ZSB 2000 ist einElektronisches Stellwerk (ESTW) der FirmaScheidt & Bachmann.
Die Technik des Stellwerks basiert auf demBahnübergang-Steuerungssystem BUES 2000. Der bei der BUES 2000 verwendete sichere Rechnerkern ist die Grundlage für die Leittechnik der Stellwerkstechnik ZSB 2000.[1]
Zunächst vor allem an Strecken mitvereinfachten Betriebsverhältnissen (z. B.signalisierter Zugleitbetrieb) eingesetzt, wurde es mit der Zeit stetig weiterentwickelt und kann heute auch als ESTW-R eingesetzt werden.
Das ZSB 2000 ist modular aufgebaut. Seine verschiedenen Module sind in vier Ebenen gegliedert:[1][2][3]
DieVerschlussebene übernimmt die Steuerung und Überwachung der Sicherungslogik. Sie besteht in der Regel aus drei doppelten Rechnermodulen, davon einFahrstraßenmodul und zweiKommunikationsmodule. Das Fahrstraßenmodul enthält die Stellwerkslogik. Das Fahrstraßenmodul kommuniziert mit den Kommunikationsmodulen über einenCAN-Bus. Häufig sind die beiden Kommunikationsmodule jeweils einemBahnhofskopf zugeordnet. Die Kommunikationsmodule verwalten und überwachen die Informationen der angeschlossenen Außenelemente (z. B. Signale, Weichen, Achszähler) und wickeln die Kommunikation mit der nächstenBetriebsstelle ab.[2][3]
In der Feldebene sind die Baugruppen angeordnet, die die Steuerung und Überwachung der Außenelemente übernehmen. Hierzu zählen neben derWeichensteuer-Baugruppe und derIn/Out-Baugruppe auch dieCAN-Interface-Fern-Baugruppe (CIF-BG) und dieStreckennetz-Baugruppe. Die einzelnen Baugruppen sind an den CAN-Bus des zugehörigen Kommunikationsmoduls angeschlossen, dem sogenanntenModulbus. In der Feldebene werden keine logischen Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Baugruppen gebildet.[2][3] Die CAN-Interface-Fern-Baugruppe ist einGateway, welches dieDatenübertragungsrate der Innenanlage auf das niedrigere Level der Außenanlage umsetzt.[1] Dies ist notwendig, um den CAN-Bus im Außenbereich, der sogenannteElementbus (oder kurzEbus) über größere Leitungslängen zu führen.[4] An den Elementbus wiederum sind die Signale, die Achszähler und die Örtliche Bedieneinheit angeschlossen.
Die Diagnose- und Dispositionsebene besteht aus einem nicht sicheren, sogenanntenStationsrechner, derrückwirkungsfrei mit dem sicheren Rechnerkern gekoppelt ist. Der Stationsrechner liest die Anzeigeinformationen der Verschlussebene ein, leitet sie an den Bedienplatz weiter, nimmt die Befehle vom Bedienplatz entgegen, leitet diese an den sicheren Rechnerkern weiter und zeichnet alle Diagnosemeldungen auf. Die Befehle des Bedieners werden in der Verschlussebene auf Plausibilität geprüft und nur bei Zulässigkeit ausgeführt. Zudem können mithilfe des Stationsrechners weitere technische Einrichtungen wie z. B.Weichenheizung und die Bahnhofsbeleuchtung gesteuert werden. Der Stationsrechner ist in einem19"-Baugruppenträger untergebracht und verfügt über ein integriertes Display, eine integrierte Maus und eine abgesetzte Tastatur. Damit erlaubt der Stationsrechner die (Not-)Bedienung und Anzeige des örtlichen Stellwerks und des Diagnose-Systems.[1][5]
Der Bedienplatz besteht aus einem oder mehreren Standard-PCs mit Monitoren. Diese können z. B. über eineModemverbindung mitTCP/IP-Übertragungsprotokoll vom Stellwerk entfernt aufgestellt werden, so dass die Fernsteuerung eines oder mehrerer Stellwerke möglich ist. Somit kann eine zentraleFahrdienstleitung eingerichtet werden.[5]
Die Bedienoberfläche erlaubt die Anzeige der Kommunikationsanzeige u. a. mit Merkspeicher, Protokoll-, Störungs- und Informationsspiegel undZugnummernmeldeanlage, sowie die Aufschaltung von Lupenansichten und Bereichsübersichten.[5]

