
William Henry Moody (*23. Dezember1853 inNewbury,Massachusetts; † 2. Juli1917 inHaverhill, Massachusetts) war einUS-amerikanischer Jurist undPolitiker, der alsMarine- und alsJustizminister demKabinett der Vereinigten Staaten angehörte.
Moody absolvierte seine Schulausbildung an derPhillips Academy, die er 1872 abschloss. Anschließend begann er ein Studium derRechtswissenschaften an derHarvard Law School, wo er Klassenkamerad des späterenUS-PräsidentenTheodore Roosevelt war. Moody verließ jedoch bereits nach vier Monaten die Universität und setzte sein Studium bei dem bekannten AnwaltRichard Henry Dana fort, was zu dieser Zeit noch möglich war. Aufgrund dieses Privatstudiums verlieh ihm die Harvard University 1876 denBachelor of Laws (LL.B.). Nach seiner Zulassung war er zunächst einige Zeit alsRechtsanwalt tätig, ehe er 1888Staatsanwalt der Stadt Haverhill wurde.
Bereits zwei Jahre später erfolgte 1890 seine Berufung zumBezirksstaatsanwalt für Ost-Massachusetts. Als solcher erreichte er eine weite Bekanntheit als Stellvertretender Ankläger im bekannten MordfallLizzie Borden von 1893. Dabei erwarb er sich den Ruf eines sehr kompetenten und eifrigen Staatsanwalts.
Moody begann seine politische Laufbahn im November 1895 mit der Wahl insRepräsentantenhaus der Vereinigten Staaten. Dort vertrat derRepublikaner bis Mai 1902 die Interessen des sechstenKongresswahlbezirks von Massachusetts. Während dieser Zeit gehörte er dem einflussreichen Bewilligungsausschuss (House Appropriations Committee) an.
Am 1. Mai 1902 berief ihn sein Studienfreund und damalige US-Präsident Roosevelt als Nachfolger von MarineministerJohn D. Long in seinKabinett. Dieses Amt übte er bis zum 30. Juni 1904 aus. Am folgenden Tag wurde er von Roosevelt als Nachfolger vonPhilander C. Knox, der zumUS-Senator berufen worden war, zum Justizminister (Attorney General) ernannt.
Als Justizminister unterstützte er aktiv die vom Präsidenten verfolgte Entflechtung derGroßkonzerne (Trusts) durch Verhandlungen mit den „guten“ KonzernenUS Steel sowie Anklagen gegen „schlechte“ Trusts wieStandard Oil.

Als die Berufung vonKriegsministerWilliam Howard Taft zum Richter scheiterte, nominierte Präsident Roosevelt stattdessen Moody am 12. Dezember 1906 zum Richter (Associate Judge) amObersten Gerichtshof (Supreme Court).
Nach dem Rücktritt als Justizminister am 17. Dezember 1906 wurde er noch am gleichen Tag zum Richter am Obersten Gerichtshof berufen. Als Nachfolger vonHenry Billings Brown übte er dieses Amt bis zum 20. November 1910 aus. Obwohl die Amtszeit Moodys am Supreme Court nur vier Jahre betrug, war er doch Verfasser von 67 Urteilsbegründungen sowie von fünf abweichenden Meinungen. Seine bekannteste Minderheitsmeinung war die zum Arbeitgeberhaftungsurteil (Employers Liability Cases) von 1908. In anderen Urteilsbegründungen legte er denfünften Verfassungszusatz aus, in dem verschiedene Rechte eines Angeklagten in Gerichtsverfahren sichergestellt sind und der Bestandteil derBill of Rights ist.
Aufgrund seiner angegriffenen Gesundheit konnte er jedoch seit dem 7. Mai 1909 nicht mehr an Verhandlungen des Obersten Gerichtshofes teilnehmen, so dass ihn US-Präsident William Howard Taft um seinen Rücktritt bat. Nachdem es Taft gelungen war, durch eine vomKongress verabschiedete „Lex Moody“ die Altersversorgung Moodys sicherstellen, obwohl dieser weder 70 Jahre alt, noch zehn Jahre Richter war, trat Moody am 20. November 1910 von seinem Richteramt zurück.
Nach seinem Tode wurde derZerstörerUSS Moody (DD-277) nach ihm benannt.
Allgemeine biografische Informationen und Monografien
Der Mordfall Lizzie Borden
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Moody, William H. |
| ALTERNATIVNAMEN | Moody, William Henry (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Politiker und Jurist |
| GEBURTSDATUM | 23. Dezember 1853 |
| GEBURTSORT | Newbury, Massachusetts |
| STERBEDATUM | 2. Juli 1917 |
| STERBEORT | Haverhill, Massachusetts |