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Fidi milites? Die Staufer und Kaiser Heinrich V.

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2005

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Abstract

1. Fidus principi miles - Die Sicht Ottos von Freising (5. 213) 2. Am Hof Kaiser Heinrichs V. - Vertraute des Königs? (5. 220) 3. Der junge Verwandte des Königs - Herzog Friedrich 11. bis 1111 (5. 230) 4. Die Phase größter >Königsnähe< (1111-1118) (5. 234) 5. Zwischen fürstlichen Friedensinitiativen und Königsnähe - Nach der Rückkehr Heinrichs V. aus Italien (5.239) 6. Vom Würzburger Fürstenspruch bis zum Wormser Konkordat (5. 250) 7. Die letzten Jahre Heinrichs V. und die gescheiterte Königskandidatur Herzog Friedrichs 11. (5. 258)

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References (70)

  1. Schwaben, im EIsaß18, in Franken 19 und am Mittelrhein vollzogen 2o . Während in: Mediaevalia Augiensia. Forschungen zur Geschichte des Mittelalters, hg. von JÜRGEN PETER- SOHN (Vorträge und Forschungen 54), Stuttgart 2001, S. 247-284, hier S. 253-262; Zum "Porträt« Friedrichs II. von Schwaben in den Gesta Friderici DERS., Nobilis pa Iris julurus heres nobilior. Das Doppelporträt von Friedrich Vater und Sohn bei Otto von Freising, in: Scripturus vitam. Latei- nische Biographie von der Antike bis in die Gegenwart. Festgabe für Walter Berschin zum 65. Geburtstag, hg. von DOROTHEA WALZ, Heidelberg 2002, S. 509-518. Zur Geschichte Komads von Staufen unter Heinrich V. vor allem in ihren ostfränkischen Zusammenhängen vgl. die grundlegenden Studien von Gerhard Lubich: GERHARD LUBICH, Auf dem Weg zur »Güldenen Freiheit«. Herrschaft und Raum in der Francia orientalis von der Karolinger-zur Stauferzeit (Historische Studien 449), Husum 1996, hier S.138-204. DERS., Beobachtungen (wie Anm.6), hier S. 313-318; DERS., Der Besitz der friihen Staufer in Franken -ein »Erbe auf Umwegen«?, in: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte 59, 2000, S.403-412; DERS., Friih-und hochmittelalterlicher Adel zwischen Tauber und Neckar. Genese und Prägung adeliger Herr- schaftsräume im fränkisch-schwäbischen Grenzgebiet, in: Herrschaft und Legitimation: Hoch- mittelalterlicher Adel in Südwestdeutschland (Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde 36), hg. von SÖNKE LORENZ/STEPHAN MOLITOR, Leinfelden-Echterdingen 2002, S. 13-47, bes. S. 42-44; DERS., Faktoren der politischen Raumordnung im früh-und hochmittelalterlichen Franken, in: Franken im Mittelalter. Francia orientalis, Franconia, Land zu Franken: Raum und Geschichte, hg. von JOHANNES MERZ/ROBERT SCHUH, München 2004, S. 59-83, hier S. 77-80.
  2. Vgl. zu dieser Forschungstradition neben den in Anm. 14 und 15 genannten Studien HANS HEUERMANN, Die Hausmachtpolitik der Staufer von Herzog Friedrich I. bis König Komad 111. (1079-1152), Borna 1939, hier S. 44-82. Sowie die in Anm. 17-20 genannte Literatur zu ein- zelnen Regionen.
  3. In manchen Details immer noch wichtig: CHRISTOPH FRIEDRICH STÄLIN, Wirtembergische Ge- schichte 11, Stuttgart 1847, bes. S. 39-79, insbesondere die Regesten S. 74-79; KARL WELLER, Ge- schichte des schwäbischen Stammes bis zum Untergang der Staufer, MünchenlBeriin 1944, S.258-283;
  4. HELMUT MAURER, Der Herzog von Schwaben. Grundlagen, Wirkungen und Wesen seiner Herrschaft in ottonischer, salischer und staufischer Zeit, Sigma ringen 1978, hier S.218- 268. Nun grundlegend: THOMAS ZOTZ, Ottonen-, Salier-und friihe Stauferzeit (911-1167), in: Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, I: Allgemeine Geschichte, 1: Von der Ur- zeit bis zum Ende der Staufer, hg. von MEINRAD SCHAAB/HANSMARTIN SCHWARZMAlER, Stutt- gart 2001, S. 381-528, inbesondere S.434--438 (zur Zeit Heimichs V.), sowie ALFONS ZETTLER, Geschichte des Herzogtums Schwaben, Stuttgart 2003, S.184-189 zu Schwaben im frühen 12. Jahrhundert.
  5. Grundlegend: EDUARD HLAWITSCHKA, Zu den Grundlagen der staufischen Stellung im Elsaß: Die Herkunft Hildegards von Schlettstadt (Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste, Geisteswissenschaftliche Klasse, Sitzungsberichte, Jahrgang 1991,9), München 1991;
  6. THOMAS SEILER, Die frühstaufische Territorialpolitik im Elsaß, Hamburg 1995. Zusammenfas- send CHRISTINE REINLE, Das Elsass im hohen und späten Mittelalter (10.-15. Jahrhundert), in: Das Elsass. Historische Landschaft im Wandel der Zeiten, hg. von MICHAEL ERBE, Stuttgart 2002, S.41-60, hier S.48-51. Zu Einzelproblemen (mit älterer Literatur) vgl. die Aufsätze von HEINRICH BÜTTNER, in: DERS., Schwaben und Schweiz im frühen und hohen Mittelalter. Ge- sammelte Aufsätze von Heimich Büttner, hg. von HANS PATZE (Vorträge und Forschungen 15), Sigma ringen 1972; sowie an jüngerer Literatur THOMAS BILLER/BERNHARD METZ, Die Anfänge der Adelsburg im Elsass in ottonischer, salischer und friihstaufischer Zeit, in: Burgen der Salier- zeit, Teil 2: In den südlichen Landschaften des Reiches, hg. von HORST WOLFGANG BÖHME (Publikationen zur Ausstellung »Die Salier und ihr Reich«), Sigmaringen 1992, S. 245-280, ins- besondere S. 262-264; BERNHARD METZ, Hagenau als staufische Stadtgründung, in: Staufische Stadtgründungen am Oberrhein, hg. von EUGEN REINHARD/PETER RÜCKERT (Oberrheinische nicht anwesend. Es ist deshalb wenig wahrscheinlich, daß er am 28. Dezember 1124 noch im Reich war. Nicht der Zähringer könnte allein bei der Nennung eines dux Chunradus in St. 3173, im März 1122 in Aachen, gemeint sein (Druck: Urkunden und Quellen zur Geschichte von Stadt und Abtei Siegburg, bearb. von ERICH WISPLINGHOFF, I. Band: (948) 1065-1399, Siegburg 1964, Nr.35, S.75f.), denn zu diesem Zeitpunkt lebte der erst im Dezember 1122 verstorbene Herzog Berthold Ill. von Zähringen, Bruder Konrads, noch (P ARLOW, Zähringer [wie oben), S. 154-56, Nr. 230f.). Doch spricht weniger dafür, hier einen singulären Beleg für eine Herzogs- nennung Konrads von Staufen anzunehmen (So GEROLD MEYER VON KNONAU, Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V., VII. Band: 1116 (Schluß) bis 1125, Berlin 1909, S. 191) als dafür hier schon einen Herzogsbeleg für Konrad als nachgeborenen Angehöri- gen des Zähringerhauses anzunehmen, was durchaus vorkommen kann (Vgl. PARLOW, Zäh- ringer [wie oben), Nr.206, S. 143f.) Nicht zu folgen ist SCHWARZMAlER, Pater imperatoris (wie Anrn. 15), S. 253, nach dem »Konrad hingegen ... in keiner Urkunde Heinrichs V. bezeugt« sei; auch die von ihm erwähnte, angebliche erste Nennung Konrads in einer »Würzburger Bi- schofsurkunde von 1115« ist zu streichen, da diese Urkunde schon seit geraumer Zeit als Fäl- schung identifiziert wurde. Vgl. Urkundenbuch der Benediktiner-Abtei St. Stephan in Würz- burg, bearb. von FRANZ JOSEPH BENDEL (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Ge- schichte III,l), Leipzig 1912, Nr. 62, S. 74f.; PETER JOHANEK, Die Frühzeit der Siegelurkunde im Bistum Würzburg (Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg 20), Würzburg 1969, S.37, mit Anrn. 133; S.303 u. S.314 (Er 7), sowie ausführlich LUBICH, Auf dem Weg (wie Anm. 15), S. 151-156.
