29. Dezember 1918 (Inkrafttreten des Dekrets über die vorläufige oberste Vertretungsbehörde der Republik Polen) 17. März 1921 (Annahme der „Märzverfassung“ durch den Sejm)[2]
Nach der erfolgten Konsolidierung der Grenzen zu den Nachbarstaaten im Jahr 1922 umfasste das Staatsterritorium 388.634 km². Die Staatsfläche blieb bis zum Jahr 1938 konstant und vergrößerte sich gering auf 389.720 km² durch die Annexion desOlsagebiets (805 km²) und derGebiete von Orava und der Zips (284 km²) von derTschechoslowakei am 1. Oktober 1938 bzw. Ende November 1938 infolge desMünchner Abkommens.[3] Damit war Polen Anfang der 1920er Jahre der flächenmäßig sechstgrößte Staat Europas (nach derSowjetunion,Frankreich,Spanien,Deutschland undSchweden) und stand mit einer Bevölkerungszahl von etwas mehr als 27 Millionen Einwohnern an sechster Stelle (nach der Sowjetunion, Deutschland, demVereinigten Königreich, Frankreich undItalien). Die damalige Bevölkerungsdichte von etwa 70 Einwohnern pro Quadratkilometer entsprach ungefähr der Bevölkerungsdichte Frankreichs (71 Ew./km²), lag aber deutlich unter den Werten der Staaten Mitteleuropas, des Vereinigten Königreichs und derBeneluxstaaten.[4]
Geografisch erstreckte sich das Staatsgebiet von derDanziger Bucht im Norden bis zu denKarpaten im Süden. Im Westen und nach Norden zu Ostpreußen und der Freien Stadt Danzig gab es keine naturräumlichen Begrenzungen, sondern die Grenzen waren historisch gewachsen, und das Staatsgebiet ging nahtlos in das nordostdeutsche Tiefland über. Im Osten wurde die Grenze zur Sowjetunion zum Teil durch kleinere Flüsse markiert: denSbrutsch, einen Nebenfluss desDnister in Südosten, sowie Nebenflüsse desPrypjat. ImEinzugsgebiet des letzteren befanden sich ausgedehnteSumpflandschaften.
Die Gesamtlänge der Grenze Polens betrug 5534 Kilometer (Stand: 1934). Außer 140 Kilometer Küstenlänge (2,5 %) gab es Landgrenzen zur folgenden Nachbarstaaten: Deutschland 1912 km (34,5 %) – davonOstpreußen 607 km –, Sowjetunion 1412 km (25,5 %),Tschechoslowakei 984 km (17,8 %),Litauen 507 km (9,2 %),Rumänien 349 km (6,3 %),Freie Stadt Danzig 121 km (2,2 %),Lettland 109 km (2,0 %).[5]
Nach dem Ausbruch desErsten Weltkriegs bemühten sich alle drei Teilungsmächte, die Polen für ihre Kriegsanstrengungen zu gewinnen. Hintergrund war auch die Überlegung, polnische Soldaten für die eigene Sache rekrutieren zu können. ZarNikolaus II. proklamierte als Kriegsziel die Vereinigung aller Polen unter der russischen Zarenherrschaft und stellte eine regionale Selbstverwaltung in Aussicht. Von österreichischer Seite wurden Konzepte für eine mögliche „austro-polnische Lösung“ entwickelt. Nach den russischen Niederlagen der ersten beiden Kriegsjahre war fast ganzKongresspolen (in offizieller amtlicher russischer Lesart dieWeichselgouvernements) unter deutsche Militärbesatzung gekommen. Im November 1916 proklamierten dieMittelmächteDeutschland undÖsterreich-Ungarn die Gründung eines selbstständigenKönigreiches Polen aus zuvor russischen Gebieten, das sogenannteRegentschaftskönigreich Polen.[6] ImFriedensvertrag von Brest-Litowsk mussteSowjetrussland die staatliche Unabhängigkeit Polens von Russland anerkennen. Die Grenzen des proklamierten Königreichs Polen und sein genaues staatsrechtliches Verhältnis zu Österreich-Ungarn und zum Deutschen Reich blieben jedoch unbestimmt, und eben aus diesen Gründen weigerten sich führende nationalpolnische Politiker wieJózef Piłsudski, mit den Mittelmächten aktiv zusammenzuarbeiten. Neue Hoffnung für nationalbewusste Polen brachte das am 8. Januar 1918 proklamierte14-Punkte-Programm desUS-PräsidentenWilson, das einen unabhängigen polnischen Staat forderte, „der die von zweifellospolnischer Bevölkerung bewohnten Gebiete einschließen müsste“ und „freien Zugang zum Meer“ (Ostsee) haben sollte.
ImBrotfrieden zwischen dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn sowie derUkrainischen Volksrepublik war den Verfechtern einer ukrainischen Unabhängigkeit das GouvernementCholm zugesichert worden, welches auch von den Polen beansprucht wurde. Daraufhin kam es zu Protesten und Streiks, am 18. Februar etwa ein landesweiter Streik inGalizien und eine Brigade derösterreichisch-ungarischen Armee wechselte zum Gegner über. Daraufhin erklärte das Außenministerium in Wien, dass Bestimmungen des Brotfriedens nicht sofort in Kraft treten und von einer Kommission geprüft würden.[7] Erst als sich an derWestfront die militärische Niederlage der Mittelmächte im Herbst 1918 deutlich abzuzeichnen begann undRussland schon seit einem Jahr im Chaos desBürgerkriegs versunken war, erlangten ethnische Polen – auch durch die politische Unterstützung derWestmächte – volle Souveränität in einem eigenen Staat zurück.
