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Wirtschaftssektor

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Dieser Artikel ist folgendem sehr ähnlich:Drei-Sektoren-Hypothese.
Regionale Unterschiede in der Beschäftigungsstruktur nach Wirtschaftssektoren am BeispielDeutschland im Jahr 1997
Bruttoinlandsprodukt (in Milliarden Euro) nach Wirtschaftssektoren am BeispielÖsterreich (1976–2011)
  • Primärsektor
  • Sekundärsektor
  • Tertiärsektor
  • Beschäftigung nach Sektoren in Deutschland von 1846 bis 2022 (1945 bis 1990: nur Westdeutschland).
  • Primärsektor
  • Sekundärsektor
  • Tertiärsektor
  • Arbeitslosigkeit
  • AlsWirtschaftssektoren werden in derWirtschaftswissenschaft zumeist dieUrproduktion (sogenannter primärer Sektor), dieIndustrie und dasGewerbe (sogenannter sekundärer Sektor) und dieDienstleistungen (sogenannter tertiärer Sektor) bezeichnet.

    Allgemeines

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    Nach der traditionellenDrei-Sektoren-Hypothese derVolkswirtschaftslehre gibt es neben der Urproduktion noch denSekundärsektor, der dieVorleistungsgüter der Urproduktionweiterverarbeitet (Industrie undverarbeitendes Gewerbe,Handwerk) und denTertiärsektor, der alsDienstleistungssektor alleDienstleistungen bereitstellt, die inUnternehmen oder durch denStaat sowie in anderenöffentlichen Einrichtungen erbracht werden.[1] Zuweilen wird die Einteilung erweitert um denQuartärsektor undQuintärsektor.

    Primärsektor (Urproduktion)

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    Hauptartikel:Urproduktion

    Dieser Sektor wird auchUrproduktion genannt. Die Urproduktion liefert zumeist die Rohstoffe für ein Produkt. Zu diesem Sektor gehören z. B. der Anbau und dieErntelandwirtschaftlicher Erzeugnisse, dieHolzernte in derForstwirtschaft, derFischfang, das Erlegen vonWild bei derJagd, dasSchlachten vonVieh, die Nutzung vonWasserkraft. Die Einordnung desBergbaus in den Primärsektor ist umstritten, obwohl auch dieser Sektor unverfeinerte Rohstoffe liefert. Es kann zwischen einer engeren und einer weiteren Definition des Primärsektors unterschieden werden. Gemäß der engeren Definition derWirtschaftsstruktur würden nur Land-, Forstwirtschaft und Fischerei dem Primärsektor zugeordnet, nach der weiteren Definition auch der Bergbau. In den meisten Entwicklungsländern ist der Anteil der Bevölkerung, der im primären Wirtschaftssektor arbeitet, wesentlich höher als in den Industrienationen. Es gibt grundsätzlich eine inverseKorrelation zwischen dem Anteil der Beschäftigten im Primärsektor und dem Entwicklungsstand eines Staates. Der Primärsektor stellt die Grund- bzw. Rohstoffe her, die der sekundäre Sektor weiterverarbeitet.

    Siehe auch:Agrargesellschaft undReprimarisierung

    Sekundärsektor (Industrieller Sektor, Produktion)

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    DerSekundärsektor umfasst das produzierende Gewerbe einerVolkswirtschaft, d. h. den Sektor, der für die Verarbeitung von Rohstoffen zuständig ist. Dazu zählen etwa dasverarbeitende Gewerbe, dieIndustrie, dasHandwerk (handwerkliche Produktion), dieEnergiewirtschaft, dieEnergie- undWasserversorgung, zumeist auch dasBaugewerbe. Als Synonym wird der Begriff desindustriellen Sektors verwendet. DerBergbau wird ebenfalls teilweise dem Sekundärsektor zugeordnet.

    Charakteristisch für den Sektor ist dieWeiterverarbeitung von Gütern aus dem Primärsektor, wodurch er materialintensiv ist. Durch denProduktionsprozess mittels Einsatz vonInvestitionsgütern ist er kapitalintensiv.

    Siehe auch:Industriegesellschaft

    Tertiärsektor (Dienstleistungssektor)

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    DerTertiär- oderDienstleistungssektor umfasst alle Dienstleistungen, die in eigenständigen Unternehmen oder durch den Staat sowie in anderen öffentlichen Einrichtungen erbracht werden.[2]

    Aufgrund der volkswirtschaftlich bedeutenden Tätigkeit werden gewisse Zweige des Tertiärsektors oft separat aufgeführt. Dies betrifft in der Regel die Bereiche Handel, Verkehr und öffentliche Haushalte. Sinnvoll ist diese Untergliederung insbesondere für dienstleistungsintensiveStandorte.

