Lage der Stadt Wuppertal in Nordrhein-Westfalen und im Regierungsbezirk Düsseldorf
Karte
Ansicht von Wuppertal-Elberfeld quer zur Talachse in Richtung NordenAnsicht von Wuppertal-Elberfeld entlang der Talachse in Richtung OstenAnsicht von Wuppertal-Barmen entlang der Talachse in Richtung OstenBlick auf Wuppertal-Beyenburg mit derKlosterkircheWuppertaler Schwebebahn über der Wupper„Großstadt im Grünen“ – Botanischer Garten mit Blick über die Stadt
Erste urkundliche Erwähnungen von Siedlungen stammen aus dem mittleren 11. Jahrhundert. Über viele Jahrhunderte war das heutige Stadtgebiet auf unterschiedliche Herrschaftsgebiete aufgeteilt. Bis ins 19. Jahrhundert entwickelte sich die Region zu einem Zentrum der deutschen und europäischenFrühindustrialisierung; vor allem die Textilindustrie bescherte der Region Wohlstand und Wachstum. Die Stadt wurde zum 1. August 1929 durch Vereinigung derkreisfreien StädteElberfeld (Großstadt seit etwa 1883) undBarmen (Großstadt seit etwa 1884) sowie der StädteRonsdorf,Cronenberg undVohwinkel unter dem NamenBarmen-Elberfeld als kreisfreie Stadt gegründet und im Jahr 1930 inWuppertal umbenannt;[3][4] diese Namensvergabe brachte die geografische Lage der Städte Barmen und Elberfeld imTal der Wupper zum Ausdruck.
DieTopografie wird durch das Tal derWupper geprägt, die sich rund 20 km durch das Stadtgebiet windet und deren steile Hänge oft bewaldet sind. Auf dennördlichen undsüdlichen Hochflächen gelegene Stadtteile gehen in die Wiesen und Wälder des Bergischen Landes über und machen Wuppertal, zusammen mit weitläufigen Grün- und Waldflächen wie etwa demBarmer Wald,Scharpenacken oder demStaatsforst Burgholz, zu einer „Großstadt im Grünen“. Als „Wiege der Industrialisierung in Deutschland“[5] ist die Stadt zugleich reich an großenVillenvierteln und Wohnhäusern aus derGründerzeit: Etwa 4500Baudenkmale befinden sich im Stadtgebiet.
Die seit 1901 bestehendeSchwebebahn ist das Wahrzeichen und die herausragende Sehenswürdigkeit Wuppertals, aufgrund des Verkehrsmittels umgangssprachlich auchSchwebebahnstadt genannt. Sie ist die älteste, immer noch in Betrieb befindliche und mit über 13 km Streckenlänge eine der längstenHängebahnen der Welt. Der größte Teil der Strecke verläuft über der Wupper.
Bekannte Wuppertaler Sportvereine sind der ehemalige Fußball-Erstligist und UEFA-Cup-TeilnehmerWuppertaler SV und der HandballbundesligistBergischer HC, hinzu kommen Bundesligisten in weiteren Sportarten mit zahlreichen nationalen und internationalen Titeln.
Wuppertal liegt in einem Bogen der Wupper entlang der Grenze zumNiederbergischen im Norden und denoberbergischen Hochflächen im Süden. Der südöstliche Teil des Stadtgebietes gehört zu denBergischen Hochflächen mit Höhen bis zu etwa 350 m, die durch tiefe Kerbtäler von Gewässerläufen durchschnitten werden. Der nördliche Bereich des Stadtgebietes ist Teil desNiederbergisch-Märkischen Hügellands, das Geländehöhen bis zu etwa 322 m aufweist. Das Tal der Wupper selbst wirdnaturräumlich alsWuppertaler Senke bezeichnet.[6]
Aufgrund der erheblichen Höhenunterschiede gibt es zahlreiche Treppen und steile Straßen. Wuppertal gilt als die Stadt mit den meisten öffentlichen Treppen Deutschlands und ist für FilmregisseurTom Tykwer – ein gebürtiger Wuppertaler – das „San Francisco Deutschlands“.[7]
Wuppertal liegt am Rand desRheinischen Schiefergebirges, eines deutschen Mittelgebirges, dessen Gesteine hauptsächlich aus der Zeit desDevons (vor ca. 416–360 Millionen Jahren) und desKarbons (vor ca. 360–300 Millionen Jahren) stammen. In den südöstlichen Stadtteilen findet man mitTonschiefer,Grauwacken undKonglomeraten desUnterdevons die erdgeschichtlich ältesten Gesteine. Nordwestlich davon schließen sich Wechselfolgen von mittel-devonisch schieferigenTonböden,Schluffen und Grauwacken an.
Eine Absenkung der Erdoberfläche und des Meeresbodens führte im späteren Mittel- bis Oberdevon zur Ausbildung von Riffkomplexen, derenMassenkalk sich in nordost-südwestlicher Richtung quer durch das Wuppertaler Stadtgebiet erstreckt. Er gehört zum Rheinisch-westfälischen Kalkzug, der vom Nordrand desSauerlandes und des Bergischen Landes vonDüsseldorf über Wuppertal undIserlohn bis nachBrilon läuft.
Die abgelagerten Gesteine wurden im Laufe derErdgeschichte teilweise unter erhöhtem Druck und hoher Temperatur gefaltet und gegeneinander verschoben. Es können daher häufig gefaltete und steil aufgestellte Gesteinsschichten beobachtet werden, besonders gut imBarmer Nordpark.
ImTertiär (vor ca. 65–2,6 Millionen Jahren) wurden in einigen Tälern Sande und Kiese abgelagert. Während desEiszeitalters wurde im gesamten Bereich sehr fruchtbarer, gelb-braunerLöss angeweht.[8] VomGymnasium Sedanstraße über den Barmer Nordpark bis zum Naturschutzgebiet desDolinengebietes im Hölken führt der 9,5 Kilometer lange Geologie-Lehrpfad „Geopfad“.[9]
Simulationen derFraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastruktur und Geothermie ergaben, dass unter dem nördlichen Stadtgebiet in rund 2000 Metern Tiefe wahrscheinlich 60 bis 80 Grad Celsius heiße Wasserreservoire gibt. DieWuppertaler Stadtwerke erwägen, dieses Wasser zu fördern, die Wärme in einemGeothermiekraftwerk zu nutzen und sie in das Wuppertaler Fernwärmenetz einzuspeisen.[10]
Die Stadtgrenze hat eine Länge von 94,5 Kilometern. Das Tal der Wupper erstreckt sich mit einer Länge von 33,9 Kilometern überwiegend von Osten nach Westen und weist Aufweitungen mit Breiten von bis zu zwei Kilometern auf, in denen die Stadtzentren Barmen und Elberfeld liegen.
Die Stadtbezirke sind für statistische Zwecke in insgesamt 69 Quartiere unterteilt.
Mit etwa 68.000 Menschen ist Elberfeld der meistbevölkerte Stadtbezirk, Cronenberg mit knapp 21.000 Einwohnern der kleinste.Herbringhausen im StadtbezirkLangerfeld-Beyenburg ist das flächenmäßig größte Wohnquartier.
Die Stadtstruktur stellt alsTypologie eine Besonderheit dar. Durch die längliche ostwestliche Tallage ergibt sich einAgglomerationsband, das im deutschen Raum stadträumlich keine Parallele hat. Entlang einerAchse aus Hauptverkehrsstraße (Bundesstraße 7), Haupteisenbahnlinie und Fluss mit der Schwebebahn reihen sich alle wichtigen Funktionen der Stadt auf einer Länge von rund 15 Kilometern aneinander. Die topografische Lage bedingt den Zusammenhalt als städtische Einheit mit gemeinsamer Industriegeschichte und ähnlichen Wachstumsbedingungen. Die großen Höhenunterschiede ermöglichen an vielen Stellen einen Weitblick über die Stadt. Die am Hang gelegenen gründerzeitlichen VillenviertelBrill,Zoo undToelleturm sind den Zentren nah.
Die heutige Gesamtstadt ist aus mehreren Einzelstädten und -dörfern entstanden: Mit Elberfeld und Barmen hat Wuppertal zwei größereInnenstädte sowie weitere Stadtteile, die aus historischen Gründen eine eigene, kleinstädtische Stadtmitte haben. Nach dem 2020 aktualisierten Zentrenkonzept fungieren die Innenstädte von Elberfeld und Barmen weiterhin als Hauptzentren, wobei Elberfeld einen größerenEinzugsbereich hat. Als Nebenzentren zählen die zentralen Bereiche in Cronenberg, Oberbarmen, Ronsdorf und Vohwinkel, deren Angebote über dieNahversorgung hinausgehen. Daneben gibt es zahlreiche kleinere Zentren.[12]
Im Strukturwandel wurden viele Fabrikstandorte im Tal aufgegeben und einige neue Gewerbeflächen in den städtischen Randgebieten ausgewiesen.
Typisch für Wuppertal sind die Grünflächen und Hangwälder, die auch im innerstädtischen Bereich vielerorts bis auf wenige hundert Meter an die Talachse reichen. Bei einem Ranking aus dem Jahr 2013 wurde Wuppertal zu Deutschlands grünster Großstadt von insgesamt 25 Großstädten gekürt.[13] Bezogen auf alle 79 Städte mit über 100.000 Einwohnern kam Wuppertal nach einer Satellitenbildauswertung 2016 auf den 25. Platz mit 77,5 % Grünanteil.[14]
Städtebaulich ist seit den 2010er Jahren die Rede von einer Verdichtung der grünen Wohngebiete auf den Wuppertaler Höhen, wie Scharpenacken, Nächstebreck und die Kleine Höhe. Grünflächen werden mit Häusern oder großen Einkäufsmärkten bebaut, der alte Baumbestand, die Naherholungsgebiete und Frischluftzonen werden verringert, Biotope zerstört.[15][16][17][18][19][20][21][22]
Die Bezirksregierung Düsseldorf plant eine weitere Bebauung von Grünflächen.[23] Die Bauleitplanung der Stadt Wuppertal wägt die Auswirkungen wie folgt ab: „Die voraussichtlichen erheblichen Umweltauswirkungen werden aufgrund des hohen Wohnbauflächenbedarfes im Wege der planerischen Abwägung in Kauf genommen.“[24][25]
Wuppertal liegt im nordwestdeutschen Klimabereich, wobei dasmaritime, subatlantisch geprägtekühlgemäßigte Klima zu allgemein kühlen Sommern und relativ milden Wintern führt. Einflüsse des Reliefs (Talsituation) und derLandnutzung führen zu lokal unterschiedlichen Ausprägungen der Klimaparameter.[26] An den Höhen des Bergischen Landes treffen feuchte atlantische Luftmassen mit den vorherrschenden westlichen Luftströmungen erstmals auf ein Hindernis und werden gestaut. Dadurch steigen dieWolken in höhere Luftschichten, die gewöhnlich kälter sind,kondensieren und regnen alsSteigungsregen ab. In Elberfeld sind etwa 1100 mm Niederschlag zu verzeichnen, dieser Wert steigt in Barmen/Oberbarmen auf 1200 mm.[27]
Die niederschlagsreichsten Monate sind der September und der Juli, die meisten Regentage hingegen gibt es im Dezember. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge mit 1116 mm im Tal und 1183 mm auf den Höhen gehört zu den höchsten in einer deutschen Stadt. In der Redensart „In Wuppertal werden die Kinder mit dem Regenschirm geboren“ spiegelt sich diese Tatsache im Volksmund wider.
DieTemperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei etwa 11 °C. In der Vegetationszeit, in der an 150 bis 180 Tagen eine Temperatur von mehr als 10 °C herrscht, liegt die mittlere Temperatur bei 13 bis 16 °C. Der Juli ist mit mittleren Temperaturen von 19,4 °C der wärmste Monat, der Januar mit 3,4 °C der kälteste. Im Mittel gibt es 26 Sommertage mit Temperaturmaxima über 25 °C und 62 Frosttage.
Die mittlere jährlicheSonnenscheindauer liegt mit 1300 bis 1400 Stunden etwas unterhalb des deutschen Mittelwertes von 1550 Stunden. Die mittleren jährlichenWindgeschwindigkeiten variieren von etwa 2,9 m/s im Tal bis etwa 3,8 m/s in höheren Lagen. Die natürlicheVegetation hat bei diesen Klimamerkmalen sehr günstige Wachstumsbedingungen, durch die Gefahr von Starkregenfällen und Spätfrösten sind die Bedingungen für dieLandwirtschaft allerdings eher schwierig.
Saubere Luft zu bewahren oder sie wiederherzustellen ist Ziel einer systematischen Luftreinhaltepolitik, die seit 1956 verfolgt wird.[30] Der von der Bezirksregierung Düsseldorf aufgestellteLuftreinhalteplan für Wuppertal stammt aus dem Jahr 2008 und gilt derzeit in der ersten Fortschreibung von 2013.[31] Trotz erheblicher Anstrengungen wird die Luftqualität in Wuppertal noch immer beträchtlich durch Stickstoffdioxid (NO2) belastet. Die Immissionsmessungen zeigen weiterhin deutliche Überschreitungen des NO2-Grenzwertes (Jahresmittelwert) von 40 µg/m2 wie festgelegt in derVerordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen. Zum Beispiel lagen für 2011 die Messwerte an der Station „Gathe“ bei 55 µg/m2 im Jahresmittel und für 2016 an der Station „Briller Strasse“ für bei 64 µg/m2. In Wuppertal wohnen etwa 194.000 Bürger – entsprechen 54 % der Bevölkerung – in einem NO2-Belastungsgebiet. Insofern besteht dringender Handlungsbedarf zur weiteren Verminderung der NO2-Belastung im Plangebiet.[32][33]
29 % (das entspricht 4858Hektar) des Stadtgebietes sind Wald- und Freiflächen, 7,8 % (entspricht 1318 Hektar) Parkanlagen und Grünfläche, 21 % (etwa 3500 Hektar) werden landwirtschaftlich genutzt. Außerdem gibt es etwa 8000 Kleingärten auf 380 Hektar und 46 Friedhöfe auf einer Fläche von 160 Hektar. In Wuppertal befinden sich 20 vomLandesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) verwalteteNaturschutzgebiete undNaturdenkmäler.
Einige innenstadtnahe Gebiete wurden wegen des steilen Geländes nicht bebaut. Manche Felsformationen reichen bis an die Wupper heran und sind bis heute baumbestanden. Einige dieser Gebiete wurden zu Parks oder Landschaftsgärten gestaltet. Andernorts, wie in Sonnborn auf Höhe desStadions oder am Südhang desHardtberges zwischen Barmen und Elberfeld, wurden die Felsen entlang der Hauptstraßenzüge der Talachse zu Gunsten der Gewinnung von Baumaterial sowie einer leichteren Bebauung geringfügig abgetragen.
Burgholz mit typisch bergischem BauernhofDie Wupper im Staatsforst Burgholz
Im Stadtgebiet sowie in den angrenzenden Städten und Gemeinden gibt es zahlreiche Waldgebiete, die Wuppertal zu einerStadt im Grünen machen. DerStaatsforst Burgholz in Cronenberg ist mit seiner bundesweit einmaligen Sammlung verschiedener teils auch exotischer Gehölze auf einer Fläche von knapp 250 Hektar das größte forstwissenschaftlich betriebeneArboretum Deutschlands. Besucher können aufWaldlehrpfaden den Bestand erkunden.
Das NaturschutzgebietGelpetal bildet zusammen mit dem Saalbachtal ein bewaldetes Naherholungsgebiet im Süden der Stadt, in dem bereits seit dem 14. Jahrhundert Eisen und Stahlprotoindustriell bearbeitet wurde. Entlang eines Industrie-Geschichtslehrpfads sieht man Überreste früherHammerwerken undSchleifkotten.
Der hohe Freizeitwert von Wuppertals Wäldern wird durch die Einrichtung von 650 Kilometern Wanderwegen, 50 Kilometern Reitwegen, 18 Wetterschutzhütten und 14 Wanderparkplätzen deutlich.
Die mehr als 500Fließgewässer (Bäche und Flüsse) sind mit einer durchschnittlichen Fließgewässerdichte von etwa 1,9 km Gewässerlänge je Quadratkilometer besonders prägende Landschaftsbestandteile. Des Weiteren gibt es mit derHerbringhauser Talsperre, derRonsdorfer Talsperre und demBeyenburger Stausee drei größereStandgewässer. Viele der Fließgewässer münden im Stadtgebiet in dieWupper oder einen ihrer Zuflüsse, weshalb sie erst außerhalb der Randgebiete der Stadt oberirdisch verlaufen.
Die Stadt Wuppertal entstand erst im Jahr 1929, als sie, abgesehen von einer kleineren Gebietsreform 1975, ihre heutige Form erhielt.[34] Die damals zu Wuppertal vereinten Städte und Gemeinden besitzen eine lange eigene Geschichte, die detailliert in den jeweiligen Artikeln zu den Vorgängerkommunen aufgeführt wird.
Erste Spuren von menschlichen Siedlungen und Aufenthalten im Tal der Wupper gehen auf das Jahr 1000 v. Chr. zurück. Eine etwa sechs Quadratmeter großebronzezeitliche Fundstelle mit Bruchstücken vonKeramik wurde im Jahr 2003 bei Erdarbeiten unter demDeweerth’schen Garten in Elberfeld entdeckt.
Ab dem 7. Jahrhundert erfolgte die relativ späte und spärliche Besiedelung des Wupperraums durchgermanische Volksstämme. Einzelne Höfe Barmens (Westkotten, Wichlinghausen) werden aufgrund vonOrtsnamenforschung auch ohne urkundliche Belege auf eine Besiedlung durch die untersächsischer Herrschaft stehendenBorchter im 8. bis 9. Jahrhundert datiert. Die Region war lange Zeit Grenzgebiet zwischen dem Herrschaftsraum derFranken und Sachsen, was größere Siedlungsstrukturen verhinderte.
Karl der Große ließ zur Sicherung des Wuppergebiets fränkischeHerrenhöfe anlegen, unter anderem vermutlich auch Elberfeld. Der Bau einer Kirche inSonnborn, an deren Stelle heute dieHauptkirche steht, ist um 874 belegt. Eine Kirche in Elberfeld kann bis vor 931 nachgewiesen werden.[35] Der inCorvey wirkende GeschichtsschreiberWidukind berichtete gegen Ende des 10. Jahrhunderts von den ersten Herren einerFliehburg Elberfeld. Diese Fliehburg war ab 955 im Besitz desKölner Erzbischofs und diente vermutlich als Versorgungsstation an der Heerstraße nachSoest.
Urkunden belegen die ursprünglichen Vorgängersiedlungen der heutigen Stadt Wuppertal größtenteils etwa um die erste Jahrtausendwende. Sie wurden wie folgt erstmals gesichert urkundlich erwähnt: Cronenberg 1050, Barmen 1070, Elberfeld 1161,Schöller 1182, Ronsdorf 1246, Beyenburg 1298 (einzelne Ortslagen bereits 1189), Langerfeld 1304,Dönberg 1355 und Vohwinkel 1356.