Józef Piłsudski, der Marschall der Zweiten Polnischen Republik in der ZwischenkriegszeitRoman Dmowski, führender Politiker der Nationaldemokraten und erbitterter Gegenspieler Piłsudskis
Am 7. Oktober 1918 proklamierte der Regentschaftsrat in Warschau einen unabhängigen polnischen Staat und übernahm fünf Tage später die Befehlsgewalt über die Streitkräfte. Das allgemeine aktive und passiveFrauenwahlrecht wurde gleichzeitig mit dem entsprechenden Recht für Männer eingeführt.[8] Dies geschah mit dem Dekret vom 28. November 1918 über das Wahlverfahren für den Sejm kurz nach der Neugründung des polnischen Staates. Artikel 1 garantierte dasaktive, Artikel 7 daspassive Wahlrecht.[9][10]
Bereits im November 1918 hatte der aus der MagdeburgerFestungshaft entlasseneJózef Piłsudski in Warschau als „vorläufiges Staatsoberhaupt“ die Macht übernommen. Seine Entlassung war auf Bitten polnischer Unabhängigkeitsverfechter geschehen, die andernfalls auf Grund der schlechten Lebensbedingungen einen Aufstand in Polen befürchteten. Ein solcher hätte die deutschen Truppen im Osten abgetrennt, so dass die Verhinderung des Aufstands ebenso im Interesse Deutschlands war.[11] Piłsudski ließ am 26. Januar 1919 denVerfassunggebenden Sejm wählen, der eine demokratische Verfassung ausarbeiten und verabschieden sollte.
Nach den Bestimmungen desVersailler Vertrags wurde Polen 1919 eine international anerkannte und unabhängigeRepublik. Nachdem es in mehreren Städten zu teilweisepogromähnlichenantisemitischen Ausschreitungen gekommen war, musste Polen auf Druck amerikanisch-jüdischer Vertreter am 28. Juni 1919 einenMinderheitenschutzvertrag unterzeichnen.[12] Dies führte auf polnischer Seite zu Protesten, da weder dieTriple Entente noch Deutschland (mit Ausnahme jedoch für Oberschlesien in Form desdeutsch-polnischen Genfer Abkommens von 1922) eine solche Vereinbarung unterzeichnen mussten. Im Sejm stimmten aber 286 zu 41 Abgeordnete für den Vertrag.[13]
Am 17. März 1921 nahm der Sejm die neueVerfassung Polens an. Diese sah zwei parlamentarische Kammern vor, dabei sollte der Sejm mit 444 Abgeordneten die eigentliche Macht ausüben, der Senat als Kontrollinstanz mit Einspruchsrecht fungieren.[14] Der katholischen Kirche war zwar eine Vorrangstellung eingeräumt worden, sie war aber keine Staatsreligion. Mitte 1923 wollte der Sejm die Macht desEngen Kriegsrates (Ścisła Rada Wojenna), und damit Piłsudskis, beschneiden, woraufhin Piłsudski verärgert seine militärischen Ämter niederlegte.[15] Er war aber weiterhin in engem Kontakt mit Militär und Politik.[14]
Die Grenze im Westen war durch den Vertrag von Versailles bestimmt, in dem die beiden westlichen Mächte derTeilungen Polens, Österreich und Preußens Nachfolger Deutschland, als unterlegene Kriegsparteien territoriale Zugeständnisse machen mussten. Im Osten war Polens Grenze jedoch ungeklärt und umstritten. Einige Verfechter eines Wiedererstehens des Landes in den alten Grenzen ergriffen unter Führung Marschall Piłsudskis die militärische Initiative gegenüber seinen Nachbarstaaten. Zunächst fiel die polnische Armee Ende November 1918 in die erst wenige Wochen zuvor gegründeteWestukrainische Volksrepublik ein und löste so denPolnisch-Ukrainischen Krieg aus, der im Mai 1919 mit dem Gewinn Ostgaliziens endete. Ebenfalls noch 1918 begann derPolnisch-Sowjetische Krieg mit Kämpfen um die Stadt Wilna (heute litauischVilnius), daSowjetrussland völkerrechtliche Zugeständnisse an Polen abgelehnt hatte.
Am 21. April 1920 erkannte Polen dieUkrainische Volksrepublik unterSymon Petljura an. Damit verbunden war die Idee, einen Verbündeten und Pufferstaat gegen Russland zu haben. In einem Zusatzabkommen verzichtete die Ukraine zugunsten Polens auf Ostgalizien undWolhynien, die beide eine überwiegendukrainische Bevölkerung hatten, um im Gegenzug Unterstützung für den Kampf gegen dieRote Armee zu erhalten, welche die Ukraine besetzt hatte. Polen marschierte daraufhin in die ukrainischen Gebiete ein und besetzteKiew. Die sich anschließende Gegenoffensive der Roten Armee führte diese bis kurz vor Warschau. Die Rote Armee erhielt, wie zuvor die polnische in der Ukraine, entgegen ihrer Erwartung keine Unterstützung durch die Bevölkerung. Durch die stark ausgedehnte Front war sie geschwächt und wurde bei einem Gegenangriff neu formierter Truppen unter Piłsudski entscheidend militärisch besiegt und bis zu einer Linie, die etwa der deutsch-russischen Front von 1916 entsprach, zurückgedrängt. Der polnische Gegenangriff und Sieg bei Warschau wurde als „Wunder an der Weichsel“ zum Gründungsmythos der polnischen Republik.[16] 1921 endete der Krieg mit demFrieden von Riga. Nach diesem Friedensvertrag verlief die polnische Ostgrenze etwa 200 Kilometer östlich der 1919 vom damaligen britischen Außenminister als Ostgrenze Polens vorgeschlagenenCurzon-Linie.
Mit der ebenfalls nach dem Ersten Weltkrieg neu gegründetenTschechoslowakei kam es 1918/19 zubewaffneten Grenzkonflikten, die später vertraglich beigelegt wurden. Jedoch blieb das polnisch-tschechoslowakische Verhältnis dauerhaft angespannt.
