Illustration ausKöhler's Medizinalpflanzen desSadebaumes (Juniperus sabina)Illustration ausThe cypress and juniper trees of the Rocky Mountain region, 1915 desAlligator-Wacholder (Juniperus deppeana)
DieWacholder (Juniperus) sind einePflanzengattung in derUnterfamilie Cupressoideae innerhalb derFamilie derZypressengewächse (Cupressaceae). Mit den etwa 50 bis 70 Arten, die dieser Gattung zugerechnet werden, stellen sie fast 40 Prozent der Arten innerhalb der Zypressengewächse. In Mitteleuropa kommen in freier Natur nur zwei Arten vor: derGemeine Wacholder und derSadebaum.
Der deutsche NameWacholder (von althochdeutschwechalter, mittelhochdeutschwëcholtër)[1] hat verschiedeneetymologische Deutungen erfahren. Sicher ist, dass der Teil „-der“ der Reflex der indogermanischen Baumbezeichnung ist, wie sie inHolunder,Affolter (Apfelbaum),Flieder,Heister und anderen vorkommt. Unsicher ist der erste Teil. Hier wird entweder ein Zusammenhang mitwachsen angenommen, unter Verweis auf den immergrünen Baum, oder mitwickeln, nach einer (wahrscheinlich vom früheren hebräischen Namen abgeleiteten)[2] Verwendung zum Binden bzw. für rituell genutzte Wacholdersträuße.[3][4][5] Weiter zurück reicht die Formqueckolder, in der der Baum als der Lebenskräftige (zuqueck) gefasst wird, schon ahd. belegt.[6] Die hin und wieder anzutreffende Deutung alsWach-Halter ist hingegen wohl eineVolksetymologie.
Im Niederdeutschen wird der Wacholder auch als Machandelbaum bezeichnet.[7] Daraus hat sich dann als Nebenform die Bezeichnung Machangelstrauch (oder nurMachangel)[8] entwickelt. Diese Bezeichnung ist vor allen Dingen in Grimms Märchen und einigen Gedichten anzutreffen. Der BegriffMachangel findet sich mehrfach in der Erzählung „Der Wehrwolf“ vonHermann Löns.[9]
Der botanische Name ist ebenfalls nicht sicher gedeutet. Favorisiert wird die Lesart alslateinisch *iūni-perus aus älterem *iuveni-paros in der Bedeutung „(zu) früh gebärend, abortierend“ nach der Verwendung vonJuniperus sabina.[10] Der altgriechische Nameἄρκευθος (arkeuthos) erscheint in derHistoria plantarum.[11]
Der heute nur selten vorkommende NameJuniper, welcher als Vor- und Nachname existiert, leitet sich vonJuniperus ab.
In Deutschland finden sich inalthochdeutschenGlossen vorwiegend ab dem 10. Jahrhundert aus den von Spohra/Spurcha entwickelten Namensformen der Begriff „Spurk“ für Wacholder.[12]
Unter anderem in Österreich und Teilen Bayerns ist der Wacholder unter der BezeichnungKranewitt bekannt, das über mhd.kranewite auf ahd.kranawitu,chranawita, welches Kranichholz bedeutet, zurückgeht. Den gleichen Ursprung besitzt das gleichbedeutendeKrammet.[13] Von der BezeichnungKranewitt leiten sich die FamiliennamenKranewitter,Kranebitter,Kronawitter,Kranevitter undGranovetter ab.
Der Wacholderschnaps ist demgemäß in Österreich unterKranewitter bekannt.
SektionSabina:Borke derAlligator-Wacholder (Juniperus deppeana)SektionJuniperus: Blätter und beerenförmige Zapfen in verschiedenen Reifestadien desStech-Wacholders (Juniperus oxycedrus)
Wacholder-Arten sind immergrüneSträucher oderBäume. Als größtes Einzelexemplar gilt einSyrischer Wacholder (Juniperus drupacea) in der Türkei mit einer Wuchshöhe von 40 Metern. DasHolz besitzt einen schmalenSplint und einen rötlich-braunen Kern und duftet oft aromatisch, wobei die Namensgebung wie „stinkend“ andeutet, welche Arten besonders intensiv riechen. Die Zweige sind rund oder vier- bis sechsflügelig. Die Blätter sind im Allgemeinen kurz und liegen eng an den Zweigen an. Sie sind in der Jugend nadelförmig, später schuppen- oder nadelförmig. Die Blätter sind in gegenständigen Paaren in vier Reihen oder in wechselständigenQuirlen in drei bis sechs Reihen oder selten in Quirlen mit vier bis acht Reihen an den Zweigen angeordnet.