Nach der Gründung desHeiligen römischen Reiches im 10. Jahrhundert setzte die großeRodungszeit im Wuppergebiet ein, die bis ins 16. Jahrhundert dauerte. Damit verbunden waren viele neue Siedlungen und ein Ausbau der Herrenhöfe zu Burgen. 1101 wurdeAdolf von Berg erstmals urkundlich als Graf erwähnt. Die Grafen und später Herzöge von Berg erwarben durch Kauf, Heirat, Erbschaft undVerpfändungen im Laufe der nächsten Jahrhunderte den größten Teil des heutigen Wuppertaler Stadtgebiets und verwalteten es durch dieBurg Elberfeld und dieBurg Beyenburg.
DieRegion Wuppertal, mit Barmen und Elberfeld als Zentren, war Mitte des 19. Jahrhunderts eines der größten Wirtschaftszentren des europäischen Kontinents und eine der ersten Industrieregionen Deutschlands. Die Herstellung von Textilien und deren Bleichung ist im Tal der Wupper seit dem Jahr 1450 belegt. Das Bleichen der Garne mit Wupperwasser auf den Talwiesen und das anschließende Färben begründeten die Entwicklung einer vielfältigen Textilindustrie. 1549 wurde urkundlich in einem Vertrag zwischen Schwelm und Elberfeld das „Lindtwirken“ (Weben von Bändern) erwähnt. Im Jahr 1527 verliehHerzog Johann III. von Jülich-Cleve-Berg den Elberfeldern und Barmern das Privileg derGarnnahrung, also das ausschließliche Recht, im Herzogturm Berg Garne und Tücher zu färben, weben und zu wirken. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden dazuSpitzen, Lingetten undSchnürriemen hergestellt. Um 1750 folgte die Mechanisierung mittels der ersten von Hand angetriebenen Flechtmaschinen, den sogenannten Riemengängen, die ab 1780 mit Wasserkraft betrieben wurden.
Die frühe Industrialisierung basierte auf den vier in der Gegend vorkommenden IndustriefaktorenEisenerz,Kohle,Holz undWasser. Wasserkraft wurde, nach Erwerb der Nutzungsrechte, als Antrieb für Textilmühlen,Blasebälge fürRennöfen undSchmiedefeuer, Hammerwerke, Klöppelmaschinen,Band- undWebstühle oder sonstige Maschinen benutzt.[36] DerRuhrkohlebergbau begann im Mittelalter unweit nördlich der heutigen Stadtgrenze im RaumSprockhövel, wo die Kohlenflöze an die Oberfläche traten, sodass der Abbau einfach war.
Nicht zu unterschätzen ist die konfessionelle Prägung der Region: Die Konfessionspolitik der Landesherren desHerzogtums Berg war verhältnismäßig liberal. In Elberfeld und Barmen konnten sich diereformierte Konfession etablieren und calvinistische Familien stellten im 18. Jahrhundert einen großen Teil der Unternehmerschaft. Sie zeichneten sich durch einen ausgeprägten Unternehmergeist aus, Unternehmerfamilien aus Elberfeld und Barmen suchten in ganz Europa nach neuen Herstellungstechniken, sicherten den Absatz ihrer Waren mit einem Netz von Handelsniederlassungen,[37] während ihre Investitionen von einem sich entwickelnden heimischen Banksektor finanziert wurden (z. B. durch dasBankhaus von der Heydt-Kersten & Söhne). Diese Innovationsbereitschaft der Wuppertaler Unternehmer verschaffte der Region bis weit in das 19. Jahrhundert hinein einen Entwicklungsvorsprung in Deutschland – lange bevor sich bis zur Jahrhundertwende mit demRuhrgebiet,Sachsen,Berlin,Oberschlesien oder derRheinschiene neue (schwer)industrielle Zentren herausbildeten.
DasRuhrgebiet hat einen großen Teil seines Aufschwungs der Funktion als Rohstofflieferant der Wuppertaler Region zu verdanken und entwickelte sich erst später.[38][39] Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Städte Barmen und Elberfeld bedeutender als Dortmund, Duisburg oder Düsseldorf.[40]
Das wichtigste wirtschaftliche Standbein im Tal der Wupper war dieTextilindustrie, hier reihten sich Webereien und Fertigungshallen aneinander. Im Zentrum von Elberfeld bestand über viele Jahrzehnte eine dauerhafte Welttextilmesse, auf der lokal produzierte Stoffe aller Art präsentiert und verhandelt wurden. In dieser Zeit war Wuppertal einer der bedeutendsten Textilstandorte der Welt. In den Seitentälern und auf den Höhen gab es hunderte Handwerksbetriebe aller Art, die neben derBandwirkerei sich vor allem mit der Werkzeugfertigung und Herstellung und Bearbeitung ihrer Vorprodukte beschäftigten.
Der ab Beginn des 19. Jahrhunderts durchweg mechanisierten Textilindustrie folgten unterstützende Gewerbezweige wie die chemische Industrie, die zunächst sich der Entwicklung von Textilfarbstoffen widmete, der Maschinenbau (Textilmaschinen) und der Elektrotechnik. Die Werkzeugindustrie, deren Tradition bis in das Spätmittelalter zurückgeht, etablierte sich vor allem im heutigen Stadtteil Cronenberg und stellt auch heute noch Weltmarktführer in ihrem Bereich. Daneben entwickelte sich Elberfeld zu einem umschlagsstarken Handelszentrum, das vor allem lokale Produkte (Barmer Artikel) weltweit vermarktete. Das UnternehmenBayer wurde am 1. August 1863 in Barmen vonFriedrich Bayer undJohann Friedrich Weskott gegründet und produziert bis heute im Elberfelder Stammwerk. Als „Barmer Teppichfabrik Vorwerk & Co“ begann in Barmen die Geschichte des UnternehmensVorwerk. International bedeutend war auch die KlavierfabrikIbach.
Friedrich Engels: Statue im Engelsgarten. Im Hintergrund: DasEngels-Haus/Museum Industriekultur WuppertalEngels-Haus/Museum Industriekultur Wuppertal: Salon der Fabrikantenfamilie Engels
Dem Wachsen der Wirtschaft folgte ein erheblicher Anstieg der Bevölkerung, deren Zuwachs vor allem aus der zugewanderten Arbeiterschaft bestand. Zwischen 1830 und 1885 vervierfachte sich die Einwohnerschaft und Barmen und Elberfeld wuchsen jeweils zu Großstädten. Durch die sprunghafte Industrialisierung traten im „deutschenManchester“, wie Barmen und Elberfeld in Bezug auf die britische Industriestadt auch genannt wurde, die sozialen Probleme desPauperismus zuerst auf. Es entstanden Elendsviertel wie zum Beispiel in ElberfeldAn der Fuhr. Dem daraufhin entstehenden bürgerlichen Engagement (siehe auchElberfelder System) gegen diese sozialen Verwerfungen entstammt der Barmer TextilfabrikantensohnFriedrich Engels, der, die Probleme aus erster Hand kennend, mit seinem WeggefährtenKarl Marx die alsMarxismus bezeichnete Gesellschafts- und Wirtschaftstheorie entwickelte.
Zahlreiche Transportstrecken führten zu den Stadtkreisen, wie dieBergische Eisenstraße oder mehrere Kohlenwege aus dem Ruhrgebiet. Im Hardensteiner Bezirk wurde zum Beispiel 1829 eine Pferde-Kohlenbahn von den Gruben im Muttental bis in die Gegend von Herbederholz gebaut. Sie war ca. 6 km lang und führte vonWitten bis zur Hauptstraße nach Elberfeld.[39] Hier standen die benötigte Transportkapazität für Rohstoffe und der weltweite Versand der Erzeugnisse im Vordergrund, sodass das Verkehrs- und Transportwesen florierte. Die heutigeBundesstraße 7 (B 7), vonHagen kommend, war eine der ersten befestigten Straßen inPreußen.
DasBarmen-Elberfelder Straßenbahnnetz zählte zu den vier größten des Deutschen Reichs und reichte vom heutigen Ennepetal im Osten bis nachDüsseldorf-Benrath im Westen sowie von Essen im Norden bis nach Remscheid und Solingen im Süden. Eine vonAdolf Vorwerk gegründete Aktiengesellschaft baute 1894 die erste elektrisch betriebene Zahnradbahn der Welt. DieBarmer Bergbahn führte von der Talsohle bis zumToelleturm. Eine Stromerzeugungszentrale wurde eigens für die Bergbahn gebaut.[41]
Um die Jahrhundertwende 1900 beschertenKleineisenhandwerk und Textilindustrie mit florierender Produktion und beachtlichem Handel den Städten noch einmal einen kräftigen Wachstumsschub. Er ermöglichte den Bau der Schwebebahn, überdauerte jedoch denErsten Weltkrieg nicht.
Am 15. März 1920 ging der Widerstand gegen denKapp-Putsch von Elberfeld aus, wo sich Vertreter vonKPD,USPD undSPD trafen, in einem gemeinsamen Aufruf zum Widerstand gegen die Putschisten durch Streik und Erringung der politischen Macht aufriefen und so denRuhraufstand in Gang setzten.[42] Der Ruhraufstand führte auch in Wuppertal zu schweren und opferreichen Kämpfen zwischenFreikorps und Polizei auf der einen sowie bewaffneten Arbeitern derRoten Ruhrarmee auf der anderen Seite.
Mitte Januar 1924 kam es zu einem Streik der Textil-, Metall- und Bauarbeiter, dem sich Ende Januar die Gemeinde- und Staatsarbeiter, die Transportarbeiter, das Personal der Straßenbahnen und der Schwebebahn, die Bergleute in der Kalkindustrie und andere anschlossen. Da auch der Schlachthof bestreikt wurde, drohte die Fleischversorgung zusammenzubrechen. Insgesamt streikten mindestens 50.000 Personen über fünf Wochen lang. Der Ausstand richtete sich gegen die geplante Verlängerung des Arbeitstages vonbisher acht auf zehn Stunden. Die Streikforderungen konnten jedoch nicht durchgesetzt werden, eine vomArbeitsministerium geleiteteZwangsschlichtung für die Metall- und Textilindustrie wurde verbindlich. Der Streik endete im Februar 1924. In der Folge schrumpfte dieArbeiterbewegung im Wuppertal deutlich. Tausende Menschen wanderten aus, die Gewerkschaften verloren große Teile ihrer Mitglieder. Bei den nächsten Wahlen wurde das Bergisch-Märkische Industriegebiet in der Folge zur Hochburg derKommunistischen Partei (KPD).[43][44]
Die Vereinigung von Barmen und Elberfeld mit Cronenberg, Ronsdorf und Vohwinkel erfolgte mit demGesetz über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebiets zum 1. August 1929. Seinen heutigen Namen trägtWuppertal allerdings erst seit dem 25. Januar 1930, da sich in der Zwischenzeit unter großer Teilnahme der Bevölkerung der damaligen Städte und Gemeinden mehrere Vorschläge ergaben und lange Zeit diskutiert wurden. Der vonOskar Hoffmann vorgeschlagene Name „Wuppertal“ erhielt hierbei den Zuschlag vor Bezeichnungen wieBarmen-Elberfeld,Elberfeld-Barmen,Barmen-Elberfeld-Vohwinkel,Barmenelb,Elbbarmen,Wupperstadt,Wupperberg,Wupperhausen,Bergmark,Bergstadt,Talberg,Großwupp,Wupperalis,Bergland,Hungerstadt,Barmerfeld oderBaelvort. Die erstgenannten Namenskombinationen fanden vor allem in den beiden Städten Elberfeld und Barmen großen Zuspruch, wobei bezüglich des erstgenannten Stadtnamens keine Einigung erfolgte. Der VorschlagHungerstadt kam aus Reihen der KPD und wurde schnell wieder verworfen.Baelvort wiederum sollte fürBarmen-ElberfeldvereinigterOrt stehen. Diskutiert wurden diese zahlreichen Vorschläge vor allem vor dem Hintergrund, die Achtung vor der Geschichte der beiden damaligen Industriestädte zu wahren, weshalb die Vereinigung beider Städte auf große Kritik stieß.[45]
Zeit des Nationalsozialismus, Widerstand und Zweiter Weltkrieg
Wuppertal war in derZeit des Nationalsozialismus (1933–1945) einerseits früh ein westdeutsches Zentrum der aufstrebenden NSDAP, andererseits eine wichtige Stadt des politischen, gewerkschaftlichen und kirchlichenWiderstandes.Adolf Hitler sprach am 24. Juli 1932 auf einer Wahlkampfkundgebung der NSDAP in Wuppertal.[45] Zu dieser Kundgebung sollen laut „Wuppertaler Zeitung“ 120.000 Menschen gekommen sein, 50.000 mehr als zu Hitlers politischem GegnerErnst Thälmann von der KPD. Bereits 1922 und 1926 hielt Hitler seine ersten Reden in (Wuppertal-)Elberfeld. Ab 1924 arbeitete (und ab 1925 wohnte) der spätere PropagandaministerJoseph Goebbels als Parteifunktionär undAgitator in Elberfeld. Durch Intrigen gegen regionale NSDAP-Funktionäre und gestützt durch Spenden aus Industriellenkreisen (u. a. finanzierte ihm der Direktor der Henrichshütte in Hattingen die Veröffentlichung eines Buches) ebnete Goebbels sich den Weg zu Hitler.[46] In den Jahren von 1924 bis 1926 war Goebbels im Rahmen mehrerer Propagandaveranstaltungen von Elberfeld aus startend in Großstädten an Ruhr und Rhein sowie in benachbarten Gemeinden wie (dem heutigen Velbert-)Neviges und Langenberg.[47]
Bis zum Sommer 1933 wurden 18 Einwohner der Stadt von Kommandos derSA ermordet. Der Stadtverordnete und besonders brutale SA-FührerWilli Veller wurde 1930 zum Reichstagsabgeordneten gewählt und im Juli 1933 zum kommissarischen Polizeipräsidenten der Stadt ernannt. Er ließ im selben Monat dasKZ Kemna einrichten. Dieses bestand bis Anfang 1934 und zählt zu den berüchtigten frühenKonzentrationslagern. Veller wurde im Dezember 1933 wegen Korruption, Alkoholismus und Unterschlagung aus dem Amt entlassen sowie aus SA und NSDAP ausgeschlossen. Später wurde er dank guter Verbindungen zum Düsseldorfer Gauleiter rehabilitiert.[48]
Bereits am 1. April 1933 wurden in einer von Schulen durchgeführten Aktion neben vielen anderen Büchern auch Werke der jüdischen Schriftstellerin und geborenen WuppertalerinElse Lasker-Schüler öffentlich verbrannt. Später fandenBücherverbrennungen in mehr als 50 deutschen Städten statt.
Am 11. April 1933 protestierte der pazifistische SchriftstellerArmin T. Wegner, dessen Werke ebenfalls verbrannt wurden, in einemoffenen Brief an Adolf Hitler[49] gegen die Judenverfolgungen. Wegner wurde von derGestapo verhaftet, gefoltert und für mehrere Monate in Gefängnissen und Konzentrationslagern inhaftiert. Danach emigrierte er nachItalien.
Im Bergischen Land, das eine der Keimzellen der sozialistischenArbeiterbewegung in Deutschland war, trafen die starke NS-Bewegung und die selbstbewusste Arbeiterbewegung besonders brutal aufeinander. Als es der Gestapo im Jahre 1935 schließlich gelungen war, die Partei- und Gewerkschaftsorganisationen der Arbeiterbewegungen imRheinland und imBergischen Land zu zerschlagen, begann eine beispiellose Serie von Massenprozessen gegen mehr als 650 Angeklagte, die auch im Ausland alsWuppertaler Gewerkschaftsprozesse bekannt wurden.[50]
1934 formierte sich evangelischer Widerstand gegenHitler in derBarmer Bekenntnissynode. Unter der Federführung vonKarl Barth verabschiedete die von Reformierten, Lutherischen undUnierten gebildeteBekennende Kirche dieBarmer Erklärung. Sie gilt bundesweit als das wichtigste Dokument evangelischer Ablehnung der Naziherrschaft.
Die Arisierung und sog. „Entjudung“ von Einzelhandelsgeschäften, die von jüdischen Besitzern betrieben wurde, wurde wie in anderen Städten auch von der Industrie- und Handelskammer (IHK) organisiert und entsprechend den Vorgaben aus Berlin 1:1 umgesetzt. Der ab Mitte der 1920er Jahre in völkischen Gruppierungen agierende und seit 1930 als NSDAP-Mitglied in Erscheinung tretende Friedrich Wachs wurde 1933 IHK-Präsident. Nach 1945 interniert, wurde er 1948 im Entnazifizierungsverfahren als Mitläufer eingestuft. Andere Protagonisten der Arisierung blieben der IHK noch Jahre später als leitende Mitarbeiter erhalten.[50]
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Innenstadt durchschwere Angriffe derAlliierten (zweimal mit mehreren tausend Toten) großteils zerstört. Die historische Bausubstanz in den urbanen Hauptzentren wurde bis auf wenige Ausnahmen zerstört oder so schwer beschädigt, dass zahlreiche markante Gebäude derGründerzeit abgerissen werden mussten. Zum Opfer fielen kulturhistorisch bedeutende Gebäude wie beispielsweise dieBarmer Stadthalle und das weltweit zweitePlanetarium sowie hunderte der alten Bürgerhäuser.
Insgesamt wurden etwa 38 Prozent der bebauten Stadtfläche Wuppertals im Krieg zerstört. Am stärksten wurde die Talsohle mit ihrer Industrie und derbergisch-märkischen Eisenbahnstrecke im Süden getroffen, wobei die nahe der Bahntrasse gelegeneSüdstadt besonders stark zu leiden hatte. Die sehr eng mit Fachwerkhäusern bebauten Ufer derWupper wurden großenteils zerstört, in der Folgezeit wurden dort zumeist breite Straßenzüge errichtet. Dagegen waren die ausgedehnten gründerzeitlichen Stadtviertel entlang der rheinischen Bahnlinie im Norden, die nun der wesentliche Verbindungsweg wurde, kaum betroffen. Auch bedeutsame Bauten wie das Empfangsgebäude desHauptbahnhofs, dasElberfelder Rathaus, dieHistorische Stadthalle oder die reformierteFriedhofskirche wurden nur unwesentlich beschädigt und konnten erhalten werden.