Polen hatte sein Hauptziel, einstmals zu Polen-Litauen gehörendes, allerdings überwiegend ukrainisch besiedeltes, russisches Teilungsgebiet wiederzuerlangen, bzw. die Gründung einer ukrainischen Republik als Pufferstaat, nicht erreicht. Wilna, die historische Hauptstadt Litauens, allerdings mit mehrheitlich polnischer und jüdischer Bevölkerung, kam zusammen mit der kurzlebigenRepublik Mittellitauen zu Polen. Dies führte zu einer dauerhaften Belastung derBeziehungen zu Litauen und zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen. In den östlich hinzugewonnenen Gebieten machten die ethnischen Polen nur eine Minderheit aus. Den Großteil der Bevölkerung in diesen Gebieten bildeten Ukrainer (Ruthenen), Belorussen und Juden.[17]
Ab 1921 entwickelten sich gute Beziehungen zuGroßbritannien undFrankreich, die an Polen vor allem als Gegengewicht zum bolschewistischen Russland interessiert waren. Insbesondere mit Frankreich entwickelten sich intensive Beziehungen (Französisch-polnisches Bündnis undKleine Entente). ImPolnisch-Sowjetischen Krieg unterstützten Großbritannien und Frankreich Polen mit Waffenlieferungen, um mit der Sowjetunion den Bolschewismus zu schlagen. DieSchauerleute inDanzig hatten aber teilweise das Löschen westlicher Rüstungslieferungen bestreikt, um dem jungen Sowjetrussland, dem vermeintlichen Arbeiterstaat, die Front von immer neuen gegen es gerichteten Waffen freizuhalten.[18]
Nachdem sich die Hoffnungen Polens, die Hafenstadt Danzig ganz unter Kontrolle zu bringen, nicht erfüllten und diese zurFreien Stadt Danzig mit ganz überwiegend deutscher Bevölkerung, die dem polnischen Staat ablehnend gegenüberstand, erklärt worden war, begann der polnische Staat mit dem Bau eines neuen Hafens im benachbartenGdingen. Aus dem Fischerdorf mit 1.000 Einwohnern wurde in wenigen Jahren einHandels- undMilitärhafen mit über 100.000 Einwohnern, über den vor allem der Export polnischer Landwirtschaftsprodukte und von Kohle aus Oberschlesien erfolgte. Die Konkurrenz zumDanziger Hafen und die Errichtung eines polnischen Munitionslagers auf derWesterplatte gegen den Willen desDanziger Senats führte zu Spannungen.
Der Zugang vom übrigen Deutschen Reich zum seit 1919 geografisch getrenntenOstpreußen war ohne Eintritt ins vereinte polnische und Freistadt-Danziger Zollgebiet nur mit verplombtemKorridorzug vonKonitz bisDirschau durch die polnischeWoiwodschaft Pommerellen auf derOstbahn, per Schiff über die Ostsee durch denSeedienst Ostpreußen oder per Flugverbindung zum 1921 neu eröffneten KönigsbergerFlughafen Devau möglich. Im Juni 1925 begann zwischen Polen und Deutschlandein Handelskrieg.[19]
Das neu gegründete Staatswesen stand vor großen Herausforderungen. Die innere Einheit des Staates muss erst langsam aufgebaut werden. Nationalbewusste Polen aus allen drei Teilungsgebieten hatten zwar die Neuaufrichtung des polnischen Staates euphorisch begrüßt, jedoch waren mehr als 100 Jahre getrennter Entwicklung nicht spurlos vorbeigegangen. Beispielsweise musste das Eisenbahnnetz erst vereinheitlicht werden, da sich die Eisenbahnnetze in den russischen, preußischen und österreichischen Gebieten unabhängig voneinander entwickelt hatten und es nur verhältnismäßig wenige Verbindungen zwischen diesen drei Netzen gab. Das Bahnnetz inBreitspur, wie es teilweise im ehemaligen Kongresspolen bestand und durchgehend im östlich davon gelegenen ehemals russischen Teilungsgebiet ausgeführt war, wurde bis 1929 einheitlich aufNormalspur umgestellt,[20] wie es im ehemals preußischen und ehemals österreichischen Teilungsgebiet durchgehend der Fall war. Die bestehenden staatlichen Strukturen, welche die drei verschiedenen Teilungsmächte hinterlassen hatten, mussten vereinheitlicht, teilweise aber auch völlig neu geschaffen werden. Innenpolitisch waren die Jahre bis 1926 daher durch die Abfolge mehrerer parlamentarischer Regierungen dominiert; 1925 gab es 92 registrierte Parteien, wovon 32 imParlament saßen.[14] Zum ersten offiziellen Präsidenten Polens wurde 1922Gabriel Narutowicz, ein Vertreter der gemäßigten Linken,gewählt. Narutowicz wurde jedoch wenige Tage nach seiner Amtseinführung von einem nationalistischen Fanatiker ermordet.
Zu seinemNachfolger wählte dieNationalversammlung den gemäßigten SozialistenStanisław Wojciechowski. Da die Mehrheitsverhältnisse im polnischen Parlament (Sejm) sehr instabil waren, wechselten sich die Regierungen häufig ab und waren teilweise sehr schwach.
Im Jahr 1925 waren bspw. mit der Verabschiedung der Sozialgesetzgebung einschneidende Änderungen vollzogen worden, aber weiterhin existierten vier verschiedene Zivil- und Strafrechtssysteme nebeneinander.[21]
Józef Piłsudski war nach einigen Jahren unzufrieden mit der instabilen innenpolitischen Situation. Obwohl er inArmee und Staat keine offizielle Position bekleidete, führte er im Mai 1926, gestützt auf seine große Autorität bei der Bevölkerung und auf die Loyalität der Streitkräfte, einenStaatsstreich durch und blieb bis zu seinem Tod im Mai 1935 an der Macht.[22]
Von nun an wurde Polenstratokratisch regiert. Die unter formaler Beibehaltung der Verfassung eingeführte „moralische Diktatur“ nannte sich selbstSanacja („Sanierung“ oder „Gesundung“) und sollte zu einer Gesundung nach dem vermeintlichen Versagen des bisherigen politischen Systems führen.[22] Allerdings bekleidete Piłsudski hierbei nur selten und nur für kurze Zeit offiziell bedeutende Ämter. Er war z. B. nie Staatspräsident, sondernüberließ dieses Amt seinem loyalen GefolgsmannIgnacy Mościcki. Piłsudski war meist nur Verteidigungsminister. Allerdings war er die allgemein anerkannte oberste Autorität im Staat. Auch gab es zumindest bis zum Ende der 1920er Jahre eine mehr oder weniger funktionierende, sogar im Parlament vertretene Opposition, die allerdings konsequent an der Übernahme der Macht gehindert wurde. Mit Beginn des Regimes begannen Repressionen gegen die Kritiker. Kritische Presseberichte wurden konfisziert und entsprechende Redakteure zu mehrwöchigen Haftstrafen verurteilt. Auch gab es Entlassungen von Beamten, Verbote von Versammlungen, Auflösungen oppositioneller Organisationen und Ähnliches.[23] 1928 wurde, für die anstehendeSejmwahl, derBezpartyjny Blok Współpracy z Rządem (Parteilose Block der Regierungsunterstützer) gegründet. Mit Unterstützung der Verwaltung erreichte sie bei den Wahlen ein Viertel der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 78 %. Der relative Wahlsieg bedeutet aber zugleich keine ausreichende parlamentarische Macht für die Anhänger Piłsudskis. Als 1929 der Sejm Anklage gegen den Finanzminister wegen der Finanzierung der Wahlwerbung der Piłsudski-Partei aus Staatsgeldern erhob, kam es zu Drohungen der Regierung gegen das Parlament, die am 31. Oktober 1929 im Aufmarsch Bewaffneter im Foyer des Sejms gipfelten. Der SejmmarschallIgnacy Daszyński verweigerte daraufhin die Eröffnung des Sejm.[23] Ende August 1930 wurde das Parlament aufgelöst und kurz darauf 18 Abgeordnete, bis zu den Wahlen im November insgesamt 84 ehemalige Abgeordnete verhaftet.[23] Nach der Ermordung von InnenministerBronisław Pieracki durch einen ukrainischen Nationalisten im Jahr 1934 ließ die Regierung in der KleinstadtBereza Kartuska im heutigenBelarus einInternierungslager für ukrainische Nationalisten, Kommunisten und andere prominente Regimegegner anlegen.
