

DieWilliam Beardmore and Company war einschottischesMaschinenbauunternehmen undWerft mit Sitz inGlasgow.
Der GründerWilliam Beardmore errichtete zunächst in Parkhead/Glasgow einen Betrieb, der sich im Besonderen mit der Herstellung von Stahlteilen für die Schiffsindustrie befasste, die Firma William Beardmore & Co. Am Bau desRiesenrad Blackpool war das Unternehmen beteiligt und stellte die Stahlachse für das Bauwerk her. Im Jahre 1899 erwarb Beardmore die WerftRobert Napier & Sons in Govan beiGlasgow. 1905 wurde eine weitere Werft eröffnet: dieNaval Construction Works in Dalmuir beiClydebank.[1]
Durch stetige Expansion – so erwarb Beardmore eine weitere Werft, eine Fahrzeugproduktion und ein Stahlwerk – wurde das Unternehmen zum wichtigsten Rüstungsunternehmen Großbritanniens in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg mit zeitweise über 40.000 Beschäftigten. Hergestellt wurden Motoren, Kriegsschiffe, Panzer und Flugzeuge.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Produktpalette umgestellt auf zivile Schiffe wie Passagierdampfer und Frachtschiffe sowie Lokomotiven und Motoren für Schiffe und Flugzeuge. Ab 1917 stellte Beardmore in Glasgow auchAutomobile her und richtete ein Werk zur Herstellung vonTaxis inPaisley ein, wo später auch davon abgeleitete Transporter und leichte Nutzfahrzeuge hergestellt wurden. Beide, Taxi und Transporter, verwendeten den gleichen 2,4 Liter-Vierzylindermotor mit abnehmbaren Zylinderkopf. Die Taxiproduktion war erfolgreich und wurde, mit einem kurzen Unterbruch nach demZweiten Weltkrieg, bis 1967[2] oder 1968[3] fortgesetzt.[4]
1918 wurde die Mehrheit anSentinel inShrewsbury übernommen. Das Unternehmen entwickelte sich zu einem Marktführer für Dampflastkraftwagen und diversifizierte in denLokomotiven- undDampftriebwagenbau.[5]
Von 1921 bis 1924 wurdenMotorräder und Einbaumotoren der MarkePrecision gebaut. Viele dieser Einbaumotoren wurden an Hersteller vonCyclecars geliefert.
Jedoch ging es wirtschaftlich bergab, und gegen Ende der 1920er-Jahre drohte der Konkurs. So wurde das ehemals große Unternehmen Stück für Stück verkauft. Die SchiffswerftDalmuir Naval Construction Works wurde 1930 vonNational Shipbuilders Security übernommen, geschlossen und abgerissen.[6]
Ein Versuch, in den Markt für schwere Nutzfahrzeuge einzudringen, wurde 1931 unternommen. Beardmore erwarb die Produktionslizenz für eineZugmaschine vonChenard-Walcker und brachte sie alsBeardmore Cobra mit 10 t Zuglast undPython mit 10 bis 15 t auf den Markt. Beide erhieltenMeadows-Motoren; für den Cobra ist ein Vierzylinder mit 50 bhp nachgewiesen. Größtes Modell war derBeardmore Anaconda mit 15 t Zuglast und einem Sechszylindermotor mit 115 bhp. Bereits 1932 wurde die Sparte anMultiwheelers inHarrow verkauft, wo sie einige Zeit weiter gebaut wurden. Die Fahrzeug waren für den Zugbetrieb mit Deichsel konstruiert und vor allem derAnaconda konnte sich nicht gegen die modernerenSattelschlepper durchsetzen.
Ein anderer Tochterbetrieb in Dalmuir versuchte sich Ende 1936 ebenfalls an Nutzfahrzeugen. Es handelt sich umFrontlenker mit hauseigenenDieselmotoren, die in vier Versionen angeboten wurden. Kleinstes Modell war ein Zweiachser mit Vierzylindermotor, die größeren waren Sechszylinder. Es gab je einen Zwei- und einen Dreiachser mit 13 t Nutzlast und einen Vierachser mit 15 t Nutzlast. Tatsächlich wurde wohl lediglich der zweiachsige Achttonner mit einem 5,6-Liter-Vierzylindermotor gebaut, und auch dieser nur in kleiner Stückzahl. Auch Omnibusse wurden angeboten, darunter auch einDoppeldeckerbus.[4]
Beardmore begann 1937 mit derStahlproduktion.
Das Stammwerk in Glasgow bestand bis 1975 und wurde dann abgerissen; an seiner Stelle befindet sich heute ein großes Einkaufszentrum.