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Wunder von Bern

Dies ist ein als exzellent ausgezeichneter Artikel.
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Dieser Artikel behandelt das Endspiel der Fußball-WM 1954 sowie dessen gesellschaftliche Auswirkungen. Zum Film von Sönke Wortmann sieheDas Wunder von Bern; zum Musical aus der Filmhandlung sieheDas Wunder von Bern (Musical).

Als dasWunder von Bern wird der Gewinn derFußball-Weltmeisterschaft 1954 in derSchweiz durch die nach dem Ausschluss im November 1945 wieder startberechtigtedeutsche Fußballnationalmannschaft gegen die favorisierteNationalmannschaft Ungarns bezeichnet. Das Endspiel fand am 4. Juli 1954 im nicht voll besetztenBernerWankdorfstadion (Kapazität: 64.000 Zuschauer) statt. Der 3:2‐Sieg (nach 0:2‐Rückstand) für dieBundesrepublik Deutschland zählt zu den besonderen Ereignissen der WM-Geschichte. Dazu trugen siegesbewusste Favoriten, kühle und feuchte Witterung, der Tausch derSchraubstollen in der Halbzeitpause, der Spielverlauf, aber auch die alle Zuhörer verbindende RadioreportageHerbert Zimmermanns bei. Die Spieler um KapitänFritz Walter und BundestrainerSepp Herberger gingen als „Helden von Bern“ in die deutsche Sportgeschichte ein. Der Titelgewinn löste nach spannungsgeladenen Begegnungen in ganz Deutschland einen Freudentaumel aus, der sich insbesondere während der Rückkehr der Weltmeistermannschaft widerspiegelte. Neun Jahre nach Ende desZweiten Weltkriegs entwickelte sich ein Selbstwertgefühl der Deutschen, das mit einer Identifikation vieler Westdeutscher mit ihrem noch jungen Staat einherging, da die FußballnationalmannschaftWirtschaftswunder-Tugenden wie Kameradschaft, Fleiß, Disziplin, Teamgeist und Ausdauer verkörperte und die Spieler aus der Mitte der Gesellschaft kamen. Das „Wunder“ wuchs erst in den Jahrzehnten nach derWiedervereinigung zu einem Ereignis nationaler Tragweite an und kann mit demFall der Berliner Mauer verglichen werden. In Ungarn, dessen Mannschaft hoher Siegfavorit gewesen war, sorgte die Niederlage für großen Unmut in der Bevölkerung – ein Anlass, lang angestaute Unzufriedenheit auszudrücken.

DFB-LogoWimpel mit ungarischem Logo
Wankdorf-Stadion (April 1954)
Die Stadionuhr des „Wunders von Bern“ wurde restauriert und als Denkmal neben demneuen Wankdorfstadion aufgestellt.

Hintergrund und Vorgeschichte

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Die Lage vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1954

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Bundesrepublik Deutschland

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Heimkehrer aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft in Berlin (März 1948)

Auf derPotsdamer Konferenz vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 wurde beschlossen, dass die Regierungsgewalt durch die Oberbefehlshaber der Streitkräfte in denBesatzungszonen in Deutschland ausgeübt werden sollte. Nach den Erfahrungen derWeimarer Republik sollte eine stabile deutsche Demokratie entwickelt und durch ein Geflecht von Verträgen, Institutionen und Handelsbeziehungen wieEuroparat,Montanunion,Europäische Wirtschafts- (EWG) undVerteidigungsgemeinschaft (EVG) nach und nach die entstehende Bundesrepublik in die internationale Gemeinschafteingebunden werden.[1][1.1] Als Folge davon kann ab 1951/52 der Beginn des Wirtschaftswunders „verortet“ werden.[2][2.1] So stieg von 1951 bis 1954 die Zahl der zugelassenen Autos von 700.000 auf 1,3 Millionen an. Küchenmaschinen und Elektrogeräte waren sehr begehrt.[2.2] Das größte gesellschaftlich-soziale Problem schienen zunächst die bis Oktober 1946 fast zehn MillionenFlüchtlinge und Vertriebenen zu sein, die aus den ehemals deutschen Ostgebieten ins Bundesgebiet strömten. IhreArbeitskraft war jedoch in der boomenden Wirtschaft sehr gefragt. Es entwickelte sich eine Tendenz zum Familiären und Privaten, die zum einen auf die Wochenarbeitszeiten bis zu 49 Stunden zurückgeführt wurde, infolge derer die Menschen Erholung suchten.[2.3] Zum anderen lag die Trennung vieler Familien noch nicht lange zurück – die Entfremdung vielerHeimkehrer belastete familiäre Beziehungen.

Ungarn

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Imre Nagy (1945)

Ungarn hatte auf Beschluss Nazi-Deutschlands und des faschistischen Italiensam 29. Oktober 1938 Gebiete im Süden der Slowakei undam 30. August 1940Nordsiebenbürgen erhalten, war am 20. November 1940 demDreimächtepakt beigetreten und am 11. April 1941 auf deutscher Seite in den Zweiten Weltkrieg eingetreten. Es hatte sich umgehend an der Besetzung Jugoslawiens beteiligt. 1943 kämpften Verbände der ungarischen Armee auf deutscher Seite an der Ostfront.[3]

Um (ein halbes Jahr nach demSeitenwechsel Italiens) einen Seitenwechsel der ungarischen Regierung zu verhindern, wurde das Land jedoch am 19. März 1944 von Nazi-Deutschland besetzt und durfte sich daher nach der Befreiung durch dieRote Armee zur Siegerseite rechnen.

Das Land kam auf Grund desVertrages von Jalta untersowjetischen Einfluss. Auf deren Druck wurden die Kommunisten in die Regierung aufgenommen und rissen bis zu den Wahlen im Mai 1949[4][4.1] schrittweise die Macht an sich. Das Land wurde dem Kommunismus nach sowjetischem Vorbild unterworfen. Bis 1953 verfolgte Ungarn unterMátyás Rákosi einenstalinistischen Kurs. Die repressivsten Jahre desRegimes – getrieben durch die GeheimpolizeiÁVH – fielen mit den Erfolgen der ungarischen Fußballnationalmannschaft zusammen: Einerseits Zwangsräumungen, Misshandlung von Gefangenen und ständig steigende Arbeitszeiten, auf der anderen Seite volle Stadien an den Wochenenden und die unschlagbare Elf. Fußball war zu dieser Zeit die erfolgreichste Form der Unterhaltung, und auch das Vehikel, die Überlegenheit Ungarns[4.2] gegenüber seinen Nachbarn zu verdeutlichen. Vereine wieMTK undFerencváros Budapest wurdenverstaatlicht und Spieler von VerteidigungsministerMihály Farkas zuHonvéd Budapest transferiert, das wieReal Madrid dominieren sollte.[5] Die Spieler unterhielten einen florierendenSchmuggelbetrieb, der nach Auswärtsspielen lukrativ war.[4.3] Die vermeintliche politische und wirtschaftliche Überlegenheit, die Rákosi in dieUdSSR gemeldet hatte, wurde nach Stalins Tod 1953 durchChruschtschow entlarvt.[4.4]Imre Nagy wurde zum Ministerpräsidenten ernannt und 1956 zur „Symbolfigur desVolksaufstands“.[4.5]

Fußball von 1945 bis 1954

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Deutscher Fußball-Bund und seine Nationalmannschaft

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Derdeutsche Fußball litt an den Folgen desZweiten Weltkrieges. DerDeutsche Fußball-Bund (DFB) hatte sich am 1. Juli 1940 aufgelöst, und die Nationalmannschaft bestritt am22. November 1942 ihr vorerst letztes Länderspiel. Personen und Institutionen blieben dieselben wie im Nationalsozialismus[1.2] – dies galt jedoch für weite Teile der Exekutive und Judikative.[6][6.1] Das Exekutivkomitee derFIFA beschloss am 12. November 1945 den Ausschluss Deutschlands (und Japans).[1.3] Der Liga-Spielbetrieb wurde trotz infrastruktureller Probleme in derOberliga Süd am 4. November 1945 mit 16 Vereinen aufgenommen.[7][7.1] Anfang des Jahres 1948 waren Begegnungen mit englischen und amerikanischen Soldaten sowie Schweizer Studenten an der Tagesordnung.[1.4] „Vertragspieler“ konnten im September 1948 ein Monatsgehalt von 150–320DM verdienen.[1.5] DieFußballweltmeisterschaft in Brasilien 1950 wurde ohne die deutsche Auswahl durchgeführt, da das Team noch nicht spielberechtigt war. Im Nachgang zum inRio de Janeiro stattfindenden 27. FIFA-Kongress wurde die Wiederaufnahme Deutschlands am 22. September 1950 beschlossen.[8][9] DieSchweiz leistete nachbarschaftliche Hilfe und kam am22. November 1950 zu einem Länderspiel insNeckarstadion inStuttgart. Vor 115.000 Zuschauern gewann die deutsche Elf dieses erste Nachkriegs-Länderspiel (mitTurek,Ottmar Walter,Herrmann,Klodt undMorlock[2.4]) mit 1:0.[10] Das Länderspiel der deutschen Elf am 9. November 1952 gegen die Schweiz inAugsburg wird als Geburtsstunde der Weltmeistermannschaft von 1954 angesehen, da acht Spieler der späterenHelden von Bern dabei waren. Wenige Wochen vorher – am 5. Oktober 1952 – war die Mannschaft zu einem Länderspiel gegenFrankreich nachParis gefahren. Nach einer 1:3-Niederlage[11] gab es viel Kritik von der deutschen Presse. DieBild-Zeitung titelte: „Nach der 1:3-Pleite – Zerbricht die National-Elf an Sepp Herberger? Bluffs und Tricks helfen nicht weiter!“[12] Fritz Walter erklärte im Anschluss seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft.[13][13.1] Doch Herberger gelang es noch zum nächsten Spiel, jenem besagten Spiel in Augsburg, seinen speziell gegenüber Frankreich überforderten[1.6] Mannschaftsführer zurückzuholen. Für etliche Spieler bedeutete die WM-Teilnahme Verdienstausfall, da unbezahlter Urlaub genommen werden musste.[14]

Die Goldene Elf aus Ungarn

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Goldene Elf 1953

Der Endspielgegner der Deutschen, die in ungarischen Medien alsGoldene Elf[15] bezeichnete Nationalmannschaft, galt damals als die weltbeste Mannschaft, die unterGusztáv Sebes ähnliche Talentsichtung wie Herberger betrieb[16][16.1] und innerhalb einesFünf-Jahres-Konzeptes den internationalen Fußball anzuführen gedachte.[16.2] Vor dem Endspiel von Bern waren sie in 32 aufeinanderfolgenden Spielen unbesiegt geblieben. Die Serie begann am 4. Juni 1950, alsPolen mit 5:2 besiegt wurde. Das erste große Turnier derStaatsamateure, die unter professionellen Bedingungen agierten[17] und Jahresgehälter bis zu umgerechnet 35.000 DM[18][18.1] verdienten (deutsche Industriearbeiter verdienten etwa 6.500 DM/Jahr), war auf Geheiß des „großen Bruders“ Sowjetunion nicht die Fußballweltmeisterschaft 1950 in Brasilien, sondern dieOlympischen Sommerspiele in Helsinki 1952. Die Magyaren besiegten imHalbfinaleSchweden mit 6:0 und wurden durch ein 2:0 gegenJugoslawienOlympiasieger. Den nächsten Erfolg verbuchten die Ungarn 1953, als sie den seit 1948 ausgetragenenEuropapokal der Fußball-Nationalmannschaften gewannen.Ferenc Puskás wurde mit zehn TreffernTorschützenkönig des Wettbewerbs. Am 25. November 1953 folgte das vielleicht spektakulärste Spiel derGoldenen Elf, das der englische FußballfunktionärStanley Rous bereits unmittelbar nach dem Olympiasieg 1952 noch in der ungarischen Kabine in die Wege leitete.[4.6] Auf dem „heiligen Rasen“ desWembleystadions spielte die Mannschaft um Kapitän Puskás vor 100.000 Menschen gegenEngland. Die Engländer hatten 90 Jahre lang kein Spiel vor heimischer Kulisse gegen eine Mannschaft vom europäischen Festland verloren. Die Magyaren bezwangen die Engländer mit 6:3.[19] Dadurch galten die Ungarn alsWundermannschaft, während dies Spieler wieBuzánszky undGrosics differenzierter sahen.[20] Nach der Niederlage in Wembley wollten sich die Engländer revanchieren, mussten sich aber am 23. Mai 1954 inBudapest mit einer 1:7-Niederlage geschlagen geben. Formell trat Ungarn mit einer 3-2-5 Aufstellung (auchWM-System genannt) an. Durch das häufige Zurückfallen des MittelstürmersNándor Hidegkuti ins Mittelfeld,[13.2] das Vorstoßen des AußenläufersJózsef Bozsik ins Zentrum und das Absichern Bozsiks durch den anderen Außenläufer ähnelte die Formation oft einem 2-3-3-2.[21]