Eine auf die Person Piłsudski zugeschnittene neue Verfassung trat im April 1935 in Kraft („Aprilverfassung“). Der Marschall verstarb jedoch einige Wochen später. Die Wahlen zum Sejm vom 8. September 1935 wurden von der gesamten Opposition boykottiert, die Wahlbeteiligung betrug nur 43 %.[24] Nach Piłsudskis Tod verfiel das bisher von seinem persönlichen Prestige geprägte System, da die Aspiranten auf seine Nachfolge nicht über dasCharisma und die Popularität desNationalhelden Piłsudski verfügten.[25] Es entstanden zwei Machtzentren – die Gruppe „Schloss“ um Mościcki, benannt nach der Residenz des Präsidenten, demWarschauer Königsschloss, und die Gruppe der „Obristen“ um den neuen MarschallEdward Rydz-Śmigły. Der Trend hin zu einemautoritärennationalistischem Staat verstärkte sich nun weiter. Rydz-Śmigły verstärktefaschistische Tendenzen innerhalb der Sanacja, um ein Bündnis mit anderen faschistischen oder faschistoiden Gruppen gegen seine innerparteilichen Gegner vom „Schloss“ zustande zu bringen. Im Herbst 1937 liebäugelte er gar mit einemPutsch, um einEinparteiensystem zu errichten, scheiterte aber an Präsident Mościcki und seinen Unterstützern.[26]
Laut dem deutschen HistorikerWolfgang Benz sind in dieser Zeit die „faschistischen Elemente der polnischen Diktatur […] unverkennbar“.[27] Der britische HistorikerNorman Davies dagegen bestreitet, dass das Regime faschistisch genannt werden kann, da die polnischen Sympathisanten des Faschismus, die es etwa innerhalb derNarodowa Demokracja gab, in Opposition zum Regime standen und es formal keine Diktatur darstellte.[28] Der polnische HistorikerJerzy Holzer sieht zwar Tendenzen zur Errichtung eines faschistischen Regimes in Polen Ende der 1930er Jahre, die durch dendeutschen Überfall abgebrochen wurden. Sie seien aber keineswegs unumkehrbar gewesen, da es von kommunistischer, sozialistischer und demokratischer Seite sowie aus der Sanacja-Bewegung selbst stets starken Widerstand dagegen gegeben habe.[29] Der britische SoziologeMichael Mann rechnet Polen unter dem Sanacja-Regime wie auchSpanien,Portugal oderJugoslawien zu den Staaten, in denen das alte Regime stark genug war, der Herausforderung durch dieWeltwirtschaftskrise der 1930er Jahre standzuhalten und die nicht faschistisch, sondernkorporatistisch-autoritär regiert wurden.[30]
Die außenpolitischen Bemühungen Polens, die vor allem mit der Person von AußenministerJózef Beck verbunden sind, waren im Einklang mit der französischen Politik darauf ausgerichtet, einenBlock kleiner und mittlerer Staaten zur Eindämmung sowohl Deutschlands als auch der Sowjetunion zu schaffen. Dem standen jedoch vor allem die durch die Grenzziehung nach dem Ersten Weltkrieg entstandenen gegenseitigen Gebietsansprüche im Wege. So beteiligte sich Polen, kurz bevor es selbst von Deutschland und der Sowjetunion besetzt wurde, aktiv an der Zerschlagung derTschechoslowakei undannektierte nach demMünchner Abkommen Ende Oktober 1938 die mehrheitlich von Polen besiedelten Industriegebiete um die StadtTeschen (Těšín), das so genannteOlsagebiet, und kleinereGebiete im Grenzgebiet zur Slowakei.
Im August 1939 schlossen das Deutsche Reich und die Sowjetunion denHitler-Stalin-Pakt, in dessen geheimem Zusatzprotokoll die Aufteilung des polnischen Staatsgebietes sowie die Annexion der baltischen Staaten durch die Sowjetunion vereinbart wurden. Am 1. September 1939 wurde Polen vomDeutschen Reich angegriffen. Auch Truppen des deutschen VasallenstaatsSlowakei stießen auf polnisches Gebiet vor. Deutsche Truppen erreichten am 8. September die Hauptstadt Warschau. Nachdem die westlichen Teile des Landes an die deutschen Invasoren verlorengegangen waren, begann ab 17. September unter dem Vorwand des „Schutzes“ der belarussisch-ukrainischen Bevölkerung durch den Einmarsch derRoten Armee diesowjetische BesetzungOstpolens. Die polnische Regierung verließ in der Nacht vom 17. auf den 18. September 1939 über den noch freien Grenzübergang beiKuty (heute in der Ukraine) Polen und begab sich ins neutraleRumänien, später nach Paris und 1940 nachLondon. Von dort aus organisierte sie den Widerstand gegen die deutsche und sowjetische Besatzung. DieSchlacht um Warschau endete am 28. September 1939 mit derKapitulation.
