland.
Maximilian1: Festkultur am Innsbrucker Hof, ed. Monika Frenzel, Innsbruck: Wagner, 2023
Rheinische Vierteljahrsblätter 82, S. 23–36, 2018
A. Kolb – M. Vitale (Hrsg.), Kaiserkult in den Provinzen des Römischen Reiches: Organisation, Kommunikation und Repräsentation, Akten der Tagung (Zürich, 25.-27. September 2014), Berlin-Boston, 2016
Divus Augustus occupied a prominent position in the Cretan pantheon beside Zeus Kretagenes (“born on Crete”) – with whom he is often associated in images – and Artemis/Diktynna, who appears as his patroness. After summarizing the most important changes occurring in Cretan religion after the Roman conquest – among them the imperial cult being a major feature –, this paper aims to illustrate the continuance of Cretan military tradition into the imperial age. Cretan soldiers, especially archers, certainly served in the imperial army; and some forms of logistic support from the island are documented too. This military involvement of an otherwise peaceful province can help us to better understand the warlike character of some elements of its traditional cults as well as of the emperor worship. This latter seems to increase noticeably in coincidence with military actions and imperial victories. In this way, the cult of the emperor offered an ideal vehicle for the military character of the Cretan tradition to find its appropriate place in the general frame of the Roman Empire.

Loading Preview
Sorry, preview is currently unavailable. You can download the paper by clicking the button above.
Journal Roman Military Equipment Studies 16, 2008
Concilium medii aevi, 2008
Konrad III. - Herrscher und Reich (Schriften zur staufischen Geschichte und Kunst 30), Göppingen, S. 66–78, 2011
2000
In seinem Roman »Mann aus Apulien« beschreibt Horst Stern anschaulich die Ausdehnung des staufischen Reiches am Höhepunkt seiner Macht unter Kaiser Friedrich II., und zwar aus der Perspektive eines Adlers, dem staufische Familien-und römische Kaisertradition verbindenden Wappentier von Kaiser und Reich, und mit dem raffinierten Stilmittel der gleichnishaften Projektion der Gestalt Friedrichs auf sein Herrschaftsgebiet: »Herr Friedrich liegt tief unter mir rücklings auf dem Imperium. (.. .) Seine Füße mit den goldenen Sporen an den rehbestickten Stiefeln traktieren Worms. Seine Unterschenkel im Beinkleid aus byzantinischer Seide beschweren Bayern und Burgund. Unter seinen angehobenen Knien ziehen sich die Alpen hindurch (.. .). Die von tausend langen Ritten gestählten Oberschenkel (.. .) pressen das lombardische Reichsitalien, Mailand und Parma vor allem (.. .). Sein Gesäß lastet auf der von ihm abgefallenen
2008
"Den König, den ihr eingesetzt habt, wollen sie absetzen, damit keiner eurer Beschlüsse bestehen bleibe. Daher wurde dieses Unrecht mehr dem Reich angetan als mir selbst; denn der Sturz eines Hauptes, und sei es auch des höchsten, ist ein Schaden fur das Reich, der wiedergutgemacht werden kann, die Mißachtung der Großen aber ist der Untergang des Reiches" - principum autem conculcatio ruina regni est. Kurz nach Ostern 1106 ließ König Heinrich V. - nach der Vita Heinrici IV. - seine Aufforderung an die Fürsten, ihm im wieder aufgeflammten Kampf mit dem Vater zu Hilfe eilen, in diese grundsätzlichen Formulierungen gipfeln. Rund ein Jahr war vergangen, seit der Abfall vom Vater von Bayern ausgehend über Sachsen wie ein Flächenbrand das ganze Reich ergriffen hatte. Erst vor wenigen Monaten hatten die Großen in lange nicht gesehener Einmütigkeit den neuen König in Mainz erhoben. Hochgestimmte Erwartungen der Kirchenreformer erfüllten das Reich, und alles sprach dafur, daß der junge König sie nicht enttäuschen würde.