  7. 39 Mit dieser Wertung auch SCHWARZMAlER, Pater imperatoris (wie Anrn. 15), S. 253.
  8. Graf, ab 1113 Pfalzgraf Gottfried von Calw darf nach den Zeugenlisten der Königsurkunden als der engste Vertraute Heinrichs V. gelten. Er wird 58 Mal in den Urkunden des Kaisers genannt. Fast ununterbrochen (mit Ausnahme des zweiten Italienzugs) folgt er dem Salier vom ersten bis ins letzte Regierungsjahr durch das ganze Reich. Vgl. die Nennungen: St. 3009, 3014, 3016, 3016a, 3018, 3022, 3031, 3033, 3035, 3057, 3060, 3069-3071, 3078, 3079, 3083-3086, 3088, 3091, 3092, 3094, 3095, 3097, 3100, 3102-3104, 3106-3109, 3111, 3112, 3114, 3117a, 3119, 3121, 3125, 3159, 3164, 3181, 3184-3187, 3189a, 3190-3192, 3198, 3199, 3202-3205. Vgl. zu Gottfried von Calw immer noch WILHELM KURZE, Adalbert und Gottfried von Calw, in: Zeitschrift für würt- tembergische Landesgeschichte 24, 1965, S. 241-303, hier S. 282-302.
  9. Auch er folgt Heinrich V. von seinen Anfängen bis ans Ende seiner Regierungszeit, ohne er- kennbarere tiefere Einschnitte im Verhältnis zum Kaiser. Vgl. die Nennungen in St. 3006, 3009, 3014, 3021, 3022, 3027, 3032, 3033, 3035, 3055, 3057, 3060, 3063, 3069, 3071, 3076, 3086, 3100,3102-3104,3112,3120,3123,3164,3168,3172,3181, 3182, 3184, 3185, 3208, 3213. Weiter- hin wird der Sulzbacher in Fälschungen genannt, die hier nicht berücksichtigt werden. Vgl. zu den Erwähnungen Graf Berengars I. von Sulzbach unter Heinrich V. DENDORFER, Adelige Gruppenbildung (wie Anrn. 35), S. 325-336.
  10. Bischof Burchard wird 49 Mal in den Diplomen Heinrichs V. genannt. Vgl. St. 3006,3014,3016, 3016a, 3017, 3018, 3020, 3022, 3026, 3028, 3029, 3030, 3032, 3033, 3068-3071, 3076, 3078, 3079, 3083,3086,3089-3092,3094,3095,3099,3100,3102-3109,3111,3112,3121,3125,3131-3133,3140 3149b, 3213. Diese Anzahl belegt ein sehr nahes Verhältnis des Bischofs zum König. Daß Burchard 52 Der Kölner Erzbischof folgt dem König in den Anfangsjahren bis zum Bruch im Jahre 1112, in denen er sehr dicht belegt ist, durch das ganze Reich (vgl die Belege oben Anm. 43). Er ist in Sachsen (St. 3018, 3028, 3029, 3035, 3085, 3086), in Bayern (St. 3032, 3033), aber auch am Mittel- rhein (St. 3014, 3026, 3076,3088) nachweisbar.
  11. Von den zahlreichen Belegen Erzbischof Brunos von Trier (vgl. oben Anm.44) fällt nur St. 3016 (Metz) in das engere Umfeld seines Bischofssitzes. Außer nach Bayern folgt er dem Königshof über Lothringen hinaus vom Oberrhein bis nach Sachsen. Beachtlich sind vor al- lem die sächsischen Belege (St. 3029, 3035, 3083, 3085, 3086, 3087).
  12. Bischof Burchard von Münster (t 1118) vollzieht das Itinerar des königlichen Hofes durch das ganze Reich hin mit. Von seinen Zeugennennungen bis zum Antritt des zweiten Italienzugs Heinrichs V., auf dem er dem Kaiser folgen sollte (vgl. oben Anm.42), fallen nur zwei Aus- nahmefälle St. 3083,3086 auf sächsische Ausstellungsorte.
  13. St. 3086: Münster.
  14. St. 3114: Dollendorf. Vgl. zum Ausstellungsort dieser Urkunde CHRISTIAN HILLEN, Der Friesen- zug Heinrichs V. von 1114, in: Historisches Jahrbuch 120, 2000, S.284-290, danach handelt es sich hier um Dollendorf bei Bonn, nicht wie bisher angenommen Dollendorf in der Eifel.
  15. St. 3106, 3108,3108.
  16. St. 3078,3079,3159,3180,3203,3204, 3205.
  17. St. 3068, 3069, 3071,3089,3121,3123.
  18. St. 3094, 3095, 3107,3181, 3198.
  19. St. 3076, 3100.
  20. Vgl. nur das herausragende Beispiel der Rückführung des päpstlichen Legaten, Bischof Geb- hards III. nach Konstanz: HELMUT MAURER, Das Bistum Konstanz 2: Die Konstanzer Bischöfe vom Ende des 6. Jahrhunderts bis 1206 (Germania Sacra NF 42,1: Die Bistümer der Kirchen- provinz Mainz), BerlinlNew York 2003, S.221-261, hier S. 256. Auch andere Bischöfe wurden von Heinrich V. 1105/1106 auf ihre Sitze zurückgeführt. So etwa Erzbischof Ruthard von Mainz (vgl. FRlEDHELM JÜRGENSMEIER, Das Erzbistum während des Investiturstreits, in: Handbuch der Mainzer Kirchengeschichte, 1. Bd: Christliche Antike und Mittelalter, Teil 1, hg. von FRlEDHELM JÜRGENSMEIER [Beiträge zur Mainzer Kirchengeschichte 6], Würzburg 2000, S.281-289, hier S.286), möglicherweise Bischof Adalbert von Worms (vgl. SEIBERT, Reichsbischof [wie Anm. 65], S. 100).
  21. Vgl. z. B. die Erhebung des Hirsauer Abtes Gebhard zum Bischof von Speyer (STEFAN WEIN- FURTER, Salisches Herrschaftsverständnis im WandeL Heinrich V. und sein Privileg für die Bür- ger von Speyer, in: Frühmittelalterliche Studien 36,2002, S. 317-335, hier S. 328), sowie -weni- ger eindeutig -die des Magdeburger Dompropstes Hartwig zum Bischof von Regensburg. Nach Ekkehard von Aura ein vir probatus catholicus (Ekkehardi Chronica, Recensio 1, in: Frutolfi et Ekkehardi chronica necnon anonymi chronica imperatorum/Frutolfs und Ekkehards Chroniken und die Anonyme Kaiserchronik, ed. FRANZ-JOSEF SCHMALE!IRENE SCHMALE-OlT (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters XV), Darmstadt 1972, S. 125-205, hier ad 1105, S. 196.