Die Sämlinge besitzen zwei bis acht Keimblätter (Kotyledonen).
Die zu denNacktsamigen Pflanzen gehörenden Arten sind meist zweihäusig (diözisch), selten einhäusig (monözisch) getrenntgeschlechtig. Die männlichen Zapfen besitzen drei bis vier Paare oder TriosSporophylle. Jedes Sporophyll besitzt zwei bis acht Pollensäcke.
Die beerenförmigen weiblichenZapfen, oft als Beeren bzw.Wacholderbeeren bezeichnet, sind bei einem Durchmesser von 0,3 bis 2 Zentimetern ei- bis kugelförmig. Sie benötigen bis zur Reife ein bis zwei Jahre, bleiben geschlossen und werden bläulich. Die meist dicken, fleischigen Zapfenschuppen sind aus Deck- und Samenschuppen verwachsen und besitzen ein bis drei Samen. Die ungeflügelten, hartschaligen Samen sind rund bis kantig. Die beerenförmigen Zapfen werden von Vögeln als ganzes geschluckt, und die Samen verlassen den Darmtrakt unversehrt. Der bittere Geschmack der Zapfen (bei den meisten Arten) ist wohl eine Anpassung gegen Fraß durch Säugetiere.
Wacholder-Arten sind sehr anpassungsfähig. Sie gedeihen in Klimaregionen, die von dersubarktischen Tundra bis zu Halbwüsten reichen. Nahezu alle Arten sind gut an regenarme Zeiten angepasst. In Bergregionen sind es häufig Wacholder-Arten, die noch an derBaumgrenze gedeihen. Der auf den Azoren gedeihendeKurzblättrige Wacholder ist die einzige Nadelholzart, die sich auf einer mitten im Ozean liegenden Inselkette vulkanischen Ursprungs etablieren konnte.[14] Die Samen der Vorfahren dieser Art gelangten vermutlich im Verdauungstrakt von Vögeln dorthin.
In vielensemiariden Gebieten wie in den westlichen USA, im nördlichenMexiko, im zentralen und südwestlichen Asien sind sie die dominante Waldbedeckung in weiten Bereichen der Landschaft. Die Untergattung Juniperus ist hauptsächlicheurasisch mit einerholarktischen Art (Juniperus communis). Sie ist auch die einzige Art dieser Untergattung inNordamerika und Mitteleuropa und überhaupt die am weitesten verbreiteteKoniferenart. Die UntergattungCaryocedrus istendemisch in Südwestasien undSüdosteuropa. Die UntergattungSabina besiedelt fast alle Areale, die auch für die ganze Gattung gelten – außer nördlich von 50° Nord in Europa und 60° Nord in Asien.
Instark beweideten Gebieten ist Wacholder aufgrund seiner Unverträglichkeit für Weidetiere oft der einzige vorkommende Baum.
Die in denBeeren undNadeln des Gemeinen Wacholders enthaltenen ätherischen Öle können bei Hautkontakt und Verzehr zu Reizerscheinungen führen.[18]Im Gegensatz zu den anderen Wacholdergewächsen ist beimJuniperus communis nur die Beere (Fructus Juniperi) giftig. Reif ist sie im zweiten Jahr. Eine Überdosierung des Teeröls desStech-Wacholders führt zu Nierenschmerzen, Nierenversagen, Hautreizungen und Leberschädigung.[19] Ferner wird die Herztätigkeit und Atmung gesteigert; seltener können Krämpfe auftreten. Äußerlich kommt es zur Rötung der Haut bis zurBlasenbildung. Die maximale Dosierung liegt bei erwachsenen Menschen bei 2 g.