Frühmittelalterliche Studien, 2005
Daß Vertrauen als Basis gemeinsamen politischen Handelns fungieren kann, bedarf keiner weiteren Begründung; ebenso selbstverständlich ist die Einsicht, daß Mißtrauen die Bereitschaft zu gemeinsamem Handeln untergraben oder verhindern kann. Unstrittig dürfte schließlich auch sein, daß symbolische Handlungen Vertrauen schaffen können, daß ihre vertrauensstiftende Funktion im Einzelfall jedoch von den konkreten Umständen abhängig ist. Der Konflikt Kaiser Friedrichs II. mit dem lombardischen Städtebund unter der Führung Mailands ist eine politische Konstellation, die nach Funktion und Bindekraft symbolischen Handelns zu untersuchen recht naheliegt: Denn die zahlreichen, häufig ausführlich überlieferten Verhandlungen und Vermittlungsversuche bieten viele Ansatzpunkte für eine solche Fragestellung. Bevor ich sie in drei Einzelschritten näher entwickle, sei eine kurze Skizze der politischen Verhältnisse vorausgeschickt, die ihre besondere Konfliktträchtigkeit aus dem traditionellen Gegensatz zwischen den beiden lombardischen Metropolen Mailand und Cremona einerseits und dem besonders engen Bündnis zwischen Cremona und Friedrich II. andererseits gewannen. An seine Getreuen-fidelibus suis-, den Rat und die ganze Kommune Cremona schrieb Friedrich II. im Jahr 1230, er verfolge mit heiterem und frohem Sinn die bewährte Leidenschaft ihrer ergebenen Treue-ardor devotionis fidei-, die sie in Diensten für ihn und das Reich zeigten; er wisse nämlich, daß sie unwandelbar und mit Liebe zur Treue-fidelitatis amor-beständig in allem wachsam seien, was seine und des Reiches Ehre und deren Mehrung angehe, und daß es sie nicht verdrieße, den beschwerlichen Aufwand für all das auf sich zu nehmen, von dem sie wüßten, daß es seiner Erhabenheit diene. Sie förderten freilich auch den Nutzen ihres Gemeinwesens, indem sie mit dem, was sie zu des Kaisers und des Reiches Gunsten eifrig ausführten, zugleich für ihre eigene Wohlfahrt und Ruhe sorgten, denn um ihrer Treue-merito fidei-und Dienste willen würden sie durch die Fülle kaiserlicher Gnade und Gunsterweise gerühmt. Weil er ihrer Ergebenheit völlig vertraute-plene confidimus-, bevollmächtigte Friedrich II. die Cremonesen, mit dem Lombardenbund auszuhandeln, was sie als der Ehre des Reichs, der Dienstbarkeit dem Kaiser gegenüber, dem guten Zustand der Verhältnisse und ihrem Nutzen förderlich erachteten. Seine Bereitschaft, zuvor erlittene Beleidigungen zu vergeben, indem er die Beleidiger in seine Gnade wiederaufzunehmen versprach, machte der Kaiser ausdrücklich vom Verhandlungsergebnis der Cremonesen abhängig, das er außerdem dauerhaft als gültig und sicher beachten wollte 1 .
Innocenz IV. war juristisch hervorragend gebildet und geschäftskundig, nach seinem Vorbild Innocenz' III. zutiefst erfüllt von den Rechten und Pflichten seines Amtes, unbedingt entschlossen, die Vormachtstellung des Papsttums mit allen Mitteln zu wahren und weiter auszubauen. Er erscheint vorwiegend als Jurist und kühl abwägender Politiker, von rücksichtsloser Konsequenz in der Verwirklichung seiner Ziele, dabei auch von erschreckender Bedenkenlosigkeit in der Wahl seiner Mittel ...", so heißt es 1987 in der wichtigen "Theologischen Realenzyklopädie". Im Kampf mit den Staufern, so weiter, habe sich der Kaiser "sehr ernstlich um den Frieden [bemüht], zeigte sich zu erheblichen Zugeständnissen, auch zu persönlicher Buße bereit", doch alles scheiterte "besonders an der Unversöhnlichkeit des Papstes". Das Konzil von Lyon, das Innocenz IV. 1245 einberief, geriet zu einer "ziemlich kläglichen Versammlung", während Friedrichs Vertreter "geschickt, jedoch erfolglos" die Verteidigung des Kaisers führte, trieben die "haßerfüllten Pamphlete" eines der treuesten Anhänger des Papstes den Konflikt in die Unlösbarkeit, denn sie "kennen kein Maß, scheuen keine Verleumdung des Kaisers". Schließlich "erfüllte [der Tod des Kaisers] den Papst mit freudiger Hoffnung", den Papst, dessen ambitionierte Politik gegenüber Mongolen, Islam und Byzanz insgesamt "scheiterte" und unter dem "weit schärfer als unter seinen Vorgängern zutage [trat], welche Gefährdung aus dem päpstlichen Machtanspruch in Welt und Kirche seit dem ‚Reformpapsttum' [dies in Anführungszeichen] erwachsen war ... bezahlt mit dem Verlust an religiöser Substanz". Dies ist, wohlgemerkt, der Artikel zu Innocenz IV. -und er ist für das, was auch heute noch selbst in einem Lexikon bei Beschäftigung mit den Päpsten der Zeit Friedrichs II. geschieht, typisch: Selbst wenn meist weniger als hier und viel weniger als in früheren Jahrzehnten voll ungebremster Bewunderung für Friedrich Partei genommen wird, so wenden sich doch sogar jene Historiker, die besser gar nicht parteiisch, aber wenn, dann doch eher für ihren eigenen Protagonisten parteiisch sein sollten, gegen den Papst. Innocenz gilt auch für die Papsttumshistoriker eher als einer, der das höchste Amt der Kirche weiter jenem Abgrund zugeführt hat, in den es im Spätmittelalter gestürzt erscheint. Friedrich erscheint ihnen und uns modern -die Päpste hingegen, die eigentlich an der Spitze der Seelsorgeorganisation Kirche hätten stehen sollen, überschritten ihre Kompetenzen weit, ja, sie taten dies auf Kosten der religiösen Substanz. Aber wenngleich das unserer Auffassung von den Aufgaben eines Papstes entspricht: Wird es auch derjenigen der Zeit gerecht?