Siehe auch:Liste der Länderspiele der ungarischen Fußballnationalmannschaft#1950

Die Vorbereitung der deutschen Nationalmannschaft

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Lehrgänge in den Sportschulen Grünwald und Schöneck

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Von den 40 ursprünglich genannten Spielern wurden 29 vom DFB zur Vorbereitung eingeladen, die vom 26. Mai bis zum 3. Juni 1954 in der SportschuleGrünwald bei München stattfand. Sepp Herberger führte systematisch Konditionstraining durch,[22] lehrte Taktik und analysierte zweimal mit der Mannschaft Ungarn beim 6:3-Sieg gegen England.[23][23.1] Herberger reduzierte den Kader dort auf 22 Spieler. Dabei demonstrierte er Härte und suspendierte denSodingerGerhard Harpers, der undiszipliniert war. Eine Woche später, am 10. Juni, traf sich das Team in der KarlsruherSportschule Schöneck zur Mission Fußball-Weltmeisterschaft.[24][24.1]

Der Geist von Spiez

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Am 11. Juni 1954 fuhren Mannschaft und Betreuer mit demRheinblitz von Karlsruhe nach Basel, wo in einen gesponsortenOmnibus zum Wankdorf-Stadion – dem Schauplatz des1. Gruppenspiels gegen die Türkei – umgestiegen wurde. Nach der Stadionbesichtigung ging es nachSpiez amThunersee, wo der in der Schweiz als Trainer tätigeAlbert Sing das HotelBelvedere als Quartier ausgewählt hatte.[24.2] Dort entwickelte sich mit dem „Geist von Spiez“[25] eine Verbundenheit, die großen Anteil am WM-Erfolg haben sollte. Herberger belegte pro Zimmer zwei Spieler eines Mannschaftsteils, um blindes Verständnis und Unzertrennlichkeit[26][26.1] zu entwickeln. Kleinen Ungehorsamkeiten, wie dem Feierabendbier, begegnete er mit Augenzwinkern. Der Plan Herbergers sah vor, dass die Mannschaft von der Außenwelt abgeschirmt zueinanderfinden sollte. Presse und Ehefrauen beziehungsweise Freundinnen im Mannschaftsquartier waren nicht gestattet. Allerdings wurden die Autogrammjäger zur Plage, so dass Herberger am Tag vor dem Endspiel ein striktes Autogrammverbot erließ.[24.3] Das Leitbild des Trainers war, dass die Mannschaft nur als Gemeinschaft weit kommen könne. Das Training beim gastfreundlichenFC Thun, gemeinsame Ausflüge in die Umgebung undPedalobootfahrten auf dem See förderten das soziale Gefüge. Auch führte Herberger mit jedem Spieler Einzelgespräche,[27] um sie psychologisch und taktisch auf die kommenden Aufgaben einzustellen.[23.2] Beim Testspiel – für Herberger ein „gefährliches Narkotikum“[18.2] – des uruguayischen Weltmeisters gegen eine Thuner Stadtauswahl bewunderten Fritz Walter & Co. die ballsicheren Südamerikaner, erkannten deren defensive Schwächen und eine realistische Chance, mithalten zu können.[23.3]

Der Weg ins Finale

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Bundesrepublik Deutschland

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Siehe auch:Fußball-Weltmeisterschaft 1954/Deutschland#Deutsches Aufgebot

Daserste Spiel der Vorrunde gegen die gesetzte türkische Mannschaft musste die Herberger-Elf wegen des besonderen WM-Modus gewinnen und errang trotz frühen Rückstands in der 2. Minute durch den „Wirbel“ von Bernhard Klodt und Max Morlock[18.3] ein 4:1. Für das zweite Spiel gegen Ungarn traf Sepp Herberger eine taktische Entscheidung, die natürlich geheim bleiben musste und dennoch „hinausposaunt“ wurde[26.2]): Er schonte einige Leistungsträger, da ein Entscheidungsspiel gegen die Türkei bevorstand. Dies führte bei der Bekanntgabe der Mannschaftsaufstellung bei den 30.000 deutschen Zuschauern, die für die Sonderzugfahrt und die Eintrittskarte stolze 57DM gezahlt hatten,[26.3] zu großer Enttäuschung[24.4] und später bei einigen „Lückenbüßern“ wieHelmut Rahn zu einem „Klub der Unzufriedenen“, die ihren Verdruss mit einigen Glas Bier hinunterkippten.[28.1]Die Begegnung endete mit 8:3 für den großen Favoriten. Im Vorfeld zumEntscheidungsspiel gegen die Türkei brachteHans Schäfer die Stimmung auf den Punkt:

„Die putzen wir weg.“

Hans Schäfer[23.3]

Die westdeutsche Auswahl siegte nach schneller 2:0-Führung und vier Toren zwischen der 61. und 83. Minute (in Überzahl) mit 7:2. ImViertelfinale hieß der zugeloste GegnerJugoslawien, der Brasilien in der Vorrunde nachVerlängerung ein1:1 abgetrotzt hatte. Der deutschen Mannschaft gelang mit einer defensiven Ausrichtung ein schwer erarbeiteter Sieg – entschieden ausgerechnet durch ein explosives Tor Rahns gegenBeara, der 1951 beim Gastspiel vonHajduk Split gegenRot-Weiss Essen drei Bälle Rahns passieren lassen musste.[28.2] Der im Viertelfinale einzige Sieg ohne Gegentor war eminent wichtig für das Selbstvertrauen der Hintermannschaft.[23.4]

„In Liegestühlen ausgestreckt, geht jeder seinen Gedanken nach. Vom ‚Wunder von Genf‘[1.7]hab’ ich irgendwo gelesen. War unsere Leistung ein Wunder? […] Man spricht also besser nicht von ‚Wunder‘, wenn es sich nur um die natürliche Steigerung einer allerdings wohlgesteuerten Leistung handelt.“

Fritz Walter[23.5]

In derRunde der letzten Vier musste gegenÖsterreich angetreten werden. Die Mannschaft um die WeltauswahlspielerGerhard Hanappi undErnst Ocwirk weckte im Vorfeld dank ähnlicher Erfolge Erinnerungen an dasWunderteam der 1930er-Jahre und trotzte derGoldenen Elf knappe Niederlagen und am 26. April 1953 in Budapest ein 1:1-Unentschieden ab. Nach derHitzeschlacht von Lausanne vier Tage zuvor war das österreichische Team entkräftet und erwies sich für die deutsche Mannschaft vor 40.000 begeisterten deutschen Zuschauern nicht als große Hürde (Spielergebnis 6:1). Das Spiel erwies sich darüber hinaus wegen des regennassen, tiefen Rasens als gelungene Generalprobe derStollenschuhe.

Ungarn

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Die ungarische Fußball-Nationalmannschaft vor dem Halbfinal-Spiel gegen Uruguay

Die Ungarn schlugen in einem besserenTrainingsspielSüdkorea mit9:0. Gegen Deutschland, das im zweiten Vorrundenspiel nicht seine besten Spieler eingesetzt hatte (siehe oben), gelang ein 8:3-Erfolg.[29] ImViertelfinale wartete das Spiel gegen die Individualisten ausBrasilien, das mit 4:2 gewonnen wurde. Diese Begegnung wurde alsSchlacht von Bern bekannt, da es drei Platzverweise (für József Bozsik undNílton Santos nach Fausteinsatz undHumberto Tozzi) während des Spiels gab und die Spieler sich nach einem kräftezehrenden Spiel in den Umkleidekabinen weiter angingen. Ebenfalls 4:2 siegten die Magyaren im enttäuschenden, da spielerisch schwachen[24.5]Halbfinale in der Verlängerung gegenUruguay. Damit stand Ungarn nach einem weiteren strapaziösen Spiel im Finale. Die anschließende aufwändige Fahrt mit Privat-PKW insHotel Krone inSolothurn[30] hielt die siegesgewissen ungarischen Spieler am Samstagabend nicht davon ab, Zigarette rauchend durch Zürich zu flanieren.[26.4]

Spielverlauf des WM-Endspiels

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UngarnBundesrepublik DeutschlandAufstellung
Ungarn
Finale
4. Juli 1954 um 17:00 Uhr inBern (Stadion Wankdorf)
Ergebnis: 2:3 (2:2)
Zuschauer: 65.000[24.6]
Schiedsrichter:William Ling (England England)
Bundesrepublik Deutschland
Aufstellung Ungarn gegen Bundesrepublik Deutschland
AufstellungUngarn gegenBundesrepublik Deutschland
Gyula GrosicsJenő Buzánszky,Gyula Lóránt,Mihály LantosJózsef Bozsik,József ZakariásSándor Kocsis,Nándor Hidegkuti,Ferenc Puskás(C)ein weißes C in blauem Kreis,Zoltán Czibor,Mihály Tóth
Cheftrainer:Gusztáv Sebes
Toni TurekWerner Kohlmeyer,Horst Eckel,Josef PosipalKarl Mai,Werner LiebrichHelmut Rahn,Max Morlock,Ottmar Walter,Fritz Walter(C)ein weißes C in blauem Kreis,Hans Schäfer
Cheftrainer:Sepp Herberger
Tor 1:0 Puskás (6.)
Tor 2:0 Czibor (9.)


Tor 2:1 Morlock (10.)
Tor 2:2 Rahn (18.)
Tor 2:3 Rahn (84.)