  22. Vgl. etwa den Reformkreis um Berengar von Sulzbach und Markgraf Diepold III. von Cham- Vohburg, auf den WEINFURTER, Reformidee (wie Anm. 10), passim, hingewiesen hat.
  23. Zu den Belegen für Erzbischof Friedrich von Köln vgl. oben Anm. 43; zu Wiprecht von Groitzsch vgl. seine Erwähnungen in St. 3006, 3011, 3217, 3014,3016, 3018, 3021, 3213, 3029, 3030, 3031, 3032, bis zum Jahr 1108. In die weitere Regierungszeit Heinrichs fallen nur noch Belege für 1112 (St. 3087), 1116 (St. 3123) und 1120 (St. 3162), was angesicht des Bruchs Wip- rechts mit Heinrich V. und seiner Beteiligung an der sächsischen Fürstenopposition nicht verwundert. Vgl. zu Wiprecht LUTZ FENSKE, Adelsopposition und kirchliche Reformbewe- gung im östlichen Sachsen. Entstehung und Wirkung des sächsischen Widerstandes gegen das salische Königtum während des Investiturstreits (Veröffentlichungen des Max-Planck- Instituts für Geschichte 47), Göttingen 1977, S. 255-264, zum Bruch zwischen Wiprecht und Heinrich V. im Jahr 1110, S. 262.
  24. In dieser Hinsicht deutbar wären etwa die Wallfahrt Herzog Friedrichs 1. und seiner Briider um das Jahr 1095 nach Conques und die Gründung der Zelle St. Fides in Schlettsstadt. Vgl. zur >Griindungsurkunde<, die die Übertragung der Zelle St. Fides an Conques verbrieft: HLA- WITSCHKA, Grundlagen (wie Anm.18), S.37; Druck: WÜRDTWEIN, Nova subsidia VI (wie Anm.65), Nr. 109, S. 256-258. Die Wallfahrt der Stauferbriider nach Conques bezeugt der Be- sen. VgL dazu KARLOTTO BOGUMIL, Das Bistum Halberstadt im 12. Jahrhundert (Mitteldeutsche Forschungen 69), Köln 1972, S.51, wonach sächsischer Herzog und Pfalzgraf den Staufer Kon- rad zu Verhandlungen mit Bischof Reinhard nach Halberstadt begleitet hätten.
  25. VgL zu Reinhard von Halberstadt FENSKE, Adelsopposition (wie Anrn.72), S.I64-194 (Erhe- bung, Herkunft und Reformwirken), zur Stellung gegen Heinrich V. S.48f.; BOGUMIL, Bistum Halberstadt (wie Anm. 152), S. 33-56.
  26. VgL mit dieser, vorn Wortlaut Ekkehards bewußt abweichenden Deutung LUBICH, Auf dem Weg (wie Anm. 15), S. 151-178, zur Verleihung des ducatus an den Staufer Konrad insgesamt; zum konkreten Ablauf der Ereignisse von 1116, S.162-168; DERS., Faktoren (wie Anm.15), S.77f.
  27. St. 3164; Druck: Monumenta Boica Bd. 29,1 [wie Anm.46], Nr.444, S.238-240: ... qualiter dignitas iudiciaria in tota orientali francia a predecessoribus nostris regibus vel imperatoribus ad do- mum in honore sancti salvatoris et sanctae Dei genitricis Mariae, sancti Kiliani, martyris Christi, in urbe Wirciburch dono tradita nostris temporibus inde est alienata ' " (238).
  28. Ekkehardi Chronica, Recensio IV (wie Anm. 38), ad 1121, S. 348, wie Anm. 164.
  29. Ekkehardi Chronica, Recensio IV (wie Anm. 38), ad 1121, S. 348, wie Anm. 165.
  30. Ekkehard berichtet davon, daß sich das Heer, das auf Seiten Heinrichs V. gegen Mainz ziehen sollte, im Elsaß sammelte, vgl. Ekkehardi Chronica, Recensio IV (wie Anm. 38), ad 1121, S. 349f.: Denique circa solsticium estivale cara iam ubique per vastatas nimirllln regiones annona geminus tibimet, 0 nobilis Mogontia, conflatur exercitus, alter scilicet in Alsacia, ast alter in Saxonia dispari animo annos~ dignitatis tu~ m~nia superba queritantes, alter destructionem tuam, alter dejensionem inlentantes ... Das Elsaß stellte einen Schwerpunkt der Besitzungen Herzog Friedrichs 11. von Schwaben darf. Vgl. die oben Anm. 18 angegebene Literatur. Er wird wiederholt dux Alsatie ge- nannt (vgl. etwa Annales Patherbrunnenses [wie Anm. 62] ad 1117, S. 134). Im Jahr 1116 sam- melte Herzog Friedrich nach den Annales Patherbrunnenses schon einmal zum Entsatz Lim- burgs Kriegsvölker im Elsaß: Alii vero principes amicos imperatores in praedicta abbatia Lintburg parva manu obsident. Contra quos Frithericus dux Sueviae, omnibus Alsatiae populis excitis, immensa manu pugnaturus vadit. (Annales Patherbrunnenses [wie Anm. 62], ad 1116, S. 133).
  31. Das ist auch deshalb wahrscheinlich, weil Herzog Friedrich H. an allen weiteren bekannten Verhandlungen zur Lösung des Investiturproblems seit 1111 beteiligt war. So 1111 bei den Ver- handlungen mit dem Papst in Rom (vgl. oben Anm. 78-82), 1119 in MouzonlReims ist er unmit- telbar vor den Verhandlungen im Umfeld des Königs bezeugt (vgl. oben Arun. 135) und nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen Kaiser und Papst wurde er gebannt (vgl. oben Anm. 134), und 1122 bezeugte er unter den weltlichen Zeugen das Wormser Konkordat. In den Zeugen des Wormser Konkordats dürften zum Teil sicher auch die Unterhändler von Würz- burg zu finden sein (vgl. unten Arun. 202).
  32. Ekkehardi Chronica, Recensio IV (wie Anm. 38), ad 1122, S. 354. Dabei war Erlulf von F~lda, der in den Jahren zuvor -auch auf dem zweiten Italienzug -immer wieder an der Seite des Kaisers nachzuweisen ist, sicher der Vertreter der Heimich V. nahestehenden Gruppe von Grossen. VgL zu Erlulf THOMAS VOGTHERR, Die Reichsklöster Corvey, Fulda und Hersfeld, in: Die Salier und das Reich, Bd. 2: Die Reichskirche in der Salierzeit, hg. von STEFAN WEINFURTER unter Mitarbeit von FRANK MARTIN SIEFARTH, Sigmaringen 1991, S. 429--464, hier S. 459f.; DERS., Die Reichsabteien der Benediktiner und das Königtum im hohen Mittelalter (900-1125) (Mittel- alter-Forschungen 5), Stuttgart 2000, S. 268f. Bischof Bruno von Speyer, der Bruder Erzbischof Adalberts von Mainz, der länger als sein Bruder auf Seiten Heimichs V. ausharrte, sich aber spätestens 1118 mit dem Kaiser überwarf und von ihm von seinem Bischofsstuhl vertrieben wurde, war dagegen wohl der Vertreter der Seite, die Adalbert von Mainz und den sächsischen Großen näherstand. VgL zu ihm INGRlD HEIDRlCH, Bischöfe und Bischofskirehe von Speyer, in: Die Salier und das Reich, Bd. 2 (wie oben), S.187-224, hier S.214f.; ANDREAS URBAN FRlED- MANN, Die Beziehungen der Bistümer Worms und Speyer zu den ottonischen und salischen Königen (Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte 62), Mainz 1994, S. 164-166, 169f., 172f.; WEINFURTER, Salisches Herrschaftsverständnis (wie Anm. 70), S. 332f.