Die Gattung Wacholder (Juniperus) enthält etwa 50 bis 70Arten. Die wissenschaftlichen Diskussionen über die Artenzahlen, die Rangzuordnungen nach Varietäten, Unterarten oder Formen werden teilweise kontrovers geführt. Untersuchungen auf DNA-Basis (RAPD undGenetischer Fingerabdruck – Fingerprinting) und bezüglich der Blattölzusammensetzung halten die Diskussion in Bewegung; auch in der Feldforschung gefundene neue Arten lassen die Taxonzahlen schwanken.
Hier wird meist und vorzugsweise den Ausführungen vonRobert Phillip Adams gefolgt, der 2008[21] annähernd 70 Arten und 27 Varietäten anerkennt, aber die Kategorie Unterart nicht verwendet.[22]
Die GattungJuniperus s. l. wird in dreiSektionen eingeteilt, die in der Literatur manchmal auch alsUntergattungen geführt werden:[23]
SektionCaryocedrusEndl. (Syn.: GattungArceuthosAntoine): Sie enthält nur eine Art:[23]
Gemeiner Wacholder[24] oder Heide-Wacholder (Juniperus communisL.) mit sieben Varietäten:
Juniperus communisL. var.communis
Juniperus communis var.charlottensisR.P.Adams: Sie ist auf den kanadischenQueen-Charlotte-Inseln endemisch.
Kanadischer Wacholder[24] (Juniperus communis var.depressaPursh) bzw. in manchen Quellen auch als homonyme Unterart (Juniperus communis subsp.depressa(Pursh)Franco) angegeben, ist in ganz Kanada und den USA verbreitet.
Juniperus communis var.jackiiRehder in Nordamerika.
Juniperus communis var.megistocarpaFernald &H.St.John in Kanada.
Juniperus communis var.nipponica(Maxim.) E.H.Wilson in Japan.
Alpen-Wacholder,[24] auch Zwerg-Wacholder genannt (Juniperus communis var.saxatilisPall., Syn.:Juniperus communis var.montanaAiton,Juniperus communis var.nana(Willd.) Baumg.,Juniperus nanaWilld.): Er ist in der nördlichen Hemisphäre weitverbreitet (von Europa über das westliche, zentrale, nördliche Asien bis in den Fernen Osten, weiters im westlichen Teil Nordamerikas und in Grönland).
Stech-Wacholder[24] (Juniperus oxycedrusL.): Er ist im Mittelmeerraum westlich von Italien heimisch.
Igel-Wacholder oder Nadel-Wacholder (Juniperus rigidaSiebold &Zucc.): Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt inOstasien mit China,Korea, im südöstlichen Russland sowie inJapan.
Luchu-Wacholder (Juniperus taxifoliaHook. &Arn., Syn.:Juniperus lutchuensisKoidz.): Dieser Endemit kommt nur auf den japanischen Ogasawara-Inseln vor und gedeiht von der Küste bis in Höhenlagen von 300 Metern an sonnigen, steinigen Standorten.[23]
SektionSabinaSpach (Syn.: GattungSabinaMill.): Mit etwa 56 Arten:
Juniperus arizonicaR.P.Adams (Syn.:Juniperus coahuilensis var.arizonicaR.P.Adams): Den Rang einer Art hat sie 2006 erhalten. Sie kommt an voneinander isolierten Standorten in den südwestlichenUS-Bundesstaaten inArizona sowieNew Mexico und in den nördlichen mexikanischen BundesstaatenChihuahua sowie Sonora vor. Sie gedeiht in Höhenlagen von 980 bis 1600, selten bis zu 2200 Metern.[23]
