



Willys-Overland Motors war einUS-amerikanischerAutomobilhersteller, der seine Fahrzeuge unter den Markennamen Willys, Aero-Willys,Overland,Whippet undJeep vertrieb.
Im Jahr 1908 kaufteJohn North Willys dieOverland Automobile Company, die er 1912 inWillys-Overland Motor Company umbenannte.[1] Von 1912 bis 1918 war das Unternehmen der zweitgrößte Automobilhersteller der Vereinigten Staaten.[2]
1913 erwarb Willys eine Lizenz zur Herstellung vonHülsenschiebermotoren nach dem SystemKnight und stellte Fahrzeuge unter dem NamenWillys-Knight her. Mitte der 1920er-Jahre kaufte er auch dieF. B. Stearns Company inCleveland (Ohio) und baute Luxuswagen der MarkeStearns-Knight.
1914 kam dieElectric Auto-Lite Company und 1915 dieRussell Motor Car Company inOntario (Kanada) hinzu, 1917 gründete John N. Willys dieWillys Corporation als Holding. 1919 erwarb er dasDuesenberg-Werk inElizabeth (New Jersey). Hier ließ Willys unabhängig von anderen Konzerneinflüssen ein neues Modell entwickeln, denWillys Six-89. Die Ingenieure hinter diesem Projekt warenOwen Skelton,Carl Breer undFred Zeder die zuvor bei Studebaker gearbeitet hatten und später Schlüsselpositionen beiChrysler innehatten. 1918 erwarb Willys-Overland die Aktienmehrheit an derMoline Plow Company.[3]
Das Werk in Elizabeth wurde durch ein größeres ersetzt, in dem derSix-89 hergestellt werden sollte. Dazu kam es nicht mehr, die Rezession zwang dieWillys Corporation in die Knie. DieChase National Bank als Hauptgläubiger beauftragte daraufhinWalter P. Chrysler 1919, den Firmen- und Modellwust zu überarbeiten. Chrysler war zuvor Präsident derBuick Division vonGeneral Motors gewesen. Walter Chrysler wurde 1922 die Sanierung vonMaxwell-Chalmers übertragen. Inzwischen kam das Werk in Elizabeth samt dem Prototyp desWillys Six-89 unter den Hammer. Chrysler bot für Maxwell mit, der Zuschlag ging aber an seinen vormaligen VorgesetztenWilliam C. Durant der inzwischenGeneral Motors hatte verlassen müssen und mit dem Aufbau eines neuen Konzerns, derDurant Motor Corporation beschäftigt war. In diesem Werk sollte Durants preiswerterStar-Wagen entstehen. Aus demWillys-Prototyp wollte Durant einen Buick-Konkurrenten entwickeln. Das erforderte ein größeres und schwereres Fahrzeug. Diesen Vorgaben entsprechend wurde das Fahrzeug stark überarbeitet, produktionsreif gemacht und kam 1923 alsFlint heraus. Walter Chrysler holteSkelton,Breer undZeder zu Chalmers und ließ sie den ursprünglichen Entwurf verfeinern. Nach erfolgreicher Sanierung übernahm Walter Chrysler die Firma. Fast vier Jahre nach der Fertigstellung des Willys Six-89, im Januar 1924, wurde er in wenig modifizierter Form als Chrysler Six ModellB-70 der Öffentlichkeit vorgestellt und war sofort ein großer Erfolg.
1926 endete die Produktion; stattdessen wurde derWhippet gebaut. Dem Börsencrash 1929 folgte dieWeltwirtschaftskrise, einige Willys-Automarken wurden deshalb eingestellt. Stearns-Knight wurde 1929 liquidiert. Die Fertigung des Whippet endete 1931; er wurde durch die ModelleWillys Six undWillys Eight ersetzt. DerWillys-Knight wurde 1933 eingestellt.