Ende Februar 1945 kam es zum so genanntenBurgholz-Massaker, bei dem WuppertalerGestapo- und Kripobeamte im Waldgebiet Burgholz in der Nähe eines Polizei-Schießstandes 30 russischeZwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen ermordeten. Die Opfer wurden in einemMassengrab verscharrt, das erst nach der Befreiung im September 1945 entdeckt wurde. Die Leichen wurdenexhumiert und auf dem Friedhof inWuppertal-Cronenberg beigesetzt.[51]
Im Laufe des Vormittags des 15. April 1945, einem Sonntag, setzte sich der damalige NSDAP-Kreisleiter Alfred Straßweg in seine Heimatstadt Wermelskirchen ab (am 24. Mai wurde er dort in der Wohnung seines Vaters von amerikanischen Soldaten verhaftet).[52] Am 16. April 1945 eroberte die 78th Infantry Division derUS Army die Stadt, die bei der Einnahme nur geringe Gegenwehr leistete.[53] Bereits drei Tage zuvor hatten antifaschistische Arbeiter und Soldaten im Zuge blutiger Straßenschlachten führende Nazis festgenommen und die Stadt unter ihre Kontrolle gebracht.[54] Im Zuge der Einteilung Deutschlands inBesatzungszonen kam Wuppertal am 16. Juni 1945 zurbritischen Besatzungszone.[52]
Die Zentrumsbereiche Elberfelds und Barmens verdanken ihr Aussehen dieser Zerstörung und den modernen Bauplanungen der 1950er Jahre, die vor allem die schnelle Errichtung von funktionellen wie schnörkellosen Baukörpern und die Schaffung breiter Straßenschneisen für den wachsendenIndividualverkehr im Blick hatten. Überlegungen, auch das schwer zerstörte Schwebebahngerüst abzureißen, wurden schnell verworfen.
Die Stadt konnte insgesamt bis zur Stablisierungskrise 1966/1967 einen guten Neuanfang machen. Die Textilindustrie war bis weit in die 1970er Jahre wesentlicher wirtschaftlicher Faktor der Stadt, schrumpfte dann durch dieGlobalisierung des Textilmarktes in Wuppertal deutlich zusammen. Die großen Textilfirmen wieBaumsche Fabrik oderFrowein & Co. existierten in den 1970er Jahren nicht mehr. Diese zunehmendeDeindustrialisierung machte Wuppertal als Industriestadt ähnlich wie den Ruhrgebietsstädten schwer zu schaffen. Durch die Gründung derGesamthochschule Wuppertal 1972 versuchte die Politik, gegenzusteuern.[55] Dennoch bewirkte der Strukturwandel eine Defunktionalisierung mit Verfalls- undLeerflächen in der Stadt und einen starken, bis 2012 anhaltendenBevölkerungsrückgang.
Bereits im Jahre 1807 wurde der Ort Sonnborn nach Elberfeld eingemeindet, später jedoch wieder ausgegliedert und 1888 erneut eingemeindet. 1922 kamenLangerfeld undNächstebreck zu Barmen. Am 1. August 1929 fusionierten auf Grund desGesetzes über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebiets Barmen, Elberfeld,Cronenberg, Vohwinkel,Ronsdorf sowie der Ortsteil Beyenburg der damaligen Stadt Lüttringhausen und Teile von Haan, Wülfrath, Hardenberg-Neviges, Schöller, Gruiten und Gennebreck zur Stadt Barmen-Elberfeld.
Am 25. Januar 1930 wurde die neue kreisfreie Stadt in Wuppertal umbenannt, womit die geografische Lage der Stadt am Flusstal zum Ausdruck gebracht wurde. Im Zuge weiterer Gebietsreformen kamen 1970 Teile der Städte Haßlinghausen und Schwelm zum Stadtgebiet hinzu. Schließlich erfolgte am 1. Januar 1975 im Rahmen der nordrhein-westfälischenGebietsreform die Eingliederung der Ortsteile Dönberg (vorher StadtNeviges) undDornap (vorher Stadt Wülfrath) sowie der GemeindeSchöller (vorher AmtGruiten), die alle bis dahin zumKreis Mettmann gehörten.[57] Damit erreichte das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung.
Für die Entstehung Elberfelds existieren keine näheren urkundlichen Belege, jedoch existiert ein archäologischer Fund, der belegt, dass es vor 931 eine Siedlung sowie einen Vorgängerbau der Alten reformierten Kirche und einen befestigten Herrenhof gab.[35] Die Chroniken Widukinds sprechen von einem sächsischen Burgherrn namens Droste Brüning,Lehnsmann KönigKonrads I. Nach dessen Tod beanspruchte laut WidukindEberhard von Franken die Burg. Trotz Belagerung konnte er seine Ansprüche nicht durchsetzen. 1161 wurde ein Schulte (Villicus/Gutsverwalter) vomTafelhof Elverfeldt erstmals urkundlich erwähnt. Der Erzbischof von Köln verpfändete 1176 Elberfeld an den GrafenEngelbert von Berg. Nach wechselnden Herrschaftsverhältnissen blieb Elberfeld ab 1428 nun ständiger bergischer Besitz. Elberfeld wurde ab 1444 als „Freiheit“ bezeichnet (1530 als Stadt) und hatte damit eine städtische Ratsverfassung.
DasStadtprivileg wurde jedoch erst 1610 erteilt und 1623 erweitert. Am 22. Mai 1687 zerstörte ein Stadtbrand 350 Häuser und damit das gesamte Ortszentrum, erst 1707 wurde das Rathaus neu aufgebaut. Nach dem Übergang anPreußen 1815 wurde Elberfeld Sitz eines Landkreises, der aus denBürgermeistereien Elberfeld und Barmen gebildet wurde. Ihm wurden 1820 die Gemeinden desLandkreises Mettmann angegliedert.
DerElberfelder Aufstand vom Mai 1849 war Teil derReichsverfassungskampagne und brach vor dem Hintergrund der Nichtanerkennung derFrankfurter Reichsverfassung durch die preußische Staatsführung und der endgültigen Ablehnung des deutschen Kaisertitels durch KönigFriedrich Wilhelm IV. aus. Mehrere Tage lang übte ein Sicherheitsausschuss die Kontrolle über die Stadt aus, ehe der Aufstand zusammenbrach.
Der Name Barmen wurde 1070 das erste Mal alsBarmon in einer Abgabenliste desKlosters Werden urkundlich erwähnt. 1244 gingen die Güter in Barmen („Bona de Barme“) aus dem Besitz des GrafenLudwig von Ravensberg in den des Grafen von Berg über. Die dazugehörige Vertragsurkunde ist die zweite urkundliche Erwähnung Barmens. Barmen war zunächst die Sammelbezeichnung für ein Gebiet, das aus einem lockeren Verbund von Einzelhöfen und Siedlungsplätzen bestand. 1399 wird schließlich erstmals die Verwaltungszugehörigkeit Barmens zu dem frisch gegründeten bergischenAmt Beyenburg deutlich. Hauptort war Gemarke. 1808 wurde Barmen zur Stadt erhoben und gehörte ab 1815 zum Landkreis Elberfeld. Die Bürgermeisterei Barmen bestand aus der Stadt Gemarke, dem FleckenWupperfeld (ab 1780 entstanden), den DörfernHeckinghausen,Rittershausen undWichlinghausen, demWeilerCarnap und 58 kleineren Ortschaften und Gehöften.
Vohwinkel ist nach Elberfeld und Barmen der drittgrößte Stadtteil Wuppertals und war bis 1929 sogar eine selbständige Stadt. Vorher gehörte Vohwinkel zum Kreis Mettmann und galt von 1877 bis 1929 als Verwaltungssitz des Landkreises. 1356 wurde Vowynkele von RitterHeinrich von Schönrode an das Kloster Gräfrath (bei Solingen) verkauft. Die Urkunde dieses Kaufprozesses gilt heute als erste urkundliche Erwähnung Vohwinkels. Mit dem erweiterten Straßenbau sowie durch eine immer weiter wachsende gute Eisenbahnanbindung geriet der heutige Stadtteil Wuppertals in eine funktionale Wandlung. Vohwinkel wurde zunehmend zur Wirtschafts- und Fuhrmannsherberge. Durch den Bau der Bahnstrecke nach Düsseldorf im Jahr 1841 und der Bahnstrecke nach Essen im Jahr 1847 wuchs Vohwinkel zu einer noch größeren Siedlung heran. Nachdem es ursprünglich zur Gemeinde Sonnborn gehörte, wurde Vohwinkel erst 1888 eine eigenständige Landgemeinde, nachdem Sonnborn an Elberfeld aufgelöst wurde. 1921 erhielt Vohwinkel schließlich das Stadtrecht.
Mit jeweils mehr als 12.000 Einwohnern gehörten Barmen und Elberfeld 1800 zusammen mit sechs weiteren Städten zu den größeren Orten der preußischenRheinprovinz. 1884 überschritten die Bevölkerungszahlen der beiden Städte die Grenze von jeweils 100.000, wodurch beide zuGroßstädten wurden. 1929 schlossen sich folgende Gemeinden zur Stadt „Barmen-Elberfeld“ mit 415.000 Einwohnern zusammen (in Klammern die Einwohnerzahl derVolkszählung vom 16. Juni 1925): Barmen (187.239), Elberfeld (167.025), Vohwinkel (16.105), Cronenberg (14.039) und Ronsdorf (12.526). Im Jahre 1963 erreichte die Bevölkerungszahl mit 423.453 ihren historischen Höchststand. Nach dem Ergebnis desZensus 2011 lag die Einwohnerzahl am 9. Mai 2011 bei 342.661.
Ende Dezember 2023 waren nach Recherchen der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland 18,1 % (66.185) der Einwohner der Stadt römisch-katholisch, 17,9 % (65.094) evangelisch und 64,1 % warenkonfessionslos oder gehörten einer sonstigenReligionsgemeinschaft an.[59] Der Anteil der Protestanten in Wuppertal lag Ende 2020 bei 24 % und der der Katholiken bei 18,1 %. 57,9 % hatten eine andere Konfession oder Religion oder waren konfessionslos.[60][61] Ende 2016 gehörten 28,5 % (2012: 29,6 %) der Einwohner der evangelischen und 21,3 % (2012: 23,7 %) der römisch-katholischen Kirche an. 50,1 % (2012: 46,7 %) waren einer anderen Konfession oder Religion zugehörig oder konfessionslos.[62]
Wuppertal galt als die Stadt Deutschlands mit den meisten unterschiedlichen Religionen, Sekten und Gemeinden.[63] Die spätere Stadt Ronsdorf wurde von der christlichen Sekte derZioniten unterElias Eller gegründet, die heute jedoch nicht mehr existiert. Verschiedenen Angaben zufolge existieren etwa 80 bis 90 unterschiedliche Glaubensgemeinschaften in der Stadt.[64]
Laut kirchlicher Statistik (Erzbistum Köln) waren am 31. Dezember 2023 von den Einwohnern 65.100 katholisch;[65] zum 31. Dezember 2024 waren es 63.250 katholische Kirchenmitglieder[66].
Die nach dem Wuppertaler Stadtteil benannteElberfelder Bibel (Abk. EB) ist eine bedeutende deutsche Bibelübersetzung, die erstmals 1855 (Neues Testament) bzw. 1871 (Altes Testament) erschien. Die Wörtlichkeit der Übersetzung hat in ihr Vorrang vor sprachlicher Schönheit. Damit wurde sie zum Vorbild für viele weitere Übersetzungen.
Alte reformierte Kirche ElberfeldNiederländisch-reformierte Kirche
Im 16. Jahrhundert wurde in Elberfeld (1566 durchPeter Loh), Barmen und den meisten anderen heutigen Wuppertaler Stadtteilen dieReformation nachreformiertem Bekenntnis eingeführt. Während der spanischen Besatzung wurde der evangelische Gottesdienst zwischen 1625 und 1627 verboten. Ab 1690 gab es in Elberfeld, wie später auch in anderen Orten, auchlutherische Gemeinden. In Barmen trennte sich die reformierte Gemeinde Gemarke 1702 von derPfarrei Schwelm. Die lutherische Gemeinde Wichlinghausen trennte sich 1744 ebenfalls, von dieser wiederum trennte sich 1778 die Wupperfelder Gemeinde ab. In einigen kleineren Orten entstanden erst viel später eigene reformierte beziehungsweise lutherische Gemeinden, so etwa in Beyenburg 1854 und in Vohwinkel 1886.
Elberfeld und Barmen wurden Sitz einerKreissynode (heuteKirchenkreis), zu dem auch die evangelischen Gemeinden von Sonnborn, Vohwinkel, Cronenberg und Ronsdorf bis heute gehören, sofern es sich nicht umFreikirchen handelt. Zum 1. Januar 2005 schlossen sich die bis dahin getrennten Kirchenkreise Elberfeld und Barmen zumKirchenkreis Wuppertal zusammen, welchem mit Ausnahme der KirchengemeindenDönberg undSchöller (beide Kirchenkreis Niederberg) sämtliche evangelischen Kirchengemeinden auf Wuppertaler Stadtgebiet angehören.
Wenngleich in Preußen 1817 dieUnion zwischen reformierten und lutherischen Gemeinden eingeführt wurde, blieben die jeweiligen Gemeinden in ihrer Wahrnehmung ihren bisherigen Traditionen treu. So unterscheidet man heute in Wuppertal noch zwischen reformierten und lutherischen Gemeinden innerhalb der unierten Landeskirche. Einige Gemeinden wurden von Anfang an als „unierte“ Gemeinden gegründet, zum BeispielUnterbarmen undKüllenhahn, wohingegen in RonsdorfReformierte undEvangelisch-Lutherische Gemeinde noch heute getrennt voneinander bestehen, was für eine Stadtteilgemeinde heute ein Unikum in derRheinischen Landeskirche darstellt. Als Reaktion auf dieRheinisch-Westfälische Kirchenordnung von 1835, die eine vereinheitlichteLiturgie für die preußischen protestantischen Kirchen vorschrieb, trennten sich aus Bekenntnisgründen eine altlutherische Kirchengemeinde und dieNiederländisch-reformierte Gemeinde von der unierten preußischen Kirche. Noch heute gibt es zwei lutherische Kirchengemeinden: In Barmen und Elberfeld, die zumKirchenbezirk Rheinland derSelbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche gehören, sowie die Niederländisch-reformierte Gemeinde, die sich derEvangelisch-altreformierten Kirche in Niedersachsen angeschlossen hat.
Das Gebiet der heutigen Stadt gehörte zumErzbistum Köln, Elberfeld und Unterbarmen zumArchidiakonat desDomdekans im DekanatNeuss, Oberbarmen zum Archidiakonat St. Georg im DekanatLüdenscheid. Um 1300 wurde Elberfeld eine eigene Gemeinde, nachdem sie zuvor zuRichrath (heute zuLangenfeld (Rheinland)) gehörte. Die wenigenKatholiken, sechs Familien in Elberfeld im Jahr 1658, drei in Barmen im Jahr 1708, gehörten auch nach der Reformation zum Erzbistum Köln. In Barmen wurde zwischen 1708 und 1721 eine neue katholische Kirche gebaut, die vonFranziskanern aus demKloster in Wipperfürth pastorisiert wurde, um 1800 gab es dort 2000 Katholiken, im 19. Jahrhundert nahm der Anteil im gesamten Wuppertal stark zu. 1830 wurden in Elberfeld knapp 5.800 Katholiken gezählt. In den Städten entstanden mehrere Pfarrgemeinden. Sowohl Elberfeld als auch Barmen wurde Sitz einesDekanats innerhalb des Erzbistums Köln. Beide Dekanate bilden heute zusammen das „Stadtdekanat Wuppertal“. Zum Dekanat Elberfeld gehören auch die Pfarrgemeinden Cronenberg, Ronsdorf (früher zu Barmen) und Vohwinkel, zum Dekanat Barmen die Pfarrgemeinden Langerfeld und Beyenburg.Hauptkirche der Wuppertaler Katholiken ist die klassizistischeSt.-Laurentius-Kirche in Elberfeld, die seit 2014 den Titel einer päpstlichenBasilica minor trägt.
Zu den „christlichen Sondergemeinschaften“ zählen unter anderemZeugen Jehovas (bis 1931 Bibelforscher), deren erste deutsche Niederlassung 1902 in Elberfeld war. Hier wurde vorerst ein Büro derWachtturm-Gesellschaft eröffnet. 1903 wurde es zum Zweigbüro („Bethel“) der Wachtturm-Gesellschaft ausgebaut. In Elberfeld fand 1905 die erste deutsche Hauptversammlung der Bibelforscher statt. Das Zweigbüro zog 1908 nach Barmen um und existierte dort bis zumKrisenjahr 1923.[67] In derZeit des Nationalsozialismus waren auch sieschwerer Verfolgung ausgesetzt.[68] Heute (2020) sind die Zeugen Jehovas in Wuppertal mit vier deutschen und mehr als zehn fremdsprachigen Versammlungen (Gemeinden) und Gruppen vertreten. Sie haben (2020) zweiKönigreichssäle (Versammlungsstätten) in Wuppertal.[69]
Die Anzahl derMuslime wird amtlich auf rund 28.000 geschätzt. Davon sind geschätzte 60 % türkischer Herkunft, etwa ein Viertel dürften Einwanderer ausMarokko[58] sein. Sie sind überwiegendSunniten und organisieren sich in verschiedenen Gemeinden, die in etwa die verschiedenen Gruppierungen türkischer religiöser Vereine (DİTİB,VIKZ,IGMG) in Deutschland repräsentieren. Daneben gibt es auch zwei Gemeindezentren derAleviten, ein Gemeindezentrum der Bosnier sowie einigearabischsprachige Gemeinden. An derKrummacherstraße in derVarresbeck ist seit 2015 die Errichtung des bundesweit ersten muslimischen Friedhofs mit Bestattungen nach islamischem Gebrauch geplant.[71]
Jüdische Gemeindemitglieder gab es in Elberfeld erst wieder ab 1694, nachdem sie 1595 auf Befehl des Herzogs von Bergvertrieben worden waren. In Barmen wurden 1802 zwei Familien gezählt. Im Jahre 1861 konnten die Juden beider Städte eine gemeinsame israelitische Gemeinde gründen, die jedoch in der Zeit der Nationalsozialisten unterging. DieBegegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal erinnert seit 1994 am ehemaligen Standort derElberfelder Synagoge an die jüdische Gemeinde, deren Mitglieder während der Naziherrschaft fast vollständig vertrieben und ermordet wurden. Durch den Zuzug von Juden aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion stieg die Zahl der Gemeindemitglieder in den 1990er Jahren von 65 auf über 2.000 Personen, was 0,6 Prozent der Bevölkerung entspricht.[58] Am 8. Dezember 2002 wurde mit derBergischen Synagoge in Barmen wieder ein Synagogen-Neubau eingeweiht. MitMosche Katzav nahm erstmals einisraelischer Staatspräsident an der Eröffnung einer Synagoge in Deutschland teil. Unterstützt wurde der Bau auch von den StädtenRemscheid,Solingen undVelbert.