  33. Zum Todesdatum vgL WENDEHORST, Bistum Würzburg (wie Anm. 111), S.131, infrage kom- men der 28. oder der 30. Dezember.
  34. Zur Besetzung des Würzburger Bischofsstuhls nach dem Tod Bischof Erlungs von Würzburg vgL folgende Literatur: CARl JOSEF HEFElE, Der Streit um das Bisthum Würzburg in den Jah- ren 1122 bis 1127, in: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 9,1862, S. 2-5, 34-36, 73-78, 144-148;
  35. MEYER VON KNONAU, Jahrbücher VII (wie Anm.38), S. 188f., 196, 201-203; DIETRICH, Herzog Friedrich II. (wie Anm. 15), S. 96-100; WENDEHORST, Bistum Würzburg (wie Anm. 181), S.132-139; BÜTTNER, Erzbischof Adalbert von Mainz (wie Anm.132), S.405--407; ALFRED WENDEHORST, Im Ringen zwischen Kaiser und Papst, in: Unterfränkische Geschichte, Bd. I: Von der germanischen Landnahme bis zum hohen Mittelalter, hg. von PETER KOlB/ERNST GÜNTER KRENIG, Würzburg 1989, S.295-332, hier S.323-325; MARlENE MEYER-GEBEl, Bi- schofsabsetzungen in der deutschen Reichskirche vom Wormser Konkordat (1122) bis zum Ausbruch des Alexandrinischen Schismas (1159) (Bonner Historische Forschungen 55), Sieg- burg 1992, S. 32--48; LUBICH, Auf dem Weg (wie Anm. 16), S. 189-203.
  36. Ekkehardi Chronica, Recensio IV (wie Anm. 38), ad 1122, S. 354: Hac de causa iterum colloquium curiale per provincias indictum est, qui locus Wirziburg, tempus jestum sancti Petri prefinitum est. Der Kaiser kam nicht nach Würzburg, weil ihn andere Geschäfte am Rhein festhielten, was darauf hindeutet, daß auch die Festsetzung dieses Würzburger Termins fürstlichem Interesse ent- sprang. VgL Ekkehardi Chronica, Recensio IV (wie Anm. 38), ad 1122, S.354: Quo propinquante appropinquare c(7Jerunt condict~ civitah' non sine damno totius orientalis Francif diversarum provincia- rum principes et turmf. Sed ubi nunciis veracibus domnum imperatorem illo minime venturum, utpote circa Rhenum aliis irretitum negotiis, didicerant, unusquisque in sua redire disponebant. schon seit 1118 vorbereitete Einbindung der Staufer in die gemeinsamen fürst- lichen Bemühungen. Denn es ging bei diesem Konflikt um die Neubesetzung des Bischofsstuhls Erlungs von Würzburg um die zentrale Frage des sog. >In- vestiturstreits<, die gültige Form der Bischofserhebung und den Anteil, den der König an dieser haben sollte. Die zeitgenössischen Quellen, Ekkehard von Aura und ins unmittelbare zeitliche Umfeld zu setzende Briefe Adalberts von Mainz, sind voll von Beobachtungen und Argumenten, die diese Frage her- ausstellen 192 . Gerade unsere Hauptquelle, der Bericht Ekkehards erörtert die Frage nach der canonica electio im Würzburger Fall bis in Einzelheiten 193 . Dis- kussionspunkte wie die Eignung des Kandidaten 194 , den Ablauf der Wahl 195 , 192 Zum Argumentationsduktus des Berichts Ekkehards von Aura (Ekkehardi Chronica, Recen- sio IV [wie Anrn.38], S. 354f.) vgl. die folgenden Fußnoten. Ein Brief Erzbischof Adalberts von Mainz an Papst Calixt 11., der unmittelbar nach dem Abschluß des Wormser Konkordats anzu- setzen ist, hebt den Aspekt der kanonischen Gültigkeit der Erhebung Ruggers bzw. die Ungül- tigkeit der Gebhards hervor. Vgl. Epistolae Bambergenses, in: Monumenta Bambergensia, ed. PHIupPus JAFFE (Bibliotheca Rerum Germanicarum V), Berlin 1869, S.470-536, hier Nr.25, S. 518-520, hier S. 519f.: Itaque, maiestatis vestre genibus provoluti, tam suppliciter quam iuste depos- cimus: ut in fratre nostro Wirzeburgensi episcopo Rokkero opus ecclesie cognoscere dignemini; et, quem ipsa libere et canonice ad hunc apicem promovit, misericordia vestra confirmet et prohibeat a persequenci- um iniuriis. Nam eius expulsione ita suffocatur libertas ecclesie, quod laicus quidam adhuc occupat ipsius sedem et, dissipando episcopatum, persequitur et destruit, qui fideles sunt illius ecclesie; et iste est, qui ul- timus omnium anulo et baculo investiri non abhorruit sub ipso articulo exterminande excommunicatio- nis. Die Schilderung Ekkehards von Aura und der Brief Adalberts von Mainz dürften als unmit- telbare zeitgenössische Quellen die entscheidenden Beweggründe hinter der Auseinander- setzung wiedergeben. Weniger erstaunlicher ist es dagegen, wenn die im Rahmen des Ab- setzungsverfahrens gegen Gebhard von Würzburg entstandenen Quellen die Frage der Gültigkeit der Erhebung thematisieren. Vgl. hierzu MEYER-GEBEL, Bischofsabsetzungen (wie Anrn. 182), S. 32-48. Zentrales Quellenstück ist hier eine Schilderung seiner Erhebung durch Bischof Gebhard selbst. Vgl. Codex Udalrici (wie Anrn. 87), Nr. 233, S. 405-412.
  37. Zur canonica electio eines Bischofs als zentraler Forderung des Investiturstreits vgl. PAUL ScHMID, Der Begriff der kanonischen Wahl in den Anfängen des Investiturstreits, Stuttgart 1926; JOHANNES LAUDAGE, Gregor VII. und die electio canonica, in: Studi Gregoriani 14, 1991, S. 83--101; JOHANN ENGLBERGER, Gregor VII. und die Investiturfrage. Quellenkritische Studien zum angeblichen Investiturverbot von 1075 (passauer Historische Forschungen 9), Köln u. a. 1996, passim und bes. S. 238-240, 252.
  38. Dieser Punkt klingt an zwei Stellen an (Zum folgenden Ekkehardi Chronica, Recensio IV [wie Anrn.38], ad 1122, S.354). Zum einen im Vorwurf, Gebhard sei zwar von vornehmer Geburt gewesen, habe aber vor seinen Studien noch keine kirchliche Weihe erhalten: ... bene quidem na- tum, sed adhuc pre studiis scolaribus nulla fcclesiastica promocione mancipatum. Die Forderung nach Bildung und nach vorherigem Weihegrad des Gewählten gehört aber zum Standardrepertoire der Reformer. Zum anderen betont Ekkehard bei Gebhards Gegenkandidaten Rugger, dieser sei vor seiner Wahl Diakon der Würzburger Kirche gewesen, dort erzogen worden und ihr Ka- noniker: alterum autem Ruggerum eiusdem fcclesie diaconum, inibi videlicet nutritum atque canonicum ... Zu dieser alten Vorstellung, der kanonisch gewählte Bischof solle aus der Bischofskirche selbst hervorgehen und in ihr gebildet worden sein, vgl. ScHMID, Begriff der kanonischen Wahl (wie Anrn. 193), S. 21-36.
