Winden (Pfalz)

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WappenDeutschlandkarte
Winden (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Winden hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten:49° 6′ N,8° 7′ O49.0994444444448.1138888888889143Koordinaten:49° 6′ N,8° 7′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis:Germersheim
Verbandsgemeinde:Kandel
Höhe:143 m ü. NHN
Fläche:3,21 km2
Einwohner:1102 (31. Dez. 2023)[1]
Bevölkerungsdichte:343 Einwohner je km2
Postleitzahl:76872
Vorwahl:06349
Kfz-Kennzeichen:GER
Gemeindeschlüssel:07 3 34 034
Adresse der Verbandsverwaltung:Gartenstraße 8
76870 Kandel
Website:winden-pfalz.de
Ortsbürgermeister:Stefan Moschko
Lage der Ortsgemeinde Winden im Landkreis Germersheim
Karte
Karte
Ortsbild von Winden

Winden ist eineOrtsgemeinde imLandkreis Germersheim inRheinland-Pfalz. Sie gehört derVerbandsgemeinde Kandel an.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

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Winden liegt in derOberrheinischen Tiefebene vor den Bergen desOberen Mundatwalds zwischenBad Bergzabern,Karlsruhe undLandau in der Pfalz; die Gemeinde hat ländlichen Charakter. Zu Winden gehören zusätzlich die WohnplätzeFunkhaus,Mühle 1 undMühle 2.

DerErlenbach beziehungsweise sein linker NebenlaufMühlengraben bilden die nördliche Gemarkungsgrenze.

Geschichte

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Der Ortsname „Winden“ wird auf die Siedlung „In den Weiden“ zurückgeführt. Diese Siedlung soll aus drei Höfen bestanden haben, von denen der Rosenhof der größte gewesen sein soll.

Erste urkundliche Erwähnung findet der Ort im Jahre 1194 als „Wineden“. Im Jahre 1280 erscheint Johann von Scharfeneck als Besitzer desSchlosses von Winden, das 1622 durch Kroaten zerstört wurde.

Winden zählt zu denjenigen Dörfern, die im Zuge der Wiederbesiedlung der Südpfalz nach demDreißigjährigen Krieg, vonHugenotten geprägt wurden.Der Ort bis Ende des 18. Jahrhunderts zum HerzogtumPfalz-Zweibrücken und unterstand dort demOberamt Bergzabern sowie dem AmtBarbelroth.

Winden gehörte zu einer Gruppe von 32 Orten in der Südpfalz, die im März 1793 ein Gesuch um eine Angliederung an Frankreich einreichten.[2] Er wurde nun per Dekret vom 14. März 1793 dem französischen Staat angegliedert und dem zumDépartement Niederrhein gehörendenKanton Kandel zugewiesen, dem er sowohl während derFranzösischen Republik (bis 1804) als auch während des anschließendenNapoleonischen Kaiserreichs bis 1814 angehörte. 1815 wurde der OrtÖsterreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte Winden in dasKönigreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte der Ort demLandkommissariat Germersheim an; aus diesem ging dasBezirksamt Germersheim hervor.

Seit 1939 ist Winden Bestandteil desLandkreises Germersheim.

Nach dem Krieg wurde Winden innerhalb derfranzösischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten LandesRheinland-Pfalz. Im Zuge derersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Gemeinde 1972 in die neu gebildeteVerbandsgemeinde Kandel eingegliedert.

Bevölkerung

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Einwohnerentwicklung

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Wenn nicht gesondert aufgeführt, ist die Quelle der Daten das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz.[3]

JahrEinwohner
1802[4]368
1815489
1835538
1849[4]504
1861[4]598
1871[5]528
1905538
JahrEinwohner
1939626
1950744
1965707
1970710
1975748
1980765
1985768
JahrEinwohner
1990832
1995887
20001.033
20051.056
20101.074
20151.084
2024[6]1.200

Religion

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2012 waren 49,6 Prozent der Einwohner evangelisch und 26,6 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[7] Im Jahr 1871 waren von insgesamt 528 Einwohnern 467 evangelisch (88,4 Prozent) und 61 katholisch (11,6 Prozent).[5]

