AlsWasserbock werden zwei ArtenafrikanischerAntilopen aus der Gattung derWasserböcke (Kobus) bezeichnet. Man unterscheidet denEllipsen-Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus) und denDefassa-Wasserbock (Kobus defassa). Beide wurden ursprünglich in einer Art zusammengefasst und zur Unterscheidung von den anderen Arten der GattungKobus auch unter dem NamenGemeiner Wasserbock geführt, heute gelten sie als eigenständig.
DerEllipsen-Wasserbock (Kobus ellipsiprymnus) ist eine große, kräftige, bis zu 270 kg schwere Antilope mit zotteligem, graubraunem Fell und einem weißen Ring um den Schwanzansatz (die namengebende Ellipse). Auch das Gesicht ist teilweise weiß, und ein weißer Streifen zieht sich von derKehle bis zum Ohrenansatz. Nur die männlichen Tiere tragen lange, stark geringelte, weit geschwungene und nach vorne gerichtete Hörner. Die Schulterhöhe beträgt 1,30 m.
Das Verbreitungsgebiet reicht vonSüdafrika undNordost-Namibia überBotswana undMosambik und die SavannenOstafrikas bis nachÄthiopien undSomalia.
Diese Antilopenart ist an Dauergewässer gebunden, in deren Nähe sich Wälder oder offenes Grasgelände und mit Dickicht undSchilf bewachsene Gebiete befinden. Junge Männchen bilden eigene Herden, Weibchen und Jungtiere leben in Gruppen von 5 bis 10 Tieren zusammen.
DerDefassa-Wasserbock (Kobus defassa) hat ebenfalls eine Schulterhöhe von 1,30 m. Er trägt allerdings meistens ein helleres Haarkleid als der Ellipsenwasserbock. Sein Fell ist dick und länger als das der meisten anderen Grasfresser, sodass er besonders im heißen Klima des tropischen Afrikas auffällt.[1] Der auffälligste Unterschied zum Ellipsenwasserbock ist, dass er am Schwanzansatz einen weißen Spiegel statt der Ellipse trägt. Sein Verbreitungsgebiet reicht in West- und Zentralafrika vomSenegal bis in denSudan und von dort südwärts über dieDemokratische Republik Kongo bisAngola.
Die beiden Wasserbock-Arten sind weniger stark ans Wasser gebunden als andere Vertreter ihrer Gattung. Sie können sich durchaus vom Wasser entfernen und sind dann in der offenenSavanne oder in Wäldern zu finden. Die weiblichen Wasserböcke leben in Herden von etwa fünf, in seltenen Fällen bis zu siebzig Tieren. Junge Männchen bilden ebenfalls Herden. Dagegen werden ältere Männchen zu Einzelgängern, die ein Revier gegen Artgenossen verteidigen und jedes durchziehende Weibchen für sich beanspruchen.
Wasserböcke gehören zu den häufigsten Großsäugetieren Afrikas. Schätzungsweise gibt es etwa 95.000 Defassa-Wasserböcke und 105.000 Ellipsen-Wasserböcke, von denen mehr als die Hälfte in Schutzgebieten lebt. Beide Arten werden seitens derIUCN als gering gefährdet (near threatened) klassifiziert. Die Bestände außerhalb von Schutzgebieten sind durch Wilderei und Habitatzerstörung rückläufig.[2][3]
Eine ungewöhnliche Ansiedlung von Wasserböcken fand 1976 imCalauit Game Preserve and Wildlife Sanctuary auf denPhilippinen statt. Es ist die einzige frei lebende Population außerhalb Afrikas.[4]