ImBuddhistischen Zentrum Wuppertal wird der Diamantweg-Buddhismus derKarma-Kagyü-Linie gelehrt, außerdem gibt es zwei Gruppen desMahayana-Zen-Buddhismus. Vor allem Tamilen aus Sri Lanka beten imHinduistischen Tempel in Unterbarmen.
Dem jüdisch-christlichen Dialog widmet sich dieGesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Wuppertal.[72]
Im interreligiösen ArbeitskreisRunder Tisch Wuppertal,[73] an dem sich die jüdische Kultusgemeinde, die evangelische und die katholische Kirche sowie die örtliche islamische Gemeinde beteiligen, wird alljährlich ein jüdisch-christlich-muslimischer Kalender erarbeitet und herausgegeben.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde Wuppertal bekannt durch dieBekenntnissynode, die in der Zeit vom 29. bis 31. Mai 1934 in derGemarker Kirche stattfand. Sie wurde von derBekennenden Kirche einberufen und von lutherischen, reformierten und unierten Abgeordneten besucht. Hier entstand die so genannteBarmer Theologische Erklärung, die als eine der Bekenntnisgrundlagen der evangelischen Kirche sowie theologisches Fundament in der Zeit des Nationalsozialismus gilt.
Ende 2022 waren in Wuppertal 85.088 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft gemeldet, was einem Anteil von 23,3 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Im selben Zeitraum betrug der Anteil der Menschen mitMigrationshintergrund 43,4 %.[74]
Wuppertal zählt zu einer der wenigen Großstädte Deutschlands, derenMietspiegel mit 8,31 Euro im Jahr 2026 unter 10 Euro liegt. Sie liegt damit auch unter dem durchschnittlichen Mietpreis in Nordrhein-Westfalen (10,19 Euro).[75]
In Elberfeld gab es ab 1444 eine städtische Ratsverfassung mit einem Bürgermeister, einem Rat, einemSchultheißen und einemSchöffen. Nach der offiziellen Stadterhebung 1610 leitete ein herzoglicherAmtmann jährlich am 1. Mai die Wahlen zum Bürgermeister, zu denRatsverwandten (Senatoren) und den Beigeordneten. Ab 1807 wurde die Stadtverwaltung nach französischem Vorbild eingeführt. Ab 1845 galt die rheinische Gemeindeordnung, ab 1857 die rheinische Städteordnung. An der Spitze der Stadt stand in der Folgezeit derOberbürgermeister.
In Barmen wurde nach der Stadterhebung 1808 zunächst dieMunizipalverfassung mit einem Direktor an der Spitze der Stadt eingeführt. Ihm standen zwei Beigeordnete und 20 Munizipalräte zur Seite. 1809 leitete einMaire die Stadt, später ein Bürgermeister und spätestens seit 1861, als Barmen zur kreisfreien Stadt erhoben wurde, ein Oberbürgermeister. Nach der Vereinigung zur neuen Stadt Barmen-Elberfeld leitete der bisherige Barmer Oberbürgermeister die Gesamtstadt. Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt.
Nach demZweiten Weltkrieg setzte dieMilitärregierung derbritischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und führte 1946 die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte denOberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt. Er war ehrenamtlich tätig. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichenOberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. Diese Regelung galt bis 1996, seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird direkt vom Volk gewählt.
DerStadtrat ist das Hauptorgan der Stadt und ist für alle kommunalpolitischen Grundsatzentscheidungen zuständig. Er legt die Grundsätze und Richtlinien für die Verwaltung fest und entscheidet über alle Angelegenheiten der Stadt, soweit nicht der Oberbürgermeister zuständig ist. Der Rat ist durch den Bürgermeister über alle wichtigen Angelegenheiten der Stadtverwaltung zu unterrichten. Der Stadtrat ist die Vertretung der Bürger und besteht in Wuppertal ausehrenamtlichen Mitgliedern, die bei den Kommunalwahlen in einerpersonalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und demhauptamtlichenOberbürgermeister als Vorsitzendem. Die Ratsmitglieder führen die Bezeichnung „Stadtverordnete“.[76] Rechte und Pflichten der Ratsmitglieder sind in der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen festgehalten.[77] 2014 hat der Rat zur Verbesserung der Korruptionsbekämpfung eine Ehrenordnung mit erweiterten Ehrenkodex beschlossen.[78][79]Entscheidungen über bestimmte Angelegenheiten hat der Rat auf Ausschüsse und den Bürgermeister übertragen. Der Rat regelt die Zusammensetzung der Ausschüsse und ihre Befugnisse.[80] Der Rat kann übertragene Zuständigkeiten durch einfachen Beschluss wieder an sich zu ziehen. Beschlüsse von Ausschüssen können durchgeführt werden, wenn weder vom Bürgermeister noch von einem Fünftel der Ausschussmitglieder Einspruch eingelegt worden ist. Über den Einspruch entscheidet der Rat.[81][82] Im Rahmen der vom Rat festgelegten allgemeinen Richtlinien entscheidet der Hauptausschuss über die Planung der Verwaltungsaufgaben von besonderer Bedeutung.[83]
DurchAusgleichsmandate hat der Rat seit derWahl 2025 wieder 80 Sitze.[84] Diese verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Parteien:
Der Oberbürgermeister wird von den Bürgern nach den Vorschriften der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen gewählt. Der Bürgermeister ist verantwortlich für die Leitung und Beaufsichtigung des Geschäftsgangs der Verwaltung. Darüber hinaus bereitet er die Beschlüsse des Rates, der Bezirksvertretungen und der Ausschüsse vor und führt diese Beschlüsse unter der Kontrolle des Rates durch. Der Stadtrat wählt bis zu drei ehrenamtliche Stellvertreter, die die BezeichnungBürgermeister führen.[88] Der allgemeine Vertreter des Oberbürgermeisters führt in Wuppertal die BezeichnungStadtdirektor.[89]
DasElberfelder Rathaus, heute Verwaltungshaus, mit BrunnenDas ehemalige Rathaus inVohwinkel dient heute als Bezirksverwaltungsstelle mit Bezirksvertretung, Einwohnermeldestelle und Stadtbibliothek
Wuppertal ist in zehn Stadtbezirke eingeteilt, die Bezirksvertretungen sind die von den Bürgern gewählten Stadtteilparlamente und bestehen aus je 15 bis 19 Mitgliedern. Der oder die Vorsitzende führt die Bezeichnung Bezirksbürgermeister/-in. Die Mitglieder der Bezirksvertretungen werden auf die Dauer von fünf Jahren gewählt.[90][91]
In Angelegenheiten des Stadtbezirkes, die kein Geschäft der laufenden Verwaltung sind und für die nicht der Rat der Stadt ausschließlich zuständig ist, entscheiden die Bezirksvertretungen nach der Gemeindeordnung NRW unter Beachtung der Belange der gesamten Stadt und im Rahmen der vom Rat erlassenen allgemeinen Richtlinien.[92]
DieStadtverwaltung ist mit allenöffentlichen Aufgaben der Stadt betraut und wird vom Oberbürgermeister geleitet, unter der Kontrolle des Rates. Die fünf hauptamtlichen Beigeordneten bilden zusammen mit dem Bürgermeister den Verwaltungsvorstand. Der Bürgermeister führt den Vorsitz und entscheidet bei Meinungsverschiedenheiten. Die Beigeordneten unterstehen direkt dem Bürgermeister, sie vertreten ihn in ihrem Dezernat. Die Beigeordneten sind kommunale Wahlbeamte. Sie werden vom Rat für die Dauer von acht Jahren gewählt.[93]
Die Verwaltung betreibt das operative Geschäft und setzt die politischen Ziele in eigener Verantwortung um. Dabei sind Berechenbarkeit, Kontinuität und Einheitlichkeit der Entscheidungen und des Verwaltungshandelns zu gewährleisten.[94] Die Spitzen der Verwaltung müssen dem gewählten Stadtrat gegenüber Rechenschaft ablegen. DiesesSelbstverwaltungsrecht ist imGrundgesetz garantiert (Art. 28 Abs. 2 GG) und in derLandesverfassung Nordrhein-Westfalen abgesichert. Die Abgrenzung der Kompetenzen ist in der Stadtverfassung festgelegt.[95]
Die Wuppertaler Verwaltung gliedert sich in sechs Fachbereiche (Dezernate). Den Geschäftsbereichen sind verschiedene Ämter zugeordnet. Die Ämter sind die untersten Organisationseinheiten der Verwaltung.[96] Traditionell wird bei der Wahl der Beigeordneten das Machtverhältnis der Parteien berücksichtigt.[97]
Dieses Amt, früher Oberstadtdirektor genannt, wurde inNordrhein-Westfalen zwischen 1994 und 1999 abgeschafft und mit dem des Oberbürgermeisters vereinigt.[101]
DasWappen der Stadt Wuppertal zeigt in Silber einen blau gekrönten, gezungten und bewehrten, zwiegeschwänzten roten Löwen auf einem goldenen Garnknäuel stehend und in den Pranken einen schwarzen Rost haltend. Der Entwurf dieses Wappens stammt vonWolfgang Pagenstecher. DieStadtfarben sind Rot und Weiß. Das Wappen wurde am 29. Juni 1934 vom preußischen Staatsministerium verliehen. Die Wappensymbole verbinden einerseits denBergischen Löwen, der seinen Ursprung imLimburgischen Löwen hatte, mit dem Rost als Attribut des heiligenLaurentius (ehemalige Wappenbilder Elberfelds), andererseits den bergischen Löwen und die Garnstränge als Sinnbild der Garnproduktion (ehemalige Wappenbilder Barmens). Diese Symbole sind bereits seit dem 14. Jahrhundert in den Siegeln beider Städte nachweisbar.
Das offizielle Logo der Stadt, umgangssprachlich alsWupperwurm bezeichnet, symbolisiert die Wuppertaler Schwebebahn sowie in Form des Buchstabens W den Fluss Wupper, der die Stadt durchfließt.
Ein Wegweiser mit den Wuppertaler Partnerstädten auf demRathausvorplatz im StadtteilBarmen
Zu acht Städten weltweit bestehenStädtepartnerschaften.[102] Zu weiteren Städten bestehen freundschaftliche Beziehungen und eine Kooperation.[103]
Die ältesteStädtepartnerschaft besteht zurbritischen StädteregionSouth Tyneside, zu der Kontakte und Freundschaften gepflegt werden. Mit dem 1951 geschlossenen Vertrag gehörte Wuppertal zu den ersten deutschen Städten, die eine Städtepartnerschaft eingingen.[104]
Im Jahr 1960 waren freundschaftliche Kontakte ehemaliger Kriegsteilnehmer ausSaint-Étienne inFrankreich und Wuppertal Grundstein für die Städtepartnerschaft, die mit Ratsbeschluss am 12. Januar 1960 offiziell geschlossen wurde. Der Kontakt wird heute über einen Freundeskreis in beiden Städten gepflegt.[105]
Auch zu deutschen Städten unterhält Wuppertal Partnerschaften, so mit dem Berliner BezirkSchöneberg (heuteTempelhof-Schöneberg). Wegen der isolierten LageWest-Berlins während der Zeit desKalten Krieges sollte so ein Zeichen derSolidarität und des Zusammenhalts gesetzt werden. Am 17. Februar 1964 wurde der Vertrag geschlossen, vielfältige Kontakte zwischen den Bürgern gab es bereits vorher.[106]
Als erste deutsche Großstadt besiegelte Wuppertal am 29. September 1977 eine Freundschaftsvereinbarung mit einerisraelischen Großstadt,Be’er Scheva. Die Kontakte werden auf deutscher Seite durch einen Freundeskreis organisiert.[107]
Auch bei der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages im Jahr 1980 mit derslowakischen StadtKošice (dt.: Kaschau) gingen die Vertreter Wuppertals neue Wege, denn Wuppertal nahm als erste bundesdeutsche Großstadt partnerschaftliche Beziehungen zu einer Stadt in der damaligenTschechoslowakei auf und wurde damit im politisch geteilten Europa ein Modellfall für Städtepartnerschaften zwischen Ost und West.[108] Initiator und treibende Kraft hinter dieser Beziehung war der damalige Wuppertaler StadtratKlaus Kriesche, geboren in der Tschechoslowakei. Maßgeblich beteiligt war der mehrfache Oberbürgermeister Košices und zeitweilige Staatspräsident der Slowakei,Rudolf Schuster.
Wuppertal, nochmals mit Klaus Kriesche als Organisator, schloss als erste Stadt in Nordrhein-Westfalen vor derWende eine „Ost-West“-Partnerschaft mit einer Stadt in der damaligenDDR. Um einen aktiven Beitrag zu gutnachbarschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Teilen Deutschlands zu leisten, wurden am 9. Februar 1987 in Wuppertal und am 26. Februar 1987 inSchwerin die Verträge unterzeichnet.[109]
Ein weiterer Städtepartnerschaftsvertrag wurde am 14. Dezember 1987 unterzeichnet. Über das InformationsbüroNicaragua gab es bereits intensive Beziehungen zu der StadtMatagalpa. Daraus entstand die Idee einer Bindung, um humanitären Hilfsprojekten eine Perspektive zu geben.[110]
Wuppertal übernahm 1952 die Patenschaft für die Vertriebenen aus Liegnitz.[111] Zugleich übernahm das Wilhelm Dörpfeld Gymnasium die Tradition des seit 1308 bestehenden Stadtgymnasium Liegnitz. Der am 15. Juni 1993 geschlossene Partnerschaftsvertrag festigte diese seit 1952 existierende Patenschaft, die für die ehemaligen Einwohner der vormals deutschen Stadt Liegnitz galt, zum polnischenLegnica. Auch hier organisiert ein Freundeskreis die Kontakte.[112]
Außerdem bestehen freundschaftliche Beziehungen zu:
Seit 1993 bestehen außerdem freundschaftliche Beziehungen zur russischen StadtJekaterinburg.[113]
Zu den städtischenWuppertaler Bühnen gehört neben demOpernhaus im Stadtteil Barmen, das 1907 erbaut und im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und bis 1956 wieder aufgebaut wurde auch dasSchauspielhaus im Stadtteil Elberfeld, welches 1966 erbaut wurde. Neben einem Opern- und Schauspielensemble hat das füravantgardistische Choreografien weltweit bekannteTanztheater Pina Bausch seinen Sitz bei den Wuppertaler Bühnen. Ende Juni 2013 wurde das Schauspielhaus wegen unbezahlbarer Sanierungs- und Unterhaltskosten geschlossen.[119] Zudem verfügt die Stadt über zahlreiche kleinere Bühnenproduktionen. So zeigteMüllers Marionetten-Theater von 1993 bis 2020 rund 300 Aufführungen für Kinder und Erwachsene jährlich und wurde zu Gastspielen nachRussland undJapan eingeladen.[120] An gleichem Standort soll dasK4 – Theater für Menschlichkeit unter der Leitung von Mona und Kris Köhler eröffnet werden.[121] DasRex-Theater ist, 1887 gegründet, das älteste noch bestehende Theater des Bergischen Landes und zählte bis in die 1920er Jahre zu den führenden Adressen desRheinlandes. Nach Umwandlung in ein Kino und zwischenzeitlicher Nutzung als Kleinkunstbühne ist heute wieder ein Kino in dem Theater beheimatet. DasTheater in Cronenberg (TiC) führt stadtweit vier Veranstaltungsorte mit bis zu 99 Plätzen und brachte schon bekannte Größen wieAxel Stein,Christoph Maria Herbst oderPatrick Stanke hervor. Ebenfalls über die Stadtgrenzen hinaus bekannt istDas Vollplaybacktheater, dasHörspielkassetten lippensynchron als Theaterstück nachspielt und bereits auf Deutschlandtournee ging. Breit aufgestellt ist auch dasTalTonTheater in der Elberfelder Nordstadt, das neben Theaterstücken auch Musik- und Literaturveranstaltungen abhält und seinen Sitz aktuell in dem Gebäude der ehemaligenGold-Zack Werke hat.
Weitere Theater der Stadt sind dasLeo-Theater in Langerfeld, dasWuppertaler Kinder- und Jugendtheater sowie dasGriechische Theater Wuppertal. Die beiden Letztgenannten verfügen, wie auch das Vollplaybacktheater, nicht über eine eigene Spielstätte. Zudem verfügte die Stadt mit demThalia-Theater von 1906 bis zu dessen Abriss 1967 über eine der imposantesten Theater-Bauten der damaligen Zeit.
Die Sammlung desVon-der-Heydt-Museums in der Elberfelder Innenstadt ist vor allem aus privaten Schenkungen der Wuppertaler Industrie des 19./20. Jahrhunderts hervorgegangen und birgt eine exzellente Sammlung mit Kunst vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Hier wurden unter anderem Gemälde vonPablo Picasso erstmals prämiert und ausgestellt. Es dürfte eines der reichhaltigsten Museen in Nordrhein-Westfalen sein, die umfangreiche Sammlung der Werke derModerne ging in der Zeit des Nationalsozialismus verloren. Die Familievon der Heydt stellte über lange Jahre denpreußischen Finanzminister und teilfinanzierten militärische Auseinandersetzungen Preußens, die ansonsten möglicherweise nicht hätten geführt werden können. Früh entstand in der Familie ein Kunstsachverstand, der zum stetigen Wachsen der hochqualitativen Sammlung beitrug.
DasMuseum Industriekultur Wuppertal zählt zu den bedeutendsten musealen Einrichtungen zur Frühindustrialisierung in Nordrhein-Westfalen. Es umfasst vier Standorte, die gemeinsam ein anschauliches Bild der industriellen Entwicklung im Wuppertal und des Alltags in einer der frühesten Industrieregionen Europas vermitteln.
Im Zentrum des Museumsverbunds stehen dasMuseum für Frühindustrialisierung und das benachbarteEngels-Haus im Stadtteil Barmen. Das Museum für Frühindustrialisierung präsentiert in einer authentischen Industriearchitektur des 19. Jahrhunderts eine umfassende Ausstellung zur sozialen, technischen und wirtschaftlichen Transformation während der Industrialisierung – mit Originalmaschinen, Textiltechnik, Arbeitswelten und Alltagsobjekten.
Das Engels-Haus ist ein 1775 erbautes bürgerliches Wohnhaus der Familie Engels. Die dortige moderne Dauerausstellung widmet sich dem Leben vonFriedrich Engels, seinem Werk als Sozialtheoretiker, Mitbegründer des Sozialismus und seinem Wirken im Kontext von Industrialisierung, Gesellschaftskritik und Arbeiterbewegung. Das Museum ist zugleich ein zentraler Erinnerungsort der politischen Ideengeschichte des 19. Jahrhunderts.
Ergänzt wird das Museumsangebot durch zwei technisch orientierte Außenstellen: dasBandwebermuseum Wuppertal-Oberbarmen, in dem historische Jacquard-Webstühle noch in Betrieb gezeigt werden, sowie denManuelskotten im Kaltenbachtal, eine wasserbetriebene Schleiferei, die die kleingewerbliche Werkzeugproduktion im Bergischen Land anschaulich dokumentiert. Alle vier Standorte desMuseums Industriekultur Wuppertal bieten authentische Einblicke in die Arbeits- und Lebenswelt der Industrialisierungsepoche und sind auch touristisch lohnenswerte Ziele, die Geschichte lebendig erlebbar machen.