Politik

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Rathaus

Gemeinderat

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DerGemeinderat in Winden besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei derKommunalwahl am 9. Juni 2024 in einerMehrheitswahl gewählt wurden, und demehrenamtlichenOrtsbürgermeister als Vorsitzendem.[8]

Bürgermeister

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Stefan Moschko wurde am 10. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Winden.[9] Bei derDirektwahl am 9. Juni 2024 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 89,3 % gewählt worden.[10]

Moschkos Vorgänger Peter Beutel (SPD) hatte das Amt im September 2014 übernommen[11] und kandidierte bei der Wahl 2024 nicht erneut als Ortsbürgermeister.[10] Beutel löste 2014 Roland Laubach ab, der seit 1994 dieses Amt innehatte.[11]

Wappen

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Wappen von Winden
Wappen von Winden
Blasonierung: „Von Schwarz und Silber gespalten,rechts ein linkshin schreitender rotbewehrter, -bezungter und -bekrönter goldener Löwe, links drei blaue Rauten nebeneinander.“[12]
Wappenbegründung: Es wurde 1951 vomMainzer Innenministerium genehmigt und geht zurück auf ein Gemeindesiegel aus dem Jahr 1789. Sowohl die Raute als auch der Löwe symbolisieren die jahrhundertelange Herrschaft der Wittelsbacher, erst in Form von Pfalz-Zweibrücken und später in Form von Bayern.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Kulturdenkmäler

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Denkmalgeschützte Hofanlage
Hauptartikel:Liste der Kulturdenkmäler in Winden (Pfalz)

DerOrtskern ist alsDenkmalzone ausgewiesen. Das Dorf ist in diesem Bereich in seiner Bausubstanz landwirtschaftlich geprägt. Vorherrschend ist die fränkische Haus-Hof-Bauweise.

Hinzu kommen insgesamt 19 Einzelobjekte, die unterDenkmalschutz stehen, darunter das frühere Empfangsgebäude des Bahnhofs.

Museen

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Vor Ort existiert einHeimatmuseum.

Natur

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Mit denEichen am Spielplatz existiert innerhalb des Gemeindegebietsein Naturdenkmal. Das EU-VogelschutzgebietBienwald und Viehstrichwiesen erstreckt sich unter anderem über das Gemeindegebiet.

Vereinsleben

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Vereine wie ein Gesangverein, ein Kirchenchor, ein Landfrauenverein, ein Fußballverein, der Tennisclub Winden „Blau-Weiß“ 1982 (gegründet 1982), der Sportverein SF Germania Winden (gegründet 1919), dieFreiwillige Feuerwehr Winden, dieDeutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg Stamm „Marco Polo“ Winden (gegründet 1993 (Siedlung), 2001 (Stamm)) und ein Seniorenclub bieten den Bürgern eine Auswahl an Freizeitgestaltungsmöglichkeiten. 2023 wurde der „Verein zur Förderung des Weißstorchs in Winden / Pfalz e.V.“ gegründet, der sich um den Erhalt des Storchenwanderwegs kümmert.[13]

Unser Dorf soll schöner werden

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Das sehr positive Gesamtbild der Ortsgemeinde – die Summe optischer, sozialer und gemeinschaftlicher Aspekte – verhalf Winden in den Jahren 1984, 1985, 1995 und 1997 im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ zu ersten Plätzen im Landesentscheid. 1985 erreichte Winden eine Bundes-Goldmedaille. 1996 wurde Winden mit dem Preis des Landes Rheinland-Pfalz für „besondere ökologische Leistungen in der Gemeinde“ ausgezeichnet.

Wirtschaft und Infrastruktur

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Wirtschaft

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Im Ort wird Weinbau betrieben; er ist als solcher Teil desWeinanbaugebiets Pfalz. Hier befindet sich die EinzellageNarrenberg (17 ha)[14] als Teil derGroßlageKloster Liebfrauenberg imWeinanbaugebiet Pfalz.[15] In der Gemarkung Windens reifen neben den üblichen Ackerfrüchten ebenso Obst, Gemüse und Wein. Vor Ort hat außerdem dieWarenhandelsgesellschaft Südpfalz mbH ihren Sitz, die eine Tochtergesellschaft derVR Bank Südliche Weinstraße-Wasgau darstellt.