Polen, Sprachenkarte 1937 in einer polnischen Darstellung von 1928[31][32]Verbreitung der Jiddischen und Hebräischen Sprache in Polen 1931. Die Juden im Posenschen und in Ostoberschlesien sprachen Deutsch.
Polen zählte Anfang der 1920er Jahre 27 Millionen Staatsbürger[33] (Anfang der 1930er Jahre waren es bereits 32 Millionen). Ein Drittel der Staatsangehörigen gehörte nationalen Minderheiten an. Die Volkszählung von 1921 ergab folgende ethnische Gruppen in Polen:
1,06 MillionenDeutsche (3,9 %) in ganz Polen beheimatet
2,7 MillionenJuden[33] (7,8 %) vor allem in Ostpolen
1919 befanden sich etwa zwei Millionen Deutsche auf dem Gebiet der polnischen Republik. Etwa die Hälfte wanderten in den ersten Jahren nach Kriegsende aus.[33]
Nach der Volkszählung vom 31. August 1939, also unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg, lebten in Polen 35,339,000 Menschen, und die Zahlen waren wie folgt:
Durch denMinderheitenvertrag von Versailles, die Verfassung, den Frieden von Riga, sowie die Genfer Konvention waren die Minderheiten theoretisch geschützt. Vor allem die deutsche Minderheit nutzte die Möglichkeiten, internationale Schiedsorgane anzurufen. Zwischen 1920 und 1930 gab es über 1200 Petitionen an denVölkerbund, 300 davon kamen aus Polen und davon wiederum fast die Hälfte aus den Jahren 1931/32, als Polen und dieWeimarer Republik den Höhepunkt ihrer Auseinandersetzung hatten.[35] Somit war Polende facto ein multinationaler Staat.
Im offiziellen Sprachgebrauch wurde jedoch der polnische Charakter der Republik betont. Dies führte zu erheblichen Konflikten mit den nationalen Minderheiten. So verfügten die Ukrainer und die Belarussen über keine Anstalten der höheren Bildung. Auch den Oberschlesiern sprachen staatliche Stellen ihr regionales Sonderbewusstsein ab.Polen war der Staat mit der größtenjüdischen Bevölkerungsgruppe in Europa.
1926 wurdeMichał Grażyński zumWoiwoden Schlesiens. Er ging gegen das deutsche Schulwesen, deutsche Großgrundbesitzer und Großindustrielle vor. Zwischen 1926 und 1929 kam es zu fast 100 Beschwerden wegen Verstößen gegen dasDeutsch-Polnische Genfer Abkommen über Oberschlesien. Die deutschen Parteien bauten bei Wahlen ihren Stimmenanteil von 26 % (1922) auf 34 % (1930) aus. Der Stimmenanteil deutscher Parteien in Oberschlesien lag deutlich über dem in der amtlichen Statistik ausgewiesenen Prozentzahl an Deutschsprachigen, der nach dem Zensus von 1931 bei 6,0 % lag (im Jahr 1921 noch bei 44,2 %). Dies ließ nur den Schluss zu, dass auch viele polnischsprachige Oberschlesier für deutsche Parteien gestimmt hatten, worüber sich polnische Nationalisten besonders erbost zeigten.[36] Erst 1930 sank der Anteil, nachdem die Opposition, nicht nur die deutsche, durch Polizei und Behörden massiv behindert wurden.[37] Dafür wurde Polen im Januar 1931 vomVölkerbundsrat verurteilt.[38]
Für Mittelpolen (RaumLodz) war derDeutsche Volksverband in Polen im Sejm und Senat vertreten. Durch die Verkleinerung des Sejm von 444 auf 408 Sitze verringerten sich die Chancen der Minderheiten, Abgeordnete ins Parlament zu entsenden, 1935 erneut.[39]
Die Ukrainer bekämpften im Sejm, erfolglos, die Schulreform von 1925, bei welcher die Zahl der ukrainischsprachigen Grundschulen von 2450 während der Habsburger Zeit auf 500 im Jahr 1937 schrumpfte. Allerdings stieg zugleich die Zahl der zweisprachigen Schulen von 1426 auf 2710.[40][41] Die 600.000Juden, die 1917/1919 aus Russland aus- bzw. zurückgewandert waren, erhielten zwischen 1926 und 1928 die polnische Staatsbürgerschaft.[42]
Die Belarussen erreichten, zumindest kurzfristig, eine Verbesserung ihrer Lage. 1929 entstand an derUniversität Wilna sogar ein Lehrstuhl fürBeloruthenistik.[40]In Ostgalizien wurde hingegen der ukrainischen Minderheit die versprochene ukrainischeUniversität Lemberg vorenthalten. Im zuvor russischen Ruthenien hingegen wurde von den Behörden ein wohlwollender Kurs eingeschlagen. Im Südosten des Landes war dieOrganisation Ukrainischer Nationalisten aktiv und bekämpfte den polnischen Staat mit Anschlägen und Sabotageakten, was zu Militäraktionen Polens führte.[40]
Am 13. September 1934 kündigte Polen den Minderheitenschutzvertrag und kündigte an, ein solches Abkommen nur erneut zu unterschreiben, wenn es ein einheitliches für ganz Europa geben würde. Das deutsch-polnische Genfer Abkommen über Oberschlesien lief im Mai 1937 aus. Mit Deutschland wurde am 5. November 1937 ein bilateraler Vertrag geschlossen, der den Minderheitenschutz an den Schutz der eigenen Landsleute im jeweils anderen Staat band.[37]
Die Rechte der vielen Minderheiten (vor allem Ukrainer, Belarussen und Deutsche) wurden massiv eingeschränkt, vor allem die Juden diskriminiert und verfolgt. 1936 organisierte das Regime einenBoykott gegen die Juden, der von derkatholischen Kirche unterstützt wurde. Bei den gleichzeitigen Pogromen wurden mehrere Dutzend Menschen erschlagen. Man machte die Juden alsSündenböcke für als negativ empfundene Begleiterscheinungen derModerne wieAtheismus,Kommunismus undPornographie sowie für die strukturellen Probleme verantwortlich, unter denen die Wirtschaft des Landes in derZwischenkriegszeit litt. Verschiedene Berufsverbände schlossen Juden nach dem Beispiel der deutschenArierparagraphen von der Mitgliedschaft aus, einige Universitäten führten einenNumerus clausus für jüdische Studenten ein. Im März 1938 verwehrte das Sanacja-Regime 16.000 Juden mitpolnischer Staatsangehörigkeit die Einreise, die vom NS-Regime in der so genanntenPolenaktion des Landes verwiesen worden waren und daraufhin im Niemandsland zwischen Deutschland und Polen festsaßen.[43]
Der Zerfall derVielvölkermonarchien in Zentral-, Süd- und Osteuropa hinterließ ein machtpolitisches Vakuum, das zur Entstehung bzw. Wiederentstehung von elfNationalstaaten, darunter Polen, führte. Diese Entwicklung verlief nicht immer friedlich, sodass es zu einer Reihe militärischer Auseinandersetzungen um die Neugestaltung der Grenzen kam.