Willys bereinigte sein Modellprogramm und beschloss, nur noch zwei neue Modelle herzustellen, den VierzylinderWillys 77 und den Sechszylinder Willys 99. Nachdem sich die Firma wieder am Rande des Bankrotts befunden hatte, wurde nur der Willys 77 gebaut. Sie musste ihre kanadische Niederlassung, die auch in schlechter finanzieller Verfassung war, verkaufen und begann eine grundlegende Reorganisation. Danach gehörten nur noch das Hauptwerk in Toledo und einige kleinere Fabriken zu Willys-Overland. Der Rest wurde an eine neugegründete Grundstücksgesellschaft verkauft, von der Willys-Overland einige Immobilien zurückleaste. So konnte die Firma die schwierigen Zeiten überstehen.
Ab 1936 hieß das UnternehmenWillys-Overland Motors. In den 1920er- und 1930er-Jahren war Willys-Overland einer von vielen kleinen Autoherstellern in den USA. Als das US-Kriegsministerium Autohersteller suchte, die schnell eine Produktion für ein leichtes Nutzfahrzeug auf Basis des vonAmerican Bantam entworfenen Prototyps aufbauen konnte, bewarb sich auch Willys-Overland.
1938 verließJoseph W. FrazerChrysler und übernahm die Führung von Willys-Overland. Er versuchte sofort, die Produkte zu verbessern und die Aktivitäten in andere Geschäftsfelder auszudehnen. Eines davon war der geländegängige WagenWillys MB, der später alsJeep bekannt wurde. Eine andere Aufgabe war die Verbesserung des Vierzylindermotors, damit er den schwierigen Verhältnissen widerstehen konnte, denen der Willys MB ausgesetzt sein würde. Die Produktion des Willys MB begann 1941 mit 8.598 Einheiten, und bis zum Ende desZweiten Weltkrieges wurden 359.851 Exemplare gebaut, dazu kam eine ähnliche Zahl in Lizenz bei Ford.
Nach dem Krieg nahm Willys die Fertigung der Vorkriegs-PKW nicht mehr auf und konzentrierte sich lieber auf den Bau von Jeeps und darauf basierenden Fahrzeugen. Das erste Nachkriegsfahrzeug war derJeep CJ-2A, ein Willys MB ohne die typischen militärischen Details, wie die Tarnbeleuchtung, und dafür mit einer Hecktüre.
Willys kämpfte um einen Markt für das ungewöhnliche Fahrzeug und versuchte, es alsTraktor an die Farmer zu verkaufen. Traktoren waren in Kriegszeiten nicht hergestellt worden und daher schwer zu bekommen. Trotzdem verkaufte derAgri-Jeep sich schlecht, hauptsächlich weil das Fahrzeug zu leicht war, um ausreichende Traktion zu liefern.
Allerdings war der CJ-2A eines der ersten Zivilfahrzeuge, das ab Werk mit Allradantrieb ausgestattet wurde. Er wurde bei Landwirten, Ranchern, Jägern und anderen Leuten beliebt, die ein leichtes Fahrzeug für unbefestigte Wege und schlechte Straßen benötigten.
1946, ein Jahr nach Einführung des CJ-2A, stellte Willys denJeep Wagon vor, einen Kombi mit Ganzstahlkarosserie und Hinterradantrieb und vom CJ-2A beeinflussten Styling. Als Nächstes kam derJeep Truck mit Allradantrieb. 1948 gab es auch für den Wagon den Allradantrieb, der ihn zum Vorreiter heutigerSUVs machte.
Willys stellte später auch denJeep M38 für die US Army und führte die Reihe derJeep CJ fort. Eine andere Spielart des Jeep war derJeepster. Als zahmere Version gab es ihn mit Vier- oder Sechszylindermotor und nur mit Hinterradantrieb.
Ab 1951 beteiligte sich Willys wieder am PKW-Markt mit dem neuen „Kompaktwagen“Willys Aero. Zuerst gab es dieses Fahrzeug nur als Zweitürer mit seiten- oder gegengesteuertem Sechszylindermotor. Im Ausland war der Aero auch mit dem Vierzylindermotor (aus dem Jeep CJ) erhältlich. Ab 1953 gab es auch Viertürer, ein Hardtop-Coupé und Taxiausführungen.
1953 wurde das Unternehmen vonKaiser Motors gekauft und änderte den Firmennamen inWillys Motor Company.
Übrigens gab es ab 1919 imVereinigten Königreich zusammen mitCrossley Motors dasGemeinschaftsunternehmenWillys Overland Crossley.