Yap-Inseln
Yap-Inseln | ||
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Gewässer | Pazifischer Ozean | |
Archipel | Westkarolinen | |
Geographische Lage | 9° 32′ N,138° 7′ O9.5333333333333138.11666666667Koordinaten:9° 32′ N,138° 7′ O | |
Anzahl der Inseln | 14 | |
Hauptinsel | Yap | |
Landfläche | 100,16 km² | |
Lagunenfläche | 26 km² | |
Höchste Erhebung | Taabiywol 169 m | |
Einwohner | 7371(2010[1]) | |
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DieYap-Inseln (in derdeutschen KolonialzeitJap-Inseln genannt) sind ein imArchipel derWestkarolinen gelegenesAtoll imPazifik. Sie sind 1250 km vonNeuguinea und 820 km vonGuam entfernt und gehören politisch zu denFöderierten Staaten von Mikronesien.
Geographie
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Allgemein
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Die Gruppe besteht aus vier größeren vulkanischen und etwa zehn kleinen Koralleninseln, die nah beieinander liegen und von einem gemeinsamen keilförmigenSaumriff umgeben sind. Die vier größeren Inseln sind
- Yap (dieHauptinsel der Inselgruppe) (56,15 km²)
- Gagil-Tomil (28,82 km²)
- Maap (10,64 km²)
- Rumung (4,30 km²)
Die übrigen zehn Inseln
- Bileegiliy (Ruul)
- Biy (Tamil Harbor)
- Dilmeet (Maap)
- Fangaamat (Ruul)
- Garim (Süden)
- Paakeal (Tamil Harbor)
- Qaelik (Süden) (Felsen)
- Ruunguch (Maap)
- Taraang (Tamil Harbor)
- Mitheathow (vor Gagil)
haben nur eine Fläche von zusammengenommen 0,24 km² oder 24Hektar.
Die bewohnten Inseln der Gruppe sindvulkanischen Ursprungs, hügelig, dicht bewaldet und in den Küstenregionen besiedelt. Die anderen Inseln von Yap sind durchweg kleine und flache unbewohnteKoralleninseln. Das umlaufende Saumriff schließt eineLagune von 26 km² ein.
Lage der Inseln
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Inselname | Koordinaten | Fläche (km²) | Einwohner[1] | municipality |
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Yap | !509.5125005638.092778509° 31′ N,138° 06′ O9.5125138.09277777778 | 56,15 | 4598 | 6 municipalities |
Gagil-Tomil | !509.5433335638.165833509° 33′ N,138° 10′ O9.5433333333333138.16583333333 | 28,82 | 2094 | 2 municipalities |
Maap | !509.5938895638.165833509° 36′ N,138° 10′ O9.5938888888889138.16583333333 | 10,64 | 621 | Maap |
Rumung | !509.6200005638.155000509° 37′ N,138° 09′ O9.62138.155 | 4,30 | 58 | Rumung |
Bileegiliy | !509.4930565638.101944509° 30′ N,138° 06′ O9.4930555555556138.10194444444 | 0,0016 | 0 | Rull |
Fangaamat | !509.4908335638.100000509° 29′ N,138° 06′ O9.4908333333333138.1 | 0,14 | 0 | Rull |
Garim | !509.4519445638.076944509° 27′ N,138° 05′ O9.4519444444444138.07694444444 | 0,0018 | 0 | Gilmaan |
Biy | !509.5191675638.136667509° 31′ N,138° 08′ O9.5191666666667138.13666666667 | 0,046 | 0 | Tomil |
Taraang | !509.5272225638.131667509° 32′ N,138° 08′ O9.5272222222222138.13166666667 | 0,0383 | 0 | Fanif |
Paakeal | !509.5313895638.128889509° 32′ N,138° 08′ O9.5313888888889138.12888888889 | 0,0382 | 0 | Fanif |
Dilmeet | !509.6158335638.175833509° 37′ N,138° 11′ O9.6158333333333138.17583333333 | 0,0008 | 0 | Maap |
Ruunguch (Pelau Island) | !509.5808335638.145278509° 35′ N,138° 09′ O9.5808333333333138.14527777778 | 0,0086 | 0 | Maap |
Qaelik | !509.4419445638.061944509° 27′ N,138° 04′ O9.4419444444444138.06194444444 | 0,0049 | 0 | Gilmaan |
Mitheathow | !509.5628615638.197583509° 34′ N,138° 12′ O9.5628611111111138.19758333333 | 0,00064 | 0 | Gagil |
Das InselchenMitheathow, das laut alter Karten nur wenige Meter vor der Nordostküste vonGagil-Tomil liegt, erscheint auf aktuellen Satellitenbildern wegen Mangrovenwachstum als verbunden mit Gagil.