Im Fall der Zweiten Republik Polen waren das folgende Konflikte:
Polen war also mit fast jedem Nachbarland in Konflikte um Territorien und ethnische Minderheiten verwickelt. Im Osten hatte Polen seine Grenzen nach den Kämpfen mitSowjetrussland etwa 200 km östlich der von Polen als auch Sowjetrussland nicht akzeptiertenCurzon-Linie gefestigt. Nur mitRumänien undLettland unterhielt Warschau spannungsfreie Beziehungen.
Insgesamt verfügte der neue Staat über fast 5000 km Grenze, wovon lediglich 350 zu Rumänien und 100 km zu Lettland nicht an Gegner grenzten. Dies führte dazu, dass etwa ein Drittel der Staatsausgaben vomMinisterium für Militärische Angelegenheiten verwaltet wurden. Kritik an diesem hohen Budget wurde dabei auch von der Opposition nicht geäußert.[44]Die Republik war zunächst eine parlamentarische Demokratie, wurde jedoch nach demMaiputschJózef Piłsudskis im Mai 1926 in ein von diesem autoritär geführtesSanacja-Regime mit lediglich demokratischer Fassade umgewandelt. Als faktisches Enddatum gilt meist der 1. September 1939, der Beginn des deutschenÜberfalls auf Polen.
MitMiędzymorze wurde zudem von Piłsudski das Konzept eines von Ostsee bis Schwarzem Meer reichenden slawisch-baltischen Bundesstaates in Mittel- und Osteuropa unter polnischer Führung vorgeschlagen,[45] das von den anderen Nationen abgelehnt wurde.
Mit Deutschland gab es zwischen 1919 und 1921 Auseinandersetzungen vor allem um den BesitzOberschlesiens. Bei derAbstimmung am 20. März 1921 stimmten 59,6 % der Wähler für den Verbleib bei Deutschland. In einigen Gebieten überwog das pro-polnische Votum. Generell war der pro-deutsche Stimmenanteil in den Städten besonders hoch und der pro-polnische in einigen ländlichen östlichen Regionen.
Polnische Freischärler begannen daraufhin am 3. Mai 1921, begünstigt von französischen Besatzungstruppen – Italiener und Briten unterstützten die deutsche Seite –, einen bewaffneten Aufstand, um den Anschluss zumindest von Teilen Oberschlesiens an Polen gewaltsam durchzusetzen. Das Deutsche Reich konnte aufgrund der Beschränkungen durch den Versailler Vertrag nicht gegen die Freischärler vorgehen, jedoch gingen mit Billigung der ReichsregierungFreikorps des „Selbstschutzes Oberschlesien“ gegen die polnischen Aufständischen vor. Es kam zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Polen. Am 23. Mai 1921 gelang den deutschen Freikorps die Erstürmung desSt. Annabergs, wodurch eine Stabilisierung der Lage eintrat.
Am 20. Oktober 1921 beschloss der Oberste Rat der Alliierten, einer Empfehlung des Völkerbundes folgend, dasostoberschlesische Industrierevier an Polen zu übertragen, dem es alsAutonome Woiwodschaft Schlesien angeschlossen wurde. Beim Deutschen Reich verblieb der flächen- und bevölkerungsmäßig größere Teil des Abstimmungsgebiets – Industriestädte wieBeuthen OS,Gleiwitz oderHindenburg OS blieben weiter deutsch – dochOstoberschlesien mit etwa 80 % des Industriereviers kam zu Polen. Beide Seiten mussten sich auf Veranlassung des Völkerbundes zum Schutz der jeweiligen nationalen Minderheiten in Oberschlesien verpflichten (Genfer Abkommen). Die Einhaltung dieses Minderheitenschutzes, vertraglich auf 15 Jahre begrenzt, war in der Folgezeit eine anhaltende Quelle von zwischenstaatlichen Spannungen zwischen Deutschland und Polen.
Der überwiegende Teil der Provinzen des Königreichs Preußen, Westpreußen und Posen, die durch dieTeilungen Polens 1772 und 1793 an Preußen gekommen waren, wurden aus demDeutschen Reich herausgelöst und ohneVolksabstimmungen der neuen polnischen Republik einverleibt. Polen bekam dadurch einenZugang zur Ostsee beiGdingen. Einen Teil der Gebiete hatte polnisches Militär imGroßpolnischen Aufstand bereits zuvor besetzt.
Die alte Hansestadt Danzig, auf deren Erwerb Polen gehofft hatte, wurde durch die Alliierten zurFreien Stadt Danzig erklärt und verblieb mit Nutzungsrechten Polens amDanziger Hafen und Einschluss ins polnische Zollgebiet, doch außerhalb der Grenzen des neuen polnischen Staates, unter der Aufsicht desVölkerbundes. Aufgrund des nicht geglückten Erwerbs und der ablehnenden Haltung der deutschen Bevölkerung Danzigs begann Polen wenige Kilometer entfernt auf polnischem Gebiet in Gdingen (Gdynia) mit dem Bau eines neuen Hafens, der sich rasch zur Konkurrenz für Danzig entwickelte.