Ashes Wacholder[24] (Juniperus asheiJ.Buchholz, Syn.:Juniperus sabinoides(Kunth) Nees nonGriseb.,Juniperus sabinoidesSarg. nonGriseb.,Juniperus occidentalis var.texanaVasey,Juniperus occidentalis var.conjugensEngelm.,Juniperus tetragona var.oligospermaEngelm.): Es gibt zwei Varietäten:[23]
Juniperus asheiJ.Buchholz var.ashei: Sie kommt in den US-Bundesstaaten Arkansas, Missouri (in den Ozark Bergen), Oklahoma, Texas (nur auf dem Edwards Plateau) und im mexikanischen BundesstaatCoahuila vor. Hauptsächlich kommt sie Oklahoma, Arkansas und in denOzark Bergen vor.[23]
Juniperus ashei var.ovataR.P.Adams: Sie wurde 2007 erstbeschrieben.[25] Sie kommt hauptsächlich in Coahuila and im westlichen Texas vor.[23]
Juniperus barbadensisL. var.barbadensis (Syn.:Juniperus virginiana var.barbadensis(L.) Gordon): Dieser Endemit kommt nur auf der karibischen InselSt. Lucia (Petit Piton) vor.[23]
Juniperus barbadensis var.lucayana(Britton) R.P.Adams (Syn.:Juniperus virginiana var.australisEndl.,Juniperus lucayanaBritton,Juniperus australis(Endl.) Pilg.): Sie kommt nur auf den Großen Antillen aufHispaniola,Jamaika und inKuba nur in der Sierra de Nipe und auf derIsla de la Juventud vor.[23]
Bermuda-Wacholder[24] (Juniperus bermudianaL., Syn.:Juniperus oppositifoliaMoench,Juniperus pyramidalisSalisb.,Juniperus virginiana var.bermudiana(L.) Vasey): Dieser gefährdete Endemit kommt nur auf denBermuda-Inseln vor.[23] Er soll auf der südatlantischen Insel St. Helena einNeophyt sein.[23]
Juniperus blancoiMartínez var.blancoi:[20] Sie kommt in den mexikanischen BundesstaatenDurango,México,Michoacán sowieTlaxcala vor. Einige der Fundorte sind vielleicht durch Aussamen gepflanzter Exemplare entstanden.[23]
Juniperus blancoi var.huehuentensisR.P.Adams et al.[26]: Sie wurde 2006 erstbeschrieben. Dieser Endemit ist nur aus dem Gebiet um dem Gipfel des Cerro Huehuento, südlich von Huachichiles im mexikanischen Bundesstaat Durango bekannt. Sie gedeiht auf Felsen und sehr dünnen Substratansammlungen in Höhenlagen von 3150 bis 3270 Metern.[23]
Juniperus blancoi var.mucronata(R.P.Adams) Farjon (Syn.:Juniperus mucronataR.P.Adams): Dieser Endemit ist nur aus dem Gebiet Maicoba/Yecora bekannt, in der Nähe der Grenze der mexikanischen Bundesstaaten Sonora sowie Chihuahua. Sie gedeiht an Hängen 30 bis 60 Meter über dem Fluss Maicoba und benachbarter Fließgewässer überBasaltgestein.[23]
Kalifornischer Wacholder[24] (Juniperus californicaCarrière,Juniperus pyriformisLindl.,Juniperus cerrosianusKellogg,Juniperus cedrosianaKellogg,Juniperus occidentalisHook.): Er kommt in den südwestlichen US-Bundesstaaten südliches Nevada, Kalifornien sowie nördliches Arizona und im mexikanischen BundesstaatBaja California Norte sowie ihre vorgelagerten InselnIsla de Cedros sowieIsla Guadalupe.[23]
Juniperus chinensis var.sargentiiA.Henry (Syn.:Juniperus procumbensSarg. nom. illeg.,Juniperus sargentii(A.Henry) Takeda ex Nakai,Juniperus chinensis subsp.sargentii(A.Henry) Silba,Juniperus sargentii var.coeruleumPshenn.,Juniperus sargentii var.cyanusPshenn.): Sie kommt in Japan, im östlichen Russland (nur inSachalin sowie auf den SüdlichenKurilen) und in der chinesischen ProvinzHeilongjiang vor.[27][23]
