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Zweizylindermotor

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(Weitergeleitet vonZweizylinder)
Zweizylinder-V-Motor mit 90° Zylinderwinkel in einerDucati 750 GT
Zweizylinder-Reihenmotor (Parallel-Twin) in einerLaverda 750 SF
Zweizylinder-Boxermotor in einerDouglas von 1920

EinZweizylindermotor, kurzZweizylinder oder umgangssprachlichTwin (englisch für „Zwilling“), ist einHubkolbenmotor mit zweiZylindern(a) Zweizylindermotoren haben zweiBrennräume; ein Einzylinder-Doppelkolbenmotor mit nur einem Brennraum gilt als Einzylindermotor, auch wenn er zwei Kolben hat. Zweizylindermotoren können als Reihenmotor, Boxermotor oder V-Motor ausgeführt sein.

Geschichte

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Den ersten Zweizylindermotor entwarf der russische IngenieurIwan Polsunow 1763 mit einer Leistung von 1,3 kW (1,8 PS) alsDampfmaschine. 1766 wurde die Maschine bei der Erschließung neuer Silberminen verwendet. Für diese Erfindung wurde Polsunow von der KaiserinKatharina I. ausgezeichnet und in den Offiziersrang befördert.

Gottlieb Daimler undWilhelm Maybach entwickelten 1889 den ersten Zweizylinder-V-Motor.[1] Die Zylinder sitzen leicht versetzt und im Winkel von 17° gegeneinander geneigt auf dem Kurbelgehäuse. BeidePleuel sind an einer Kröpfung derKurbelwelle angelenkt.

Auch den ersten Zweizylinder-Reihenmotor, schufen 1892 Daimler und Maybach.[2] Ein Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor, auchParallel-Twin genannt, bringt entweder eine gleichmäßige Abfolge derZündungen mit sich oder durch Anlenkung der Pleuel an versetzten Kröpfungen der Kurbelwellen einen, allerdings nur mäßigen, Ausgleich der Trägheitskräfte.

1897 entwickelteCarl Benz den ersten Zweizylinder-Boxermotor.[3] Die Zylinder sind in einem Winkel von 180° zueinander angeordnet und die Pleuel an um 180° versetzten Kröpfungen an der Kurbelwelle angelenkt. Entweder bewegen sich beide Kolben in entgegengesetzter Richtung auf die Kurbelwelle zu oder in entgegengesetzter Richtung von der Kurbelwelle weg. Dadurch ergibt sich ein – wegen des Pleuelversatzes nur fast – perfekter Massenausgleich.

Morgan Super Sport Threewheeler mit V2-Motor (ca. 1930)

Technik und Verbreitung

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Mehrzylindermotoren können bei gleichem Hubraum wegen der kleineren Einzelhubräume eine höhereHubraumleistung erreichen alsEinzylindermotoren. Dies resultiert aus der kleineren mittlerenKolbengeschwindigkeit wegen des kleinerenKolbenhubs, sodass der Motor höher drehen kann, ohne dass die Beschleunigungskräfte ein zulässiges Maß überschreiten.

Je nach Bauform ist auch schon mit zwei Zylindern der Gleichförmigkeitsgrad besser und ein Ausgleich derTrägheitskräfte ohne zusätzliche Bauteile wieAusgleichswellen möglich. Bei Boxermotoren gleichen sich die Trägheitskräfte vollständig aus und die Abfolge der Zündungen ist gleichmäßig. Wegen der seitlich leicht versetzten Pleuel entsteht ein geringes Massenmoment um die Hochachse. Bei V2-Motoren ist einZylinderwinkel von 90° für den Gleichförmigkeitsgrad günstig, weil die Bewegungsenergie zwischen den Kolben hin und her pendelt: Wenn ein Kolben imTotpunkt stillsteht, hat der andere seine maximale Geschwindigkeit. Die Massenkräfte sind nicht ausgeglichen. Bei Zweitakt-Reihenmotoren mit 180° Kurbelversatz für gleichen Zündabstand sind die Massenkräfte 1. Ordnung ausgeglichen, es entsteht ein Massenmoment um die Querachse. Viertakt-Parallel-Twins, die für gleichen Zündabstand mit 360° Kurbelversatz gebaut werden, haben wie ein Einzylindermotor keinen Ausgleich deroszillierenden Massen. Sie werden in weichen Gummilagern aufgehängt oder mit Ausgleichswellen versehen.

