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Willem Breuker

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Willem Breuker mit dem Wessel-Ilcken-Preis (1970)

Willem Breuker (*4. November1944 inAmsterdam,Nordholland; †23. Juli2010 ebenda[1]) war einniederländischerJazz-Klarinettist, -Saxofonist, -Komponist und -Bandleader. Er galt nebenMisha Mengelberg undWillem van Manen als einer der einflussreichsten niederländischen Musiker im Bereich derimprovisierten Musik und desFree Jazz.

Leben und Wirken

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Breuker begann alsAutodidakt auf der Blockflöte; dann lernte erKlarinette spielen, späterSaxophon. 1965 gründete er seine GruppeFree Jazz Inc. und feierte erste Erfolge auf demLoosdrechts Jazz Concours 1966. Gemeinsam mitHan Bennink und Misha Mengelberg gründete er im gleichen Jahr das LabelInstant Composers Pool, um eigene Platten zu veröffentlichen. Auch gehörte er zur ersten Besetzung desGlobe Unity Orchestra. Sein Anfang der 1970er Jahre gegründetesWillem Breuker Kollektief, eine zehnköpfige Jazzband, ist die bekannteste europäische Jazz-Showband. Die meisten Konzerte der Band sind mit immer neuen Musikclownerien durchsetzt.

In der Tradition vonKurt Weill hat sich Breuker stets als „eingreifender“ Musiker begriffen: Er begann in den Sechzigerjahren mit aktionistisch orientierten und sozial engagierten Musik-Performances; er gewann – vor allem als Komponist von Schauspielmusiken und als Musiker bei Theaterproduktionen – eine beachtliche Flexibilität im Umgang mit den szenisch-musikalischen Mitteln und Möglichkeiten. Obgleich auch in der Tradition der neuen europäischenImprovisationsmusik stehend, changiert er in seinen Stücken zwischen Opernarie und Schlager, Tango und Marsch, Orchestersuite undDreigroschenmusik. Material seiner LieblingskomponistenDuke Ellington,Ennio Morricone,George Gershwin und immer wieder Kurt Weill fließt in seine Stücke ein, die in geschickten Arrangements ausreichend Platz für gehaltvolle musikalische Improvisation, aber auch für Ulk und Klamauk lassen.

Sein eigener Weg als Komponist wurde erstmals 1966 inLitanie deutlich, 1967 dann in derMusik für drei Drehorgeln und in einem 1968 mit Mengelberg gemeinsam verfassten Mozart-Stück. Der Durchbruch zur echten musiktheatralischen Neuerung kam 1972 mit dem AuftragswerkKain en Abel, das er mitLodewijk de Boer für dasHolland Festival schrieb. Sein StückAnthologie (1975) wendet sich bewusst gegen die Ideologie derAvantgarde.

Breuker ist im Laufe seiner Karriere mit zahlreichen international renommierten Musikern wieGunter Hampel,Jeanne Lee,Anthony Braxton,Peter Brötzmann (Machine Gun 1968),Han Bennink,Hannes Zerbe,Michel Waisvisz,Gisela May,Jan Menu,Soesja Citroen undAlexander von Schlippenbach aufgetreten und hat zahlreicheSchallplatten eingespielt.

Willem Breuker hat das musikereigeneLabelBVhaast (deutsch: „Eile GmbH“) ins Leben gerufen, auf dem er nicht nur eigene Musik veröffentlichte, sondern auch Musik von anderen, vorwiegend niederländischen Musikern.

Im Jahr 1999 veröffentlichteBVhaast das BuchWillem Breuker Kollektief: Celebrating 25 Years on the Road, das zwei CDs enthält.

Am 23. Juli 2010 starb Willem Breuker an Lungenkrebs. Er hinterließ seine Lebensgefährtin, die SchauspielerinOlga Zuiderhoek.

Filmografie (Auswahl)

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  • 1972: Woyzeck
  • 1977: Blindgänger(Blindgangers)
  • 1978: Der flache Dschungel(De platte jungle)
  • 1979: Liebe ohne Skrupel(Twee frouwen)
  • 1983: Der Illusionist(De Illusionist)
  • 1984: Inmitten von Deutschland
  • 1986: I love Dollars
  • 1985: Der Eissalon(De ijssalon)

Auszeichnungen

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1970 erhielt er denWessel Ilcken Prijs und 1993 denBoy-Edgar-Preis (Jazzpreis der Niederlande). Seine SuiteDe achtelijke Klokkemaker („Der verrückte Uhrmacher“), die seinKollektief aufführte, wurde 1974 mit dem Vermeulen-Preis der Stadt Amsterdam ausgezeichnet. Zwischen 1986 und 1989 dominierte Breuker die Rubriken derDown-Beat-Kritikerpolls als beachtenswertes Talent als Arrangeur, Komponist und in der Rubrik Big Band. BeimNorth Sea Jazz Festival 1988 erhielt er denBird Award. 2005 wurde er von der Jury derDeutschen Schallplattenkritik mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet.

Fotomontage: Willem Breuker begleitet mit einem Feuerlöscher den musikalischen Vortrag von MinisterRonald Plasterk (2009)

Literatur

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  • Jean & Françoise Buzelin:Willem Breuker. Édition du Limon, Paris 1992, 262 S., Ill., Notenbeispiele, Reihe: mood indigo,ISBN 2-907224-24-7,online-Ausschnitt
    Übersetzung:Willem Breuker. Maker van mensenmuziek. Centrum Nederlandse Muziek, Hilversum 1994,ISBN 90-6011-906-1.
  • Martin Kunzler:Jazz-Lexikon. Band 1:A–L (=rororo-Sachbuch. Bd. 16512). 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004,ISBN 3-499-16512-0.
  • Willem Breuker Kollektief: Celebrating 25 Years on the Road. Including 2 CDs. BVHAAST 1999 (mit ausführlicher Diskographie 1974–1999).

Weblinks

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Commons: Willem Breuker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. „Jazz-muzikant Willem Breuker (65) overleden“, Elsevier, 23. Juli 2010
Personendaten
NAMEBreuker, Willem
KURZBESCHREIBUNGniederländischer Jazzmusiker (Klarinette, Saxofon) Komponist und Bandleader
GEBURTSDATUM4. November 1944
GEBURTSORTAmsterdam, Niederlande
STERBEDATUM23. Juli 2010
STERBEORTAmsterdam
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