Juniperus chinensis var.tsukusiensis(Masamune) Masamune (Syn.:Juniperus tsukusiensisMasamune,Juniperus sargentii sensuSasaki,Juniperus chinensis var.sargentiiSasaki nonHenry): Sie kommt nur auf der südlichen japanischen InselYakushima und imLandkreis Hualien im östlichen Taiwan vor.[27][23] Sie wird 2011 als eigenen ArtJuniperus tsukusiensisMasamune angesehen.[28]
Juniperus comitanaMartínez: Sie kommt in den mexikanischen Bundesstaaten Chiapas sowie Hidalgo und in Guatemala inBaja Verapaz,Huehuetenango sowieZacapa vor. Sie gedeiht in Höhenlagen von 1300 bis 1775, selten bis zu 2300 Metern.[23]
Juniperus convalliumRehder & E.H.Wilson var.convallium (Syn.:Juniperus mekongensisKom.,Juniperus ramulosaFlorin): Sie gedeiht auf hohen Bergen in Höhenlagen von 2200 bis 4300 Metern im östlichen Tibet und in den chinesischen Provinzen südliches Qinghai sowie nordwestliches Sichuan.[27][23]
Juniperus convallium var.microsperma(W.C.Cheng & L.K.Fu) Silba (Syn.:Juniperus microsperma(W.C.Cheng et L.K.Fu) R.P.Adams): Sie gedeiht auf hohen Bergen in Höhenlagen von 3200 bis 4000 Metern nur im östlichen Tibet.[27][23]
Juniperus deppeanaSteudel var.deppeana (Syn.:Juniperus thuriferaSpach nom. illeg.,Juniperus foetidaSpach,Juniperus foetida var.multicaulisSpach,Juniperus giganteaRoezl,Juniperus pachyphlaeaTorr.,Juniperus deppeana subsp.pachyphlaea(Torr.) Silba,Juniperus deppeana subsp.sperryi(Correll) A.E.Murray,Juniperus deppeana var.pachyphlaea(Torr.) Martínez,Juniperus deppeana var.sperryiCorrell,Juniperus deppeana f.sperryi(Correll) R.P.Adams,Juniperus deppeana f.elongataR.Adams): Sie ist von den südlichen US-Bundesstaaten Arizona sowie westliches Texas bis Mexiko verbreitet.[29] Innerhalb dieser Varietät wurden drei Formen beschrieben, die nicht von allen Autoren anerkannt werden.
Juniperus deppeana var.gamboana(Martínez) R.P.Adams: Sie gilt bei manchen Autoren als ArtJuniperus gamboana und kommt von Mexiko bis Guatemala vor.
Juniperus deppeana var.patoniana(Martínez) Zanoni (Syn.:Juniperus patonianaMartínez,Juniperus deppeana subsp.patoniana(Martínez) Silba,Juniperus deppeana var.obscura(Martínez) Gaussen,Juniperus patoniana f.obscuraMartínez): Sie kommt nur im mexikanischen Bundesstaat Durango vor.[29]
Juniperus deppeana var.robustaMartínez: Sie gedeiht in Mexiko nur in derSierra Madre Occidental.[29]
Griechischer Wacholder[24] (Juniperus excelsaM.Bieb., Syn.:Juniperus olivieriCarr.,Juniperus isophyllosK.Koch,Juniperus taurica(Pall.) Lipsky nonLindl.,Juniperus sabina var.tauricaPall.,Juniperus sabina var.excelsa(M.-Bieb.) Georgi,Juniperus foetida var.excelsa(M.-Bieb.) Spach,Juniperus excelsa var.depressaO.Schwarz): Sie ist vom östlichen Mittelmeerraum über die Schwarzmeerregion und dieKaukasusregion bis zumiranischenElburs-Gebirge verbreitet.[23] Der bei manchen Quellen als Unterart behandelteJuniperus excelsa subsp.polycarpos(K.Koch) Takht. wird hier als ArtJuniperus polycarpos geführt.