Erste Hälfte

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Nachdem sich die beiden Kapitäne Fritz Walter (Bundesrepublik Deutschland) und Ferenc Puskás (Ungarn) begrüßt und die Wimpel der beiden Fußballverbände ausgetauscht hatten, pfiff Schiedsrichter Ling um 16:53 Uhr, sieben Minuten zu früh,[31] das Spiel an. Nach einem kurzen Abtasten konnten die Deutschen einen ungarischen Blitzstart wie imVorrundenspiel vermeiden. Doch bereits in der 6. Minute fiel das erste Tor der Ungarn durch Ferenc Puskás, der nach einem Zweikampf mit Werner Liebrich im Vorrundenspiel umgeknickt war,[32][28][28.3] zwei Spiele aussetzen musste, noch nicht wieder sein bestes Leistungsniveau erreicht hatte[16.3] und dennoch einen Abpraller mit einem platzierten Flachschuss ins lange Eck verwerten konnte. Nur drei Minuten später erzielte Zoltán Czibor nach einem deutschen Abwehrfehler das 2:0. Daraufhin soll Trainer Sebes Puskás an den Spielfeldrand gewinkt und zu ihm gesagt haben:

„Wir können uns nicht erlauben, im Endspiel wieder mit 8:3 zu gewinnen. Das können wir der FIFA nicht antun.“

Gusztáv Sebes[16.4]

Keine 60 Sekunden später zog Helmut Rahn auf Linksaußen unwiderstehlich nach vorne, flankte nach rechts, und Max Morlock konnte den von Gyula Lórant abprallenden Ball an Gyula Grosics vorbei zum Anschlusstreffer einschieben.[28.4] Das Spiel wogte in der Folge hin und her. In der 18. Minute verwandelte Helmut Rahn nach einer Ecke von Spezialist Fritz Walter,[13.3] nach Hans Schäfers Irritation von Grosics,[33] mit einemDropkick zum 2:2.[28.5] Die Ungarn verschärften ihr Angriffstempo, und der 35-jährige Torhüter Toni Turek begann zum Turm in der Abwehrschlacht zu werden, als er in der 23. Minute einen Schuss von Hidegkuti aus kurzer Entfernung wegfaustete.[34][34.1] In der 36. Minute fiel Kocsis im Strafraum zu Boden, nachdem er von Liebrich bedrängt worden war – Schiedsrichter Ling gab keinen Elfmeter. Sechs Minuten danach konnte Grosics einen Schuss von Hans Schäfer gerade noch weglenken, Rahns Nachschuss wurde durch Buzánszky abgewehrt. Unmittelbar darauf blieb Horst Eckel liegen – nach kurzer Behandlung war er wieder auf den Beinen.[24.7] Schließlich pfiff Schiedsrichter William Ling zur Pause.

  • 2. Minute: Die deutsche Mannschaft ist zu Beginn des Endspiels auf Angriff eingestellt. Buzánszky kann sich gegen Ottmar Walter durchsetzen. Im Bild von links nach rechts: Fritz Walter (D, hinten), Buzánszky (U), Ottmar Walter (D).
    2. Minute: Die deutsche Mannschaft ist zu Beginn des Endspiels auf Angriff eingestellt. Buzánszky kann sich gegen Ottmar Walter durchsetzen. Im Bild von links nach rechts: Fritz Walter (D, hinten), Buzánszky (U), Ottmar Walter (D).
  • 4. Minute: Buzánszky sichert den Ball vor dem hinter ihm heranstürmenden Schäfer und spielt das Leder zu seinem Torhüter zurück. Im Bild von links nach rechts: Zakariás (U), Puskás (U, hinten), Fritz Walter (D), Max Morlock (D), Lóránt (U), Jupp Posipal (D, hinten), Buzánszky (U), Hans Schäfer (D, verdeckt von Buzánszky).
    4. Minute: Buzánszky sichert den Ball vor dem hinter ihm heranstürmenden Schäfer und spielt das Leder zu seinem Torhüter zurück. Im Bild von links nach rechts: Zakariás (U), Puskás (U, hinten), Fritz Walter (D), Max Morlock (D), Lóránt (U), Jupp Posipal (D, hinten), Buzánszky (U), Hans Schäfer (D, verdeckt von Buzánszky).
  • 6. Minute: Tor für Ungarn. Ungarn-Deutschland 1:0. Die Spieler der Ungarn freuen sich über den Torerfolg. Im Bild von links nach rechts: Karl Mai (D), Kocsis (U), Czibor (U), Puskás (U), Hidegkuti (U), Horst Eckel (D, verdeckt durch die Spieler der Ungarn), Werner Liebrich (D, 10), Bozsik (U).
    6. Minute: Tor für Ungarn. Ungarn-Deutschland 1:0. Die Spieler der Ungarn freuen sich über den Torerfolg. Im Bild von links nach rechts: Karl Mai (D), Kocsis (U), Czibor (U), Puskás (U), Hidegkuti (U), Horst Eckel (D, verdeckt durch die Spieler der Ungarn), Werner Liebrich (D, 10), Bozsik (U).
  • 44. Minute: Kocsis, der Torschützenkönig der Weltmeisterschaft, kommt kurz vor der Halbzeitpause zu einer Kopfballchance. Der Ball geht am Tor vorbei. Czibor (rechts) freut sich zu früh. Im Bild von links nach rechts: Kocsis (U), Toni Turek (D, 1), Werner Kohlmeyer (D, 3), Czibor (U).
    44. Minute: Kocsis, der Torschützenkönig der Weltmeisterschaft, kommt kurz vor der Halbzeitpause zu einer Kopfballchance. Der Ball geht am Tor vorbei. Czibor (rechts) freut sich zu früh. Im Bild von links nach rechts: Kocsis (U), Toni Turek (D, 1), Werner Kohlmeyer (D, 3), Czibor (U).

Halbzeit

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MannschaftsarztFranz Loogen undMasseurErich Deuser hatten alle Hände voll zu tun, sich um Horst Eckel nach dem Zusammenprall zu kümmern und kleine Prellungen zu massieren. In der Halbzeit schimpften die deutschen Verteidiger mit den Stürmern, der Torhüter mit den Verteidigern; Herberger unterband die Streitigkeiten mit motivierenden Worten.In der ungarischen Kabine herrschte Ruhe, absolute Stille,[35] Betroffenheit und Mutlosigkeit. Sebes hatte die Anweisung gegeben, dass Linksaußen Czibor, der bisher rechts gespielt hatte, auf seine angestammte linke Seite wechseln solle.[36]

Zweite Hälfte

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Die Ungarn kamen mit großer Entschlossenheit aus der Kabine. Bereits in der 46. Minute konnte Turek einen abgefälschten Schuss von Czibor und kurz darauf einen von Puskás aufnehmen. Aber selbst wenn Turek geschlagen war, retteten Kohlmeyer (53. Minute) oder die Latte (57. Minute). Nach etwa einer Viertelstunde ungarischer Drangperiode kündigte sich mit unübersehbar geringerem Tempo der Magyaren eine Wende an. Zwar musste Turek in der 67. Minute noch einen Schuss von Puskás mit dem Fuß parieren, bevor Kohlmeyer den Ball wegschoss. Doch ab etwa der 70. Minute wandelte sich das Spielgeschehen: Die Ungarn mussten ihrem hohen Tempo und dem aufgeweichten Boden Tribut zollen, während die deutsche Elf von Fritz Walter angetrieben wurde und so wieder zu Torchancen kam. In der 74. Minute verhinderte Grosics ein Tor durch Rahn mit einer tollen Parade. Im Gegenzug musste Turek gegen Czibor klären. Kurze Zeit später prallten Turek und Hidegkuti aneinander. Der deutsche Torhüter blieb liegen, musste vom Mannschaftsarzt behandelt werden und konnte wieder in sein Tor zurückkehren. In der 84. Minute verlor der ungarische Läufer József Bozsik den Ball an den deutschen Linksaußen Hans Schäfer.[33] Dieser flankte den Ball in den ungarischen Strafraum. Die ungarische Abwehr klärte nur schwach, so dass der Ball zu Helmut Rahn kam. Der täuschte ein Zuspiel zu Ottmar Walter im Strafraum vor, trickste damit zwei Ungarn aus und schoss den Ball zum 3:2 aus etwa 16 Metern Entfernung in die linke untere Ecke.[28.6] Zunächst folgte noch ein Schuss der Deutschen auf das ungarische Tor, den Grosics hielt. Die deutsche Mannschaft kam wieder in Schwierigkeiten. Ungarn drang in den deutschen Strafraum ein, Puskás kam zum Schuss und der Ball lag im Tornetz (86. Minute) – LinienrichterMervyn Griffiths (Wales) hatte zuvor Abseits signalisiert. Als die reguläre Spielzeit schon fast vorüber war, erschien Czibor frei fünf Meter vor Turek, der parieren konnte.[24.8] Dann klärte Fritz Walter an der Mittellinie zum Einwurf. Dieser wurde schnell ausgeführt und landete bei Bozsik. Kurz darauf pfiff Schiedsrichter Ling zum Spielende – Deutschland war Weltmeister. Kurze Zeit später nahm Fritz Walter denWM-Pokal aus den Händen vonJules Rimet entgegen.

  • 51. Minute: Zu Beginn der zweiten Halbzeit stürmen die Ungarn immer wieder vor das deutsche Tor, können aber keinen Erfolg verbuchen. Im Bild von links nach rechts: Bozsik (U, hinten), Werner Liebrich (D, 10), Hans Schäfer (D, hinten), Czibor (U), Jupp Posipal (D, verdeckt von Puskás), Puskás (U), Kocsis (U, hinten), Zakariás (U, hinten).
    51. Minute: Zu Beginn der zweiten Halbzeit stürmen die Ungarn immer wieder vor das deutsche Tor, können aber keinen Erfolg verbuchen. Im Bild von links nach rechts: Bozsik (U, hinten), Werner Liebrich (D, 10), Hans Schäfer (D, hinten), Czibor (U), Jupp Posipal (D, verdeckt von Puskás), Puskás (U), Kocsis (U, hinten), Zakariás (U, hinten).
  • 68. Minute: Nachdem Torhüter Turek den Ball mit Fußabwehr klären konnte, hat Kohlmeyer das Leder ins Seitenaus geschlagen. Im Bild von links nach rechts: Ottmar Walter (D), M. Toth (U), Hidegkuti (U), Toni Turek (D), Werner Kohlmeyer (D, 3), Werner Liebrich (D).
    68. Minute: Nachdem Torhüter Turek den Ball mit Fußabwehr klären konnte, hat Kohlmeyer das Leder ins Seitenaus geschlagen. Im Bild von links nach rechts: Ottmar Walter (D), M. Toth (U), Hidegkuti (U), Toni Turek (D), Werner Kohlmeyer (D, 3), Werner Liebrich (D).
  • 75. Minute: Posipal klärt einen ungarischen Angriff mit Kopfballabwehr vor dem lauernden Stürmer und Spielführer Puskás. Im Bild von links nach rechts: Kocsis (U, hinter Puskás), Puskás (U), Jupp Posipal (D), Karl Mai (D, hinter Posipal), Horst Eckel (D), Hidegkuti (U)
    75. Minute: Posipal klärt einen ungarischen Angriff mit Kopfballabwehr vor dem lauernden Stürmer und Spielführer Puskás. Im Bild von links nach rechts: Kocsis (U, hinter Puskás), Puskás (U), Jupp Posipal (D), Karl Mai (D, hinter Posipal), Horst Eckel (D), Hidegkuti (U)
  • 86. Minute: Mit letzter Kraft wirft sich Puskás in die Kopfballvorlage von Kocsis und erzielt das 3:3. SR Ling erkennt den Treffer aber nicht an. „Abseits“, zeigt LR Griffiths. Im Bild von links nach rechts (Akteure im Vordergrund): Kocsis (U), SR Ling, Jupp Posipal (D, rechts neben Ling), Werner Liebrich (D), Puskás (U)
    86. Minute: Mit letzter Kraft wirft sich Puskás in die Kopfballvorlage von Kocsis und erzielt das 3:3. SR Ling erkennt den Treffer aber nicht an. „Abseits“, zeigt LR Griffiths. Im Bild von links nach rechts (Akteure im Vordergrund): Kocsis (U), SR Ling, Jupp Posipal (D, rechts neben Ling), Werner Liebrich (D), Puskás (U)

Statistik

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Eine statistische Erhebung wurde 2014 mithilfe der Radioreportage von Herbert Zimmermann und den vorhandenen Livebildern ermittelt. Die Zahlen zeigen ein offensives Übergewicht der ungarischen Mannschaft.