  39. Vgl. Ekkehardi Chronica, Recensio IV (wie Anrn. 38), ad 1122, S. 354. Den Kandidaten Gebhard habe danach die sanior pars cleri ac populi abgelehnt, die Rugger kanonisch wählte (Ruggerum ... canonice eligente). Die Vorstellung, bei einer strittigen Wahl sei die sanior pars entscheidend, wird erst im Investiturstreit vorn Bereich der Abtswahl auf die Bischofswahl übertragen, stellt also eine unmittelbare Rezeption der zeitgenössischen Diskussionen dar. Vgl. WERNER MALECZEK, Abstimmungsarten. Wie kommt man zu einern vernünftigen Wahlergebnis?, in: Wahlen und Wählen im Mittelalter, hg. von REINHARO SCHNEIDER/HARALO ZIMMERMANN (Vorträge und Forschungen 37), Sigmaringen 1990, S. 79---134, hier S. lI8f., wonach der Begriff der sanior pars erst seit Gregor VII. auf Bischofswahlen angewandt wird. Zur canonica electio durch Klerus und Volk, die normativ als Forderung das ganze Früh-und Hochrnittelalter im Kirchenrecht beste- hen blieb, im Investiturstreit aber modifiziert wurde vgl. SCHMID, Begriff der kanonischen Wahl (wie Anrn.193), S.I4-94; GERO TELLENBACH, Die westliche Kirche vorn 10. bis zum frühen 12. Jahrhundert (Die Kirche in ihrer Geschichte, Bd. 2, Lieferung F 1), Göttingen 1988, hier S.147f.; RUOOLF SCHIEFFER, Bischofserhebungen im westfränkisch-französischen Bereich im späten 9. und 10. Jahrhundert, in: Die früh-und hochrnittelalterliche Bischofserhebung im eu- ropäischen Vergleich, hg. von FRANZ-REINER ERKENS (Beihefte zum Archiv für Kulturgeschich- te 48), Köln u. a. 1998, S.59---82, hier S. 61--66; BERNO SCHÜTTE, Bischofserhebungen im Spiegel von Bischofsviten und Bistumsgesten der Ottonen-und Salierzeit, in: Ebda, S.139-191; hier S. 139-142 inbesondere zu den normativen Grundlagen (Burchard von Worms).
  40. Stein des Anstosses, der vermutlich am Beginn der Opposition gegen Rugger stand, war die Tatsache, daß Heinrich V. Gebhard pontificali investitura sublimavit. Von einer Wahl verlautet zumindest in Ekkehards Darstellung nichts. (V gl. dagegen aber das Rechtfertigungsschreiben Gebhards, in dem er von einer Wahl spricht: Codex Udalrici [wie Anrn. 87], Nr. 233, S. 405-412, hier S. 407: et onus, quod peccatis meis exigentibus miserabiliter me attrivit, dero et populo astante et me eligente et canoras laudes Deo dicente, suscepz). Rugger hingegen wird nicht vom König investiert, sondern vorn Erzbischof von Mainz, in Gegenwart der päpstlichen Legaten. Vgl. Ekkehardi Chronica, Recensio IV (wie Anm. 38), S. 354.
  41. Interessant ist der Zeitpunkt der Weihe Ruggers. Sie wurde erst geraume Zeit nach der Wahl und Investitur vollzogen, wohl um Verhandlungsspielraum gegenüber dem König zu behalten. Vgl. dazu den Ablauf der Ereignisse nach Ekkehardi Chronica, Recensio IV (wie Anm. 38), ad 1122, S. 354f. Offensichtlich sollte in der Würzburger Besetzungsfrage eine Lösung auf dem für Anfang August 1122 angesetzen Hoftag in Würzburg erfolgen. Als Heinrich V. hier nicht er- schien, spitzte sich der Konflikt vor Ort zu. Gebhard überfiel vor der Stadt lagernde Große, die sich nur mit Mühe behaupten konnten. Erst aus Zorn hierüber erfolgte der Versuch der Fürsten, Rugger zu inthronisieren, bzw. zu weihen: Hinc efferati principes ad civitatem unanimiter conver- tuntur, Ruggerum intronizare contendentes, verum id non sine sanguine fieri posse perpendentes ad mo- nasterium, quod dicitur Swarzaha, divertunt, ibique i/lum coram omni concilio tam metropolitanus quam c~teri Romani legati presulem ~cdesi~ Wirziburgensi consecrantes, ad propria se quisque convertunt. (Ekkehardi Chronica, Recensio IV [wie Anrn. 38], ad 1122, S. 356). Daß der Elekt Gebhard nach Ekkehard die vor Würzburg lagernden Großen überfiel und sie als inimicos regni vertreiben oder niederstrecken wollte, verweist wiederum auf die über Würzburg hinausgehende Dimen- sion des Falls. Bei der Erhebung Gebhards von Würzburg ging es um die Rechte des Reiches, d. h. des Königs, die in der Investiturfrage zu beachten waren, was die Fürsten im Würzburger Spruch auch zugesagt hatten (vgl. den Text oben Anrn. 177). Vgl. dazu: Ekkehardi Chronica, Recensio IV (wie Anrn. 38), ad 1122, S. 354f.: Interim Gebehardus federatis sibi iam firmiter urbanis intra muros copiosa cum turba dum residet, quadam die post meridiem assumpta de his, qui secum erant, manu valida quosdam, qui iam uno pene miliario ab urbe castra posuerant, nihil mali suspicantes invade- re temptavit et quasi inimicos regni deputans sive turpiter pe/Zere sive incautos sternere proponit.
  42. König Ludwig VI. von Frankreich ab 206 . Auch wenn das zu einem Zeitpunkt geschah, als abzusehen war, daß sein kleines Heer gegenüber den ausgedehn- ten französischen Rüstungen nicht bestehen konnte, ist es dennoch ein Zei- chen für die Bedeutung, die der Kaiser der Wormser Angelegenheit zumaß. Warum war die Wormser Bischofsfrage so wichtig für Heimich V.? Und was bewog Herzog Friedrich II. von Schwaben dazu, sich wiederum gegen seinen Onkel zu stellen? Worms lag zentral im salischen Haus-und Königsgutkom- plex am Mittelrhein. In diesem Raum betrieb Heimich V. so etwas wie eine Territorialpolitik des Königs. Gerade die Stadt und das Umland von Worms bildeten den Ansatzpunkt dafür 207 • In Neuhausen vor der Stadt errichtete der Salier eine Pfalz 208 , er verbesserte das Wormser Zensualemecht (1114)209, und nicht zuletzt versuchte er über Jahre, die Erhebung eines Bischofs zu verhin- dern, um seinen direkten königlichen Einfluß auf die Stadt beizubehalten. Von 1107 bis 1115/1116 gab es keinen Bischof von Worms, ab 1116 kam es dann vielleicht zu einem Schisma zwischen dem Kandidaten des Domkapitels und der Fürstenopposition, Bischof Buggo von Worms, und einem kaiserlichen Gegenkandidaten 21o . Im Jahr 1121 war Bischof Buggo -wie andere Parteigän- ger Erzbischof Adalberts von Mainz -immer noch im Exil. Das Problem der Besetzung des Wormser Bischofsstuhls wurde deshalb auch bei den abschlies- senden Verhandlungen zwischen Kaiser, Papst und Großen um die Beilegung des Investiturstreits erörtert. Nach dem Würzburger Fürstenspruch von 1121 durfte sich Bischof Buggo zwar wieder in seiner Diözese aufhalten, von seiner Bischofsstadt aber sollte er sich fernhalten, bis sein Fall in Gegenwart des ratorem faetione eorum gravem et adversum eis effectum. Unde imperator eommotus, munitionem in Nuehuson ad noeendum eis aedifieat. Quam ipsi arrepto tempore, soluta seilieet eustodia diruunt. Impe- rator vero, causa eum provocante, Wormatiam obsidet plerosque ex eis meliores eapit, obtruneat. Tandem longa obsidione coacti deditionem faciunt, bina marearum milia ei persolvunt. Episeopus Bueeo, quem ipsi ob imperatoris contemptum reeeperunt, iterum expellitur (Annales Patherbrunnenses [wie Anm. 62], ad 1124, S. 144f.).
