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William Buehler Seabrook

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William Buehler Seabrook (*22. Februar1884 inWestminster,Maryland; †20. September1945 inRhinebeck,New York) war ein amerikanischerSchriftsteller,Okkultist,Globetrotter undJournalist. Durch seine zahlreichen Reisen angeregt, befasste er sich mit magischenKulten der sogenannten „Naturvölker“,paranormalen Phänomenen,Magie,Satanismus undVoodoo und veröffentlichte zahlreiche Werke mitethnologischem Hintergrund. Sein Interesse fürKannibalismus ging so weit, dass er selbst Menschenfleisch verspeist und darüber geschrieben hat. Seabrook zählt zur sogenanntenLost Generation.

Aufnahme von Robert H. Davis (1931)

Leben

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Seabrook begann seine Karriere als Reporter desAugusta Chronicle inAugusta,Georgia. Während desErsten Weltkriegs diente er 1915 in derFranzösischen Armee. ImGaskrieg während des Ersten Weltkrieges erlitt er beiVerdun eine Gasvergiftung. Für seine Verdienste wurde er mit demCroix de guerre ausgezeichnet.

Nach dem Krieg wurde er zunächst Reporter bei derNew York Times und begann zu reisen. Neben seinen eigenen schriftstellerischen Tätigkeiten verfasste er Artikel fürCosmopolitan,Reader’s Digest undVanity Fair. Seabrook wird die Autorenschaft von zwei umfangreichen Veröffentlichungen in der amerikanischen Boulevardpresse zugeschrieben, welche Mitte der 1920er Jahre unter dem NamenMarian Dockerill publiziert worden waren und sich mit Okkultismus, Sexualmagie und Sadomasochismus beschäftigten.[1]

Während einer Reise durchWestafrika schloss er sich eine Zeit dem Volk derGueré an. Dort begann sein Interesse für denKannibalismus. Wie er in seinem 1931 veröffentlichten ReiseberichtJungle Ways schrieb, habe er dort die Gelegenheit gehabt, „einen Eintopf mit Reis und ein beträchtliches Rumpsteak oder auch ein kleines Stück Lendenbraten zu probieren.“ Seabrook erklärte, es habe sich um einen vor kurzem getöteten Mann gehandelt, der aber nicht ermordet wurde. „Es war wie gutes Kalbfleisch, nicht zu jung, aber auch noch kein Rindfleisch. Es war nicht wie irgendein anderes Fleisch, das ich bisher gegessen hatte. Es war fast so gut wie Kalbfleisch, so dass ich nicht glaube, dass eine Person mit einem gewöhnlichen Gaumen es von Kalbfleisch unterscheiden könnte. Es war zartes, gutes Fleisch mit keinem so charakteristischen Geschmack wie es beispielsweise Ziege, Wild oder Schwein haben …“[2][3]

Um 1920 lernte er denOkkultistenAleister Crowley kennen. Crowley verbrachte eine Woche auf Seabrooks Farm. Die Erfahrungen schrieb Seabrook später in dem BuchWitchcraft: Its Power in the World Today nieder.

1924 reiste Seabrook durch dieArabische Welt. Er lebte beiBeduinen undkurdischenJesiden und wurde mitDerwischen undTeufelsanbetern bekannt. 1927 veröffentlichte er den erfolgreichen ReiseberichtAdventures in Arabia: among the Bedouins, Druses, Whirling Dervishes and Yezidee Devil Worshipers. Im Anschluss reiste er nachHaiti, wo er sich mitVoodoo und demCulte des morts (Totenanbetung, vgl.Baron Samedi) befasste. Seine Erlebnisse schilderte er in dem 1929 erschienenen WerkMagic Island.

Seabrook befasste sich sein Leben lang mit okkulten Praktiken, die er vornehmlich in denkolonialisierten Ländern kennengelernt hatte. Er kam später zu dem Schluss, er habe dabei nichts gesehen, was sich nicht mit rationalen wissenschaftlichen Mitteln erklären ließe. Seine Theorien stellte er 1940 in dem WerkWitchcraft: Its Power in the World Today vor, das sich mit Kulten, schwarzer und weißer Magie,Ritualmagie,Werwölfen,Satanismus,Vampirismus (letzteres unter anderem dargestellt am Fall derElisabeth Báthory) befasst.

