Wolframit ist einMischkristall aus den MineralenFerberit undHübnerit (und somit kein eigenständigesMineral). Diechemische Formel beim Wolframit wird daher mit (Fe,Mn)WO4 angegeben. Die Klammerschreibweise bedeutet, dassEisen (Fe) undMangan (Mn) inbeliebigem Mischungsverhältnis zueinander stehen können, jedoch immer im selben Verhältnis zu den restlichen Bestandteilen des Minerals auftreten.
Darüber hinaus ist Wolframit Namensgeber für eine ganze Gruppe chemisch und strukturell ähnlicher Minerale, derWolframitgruppe:
Wie die Endglieder der lückenlosen Mischreihe Ferberit-Hübnerit kristallisieren auch die Wolframite immonoklinen Kristallsystem. DieMohshärte beträgt 4 bis 4,5 und dieDichte schwankt je nach Zusammensetzung zwischen 7,58 (Ferberit) und 7,12 bis 7,18 (Hübnerit). Meist entwickeln körnige bis massigeAggregate, manchmal aber auch kurze, prismatische bis tafeligeKristalle von braunschwarzer bis schwarzer Farbe.
In Europa fanden sich früher bedeutendere Lagerstätten bei derspanischen StadtA Coruña und derportugiesischen LagerstättePanasqueira. Kurzzeitig erfolgte der Abbau beiNeudorf (Harz) sowie im Erzgebirge beiAue[1] undZinnwald-Georgenfeld. Eine weitere Lagerstätte in Deutschland befand sich im vogtländischen Pechtelsgrün. In derWolframitgrube Pechtelsgrün wurde von 1938 bis 1968 Wolframerz gefördert.Seit einiger Zeit kommen die weitaus größten Mengen aus der ProvinzHunan in China, etwas Material stammt auch ausBolivien (Tasna). Gefunden wurde er auch in den südamerikanischenAnden und inRumänien.[2] Von 1948 bis 1976 wurde die Wolframitlagerstätte vonBürentsogt (Mongolische Volksrepublik) bis zur Erschöpfung ausgebeutet.[3]
Martin Okrusch, Siegfried Matthes:Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. 7. Auflage. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York 2005,ISBN 3-540-23812-3,S.73.