DerSkulpturenpark zeigt Werke des GründersTony Cragg sowie die Werke anderer Künstler, der seither zunehmend Interesse und Zuspruch aus dem regionalen Umfeld findet.
DasMuseum auf der Hardt, ein Museum für Ethnologie und Mission in Geschichte und Gegenwart als eine Neukonzeption des Völkerkundemuseum,[122] beherbergt Kult- und Gebrauchsgegenstände aus dem südlichen und östlichen Afrika, Indonesien, China und Neuguinea wie Masken, Schmuck, Waffen oder Statuen. Die Exponate sind von oft herausragender handwerklicher und schöpferischer Qualität.[123]
DasBergische Straßenbahnmuseum in Cronenberg-Kohlfurth beherbergt etwa 30 alte meterspurige Straßenbahnfahrzeuge, die bis 1970 im Tal der Wupper, im Bergischen Land und in den angrenzenden Regionen unterwegs waren. Das Museum konnte ein rund drei Kilometer langes Reststück der früheren Straßenbahnlinie 5, die zwischen Wuppertal und Solingen verkehrte und 1969 stillgelegt wurde, erhalten. Es handelt sich bei der Museumsbahn um einen der kleinsten Straßenbahnbetriebe der Welt.
DasBibelmuseum zeigt unter anderem historische biblische Funde, die Geschichte der Schreibkunst und der deutschen Bibel sowie Bibeln in über 1200 Sprachen. Im 1910 angelegtenBotanischen Garten auf derHardt befinden sich auf 2,5 ha knapp 4000 unterschiedliche Pflanzenarten. DieBegegnungsstätte Alte Synagoge bietet Dauerausstellung zum jüdischen Leben in der Region, in der Vergangenheit ebenso wie in der Gegenwart.
Mit demFuhlrott-Museum, das seit 2008 geschlossen ist, verfügte Wuppertal über ein regionalesnaturkundliches Museum. Das vom Fuhlrott-Museum genutzte Gebäude wird nach einer Sanierung heute durch die Volkshochschule Wuppertal belegt. Ob und an welchem Ort die Museums-Exponate der Öffentlichkeit wieder zugänglich sein werden, ist zurzeit unklar.
Die Stadt Wuppertal unterhält dasSinfonieorchester Wuppertal, welches 1919 aus den beiden Orchestern von Barmen und Elberfeld hervorgegangen ist. Weitere überregional bekannteOrchester und Musikvereine sind dasAkkordeon-Orchester Wupperspatzen e. V., dasBundesbahn-Orchester Wuppertal, dasKammerorchester Wuppertal, dieMandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal und derOrchesterverein Bayer Wuppertal.
Zudem findet das größte Rock-Popfestival für Nachwuchsmusiker in Deutschland, dasSchüler-Rockfestival, seit 1987 jährlich in der WuppertalerUnihalle statt und zieht tausende Besucher an.
DerU-Club in der ehemaligenKüpper-Brauerei gehört zu den bekanntestenReggae-Clubs Deutschlands. Bis zur Schließung 2018 zählte außerdem derButan Club zu den besten Technoclubs Deutschlands. Überregionale Bekanntheit genießen außerdemdie börse sowie verschiedeneStudentenparties der Bergischen Universität wie etwa dieCaipirinha Wiwi Party oder derCampusBASH.
Im Bereich des freienJazz hatte Wuppertal einen besonderen Ruf, da sich hier in den 1960ern ein Kraftfeld entwickeln konnte, das weit über Deutschland hinaus strahlte: Musiker umPeter Brötzmann undPeter Kowald werden zur ersten Generation des europäischenFree Jazz gezählt und spielten in ganz Europa. Seit den 1980ern erfuhren sie auch imamerikanischen „Mutterland des Jazz“ und inJapan Anerkennung. Diese Free Jazzer der ersten Generation haben die Wuppertaler Kulturszene nachhaltig geformt:Der Ort, das ehemalige Atelier von Peter Kowald, beherbergt heute Musiker oder andereArtists in Residence.Der Pianist, Organist und KomponistBernd Köppen hat 1995 den Verein Unerhört e. V. gegründet, der bis heute Konzerte veranstaltet. Auch danach hat das Tal originelleImprovisatoren wieHans Reichel,Rüdiger Carl oderGunda Gottschalk hervorgebracht.
Neben einem Komplexkino und zwei Programmkinos verfügt Wuppertal im Sommer über das Open Air KinoTalflimmern, mit einem vielfach von der Film- und Medienstiftung NRW ausgezeichneten Programm.[124] Darüber hinaus befindet sich in Wuppertal die Dienstleistungszentrale des Bundesweiten Verbundes Unabhängiger, Mittelständischer KinounternehmenCineplex, eine der größten Kinogruppen Europas.[125]DerWDR betreibt im Luisenviertel ein Regionalstudio.
Steile Straßenzüge, Fabrikgemäuer, alte Gründerzeit-Villen und urbane Idyllen machen Wuppertal zu einem beliebten Produktionsort für Filme. Insgesamt sind seit 1901 mehr als 60 Kino- und TV-Produktionen sowie preisgekrönte Dokumentarfilme ganz oder teilweise in Wuppertal gedreht worden.
Die SerieDer kleine Vampir – Neue Abenteuer wurden zum Großteil in Wuppertal gedreht, wo sich unter anderem auch das Haus der Familie Bohnsack befindet. Die MiniserieWishlist (2016) spielt größtenteils in Wuppertal, da viele Darsteller dort wohnen. Die dritte Staffel der FernsehserieBabylon Berlin (2018) wurde unter anderem in der Villa Amalia im Briller Viertel gedreht.[128] In Wuppertal spielt auch die 2019 gedrehte MinireiheVäter allein zu Haus.
Wuppertal ist Sitz der 1990 gegründetenElse-Lasker-Schüler-Gesellschaft, die ihre großen internationalen, politisch literarischen Foren auch in Wuppertal durchführt.
Auch ist Wuppertal ein Schauplatz im ComicWotans Feuer (1984) der SerieYoko Tsuno des franco-belgischen ComiczeichnersRoger Leloup.
Aus der Tradition heraus ist die Elberfelder Altstadt, mit derLuisenstraße und derkleinenFriedrich-Ebert-Straße, das Ausgehviertel für ein breitgefächertes Publikum. Später kamen die Neumarktstraße in der Innenstadt und das Areal an derNordbahntrasse um denMirker Bahnhof hinzu. Weitere Ausgehmöglichkeiten gibt es eher vereinzelt, wie zum Beispiel das TanzzentrumAda, ehemalige Anlaufstelle von Pina Bausch,Die börse, derU-Club oder dasWuppertaler Brauhaus.
Trotz der starken Zerstörungen im Innenstadtbereich im Zweiten Weltkrieg verfügt Wuppertal mit rund 4500Baudenkmälern über den zweitgrößten Bestand des Landes Nordrhein-Westfalen. Dabei ist besonders die Architektur des 19. Jahrhunderts mit einigen herausragenden Bauwerken vertreten. Die ersten Stadterweiterungen haben zahlreiche Beispiele desKlassizismus in Wuppertal hinterlassen, aus der Zeit des Historismus finden sich neben mehrgeschossiger Wohnbebauung einige geschlossene Villengegenden. DasBriller Viertel ist eines der größten und homogensten Villenviertel Deutschlands, später konzentrierte sich der gutbürgerliche Villenbau auf dasZooviertel. Von den rund 50.000 Wohngebäuden wurden etwa 85 % vor dem Jahr 1982 errichtet.[129] Große Bauten der Jahrhundertwende wie die Schwebebahn oder diehistorische Stadthalle am Johannisberg dokumentieren den Reichtum der Städte Elberfeld und Barmen in dieser Zeit. Aus der Nachkriegszeit ist dieSchwimmoper nennenswert.
Wuppertal ist vor allem bekannt durch die vonEugen Langen konstruierte und 1901 offiziell eröffneteSchwebebahn. Die 13,3 Kilometer lange Strecke ist technisch eineHängebahn und wurde schon bald nach ihrer Eröffnung zumWahrzeichen der damaligen Städte. Ihr Tragegerüst – mit dem sie zu den 50längsten „Brückenbauwerken“ der Welt gehört – wurde seit 1997 weitgehend historisch werkgetreu erneuert; gleichzeitig wurden alle Haltestellen umgebaut und modernisiert. Die Schwebebahn soll damit ein modernes, sicheres und schnelles Nahverkehrssystem bleiben, das täglich von über 75.000 Fahrgästen genutzt wird. Allerdings ging durch den Neubau der meisten Stationen sowie der beiden Endbahnhöfe ein großer Teil der originalen Bausubstanz verloren. Lediglich die StationDöppersberg wurde originalgetreu erhalten. Die BahnhöfeWerther Brücke,Völklinger Straße undLandgericht wurden im historischen Stil neu errichtet und nur zurückhaltend mit modernen Einbauten ergänzt, z. B. mit Aufzügen. Sie allein geben noch einen Eindruck vom historischen Erscheinungsbild der Schwebebahnstationen. Legendär ist die Geschichte der ElefantenkuhTuffi, die 1950 einen Sprung aus der Schwebebahn in die Wupper überlebte.
Viele Bauten sind im Stil desKlassizismus errichtet worden, zum Beispiel dieBarmer Ruhmeshalle (heutiger Name: Haus der Jugend), dasehemalige Elberfelder Rathaus und heutigeVon der Heydt-Museum, die alteLandesbank und dasLandgericht, insbesondere sein Treppenhaus. Das kaum weniger ansehnliche Treppenhaus des Amtsgerichts ist wegen der Verlegung des Eingangs nicht unmittelbar zugänglich. Zwei weitere bedeutende Monumente dieser Zeit sind dasBahnhofsgebäude des Hauptbahnhofs, dessen Vorbau aktuell zur Freilegung des ursprünglichen Eingangs zurückgebaut wird, sowie das Gebäude der ehemaligenBundesbahndirektion.
In den außerordentlich zahlreichen Villen aus derGründerzeit sind vielfältige Baustile realisiert worden. Einen ähnlichen Stilmix weisen auch die großen Arbeiterviertel mit geschlossener gründerzeitlicher Wohnhausbebauung auf, die sich nördlich des Elberfelder Zentrums befinden. Interessant sind auch die Messebauten aus der Gründerzeit in derHofaue nahe dem Elberfelder Zentrum, damals eine permanente Textilmesse, auf der man fast alles aus dem Bereich Textil kaufen oder ordern konnte. Aus der Zwischenkriegszeit sind einige repräsentative Villen im Bauhausstil zu erwähnen, vor allem eine Reihe von außerordentlich ansprechenden und großflächigen Wohnanlagen. Sie wurden in der Regel von Wohnungsbaugesellschaften errichtet, deren Gründer zumeist heimische Industrielle waren.
Durch die vielen religiösen Gemeinschaften (s. o.) gibt es zahlreiche Kirchen. Da erst in den 1980er Jahren die lutherischen und reformierten Gemeinden vereint wurden, gibt es in vielen Stadtteilen eine katholische und zwei evangelische Kirchen. Dies hat zurProfanierung einiger Bauten, wie etwa derImmanuelskirche, geführt. Älteste Wuppertaler Kirche ist dieAlte reformierte Kirche, die architektonisch bedeutendste Kirche dieSt.-Laurentius-Kirche, die den Titelbasilica minor trägt, im Luisenviertel. Viele Kirchen, darunter die kulturell bedeutendeAlte Kirche Wupperfeld wurden geschlossen oder verkauft.
Viele Kirchen überragen mit ihrem Kirchenschiff nicht die umgebenden Wohnbauten, einzig die Türme sind höher. Sie wurden zumeist Mitte des 19. Jahrhunderts inmitten niedriger Fachwerkhäuser errichtet und verloren ihren dominierenden Status mit Bau der Gründerzeithäuser.
Die Wohngebiete des 19. Jahrhunderts wurden fürFußgänger eingerichtet und befinden sich zumeist in Hang- oder Berglagen. Man zählt 469 öffentliche Treppen mit insgesamt 12.383 Stufen, 23 Treppen stehen unter Denkmalschutz. Die wohl bekannteste Treppe in Elberfeld ist dasTippen-Tappen-Tönchen, die längste durchgehend gerade Treppe ist dieJakobstreppe mit 155 Stufen, die die Friedrich-Ebert-Straße mit dem Nützenberg verbindet. Mit 168 Stufen ist die Anilintreppe die größte aller Wuppertaler Treppen. Als architektonisch interessant gelten dieVogelsauer Treppe sowie dieDicke-Ibach-Treppe. Beliebtes Fotomotiv ist auch die bunteHolsteiner Treppe.
DasStadion am Zoo wurde 1924 eröffnet und ist das größte Stadion im Bergischen Land. Hier wurden verschiedene Spitzensportveranstaltungen imRadsport,Motorradsport,Leichtathletik,Fußball undAmerican Football abgehalten. Es ist unter anderem Austragungsort der Meisterschaftsspiele des Fußball-RegionalligistenWuppertaler SV. Die alte Radrennbahn im Stadion ist teilweise heute noch erhalten und steht unterDenkmalschutz, wird jedoch zurzeit durch eine neue Tribüne ersetzt. Sie galt nach ihrer Errichtung als schnellste Radrennbahn der Welt.
Ein weiteres großes Veranstaltungszentrum für Sport und auch für Unterhaltung ist dieUni-Halle, die im November 1987 eröffnet wurde. Sie ist die größte Mehrzweckhalle im Bergischen Land mit etwa 3.000 Sitzplätzen. Hier wird unter anderem jeden Januar die Wuppertaler Hallenfußball-Meisterschaft ausgetragen, sowie die Heimspiele des BHC, zudem finden regelmäßig musikalische Veranstaltungen statt.
Während der Industrialisierung sicherten Großbürger und ihre Vereine viele unbebaute Talhänge und Hügel und legten dort große Parks an.[130] Der erste von diesenVolksparks entstand ab 1807 auf derHardt.[131] Es folgten weitere Anlagen in allen Stadtteilen, die teilweise bis heute von den Vereinen unterhalten werden. Die sechs bedeutendsten Parks in Wuppertal sind Mitglied imEuropäischen Gartennetzwerk, womit die Stadt die Liste anführt.[132]
In einem ausgedehnten Parkgelände mit altem Baumbestand befindet sich am Hang des Kiesbergs der drittbeste deutsche Großzoo,Zoo Wuppertal, in dem rund 5000 Tiere von knapp 500 Arten aus allen Teilen der Erde gehalten werden.[133] In zahlreichen Tierhäusern zeigt er unter anderemMenschenaffen,Bären,Großkatzen,Vögel,Fische undReptilien. Beliebt sind die vier jungenElefanten und europaweit einzigartig, einTapir-Haus mit Unterwasser-Beobachtung. Im Mai 2007 wurde die größteRaubtier-Anlage Deutschlands eröffnet, über sie hinweg führt eine Brücke des RadwanderwegesBurgholzbahn. Zudem verfügt der Zoo über eine der größten Anlagen fürKönigspinguine und der einzigen fürZwergpinguine in Europa.
Im Jahr 2006 feierte der Wuppertaler Zoo sein 125-jähriges Bestehen mit derPinguinale. Hierzu wurden im gesamten Stadtgebiet große, künstlerisch bearbeitete Pinguinfiguren aufgestellt, von denen viele noch heute im Stadtgebiet und im Zoo zu sehen sind.
DieBarmer Anlagen sind ein Landschaftspark am Hang der BarmerSüdhöhen, der in einWaldgebiet übergeht und zu den größten privaten Parkanlagen Deutschlands zählt. In den Anlagen stand bis 1947 das ersteGroßplanetarium der Welt, das jedoch imZweiten Weltkrieg zerstört und danach aus finanziellen Gründen nicht wieder aufgebaut wurde. Am westlichen Ende des Barmer Waldes befindet sich das VillenviertelToelleturm mit demgleichnamigen Aussichtsturm. Südlich des Barmer Waldes schließt sich derVorwerkpark an, der ab 1895 von der Gründerfamilie desgleichnamigen Unternehmens angelegt und 2001 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
Der zentral gelegene Bergrücken, derHardtberg, beherbergt dieHardt-Anlagen mit unterschiedlichen Einrichtungen wie einerFreilichtbühne, demBotanischen Garten, mit mehr als 5.000 interkontinentalen (Sonder-)Pflanzen, sowie demElisenturm und dem WuppertalerBismarckturm. Die Parkanlage ist binnen weniger Minuten aus dem Stadtzentrum Elberfelds zu Fuß erreichbar.
DerNordpark befindet sich auf einem Bergrücken im Stadtteil Barmen und kommt auf seiner höchsten Erhebung, demWollspinnersberg, auf eine Höhe von 273 Metern. Es ist ein Park, der neben großen Waldflächen auch nach Süden geneigte Wiesen aufweist. Neben einem Ausflugslokal gibt es dort einen Spielplatz und ein 3,6 Hektar großes Wildgehege. Zudem wird er von einem Geologie-Lehrpfad durchquert.
Sculpturepark Waldfrieden – Tony CraggPoints of View (2008)
DerSkulpturenpark Waldfrieden ist ein Skulpturenpark des englischen BildhauersTony Cragg, der im September 2008 eröffnet wurde. Der Park ist nach einer Erweiterung knapp 20 Hektar groß und zeigte bisher sowie zum Teil auch weiterhin unter anderem Werke vonEduardo Chillida, einem der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts, oderJohn Chamberlain, dem Wegbereiter derPop Art, zu sehen.
In den zahlreichen Sportvereinen betreiben etwa 80.000 Menschen aktivBreitensport. Mit etwa 2000 Mitgliedern zählt derBarmer TV 1846 Wuppertal zu den größten Vereinen der Region. Innerhalb der Stadt ist nur derSV Bayer Wuppertal mit fast 8000 Mitgliedern größer. DerWuppertaler SV hat etwa 1200 Mitglieder.
Der bekannteste Fußballverein ist derWuppertaler SV, der unter anderem von 1972 bis 1975 in der1. Bundesliga spielte, zudem noch sieben Jahre in der2. Bundesliga. In der Saison 2008/09 war der Verein Gründungsmitglied der3. Liga, in der „Ewigen Tabelle“ desDFB steht er auf Platz 38. Seit dem Abstieg des WSV aus der 3. Liga im Jahr 2010 war die Stadt Wuppertal nur noch viertklassig in derRegionalliga West vertreten, zwischen 2013 und 2016 aufgrund einer im Mai 2013 beantragten Insolvenz sogar nur fünftklassig.[135] In der Saison 2015/16 gelang dem WSV der Aufstieg in die vierte Liga.