EinzelauswertungBundesrepublik
Deutschland
Ungarn
Tore32
Schüsse1526
Schüsse aufs Tor1016
Geblockte Schüsse87
Ecken75
Fouls107
Abseits93

In der deutschen Mannschaft überragten die Zweikampf-Quoten von Liebrich und Mai von 100 % und die Anzahl der Pässe von Fritz Walter (54) und Rahn (37). Die Auswerter kommen zum Ergebnis, dass das Dreieck Liebrich (Balleroberungen), Fritz Walter (Ballverteilung) und Rahn (erfolgreiche Torschüsse) neben der großen Moral nach ungarischen Druckphasen die Erfolgsgaranten waren.[37]

Hörfunk und Fernsehreportagen

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Zu Beginn des WM-Turniers gab es in Deutschland 27.592Fernsehteilnehmer. Ein Apparat kostete 1.200 D-Mark, was fünf Gehältern entsprach. Trotzdem stiegen die angemeldeten Fernsehgeräte in Deutschland auf 40.980, was einer Steigerung von knapp 50 Prozent entsprach und an der Weltmeisterschaft lag.[38] Die Fußball-Weltmeisterschaft in der Schweiz ist die erste, die live im Fernsehen übertragen wurde. Beim Endspiel wurde eine Million Zuschauer geschätzt. In Deutschland waren sämtliche Lagerbestände an Fernsehgeräten leer gekauft.[23.6] Im DüsseldorferApollo-Theater verfolgten beispielsweise 3.000 Personen die Übertragung.[18.4] Das Finale wurde von acht europäischen Ländern derEurovision übertragen, die in den Spielen in der Schweiz ihre Bewährungsprobe sah.[1.8] Die Tonspur der TV-Reportage vonBernhard Ernst ist verloren gegangen, vom Filmmaterial sind trotz akribischer Recherche von Johann-Günther Schlüper nur 18 Minuten vorhanden.[39] Diese Filmbilder werden in Deutschland fast immer mit demRadiokommentar vonHerbert Zimmermann unterlegt, der sich lange vor dem Finale Gedanken gemacht hatte, wie bei einer weiteren drohenden Niederlage gegen Ungarn formuliert werden könnte.[23.7] Der ungarische KommentatorGyörgy Szepesi zählte Zeitzeugen zufolge als „zwölfter Mann derGoldenen Elf[4.7] und sprach während des Endspiels 90 Minuten ununterbrochen.[4.8] Auszüge ihrer Reportagen deuten das Wechselbad der Gefühle an.

„Dann kommt der Ball weiter nach vorne zu Kocsis. Na, Sanji, jetzt pass auf! Schuss! Der Ball springt zu Puskás. Puskás schießt […] TOOOR […] EIN GROSSARTIGES TOOOR! Das ist das Führungstor. Öcsis linker Fuß ist gesund […] Das konnte man bei diesem Schuss sehen […] Unser Führungstor! Und jetzt ruhig, Jungens, so, wie wir beim 8:3 gespielt haben.“

György Szepesi[4.9]

In der ersten Halbzeit war Zimmermann ob der Reflexe von Torhüter Toni Turek bei der Verteidigung des 2:2 außer sich geraten:

„Schuss! Abgewehrt von Turek – Turek, du bist ein Teufelskerl, Turek, du bist ein Fußballgott.“

Herbert Zimmermann[23.8]

Dafür handelte er sich ernste Tadel von Kirchenvertretern ein und hatte vor demIntendanten zu erscheinen.[34.2]

Szepesi lobte bereits in der ersten Hälfte den lehrbuchhaften Fußball der Deutschen.

„Es ist schwer, sehr, sehr schwer. Wer hätte gedacht, dass die Deutschen die Bälle so gut zuspielen. Mit ihrer Stürmerreihe machen sie […] die ungarische Verteidigung verrückt.“

György Szepesi

„Sechs Minuten noch im Wankdorf-Stadion in Bern. Keiner wankt. Der Regen prasselt unaufhörlich hernieder, aber die Zuschauer harren nicht[sic!] aus, wie könnten sie auch! Eine Fußball-Weltmeisterschaft ist alle vier Jahre, und kaum je war ein Endspiel so ausgeglichen, so offen. Jetzt Deutschland am linken Flügel durch Schäfer, Schäfers Zuspiel zu Morlock wird […] abgewehrt, und Bozsik […], der rechte Läufer der Ungarn, am Ball. Er hat den Ball – verloren diesmal, gegen Schäfer, Schäfer nach innen geflankt – Kopfball – abgewehrt – aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt! – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor! […] Halten Sie mich für verrückt, […] ich glaube, auch Fußball-Laien sollten ein Herz haben, sollten sich […] mitfreuen und sollten jetzt Daumen halten.“

Herbert Zimmermann[23.9]

„Liebe Hörer, Rahns Schuss ist drin, in der rechten Ecke, sechs Minuten vor Schluss […] Die Jungens stehen zusammengebrochen da. Die Menge schreit. Sechs Minuten noch. Blendend hat die ungarische Mannschaft gespielt. Ich kann nichts anderes sagen. Meine Tränen fließen, aber glauben sie mir, dass die Jungens alles gegeben haben.“

György Szepesi

„Drei zu zwei für Ungarn – für Deutschland – ich bin auch schon verrückt, Entschuldigung! […] Und die Ungarn, wie von der Tarantel gestochen, lauern die Puszta-Söhne, drehen jetzt den siebten oder zwölften Gang auf, Und Kocsis flankt – Puskás abseits – Schuß – aber nein, kein Tor! Kein Tor! Kein Tor! Puskás abseits.“

Herbert Zimmermann[23.10]

Das Ende des Spiels:

„Es kann nur noch ein Nachspielen von einer Minute sein. Deutschland führt […] Aber es droht Gefahr – die Ungarn auf dem rechten Flügel – Jetzt hat Fritz Walter den Ball […] ins Aus geschlagen. Wer will ihm das verdenken? Die Ungarn erhalten einen Einwurf zugesprochen – der ist ausgeführt – kommt zu Bozsik – Aus! Aus! Aus! Aus! – Das Spiel ist aus! – Deutschland ist Weltmeister – schlägt Ungarn mit drei zu zwo Toren im Finale in Bern!“

Herbert Zimmermann[23.11]

„Puskás, du hast den Ball!!! SCHUSS!!! TOOR!!! […] ABSEITS. Abseits; Griffiths hat Abseits angezeigt, meine Hörer, Griffiths hat auf Abseits entschieden […] Ende des Spiels. Weltmeister ist Westdeutschlands Mannschaft. […] Vier Jahre waren wir ungeschlagen. Jetzt haben wir verloren. Das ist keine Tragödie, meine Hörer […] Es ist eine Niederlage im Fußball.“

György Szepesi[4.10]

BeiRadio DDR klang das so:

„Noch einmal Einwurf für die Ungarn. Gleich ist es so weit, der Einwurf kommt, zurück noch einmal Buzánszky, Buzánszky flankt. Der Schlusspfiff. Schlusspfiff. Schlusspfiff im Berner Wankdorf-Stadion. Das Unvorstellbare ist passiert. Die westdeutsche Nationalmannschaft wird Fußball-Weltmeister 1954 im Endspiel gegen Ungarn. Die ganze Fußballwelt steht auf dem Kopf. Die westdeutschen Spieler liegen sich natürlich in den Armen. Die Ungarn sind großartige Verlierer, sie gratulieren den westdeutschen Spielern, […]“

Wolfgang Hempel[23.12]

Erfolgsfaktoren

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Der Bundestrainer

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Sepp Herberger (März 1957)

Talentsichtung

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Sepp Herberger bekam Anfang der 1930er Jahre durch seine Tätigkeit als Verbandstrainer beimWestdeutschen Spiel-Verband (WSV) fürReichstrainerOtto Nerz eine besondere Bedeutung, da er für die Sichtung und Schulung von Nachwuchstalenten ebenso verantwortlich wie für Kurse für Spitzenspieler und die Zusammenstellung der Verbandsauswahl war. Der größte Teil der westdeutschen Auswahl zählte zum Kader der Nationalmannschaft. Schlussendlich entstammten beim ersten großen Erfolg der Fußballgeschichte, demdritten Platz 1934 in Italien, mit den AkteurenSzepan,Zielinski,Kobierski,Busch,Janes,Hohmann,Bender,Münzenberg undHeidemann neun der Herberger-Schule.[7.2] Diese Fähigkeit als Talentsichter wurde mit Blick auf die WM 1954 durch seine Berufung als Dozent derSporthochschule Köln am 1. Juni 1947 in Wert gesetzt.[7.3] Durch die regionalen Auswahlspiele der Landesverbände und die flächendeckende Aufnahme des Oberligaspielbetriebs ab der Saison1947/48 hatte Herberger die Möglichkeit gehabt, die Spieler im regelmäßigen Wettbewerbsspielbetrieb zu beobachten, die für seine neue Nationalmannschaft in Frage kommen konnten. Noch näher am Geschehen war er in den Nachkriegsjahren gewesen, als er bei mehreren Vereinen, bei denen Nationalmannschaftskandidaten spielten, darunterEintracht Frankfurt,VfR Mannheim,Stuttgarter Kickers und vor allem beim1. FC Kaiserslautern, kurzzeitig das Training übernahm.[7.4]

Körperliche Leistungsfähigkeit

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Herbergers Schützlinge Anfang der 1950er Jahre waren Oberligafußballer mit zwei Trainingseinheiten in der Woche – vielleicht vor der Endrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft dreimaligem regulären Training. „Der Seppl“ hat zwar seine Nationalspieler wiederholt durch Briefe zu persönlichem Sondertraining aufgerufen, aber die Situation in den Vereinen war nicht im entferntesten mit profihaftem Training zu vergleichen. Durch seine Konditionsschulung in der Vorbereitung und während des WM-Turnieres hat er seine Spieler in eine läuferische Form gebracht, die sie zumindest ebenbürtig mit den Professionals dieser Ära gemacht hat. Zu Anfang seiner Trainerlaufbahn Anfang 1926 stand er auf dem Standpunkt, dass „das Spieltempo mit Köpfchen und nicht aus den Beinen“ unterschieden wurde.[7.5] Fritz Walter schwor aufErich DeusersUnterwassermassage, die nicht nur Blutergüsse schneller verschwinden, sondern beispielsweise Muskelverkrampfungen sich auflösen ließ. Diese Behandlung konnte nach den WM-Spielen bisweilen weit nach Mitternacht erfolgen.[13.4]

Menschenführung

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Fritz Walter, der Lieblingsschüler und verlängerte Arm des Bundestrainers auf dem Spielfeld, war bekanntermaßen ein genialer, aber hochsensibler Spielmacher, der während des Weltmeisterschaftsturniers sehr ausgeglichen war. Dahingegen mussten Posipal und Rahn mit psychologischen Tricks aufgebaut werden. Dies gelang Herberger, obwohl er während seines Sportlehrer-Studiums beruflich bedingt auf Psychologie-Vorlesungen verzichten musste.[7.6] Posipal blieb bereits im ersten Turnierspiel hinter seinen Möglichkeiten. Es stellte sich heraus, dass der aus Rumänien stammende Stopper durch eine Verletzung an seinem Leistungsvermögen zu zweifeln begann. Während des Jugoslawien-Spiels platzierte er Posipal neben sich auf der Trainerbank und raunte ihm unentwegt zu, wie er der Elf auf dem Platz fehlen würde. Nach dem „Ich glaube, ich bin wieder da!“ spielte er gegen Österreich und Ungarn entscheidende Partien. Helmut Rahn war ein durchsetzungsstarker Solist mit überragenden Abschlussqualitäten und hohem Selbstvertrauen, der ein Spiel alleine entscheiden konnte. Dessen nächtliche Eskapade nach dem 3:8 ignorierte Herberger und erinnerte ihn in der 80 Minute des Jugoslawien-Spiels an sein Versprechen, dem „Beara einige reinzufetzen.“[7.7]