  43. Vgl. Ekkehardi Chronica, Recensio IV (wie Anm. 38), ad 1122, S. 368.
  44. Zur Bedeutung von Worms als einem der städtischen Stützpunkte Heinrichs V. am Mittelrhein vgl. WOLFGANG METZ, Städte am Mittelrhein als Stützpunkte salischer Reichspolitik, in: Ge- schichtliche Landeskunde 7, Wiesbaden 1972, S. 45-47.
  45. SEIBERT, Reichsbischof (wie Anm. 65), S. 102.
  46. St. 3119; Druck: Boas, Urkundenbuch I (wie Anm. 46), Nr. 62, S. 53f. Vg. hierzu KNUT SCHULZ, Zensualität und Stadtentwicklung im 11./12. Jahrhundert, in: Beiträge zum hochmittelalterli- chen Städtewesen, hg. von BERNHARD DIESTELKAMP (Städteforschung Reihe A,ll), Kö1n/Wien 1982, S. 73-93, hier S. 81-84; DERS., »Denn sie lieben die Freiheit so sehr ... « Kommunale Auf- stände und Entstehung des europäischen Bürgertums im Hochmittelalter, Darmstadt 1992, S.96f.
  47. Vgl. dazu SEIBERT, Reichsbischof (wie Anm. 65), S. 101-109. Gegen die Existenz eines Worm- ser Schismas unter Heinrich V. sprechen sich aus: HANS ULRICH BERENDES, Die Bischöfe von Worms und ihr Hochstift im 12. Jahrhundert, Diss. masch. Köln 1984, hier S.47-57, sowie ANDREAS URBAN FRIEDMANN, Die Beziehungen der Bistümer Worms und Speyer zu den ot- tonischen und salischen Königen, Mainz 1994, hier S. 167-175; DERS., Gab es in Worms ein Schisma zur Zeit Kaiser Heinrichs V.?, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 145, 1997, S.431-438. Klärend dazu HUBERTUS SEIBERT, Neue Forschungen zu Bistum, Bischöfen und Stadtgemeinde von Worms, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 153, 2004, S. 53-95, hier S. 62-65.
  48. MGH Constitutiones I (wie Anm. 49), Nr. 106, S. 158, Text wie Anm. 176.
  49. Beide Quellen berichten von der Rückführung Bischof Buggos von Worms in seine Stadt, was voraussetzt, daß er zuvor nicht in seiner Bischofsstadt residierte. Vgl. oben Anm. 205.
  50. Vgl. das die Legation ankündigende Schreiben Calixts H. Druck: ULYSSE ROBERT, Bullaire du Pape Calixte H, Paris 1891, Nr. 505, S. 333: Kalistus episcopus servus servorum Dei, carissimis no- bis in Christo fratribus archiepiscopis ceterisque ecclesiasticis ordinibus per Galliam, Germaniam et Franciam constitutis, salutem et apostolicam benedictionem. Mittimus ad vos fratrem nos trum Wille- helmum, Prellestinum episcopum, dantes ei cum vestra caritate licenciam, ut si qui sint in vobis epi- scopi non consecrati consecret, et si qua sunt alia huismodi ecclesiasticorum negociorum minus perfec- ta, in omnibus ino!fensa fratemitate consummet. Vgl. Regesta Pontificum Romanorum, ed. PHI- LIPPUS JAFFE, curaverunt S. LOEWENFELD!F. KALTENBRUNNER/P. EWALD, Bd. I, Lipsiae 1885, Nr. 7163, S. 820.
  51. Vgl. Die Regesten der Bischöfe und des Domkapitels von Augsburg (wie Anm.45), Nr.451, S. 267. Zum Konflikt zwischen St. Ulrich und Afra und Bischof Hermann vgl. FRIEDRICH ZOEPFL, Das Bistum Augsburg und seine Bischöfe im Mittelalter, Augsburg 1955, S.109-126, hier bes. S. 119-124; WILHELM VOLKERT, Hermann, Bischof von Augsburg (reg. 1096-1133), in: Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben, Bd. 6, hg. von Gärz FREIHERRN VON PÖLNITZ (Schwäbische Forschungsgemeinschaft, Veröffentlichungen Reihe 3, Band 6), München 1958, S. 1-25, hier S. 15-18; STEFFEN PATZOLD, Konflikte im Kloster. Studien zu Auseinandersetzun- gen in monastischen Gemeinschaften des ottonisch-salischen Reichs (Historische Studien 463), Husum 2000, S. 240-243.
  52. Vgl. hierzu immer noch MEYER VON KNONAU, Jahrbücher VII (wie Anm. 38), S. 263f.
  53. Vgl. zu dieser Legation Wilhelms von Palestrina ins Reich: üTTO SCHUMANN, Die päpstlichen Legaten in Deutschland zur Zeit Heinrichs IV. und Heinrichs V. (1056-1125), Marburg 1912, S.119-122; SCHILLING, Calixt H. (wie Anm.133), S.545. Hauptquelle für die Erörterung des Falles Bischof Gebhards von Würzburg ist der anschauliche Rechenschaftsbericht Gebhards selbst: Quibus peticionibus cum nichil proficerern, querimonias nostras apostolicae sedis venerando pon- tifici Calixto et Romanae ecclesiae transmisimus. De cuius latere cum ad hanc causam discutiendam mis- sus fuisset Praenestinus episcopus, ego, assumptis mecum ecclesiae nostrae omnibus prioribus clericis ab- batibus et laicis, Wormatiam veni, ubi sperabam eum invenire. Quem cum non invenissem, ecclesia, quae mecum venerat, coram principibus archiepiscopo me praesentavit et, ut pro respectu iustitiae mihi per omnia ei obedienti consecrationis debitum non denegaret, subnixe postulavit. Archiepiscopus, audito om- nium eorum consenu, promisit: communicato cum cardinali consilio, se super his responsurum; praeci- piens, ut, paucis mecum re/ictis, alii remearent et legationem eius expectarent. Postquam itaque venit episcopus cardinalis, congregati sunt ad audientiam imperatoris pro causa mea tractanda ipse archiepi- scopus Moguntinus, archiepiscopus Coloniensis, Arnoldus Spirensis, Goteboldus Traiectensis, Gotefridus Trevirensis archiepiscopus, Counradus Tullensis, Bruno Argentinensis, Bertoldus Basiliensis et alii fide- les imperatoris. Quibus, diu ventilato consilio, placuit: ut domnus cardinalis locum et ecclesiam nostram visitaret, concordiam ecclesiae super electione mea investigaret; quam si inveniret, ab eo promoverer ad presbiterii ordinem, statim consecuturus ad domno archiepiscopo episcopalem benedictionem (Codex Udalrici [wie Anm. 87], Nr. 233, S. 407f.).
