Karl Wend Graf von Kalnein (*24. Mai1914 inLudwigslust,Mecklenburg; †22. November2007 inSeekirchen am Wallersee) war ein deutscherKunsthistoriker undSchriftsteller.
Karl Wend Graf von Kalnein wurde 1914 in Ludwigslust geboren, als Sohn von Graf Karl Erhardvon Kalnein (1873–1914), königlich preußischenRittmeisters, der im selben Jahr im Ersten Weltkrieg inBelgien als Kommandeur der Leibeskadron im1. Großherzoglich Mecklenburgischen Dragoner-Regiment Nr. 17 imGefecht bei Halen gefallen ist. Die Mutter war inKulmbach geboren und hatte Graf Erhard von Kalnein 1910 inDresden geheiratet: Erna, geb. Reichel (1889–1955), aus einerBrauereibesitzerfamilie, Tochter desKommerzienrats undGeneralkonsuls sowieRittergutsbesitzers Karl Reichel in Dresden[1] und der Elisabeth, geb. Feller. Die Mutter war ab 1919 in zweiter Ehe verheirateteGräfin (Gotthard) von der Recke von Volmerstein[2] inWald im Pinzgau, Österreich.[3]
Wend von Kalnein wuchs inÖsterreich auf und besuchte von 1929 bis 1932 (Abitur) dasMaximiliansgymnasium in München. Von Kalnein studierte, nach einigen juristischen Semestern, von 1935 bis 1939 inBonnKunstgeschichte,Klassische Archäologie undRomanistik. Seit 1934 war er Mitglied desCorps Borussia Bonn.[4]
ImZweiten Weltkrieg war Graf von Kalnein Offizier in derWehrmacht in den Einsatzgebieten Frankreich (beimKunstschutz), Südrussland/Ukraine und Donauraum. Von Kalnein war dort Verbindungsoffizier zur Rumänischen Armee. Nach derbedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht wurde er in Böhmen von Tschechen an dieRote Armee ausgeliefert. Die folgendeKriegsgefangenschaft verbrachte er inSowjet-Georgien imKaukasus, wo er – dank seiner Russisch-Kenntnisse – vorwiegend in der Verwaltung eingesetzt war. Die Gefangenen bauten dort unter unsäglichen Bedingungen zusammen mit sowjetischen Zwangsarbeitern das Stahlwerk inRustawi auf. Kalnein musste 1949 auch bei den Ermittlungen gegen deutsche Gefangene wegen „Kriegsverbrechen“ dolmetschen, die von Misshandlungen und Erpressungen begleitet waren. Er erfuhr Antifa-Umerziehung und kam unter Spionage-Verdacht ins Gefängnis, weil er Georgisch lernte. Kalnein schrieb seine Lager-Erlebnisse im Kaukasus unmittelbar nach seiner Entlassung nach Österreich 1950 auf und trug diese erstmals 1951 in Paris vor. Sie waren Grundlage für sein „Georgisches Tagebuch“, das 2002 noch durch den Autor selber veröffentlicht wurde.
1953 wurde Graf von Kalnein zum Dr. phil.promoviert. Ihm wurde dann die Leitung derMarkgräflichen Badischen Sammlungen inSalem übertragen. Ab 1957 war er Direktor desZähringer-Museums inBaden-Baden, danach Kustos an denStaatlichen Kunstsammlungen Kassel. Von 1964[5] bis zum Ruhestand 1979 hatte Graf von Kalnein die Position des Direktors desKunstmuseums Düsseldorf. 1979 erhielt er noch eineHonorarprofessur für Kunstgeschichte an derUniversität Salzburg.
Kalnein lebte in seinen letzten Lebensjahrzehnten inSeekirchen in Österreich. Er heiratete 1959 Livia Freiin von Thielmann (* 1936 im schlesischenOppeln), Tochter des preußischen LandratsAdolf von Thielmann und der Livia, geb. Jay. Aus der Ehe gingen die drei KinderHeinrich von Kalnein (1960), Albrecht von Kalnein (1962) und Alexandra von Kalnein (1964) hervor. Wend von Kalnein starb 2007 in Seekirchen, wo sich auch seine letzte Ruhestätte befindet.[3]
Buchveröffentlichungen
Kataloge zu Kunstausstellungen (Auswahl)
Weitere Ausstellungskataloge zu:Arnold Böcklin (1827–1901). Kindermalhaus, Arbeit mit Kindern im Kunstmuseum Düsseldorf. Düsseldorf und der Norden.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kalnein, Wend von |
| ALTERNATIVNAMEN | Kalnein, Karl Wend Graf von (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kunsthistoriker und Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 24. Mai 1914 |
| GEBURTSORT | Ludwigslust |
| STERBEDATUM | 22. November 2007 |
| STERBEORT | Seekirchen am Wallersee |