Mexikanischer Wacholder[24] (Juniperus flaccidaSchltdl.): Seit 2015 gibt es keine Varietäten mehr[30][23]: Er kommt im US-Bundesstaat Texas (dort nur im südwestlichsten Teil) und in weiten Teilen Mexikos vor.[30][23]
Stinkender Wacholder[24] (Juniperus foetidissimaWilld., Syn.:Juniperus phoeniceaPall. nonL.,Juniperus sabinoidesGrisebach,Juniperus foetida var.squarrulosaSpach,Juniperus foetidissima var.pindicolaFormanek): Sie kommt vonAlbanien,Nordmazedonien bis Griechenland (bis zumPeloponnes, BergAthos, aufThásos), aufZypern imLibanon, über den asiatischen Teil derTürkei (aber nur selten auf dem Zentralplateau) und im südöstlichenKaukasusraum bis zur Küste des Kaspischen Meeres inAserbaidschan und entlang der Küste des schwarzen Meeres in der Nähe vonNovorossiysk und auf derKrim vor.[23]
Juniperus graciliorPilg. var.gracilior: Dieser Endemit kommt in derDominikanischen Republik nur in der Nähe von Costanza und dem Dorf Yaque vor.
Juniperus gracilior var.ekmanii(Florin) R.P.Adams (Syn:Juniperus ekmaniiFlorin): Dieser Endemit kommt inHaiti nur auf dem Pic la Selle sowieMorne la Visite vor.[23]
Juniperus gracilior var.urbaniana(Pilg. &Ekman) R.P.Adams (Syn.:Juniperus urbanianaPilg. & Ekman,Juniperus barbadensis var.urbaniana(Pilg. & Ekman) Silba,Juniperus barbadensis subsp.urbaniana(Pilg. et Ekman) Borhidi): Dieser Endemit kommt in Haiti nur auf demPic la Selle vor.[23]
Juniperus grandisR.P.Adams (Syn.:Juniperus occidentalis subsp.australisVasek,Juniperus occidentalis var.australis(Vasek) A.H.Holmgren & N.H.Holmgren): Sie wurde 2006 erstbeschrieben und kommt in den südwestlichen US-Bundesstaaten westlichesNevada sowieArizona vor.
Juniperus indicaBerthel. var.indica (Syn.:Juniperus wallichianaHook. f. et Thomson)[23]: Sie kommt in nördlichen Pakistan, Nepal sowie nordwestlichen Yunnan vor.
Juniperus indica var.caespitosaFarjon: Sie wurde 2005 erstbeschrieben und kommt im südlichen Tibet,Bhutan sowieNepal vor.[23]
Jalisco-Wacholder (Juniperus jaliscanaMartínez): Sie kommt nur in den mexikanischen Bundesstaaten südliches Durango sowie nordwestlichesJalisco vor.[23]
Juniperus maritimaR.P.Adams: Sie kommt nur an den Küsten rund um denPuget Sound von Whidbey Island bis Lesqueti Island und den angrenzenden Küsten von Vancouver Island im westlichen Nordamerika im kanadischenBritish Columbia sowie im US-Bundesstaat Washington vor. Sie gedeiht bis auf eine Ausnahme, einer Düne, nur auf küstennahen Felsen.[23]
Juniperus martineziiPérez de la Rosa (Syn.:Juniperus flaccida var.martinezii(Pérez de la Rosa) Silba,Juniperus flaccida subsp.martinezii(Pérez de la Rosa) Silba): Seit Adams und Schwarzbach 2015 gibt es keine Subtaxa mehr. Dieser Endemit kommt nur in derSierra Cuatralba im mexikanischen Bundesstaat Jalisco vor.[30]
Einsamiger Wacholder[24] (Juniperus monosperma(Engelm.)Sarg.,Juniperus occidentalis var.monospermaEngelm.,Juniperus occidentalis var.gymnocarpaLemmon,Juniperus californica var.monosperma(Engelm.) Lemmon,Juniperus mexicana var.monosperma(Engelm.) Cory,Juniperus gymnocarpa(Lemmon) Cory): Sie kommt in den US-Staaten Arizona, Colorado, New Mexico, Oklahoma sowie Texas und in den angrenzenden mexikanischen Bundesstaaten nördliches Sonora sowie Chihuahua vor.[23]
Berg-Wacholder[24] (Juniperus monticolaMartínez, Syn.:Juniperus mexicanaSpreng. nom. superfl.,Juniperus tetragonaSchltdl. nom. illeg.,Juniperus sabinoides(Kunth) Nees nom. illeg.,Juniperus sabinoidesHumb. ex Lindl. & Gordon nom. illeg.,Juniperus monticola subsp.orizabensis(Martínez) Silba,Juniperus monticola f.orizabensisMartínez): Es wurden Formen beschrieben, diese werden von einigen Autoren nicht anerkannt. Er ist in Mexiko verbreitet.