Es kommen verschiedene Bauformen vonLED-Lichtsignalsystemen zum Einsatz, je nach örtlichen Erfordernissen. In Deutschland werden beispielsweiseHaupt-,Vor-,Kombinations- undSperrsignale eingesetzt. Die Lichtsignale werden aus einzelnen Lichtpunkten mit verschiedenen Durchmessern gebildet.[2]
Die Signale werden seriell, über verschiedene CAN-Busse angesteuert. An den Elementbus wird für jeden Hauptsignalstandort eine sogenannteLichtsignalsteuerbaugruppe (LSS-BG, auchSignalmaster genannt) angeschlossen, die wiederum über den sogenanntenSignal-CAN-Bus die einzelnen Signalteile, wie Lichtpunkte,Zugbeeinflussung,Zusatz- und Voranzeiger, ansteuert. Die Lichtsignalsteuerbaugruppe ist entweder in einem Gleisanschlussgehäuse oder in einem Signalkasten installiert. Die Lichtpunkte selbst bestehen aus Hochleistungsleuchtdioden und einer sicheren, zweikanaligen Ansteuer- und Überwachungselektronik-Baugruppe, die in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht sind. Dieses Gehäuse enthält auch die Linsen.[2]
Für Zusatz- und Voranzeiger wird ein universeller LED-Matrixanzeiger verwendet, der Ziffern, Buchstaben und Symbole anzeigen kann.[2]
Die Weichenantriebe der elektrisch fernbedienten Weichen und Gleissperren werden mit derVierdraht-Weichenschaltung an das ZSB 2000 angeschlossen. Im System ZSB 2000 ist auch der Einsatz vonRückfallweichen vorgesehen. Dabei werden die Rückfallweichen zur Fahrstraßenüberwachung, zur Anzeige des Weichenzustandes im Gleisbild und zu Diagnosezwecken von einem Zungenprüfer überwacht. Mechanisch ortsgestellte Weichen können überSchlüsselabhängigkeiten und in Verbindung mitSchlüsselsperren signaltechnisch sicher eingebunden werden.[1][6]
Mit einem sogenannten Weichensteuermodul können bis zu vier Weichenantriebe gesteuert werden. Das Weichensteuermodul besteht aus der zweikanaligen Weichensteuer-Baugruppe, die über zwangsgeführteSignalrelais die Vierdraht-Weichenschaltung ansteuert. Die Weichensteuermodule sind über den Modulbus mit einem Kommunikationsmodul verbunden. Über den Modulbus erhalten die Weichensteuer-Baugruppen die Umstellbefehle vom Fahrstraßenmodul und die Weichensteuer-Baugruppe senden die aktuelle Weichenlage und eventuelle Diagnosemeldungen an das Fahrstraßenmodul zurück.[6]
Für dieGleisfreimeldung werdenAchszähler verwendet. Der an die Schiene angeschraubte Achssensor besteht aus zwei Kleininduktionsspulen, die aufgrund ihrer Längenausdehnung achssensibel reagieren.[1]
Die sogenannteÖrtliche Bedieneinheit (ÖBE) im System ZSB 2000 ermöglicht, vor Ort Regelbedienungen des Stellwerks durchzuführen und im StörungsfallHilfsbedienungen oderHilfshandlungen durch das Zusammenwirken von Betriebspersonal undZugleiter zu ermöglichen. Die ÖBE ist in einem abschließbaren Bedienkasten untergebracht und besteht aus einer vierzeiligen,alphanumerischen Anzeige und einerTelefontastatur. Sie ist über den Elementbus an das sichere System angebunden.[7]
Das ZSB 2000-System ist an das 400 VDrehstrom-Niederspannungsnetz des örtlichen Energieversorgungsunternehmens angeschlossen.[8] EinTrenntransformator trennt die Stromversorgung des ZSB 2000 galvanisch vom öffentlichen Netz.[6] Ein Batterieladegleichrichter stellt die Grundversorgung und die Unterhaltung der Batterie sicher. Aus der Batterie kann bei einem Netzausfall die Versorgung der gesamten Leit- und Sicherungstechnik für eine Überbrückungszeit gewährleistet werden. Auch die gesamte Außenanlage des ZSB 2000 ist für eine Spannung von 60 V Gleichspannung ausgelegt.[8]