52.81666666666711.883333333333Koordinaten:52° 49′ 0″ N,11° 53′ 0″ O

Wische (abgeleitet vonniederdeutsch für ‚Wiese‘) ist der Name einer Landschaft im Nordosten derAltmark inSachsen-Anhalt. Sie ist ein ehemaliges Überflutungsgebiet derElbe.

Die Wische liegt westlich der Elbe und östlich des FlussesMilde-Biese-Aland. Am Westrand liegen die StädteSeehausen undOsterburg, im Nordosten die StadtWerben. Im Süden begrenzt dieArneburger Höhe das Gebiet. Die Wische liegt rund 22 Meter überNHN. Der Norden der Wische ist auch alsGarbe bekannt.[1]
Ein Teil der Wische gehört zurVerbandsgemeinde Seehausen (Altmark). Eine ihrer Mitgliedsgemeinden heißtAltmärkische Wische. Das Gebiet ist eben und von zahlreichen Gräben durchzogen. Es liegt tiefer als der mittlere Hochwasserspiegel der Elbe. DerAland fließt daher bei Elbhochwasser rückwärts. Durch die Überschwemmungen ist das Land sehr fruchtbar, aber der Boden ist auch so schwer, dass nach frischem Regen häufig Ackergeräte im Schlick hängenbleiben. Die meisten Wische-Dörfer sindMarschhufendörfer.[2]
Erdgeschichtlich ist die Wische vor etwa 130.000 Jahren in der Endphase desSaale-Komplexes entstanden. Sie hat geologisch eine Sonderstellung in der Altmark: Sie ist der Rest eines eiszeitlichen, 275 Quadratkilometer großen Schmelzwassersees desBerlin-Hamburger Urstromtals. Durch Ablagerungen von Elbwasser entstanden feinkörnigeTone, die das Gebiet sehr fruchtbar machen.
Ab 1150 bautenHolländer zwischenAltenzaun undBeuster einen Deich, der die Elbe von der Wische trennte und dort Ackerbau ermöglichte.[3] Oft war es nicht möglich, Pferde einzusetzen, so dass die Feldarbeit eingestellt oder von Menschen durchgeführt werden musste. Zum Transport von Lasten wurde häufig ein „Wischeschlitten“ eingesetzt, eine Schlammrutsche aus Bohlen.[4] Länger als in anderen deutschen Regionen wurdenDampfpflüge verwendet, um den tiefen Boden für denZuckerrübenanbau vorzubereiten.[5] Nach dem Zweiten Weltkrieg fehlten Arbeitskräfte, um das Land zu bebauen, so dass die Gräben verschlammten. 1958 bis 1962 wurden große Teile der Gräben alsJugendobjekt derFDJ entschlammt. Zugleich wurden Viehzuchtprojekte begonnen, um die Abhängigkeit vom riskanten Ackerbau zu reduzieren.[6] Literarisch bearbeitet wurde dieses Projekt vonAdolf Endler im Band von Reportagen und Gedichten „Weg in die Wische“ (Mitteldeutscher Verlag, Halle/Saale, 1960).

In der Wische leben zahlreicheFalken undWeißstörche.