Juniperus morrisonicolaHayata: Dieser Endemit gedeiht nur in der zentralen Bergkette in Höhenlagen oberhalb von 3000 Metern in Taiwan. Sie wurde vor 2000 als VarietätJuniperus squamata var.morrisonicola(Hayata) Li & Keng betrachtet. Ihre Eigenständigkeit wurde durch molekulargenetische und phytochemische Untersuchungen erkannt.[31]
Westlicher Wacholder (Juniperus occidentalisHook., Syn.:Juniperus andinaNutt.,Juniperus pseudocupressusDieck): Er kommt in westlichen US-Bundesstaaten vor.
Phönizischer Wacholder[24] (Juniperus phoeniceaL.): Mit zwei Varietäten, die in verschiedenen Quellen auch als Unterarten genannt werden:
Juniperus phoeniceaL. var.phoenicea inPortugal, an den Küsten der Mittelmeerregion, auf derBalkanhalbinsel, derTürkei, inSaudi-Arabien und inIsrael. Auch in den südlich des Mittelmeeres gelegenen Staaten Nordafrikas ist die Varietät anzutreffen.
Juniperus phoenicea var.turbinata(Guss.) Parl. von den atlantischen Inseln Madeira und den Kanaren über die KüstenregionenFrankreichs, weiters inItalien,Griechenland und auf den Inseln der Mittelmeerraumes und im westlichenNordafrika.
Texas-Wacholder (Juniperus pinchotiiSudw.): Er kommt in südlichen US-Bundesstaaten und im nördlichen Mexiko vor.
Juniperus pingiiW.C.Cheng var.pingii: Sie gedeiht in Wäldern an Berghängen in Höhenlagen von 2600 bis 3800 Metern in den chinesischen Provinzen südwestlichesSichuan sowie nordwestlichesYunnan.[27]
Juniperus pingii var.chengii(L.K.Fu & Y.F.Yu) Farjon (Syn.:Juniperus chengiiL.K.Fu & Y.F.Yu[27]): Sie wurde 1998 als Art erstbeschrieben[27] und hat den Rang einer Varietät seit 2005. Dieser Endemit kommt nur in der chinesischen Provinz nordwestlichenYunnan vor.[20]
Juniperus pingii var.mieheiFarjon: Sie wurde 2005 aus dem südlichen Tibet erstbeschrieben.[20]
Juniperus pingii var.wilsonii(Rehder) Silba (Syn.:Juniperus squamata subsp.wilsonii(Rehder) Silba,Juniperus squamata var.wilsonii(Rehder) R.P.Adams,Juniperus wallichiana var.loderiHornibr.,Juniperus squamata var.loderi(Hornibr.) Hornibr. ex F.J.Chittenden,Juniperus pingii var.carinataY.F.Yu & L.K.Fu,Juniperus carinata(Y.F.Yu & L.K.Fu) R.P.Adams): Sie kommt in Tibet und in den chinesischen Provinzen südlichesGansu, nordwestlichesHubei, südlichesQinghai, südlichesShaanxi, Sichuan sowie Yunnan.[27][20]
Juniperus poblana(Martínez) R.P.Adams (Syn.:Juniperus flaccida var.poblanaMartínez): Diese Neukombination erfolgte 2006. Seit 2015 gibt es zwei Varietäten:[30]
Hänge-Wacholder[24] (Juniperus recurvaBuch.-Ham., Syn.:Juniperus butanensisWender.,Juniperus canescensWall. ex Gordon & Glend.,Juniperus incurvaBuch.-Ham. ex Endl.,Juniperus lambertianaWall. ex Endl.,Juniperus lorulasiK.Koch,Juniperus nepalensisRinz. ex Gordon & Glend.,Juniperus procumbensSiebold ex Lindl.,Juniperus religiosaRoyle,Juniperus repandaCarrière,Juniperus squamosaBuch.-Ham. ex Wall. nom. nud.,Juniperus uncinata(R.P.Adams) R.P.Adams,Juniperus uviferaLoudon,Juniperus recurva var.tenuifoliaSpach,Juniperus recurva var.typicaPatschke,Juniperus recurva var.uncinataR.P.Adams[33]): Es gibt zwei Varietäten:[27][23][34]
