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Mun-Bewegung

Umstrittene Vereinigungskirche in Japan aufgelöst

Ein japanisches Gericht hat die Auflösung der umstrittenen Vereinigungskirche angeordnet, die nach dem tödlichen Attentat auf den früheren Regierungschef Japans, Shinzo Abe, im Jahr 2022 in den Fokus geraten war.

26. März 2025, 11.38 Uhr

Die Entscheidung des Bezirksgerichts in Tokio bedeutet, dass die Vereinigungskirche, eigentlich Familienföderation für Weltfrieden und Vereinigung (FFWPU), ihren Status als religiöse Gemeinschaft in Japan und damit Steuerprivilegien verliert und ihr Vermögen auflösen muss, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Die die auch als „Moon-Bewegung“ oder „Mun-Sekte“ bezeichnete Organisation darf aber weiter in Japan tätig sein.

Nach dem tödlichen Attentat auf Abe im Juli 2022 hatte die damalige japanische Regierung die Praktiken der Vereinigungskirche untersuchen lassen. Der Attentäter hatte angegeben, Abe aus Hass auf die Organisation, zu der der Regierungschef Verbindungen hatte, ermordet zu haben. Seine Mutter habe die Familie mit horrenden Spenden an die Gruppe, zu der Abe Verbindungen hatte, finanziell ruiniert und zerstört.

Anhänger zu hohen Spenden verleitet

Das Gericht gab mit der Entscheidung einem Antrag des Bildungs- und Kulturministeriums statt. Die Richter kamen zu dem Schluss, dass die Gruppe ihre Anhängerinnen und Anhänger über einen langen Zeitraum zu hohen Spenden verleitetet und sie zu finanziellen und psychologischen Opfern gezwungen habe, wie der japanische TV-Sender NHK berichtete.

Man habe Ängste über ihr „spirituelles Wohlbefinden ausgebeutet“, schrieb die BBC am Dienstag in ihrer Onlineausgabe. Knapp 200 dazu Befragte gaben an, Opfer der Bewegung geworden zu sein. Die Organisation argumentierte laut Medienberichten, das Spendensammeln sei Teil ihrer religiösen Praxis.

Massenhochzeit der Mun-Bewegung in Gapyeong, Südkorea, 2013
Reuters/Kim Hong-Ji
Weltweit bekannt ist die Bewegung durch ihre arrangierten Massenhochzeiten.

Laut Experten unterhält die Gruppe Beziehungen zu Abes Partei LDP, die bis zu Abes Großvater, dem früheren Premier Nobusuke Kishi zurückreichten. Zwar galt Abe weltweit als verdienter Staatsmann, er war aber auch umstritten – unter anderem wegen seiner Verwicklungen in die Mun-Bewegung.

Für Massenhochzeiten bekannt

Die Organisation wurde 1954 in Südkorea von Sun Myung Mun gegründet, seit den 1960er-Jahren ist sie auch in Japan aktiv. Sie wird heute von Hak Ja Han Mun, der Ehefrau des verstorbenen Religionsgründers, geleitet. Dank einer ergebenen Gefolgschaft baute Mun ein Firmenimperium auf, das ihn zum Milliardär machte. Die Vereinigungskirche ist vor allem durch ihre arrangierten Ehen und Massenhochzeiten bekannt. Zehntausende Paare, die einander zuvor nicht kannten, werden dabei im Kollektiv gesegnet.

Der 2012 verstorbene Mun hatte seine Vereinigung auf Grundlage der Bibel gegründet, aber einige Inhalte neu interpretiert. Er sah seine Aufgabe darin, die Menschheit in einen Zustand „sündenfreier“ Reinheit zu führen. Nach eigenen Angaben hat die Gruppe weltweit rund drei Millionen Anhängerinnen und Anhänger, Experten zufolge gehören aber deutlich weniger Menschen zum festen Kern.

Die mit der Vereinigungskirche in Japan verbundene Familienföderation für Weltfrieden und Vereinigung (FFWPU) Europa und Naher Osten verurteilte die Entscheidung des Gerichts in einer Aussendung aufs Schärfste. Diese Entscheidung stelle „einen eklatanten Verstoß gegen die Religionsfreiheit dar und schadet dem internationalen Ansehen Japans“. Man stehe „solidarisch an der Seite unserer Mitglieder in Japan“ und werde sich „gegen diese ungerechte und diskriminierende Behandlung zur Wehr setzen“.

In Österreich Bekenntnisgemeinschaft

In Österreich ist Vereinigungskirche seit 2015 staatlich eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaft. Mit Wirksamkeit vom 15. Juni 2015 wurde der österreichische Zweig der Vereinigungsbewegung offiziell vom Kultusamt registriert. Damit erhielt die Bewegung eine „staatliche Anerkennung ohne Privilegien“ – das heißt, sie ist im Gegensatz zu gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften keine Körperschaft öffentlichen Rechts. Die in Südkorea gegründete religiöse Bewegung ist seit Mai 1965 in Österreich aktiv.

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