Für weitere Gebiete sah der Versailler VertragVolksabstimmungen über die Staatszugehörigkeit vor. InMasuren (Regierungsbezirk Allenstein) und imBezirk Marienwerder (ehemals Westpreußen) fanden unter alliierter Aufsicht Volksabstimmungen statt, in denen sich die große Mehrheit der Bevölkerung (98 % bzw. 92 %) für den Verbleib bei Ostpreußen und Deutschland entschied.
Die polnischen Bestrebungen zur Wiederherstellung seiner historischenGrenzen von 1772 stießen auch in Litauen und in der Ukraine auf Widerstand und gefährdeten vor allemUkrainer undLitauer. Eine Woche nach der polnischen Unabhängigkeitserklärung riefen auch die Ukrainer inLemberg ihre Unabhängigkeit aus. ImPolnisch-Ukrainischen Krieg um das ehemalige habsburgischeKönigreich Galizien und Lodomerien erweiterte Polen sein Gebiet nach Osten in die Ukraine hinein. Besonders heftige Kämpfe wurden um Lemberg geführt, daspolnische Freiwilligenverbände und reguläre Armeeteile am 21. November einnahmen. Der Krieg dauerte bis in den März 1919 an; er wurde am 21. April 1920 durch ein Abkommen zwischen Polen und derVolksrepublik Ukraine unterSymon Petljura offiziell beendet.
Polnische Soldatengriffen auch in der Westukraine lebende Juden an: Als Lemberg nach teilweise heftigen Kämpfen am 21./22. November 1918 von polnischen Truppen eingenommen worden war, kam es vom 22. bis zum 24. November zu einem Pogrom an der jüdischen Gemeinde der Stadt.
Der mit dem Versailler Vertrag ins Leben gerufeneVölkerbund sah die Ziehung einerGrenzlinie aufgrund der im Dezember 1919 vorgelegten Empfehlungen einer Kommission unter Leitung des britischen AußenministersCurzon vor, durch die mehrheitlich polnischsprachige Gebiete umWilna in Litauen und Lemberg in Galizien dem polnischen Staat verloren gehen würden.
Die weitergehenden Pläne Piłsudskis zielten zudem auf die Wiedererrichtung einer Republik unter polnischer Führung in der Tradition der 1795 untergegangenenAdelsrepublik, zu der auch mehrheitlich von Ukrainern undBelarussen bewohnte Gebiete gehören sollten. Polnische Truppen besetzten daher 1919 denöstlichen Teil Litauens um Wilna, das seine Unabhängigkeit gerade gegen Russland durchgesetzt hatte, ebenso vorübergehend Kiew in der Ukraine, was wegen der Überschneidung mit den territorialen Ansprüchen Sowjetrusslands zumPolnisch-Sowjetischen Kriegführte.
Zunächst drangen die polnischen Truppen unter GeneralRydz-Śmigły mit Unterstützung durch nationalukrainische Kräfte bis nach Kiew vor. Der schnelle Erfolg war durch das Ausweichen der sowjetischen Truppen begünstigt, die nach der Eroberung Kiews durch die Polen eine Gegenoffensive starteten. Die sowjetischen Einheiten unter GeneralTuchatschewski drangen bis Warschau vor, während GeneralBudjonny Lemberg belagerte.
Durch ein waghalsiges Zangenmanöver gelang derpolnischen Armee unter Piłsudskis Kommando der Durchbruch und eine nahezu vollständige Vernichtung der sowjetischen Einheiten: Während die polnischen Einheiten versuchten, die Armee von General Tuchatschewski beiRadzymin nordöstlich von Warschau aufzuhalten, startete Piłsudski vom FlussWieprz in derWoiwodschaft Lublin eine Großoffensive in Richtung Norden. Der Überraschungseffekt war so groß, dass die letzten sich zurückziehenden Einheiten derRoten Armee über deutsches Gebiet – Ostpreußen – flüchten mussten.
1921 schlossen die Kriegsparteien in der lettischen Hauptstadt Riga einenFriedensvertrag. Piłsudski verfehlte zwar sein Ziel, die Staatsgrenze von 1772 wiederherzustellen, es gelang ihm jedoch, die polnische Staatsgrenze etwa 200 km östlich derCurzon-Linie zu erweitern, der geschlossenen polnischen Sprachgrenze mit relativer Bevölkerungsmehrheit.
Im östlichen Teil Polens betrug der polnische Bevölkerungsanteil 1919 etwa 25 %, 1938 bezeichneten sich 38 % als polnisch. Den übrigen Anteil bildeten jeweils andere Nationalitäten. Die Bevölkerungsmehrheit bezeichnete sich als ukrainisch, belarussisch oder jüdisch. Mehrheitlich polnisch – mit einem hohen Anteil Juden – waren dagegen die Städte Wilna und Lemberg.
Das Staatsgebiet wurde in 16Woiwodschaften und die ihnen gleichgestellte Hauptstadt Warschau gegliedert. Die Grenzen dieser Verwaltungseinheiten orientierten sich zunächst an den einstigen deutschen, österreich-ungarischen und russischen Verwaltungsgrenzen, doch gab es am 1. April 1938 einige Gebietsumgliederungen.
Die Kämpfe des Ersten Weltkrieges an der mehrfach auf dem Boden des späteren polnischen Staates verlagerten Front hatten schwere Zerstörungen hinterlassen. Lediglich im ehemals preußischen Teilungsgebiet war es nicht zu Kämpfen gekommen. In Zentralpolen waren über 1,75 Millionen Zivilisten nach Russland evakuiert und Industrieanlagen demontiert worden. Die österreichischen und deutschen Besatzer hatten große Teile der Ernte und Industrieproduktion konfisziert und Zivilisten zur Zwangsarbeit in ihre Staatsgebiete deportiert.
