Wolfgang Weigert
Wolfgang Weigert (*24. Oktober1893 inZeitlarn,Oberpfalz; †24. Juni1974) warVolksschullehrer und von 1933 bis 1945Kreisleiter derNSDAP inRegensburg.
Leben
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Wolfgang Weigert durchlief eine Ausbildung zum Lehrer für Volksschulen, die er 1919 abschloss. Seine erste Anstellung fand er in einer Regensburger Schule im OrtsteilSteinweg.
Wirken im Nationalsozialismus
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Weigert trat bereits Ende der 1920er Jahre In die NSDAP ein und war als Kreisleiter und Mitglied derSA im März 1933 an der Machtergreifung der NSDAP in Regensburg beteiligt, die mit der erzwungenen Absetzung des damaligen OberbürgermeistersOtto Hipp endete. 1929 hatte Weigert für den Regensburger Stadtrat kandidiert, dem er nach derGleichschaltung ab April 1933 als Führer der NSDAP-FRaktion angehörte. Als NSDAP-Kreisleiter amtierte er ab 1932, nachdem erWilhelm Brodmerkel in dieser Funktion abgelöst hatte.[1] Im März 1934 wurde Weigert vom Stadtrat für zehn Jahre zum Stadtschulrat gewählt und übte auch das Amt des Bezirksschulrats aus. Als Stadtschulrat unterstanden ihm zwölf Volksschulen, dasMädchen-Lyzeum und die Berufsfortbildungsschule.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 war Weigert im Zuge derNovemberpogrome organisatorisch an der Zerstörung der Regensburger jüdischenSynagoge in der StraßeAm Brixener Hof beteiligt. Zusammen mit dem als Nachfolger von Otto Hipp in das Amt gekommenen OberbürgermeisterOtto Schottenheim war er vor Ort und verzögerte die Löscharbeiten.[2] Ende 1943 wurde Weigert auf Wunsch des GauleitersFritz Wächtler beurlaubt und widmete sich hauptberuflich der Stelle alsKreisleiter in Regensburg. Am 23. April 1945 zog ein spontaner, unorganisierter Demonstrationszug mit Tausenden von Menschen vor den Sitz der Regensburger Kreisleitung auf dem Moltkeplatz, dem heutigenDachauplatz, um mit den Rufen „Gebt die Stadt frei“ die kampflose Übergabe der Stadt zu fordern, nachdem der neue GauleiterRuckdeschel im Rundfunk „die Verteidigung von Regensburg bis zum letzten Stein“ befohlen hatte. Unter den Teilnehmern der Demonstration war auch derPriester undDompredigerJohann Maier. Da weder Militärbefehlshaber, noch der Bürgermeister, noch ein Vertreter der Kirche vor Ort anwesend waren, ergriff Johann Maier das Wort als die Menge einen Wortführer benötigte und beschwor die Teilnehmer, jeden Aufruhr zu unterlassen und die Freigabe der Stadt nicht zu fordern, sondern zu erbitten. Weigert ließ die Versammlung auflösen und Johann Maier festnehmen. Noch am gleichen Tag wurde Johann Maier ohne Verteidiger von einemStandgericht mit Weigert als Teilnehmer wegen „Hochverrats“ zum Tode verurteilt, nachdem er seine Motive noch darlegen konnte. Er wurde noch in der folgenden Nacht auf dem Dachauplatz erhängt.[2]
Nur wenige Tage später zum Kriegsende in Regensburg und noch vor derKapitulation am 8. Mai setzte sich Weigert zunächst nachKempten und dann nachMünchen ab.
Juristische Auseinandersetzungen nach der NS-Zeit
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Wegen seiner Beteiligung an der Synagogen-Brandstiftung und dem Justizmord an Johann Maier wurde er in zwei Strafprozessen, 1948 und 1949, vor dem Landgericht zu 18 bzw. 21 MonatenZuchthaus verurteilt.[3] Als führender NSDAP-Funktionär wurde Weigert sowohl von derSpruch- als auch der Berufungskammer zurEntnazifizierung als belasteter Aktivist eingestuft. In dem Wiederaufnahmeverfahren vor der Münchner Hauptkammer im Jahre 1953 erreichte Weigert eine Aufhebung seiner Einstufung alsBelasteter und somit die Voraussetzung für eine staatliche Pension als Hauptlehrer.
Ab dem Jahr 1957 gewährte ihm die Stadt Regensburg auf Betreiben des OberbürgermeistersHans Herrmann bis zu seinem Tod einen Unterhaltsbeitrag.[4]
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Helmut Halter:Stadt unterm Hakenkreuz. Kommunalpolitik in Regensburg während der NS-Zeit (hrsg. von den Museen und dem Archiv der Stadt Regensburg), Universitätsverlag Regensburg, 1994,ISBN 3-9803470-6-0.
- Christian Feldmann:Der Domprediger. Dr. Johann Maier – ein Leben im Widerstand. Mittelbayerische Druck- und Verlagsgesellschaft, Regensburg 1995,ISBN 3-927529-72-9.
Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑ Helmut Halter,Stadt unterm Hakenkreuz, 1994, S. 99.
- ↑abDieter Albrecht:Regensburg im Wandel-Studien zur Geschichte der Stadt im 19. und 20. Jahrhundert. Mittelbayerische Druckerei und Verlagsgesellschaft mbH, Regensburg 1984,ISBN 3-921114-11-X, S. 227, 223, Anm. 96, 239f.
- ↑Helmut Halter,Stadt unterm Hakenkreuz, 1994, S. 100.
- ↑ Helmut Halter,Stadt unterm Hakenkreuz, 1994, S. 101.
Weblinks
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Robert Werner:Hans Herrmann – ein Bürgermeister für jedes System, 2012 (Recherche aufregensburg-digital vom 6. August 2012; letzter Aufruf August 2012)
Personendaten | |
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NAME | Weigert, Wolfgang |
KURZBESCHREIBUNG | deutscher NS-Funktionär |
GEBURTSDATUM | 24. Oktober 1893 |
GEBURTSORT | Zeitlarn |
STERBEDATUM | 24. Juni 1974 |