Windows Media Player (bisWindows 8.1, inWindows 10Windows Media Player Legacy sowie seitWindows 11Legacy-Windows Medienwiedergabe) ist einComputerprogramm vonMicrosoft, das zur Wiedergabe vonAudio- und Videodateien dient, welches ein fester Bestandteil desWindows-Betriebssystems ist. Die aktuelle Version ist Windows Media Player 12, die erstmals mit der Veröffentlichung vonWindows 7 erschienen ist.
Der Windows Media Player ging aus demMicrosoft NetShow Player (Version 3.5) hervor.[2] Die MarkeWindows Media wurde kurz vor der Veröffentlichung von Windows 2000 eingeführt. Er war bis zur Version 9.0 auch fürmacOS bzw.Mac OS Classic verfügbar. Inzwischen hat Microsoft den Media Player durch dieWindows Medienwiedergabe (auchGroove Music benannt) unter Windows 10 und 11 als standardmäßigen Audioplayer ersetzt, trotzdem wird Windows Media Player mitinstalliert und lässt sich als Standardplayer einstellen.
Neben der Abspielfunktion besteht die Möglichkeit des Brennens von Audio-CDs sowie das allgemeine Kopieren von ungeschützten CDs (siehe auchDigital Rights Management). Weiterhin sind eine Verwaltungsfunktion der Medienarchive, eine Synchronisationsfunktion für tragbare Geräte, wie z. B.MP3-Player oderPDAs, ein Internetradio-Empfänger (nur bis Version 10) sowie eine Schnittstelle zum legalen Kauf von Musik und Videos bei verschiedenen Anbietern, wie z. B.T-Home Vision, vorhanden.
Zum Kopieren von Musik auf den Computer verwendet der Windows Media Player zum einen Microsofts hauseigenes FormatWMA (Windows Media Audio) in verschiedenen Qualitätsstufen: konstanteBitrate 48–192 kbit/s, variable Bitrate 40–75 kbit/s bis 240–355 kbit/s, WMA Lossless, mit Version 11 verfügbar: WMA 10 Pro. Seit Version 10 ist es auch möglich, mithilfe eines eingebautenFraunhofer-Kodierers in das plattformunabhängigeMP3-Format zu kopieren, jedoch nur in vier Qualitätsstufen (128, 192, 256, 320 kbit/s) und ohne Unterstützung variabler Bitraten.
Beim Kopieren von CDs ist es möglich, dieTag-Informationen der Titel automatisch mittels einer Internetdatenbank zu ergänzen. Titel- und Interpretinformationen stehen so ohne Eingabe durch den Benutzer zur Verfügung.
Durch das Herunterladen weitererCodecs ist es möglich, vorher nicht unterstützte Formate abzuspielen; ferner gibt es die Möglichkeit, durch den Kauf einesDVD-Codecs die Abspielmöglichkeit für DVDs nachzurüsten. Bei den Betriebssystem-Versionen „Windows Vista Home Premium“ und „Windows Vista Ultimate“ ist ein DVD-Codec für den Windows Media Player serienmäßig enthalten und muss nicht zusätzlich erworben werden.[3] Bei „Windows Vista Home Basic“ und „Windows Vista Business“ muss ein externer Codec installiert werden bzw. ein Upgrade auf eine DVD-wiedergabefähige Version erfolgen.
Seit Version 9 ist die Funktion „Miniplayer-Modus“ integriert, dabei minimiert sich der Player vollständig in die Windows-Taskleiste, und die Bedienelemente stehen darüber zur Verfügung. Außerdem ist seit der Version 7 eine Brennfunktion für Musik-CDs integriert. Diese CDs können auf einem normalen CD-Player abgespielt werden. Dem Player ist es außerdem möglich, zur Musik so genannteVisualisierungen anzuzeigen – grafische Bildschirmausgaben, die sich im Rhythmus des Audiosignals verändern.
DieWiedergabelisten des Windows Media Players werden im Format WPL (Windows Media Playlists) gespeichert, das aufXML basiert und mitXML- oder auchTexteditoren bearbeitet werden kann.[4]
Seit Version 9 werden Audios automatisch auf einer Skala von eins bis fünf Sternen bewertet, wofür die Anzahl der Wiedergaben maßgeblich ist.
Ab der inWindows 7 integrierten Version 12.0 können Audio- und Videodateien in drei verschiedenen Geschwindigkeiten (langsam, normal, schnell) ohne Änderung der Tonhöhe abgespielt werden.