Geschichte
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Am 15. November 1625 erreichte der niederländische VizeadmiralGeen Huygen Schapenham mit der Nassauischen Flotte (niederländischNassausche vloot), die von 1623 bis 1626 die Welt umrundete, die Insel Yap und kann somit europäischerseits als ihr Entdecker gelten.[2]
1686 entdeckte der SpanierFrancesco Lazeano vermutlich die Yap-Inseln,[3] die er zu Ehren des damaligen spanischen KönigsKarl II. (1661–1700) – spanisch Carlos II. – „Carolina“ nannte, wodurch schließlich der ganze Archipel seinen Namen bekam. Bis 1899 befanden sich die Inseln imspanischen Kolonialbesitz, danach wurde das Gebiet an dasDeutsche Reich verkauft. In den Jahren 1912/13 wurde eine Großfunkstation gebaut, die eine zentrale Rolle im Nachrichtenwesen derKolonienDeutsch-Neuguinea undDeutsch-Samoa spielte.[4] 1914 wurden die Inseln vonjapanischen Streitkräften besetzt. Ab 1919 bis 1945 waren die Inseln japanisches Mandatsgebiet, da Japan die Inseln imFriedensvertrag von Versailles zugesprochen wurden. 1945 wurden die Inseln von US-Truppen besetzt. Ab 1947 gehörten die Yap-Inseln zum ozeanischenTreuhandgebiet Pazifische Inseln, das unter Verwaltung derUSA stand. 1979 schlossen sich die Yap-Inseln mit anderen (Insel-)Gebieten im Archipel derKarolinen zum heute unabhängigen InselstaatFöderierte Staaten von Mikronesien (FSM) zusammen. 2007 gab es auf der Insel Yap einen kleinen Ausbruch desZika-Virus.[5] Die Inseln sind bekannt für außergewöhnlich große Zahlungsmittel aus Stein, dieRai genannt werden.
Verwaltung
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Die Yap-Inseln (und noch über 145 kleine Inseln undAtolle) zählen politisch zumBundesstaat Yap, einem Teilstaat der Föderierten Staaten von Mikronesien (FSM). Die Yap-Inseln werden hierbeiYap Proper und die anderen Atolle und InselnOuter Islands genannt.
Zehn der 22 Gemeinden(municipalities) des Bundesstaates Yap entfallen auf die Yap-Inseln, davon sechs auf die HauptinselYap, zwei auf die InselGagil-Tomil und je eine auf die InselnMaap undRumung:

- Yap (Insel)
- Fanif
- Weloy
- Rull
- Dalipebinau
- Kanifay
- Gilmaan
- Gagil-Tomil
- Gagil
- Tomil
- Maap
- Maap
- Rumung
- Rumung
Diese zehn Gemeinden der Yap-Inseln werden traditionell weiter in Dörfer(villages) untergliedert, insgesamt 129, davon 38 heute unbewohnt.[6]
Colonia, die Hauptstadt des Bundesstaates Yap, liegt an der Ostküste der gleichnamigen InselYap und besteht aus den Gemeinden Weloy und Rull.
Kultur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Der kulturelle Höhepunkt des Jahres ist der „Yap-Tag“, eine in der ersten Märzwoche stattfindende Festveranstaltung, bei der sich Tanzgruppen aus mehreren Dörfern auf der Hauptinsel versammeln. Es ist der wichtigste der vier staatlichen Feiertage und dient der Erhaltung und Wiederbelebung der traditionellen Kultur. Beliebt sindSitztänze von Frauen und Stocktänze von Männern. 1999 wurde das Fest erstmals auf drei Tage ausgedehnt, mit Kanu-Wettrennen am dritten Tag.[7]
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Erich Kaiser:Beiträge zur Petrographie und Geologie der Deutschen Südsee-Inseln. In:Jahrbuch der Königlich Preussischen Geologischen Landesanstalt und Bergakademie zu Berlin für das Jahr 1903. Band XXIV, Berlin 1907, S. 93–121.pdf
Weblinks
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑abYap 2010 Census Basic Tables – Table B01: Age and Sex by Municipality of Usual Residence, Yap State: 2010. (MS Excel; 433 kB) Downloadlink. In: stats.gov.fm. Government of the Federated States of Micronesia – Department of Resources & Development, abgerufen am 8. Oktober 2024 (englisch).
- ↑John Dunmore:Who's Who in Pacific Navigation. Stichwort:Schapenham. University of Hawai'i Press. 1991. S. 222.
- ↑StichwortJap. In:Heinrich Schnee (Hrsg.):Deutsches Kolonial-Lexikon. Quelle & Meyer, Leipzig 1920, Band II, S. 124ff. (online (Memento vom 10. Juni 2021 imInternet Archive)).
- ↑Reinhard Klein-Arendt:„Kamina ruft Nauen!“ Die Funkstellen in den deutschen Kolonien 1904–1918. Wilhelm Herbst Verlag, Köln 1995,ISBN 3-923925-58-1, S. 226ff.
- ↑Lea Wolz:Zika – einst globale Gefahr, heute vergessen? Spiegel, 18. September 2019
- ↑Sherwood Lingenfelter:Yap: Political Leadership and Culture Change in an Island Society. The University Press of Hawaii, Honolulu 1975, S. 79.
- ↑Toru Aoyama:Yap Day: Cultural Politics in the State of Yap. (PDF; 198 kB) Kagoshima University Research Center for the Pacific Islands. Occasional Papers, Nr. 34, 2001, S. 1–13.