International erfolgreichste Sportler sind seit Beginn des 21. Jahrhunderts dieSchwimmer desSV Bayer Wuppertal. Zuvor waren über Jahrzehnte dieWasserfreunde Wuppertal einer der erfolgreichsten deutschen Schwimmvereine. In derWuppertaler Schwimmoper finden zudem regelmäßig nationale und internationale Schwimmwettkämpfe statt.
Kanu
Über viele Jahre hinweg zählten dieKanurennsportler derKSG Wuppertal zu den erfolgreichsten Deutschlands und brachten über 200 Deutsche Meister und mehrere Olympiateilnehmer – darunter den späterenOlympiasiegerUlrich Eicke – hervor. Seit Mitte der 1990er Jahre ist dieDrachenboot-Mannschaft desVfK Wuppertal in der Weltspitze vertreten.
Tanz
DerTanzsportclubGrün-Gold Casino Wuppertal brachte diverse Titelträger bis hin zu Europameistern hervor. Auch andere Vereine erreichen regelmäßig gute Platzierungen bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Zudem finden in derHistorischen Stadthalle regelmäßig Tanzveranstaltungen auch internationalen Ausmaßes statt. DerDeutsche Tanzsportverband bietet dort regelmäßig Trainingscamps an.[136] Im Juni 2013 feierte derASV Wuppertal mit seiner Jazz- und Modern-Dance-FormationArabesque seine erste deutsche Meisterschaft vor SerienmeisterAutre Chose ausSaarlouis.[137] Im gleichen Jahr wurde die Formation auch Weltmeister in der Small Group sowie im Ballett.
Seit 2006 besteht in Langerfeld dasDAV Kletterzentrum Wupperwände, welches auch alsLandesleistungszentrum NRW fungiert. Neben vielen nationalen Wettkämpfen wurde hier auch schon derEuropean Youth Cup ausgetragen.Juliane Wurm undJonas Baumann, beide vielfache deutsche Meister imSportklettern undBouldern, gehören zurSektion Wuppertal desDeutschen Alpenvereins und waren auch international erfolgreich. Die Sektion Wuppertal wurde im Januar 1891 gegründet, sie betreibt 5Schutzhütten und hat 5.876 Mitglieder (Stand: 31. Dezember 2025).[138]
Golf
DerGolfclub Bergisch Land im Norden der Stadt ist einer der ältesten Golfclubs Deutschlands und wurde durch den deutschen GolfpionierBernhard von Limburger mitgestaltet. Durch seine Hang- und Hügellage gilt der Par-72-Kurs als besonders anspruchsvoll. DerMettmanner BerufsgolferMartin Kaymer begann dort seine Profikarriere und gehört als ehemaliger Weltranglistenerster zu der internationalen Golf-Elite.
Parkour
Seit Januar 2014 steht im StadtteilWichlinghausen auf dem Gelände des 1995 stillgelegtenBahnhofs Wichlinghausen die größteParkour-Anlage Deutschlands. Das etwa 1000 Quadratmeter große Gelände kostete 370.000 Euro und wurde zum größten Teil aus Landesförderungen finanziert.[139]
Die zu einem Fuß-, Rad- und Skateweg umgebaute ehemaligeNordbahntrasse
Ein markierterWanderweg, derWuppertaler Rundweg, umrundet mit einer Länge von 106 Kilometer das ganze Stadtgebiet. Weitere 550 Kilometer markierte Ortswanderwege erschließen fast sämtliche Erholungsgebiete und Wälder der Stadt. Viele der Wanderwege besitzen über das Naturerlebnis hinaus eine kulturhistorische und naturwissenschaftliche Bedeutung, wie der 42 Kilometer langeEulenkopfweg desFuhlrott-Museums, die Kleingartenwanderwege, die Arboretumswege imStaatsforst Burgholz, der Industriegeschichtspfad im historischenGelpetal oder der geologischeLehrpfad im Barmer Norden.
In Zusammenarbeit des VereinsWuppertal Bewegung e. V. und der Stadtverwaltung gelang zudem die Reaktivierung derNordbahntrasse zu einem Fuß- und Radweg, mit gleichzeitiger Weiternutzung eines noch verbliebenen Gleises für Draisinenverkehr. Dadurch wurden über 23 Kilometer durch Tunnel und über Brücken die Zentren und nördlichen Stadtteile Wuppertals erschlossen, und es ist möglich, ohne Anstiege von Langerfeld bis nach Vohwinkel zu radeln, wo Anschlüsse ins Ruhrgebiet und nach Düsseldorf bereits vorhanden sind. Das Projekt wurde von derJackstädt-Stiftung, die sich vor allem für kulturelle und soziale Projekte und Aktivitäten einsetzt, mit etwa einer Million Euro unterstützt.[140]
DasFeuertal-Festival, ein zweitägiges Festival mit Mittelalter-Rock, findet jährlich am letzten August-Wochenende statt
BeimÖlbergfest glänzen alte Straßenzüge mit Altbauten, kultureller Vielfalt, Köstlichkeiten und Feuerwerk in der Nordstadt. Wiederholung im 2-jährlichen Rhythmus, Ende April.
DerAutonome1. Mai ist eine jährliche autonome 1.-Mai-Demonstration mit anschließendem Straßenfest auf dem Schusterplatz in der Elberfelder Nordstadt
DasLuisenfest findet jährlich im Mai in Form eines Trödelmarkts in der Altstadt Elberfelds und imLuisenviertel statt
Barmen Live ist ein Musik-Festival in der Barmer Fußgängerzone am Himmelfahrtswochenende
DasBleicherfest war ein Tagesflohmarkt und Stadtteilfest in Heckinghausen und fand bis 2019 insgesamt 44 Mal statt.[144]
DasElberfelder Cocktail ist ein Straßenfest in der Elberfelder Innenstadt, initiiert von der IG-1 (Interessensgemeinschaft für Elberfeld)
Wuppertal – 24 Stunden live bietet 100 Veranstaltungen an 80 Orten. Eine Art „Tag der offenen Tür“ in Wuppertaler Betrieben, Einrichtungen und in historischen Gebäuden (jährlich im September)
DerVohwinkeler Flohmarkt am letzten Sonntag im September war ein großer Eintages-Flohmarkt mit etwa 300.000 Besuchern. Er fand zwischen 1971 und 2019 statt.
DasWuppertalerJazz Meeting findet im Herbst im Café Ada statt, veranstaltet von der Jazz AGe
DieEuropean Club Trophy Ladies ist ein Golfturnier, das seit 2007 im Golfclub Bergisch Land ausgetragen wird.
DerLange Tisch ist ein seit 1989 alle fünf Jahre stattfindendes Stadtfest, bei dem eine fast 14 Kilometer lange Festtafel – von Vohwinkel bis Oberbarmen – gebaut und durch die Wuppertaler selbst mit Tischen und Stühlen bestückt wird.[145] Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 benutzte Logo und Idee (Still-Leben Ruhrschnellweg /Die längste Tafel der Welt).
Im August 2008 richtete Wuppertal den zweitenNordrhein-Westfalen-Tag[146] aus. Zu diesem großen Landesgeburtstag, der jährlich in einer anderen Stadt gefeiert wird, kamen mehrere hunderttausend Besucher in die Stadt.
Die Kultur der Mundart wird unter anderem im sogenannten Plattkaller-Abend gepflegt.[147] DieStriekspöen interpretieren ihre Werke um aktuelle Themen in Mundart.
Wuppertaler Spezialitäten sind derRheinischen Küche zuzuordnen, die auch Ähnlichkeiten mit der Küche des angrenzendenWestfalen zeigen. Als typische regionale Küche spiegelt sie bis heute jahrhundertealte Ernährungsgewohnheiten der einfachen Bevölkerung wider. Auffällig ist die Bedeutung der Kartoffel als Grundlage vieler Gerichte. Eine Besonderheit des Wuppertaler Raums ist die bereits sehr frühzeitige Verwendung „exotischer“ Zutaten wie Kaffee, Kakao, Reis und Zucker. Weil sich das Tal der Wupper bereits im 18. Jahrhundert zu einer der führenden Gewerbe- und Industrieregionen entwickelte, entstand rasch ein wohlhabendes Unternehmer-Bürgertum, das gesteigerten Wert auf solche Genussmittel legte. Internationale Handelsbeziehungen ermöglichten den hiesigen Kaufleuten den Import solcher Zutaten früher als in anderen Gegenden Deutschlands. Im 19. Jahrhundert konnten sich ebendiese Genussmittel in weiten Teilen des Bürgertums durchsetzen.
Ausdruck der damaligen bürgerlichen Essgewohnheiten ist dieBergische Kaffeetafel. Zu dieser umfangreichen Mahlzeit gehören neben Waffeln mit Kirschen, Vanilleeis und Milchreis mit Zimtzucker diverse Sorten Grau- und Schwarzbrot,Hefeplatz oder Rosinenstuten, Zwieback, Wurst, Schnittkäse, Honig, Quark, Butter,Burger Brezeln undApfelkraut. Der Kaffee wird aus der so genanntenDröppelminna, einerGelderschen Zinnkanne mit Ausgusskran, serviert.
Rivkooche (Reibekuchen) sind kleine, kross gebrateneKartoffelpuffer. Traditionell werden sie mitZuckerrübensirup oder einer gebutterten ScheibeSchwarzbrot gegessen, heute häufiger mit Apfelmus. Der BergischePillekuchen ist dagegen ein Kartoffelpuffer in Pfannkuchengröße, der gerne mit Speck kombiniert und mit Apfelmus serviert wird. Er stellt ein Gegenstück zumSchweizer Rösti dar.
Kottenbutter nennt man ein mit Wurst und Zwiebelringen belegtes Schwarzbrot, das früher im Bergischen Land die Schmiede als Frühstücksbrot zur Arbeit in die alsKotten bezeichneten Schmieden, Schleifereien oder kleinen Gießereien mitnahmen.
Bekannt ist auch der RheinischeSauerbraten, möglichst als Pferde-Sauerbraten, dessen Soße traditionell mitPrinten gebunden und mit Rosinen und Zuckerrübensirup süß-sauer abgeschmeckt wird.
DerPanhas ähnelt dem bayerischenLeberkäse, besteht jedoch aus Blut, Speck,Buchweizenmehl, Gewürzen und kleinen Fleischstücken. Er wird in Scheiben geschnitten, schwimmend in Fett gebacken und kann mit gebratenen Zwiebeln serviert werden.
Die industrielle Entwicklung wurde im 18. und 19. Jahrhundert durch dieTextilindustrie geprägt, die bereits auf die Verleihung des landesherrlichen Privilegs derGarnnahrung im Jahr 1527 und damit auf die seit Jahrhunderten bestehende Verarbeitung von Garnen, Bändern und Tuchen hinweist. So hat das Zeichen derBleicher stellvertretend für dieTextilveredelung Eingang in das Stadtwappen gefunden. Der Niedergang der Textilindustrie durch Produktionsverlagerungen in Billiglohnländer erfolgte in mehreren Phasen, beginnend in der Zwischenkriegszeit, vor allem in den 1960er und 1970er Jahren. Inzwischen ist dieser Industriezweig in Wuppertal weitgehend bedeutungslos. Stattdessen sind heuteChemie,Maschinenbau undElektrotechnik vorherrschend. Des Weiteren gibt esVerlage undLandwirtschaft. In Cronenberg haben mehrere national wie international führende Unternehmen der Werkzeugindustrie ihren Sitz.
Die Industrie in Wuppertal basiert großteils auf der seit dem 16. Jahrhundert sich entwickelnden Textil- und Metallindustrie. Die umfangreiche Kabelproduktion verwendete anfangs Isolierungen aus Textil, daraus folgte die Elektroindustrie. Unternehmen der Chemie, Farben, Kunststoffe undPharmazie entwickelten sich wegen des Färbens und Bleichens von Garnen und Stoffen, Autozulieferer wegen der textilen Bestandteile. Der Maschinenbau konzentrierte sich zunächst auf Textilmaschinen, beispielsweise beiBarmag oder „Hacoba“. Die Werkzeugfertigung hat ihre Wurzeln in den alten Hammerwerken und Schleifkotten der bergischen Täler. So istRemscheid mit Wuppertal-Cronenberg für Werkzeuge und Sägen bekannt,Velbert für Schlösser undSolingen für Schneidwaren. Die FamilieFrowein mit den Fabrikanten Carl Frowein und dessen 1911 in London geborenen Sohn Werner Frowein (Vorsitzender der Fachgemeinschaft Maschinen für die Schuh- und Lederindustrie) betrieb inWuppertal-Barmen die MaschinenfabrikFrobana.[148]
26 Unternehmen haben sich mit der Stadt Wuppertal zur „Wuppertal Marketing GmbH“ zusammengeschlossen. Mehrere Inhaber und Führungskräfte von Unternehmen werben als Wuppertal-Botschafter für ihre Stadt. Zudem haben sich 20 Landwirte zu dem Arbeitskreis „Bauern in Wuppertal“ zusammengeschlossen, um ihre Produkte und Dienstleistungen gemeinsam anzubieten.[149]
Im Jahre 2016 erbrachte Wuppertal, innerhalb der Stadtgrenzen, einBruttoinlandsprodukt (BIP) von 13,061 Milliarden € und belegte damit Platz 27 innerhalb derRangliste der deutschen Städte nach Wirtschaftsleistung. Das BIP pro Kopf lag im selben Jahr bei 37.186 € (Nordrhein-Westfalen: 37.416 €; Deutschland 38.180 €) und war vergleichbar mit dem regionalen und nationalen Durchschnitt. In der Stadt sind 2017 ca. 171.200 Personen beschäftigt.[150]
DieArbeitslosenquote betrug Anfang 2008 11,2 %. Im Zuge des anhaltenden Aufschwungs in Deutschland sank die Quote im August 2018 auf 8,5 % und im Mai 2019 nochmals auf 8,1 %.[151] Die Stadt hatte Anfang 2010 1,8 Milliarden Euro Schulden.[152] 2014 hatte die Stadt 2,35 Milliarden Euro Schulden.[153] 2016 waren es 2,51 Milliarden Euro.[154] Die Zinsschuldenquote (Anhaltspunkt für die gezahlten Zinssätze) der Stadt Wuppertal betrug 2016 für Investitionskredite rund 3,4 %, für Liquiditätskredite rund 1,4 %.[155]
ImZukunftsatlas 2019 belegte die kreisfreie Stadt Wuppertal Platz 189 von 401 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft.[156] Verglichen mit der Ausgabe von 2016 zeigt sich eine positive Entwicklung.[157]
Wuppertal hat zwei große Einkaufszonen in Barmen und Elberfeld. Daneben gibt es kleinere in den Stadtteilen Vohwinkel, Cronenberg, Ronsdorf und Langerfeld. Der BarmerWerth gilt als die ersteFußgängerzone sowie eine der erstenEinkaufsmeilen Deutschlands. Der „Werther Brunnen“ am östlichen Ende der Einkaufszone stellt als „Sonne“ zudem den Anfang desAstropfades dar, der sich auf einer Länge von 10,7 km durch Wuppertal zieht. Im Westen Barmens an der Grenze zu Elberfeld befindet sich das FachmarktzentrumWicküler City.
Die Elberfelder Innenstadt ist die größere und weitaus stärker frequentierte der beiden großen Einkaufszonen. Neben zahlreichen Einzelhändlern, Handelsketten und Gastronomiebetrieben finden sich hier zwei große Einkaufszentren, dieRathaus-Galerie mit knapp 50 sowie dieCity-Arkaden mit über 80 Geschäften. Neben dem Neumarkt, auf dem täglich Lebensmittel gehandelt werden, verfügt Elberfeld zudem über Filialen großer Bekleidungshausketten. Am südlichen Ende befindet sich derWuppertaler Hauptbahnhof, der bis 2017 von einem reinen Verkehrsknotenpunkt zu einem erweiterten innerstädtischen Zentrum ausgebaut wurde. Im Westen schließt sich dasLuisenviertel an, das auf lokaler Ebene auch als „Wuppertaler Altstadt“ bekannt ist.
Auch die anderen Stadtteile verfügen in der Regel über eigene Märkte, wobei hier keine größeren Handelsketten anzutreffen sind, zumal die Stadtteile zumeist noch sehr eigene und kleinstädtische Charakteristika aufweisen.
Bei Touristen und Einheimischen beliebt: Sonderfahrten mit dem historischenKaiserwagen
Auf die 22 großenHotels in der Stadt verteilen sich laut einer Statistik fast 2000 Betten (Stand 2019).[159] Zusammen mit den anderenBeherbergungsbetrieben, darunter Gasthöfe, 13 privat geführteHotel garnis undPensionen sowie sieben Schulungsheime und Jugendherbergen, belief sich 2019 in den 45 Beherbergungsbetrieben die Gesamtzahl der Betten auf 4364 mit über 271.000 Gästen. Die Zahl der Übernachtungen betrug im gleichen Jahr knapp 700.000. Gut 15 % der Gäste kamen aus dem Ausland, etwa 3 % von außerhalb Europas.
Der amerikanische FernsehsenderCNN empfiehlt Wuppertal als einen von 20 Orten weltweit und einzige Stadt in Deutschland als Reiseziel für das Jahr 2020 aufgrund der einzigartigenSchwebebahn,[160] der architektonischen Vielfalt in der Stadt und derNordbahntrasse als Freizeitaktivität. Weitere touristische Hauptziele sind derZoo, dasEngels-Haus im historischen Zentrum sowie Ausstellungen desVon der Heydt-Museums. DerMarco-Polo-ReiseführerTrendguide – Die besten Reiseziele für 2025 führt Wuppertal als „deutschen Geheimtipp“ in der Rubrik noch weitestgehend unentdeckter Orte.[161]
Aptiv, ehemalsDelphi Corporation, ist ein amerikanischer Autozulieferer und wurde 1999 als eigenständig notiertes Börsenunternehmen aus derGeneral Motors Corporation ausgegliedert. Der Deutschland-Sitz des Unternehmens im Technologiepark im SüdenElberfelds ging aus der 1874 von C. Reinshagen gegründeten Textilfabrik (später Kabelwerke Reinshagen GmbH) hervor. Aptiv betreibt auf denWuppertaler Südhöhen eine Teststrecke für autonomes Fahren.
Axalta Coating Systems (von 1999 bis 2012DuPont Performance Coatings, bis 1999 Herberts GmbH als Lackunternehmen derHoechst AG) ist der weltweit größte Hersteller von Autoserienlacken und zählt rund 2500 Beschäftigte an den beiden Standorten an der Märkischen Straße und am Christbusch.
DieBarmenia Versicherungen mit ihrem Hauptsitz an der Kronprinzenallee (mittlerweile umbenannt inBarmenia-Allee) wurden 1904 als Gewerbekrankenkasse zu Leipzig gegründet und beschäftigen am Standort Wuppertal etwa 1400 Mitarbeiter.