Die Medienwiedergabe wurde rasch durch Windows Media Player als primärer Player in Windows abgelöst
Die Entwicklung begann mit dem ProgrammMicrosoft NetShow Player, welches für ältere Windows-Versionen (beispielsweise Windows 3.1) verfügbar und primär für die Wiedergabe von Webstreams im FormatASX/ASF gedacht war. Nach der Weiterentwicklung zu Windows Media Player, löste dieser die bisher in Windows integrierteMedienwiedergabe (MPLAYER.EXE, respektiveMPLAY32.EXE in NT-basierten Windows-Versionen) als primären Player des Betriebssystems ab.
Version 5.2 war die erste veröffentlichte Version unter dem Namen „Windows Media Player“. Sie basiert auf demMicrosoft NetShow Player, Version 3.5, und bietet demgegenüber keine Änderungen.[8] Sie wurde als Beta noch in einer 16-bit-Variante für Windows 3.1 veröffentlicht, die finale Version war allerdings nur mehr als 32-bit-Variante verfügbar.
Die Version 6.0 von September 1998 war aufgrund ihrer Bündelung mitInternet Explorer 4.0 32-bit (für Windows 95 und NT 4.0) sowie dem Service Pack 4 für Windows NT 4.0[9] die erste verbreitete Version von Windows Media Player. Version 6.1 kam Anfang 1999 als Bestandteil von Windows 98 und gebündelt mit Internet Explorer 5.0. Version 6.4 folgte am 22. November 1999 und ist die letzte, die Windows NT 4.0 offiziell unterstützt. Sie war bei Windows 2000 vorinstalliert. Windows XP enthält parallel zu Media Player 8 und 10 ebenfalls Version 6.4 alsmplayer2.exe (nur imProgramme-Ordner, jedoch keine Verknüpfung im Startmenü): offiziell aus Kompatibilitätsgründen, da XP die Windows 9x-Linie abzulösen hatte.
Veröffentlicht im Juni 2000 für Windows 95, 98(SE), ME und 2000, unterstützt der Windows Media Player 7.0 erstmals das Brennen von Audio-CDs. Das geht allerdings nur mithilfe des mitgelieferten Plug-ins des HerstellersAdaptec. Mit Windows Media Player 7.0 wurde zudem eine Medienguide[10], Internetradiofunktion[11] (beide über die inzwischen nicht mehr verfügbare Websitewindowsmedia.com bereitgestellt) und Audiovisualisierungen integriert. Die Oberfläche wurde stark überarbeitet und eine Unterstützung für Drittanbieter-Designs hinzugefügt. Außerdem kann er seit dieser Version auch Playlists speichern.[12] Die Version 7.1 vom Mai 2001 war ein kleines Update, bietet lediglich eine neue Codierung von Windows Media Audio 8. Diese Version strich jedoch den offiziellen Support für Windows 95.
Der Windows Media Player 8 wurde exklusiv für und mit Windows XP am 25. Oktober 2001 veröffentlicht und wurde optisch dem Windows XP-Design angepasst. Doch bietet er einige neue Funktionen. So kann er beispielsweise CDs ohne weitere Plug-ins brennen. DerVollbildmodus hat nun auch einige neue Funktionen. Er beinhaltet eine Symbolleiste, die sich nach wenigen Sekunden wieder ausblendet. Auch das MP3-Format wird nun besser unterstützt.[13]
Die am 27. Januar 2003 veröffentlichte Version 9 des Windows Media Players, von Microsoft auch9 Series genannt, bietet im Vergleich zu Version 8 nur wenig Neuheiten, wurde jedoch wieder für Windows 98(SE), ME und 2000 sowie weiterhin XP angeboten. Die Benutzeroberfläche wurde leicht überarbeitet. Es wurden außerdem die Audiokompressionsrate um 20 % und die Videokompressionsrate um 50 Prozent verbessert. Die neue FunktionVideo Smoothing verbessert die Wiedergabequalität von gestreamten Videos mit geringer Bitrate. Mit der neuenWindows-Media-Voice-Technik wurde die Tonqualität des Internetradios verbessert.[14] Für den Vertrieb sogenannterPremiumdienste wurde ein neuer Menüpunkt hinzugefügt. Diese Premiumdienste beinhalteten lediglich auf windowsmedia.com gehosteteSponsorenlinks zu Plattformen, auf denen Anwender Musik- oder Filmkäufe durchführen konnten, wie beispielsweiseNapster.[15] Die Premiumdienstvermittlung wurde Mitte 2010 für Media Player 9.0 eingestellt.