Taktik

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Bereits während des Sieges der Magyaren am 25. November 1953 im Wembley-Stadion hatte der Bundestrainer erfasst, wie Ungarn besiegt werden könnte:

„Wenn wir gegen die Ungarn zu spielen hätten, sähe alles anders aus. Da könnte derHidegkuti nicht im Mittelfeld spazieren gehen. DerJupp Posipal ist keinJohnston. Der Jupp geht als Mittelläufer hinten mit raus; der würde Hidegkuti auf Schritt und Tritt folgen. Dann würden wir sehen, wie es weitergeht. Die Engländer haben das ja gar nicht begriffen, wie gegen sie gespielt wurde, nicht nur technisch perfekt, sondern auch mit einer dort nie gesehenen Taktik.“

Sepp Herberger[23.13]

Fritz-Walter-Wetter

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Fritz Walter war beim Titelgewinn 1954 Kapitän der Nationalmannschaft und absolvierte insgesamt 61 Länderspiele für Deutschland, in denen ihm 33 Tore gelangen. Der schweizerische NationalspielerJacques Fatton bezeichnete ihn im Juni 1954 als Dreh- und Angelpunkt des deutschen Spiels und bescheinigte ihm höchstes Spielniveau.[2.5]Wie viele andere Männer des Jahrgangs 1920 war Fritz Walter im Zweiten Weltkrieg im Einsatz. Obwohl Herberger für seine Spieler Privilegien – wie einen Einsatz fernab der Front[1.9] – durchsetzen konnte, blieben die Nationalspieler nicht vom Kriegseinsatz verschont, und so musste Walter zunächst in Frankreich alsInfanterist dienen. Nach Kriegsende fiel er in sowjetischeKriegsgefangenschaft. Dort erkrankte Walter anMalaria. Daraus resultierte seine Empfindlichkeit gegen Hitze. Niedrige Temperaturen und Regen förderten seine Physis und Psyche.[23.14]

Am Abend vor dem Endspiel in Bern besuchte ein ungarischer Reporter das Lager der deutschen Mannschaft in Spiez. Dort fragte er Sepp Herberger, ob er glaube, dass seine Mannschaft im Endspiel eine Chance gegen die Ungarn habe. Herberger sagte, dass Deutschland Ungarn zwar spielerisch unterlegen sei, die Dinge jedoch anders laufen könnten, wenn es denn am 4. Juli regnen würde. Am Morgen des Endspieltages schauten die Spieler gen Himmel – es kam kein Regen. Erst zur Mittagsstunde fielen die ersten Regentropfen.

„Friedrich, es regnet!“

Max Morlock[13.5]

Es wardem Fritz sei Wetter,[40] wie es im Lauterer Dialekt hieß. Als Sepp Herberger das Stadion betrat und den Rasen prüfte, schien er sehr zufrieden.[41]

Stollenschuhe

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Skulptur von Adolf Dassler im Adi-Dassler-Stadion Herzogenaurach, Bildhauer Josef Tabachnyk, Bronze, 2006

Adolf „Adi“ Dassler war der Zeugwart der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1954. Er rüstete die deutsche Mannschaft mit einem innovativen und technowissenschaftlich revolutionärenFußballschuh mit dünnerem, leichteren Leder und – vor allem – herausnehmbarenStollen aus, die im weichen und schwammigen Rasen besseren Halt geben und personelle Vorlieben bedienen konnten.[42] In der Halbzeitpause des WM-Finals wurden die Stollen ausgetauscht. Die tatsächliche Wirkung kann anhand fehlender Daten nicht zweifelsfrei geklärt werden.[43] Der linke Schuh des Siegtorschützen Helmut Rahn wurde demDeutschen Fußballmuseum in Dortmund überlassen und ist Bestandteil der Dauerausstellung.[44]

Injektionen

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Ungarns Kapitän Ferenc Puskás hatte den Finalgegner in mehreren Interviews desDopings beschuldigt. Gerüchte diesbezüglich hielten sich in den folgenden Jahrzehnten hartnäckig, wurden jedoch von den Beteiligten stets bestritten. Puskás nahm später seine Anschuldigung zurück.[1.10] Ein Indiz für Injektionen war eineGelbsuchterkrankung diverser Spieler nach der Weltmeisterschaft, da alle mit derselben Spritze behandelt worden seien. Eine Untersuchung der gesamten Mannschaft in derUniversitätsklinik Düsseldorf am 27. Oktober 1954 ergab, dass praktisch alle Spieler Leberschädigungen in unterschiedlicher Schwere davongetragen hatten.[1.11] Richard Herrmann starb 1962 anLeberzirrhose. Auch das Ableben von Karl Mai (1993 mit 64 Jahren) und Werner Liebrich (1995 mit 68 Jahren) kann als Folgeerscheinung einer nicht behandelten Gelbsucht gedeutet werden.[45] Ein Gutachten des DFB im November 1954 führte die Infektion auf das „enge Zusammenleben der Mannschaft“ zurück und hielt es für „unwahrscheinlich“, dass die Übertragung durch Injektionen mit unsterilen Spritzen erfolgt sei. Dies gilt heute allgemein als Fehldiagnose. Wahrscheinlicher ist, dass sich die Spieler durch eine Gruppeninjektion infizierten. Da es damals noch keine Einwegspritzen gab, wurden die Injektionen vermutlich durch ein und dieselbe Spritze verabreicht. DieseInokulationshepatitis hatte der zuständige Arzt zu verantworten.[18.5]

2004 wurde bekannt, dass der Platzwart des ehemaligen Wankdorf-Stadions nach dem WM-Finale leere Glasampullen in einem Abflussgitter des Mannschaftsraumes gefunden hatte.[46] Diese leeren Ampullen ließen darauf schließen, dass der damalige deutsche Mannschaftsarzt den Spielern unmittelbar vor dem Finale eine Flüssigkeit verabreicht hatte. In der Folge räumten Ottmar Walter und Horst Eckel, zwei der zu diesem Zeitpunkt noch lebenden Spieler der Weltmeister-Elf, dies schließlich ein. Den Sportlern und DFB-Offiziellen zufolge soll es sich bei den Injektionen um eineVitamin-C-Lösung gehandelt haben. Anti-Doping-Bestimmungen gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.[47]

Aufgrund verschiedenerIndizien kam der SporthistorikerErik Eggers zu dem Fazit,[48][48.1][49] dass einige deutsche Fußballnationalspieler in konspirativer Weise ihre sportlichen Leistungen mit demMethamphetamin[48][48.2]Pervitin durch erhöhte Konzentrationsfähigkeit und „Bewegungsdrang“[48.3] (um bis zu 23,5 Prozent[48.1]) gesteigert hätten.[50] Allerdings bleibt in seinen Studien offen, welche konkreten Indizien dafür sprachen. Der DFB stand unter der Ägide des DachverbandsDeutscher Sportbund, nach dessen sportrechtlichen Statuten ab 1953 künstliche Leistungssteigerungen, beispielsweise mit Spritzen, verboten waren.[51] Dopingkontrollen wurden bei Fußball-Weltmeisterschaften erst ab derFußball-Weltmeisterschaft 1966 eingeführt.[52] Wie Eggers selbst im Rahmen seiner Studien feststellte, ist nach aktuellem Forschungsstand nicht sicher festzustellen, wann die Einnahme von Pervitin im bundesdeutschen Fußball üblich wurde, ob bereits bald nach Ende des Zweiten Weltkriegs oder beispielsweise erst ab Ende der 1950er Jahre.[53]

Rückkehr der Weltmeister

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Der „Weltmeisterzug“ von 1954
Spielball

Für die Heimfahrt der siegreichen Mannschaft am Morgen des 5. Juli stellte dieDeutsche Bundesbahn einen Sondertriebwagen (BR VT 08) zur Verfügung. Dieser startete mit den Weltmeistern im schweizerischen Spiez und über Interlaken, Luzern und Zug ging es nach Zürich, woFIFA-VizepräsidentErnst Thommen als Dankeschön für seinen Einsatz beim 27. FIFA-Kongress der Ball des Endspiels überreicht wurde, den Werner Kohlmeyer entführt hatte und ursprünglich Sepp Herberger als Geschenk zum 100. Länderspiel zugedacht hatte.[23.15] Auf der Fahrt von der Grenze beiSchaffhausen in Richtung München spielten sich unbeschwerte historische Jubelszenen ab. Dicht an dicht säumten die Menschen die Bahnstrecke, Musikkapellen und Begrüßungsredner wurden übertönt und die Spieler waren auf Grund der Menschenmassen nicht in der Lage, den Triebwagen für Interviews oder Autogramme zu verlassen. InSingen wurden 5.800Bahnsteigkarten[24.9] verkauft, inRadolfzell ließSchiesser Geschenkkartons mitFeinripp-Unterwäsche überreichen und entlang der Strecke nachKonstanz winkten und jubelten Begeisterte, so wie es höchstens anlässlich derTour de France zu erleben ist. Konstanz war am 5. Juli 1954 zwischen 18:32 und 18:55 Uhr im Ausnahmezustand. DerSüdkurier titelte: „So etwas hat Konstanz noch nie erlebt […] Seit den großen Tagen derLuftschiffe hat inFriedrichshafen kein Ereignis so viele Menschen auf die Beine gebracht wie dieser kurze Aufenthalt (15 Minuten) der Fußball-Weltmeister.“[23.16] Beim Ausstieg der Weltmeister inLindau „hielten die Sperren gerade noch, bis die Fußballer kamen.“ Es war ein Volksfest und diePolizeistunde war aufgehoben. Die weiteren Stationen Oberstaufen, Immenstadt, Kempten, Kaufbeuren und Landsberg boten unvorstellbare Szenen.[23.17] Etwa 500.000 Begeisterte[1.12] in Bayerns Landeshauptstadt bildeten den Höhepunkt, bei demOberbürgermeisterThomas Wimmer die Silberne Sportplakette der Stadt verlieh[54][54.1] und Fritz Walter am Abend imLöwenbräukeller nach der umstrittenenRede[55] vonDFB-PräsidentPeco Bauwens zum erstenEhrenspielführer der Nationalmannschaft ernannt wurde. Von München aus setzten die Helden von Bern ihren Triumphzug fort. InKaiserslautern standen über 100.000 Menschen bereit. Für Hans Schäfer undPaul Mebus wurden auf dem Kölner Bahnhof die Absperrungen durchbrochen, inNürnberg jubelten 30.000 Schülerinnen und Schüler im Stadion[24.10] Max Morlock zu, dem von derAuto Union GmbH einDKW spendiert wurde. Jupp Posipal undFritz Laband wurden von ihremHamburger ArbeitgeberBetten-HolmNSU-Lambretta-Motorroller spendiert. Mehr als 100.000 Begeisterte jubelten inEssen Helmut Rahn zu. Doppelt so viele waren inDüsseldorf in Achtspännern,Cabriolets, Musikkapellen und Bierwagen unterwegs, um Toni Turek, Franz Loogen und Erich Deuser zu feiern.[34.3][54.2] Am 18. Juli 1954 flogen die Fußballweltmeister zum offiziellen Empfang desSilbernen Lorbeerblatts nach Berlin.