Die KrankenkasseBarmer, deren Hauptsitz seit 2010Berlin ist, unterhält einen ihrer zwei Verwaltungssitze (nebenSchwäbisch Gmünd) an der Lichtscheider Straße. Sie ist einer der größten Träger der bundesweitengesetzlichen Krankenversicherung. Der Name geht auf den Wuppertaler Stadtteil zurück.
DieBayer AG wurde am 1. August 1863 in Barmen von Friedrich Bayer und Johann Friedrich Weskott gegründet. Das kurze Zeit später gegründete Werk Wuppertal-Elberfeld ist das Stammhaus der Bayer AG. Heute arbeiten an den beiden Wuppertaler Standorten im Forschungszentrum Aprath und im Werk an der Wupper jeweils rund 1300 Mitarbeiter.
Berning hat sich seit seiner Abspaltung vom Mutterkonzern 1959 auf die Fertigung von Knöpfen und Nieten für die Textilindustrie spezialisiert und gilt als europäischer Marktführer. Das Unternehmen mit Kunden wieTommy Hilfiger,Gant oderG-Star beschäftigt in der Wuppertaler Zentrale rund 100 Mitarbeiter.
DieBrose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG, Coburg mit einer Niederlassung an der Otto-Hahn-Straße in Ronsdorf ist einer der größten Anbieter von Auto-Türschlössern in Deutschland. Das seit 1904 in Ronsdorf ansässige Familienunternehmen Bomoro wurde zunächst von Bosch aufgekauft und wechselte im Jahr 2002 zu Brose. Der Standort Wuppertal ist innerhalb der Brose-Gruppe Sitz des Geschäftsbereichs Schließsysteme und beschäftigt rund 700 Mitarbeiter.
Das international agierende UnternehmenCoroplast hat sich auf die Herstellung und den Vertrieb von Klebebändern, Kabeln & Leitungen und Leitungssatzsystemen spezialisiert. Mit 500 Millionen Euro Umsatz und über 5700 Mitarbeitern weltweit gilt es als Marktführer seiner Branche.
DieE/D/E Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler GmbH am EDE Platz ist ein Einkaufs- und Marketingverbund für rund 1.500 mittelständische Handelsunternehmen. Das Familienunternehmen wurde 1931 durch Ferdinand Trautwein gegründet und beschäftigt heute über 700 Mitarbeiter in der Zentrale in Wuppertal.
DieEnka GmbH & Co KG produziert Chemiefasern und Spezialprodukte für textile und medizinische Anwendungen.
DieErfurt & Sohn KG ist Weltmarktführer bei der Entwicklung und Produktion von Wandbelägen undTapeten. Das Unternehmen exportiert in über 40 Länder.
DieGEFA Bank ist eine deutschlandweit führende Bank im Bereich der Absatz- und Investitionsfinanzierung und ist seit 2001 Teil der GroßbankSociété Générale.
DieGesco AG bündelt mittelständische Firmen aus dem Werkzeug- und Maschinenbau sowie der Kunststofftechnik durch Couching, Consulting und Controlling. Operativ agieren die angeschlossenen Unternehmen weiterhin selbständig.
GEPA – The Fair Trade Company ist der größte Importeur fair gehandelter Lebensmittel und Handwerksprodukte Europas mit einem Jahresumsatz von etwa 62 Mio. Euro.
Happich GmbH ist die Hauptgesellschaft derHappich-Gruppe, ein international tätigerAutomobilzulieferer, der sich vor allem auf die Innenausstattung von Bussen und Lastkraftwagen spezialisiert hat.
Johnson Controls, ein weltweit tätiger Automobilzulieferer und Gebäudetechniker, beschäftigt in Wuppertal circa 400 Mitarbeiter.[162]
Picard produziert inCronenberg als letzter Kompletthersteller in DeutschlandHämmer und andere Handwerkzeuge für Dachdecker, Bauhandwerk und Klempner. Seit 2017 gehört Picard der Erwin Halder KG ausAchstetten bei Ulm.[163]
Karl Deutsch Prüf- und Messgerätebau GmbH + Co KG am Otto-Hausmann-Ring in Elberfeld ist eine inhabergeführte Firma und befasst sich seit ihrer Gründung im Jahre 1949 mit der Entwicklung und Herstellung von Geräten für die zerstörungsfreie Werkstoffprüfung.
KNIPEX-Werk C. Gustav Putsch KG in Cronenberg wurde 1882 als Familienunternehmen von C. Gustav Putsch gegründet und ist ein Hersteller von Zangen für Industrie und Handwerk. Knipex beschäftigt am Standort Wuppertal mehr als 900 Mitarbeiter.
Kromberg & Schubert ist ein Hersteller von Bordnetzsystemen für die Automobilindustrie.
Riedel Funk- und Intercomtechnik ist ein Kommunikationsunternehmen, das analoge und digitale Funkgeräte herstellt und vertreibt. Mit 40.000 Geräten betreibt das Unternehmen einen der größten Vermietparks der Welt und stattet regelmäßig große Veranstaltungen wie Weltmeisterschaften und Olympische Spiele aus.
DieSachsenröder GmbH ist Weltmarktführer in derVulkanfiber-Herstellung und beschäftigt auf dem Betriebsgelände in Barmen rund 80 Mitarbeiter.
Schmersal stellt Sicherheitssysteme und -schaltgeräte her und ist weltweit tätig. Es hat die drei Geschäftsbereiche Sicherheit, Automatisierung und Aufzugtechnik.
DieStadtsparkasse Wuppertal ist als öffentlich-rechtliches Kreditinstitut Marktführer im Universalbankgeschäft im Stadtgebiet.
Stahlwille ist ein Unternehmen mit Firmensitz in Wuppertal-Cronenberg und eines der führenden deutschen Unternehmen in der Herstellung von Handwerkzeugen.
DieStorch-Ciret Group ist eine seit 1896 in Wuppertal-Elberfeld ansässige Unternehmensgruppe, die sich auf die Produktion und den Vertrieb von Malerwerkzeugen spezialisiert hat.
Vok Dams GmbH ist die größte Eventagentur Deutschlands und zählt zu den international führenden Agenturen für Veranstaltungen und Live-Marketing. Sie beschäftigt circa 150 Mitarbeiter in weltweit 14 Niederlassungen.
Vorwerk SE & Co. KG wurde 1883 als Barmer Teppichfabrik Vorwerk & Co von den Brüdern Carl undAdolf Vorwerk gegründet. Den Schwerpunkt der heute international tätigen Unternehmensgruppe bildet der Direktvertrieb verschiedener Produkte vor allem über selbstständige Handelsvertreter. Zum Produktportfolio gehören Haushaltsgeräte wie derThermomix und derKobold, Teppichböden, Einbauküchen und Kosmetika.
Wagener & Simon WASI GmbH & Co. KG ist ein Handelsunternehmen für rostfreie Edelstahlverbindungselemente. Es gehört seit 1978 zur weltweit operierendenWürth-Gruppe.
DieWalter Klein GmbH & Co. KG ist ein Unternehmen zur Aluminium-, Stahl- und Kunststoffverarbeitung. Es beschäftigt 4000 Mitarbeiter in weltweit 21 Niederlassungen.
DieWera-Werk Hermann Werner GmbH & Co. KG ist ein auf die Herstellung von Schraubwerkzeugen spezialisiertes Unternehmen mit Hauptsitz und Verwaltung im Wuppertaler Stadtteil Cronenberg.
DerWupperverband wurde 1930 gegründet und ist einer der größten Wasserverbände des Landes. Der Verband arbeitet im Einzugsgebiet derWupper und betreut zehn große Talsperren.
Der japanische KonzernYKK Stocko ist der weltgrößte Reißverschlusshersteller und hat drei Standorte in Deutschland, darunter ein Produktionswerk in Wuppertal.
Viele frühere Textilunternehmen existieren zwar noch dem Namen nach, verwalten jedoch nur noch Immobilien und Vermögen; andere sind von größeren Unternehmen aufgekauft worden.
Mit Ausnahme derStrecke Wuppertal-Oberbarmen–Remscheid-Lennep (S 7) und derPrinz-Wilhelm-Bahn nach Essen (S 9) sind sämtliche auf Wuppertaler Stadtgebiet von der oben genannten Hauptstrecke abzweigenden Äste stillgelegt und nur im Außenraum teilweise genutzt. Zu nennen sind hier unter anderen dieBahnstrecke Düsseldorf-Derendorf–Dortmund Süd („Wuppertaler Nordbahn“), dieBurgholzbahn („Sambatrasse“), dieBarmer Kohlenbahn, dieWuppertalbahn oder dieKorkenzieherbahn. Somit sind von einstmals 31 Bahnhöfen und Haltepunkten auf Wuppertaler Gebiet noch zehn in Betrieb, davon neun Bahnhöfe auf der Hauptstrecke. Seit einiger Zeit kümmert sich der private VereinWuppertal Bewegung e. V. darum, die Rheinische Strecke für Radfahrer, Fußgänger und Skater nutzbar zu machen und dabei gleichzeitig die zahlreichenTunnel undViadukte vor dem Verfall zu bewahren. Diese Strecke zieht sich über die gesamte Länge Wuppertals und wird alsNordbahntrasse bezeichnet.
In Langerfeld befindet sich zudem einUmschlagbahnhof für Frachtcontainer.
AmDöppersberg befindet sich der zentrale Knotenpunkt, der die Elberfelder Innenstadt mit dem Hauptbahnhof verbindet. DieHofaue war bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ein globales Zentrum der Textilindustrie. DerAlte Markt mit dem Schwebebahn-Überbau ist das Barmer Pendant zum Döppersberg. DieFriedrich-Ebert-Straße undFriedrich-Engels-Allee sind in beiden Stadtteilen Teil derBundesstraße 7 und werden von einer Vielzahl an denkmalgeschützten und stadtgeschichtlich wichtigen Gebäuden gesäumt.
Im Jahr 2021 gab es in Wuppertal 30.571Straßenlampen, davon waren 76 % mitLED-Technologie ausgerüstet. Der Energieverbrauch für die Beleuchtung hat sich zwischen 2010 und 2020 mehr als halbiert (von 8,7 GWh auf 4,2 GWh).[165]
Durch das nördliche Stadtgebiet führt von Düsseldorf kommend dieA 46, die im Osten des Stadtgebiets imAutobahnkreuz Wuppertal-Nord auf dieA 1 zwischenKöln undDortmund trifft. Am Autobahnkreuz beginnt ebenfalls die überRecklinghausen nachMünster führendeA 43. Im Westen der Stadt zweigt amSonnborner Kreuz dieA 535 von der A 46 in RichtungVelbert ab. Das Sonnborner Kreuz ist eines der größten Autobahnkreuze in Deutschland.
AnBundesstraßen führen dieB 7, dieB 224 und dieB 228, welche in Vohwinkel ihr östliches Ende hat, durch Wuppertal. Die B 7 ist die Hauptverkehrsachse der Stadt, denn sie verbindet seit 1788 die Stadtteile Barmen und Elberfeld und wird von zahlreichen denkmalgeschützten und stadtgeschichtlich bedeutsamen Bauten gesäumt. Bis in das Jahr 2007 durchlief dieB 51 das Stadtgebiet in Nord-Süd-Richtung, die zwischenSprockhövel undRemscheid am 1. Januar 2008 zur Landesstraße 58 umgewidmet wurde. Seitdem übernehmen die Bundesautobahnen 43 und 1 deren Verbindung.
Am südlichen Stadtrand führt seit 2006 dieLandesstraßeL 418 als vierspurigeSchnellstraße durchgehend vom Sonnborner Kreuz nach Ronsdorf. Im Straßenverlauf der L 418 befindet sich mit einer Länge von 1,8 Kilometern der längste Straßentunnel Nordrhein-Westfalens. BeiLichtscheid geht die L 418 in dieL 419 über, die in näherer Zukunft direkt an die A 1 angebunden sein wird.
Durch den mehr als einen Kilometer langenKiesbergtunnel ist die Elberfelder Innenstadt mittels der L 70 mit dem Sonnborner Kreuz verbunden. DieL 70 führt anschließend weiter nach Sprockhövel. Im Südwesten führt die vierspurigeL 74 aus Remscheid kommend entlang derWupper durch denStaatsforst Burgholz zum Sonnborner Kreuz.
Im Wuppertaler Osten führt die L 527 vonSchwelm über Wuppertal-Beyenburg nach Wuppertal-Oberbarmen. Die L 414 führt entlang der Wupper vonRadevormwald nach Beyenburg. Die L 411 verbindet auf der alten Trasse des mittelalterlichenHeerwegs Köln–Düsseldorf zusätzlich Beyenburg mit Remscheid-Lennep. Bei Wuppertal-Spieckern kreuzt die L 81 zwischen Radevormwald und Remscheid-Lüttringhausen.
VonSolingen führt die L 427 überCronenberg nach Elberfeld. Die L 527 mündet von Remscheid kommend in diese beiCronenfeld. DieL 417 führt von Elberfeld über Lichtscheid und Wuppertal-Ronsdorf nach Remscheid-Lüttringhausen. Die L 432 führt von Wuppertal-Hatzfeld nach Sprockhövel-Haßlinghausen. Von Hatzfeld geht die L 433 über Wuppertal-Dönberg nach Velbert-Langenberg ab. Von ihr geht die L 107 über Wuppertal-Siebeneick nach Velbert-Neviges ab.
Im 20. Jahrhundert gab es mit derBarmer Bergbahn eineZahnradbahn, die zwischenToelleturm und der StraßeAm Clef in Barmen verkehrte. EinOberleitungsbusnetz verfügte von 1949 bis 1972 über drei Linien und setzte als erster deutscher Obusbetrieb in den 1950er-JahrenAnderthalbdecker-Obusse (Krupp/Ludewig/Siemens) ein. Der Stadtteil Vohwinkel wird auch heute noch vomOberleitungsbus Solingen bedient. Bis 1987 verkehrte dieStraßenbahn Wuppertal, die aus Kosten- und Betriebsgründen jedoch stillgelegt wurde. Heute zeugen nur noch wenige verbliebene Schienenreste vom ehemals gut ausgebauten Netz.
Insgesamt ist die Geografie Wuppertals für denFahrradverkehr ungünstig, da die Höhenrücken von der Talachse entlang der Wupper aus nur über stark ansteigende Straßen erreichbar sind. Mit 1,5 Prozent (Stand 2011) lag derAnteil das Radverkehrs am Personenverkehr relativ niedrig. Mit dem 2019 verabschiedeten Radverkehrskonzept will die Stadt bis 2025 den Fahrradverkehrsanteil deutlich steigern und Wuppertal zu einerFahrradstadt machen. Das Potential derNordbahntrasse, vorangetrieben vom VereinWuppertalbewegung, sowie das vermehrte Aufkommen vonPedelecs sollen dieses Ziel unterstützen.[167] Gleichzeitig wird vermehrt im Straßenraum die Förderung des Radverkehrs ermöglicht, z. B. durch die Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung, das Öffnen von Anliegerstraßen, Durchlasse an Sackgassen oder radgerechten Umbau von Kreuzungen. Wuppertal verfügte 2015 über ein Radwegenetz von 210 km. Beim bundesdeutschenFahrradklimatest 2024 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) kam Wuppertal in der Kategorie „Städte über 200.000 bis 500.000 Einwohner“ mit Platz 21 von 25 (Bewertung: 4,27).[168] Nach einer Befragung aus dem gleichen Jahr wurden 8 % aller Wege in Wuppertal mit dem Rad zurückgelegt.[169] Die InitiativeCycleride verlieh 2021 der Stadt Wuppertal angesichts der zahlreichen „Chaoszustände“ im Radverkehr den „goldenen Pannenflicken“.[170]
Besondere Projekte zur Infrastruktur- und Stadtentwicklung seit 1990
ImEntlastungssammler Wupper wird seit 2010 das Oberflächenwasser und das Regenwasser gesammelt und der Kläranlage zugeführt. Dadurch wird vermieden, dass verschmutzte Anteile dieses Wassers in den Fluss gelangen. Er liegt bis zu fünfzehn Meter tief, verläuft parallel zur Wupper und unterquert sie sechs Mal. Er wurde im Auftrag der Stadt und der Stadtwerke von 1990 bis 2003 im Rohrvortrieb unter Tage geschaffen. Die bis 2010 errichteten 60 Anschlussbauwerke erforderten viele Baugruben.[171]
DerDöppersberg, größter Verkehrsknotenpunkt in der Innenstadt Elberfelds, wurde neu gestaltet. Seit den späten 1990er Jahren waren dort Sanierungsarbeiten auf einen niedrigen Stand heruntergefahren. Nach der zunächst ungeklärten Finanzierung erfolgte im September 2006 die Zusage für Finanzmittel des Landes. Im April 2010 begannen die Bauarbeiten zu diesem Großprojekt. Der alte Bahnhofsvorbau wurde abgerissen und durch eine neue Geschäftspassage ersetzt. Eine Tiefgarage wurde 2015 im Rohbau fertiggestellt. Auf ihr wurde derneue Busbahnhof direkt am ersten Bahnsteig gebaut. Außerdem wurden mehrere Straßen abgesenkt und der gesamte Bahnhofsvorplatz großstadtgerecht umgebaut, sodass die Bundesstraße 7 frei von Haltestellen ist und die Passanten oberirdisch zwischen Innenstadt und Bahnhof verkehren können.[172]
DieRegionale 2006 war ein vom LandNordrhein-Westfalen gefördertes Projekt, das in Wuppertal zusammen mit den Nachbarstädten Solingen und Remscheid durchgeführt wurde. Seit 2001 haben die drei Städte gemeinsam Projekte für die städtebauliche, kulturelle und wirtschaftliche Weiterentwicklung desBergischen Städtedreiecks entwickelt. Ziel war es, auf die Region aufmerksam sowie diese zukunftssicherer zu machen. Im Zuge des Projekts ist ein großes Netzwerk von Sachverständigen aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Institutionen entstanden.
2006 wurden zum Abschluss des Programms auf derBergischen Expo ’06 neben demStadion am Zoo in Wuppertal die Ergebnisse sowie Leistungen und Qualitäten des Städtedreiecks der Öffentlichkeit präsentiert.