Der Windows Media Player 10 wurde am 12. Oktober 2004 veröffentlicht. Er war nur als Update für Windows XP verfügbar, ältere Versionen unterstützten nur noch Version 9. Die größten Neuerungen liegen an der überarbeiteten Oberfläche. So lassen sich nun vor allem Formen und Größe besser verändern.[16] Der Windows Media Player 10 bietet nun auch mehr Kompatibilität zu tragbaren Audioplayern. Die neue FunktionAuto Sync ermöglicht das Synchronisieren mit unterstützten Geräten. Sie werden automatisch erkannt.[17] Man kann nun auch erstmals Musik-CDs in das MP3-Format kopieren. Der Medienguide, zuletzt in dieser Version verfügbar und tatsächlich auch nur mehr auf die ebenso noch verfügbare Internetradiofunktion weiterleitend, wurde Mitte 2016, im Zuge der geplanten Ablösung durchMicrosoft Groove, eingestellt.[18] Die Vermittlung von Premiumdiensten ist durch einen direkt integrierbaren Webshop (Standardmäßig Bing) abgelöst.
Logo der Windows Media Player 10 und 11 (nur der Windows-XP-Version der Version 11)
Am 30. Oktober 2006 erschien die finale deutschsprachige Version des Windows Media Players 11. Sie steht seitdem kostenfrei auf der Microsoft-Webseite zum Download bereit.[19][20] Zuvor erschienen die einzige deutschsprachige Betaversion am 12. Mai 2006 und eine zweite Betaversion am 1. September 2006, allerdings nur in englischer Sprache.[21] Der Windows Media Player 11 ist der erste Media Player, der unmittelbar zum Start auch als64-Bit-Variante herauskam; beim Vorgänger Windows Media Player 10 wurde die ×64-Ausführung erst mit dem Erscheinen vonWindows XP Professional x64 implementiert.
Die Installationsroutinen der Windows Media Player Versionen 10 und 11 überprüften anfangs die vorhandene Windows-Lizenz mittels einerWGA-Prüfung auf ihre Rechtmäßigkeit, darauf wurde später jedoch wieder verzichtet.
Der Windows Media Player 11 verzichtet auf die Verlinkung zum Medienguide sowie der Internetradiofunktion auf windowsmedia.com. Der integrierte Webshop ist jedoch weiterhin verfügbar.
Der Windows Media Player 12 wurde erstmals mit Windows 7 ausgeliefert. Er enthält ein etwas verändertes Design gegenüber dem Windows Media Player 11. Diese Version wurde nicht mehr für Windows XP und Vista veröffentlicht.
Version 12 ist bis heute weiterhin Bestandteil von Windows, um die Kompatibilität mit älteren Anwendungen, die auf dem Media Player aufbauen, zu bewahren. Er wird von Microsoft aber seit der Version 12 nicht mehr weiterentwickelt und wurde durch den neuen Media Player, der nach verschiedenen Umbenennungen (Filme & TV sowieGroove Music als eigenständige Apps für Video und Audio unter Windows 8 und 10) nun „Windows Medienwiedergabe“ (seit Windows 11) heißt, ersetzt.[22] Um das Outphasing des Windows Media Players zu verdeutlichen, hat Microsoft mit Windows 10 das Wort „Legacy“ im Programmnamen hinzugefügt.
Mit Windows 8 entfiel aus Kostengründen auch die Möglichkeit, DVDs von Haus aus abzuspielen.[23] Um diese Funktion nachzurüsten, ist es möglich, kostenpflichtig von Windows 8.1 Home oder Pro auf die Windows 8.1 Pro Media Center Edition upzugraden.[24] Eine Zeit lang war es möglich, diese Funktion kostenlos nachzurüsten.[25] Ebenso aus dem Funktionsumfang gestrichen wurde die Integration eines Webshops, über welchen Musik- und Filmkäufe abgewickelt werden konnten. Es können aber weiterhin Informationen zum Album, Interpreten und sonstiges abgerufen und in die MP3-Dateien geschrieben werden.
Standardmäßig wird, auch auf 64-Bit-Betriebssystemen, die 32-Bit-Variante ausgeführt. Dies kann mit einem Befehl in derEingabeaufforderung geändert werden.[26]
Im Juni 2019 wurde für Windows 7 der Service fai.music.metaservices.micorosoft.com, ein Dienst zur Albuminformationssuche per Internet eingestellt. Für Windows 8 und neuer gibt es die Alternative musicmatch-ssl.xboxlive.com[27]. Im Januar 2026 wurde auch der Server für die CD-Albeninformationen mit dem Namen musicmatch-ssl.xboxlive.com abgeschaltet, so dass der Windows Media Player keine Metadaten vom passenden Server mehr für CDs finden kann.[28]