„Über diesen Sieg der deutschen Fußballer in der Schweiz können wir uns alle freuen.“

Theodor Heuss[24.11]

Historische Auswirkungen

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Deutschland

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Zu Kritik im Ausland führte die Tatsache, dass ein Teil der etwa 20.000[56][56.1] enthusiastischen deutschen Zuschauer im Wankdorf-Stadion bei der Siegerehrung beim Abspielen derNationalhymne dieerste Strophe desDeutschlandlieds sangen.[56.2] Das „Deutschland, Deutschland über alles […] von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt“ führte zur Unterbrechung der Sendung des Schweizer Rundfunks, ertönte zwischen Singen und Kaiserslautern, füllte dieLeserbriefseiten und Kolumnen desHamburger Abendblatts, derSüddeutschen Zeitung und desSpiegels.[26.5]

Kollektives „Wir-Gefühl“ setzte nach Wahrnehmung von Sepp Herberger bereits nach dem Wiederholungsspiel gegen die Türkei ein.[18.6] Mit „Wir sind Weltmeister“[4.11][57] wurde nationale Identität ausgedrückt.[6.2] Da man die Fußball-Weltmeisterschaft und nahezu gleichzeitigMercedes-Benz denGroßen Preis von Frankreich inReims[26.6],Hans Günter Winkler mit seiner StuteHalla in Madrid Weltmeister wurde undChristel Schaack am 20. Juni den Titel derMiss Europe gewonnen hatte, konnte man stolz darauf sein, ein Deutscher zu sein. Dies wurde alsGeburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet[58] und kann identitätsstiftend mit dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 verglichen werden.[59][60][60.1] Allerdings wurde die Gelegenheit versäumt, einen politisch unbelastetenRepublikfeiertag zu etablieren.[26.7] Der 80. Geburtstag Herbergers 1977 gab Politikern ab dann Anlass, die „staatstragende Bedeutung“ (Zitat vonFranz Josef Strauß)[6.3] des WM-Siegs zu betonen. Der Tod von Fritz Walter und Helmut Rahn wurde von Bundesministern wieOtto Schily und dem BundespräsidentenJohannes Rau gewürdigt und eingeordnet.[6.4] Trotz des großen Medieninteresses zum 50-jährigen Jubiläum im Jahre 2004 mit Fragen zur Identitätsbildung ist eine geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung ausgeblieben.[61][61.1] Der Historiker Brüggemeier zieht das Fazit, dass „[…] 1954 eigentlich erst 2006 stattfand. Erst jetzt konnten dasSommermärchen und die damit verbundenen Gefühle sich entfalten.“ Die Deutschen pflegten mittlerweile einen offeneren Umgang mit ihrer „weitgehend unkomplizierten“[6.5] Horst Eckel wurde 2019 mit dem Satz „Der WM-Titel habe Deutschland einen wichtig Schub gegeben – nicht nur im Fußball, sondern in allem“ zitiert.[62]

Ungarn

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DasNeue Deutschland berichtete über die Heimkehr der ungarischen Fußball-Nationalmannschaft:

„Tausende von Menschen aus den umliegenden Grenzdörfern stürmten die Wagen auf dem GrenzbahnhofHegyeshalom, umarmten die Spieler noch in den Fenstern.“

Neues Deutschland[1.13]
Bahnhof Keleti (1952)

InBudapest kam es jedoch zu dreitägigen Unruhen. Zehntausende zogen durch die Stadt und warfen Schaufenster ein. Die Menschen zogen zumBahnhof Keleti, weil sie dachten, dass die Mannschaft dort ankommen würde. DieserAufruhr war ein Anlass, um Frust abzulassen.[63] Das ungarische Team – ohne Sebes und Puskás, die es vorzogen, mit dem PKW zu reisen – wurde in das Trainingszentrum inTata umgeleitet und dort von der Geheimpolizei und Rákosi erwartet.[1.14]

„Wir haben gedacht: Du lieber Gott, was wird mit uns passieren? So etwas ist vorher noch nie vorgekommen. […] Natürlich haben wir vorher auch nicht verloren. […] Rakosi sagte: ‚Niemand von euch soll Angst haben, bestraft zu werden für dieses Spiel.‘ […] Als dieser Satz fiel, wusste ich, dass er genau das Gegenteil bedeutet.“

Gyula Grosics[4.12]

An Grosics wurde ein Exempel statuiert. Er wurde im Januar 1955 wegen Spionage und Landesverrats verhaftet[64] und 1956 zuTatabánya Bányász SC in die Provinz zwangsversetzt. Dennoch bestritt er zwei weitere WM-Endrunden für Ungarn. Auch für andere Spieler hatte die Niederlage Folgen. So konnte der lukrativeSchmuggel über die Grenze, den die Behörden vor dem 4. Juli noch gern übersahen, bei Auswärtsspielen nicht mehr betrieben werden. Ferenc Puskás sagte später, die Menschen inBudapest hätten ihn bei seiner Ankunft nach dem verlorenen Endspiel angeschaut, als habe er eine Krankheit.[4.13] Puskás, Kocsis, Hidegkuti & Co. waren jetzt nicht mehr die uneingeschränkten Lieblinge der Ungarn. DieGoldene Elf blieb weitere zwei Jahre zusammen und setzte ihre Siegesserie fort. Doch als im Jahr 1956 derUngarische Volksaufstand niedergeschlagen wurde und die Mannschaft vonHonvéd Budapest nach einer lange geplanten Südamerika-Tournee in Wien weilte,[4.14] entschlossen sich einige von ihnen, nachSpanien zu wechseln. Kocsis und Czibor spielten inBarcelona, zusammen mit ihrem LandsmannLászló Kubala, der Ungarn schon früher den Rücken gekehrt hatte, Puskás inMadrid. Mit dem FIFA-Bann für die abtrünnigen Spieler und dem Drang der Jugendauswahlspieler in den Westen war die Zeit der ungarischen Fußballerfolge beendet. Lóránt wurde auf Vermittlung von Herberger an derDeutschen Sporthochschule Köln aufgenommen.[65]

Die Niederlage sorgte für heftige Gefühlsausbrüche in der Bevölkerung, was eine lang angestaute Unzufriedenheit zum Ausdruck brachte;[4.15] nach dem ungarischen HistorikerRainer M. János war es ein Anlass, Frust abzulassen,[66] jedoch kein Vorzeichen des Ungarischen Volksaufstands 1956.

Die „Helden von Bern“ im Arbeitsalltag

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Autogrammkarte der Weltmeister
Die fünf Kaiserslauterer WM-Helden von Bern in Bronze vor dem Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern, von links: Liebrich, F. Walter, Kohlmeyer, Eckel, O. Walter

Sepp Herberger war zwei weitere Weltmeisterschaften Trainer der Nationalmannschaft, ehe er 1963 kündigte.[7.8] Das Nationalteam war ein Spiegelbild der damaligen Gesellschaft.[6.6] Die Spieler mussten neben dem Sport einem Beruf nachgehen, um den Lebensunterhalt zu verdienen und waren dadurch Identifikationsfiguren, die zum überwiegenden Teil dem Arbeitermilieu entstammten.[16.5] Nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft kehrten die Spieler in ihre bürgerlichen Berufe oder Scheinbeschäftigungen[60.2] zurück. Der Gastwirtssohn Fritz Walter betrieb gemeinsam mit seiner Frau Italia eine Großwäscherei.[13.6] Sturmpartner Max Morlock eröffnete am 1. März 1949 zusammen mit seinem Teilhaber Johann Weiß, dem Vater seiner späteren Ehefrau, eine Verkaufsstelle für Tabakwaren und Zeitschriften am Celtistunnel. Später zog er mit seinem Geschäftslokal in die Pillenreuther Straße um, wo er ein Sportartikelhaus eröffnete.[67] Helmut Rahn war als Chauffeur[28.7] und Vertreter[28.3] tätig. Ottmar Walter betrieb ab dem 8. Dezember 1953 eine Großtankstelle,[68] die er 1970 nach Vertragsende übergeben musste. Bis zu seiner Pensionierung 1984 arbeitete er bei der Stadt Kaiserslautern.[69]Toto-Lotto-Annahmestellen wurden durch den Postbeamten Werner Liebrich, Karl Mai, einen ausgebildeten Konditor, Werner Kohlmeyer[4.16] und den gelernten Kaufmann Richard Herrmann[24.12] betrieben. Trainer waren der ebenfalls gelernte KaufmannPaul Mebus, der ausgebildete MechanikerUlrich Biesinger[24.12] und der spätere LehrerHerbert Erhardt. Jupp Posipal (Handelsvertreter)[16.5] und Hans Schäfer (Friseur)[24.13] arbeiteten in ihrem Ausbildungsberuf. Der gelernte Nähmaschinenmechaniker Horst Eckel wurde nach dem Sportlehrer-Studium in TrierRealschullehrer inKusel,[13.7]Heinrich Kwiatkowski (gelernter Schlosser und Reprofotograf in der Stadtbildstelle Dortmund) sowie dieGastwirte Alfred Pfaff, Fritz Laband und Bernhard Klodt gingen weiteren beruflichen Tätigkeiten nach.Hans Bauer war bis zu seiner Pensionierung als Mineralölkaufmann tätig.Karl-Heinz Metzner warTechnischer Zeichner bei der Bundesbahn und Toni Turek Verwaltungsangestellter bei derRheinbahn.[34.4][24.14] Heinz Kubsch betrieb ein Tabakwarengeschäft.[24.12]

Mediale Rezeption

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Printmedien

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Zeitgenössische Rezeption

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Presseberichte zeigten vor dem Turnier, dass ein gutes Abschneiden der deutschen Fußballnationalmannschaft keine Sensation darstellen würde. In der Ausgabe der französischenLibération vom 9. Juni 1954 kam der schweizerische NationalspielerJacques Fatton folgendermaßen zu Wort: „Moi, je ne vois pas la Hongrie gagner la Coupe du Monde (…) ni le Brésil, ni l’Uruguay. (…) Si je m’en tiens à mon expérience pratique de joueur, l’adversaire qui me paraît le plus redoutable, c’est l’Allemagne. Il y aura de grosses surprises en Coupe du Monde, les Allemands peuvent en être les grands bénéficiares.“ (dt.: Ich sehe nicht, dass Ungarn die Weltmeisterschaft gewinnt (…) oder Brasilien oder Uruguay (…). Wenn ich mich auf meine praktische Erfahrung als Spieler verlasse, ist der Gegner, den ich am meisten fürchten würde, Deutschland. Es wird große Überraschungen bei der Weltmeisterschaft geben, die Deutschen können davon profitieren.) Derkicker hoffte in seiner Ausgabe vom 14. Juni 1954 „auf ein Wunder“.[70] DieBasler Nachrichten trauten der deutschen Elf, die einige Tage zuvor ausgiebig analysiert wurde, in ihrer Ausgabe vom 14. Juni 1954 einen Erfolg gegen Ungarn zu.[2.6]

Während des Turnierverlaufs schrieb dieBild-Zeitung am 1. Juli 1954 nach dem 6:1 gegen Österreich: „Deutsche Elf so gut wie noch nie. Die elf Männer im Adlertrikot erzwangen das Wunder der Fußballweltmeisterschaft 1954!“[23.18]De Telegraaf berichtete am 2. Juli 1954 zum selben Anlass vonKarel Lotsy, dem niederländischen Beobachter der FIFA: „Was ihre Mannschaft in der zweiten Halbzeit gezeigt hat, war Fußball in Vollendung, wie sie einmalig ist. Von diesem Spiel wird man in Jahrzehnten noch sprechen.“[1.15] Selbst der unterlegene Gegner zollte Respekt entsprechend einem Bericht in derWelt am Montag am 2. Juli 1954: „Der in Österreich weit verbreitete Irrtum, die Deutschen könnten nur durch großen Kampfgeist und unerbittliche Härte Wirkung erzielen, wurde diesmal klar widerlegt. Die Mannschaft bot eine hochklassige Leistung.“[1.16] Der Zusammenhang zwischen dem Erfolg der deutschen Fußballnationalmannschaft und einem Wunder[23.18] wurde während der Anmoderation des Endspiels durchRobert Lembke mehrmals[71] gezogen.