  54. Vgl. SCHUMANN, Legaten (wie Anm.216), S.120; MEYER-GEBEL, Bischofsabsetzungen (wie Anm.182), S.4lf. Vgl. zum Hoftag in Worms MEYER VON KNONAU, Jahrbücher VII (wie Anm.38), S.270. Vgl. die Zeugenlisten der Urkunden St. 3198,3199, sowie ergänzend die im Bericht Gebhards von Würzburg über die Wormser Vorgänge genannten Bischöfe: Codex Udalrici (wie Anm. 87), Nr. 233, S. 407f.
  55. In der Würzburger Causa schlug Heinrich V. eine Untersuchung vor Ort in Würzburg vor, die dann zu einem positiven Ergebnis für Bischof Gebhard von Würzburg führte. Der päpstliche Legat erteilte ihm in Würzburg die Priesterweihe. Vgl. Codex Udalrici (wie Anm. 87), Nr. 233, S. 408: Quia itaque domnus archiepiscopus hoc fieri consensit et iussit, venit domnus cardinalis inlocum nostrum. Et congregati sunt universus clerus et populus, maiores et minores, abbates et complures eccle- siae nostrae viri religiosi; et quia, me absente, inventi sunt in electione mea concordes, gratias Deo egit et ad ordinem presbiterii me promovit et canonicae electioni meae tam in Romana ecclesia quam in conspec- tu archiepiscopi testimonium perhibuit, sicut vidit et audivit, et adhuc perhibet.
  56. Vgl. die Forschung, die, wenn auch verhaltener als im Würzburger Fall, diese Motivation für das staufische Handeln annimmt: DIETRICH, Herzog Friedrich II. von Schwaben (wie Anm. 15), S. 119-123, bes. S. 121, wonach es Herzog Friedrich darum gegangen, sei im Mittelrheingebiet Anhänger für seine Hausmachtpolitik zu gewinnen. Vom direkten Zugriff aufWorms und Um- gebung waren die Staufer aber, bevor sie das salische Erbe antraten, noch weit entfernt. auch sein Verhalten in den letzten Jahren der Regierungszeit Heinrichs v. 222 so sicher, daß er zum König gewählt würde 223 • Doch wurde in Mainz nicht er, sondern Herzog Lothar von Sachsen zum König erhoben. Weshalb konnte der Staufer im Herbst 1125 in Mainz in Krone nicht gewinnen? War es seine Nähe zu Heinrich V.? Stand er zu sehr für das den Großen verhaßte und überlebte spätsalische Regime? Nichts deutet da- raufhin, daß die Zeitgenossen das so sahen. Im Gegenteil, ein großer Teil der Fürsten forderte den Staufer als König 224 , so will es Otto von Freising wissen. Und -weniger verdächtig -berichtet die >Narratio de electione Lotharii<, daß die um den Staufer vor Mainz versammelte Fürstenschar non modica gewesen sei 22s • Wiederum ist es vor allem die folgenreiche Darstellung der Gesta Fride- rici 226 , die Herzog Friedrich 11. auf Betreiben Erzbischof Adalberts von Mainz 227 scheitern läßt und die -aus der Rückblende -von Mißstimmungen gegenüber den Staufern wegen ihrer Nähe zu Heinrich V., allerdings nicht unmittelbar auf den Wahlvorgang von 1125 bezogen, spricht 228 . Aus der dem Geschehen viel näher stehenden >Narratio de electione Lotharii<, ergibt sich
  57. Vgl. so mit etwas anderem Akzent auch KELLER, Schwäbische Herzöge (wie Anm. 10), S. 152, wonach sich Herzog Friedrich in den letzten Jahren der Regierungszeit Friedrich H. »der kirch- lichen Partei« etwas genähert habe.
  58. Nach der Narratio de electione Lotharii Saxoniae ducis in regem Romanomm, ed. WILHELM WATTENBACH, in: MGH SS 12, Hannover 1856, S. 509-512, hier S. 510 war Herzog Friedrich H. sicher, in Mainz zum König gewählt zu werden.
  59. Vgl. Ottonis et Rahewini Gesta Friderici (wie Anm. 1), lib. I, cap. 17, S. 31.
  60. Vgl. dazu die Narratio de electione (wie Anm. 223), cap. 1, S. 510, die die Sammlung der einzel- nen Wahlparteien beschreibt. Es wird deutlich, daß nach Ansicht des Verfassers der Narratio der Schwabenherzog vor der Wahl über den größten Zuzug verfügte: Dux autem Friderieus ad- iuneto sibi episeopo Basilensi eeterisque Sweviae principibus, ae quibusque nobilibus, e regione ex altera Reni parte eonsederat, et facta seorsum prineipum eollectione non modica ... Auch nach den Gesta Ot- tos von Freising wurde Friedrich von vielen als König gefordert. Vgl. Ottonis et Rahewini Gesta Friderici (wie Anm. 1), lib. I, cap. 17, S. 31 (Zitat Anm. 227)
  61. Vgl. zur Kritik des Berichts Ottos von Freising zu 1125: OOILO ENGELS, Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert (I), in: Deutsches Archiv für die Erforschung des Mittelalters 27, 1971, S. 373-456; zitiert nach dem Nachdruck in: DERS., Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, hg. von ERICH MEUTHEN/STEFAN WEINFURTER, Sigmaringen 21996, S. 32-115, hier S. 63, 67f.; SPEER, Lothar III. (wie Anm. 90), S. 52-55.
  62. Vgl. Ottonis et Rahewini Gesta Friderici (wie Anm. 1), lib. I, cap. 17, S. 30f.: Igitur Albertus -nam id iuris, dum regnum vaeat, Maguntini arehiepiseopi ab antiquioribus esse traditur -prineipes regni in ipsa eivitate Maguntina tempore autumpnali eonvoeat, malorumque a duee Frideriei sibi illatorum haut inmemor, eum predictus dux ad regnum a multis exposeeretur, ipse Lotharium dueem Saxallum, virum tamen ex probitatis industria omni honore dignum, plus familiaris rei, quantum in ipso erat, quam eommuni eommodo eonsulens, in regem a eunctis qui aderant principibus eligi persuasit.
  63. Darüber berichtet Otto von Freising allerdings erst im Anschluß an die Wahl von 1125. Danach habe Lothar von Sachsen die Staufer aufgmnd des Hasses Erzbischof Adalberts von Mainz ge- gen die Erben Heinrichs V. verfolgt: Nam predietus prineeps consilia eiusdem Alberti Maguntini episcopi, iuxta quod dieitur: >Non missura eutam nisi plena eruoris hirudo< nondum odio in heredes im- peratoris Heinrici saciati, Friderieum dueem fratremque suum Conradum persequitur (Ottonis et Ra- hewini Gesta Friderici [wie Anm. 1], lib. I, cap. 17, S. 31). Bei der Wahl Konrads III. zum König (1138) bemerkt er -in bewußter Anspielung auf die Vorgänge von 1125? -folgendes: Quod eo faeilius fieri potuit, quod imperatoris Heinriei odium in mentibus plurium iam deferbuerat Albertusque Maguntinus arehiepiseopus iam reeenter vivendi finem feeerat. (Ottonis et Rahewini Gesta Friderici [wie Anm. 1], lib. I, cap. 23, S. 36).
