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Zogelsdorfer Stein

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(Weitergeleitet vonZogelsdorfer Sandstein)
Wiener Karlskirche, Detail der Säulenreliefs
Bacchus-Brunnen desPietro Maino Maderno aus Eggenburger Stein

DerZogelsdorfer Stein (historisch alsEggenburger Stein,Burgschleinitzer Stein oderWeißer Stein von Eggenburg bezeichnet) ist ein hauptsächlich naheZogelsdorf beiEggenburg in Niederösterreich abgebauter quarzhaltigerKalkarenit.

Entstehung und Vorkommen

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Der Zogelsdorfer Stein stammt aus demBurdigalium und ist somit etwas älter als die Leithakalke. Als hauptsächlicheGesteinsbildner sind die massenhaft auftretendenMoostierchen (Bryozoa) zu nennen, weshalb der Stein in der Fachliteratur auch alsBryozoenkalk oderNulliporenkalk[1] (Nulliporen sind Algen) bezeichnet wird. Daneben treten je nach Formation aber auchPilgermuscheln und vereinzelt Seeigel undSeepocken auf, was auf eine Entstehung im marinen, bewegten Flachwasserbereich hinweist. Alsklastische Einschlüsse könnenQuarze,Muskovite, undFeldspate beobachtet werden, die mitKalkspat oder Blocksparit einzementiert wurden. Diese Einschlüsse können aus den in der Nähe vorkommenden Graniten abgeleitet werden, denen der Kalksandstein auch aufgelagert ist.

Der Zogelsdorfer Stein ist am Ostrand derBöhmischen Masse zwischenPulkau undMaissau, vor allem aber um Eggenburg als 5 bis 10 Meter mächtige Auflagerung verbreitet. Wegen der weitgehenden Stabilität des Böhmischen Masse ist der Kalkstein kaum geklüftet und somit für die Werksteingewinnung von hoher Qualität.

Abbau und Eigenschaften

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Der Stein wurde bereits in derBronzezeit gebrochen, wie aus Fundstücken ersichtlich ist. Der Abbau endete erst Mitte des 20. Jahrhunderts. Die letzten Werksteinstücke verwendete man zur Behebung der Kriegsschäden amKunsthistorischen Museum in Wien. Wegen seiner ausgezeichneten Eigenschaften wurde das Gestein von Bildhauern sehr geschätzt, zumal er, weil kaum zerklüftet, auch in beliebig großen Stücken gewonnen werden konnte. Seine Nutzung intensivierte sich im 12. Jahrhundert, wo er an mehreren Stellen überwiegend für den lokalen Bedarf gewonnen und beispielsweise im Kirchenbau (Kirchen in Eggenburg, Kuenring, Pulkau und Burgschleinitz) verwendet wurde.

Erfolgreiche „Werbestrategie“

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Der erste Absatz dieses Abschnitts ist leider völlig unverständlich: "damalige Zeit" meint welche Zeit? Was hat die beschriebene Webestrategie für den hungrischen Stein mit dem Zogelsdorfer Stein zu tun? bedarf einer grundsätzlichen Überarbeitung. Bitte hilf mit, ihn zuverbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Die „Werbestrategen“ der damaligen Zeit waren überaus erfolgreich in der Verdammung der Kalksandsteine desLeithagebirges und desRuster Hügellandes[2], sodass man in Wien vomschlechtenhungrischen stain sprach. Dies ging so weit, dass sogar Fürst Esterházy, der zahlreiche eigene Steinbrüche besaß, Bauplastik und Skulpturen in Schloss Fertód aus Zogelsdorfer Stein anfertigen ließ! Das geschah natürlich ausKonkurrenzgründen. Da mehrere Söhne aus Eggenburger Steinmetzfamilien, wieJohann Georg Haresleben,Reichardt Fux,Joseph Winkler,Johann Michael Strickner, u. a.mehr, keinen Platz im eigenen Steinmetzgewerbe fanden, „verband sich der tragfähigeharte Kalkstein mit dem Bildhauerstein“ durch Einheirat (meist durch Heirat der Meisterswitwe) in dieitalienisch-schweizerischenMeisterfamilien imkaiserlichen Steinbruch und waren danach sehr erfolgreich.