DieSüddeutsche Zeitung schrieb am Tag nach dem WM-Erfolg: „Die deutsche Elf vollbringt in Bern das Fußball-Wunder.“[6.7], während der Deutschland-Uniondienst derCDU/CSU davor warnte, „nach dem Fußballerfolg in Bern von einem ‘deutschen Fußballwunder’ zu sprechen.“[61.2] Die Zeitungen der DDR haben darüber nicht berichtet, welche Reaktionen das Ergebnis aus Bern auslöste.[18.7] Der erste große deutsche Sporterfolg nach 1945 fand auch in der internationalen Presse eine entsprechende Beachtung und Würdigung. Der WienerBild-Telegraf sprach vom „achten Weltwunder“.[23.19] DerDaily Express schrieb: „Diese wenig beachteten Deutschen, jahrelang dieParias im internationalen Fußball, schlugen zurück und gewannen. Sie gewannen, weil sie im Gegensatz zu jeder anderen Mannschaft dieser Meisterschaftsserie sich weigerten, auf die erschreckenden Geschichten der magyarischen Ballzauberei zu hören.“ In Frankreich hieß es beimLe Figaro: „Man muß schon anerkennen, daß die deutschen Fußballer in wunderbarer Weise ihre Fähigkeiten zu verwerten wußten. […]“ und in den Niederlanden beimDe Telegraaf: „Die Wundermannschaft der Magyaren ist geschlagen. Sie wurde von einer Elf bezwungen, die eine Einheit war und sich mit aller Kraft gegen eine langdauernde Offensive zur Wehr setzte, um dann die gebotenen Chancen auf glänzende Weise zu nutzen[…]“[24.15] Bereits zwei Tage nach dem Titelgewinn verdrängten die tagespolitischen Ereignisse die WM-Nachberichterstattung von den Titelseiten der Zeitungen in Deutschland.[56.3]

Beiträge in den Folgejahren

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Der Historiker Brüggemeier ging der Frage nach, warum es fast keine Reaktionen der Medien, Politiker und anderer Beobachter gab[61.3] und bis zur Mitte der 1950er Jahre nur drei Beiträge in den dort zitierten KulturzeitungenFrankfurter Hefte,Die Gegenwart undMerkur erschienen sind und kommt zu den Schlüssen, dass die „Kluft zwischen Hoch- und populärer Kultur zu groß, die Angst vor einer ‘Vermassung’ zu verbreitet und Fußball kein öffentliches Interesse bediente, über die Zeitungen oder Radiosendungen regelmäßig informierten.“[61.4] Weiterhin konstatiert er, „falls also im Juli 1954 die Bundesrepublik neu gegründet wurde, haben zumindest diese Personen und die Medien es nicht bemerkt.“[61.5]

Bis in die 1970er Jahre hinein finden sich keine nennenswerten, an den Erfolg von Bern erinnernden Medien.[56.4] Im Band zurFußball-Weltmeisterschaft 1974 wurde lakonisch festgestellt: „Solche Wunder geschehen immer wieder!“[72] ohne weitere Wunder aufzuzählen.Auch später fandBern – selbst anlässlich des Jubiläumsspiels zum 50. Jahrestag am 6. Juni 2004 in Kaiserslautern gegen Ungarn oder dem Vorbereitungsspiel zur Fußball-WM am 29. Mai 2010 gegen Ungarn imPuskás Ferenc Stadion – keine Erwähnung. Nach demFußball-WM-Halbfinale Brasilien – Deutschland am 8. Juli 2014 deckte der Beginn einer neuen Legende den Mythos Bern 60 Jahre später fast vollständig zu.[60.3] Derkicker reklamierte in einerRetrospektive im Juli 2020 die ursprüngliche Wortwahl für sich – verwies jedoch auf die damals verbreitete Wunderterminologie.[70] 2021 erinnerten dieSächsische Zeitung[73] und dieNeue Zürcher Zeitung[74] anlässlich des ersten Pflichtspiel-Aufeinandertreffens bei derEM 2021 seit 1954 an das damalige Aufeinandertreffen.

Filme und Filmmusik

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Bereits am 10. Juli 1954 wurde der unter der Regie von SportreporterSammy Drechsel gedrehte Dokumentarfilm „Die Welt spielt Fußball (Fußball-Weltmeisterschaft 1954)“ im BerlinerGloria-Palast uraufgeführt und kam in die westdeutschen Kinos. Der Andrang zu diesem Film war zunächst hoch, ebbte allerdings schnell ab.[56.5]Rainer Werner Fassbinder verwendete die Radioreportage des Endspiels von Bern in seinem FilmDie Ehe der Maria Braun (1979), um während der gesamten mehrminütigen Schlussszene des Films eine symbolische Metapher für das Ende der Nachkriegszeit und gleichzeitig den Neubeginn der BRD zu schaffen.[56.6]Sönke Wortmanns FilmDas Wunder von Bern aus dem Jahr 2003 beschreibt die Geschichte vom unerwarteten Sieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in Bern. Darüber hinaus zeigt der Film die Schwierigkeiten eines heimgekehrten Kriegsgefangenen auf, der sich in seinem alten Leben nicht mehr zurechtfindet.[75] 2004 sendete dasZDF den 90-minütigenDokumentarfilmDas Wunder von Bern – die wahre Geschichte. Der Film vonGuido Knopp beschreibt die Geschehnisse vor, während und nach dem Titelgewinn der deutschen Mannschaft. Darin kommen zahlreiche beteiligte Personen wie Ottmar Walter, Co-Trainer Albert Sing, Ersatz-Torwart Heinrich Kwiatkowski, Jenő Buzánszky und Gyula Grosics zu Wort. Im gleichen Jahr wurde der DokumentarfilmDas Wunder von Bern – Das Spiel – Eine Rekonstruktion vom ZDF gezeigt. Hierfür wurde das verfügbare Original-Filmmaterial zusammengetragen, zusammengeschnitten und mit dem Radiokommentar unterlegt. Insgesamt konnten so 38 Minuten des Spiels rekonstruiert werden. Das am 23. November 2014 in Hamburg uraufgeführteMusical mit dem TitelDas Wunder von Bern[76] war an Sönke Wortmanns Spielfilm angelehnt. ProduzentStage Entertainment Germany[77] setzte das Musical 2016 wieder ab.[78] DieNDR Radiophilharmonie spielte im Januar 2023 unter DirigentFrank Strobel dieFilmmusik zu Wortmanns FilmDas Wunder von Bern.[79]

Briefmarke

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Zum 50-jährigen Jubiläum des WM-Erfolges veröffentlichte dieDeutsche Post AG die Sonder-Briefmarke „4.7.1954 50 Jahre ‚Wunder von Bern‘“.[80]

Literatur

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Biografien

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Publikationen von Zeitzeugen

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  • Gerhard Bahr (Hrsg.):Fussball Weltmeisterschaft 1954. Offizielles Erinnerungswerk Coupe Jules Rimet. Deutsche Ausgabe, Protektorat Deutscher Fußball-Bund. Offenburg 1954.
  • Rudi Michel:Deutschland ist Weltmeister! – Meine Erinnerungen an das Wunder von Bern. Südwest-Verlag, München 2004,ISBN 3-517-06735-0.
  • Helmut Rahn:Mein Hobby: Tore schießen. Copress-Verlag, München 1959,ISBN 3-421-05836-9.
  • Fritz Walter:3:2. Deutschland ist Weltmeister!. Stiebner-Verlag, Grünwald 1954, 2004, 2020,ISBN 978-3-7679-1265-6.

Beiträge anlässlich der Jubiläen 1974, 1994, 2004 und 2024

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  • Franz-Josef Brüggemeier:Zurück auf dem Platz. Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2004,ISBN 3-421-05842-3.
  • Tobias Escher:Die Weltmeister von Bern. Biografie einer Jahrhundertmannschaft,Rowohlt, Hamburg 2024,ISBN 978-3-499-01442-0.
  • Hans Fiederer:SCHWEIZ 1954. Das Wunder von Bern. In:Hennes Weisweiler (Hrsg.):X. Fußballweltmeisterschaft Deutschland 1974. C. Bertelsmann Verlag, München [u. a.] 1974,ISBN 3-570-00036-2. S. 34–37.
  • Alfred Georg Frei:Finale grande. Die Rückkehr der Fussballweltmeister 1954. Transit, Berlin 1994,ISBN 3-88747-092-3.
  • Arthur Heinrich:Tooor! Toor! Tor! 40 Jahre 3:2. Rotbuch Verlag, Berlin 1994,ISBN 3-88022-344-0.
  • Christian Jessen, Volker Stahl,Erik Eggers, Johann-Günther Schlüper:Fußballweltmeisterschaft 1954 Schweiz (AGON WM-Geschichte Band 5). AGON Sportverlag. Kassel 2003.ISBN 3-89784-218-1.
  • Peter Kasza:1954 – Fußball spielt Geschichte. Das Wunder von Bern. Bebra-Verlag, Berlin–Brandenburg 2004,ISBN 3-89331-522-5.
  • Guido Knopp (Hrsg.):Das Wunder von Bern. Die wahre Geschichte. Wilhelm Heyne Verlag, München 2004,ISBN 3-453-88165-6.
  • kicker Edition:50 Jahre – Das Wunder von Bern, Olympia-Verlag, Nürnberg 2004,ISSN 1613-2297 (mit Nachdruck deskickers vom 5. Juli 1954).
  • Lothar Schirmer:Das Wunder in Bildern – Bern 1954. Deutschland – Ungarn 3:2. 73 Reportagephotos vom Endspiel. Schirmer/Mosel Verlag, München 2004,ISBN 978-3-8296-0164-1.