Insgesamt verlor das Gebiet des späteren Polens im Weltkrieg zwei bis drei Fünftel seines Viehbestandes, die Getreide- und Kartoffelproduktion sank auf etwa die Hälfte, die Weizenproduktion sank auf ein Drittel des Vorkriegsstandes. Es wird geschätzt, dass im November 1918 nur noch 15 Prozent der Arbeiter von 1913 in der Industrie arbeiteten. Etwa die Hälfte der Brücken und fast zwei Drittel der Bahnhöfe waren zerstört.[46] Durch dieTeilungen Polens hatten sich die jetzt in einem Staat wiedervereinten Teile sehr unterschiedlich entwickelt.[47] Vereinfacht wurde zwischen dem vergleichsweise gut entwickeltenPolen A und dem rückständigenPolen B mit der Trennlinie an derWeichsel unterschieden.[48]
Die Arbeits- und Sozialgesetzgebung der Zweiten Polnischen Republik gehörten zu den modernsten der damaligen Zeit. 1918/1919 wurden Dekrete über den8-Stunden-Arbeitstag, Gewerkschaften, Gesundheitsversicherung und Arbeitsinspektion erlassen. 1920 folgten Gesetze zuKrankenkassen, Arbeitszeit und 1922 zu Urlaubsansprüchen.[49] Mitte Oktober bis Ende November stieg die Zahl der registrierten Arbeitslosen von 200.000 auf 300.000.[50]
Das Staatsbudget war defizitär, 1921 waren 40 %, 1922 51 % der Ausgaben gedeckt.[49] Während des gesamten Bestehen des Staates nahm dasMinisterium für Militärische Angelegenheiten bis zu einem Drittel des Staatsbudgets in Anspruch.[44]
Am 15. Januar 1920 wurde diePolnische Mark eingeführt, zuvor gab es sechs gültige Währungen im Staat.[51] Zwischen der Übernahme der Regierungstätigkeit durchWincenty Witos im Mai 1923 und dem 1. August 1923 fiel der Kurs der Mark zumUS-Dollar von 1:52.000 auf 1:230.000. Dies wird als Beginn derHyperinflation in der polnischen Republik angesehen. Im Dezember 1923 war der Wechselkurs bereits auf 1:4,3 Millionen geklettert. Am 1. Februar 1924 wurde dieBank Polski gegründet, welche weitgehend unabhängig von der Regierung war. Im April 1924 wurde derZłoty (d. h. Gulden) eingeführt und so bis Mitte des Jahres die Polnische Mark vollständig abgelöst.[52] Von 1924 bis 1925 nahm der Złoty durch einseitige Einführung an derLateinischen Münzunion teil.
Anfang der 1920er Jahre lebten drei Viertel der Bevölkerung von der Landwirtschaft, wobei hier viele kleine Höfe das Bild dominierten. Ein Drittel der Landwirtschaftsunternehmen bewirtschafteten weniger als zweiHektar (insgesamt 3,5 % des Ackerbodens), ein weiteres Drittel weniger als fünf Hektar (14,8 %) nur 0,9 % der Unternehmen besaßen mehr als 50 Hektar (47,3 % des Bodens). Die bedeutendsten Landbesitzer waren die FamilienZamoyski, mit 191.000 Hektar, undRadziwiłł, 177.000 Hektar.[51] Bis 1923 hatte die Landwirtschaft in den meisten Bereichen wieder den Stand von vor dem Weltkrieg erreicht.[49]
Es gab ab 1919 mehrere Ansätze für eineBodenreform, aber erst 1925 konnteWładysław Grabski erfolgreich ein effektives Gesetz erlassen. Er setzte ein Dekret von 1923 in ein Gesetz um, nach dem die Großgrundbesitzer jährlich mindestens 200.000 Hektar gegen volle Entschädigung in den Besitz von Kleinbauern überführen mussten.[52]
Die Industrie war während der Teilung auf die Bedürfnisse der Teilungsmächte ausgerichtet und wenig exportorientiert, vom preußischen Teilungsgebiet vielleicht abgesehen. Zudem war sie nur mangelhaft mit Kapital ausgestattet. Etwa 40 % der Industrie wurde vonKartellen beherrscht.[53] Der Staat war über dieBank Polski und durchStaatsmonopole ein wichtiger Faktor der Wirtschaft. Etwa 30 % der Staatseinnahmen wurden in Staatsunternehmen generiert.[53] Die Zahl der Industriearbeiter, ohne Oberschlesien, verfünffachte sich zwischen 1919 und 1922, blieb aber unter der Zahl von 1913. Auch dieReallöhne stiegen und erreichten Mitte 1921 98 % der Einkommen von 1914.[49]
Die Industrieproduktion stieg an und erreichte 1929 143 % des Standes von 1926. Durch den Wirtschafts- und Handelskrieg von 1925 und den damit wegfallenden Import wurde der Aufbau polnischer elektrotechnischer, chemischer und optischer Betriebe gefördert.[23] Der Kohleexport wurde zwar durch den Handelskrieg zunächst beeinträchtigt, der englische Bergarbeiterstreik im Jahr 1926 führte aber zu einer erhöhten Nachfrage und einer Steigerung der Steinkohleförderung bis 1926 um fast 60 %.[23]
Die Infrastruktur, da zuvor auf die jeweilige Teilungsmacht ausgerichtet, war schlecht miteinander verbunden.[47] So gab es keine direkte Bahnverbindung von den Kohlerevieren im Süden des Landes zu dementstehenden Hafen in Gdynia bzw.dem bestehenden Danzigs. Etliche Streckenführungen waren durch Kriegsschäden und ungünstige Streckenführung deutlich länger als nötig. So dauerte die Fahrt vonWarschau ins etwa 400 Kilometer entfernteLemberg bis 1925 12 Stunden, ab Sommer des Jahres 9 Stunden.[54]
1923 waren ein Drittel der BevölkerungAnalphabeten, wobei sich die Verteilung sehr stark unterschied. Im zuvor russischen Osten,Polesien undWolhynien, waren dies bis zu 50 %, im polnischen TeilOberschlesiens lediglich 1,5 %.[47] Im Osten Polens wurde 1919 die bis dahin nicht bestehende allgemeineSchulpflicht eingeführt, womit innerhalb von vier Jahren die Zahl der Lehrer als auch Schüler um zwei Drittel stieg.[47] Trotzdem besuchten Mitte der 1920er Jahre etwa 40 % der Schulpflichtigen keine Schule und das Verhältnis der Lehrer zur Bevölkerung erreichte 70 % des zentralpolnischen und etwa die Hälfte der westpolnischen Gebiete.[56]
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