Zogelsdorfer Steinbruch (Waldbruch) vor 1913

Auf der Hochfläche zwischen Zogelsdorf und Reinprechtspölla wurde der Stein an immer mehr kleinen Stellen gebrochen, bis diese Steinbrüche im Laufe der Zeit zum so genanntenGroßen Bruch (oderWaldbruch) zusammengewachsen waren. Archivalien über diesen Bruch sind seit 1472 vorhanden. Im 17. und 18. Jahrhundert erlebte der Stein seine Blüte: Der in Besitz der Herrschaft Harmannsdorf stehende Große Bruch war an mehrere Steinmetze sowie an Großabnehmer wie Stifte verpachtet, wobei damals waren bis zu 400 Menschen am Steinbruch und in davon abhängigen Gewerbebetrieben tätig. Die einzelnen Teile des Steinbruches waren nach ihren Pächtern benannt (z. B. Göttweiger Wand). Nach Streitigkeiten zwischen den konkurrierenden Eggenburger undSchönbrunner Steinmetzen verlor um 1770 das Steinbruchrevier jedoch an Bedeutung. Die Schönbrunner Steinmetze wollten nämlich keine vorgefertigten Steine aus Eggenburg beziehen, sondern nur rohe Blöcke, was die Eggenburger Steinmetze aber ablehnten. Die Schönbrunner Steinmetze verwendeten daraufhinKalke aus dem Leithagebiet oderSankt Margarethener Stein, womit der Zogelsdorfer Stein rasch aus der Mode kam und zwischen 1780 und 1800 das Steinmetzhandwerk um Eggenburg fast zum Erliegen kam.

LautSchweickhardt waren um 1830 fünf Meister und 20 Hilfsarbeiter am Steinbruch beschäftigt, womit nur mehr der lokale Bedarf gedeckt wurde. 1839 übernahm Carl Freiherr von Suttner, der Schwiegervater vonBertha von Suttner, die Herrschaften Harmannsdorf und Zogelsdorf und versuchte, den Betrieb wieder aufleben zu lassen. Lieferungen nachSchloss Eisgrub in Mähren musste er wegen der hohen Transportkosten wieder einstellen. Erst die Bauten derWiener Ringstraße (1860–1890) kurbelten die Nachfrage an und die neu errichteteFranz-Josephs-Bahn erleichterte den Transport. Um 1870 wurde sodann auch der heute zugängliche Johannesbruch eröffnet, der bis etwa 1885 in Betrieb war. Bis in die 1920er wurden noch sporadisch Steine entnommen, um 1950 im Rahmen der Behebung von Kriegsschäden auch in größerem Umfang.

Verwendung

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Er wurde an zahlreichen Bauten und Plastiken verwendet, beispielsweise beim WienerStephansdom (Heidentürme und große Teile des gotischen Baues,Hochaltar des Stephansdoms) und derKarlskirche, bei der figuralen Ausstattung der StifteGeras,Altenburg,HeiligenkreuzHerzogenburg undMelk und bei Wiener Palastbauten wie demSchloss Schönbrunn, amMichaelertor sowie an derNationalbibliothek (Hofburg), amStadtpalais des Prinzen Eugen, imPalais Liechtenstein oder auch imSchloss Esterházy in Ungarn. Damit war dieses Gestein zusammen mit demKaiserstein ausKaisersteinbruch eines der wichtigsten Baugesteine vor allem in Wien.[3]

Im Steinmetzhaus in Zogelsdorf und im Johannes-Schausteinbruch in Zogelsdorf werden die Eigenschaften und die Verwendung des Zogelsdorfer Steins exemplarisch erläutert. Besichtigt werden kann auch der Prachtsteinbruch südlich vonGroß-Reipersdorf (beim Bahnhof Pulkau). DerGroße Bruch auf der Straße zwischen Zogelsdorf und Reinprechtspölla ist aber unzugänglich.

Literatur

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  • Alois Kieslinger: Steinhandwerk in Eggenburg und Zogelsdorf. In:Unsere Heimat, Monatsblatt des Vereines für Landeskunde und Heimatschutz von Niederösterreich und Wien, Jg. 8 (1935), Nr. 5–7, S. 141–161, 177–195.
  • Burghard Gaspar:Der „Weiße Stein von Eggenburg“. Der Zogelsdorfer Kalksandstein und seine Meister. In:Das Waldviertel, Jg. 44 (1995), Heft 4, S. 331–367 (Digitalisat).

Weblinks

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Einzelnachweise

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  1. Steinmetzhaus in Zogelsdorf. Marktgemeinde Burgschleinitz-Kühnring abgerufen am 15. Mai 2010
  2. Andreas Rohatsch:Die Bau- und Dekorsteine der Kartause Mauerbach. In:Kartause Mauerbach 1314 bis heute. (=Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege, Bd. LIII. 1999. Heft 2/3/4, S. 737–733)
  3. Andreas Rohatsch:Kaisersteinbruch – Leithakalk in bester Qualität. In:Thomas Hofmann (Hrsg.):Wien Niederösterreich Burgenland, Wanderungen in die Erdgeschichte (22).Geologische Bundesanstalt. Wien 2007,ISBN 978-3-89937-074-4, S. 172–173.
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