Darüber hinaus hat der Rat der Stadt Wuppertal im März 2016 entschieden, dass die „Realisierbarkeit einerSeilbahn von Seiten der Stadt ergebnisoffen geprüft werden und dieser Prozess durch eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger begleitet werden soll.“[173] Die Seilbahn sollte den Döppersberg mit demCampus Grifflenberg der Universität und mit demHahnerberg verbinden. Diese Achsen sind so stark ausgelastet, dass die Bewältigung des Fahrgastaufkommens mit den bestehenden Omnibusverkehr in Frage gestellt und ein leistungsfähigeres Verkehrsmittel gefordert wird. Das Projekt wurde nach einer Bürgerbefragung, in der sich 61,59 Prozent der teilnehmenden Bürger gegen die Seilbahn aussprachen, im Mai 2019 aufgegeben.[174][175]
In Wuppertal befindet sich seit 1983 ein Studio desWestdeutschen Rundfunks (WDR), zuvor gab es dort nur ein Büro für dasBergische Land. In diesem Studio werden die Regionalsendungen für Hörfunk und Fernsehen des WDR produziert, die unter den NamenWDR 2 – Nachrichten für das Bergische Land (im Hörfunk) undWDR Lokalzeit Bergisches Land (im Fernsehen) laufen.[176][177]
Ferner sendet seit 1991 die LokalradiostationRadio Wuppertal. Wuppertal ist darüber hinaus auch Sitz und Sendestation vonRadio Ennepe Ruhr, dem Lokalradio-Sender für den Ennepe-Ruhr-Kreis.
Als einzige lokaleTageszeitung erscheint derGeneral-Anzeiger, die Wuppertaler Ausgabe derWestdeutschen Zeitung (WZ), die in Wuppertal neben Düsseldorf undKrefeld einPressehaus betreibt. Daneben gibt beziehungsweise gab es eine Vielzahl regionalerAnzeigenblätter beziehungsweiseWochenmagazine, darunter dieWuppertaler Rundschau,talwaerts (2015 eingestellt), dasRonsdorfer Sonntagsblatt, dieRonsdorfer Wochenschau, dieCronenberger Woche, denCronenberger Anzeiger und dieBergischen Blätter.
Eine Regionalredaktion in Wuppertal betreibt neben demHEINZ-Magazin auchcoolibri, ein städteübergreifendes Magazin für das Rheinland, Ruhrgebiet und Bergische Land mit einer Auflage von über 200.000 Exemplaren. Schon seit 1863 gibt derBergische Geschichtsverein alle zwei Jahre eine 400 bis 500 Seiten starkeZeitschrift heraus.
Zusätzlich zu den Zeitungen haben mehrere Buchverlage ihren Sitz in Wuppertal. So derArco Verlag, der seit 2002 Literatur aus Ostmitteleuropa, insbesondere aus denböhmischen Ländern, veröffentlicht und vertreibt.Edition 52 ist ein Comicverlag, der Werke grafisch und literarisch anspruchsvoller Zeichner und Autoren publiziert. DerPeter Hammer Verlag besteht seit 1966 und gibt einen großen Teil der in Deutschland erscheinenden afrikanischenBelletristik heraus.
Im Februar 2016 startete dieOnline-Community Wuppertal total, die mit Nachrichten, Kleinanzeigen, Veranstaltungen, Polizeimeldungen sowie aktuellen Meldungen das Zeitgeschehen in Wuppertal abbildet.[178] Darüber hinaus gibt es seit Dezember 2009 das ausschließlich internetbasierte Mediumnjuuz online, das sich vorwiegend städtisch relevanten Themen widmet und täglich Berichte und Neuigkeiten veröffentlicht. Mitte 2011 hat sich zudem die von Studierenden initiierte und unabhängigeCampusZeitung blickfeld gegründet. Neben universitären Themen behandelt die Redaktion auch das kulturelle und gesellschaftliche Leben in der Stadt Wuppertal.[179]
Wuppertal verfügt über mehrere Krankenhäuser, die zu den bekanntesten und größten der Region zählen. DasAgaplesion Bethesda Krankenhaus besteht seit 1886 in Elberfeld und unterhält sieben Fachkliniken, darunter eine neurochirurgische Abteilung sowie eine weitere für interventionelle Gefäßmedizin. Jedes Jahr werden etwa 40.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Das größte Krankenhaus der Stadt und des Bergischen Landes ist dasHelios Klinikum in Barmen und Elberfeld mit 26 Fachabteilungen und 50.000 Patienten pro Jahr. Es gehört zum Verbund derHelios Kliniken und istUniversitätsklinikum derUniversität Witten/Herdecke. Es ging hervor aus zwei städtischen Kliniken, die 1820 alsFerdinand-Sauerbruch-Klinikum Elberfeld und 1907 alsStädtische Krankenanstalten Barmen gegründet wurden.
Weitere größere Krankenhäuser sind die Kliniken St. Antonius und Sankt Josef, die beide zur Hospitalvereinigung St. Marien GmbH in Köln gehören. Darüber hinaus verfügt die Stadt über zehn weitere Kliniken mit teilweise spezieller Fachausrichtung wie derRheumatologie oder derGeriatrischen Rehabilitation.
In Wuppertal gibt es 179 Tageseinrichtungen für Kinder, von denen 120 unter Trägerschaft der freien Jugendhilfe betrieben werden.
Die politischen Gremien der Stadt Wuppertal werden von den Bürgern durch einen Behindertenbeirat, einen Seniorenbeirat und durch Bezirksjugendräte in ihrer Arbeit beraten. Außerdem gibt es eineGleichstellungsstelle für Frau und Mann und dieRegionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien.
In der Stadt gibt es etwa 200Selbsthilfegruppen zu unterschiedlichen Krankheiten, Behinderungen sowie psychischen oder sozialen Problemen.
DieWuppertalerTafel ist eine gemeinnützige Hilfsorganisation, die Lebensmittel, Kleidung, Hausrat und Möbel an Bedürftige verteilt und eine kostenlose medizinische Betreuung anbietet. Der VereinHilfe für Wuppertaler in Not e. V. (WIN) ist eine Aktion ortsansässiger Medien, die notleidenden Bürgern aus Spendenmitteln unbürokratisch und unkompliziert schnelle Hilfe anbietet.
DieVolkshochschulen und Familienbildungsstätten von Wuppertal undSolingen haben sich zurBergischen Volkshochschule zusammengeschlossen. Seit 2006 erscheint zweimal pro Jahr ein gemeinsames Kursprogramm für beide Städte. Neben der beruflichen wird auch eine allgemeine Ausbildung mit kulturellen, politischen, ökonomischen und linguistischen Aspekten angeboten. Zudem werden die Teilnehmer nach Wunsch auch bei Fragestellungen zur Familienbildung unterstützt.
DieBergische Universität Wuppertal (BUW) entstand 1972 alsGesamthochschule Wuppertal durch den Zusammenschluss der Abteilung Wuppertal derpädagogischen Hochschule Rheinland und derFachhochschule Wuppertal. 1983 wurde sie zur Universität-Gesamthochschule erweitert. Seit 2003 wird sie unter dem heutigen Namen als Universität geführt. An der Bergischen Universität lehren 250 Hochschullehrer in sieben Fachbereichen, im Sommersemester 2016 waren über 20.000 Studenten immatrikuliert. Außer durch die traditionellen Ingenieurstudiengänge Maschinenbau, Elektrotechnik undBauingenieurwesen wird die Hochschule durch den seltenen StudiengangSicherheitstechnik gekennzeichnet. Auch der StudiengangGesundheitsökonomie wird hier speziell angeboten. Neben zahlreichen Bachelor- und Masterstudiengängen gibt es hier viel beachtete neue Forschungsprojekte mit ausgeprägtem Praxisbezug, unter anderemVisionlabs und dasBKG. Seit 2008 ist der Universität außerdem dasEuropäische Institut für internationale Wirtschaftsbeziehungen (EIIW) angegliedert, das durch HochschulprofessorPaul J. J. Welfens gegründet wurde. Außerhalb des Hauptcampus am Grifflenberg existieren noch zwei kleinere Campus am Haspel sowie am Freudenberg.
DieKirchliche Hochschule Wuppertal wurde 1935 als „Hochschule für reformatorische Theologie“ als Ausbildungsstätte derBekennenden Kirche gegründet. Sie wurde von den Nationalsozialisten sofort verboten, konnte jedoch bis 1941 im Untergrund weiterarbeiten. Nach demZweiten Weltkrieg wurde sie neu eröffnet und war seit 1976 eine Einrichtung derEvangelischen Kirche im Rheinland und seit 2003 Teil desTheologischen Zentrums Wuppertal, in dem schwerpunktartig die Aus- und Fortbildung für hauptberuflich sowie ehrenamtlich Mitarbeitende der Evangelischen Kirche im Rheinland konzentriert war. Die Hochschule kooperiert mit der Bergischen Universität Wuppertal und wird heute von den Evangelischen Kirchen im Rheinland undvon Westfalen getragen.
In der kleinen Abteilung derMusikhochschule Köln am Sedansberg in Wuppertal studieren etwa 220 Studenten. Sie ging aus dem Wuppertaler Konservatorium hervor, das 1972 an die Kölner Hochschule angeschlossen wurde. Hier befindet sich der europaweit einzige Lehrstuhl fürMandoline. Darüber hinaus ist Wuppertal einer von bundesweit 24 Standorten der privat geführtenFOM Hochschule für Oekonomie & Management mit Sitz inEssen.
Zudem verfügte Wuppertal von Ende 2009 bis Ende 2012 über einen provisorischen Standort derFolkwang Universität der Künste mit Sitz imKloster Werden inEssen. Der StudiengangKommunikationsdesign lief an der Bergischen Universität zum Wintersemester 2009/2010 aus, fortan schrieben sich Erstsemester direkt an der Folkwang Universität ein. Um den 200 noch immatrikulierten Studenten ein fortgeführtes Studium zu ermöglichen, blieben dem Wuppertaler Standort bis zum Sommersemester 2012 sechs Professoren sowie wissenschaftliche Mitarbeiter erhalten, die seit dem darauffolgenden Wintersemester am Standort Essen lehren.[180]
Seit 1948 finden in derTechnischen Akademie Wuppertal Seminare, Tagungen und andere Weiterbildungsangebote statt. Des Weiteren beherbergt die TAW auch die Verwaltungsakademie. Sie ist eines der größten und ältesten deutschen Weiterbildungsinstitute und unterrichtet an fünf deutschen und drei weiteren europäischen Standorten. Zudem ist sie ein Außeninstitut der renommiertenRWTH Aachen. Auch das renommierteWuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie hat seinen Sitz in Wuppertal. Es erforscht und entwickelt Leitbilder, Strategien und Instrumente für Übergänge zu einer nachhaltigen Entwicklung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Im Jahr 1985 wurde dasInstitut ASER e. V. als rechtlich unabhängige und gemeinnützige arbeitswissenschaftliche Forschungseinrichtung am Standort Wuppertal gegründet. DieJustizvollzugsschule Nordrhein-Westfalen ist die zentrale Ausbildungsstätte für den mittleren Justizvollzugsdienst des Landes NRW.
DieStation Natur und Umwelt[181] inHahnerberg besteht seit 1984 und ist die größte kommunale Einrichtung für Umweltbildung und Umwelterziehung im Bergischen Land. Ein Waldpädagogisches Zentrum imArboretum imStaatsforst Burgholz und die Zooschule Wuppertal leisten weitere umweltpädagogische Arbeit.
DieJunior-Uni Wuppertal ist eine private, gemeinnützige Bildungseinrichtung mit dem Ziel, junge Menschen im Alter von 4 bis 18 Jahren an naturwissenschaftliche und technische Berufe heranzuführen. Das deutschlandweit einzigartige Projekt startete im Dezember 2008 mit zunächst mehr als 40 Kursen für 600 Studierende aus vier Altersklassen und will jährlich rund 4700 Kinder und Jugendliche in speziellen Veranstaltungen für Natur und Technik begeistern. Auch Studenten erhalten hier die Möglichkeit zu lehren.
Die Stadt hat seit ihrer Gründung dreizehn Personen dasEhrenbürgerrecht verliehen. So wurde 1991 der spätere BundespräsidentJohannes Rau für seine vielfältigen Verdienste um die Stadt, vor allem die Gründung der Bergischen Universität, ausgezeichnet. Die ersten drei Verleihungen 1933 an ReichskanzlerAdolf Hitler, ReichspräsidentPaul von Hindenburg und SA-OberführerAugust Wilhelm von Preußen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg, wie in zahlreichen weiteren deutschen Städten, wieder aberkannt.
Neben dem Ehrenbürgerrecht stiftet die Stadt seit 1966 denEhrenring der Stadt Wuppertal, der an Persönlichkeiten verliehen werden kann, die sich um das Wohl der Stadt in besonderer Weise verdient gemacht haben. Er wurde seither schon mehr als fünfzig Mal verliehen.
In Wuppertal und den Vorgängerstädten sind eine Reihe von Personen geboren, die über die Stadtgrenzen hinaus berühmt geworden sind. Ihr Wirkungskreis lag häufig außerhalb der Stadt. Zu erwähnen ist der 1820 in Barmen geboreneFriedrich Engels, der gemeinsam mitKarl Marx denMarxismus entwickelte. Der ArchitektWilhelm Dörpfeld, 1853 in Barmen geboren, war unter anderem als Mitarbeiter von Heinrich Schliemann an den Ausgrabungen vonTroja,Tiryns undPergamon beteiligt.Friedrich Carl Duisberg, geboren 1861, war als Chemiker und Industrieller Ende des 19. Jahrhunderts maßgeblich an der Entwicklung der chemischen Industrie in Deutschland beteiligt, ebenso wieFriedrich Bayer, geboren 1825 im heutigen Stadtteil Heckinghausen, der 1863 in Elberfeld die Farbenfabrik Friedrich Bayer, die heutigeBayer AG gründete. Im Bereich derLyrik machte sich die 1869 geboreneElse Lasker-Schüler einen Namen. 1875 wurdeFerdinand Sauerbruch geboren, der bedeutendste Chirurg seiner Zeit. 1891 wurde der PhilosophRudolf Carnap in Ronsdorf geboren, er war ein bedeutender Vertreter deslogischen Empirismus. 1901 wurde in Elberfeld die bekannteIllustratorinSulamith Wülfing geboren.
Zwei Jahre lang war der in Barmen geboreneJohannes Rau (1931–2006) Oberbürgermeister von Wuppertal, später 20 Jahre Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und achter deutscherBundespräsident. Auch die langjährige BundestagspräsidentinRita Süssmuth (1937–2026) stammt aus Wuppertal sowie dieFDP-PolitikerSilvana Koch-Mehrin (* 1970; von 2004 bis 2014 Mitglied desEuropäischen Parlaments) undChristian Lindner (* 1979; von 2021 bis 2024Bundesminister der Finanzen).Alice Schwarzer, bekannte Vertreterin des deutschen Feminismus des 20. Jahrhunderts, wurde 1942 in Wuppertal geboren.Rezo, deutscher Webvideoproduzent, Musiker und Journalist, wurde 1992 in Wuppertal geboren.
Fritz Pothen lebte von 1830 bis 1906. Er beförderte Gepäck und Waren mit einer Schubkarre durch die Stadt Elberfeld. Da er besonders gerne Süßwaren transportierte, hatte er den SpitznamenZuckerfritz. Heute steht sein Denkmal gegenüber dem ehemaligen Rathaus in Elberfeld.
Neben demZuckerfritz zählen auchMinna Knallenfalls,Husch Husch undAugust Kallenbach zu den Wuppertaler Originalen, die durch ihr unverwechselbares Auftreten oder ihr Erscheinungsbild einen nachhaltig hohen Bekanntheitsgrad in der lokalen Bevölkerung erlangt haben.
In Wuppertal leben und wirken (oder lebten und wirkten) eine Reihe bekannter Personen, die zwar nicht in der Stadt oder den Vorgängerstädten geboren wurden, die jedoch über die Stadtgrenzen hinaus bedeutend wurden.
Heinrich Carl Alexander Pagenstecher lebte von 1799 bis 1869. Er war Arzt in Elberfeld und bis zum 2. November 1848 Abgeordneter für den Wahlkreis Barmen/Elberfeld in derFrankfurter Nationalversammlung. Außerdem gehörte er demFünfzigerausschuss an.Friedrich Senger (1886–1936) war Stadtrat in Wuppertal und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.Sigrid Wylach (* 1941) ist eine Designerin, die in Wuppertal lebt und arbeitet.Hans-Dietrich Genscher (1927–2016) war 33 Jahre lang FDP-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis im Wuppertaler Westen. Der afro-amerikanische SängerKenneth Spencer lebte von 1954 bis zu seinem Tod 1964 bei einem Flugzeugabsturz in Wuppertal.
Heinrich Silbergleit (Hrsg.):Preußens Städte. Denkschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Städteordnung vom 19. November 1808. Heymann, Berlin 1908 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Erich Keyser (Hrsg.):Rheinisches Städtebuch (=Deutsches Städtebuch. Band 3:Nordwest-Deutschland. Teilband 3). Kohlhammer, Stuttgart 1956,DNB454817053.
Walther Hubatsch (Hrsg.):Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte. 1815–1945. Reihe A:Preußen. Band 7: Rüdiger Schütz:Rheinland. Johann-Gottfried-Herder-Institut, Marburg/Lahn 1978,ISBN 3-87969-122-3.
Klaus Goebel, Bergischer Geschichtsverein, Abt. Wuppertal (Hrsg.):Historische Schauplätze in Wuppertal, Solingen und Remscheid (=Beiträge zur Denkmal- und Stadtbildpflege des Wuppertals. Band 9). Born-Verlag, Wuppertal 1990,ISBN 3-87093-043-8.
Ursula Albel, Christian Schott:Verfolgt, angeklagt, verurteilt. Politischer Widerstand und oppositionelles Verhalten in Wuppertal 1933–1945. Dokumentation biografischer Daten, Verfahren und Anklagen (= Verfolgung und Widerstand in Wuppertal.Band5). Achterland, Vreden, Bredevoort 2001,ISBN 3-933377-54-4.
Herbert Günther:Wuppertal (=Zeitsprünge). Sutton, Erfurt 2002,ISBN 3-89702-517-5.
David Magnus Mintert:„Sturmtrupp der Deutschen Republik“. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold im Wuppertal (= Verfolgung und Widerstand in Wuppertal.Band6). Ed. Wahler, Grafenau 2002,ISBN 3-9808498-2-1 (Zugl.: Wuppertal, Univ., Magisterarbeit, 2001).
Stephan Stracke:Mit rabenschwarzer Zuversicht. Kommunistische Jugendliche in Wuppertal 1916–1936. Milieu und Widerstand. Hrsg.: Forschungsgruppe Wuppertaler Widerstand. Achterland, Bocholt/Bredevoort 1998,ISBN 3-9808498-3-X.
Bettina Osswald (Fotos), Klaus Göntzsche (Hrsg.):Wuppertals wa(h)re Könige und Laden-Hüter. Wuppertaler Rundschau, Wuppertal 2004.
Volkmar Wittmütz:Die Entstehung der Stadt Wuppertal 1929. In:Romerike Berge. Zeitschrift für das Bergische Land. Jg. 54, Heft 2, 2004,ISSN0485-4306, S. 2–17.
E. Dieter Fränzel:sounds like whoopataal. Wuppertal in der Welt des Jazz. Herausgegeben von der Jazz AGe Wuppertal. Klartext, Essen 2006,ISBN 3-89861-466-2.
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