2009
Politisch-militärischer Erfolg zählt seit jeher zu den wesentlichen Bemessungskriterien für die kulturelle Zuschreibung 'Historischer Größe'. Gerade Friedrichs II. Etikettierung als "der Große" verdankt sich wesentlich seinen militärischen Erfolgen in den Schlesischen Kriegen. Anhand der Figur des roi connétable werden daher ausgehend von der zeitgenössischen Wahrnehmung und Selbststilisierung Friedrichs verschiedene Bedeutungsebenen militärischer Größe herausgearbeitet: der König als strategischer Denker und Lenker, der König als aktiv unter seinen Soldaten Kämpfender und der König als die gängigen Normen der Kriegführung überschreitender 'Feldherr der Widersprüche'. Eine militärhistorische Bewertung tatsächlicher Leistungen wird dabei bewusst vermieden zugunsten einer historiographiegeschichtlichen Rekonstruktion der zahlreichen Wertungen und Umwertungen von Friedrichs militärischer Größe, die von strategischen Debatten unter Militärs bis zur grundsätzlichen Infragestellung militärischer Größe als solcher reichen. Heute als Historiker über die Frage der "historischen Größe" zu sprechen, ist schwierig. Das Thema scheint bereits selbst nur historisch behandelbar zu sein, so fremd klingt zu Beginn des 21. Jahrhunderts der geschichtsphilosophisch imprägnierte Terminus der "historischen Größe". 1 Für Theodor Schieder war das zu Beginn der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts offenbar noch in einer anderen Weise thematisierbar, stand dieser doch in der Tradition des klassischen Historismus und berief sich in seinen "Reflexionen über historische Größe" explizit auf Jacob Burckhardts Weltgeschichtliche Betrachtungen. 2 Burckhardt räumt dabei gleich zu Beginn ein, nun müsse man auf alles "systematisch-wissenschaftliche verzichten." 3 Ein Kriterium für historische Größe scheint ihm "Einzigkeit und Unersetzlichkeit" eines Individuums, dessen Handeln sich auf "ein Allgemeines, d.h. ganze Völker oder ganze Kulturen" richtete. Auch sei erst das 19. Jahrhundert zu einer wirklich historischen Betrachtung der "Größe" in der Lage. Nachdem Burckhardt vom Künstler bis zum Religionsstifter unterschiedliche Repräsentanten historischer Größe abgehandelt hat, kommt er zu den Staatsmännern und Königen. Friedrich der Große als die letzte historische Persönlichkeit, die den Namen "der Große" erhielt, wird im Zusammenhang mit der Eigenschaft der "Seelenstärke" erwähnt,
2023
Wiens erste Moderne. Visuelle Konstruktion von Identitäten im 15. Jahrhundert, ed. by Martina Pippal, Carmen Rob-Santer, Armand Tif, Guido Messling, Veronika Pirker-Aurenhammer and Kunsthistorisches Museum, Internationale Tagung zu den Bildkünsten in Wien zwischen Meister von Heiligenkreuz und Lucas Cranach (Wien, 11.–14. April 2019), Jahrbuch des Kunsthistorischen Museums Wien, Bd. 22, Vienna Cologne 2023, p. 115–130.