  64. eine Deutung, die sich bruchlos in das in den jüngeren Darstellungen entwor- fene Bild von der Königswahl des Jahres 1125 fügt 229 : Herzog Friedrich 11. scheiterte, weil er nicht bereit war, die libera electio der Großen zu akzeptieren. Kaum etwas aber war Adalbert von Mainz und den Großen 1125 nach der >Narratio< wichtiger als der Wahlgedanke 230 . Herzog Friedrich war sich allzu sicher, zum König gewählt zu werden. Nicht etwa aufgrund eines nicht nach- weisbar artikulierten erbrechtlichen Anspruchs 231 , sondern gerade weil sich der staufische Herzog in der Mitte der Fürsten wußte, scheiterte er also auf der Mainzer Wahlversammlung. Hierin liegt aus staufischer Sicht die Tragik der Wahl von 1125. Denn neben einer möglicherweise gegen den Schwabenherzog gerichteten Verhinderungsstrategie Erzbischof Adalberts von Mainz 232 war es vor allem das Auftreten des Staufers in Mainz selbst, das ihn die Zustimmung der Grossen kostete. Ambicio 233 warfen die Königswähler dem Schwabenher- zog vor; sie habe sich im Verlauf der Wahlhandlung von 1125 mehr und mehr
  65. Vgl. zur vielbehandelten Königswahl von 1125 PETKE, Regesten (wie Anm.221), Nr.92, S. 52-61, mit Quellenstellen und älterer Literatur. Hervorzuheben ist die Deutung von KELLER, Schwäbische Herzöge (wie Anm.lO), S.123-133 und S.151-159; Ergänzend zu PETKE vgl.
  66. LUDWIG VONES, Der gescheiterte Königsmacher. Erzbischof Adalbert 1. von Mainz und die Wahl von 1125, in: Historisches Jahrbuch 115, 1995, S.85-124;
  67. WERNER HECHBERGER, Staufer und Welfen 1125-1190. Zur Verwendung von Theorien in der Geschichtswissenschaft (passauer Historische Forschungen 10), Köln u. a. 1996, S. 135-137; SCHLICK, König, Fürsten und Reich (wie Anm. 10), S. 83-95; ALFRED HA VERKAMP, Zwölftes Jahrhundert (GEBHARD, Handbuch der deutschen Geschichte 10. Auflage), Bd. 5, Stuttgart 2003, S. 56f.; zu Herzog Friedrich 11. bei der Wahl des Jahres 1125 vgl. SCHWARZMAlER, Pater imperatoris (wie Anm. 15), S. 263-265.
  68. Zum Ringen um die richtige Form der Wahl, das aus der Narratio de electione wie bei keiner anderen hochmittelalterlichen Königswahl sichtbar wird, und zum Wahlgedanken, vgl. KELLER, Schwäbische Herzöge (wie Anm. 10), S. 153-159; zum auch 1125 angewandten Wahl- verfahren der electio per compromissum DERS., »Kommune«. Städtische Selbstregierung und mit- telalterliche >>Volksherrschaft« im Spiegel italienischer Wahlverfahren des 12.-14. Jahrhunderts, in: Person und Gemeinschaft im Mittelalter. Karl Schmid zum fünfundsechzigsten Geburtstag, hg. von GERD ALTHOFF/DIETER GEUENICH/Orro GERHARD OEXLE/JOACHIM WOLL ASCH, Sig- maringen 1988, S. 573-616, hier S. 588f.
  69. Vgl. dazu, die ältere Literatur zusammenfassend HECHBERGER, Staufer und Welfen (wie Anm. 229), S. 135-137.
  70. Zur vielfach diskutierten Frage, wen Adalbert von Mainz 1125 zum König erheben wollte, vgl. PETKE, Kanzlei (wie Anm. 25), S. 268-281, der auch zeigen kann, daß es durchaus Differenzen zwischen Herzog Lothar von Sachsen und Erzbischof Adalbert gab, die den Sachsenherzog nicht zwanglos zum Wunschkandidaten Adalberts machten. Auch für VONES, Königsmacher (wie Anm.229) verhinderte Erzbischof Adalbert Herzog Friedrich 11., allerdings um seinen Kandidaten Markgraf Leopold III. zu fördern. Vgl. mit einer dezidierten Gegenposition zur äl- teren Forschungsmeinung, Adalbert habe auf ein Königtum Lothars hingearbeitet, SPEER, Lo- thar III. (wie Anm. 90), S. 67f., der eine neutrale Haltung des Mainzer Erzbischofs, die während der Wahl sogar den Staufer begünstigt habe, ausmachen will. Ohne diese Diskussion hier auf- nehmen zu wollen, sei doch darauf verwiesen, daß sich durch die oben erarbeitete, zunehmen- de Ablösung der Staufer von Heinrich V. und ihrem 1122 faßbaren Zusammenwirken mit Erz- bischof Adalbert in der Würzburger Causa sowie der Unterstützung des zum Umfeld Adal- berts gehörenden Bischofs Buggo von Worms 1124 (dazu SEIBERT, Reichsbischof [wie Anm. 65], S.107f.) gewichtige Anhaltspunkte für eine Neubewertung des Verhältnisses zwischen den Staufern und dem Erzbischof von Mainz in den letzten Jahren Heinrichs V. ergeben.

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Politisch-militärischer Erfolg zählt seit jeher zu den wesentlichen Bemessungskriterien für die kulturelle Zuschreibung 'Historischer Größe'. Gerade Friedrichs II. Etikettierung als "der Große" verdankt sich wesentlich seinen militärischen Erfolgen in den Schlesischen Kriegen. Anhand der Figur des roi connétable werden daher ausgehend von der zeitgenössischen Wahrnehmung und Selbststilisierung Friedrichs verschiedene Bedeutungsebenen militärischer Größe herausgearbeitet: der König als strategischer Denker und Lenker, der König als aktiv unter seinen Soldaten Kämpfender und der König als die gängigen Normen der Kriegführung überschreitender 'Feldherr der Widersprüche'. Eine militärhistorische Bewertung tatsächlicher Leistungen wird dabei bewusst vermieden zugunsten einer historiographiegeschichtlichen Rekonstruktion der zahlreichen Wertungen und Umwertungen von Friedrichs militärischer Größe, die von strategischen Debatten unter Militärs bis zur grundsätzlichen Infragestellung militärischer Größe als solcher reichen. Heute als Historiker über die Frage der "historischen Größe" zu sprechen, ist schwierig. Das Thema scheint bereits selbst nur historisch behandelbar zu sein, so fremd klingt zu Beginn des 21. Jahrhunderts der geschichtsphilosophisch imprägnierte Terminus der "historischen Größe". 1 Für Theodor Schieder war das zu Beginn der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts offenbar noch in einer anderen Weise thematisierbar, stand dieser doch in der Tradition des klassischen Historismus und berief sich in seinen "Reflexionen über historische Größe" explizit auf Jacob Burckhardts Weltgeschichtliche Betrachtungen. 2 Burckhardt räumt dabei gleich zu Beginn ein, nun müsse man auf alles "systematisch-wissenschaftliche verzichten." 3 Ein Kriterium für historische Größe scheint ihm "Einzigkeit und Unersetzlichkeit" eines Individuums, dessen Handeln sich auf "ein Allgemeines, d.h. ganze Völker oder ganze Kulturen" richtete. Auch sei erst das 19. Jahrhundert zu einer wirklich historischen Betrachtung der "Größe" in der Lage. Nachdem Burckhardt vom Künstler bis zum Religionsstifter unterschiedliche Repräsentanten historischer Größe abgehandelt hat, kommt er zu den Staatsmännern und Königen. Friedrich der Große als die letzte historische Persönlichkeit, die den Namen "der Große" erhielt, wird im Zusammenhang mit der Eigenschaft der "Seelenstärke" erwähnt,

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