Wissenschaftliche Beiträge

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  • Diethelm Blecking:Das „Wunder von Bern“ 1954 – Zur politischen Instrumentalisierung eines Mythos. In: Historical Social Research (HSR) 40 (2015), Nr. 4, S. 197–208.doi:10.12759/hsr.40.2015.4.197-208
  • Franz-Josef Brüggemeier: Eine virtuelle Gemeinschaft. Deutschland und die Fußballweltmeisterschaft 1954. In: Geschichte und Gesellschaft (2005), 31. Jahrg., H. 4, S. 610–635,JSTOR:40186212
  • Franz-Josef Brüggemeier, Weltmeister im Schatten Hitlers. Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. Mit einem Vorw. v. Christoph Biermann. Essen, Klartext 2014. 316 S.,doi:10.1515/hzhz-2015-0542
  • Rayvon Fouché: Game Changer. The Technoscientific Revolution in Sports. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2017.
  • Sebastian Harfst:Die Rezeption des Wunders von Bern durch Printmedien in England, Frankreich, Österreich und der Schweiz – ein Beitrag zu einem der Gründungsmythen der Bundesrepublik auf Quellenbasis ausgewählter Tages- und Wochenzeitungen, Göttingen 2010,doi:10.53846/goediss-3139.
  • Arthur Heinrich:The 1954 Soccer World Cup and the Federal Republic of Germany’s Self-Discovery. In: American Behavioral Scientist 46 (2003), Nr. 11, S. 1491–1505.doi:10.1177/0002764203046011003
  • Jana Jöckel:Vom „Wunder von Bern“ zum „Sommermärchen“ – Fußball-Weltmeisterschaften und die deutsche Nation, Münster 2015,ISBN 978-3-8405-0124-1, (Volltext als PDF, ca. 3,9 MB).
  • Stefan Jordan:Der deutsche Sieg bei der Weltmeisterschaft 1954: Mythos und Wunder oder historisches Ereignis? In: Historical Social Research(HSR) 30 (2005), Nr. 4, S. 263–287,ISSN 0172-6404,ISSN 0936-6784, (Volltext als PDF, ca. 136 kB).
  • Andreas Luh:Das „Wunder von Bern“ und die kollektive Erinnerung der Deutschen im Wandel der Zeit – zeitgenössisches Erleben, Erinnerungskultur und nationale Identitätsbildung. In: Sport und Gesellschaft (2023), 34 S.doi:10.1515/sug-2023-0008
  • Dietrich Schulze-Marmeling, Hubert Dahlkamp:Die Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft 1930–2006. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2006,ISBN 978-3-89533-513-6.

Tonträger

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Weblinks

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Commons: Final of the 1954 FIFA World Cup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Wunder von Bern – Zitate

Einzelnachweise

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  1. Brüggemeier:Zurück auf dem Platz. Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. 2004
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    8. Seite 161.
    9. Seite 50.
    10. Seite 317.
    11. Seite 312.
    12. Seite 11.
    13. Seite 265.
    14. Seite 267.
    15. Seite 193.
    16. Seite 195.
  2. Harfst:Die Rezeption des Wunders von Bern durch Printmedien in England, Frankreich, Österreich und der Schweiz – ein Beitrag zu einem der Gründungsmythen der Bundesrepublik auf Quellenbasis ausgewählter Tages- und Wochenzeitungen. 2010
    1. Seite 15–16.
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  3. Ploetz:Auszug aus der Geschichte (1951), S. 729 und 902
  4. Kasza:1954 — Fußball spielt Geschichte. Das Wunder von Bern. 2004.
    1. Seite 52.
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    3. Seite 61.
    4. Seite 104.
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  5. Péter Morvay: Az Aranycsapat drámája. Abgerufen am 30. April 2023 (ungarisch). 
  6. Jöckel:Vom „Wunder von Bern“ zum „Sommermärchen“ – Fußball-Weltmeisterschaften und die deutsche Nation. 2014
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    5. Seite 298–300.
    6. Seite 123.
    7. Seite 136.
  7. Leinemann: Sepp Herberger. Ein Leben, eine Legende. 1997.
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  8. 70 Jahre im Zeichen freundschaftlicher Rivalität. In: fifa.com. 12. Oktober 2020, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  9. Friedebert Becker in Bahr:Fussball Weltmeisterschaft 1954. 1954, S. 27.
  10. 70 Jahre im Zeichen freundschaftlicher Rivalität. In: fifa.com. 12. Oktober 2020, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  11. Freundschaftsspiele 1952 – So. 05.10.1952 – 15:00 Uhr. Fussballdaten.de, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  12. 50er: Das Wunder von Bern und die Folgen. ARD, 21. November 2022, abgerufen am 1. Mai 2023.  zu sehen nach 12:20 min, verfügbar in derARD-Mediathek bis 20. November 2024
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  14. Oliver Link: Das Wunder von Bern – Das Spiel ist niemals aus. Stern, 30. September 2003, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
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  19. Christian Eichler: Ungarn besiegt England – Der Tag, an dem die Fußballwelt eine Kugel wurde. faz.net, 24. November 2003, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  20. 50 Jahre nach dem Wunder von Bern:„Wir haben verloren. Das bleibt.“ Süddeutsche Zeitung, 11. Mai 2010, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  21. Matthew Watson-Broughton: Die größten Teams aller Zeiten: Ungarn 1950–56. UEFA, 15. Juni 2015, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  22. Sepp Herberger und das geplante „Wunder von Bern“. Sepp-Herberger-Stiftung, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  23. Michel:Deutschland ist Weltmeister!. 2004.
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  24. Bahr:Fussball Weltmeisterschaft 1954. 1954.
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  25. Thomas Gerlach: Der Geist von Spiez. Die Welt, 2. Juni 2008, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  26. Heinrich:Tooor! Toor! Tor! 40 Jahre 3:2. 1994.
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  27. Werner Bloch: Dem „Geist von Spiez“ auf der Spur. Deutschlandfunk, 6. Juli 2014, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  28. Rahn:Mein Hobby: Tore schießen. 1959.
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  30. Wolfgang Wagmann: Als beim WM-Final in Bern für die Ungarn die Seifenblase platzte. Solothurner Zeitung, 13. Juli 2014, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  31. SWR2, SWR2: Tooor, Tooor, Toor! Das WM-Finale in Bern: die ganze Reportage | 4.7.1954. Abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  32. Wolfgang Wagmann: Als beim WM-Final in Bern für die Ungarn die Seifenblase platzte. Solothurner Zeitung, 13. Juli 2014, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  33. abStefan Hermanns: Zum Tode von Hans Schäfer: „Wir sind keine Helden von Bern“. Tagesspiegel, 7. November 2017, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  34. Raupp: Toni Turek – „Fußballgott“. Eine Biographie. 2019.
    1. Seite 108.
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    4. Seite 147-150.
  35. Oliver Link: Das Wunder von Bern – Das Spiel ist niemals aus. Stern, 30. September 2003, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  36. 50 Jahre nach dem Wunder von Bern:„Wir haben verloren. Das bleibt.“ Süddeutsche Zeitung, 11. Mai 2010, abgerufen am 22. Dezember 2022. 
  37. Tobias Escher: Liveanalyse des WM-Finals 1954. Spielverlagerung.de, 6. Juni 2014, abgerufen am 8. Februar 2023. 
  38. Helmut Heimann: Zwei legendäre Stimmen und das Wunder von Bern. Zimmermanns 55. Todestag, Szepesis 100. Geburtstag (Teil 1). banater-schwaben.org, 25. Januar 2022, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  39. Knopp:Das Wunder von Bern. Die wahre Geschichte. 2004, S. 214.
  40. Fritz-Walter-Wetter. fritz-walter-stiftung.de, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  41. WC 1954 Final West Germany – Hungary part 1 (04.07.1954). YouTube, abgerufen am 2. Mai 2023.  zu sehen nach 1:36 min
  42. Dietrich Schulze-Marmeling, Hubert Dahlkamp:Die Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft 1930–2006. 2006, S. 116.
  43. Fouché:Game Changer. The Technoscientific Revolution in Sports. 2017, S. 69–71.
  44. Rahns WM-Schuh erinnert an „Das Wunder von Bern“. Deutsches Fußballmuseum, 4. Juli 2014, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  45. Christian Hoffmann, Heiner Wedemeyer, Tim Niehues:Fussballweltmeisterschaft 1954: Die Virushepatitis der „Helden von Bern“. In:Deutsches Ärzteblatt.Band 107,Nr. 23, 11. Juni 2010,S. A-1159 / B-1018 / C-1006 (aerzteblatt.de). 
  46. Erik Eggers:Die Helden von Bern – alle gedopt? Zur bundesdeutschen Doping-Debatte in den 1950er Jahren. In:Jahrbuch 2005 der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Sportwissenschaft e. V. (=Studien zur Geschichte des Sports. Band 1). Lit-Verlag, Berlin 2006, S. 102–140. Google-Voransichtbooks.google.de
  47. Erzürnte Weltmeister „Vitamin C, sonst nichts“. In: Spiegel Sport. 31. März 2004, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  48. abErik Eggers:Geschichtliche Aspekte in der präanabolen Phase. In: Giselher Spitzer (Hrsg.):Doping in Deutschland: Geschichte, Recht, Ethik. 1950–1972. Sportverlag Strauß, Köln 2013,ISBN 978-3-86884-016-2, S. 47–70.
    1. abSeite 62.
    2. Seite 47-70.
    3. Seite 50.
  49. Studie: Helden von Bern waren aufgeputscht. Wissenschaftliche Arbeit legt Doping beim WM-Sieg 1954 nahe. In: Sueddeutsche.de. Süddeutsche Zeitung, 26. Oktober 2010, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  50. Pete Smith: "Wunderwaffe" vieler Sportler. In: Ärzte Zeitung. 28. November 2016, abgerufen am 22. Januar 2023. 
    Doping-Studie: WM-Helden von 1954, 1966 und 1974 gedopt? In: bz-berlin.de. 3. August 2013, abgerufen am 15. Januar 2023. 
  51. Daniel Drepper: Fussballdoping: „Was in Bern passiert ist, war verboten“. Die Spritzen sind geheim verabreicht worden, im Keller. Das spricht eher für verbotene Praktiken. In: Correctiv.org. 23. Mai 2012, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  52. Auf Speed zum «Wunder von Bern»? In: srf.ch. 9. Juli 2024, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  53. Erik Eggers:Doping und Dopingkontrollen im bundesdeutschen Fußball. In: Giselher Spitzer (Hrsg.):Doping in Deutschland: Geschichte, Recht, Ethik. 1950–1972. Sportverlag Strauß, Köln 2013,ISBN 978-3-86884-016-2, S. 71–82.
  54. Frei:Finale grande. Die Rückkehr der Fussballweltmeister 1954. 1994.
    1. Seite 103.
    2. Seite 125-132.
  55. Diethelm Blecking: Die Rede des Fußball-Bund Präsidenten Peco Bauwens am 6. Juli 1954 im Münchner Löwenbräukeller. (PDF; 839;kB) GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, 6. Juli 1954, abgerufen am 30. November 2022. doi:10.12759/hsr.trans.27.v01.2015
  56. Luh:Das „Wunder von Bern“ und die kollektive Erinnerung der Deutschen im Wandel der Zeit – zeitgenössisches Erleben, Erinnerungskultur und nationale Identitätsbildung. 2023.
    1. Seite 6.
    2. Seite 14.
    3. Seite 17.
    4. Seite 18.
    5. Seite 17-18.
    6. Seite 19.
  57. Oliver Link: Das Wunder von Bern – Das Spiel ist niemals aus. Stern, 30. September 2003, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  58. James Montague: Five games that changed the world. In: CNN. 13. Januar 2011, abgerufen am 21. November 2022 (englisch). 
  59. Norbert Seitz: Was symbolisiert das „Wunder von Bern“? Bundeszentrale für politische Bildung, 17. Juni 2004, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  60. Blecking:Das „Wunder von Bern“ 1954 – Zur politischen Instrumentalisierung eines Mythos. 2015.
    1. Seite 199.
    2. Seite 201.
    3. Seite 205.
  61. Brüggemeier:Eine virtuelle Gemeinschaft. Deutschland und die Fußballweltmeisterschaft 1954. 2005.
    1. Seite 610–611.
    2. Seite 624.
    3. Seite 612.
    4. Seite 620.
    5. Seite 613.
  62. Moritz Küpper: „Durch diesen WM-Titel war Deutschland wieder bekannt“. Deutschlandfunk, 7. Juli 2019, abgerufen am 19. Oktober 2025. 
  63. Péter Morvay: Az Aranycsapat drámája. Abgerufen am 30. April 2023 (ungarisch). 
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Endspiel-Stadien derFußball-Weltmeisterschaften der Männer
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