Während alle drei Zweizylinder-Bauformen inMotorrädern eingesetzt werden, sind Zweizylinder-V-Motoren inAutomobilen selten.

Zweizylindermotoren waren in der Frühzeit des Automobils beliebt zum Antrieb vonVoituretten und leichten Automobilen. Größere Verbreitung fanden hierbei die Reihenzweizylinder vonDe Dion-Bouton,[4] die sich in mehreren eigenen Baureihen finden und auch von anderen Automobilherstellern als Einbaumotoren zugekauft oder unter Lizenz nachgebaut wurden, und vonClément-Bayard.[5] Zweizylindermotoren wurden zudem bis in die 1930er Jahre überwiegend inCyclecars[6] undThreewheelern verwendet, die oft mit weiteren Motorrad-Komponenten konstruiert waren.

Die meistgebauten Automobile mit Zweizylinder-Reihenmotor waren derFiat Nuova 500 und derFiat 126. Das meistgebaute Automobil mit Zweizylinder-Boxermotor ist derCitroën 2CV. In den 1930er und bis in die 1960er Jahre waren Zweizylinder-Zweitaktreihenmotoren in kleineren Wagen verbreitet (DKW,Trabant,Saab,Lloyd,Glas,Subaru,Suzuki). Die mit Abstand leistungsstärksten Zweizylinder-PKW baute seinerzeitPanhard.

2009 wurde derTata Nano mit Zweizylinder-Reihen-Ottomotor vorgestellt. Auch ein entsprechender Zweizylinder-Dieselmotor war geplant. 2010 führte Fiat einen Zweizylinder-Parallel-Twin imFiat 500 ein. Er wurde unter dem NamenTwin-Air vermarktet und auch beiAlfa Romeo Mito und imLancia Ypsilon eingebaut.

ImBMW i3 REx von 2014 vergrößert ein Zweizylinder-Reihenmotor die Reichweite. DerReichweitenverlängerer stammt aus dem MotorrollerBMW C 650 GT bzw.Sport, ist aber im i3 von 44 kW (60 PS) auf 28 kW (38 PS) gedrosselt.

Anmerkungen

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(a) 
Abweichend hiervon nennt dasLexikon der Motorradtechnik[7] Twin eine „Bezeichnung für einen Zweizylindermotor mit parallel angeordneten (stehenden oder liegenden) Zylindern“.

Literatur

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  • Jacques Rousseau:Guide de l’Automobile française, Éditions Solar, Paris (1988);ISBN 2-263-01105-6 Hardcover (französisch)

Weblinks

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Commons: Zweizylindermotor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Zweizylindermotor – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. Zweizylinder V-Motor von Daimler, 1889. In: Deutsches Museum Digital. Abgerufen am 22. März 2023. 
  2. Susanne Eckelmann: Gottlieb Daimler. Tabellarischer Lebenslauf imLeMO (DHM undHdG)
  3. Die Erfindung des Boxer-Motors: Der Benz Contra-Motor entsteht im Jahr 1897. Abgerufen am 28. Dezember 2018. 
  4. Rousseau:Guide de l’Automobile française, Tafel 101
  5. Rousseau:Guide de l’Automobile française, Tafel 17
  6. Rousseau:Guide de l’Automobile française, Tafel 18
  7. Lexikon der Motorradtechnik, Motorbuch Verlag, Stuttgart um 1980. (Beilage zur ZeitschriftMotorrad in 44 Folgen.)
Bauarten vonHubkolbenmotoren
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