Verkehr

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Bahnhof Winden im Jahr 2005 kurz vor dem Umbau

DerBahnhof ist ein Eisenbahnknotenpunkt. Er liegt an der von derPfälzischen Maximiliansbahn-Gesellschaft errichtetenBahnstrecke Neustadt–Wissembourg, von der vor Ort ab 1864 dieZweigstrecke nach Maximiliansau und später bis nach Karlsruhe sowie dieBahnstrecke Winden–Bad Bergzabern abzweigen.

An den Straßenverkehr ist Winden über dieBundesstraße 427 und die naheBundesautobahn 65 angebunden. Von ersterer zweigt am östlichen Ortsrand dieLandesstraße 542 nachKandel sowie innerhalb der Bebauung dieKreisstraße 12 nach Steinweiler ab.

Behörden

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Die Gemeinde gehört zum Zuständigkeitsbereich desAmtsgericht Kandel.

Persönlichkeiten

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Ehrenbürger

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  • Otto Bechtel (* 2. Oktober 1882, † 30. Oktober 1959), Bürgermeister von 1922 bis 1933 und 1945 bis 1952[16]
  • 1955: Ludwig Wollenschläger (* 17. Mai 1890, † 16. März 1963), Unternehmer[17]
  • 1969, 7. März: Karl Schmitt (* 12. Juni 1889, † 6. Dezember 1971), Hauptschullehrer[18]

Söhne und Töchter der Gemeinde

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Mit Winden verbunden

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Trivia

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Die deutsche FernsehserieDark (2017–2020) spielt in einer fiktiven Kleinstadt namens Winden.

Literatur

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Weblinks

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Commons: Winden – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 31. Dezember 2023, Landkreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden; Fortschreibung des Zensus 2011 (Hilfe dazu).
  2. Karl Moersch:Geschichte der Pfalz. Pfälzische Verlagsanstalt, Landau/Pfalz 1987, S. 453.
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz:Winden.
  4. abcBeamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungs-Bezirkes der Pfalz. 1863, S. XLII des Anhangs.
  5. abErgebnisse der Volkszählung im Königreiche Bayern vom 1. Dezember 1871 nach einzelnen Gemeinden. 1873, S. 65.
  6. Geschichte – Homepage Winden. Abgerufen am 17. Februar 2025. 
  7. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012.
  8. Wahl Gemeinderat Winden 9. Juni 2024. Verbandsgemeinde Kandel, abgerufen am 11. Oktober 2024. 
  9. Konstituierende Sitzung des Gemeinderates Winden 10. Juli 2024. In: Rats- und Bürgerinformationssystem. Verbandsgemeinde Kandel, abgerufen am 11. Oktober 2024. 
  10. abFritz Hock: Rückkehrer aus Berlin wird neuer Ortsbürgermeister. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 9. Juni 2024, abgerufen am 11. Oktober 2024. 
  11. abWinden hat gewählt: Neuer Bürgermeister ist Peter Beutel. In: Pfalz-Express. Ahme Licht Verlag GbR, Kandel, 21. September 2014, abgerufen am 26. April 2020. 
  12. Karl Heinz Debus:Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988,ISBN 3-9801574-2-3.
  13. storchenwanderweg.de
  14. Windener Narrenberg - Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 3. März 2024.
  15. Weinlagen in Rheinland-Pfalz - Stand Herbst 2020. Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, abgerufen am 6. August 2021.  (PDF, 0,7 MB)
  16. Rainer Baumgärtner:Die Ehrenbürger im Landkreis Germersheim, Hekma-Verlag Maikammer 2018, S. 203
  17. Rainer Baumgärtner:Die Ehrenbürger im Landkreis Germersheim, Hekma-Verlag Maikammer 2018, S. 204
  18. Rainer Baumgärtner:Die Ehrenbürger im Landkreis Germersheim, Hekma-Verlag Maikammer 2018, S. 205
Städte und Gemeinden imLandkreis Germersheim
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