    Siehe auch:Dienstleistungsgesellschaft,Dienstleistungsberuf undDienstleister

    Quartärsektor (Informationssektor)

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    Es gibt unterschiedliche Definitionen für denquartären Sektor (auchQuartärsektor oderInformationssektor), meist wird die Wirtschaft jedoch nur in drei Sektoren eingeteilt.Jean Gottmann definierte 1961 die in diesen Sektor fallenden Tätigkeiten als Tätigkeiten aus dem Bereich des tertiären Sektors, die besonders hoheintellektuelle Ansprüche stellen und ausgeprägte Verantwortungsbereitschaft erfordern.[3][4]

    Hierunter fallen insbesondere:

    Mitunter werden unter dem BegriffQuartärer Sektor auch alleine die zurzeit rasch expandierenden Informationsdienstleistungen subsumiert, also alle Branchen, die sich mit Erstellung, Verarbeitung und Verkauf vonInformationen (Daten und Wissen) beschäftigen. So gehen einige Wirtschaftsforscher auch davon aus, dass sich die westlichenDienstleistungsgesellschaften zuInformationsgesellschaften (Wissensgesellschaft) entwickeln.[5]

    Eine weitere Definition sind für den quartären Sektor Dienste, die im BereichFreizeit undUnterhaltung erbracht werden und somit trägt es dem rasch wachsenden Wirtschaftssektor besonders Rechnung.

    Hans Linde verstand unter dem quartären Sektor 1977 Dienstleistungen, die nicht durch marktwirtschaftliche Prinzipien gelenkt, sondern politisch reguliert werden (Staatliche Dienstleistungen).[3]

    Quintärsektor

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    Selten wird inFachliteratur auch einQuintärsektor definiert, der die BereicheEntsorgungswirtschaft,Tourismus,Freizeitgestaltung,Wellness undGesundheitswesen umfasst.[6] Es ist ein großer Sektor, denn bereits die Entsorgungswirtschaft setzt sich zusammen aus Müllabfuhr, Schrottplätzen, Kläranlagen und Recyclinganlagen, die ansonsten lautNACE dem sekundären Sektor zugeordnet sind. Die Bereiche Tourismus, Freizeitgestaltung, Wellness und Gesundheitswesen als Teile des Quintären Sektors werden sonst dem Dienstleistungssektor (tertiärer Sektor) zugerechnet.[7][8]

    Statistik

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    Ausgewählte Zahlen aus denFischer Weltalmanachen 2008 und 2012.[9][10]

    Anteil der Erwerbstätigen der Sektoren
    LandPrimärsektorSekundärsektorTertiärsektor
    Deutschland (2010)2,1 %24,4 %73,5 %
    Österreich (2010)4,3 %26,9 %68,8 %
    Schweiz (2010)3,4 %22,8 %73,8 %
    USA (2007)1,4 %21,0 %78,0 %
    Vereinigtes Königreich (2010)1,9 %18,7 %79,4 %
    Japan (2007)4,0 %28,0 %67,0 %
    Guatemala (2002)39,0 %20,0 %38,0 %
    Botswana (2005)2,0 %53,0 %45,0 %

    Siehe auch

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    Literatur

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    • Giovanni Danielli, Norman Backhaus, Patrick Laube:Wirtschaftsgeografie und globalisierter Lebensraum. Zürich 2002.

    Weblinks

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    Wiktionary: Wirtschaftssektor – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

    Einzelnachweise

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    1. Giovanni Danielli, Norman Backhaus, Patrick Laube:Wirtschaftsgeografie und globalisierter Lebensraum. 2002, S. 294.
    2. Giovanni Danielli, Norman Backhaus, Patrick Laube:Wirtschaftsgeografie und globalisierter Lebensraum. 2002, S. 294.
    3. abGünter Heinritz:Der „tertiäre Sektor“ als Forschungsgebiet der Geographie. In:Praxis Geographie. H. 1, 1990, S. 6–12.
    4. Jean Gottmann:Megalopolis or the Urbanization of the Northeastern Seaboard. Cambridge, Mass. 1961.
    5. u. a. Christof Ellger:Informationssektor und räumliche Entwicklung, dargestellt am Beispiel Baden-Württembergs. (= Tübinger Geographische Studien; 99). Geographisches Institut der Universität, Tübingen 1988.
    6. Jan Marco Leimeister,Dienstleistungsengineering und -management, 2012, S. 8.
    7. Wirtschaftssektoren, primärer, sekundärer, tertiärer, quartärer Sektor – Bildungsbibel.de. In: Bildungsbibel.de. Michael Büchler, abgerufen am 19. Mai 2019. 
    8. finanzlexikon-online.de • Finanzfachbegriffe und Definitionen. Eintrag "Wirtschaftssektor". Mediabistro GmbH, abgerufen am 19. Mai 2019. 
    9. Der Fischer Weltalmanach 2008. Frankfurt am Main 2007.
    10. Der Fischer Weltalmanach 2012. Frankfurt am Main 2011.
    Normdaten (Sachbegriff):GND:4191554-9 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS)
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