
AlsBogrács (gesprochen „Bograatsch“, vom türkischen Wortbakraç) wird inUngarn derKochkessel bezeichnet, in dem traditionell und ursprünglich nachungarischem Brauch über dem offenenFeuer und ohne Deckel das gulyás (zu Deutsch „Rinderhirte“) und andereSuppen undEintöpfe zubereitet werden. Er wird deutsch auch alsGulaschkessel bezeichnet.
Die Ursprünge des Bogrács reichen bis in die Zeit der Ungarn als Steppenvolk zurück. Der Kessel ist bis heute bei vielen nicht-sesshaften Völkern in der Herkunftsregion in Gebrauch. Er entwickelte sich vermutlich aus metallenenSchutzschilden, die in Ruhephasen als Kochutensil dienten. Bei vielen Steppenvölkern, z. B.Mongolen, ist diese Art der Verwendung nachgewiesen.
Er besteht in der Regel aus einem großen Kupferkessel, der mit einer Kette und einem Haken an einem Dreibein befestigt ist. Der Kessel wurde von den einwanderndenMagyaren in diePannonische Tiefebene gebracht und dort dann vorwiegend von den Hirten undHeiducken verwendet, um am offenen Feuer einfache Suppe aus geröstetem Fleisch zubereiten zu können, war aber auch auf dem gesamtenBalkan verbreitet.
Die Hirten, welche für lange Zeit von den Familien getrennt lebten, kochten sich darin einfache Speisen mit bescheidenen Zutaten wie Nudeln oderEiergraupen, Zwiebeln, Speck und Kartoffeln. Brot bekamen sie aus den Siedlungen und Fleisch war natürlich vorhanden. Vorwiegend wurde im Bogrács Eintopf gekocht, wobei das bevorzugte Fleisch von Hammel, Rind oder Wild stammte.
Bogrács werden heute touristisch vermarktet und in verschiedenen Größen ab etwa 1 Liter bis etwa 100 Liter sowie in verschiedener Beschaffenheit angeboten. Zu den Materialien zählen poliertes Stahlblech, Starkblech,emaillierte Ausführungen (die Standardfarben sind außen schwarz und innen grau gesprenkelt),Kupfer (keine Zulassung in der EU als unbehandeltes Lebensmittelgefäß), Guss undEdelstahl.