Wegen seines akutenAlkoholismus ließ sich Seabrook im Dezember 1933 auf eigenen Wunsch hin mit der Hilfe von Freunden zur Behandlung in die psychiatrische Klinik Bloomingdale inWestchester County einweisen. Er verblieb dort bis zum darauf folgenden Juli. Seine Erfahrungen beschrieb er 1935 in dem BuchAsylum wie eine weitere Reise in ein fremdes Land.Asylum wurde ein Bestseller. Im Vorwort bemerkte Seabrook sicherheitshalber, dass es sich hierbeinicht um Fiktion oder Ausschmückung handele.

Nach der Rückkehr von einer weiteren Afrikareise heiratete er 1935 in Frankreich die amerikanische Schriftstellerin Marjorie Muir Worthington (1900–1976). Die Ehe wurde 1941 aufgrund von Seabrooks Alkoholismus und seiner Vorliebe fürsadistische Praktiken geschieden.[4] Der FotografMan Ray, der mit Seabrook befreundet war, inszenierte 1930 diesurrealistische FotoserieLes fantasies de Monsieur Seabrook als Anspielung auf dessen sexuelle Vorlieben.[5]

William Seabrook verübte am 20. September 1945 in Rhinebeck, New York,Suizid mit einerÜberdosisDrogen. Der Schriftsteller war von 1912 bis 1934 in erster Ehe mit Katherine Pauline Edmondson verheiratet. Nach seiner Scheidung von Marjorie Worthington heiratete er im Mai 1942 Constance Kuhr, mit der er einen Sohn, William, hatte.[6]

Werke

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  • 1917:Diary of Section VIII
  • 1927:Adventures in Arabia
  • 1929:The Magic Island
  • 1930:Jungle Ways
  • 1933:Air Adventure
  • 1934:The White Monk of Timbuctoo
  • 1935:Asylum
  • 1938:These Foreigners: Americans All
  • 1940:Witchcraft: Its Power in the World Today; Nachdruck bei Sphere Books Ltd, London 1970,ISBN 0-7221-7690-2.
  • 1941:Doctor Wood: Modern Wizard of the Laboratory
  • 1942:No Hiding Place: An Autobiography

Kurzgeschichten

  • 1921:Wow

Deutsche Übersetzungen

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  • Geheimnisvolles Haiti. Rätsel und Symbolik des Wodu-Kultes. Übersetzt von Alfons Matthias Nuese. Rudolf Mosse Buchverlag, Berlin 1931.
  • Geheimnisvolles Haiti. Rätsel und Symbolik des Wodu-Kultes. Matthes & Seitz, Berlin 1982,ISBN 3-88221-333-7.
  • Laß den Vogelfänger kommen. Abenteuer eines Trinkers. Matthes & Seitz, Berlin 1997,ISBN 3-88221-813-4.

Literatur

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  • Marjorie Muir Worthington:The Strange World of Willie Seabrook. Harcourt, Brace & World, New York 1966

Einzelnachweise

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  1. Lukas Vogel:Esoteric Publishing in the 1920s: How to Read the Dockerill Texts in the Orbit of Aleister Crowley and William Seabrook. In:Aries.Band 25,Nr. 1, 20. September 2023,ISSN 1567-9896,S. 56–72,doi:10.1163/15700593-tat00014 (brill.com [abgerufen am 3. März 2025]). 
  2. William Bueller Seabrook:Jungle Ways George G. Harrap and Company, London, Bombay, Sydney 1931
  3. Human Flesh Looks Like Beef, But the Taste Is More Elusive von Rachel Nuwer (auf engl.) Smithsonian Magazine, abgerufen am 18. September 2021
  4. Guide to the Marjorie Worthington Papers 1931-1976. Abgerufen am 17. September 2009 (englisch)
  5. Verena Krieger:Metamorphosen der Liebe: kunstwissenschaftliche Studien zu Eros und Geschlecht im Surrealismus. LIT Verlag Berlin-Hamburg-Münster, 2006ISBN 3-8258-9936-5, S. 43Auszug bei Google Bücher
  6. Gary Don Rhodes:White zombie: anatomy of a horror film. McFarland, 2001,ISBN 0-7864-0988-6, S. 288Auszug bei Google Bücher

Weblinks

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Personendaten
NAMESeabrook, William Buehler
KURZBESCHREIBUNGUS-amerikanischer Schriftsteller, Okkultist, Globetrotter und Journalist
GEBURTSDATUM22. Februar 1884
GEBURTSORTWestminster (Maryland),Maryland
STERBEDATUM20. September 1945
STERBEORTRhinebeck
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