Juniperus recurva var.coxii(A.B.Jacks.) Melville (Syn.:Juniperus coxiiA.B.Jacks.):[34] Sie kommt im Himalaja inBhutan,Sikkim, im nördlichenMyanmar, südöstlichen Tibet und im nordwestlichen Yunnan vor.[27][23]
Juniperus recurvaBuch.-Ham. var.recurva: Sie kommt im Himalaja in Nepal, Bhutan, Sikkim, in nördlichen indischen BundesstaatenArunachal Pradesh sowieKumaun, inKaschmir,Pakistan,Afghanistan, im südöstlichen Tibet und im nordwestlichen Yunnan vor.[27][23]
Sadebaum[24] (Juniperus sabinaL.): Seit 2005 gibt es vier Varietäten:
Juniperus sabinaL. var.sabina ist eine weit verbreitete Art, die neben Afrika und dem Großteil Europas auch in vielen Regionen Asiens anzutreffen ist.
Juniperus sabina var.arenaria(E.H.Wilson) Farjon in der Mongolei und einigen nördlich gelegenen Provinzen Chinas.
Juniperus sabina var.davurica(Pall.) Farjon[35] (Syn.:Juniperus davuricaPall.[27]): Sie hat seit 2005 den Rang einer Varietät. Sie ist in Sibirien, im südöstlichen Russland, im nordöstlichen China und in der nördlichen Mongolei verbreitet.[20]
Juniperus sabina var.mongolensisR.P.Adams in derMongolei.
Rocky-Mountain-Wacholder oder Felsengebirgs-Wacholder (Juniperus scopulorumSarg.) in einem breiten Streifen entlang derRocky Mountains von Kanada über die Vereinigten Staaten von Amerika bis nach Nordmexiko.
Juniperus semiglobosa var.jarkendensis(Kom.) R.P.Adams (Syn.:Juniperus jarkendensisKom.,[28]Juniperus sabina var.jarkendensis(Kom.) Silba): Diese Neukombination erfolgte 2012.[37] Sie kommt im nordwestchinesischen Uigurischen Autonomen GebietXinjiang vor.
Juniperus semiglobosaRegel var.semiglobosa (Syn.:Juniperus talassicaLipsky,Juniperus shugnanicaKom.,Juniperus excelsa auct. nonM.-Bieb,Juniperus macropoda auct. nonBoiss): Sie gedeiht im Hochgebirge im westlichenZentralasien (Kirgisistan,Kasachstan,Usbekistan,Tadschikistan),Hindu Kush im nordöstlichen Afghanistan und entlang desKarakorums bisKaschmir in Pakistan und im nordwestlichen Himalaja in Indien bisGarhwal.[23]
Beschuppter Wacholder[24] (Juniperus squamataBuch.-Ham.) mit vier Varietäten in weiten TeilenZentralasiens, in Ostasien, in nördlichsten TeilenSüdasiens und auch im südostasiatischen Myanmar.
Juniperus zanoniiR.P.Adams (Syn.:Juniperus compacta(Martínez) R.P.Adams,Juniperus monticola subsp.compacta(Martínez) Silba,Juniperus monticola f.compactaMartínez): Dieser Endemit kommt nur im nördlichen mexikanischen BundesstaatNuevo León vor.[39]
Die SektionSabina wird gelegentlich auch als eigenständige Gattung angesehen; manche Botaniker nehmen an, dass die Arten dieser Sektion/Gattung eine eigenständige Entwicklung mit einem anderen stammesgeschichtlichen Ursprung darstellen.
Obwohl die Wacholder-Arten generell gut angepasst und auch weit verbreitet sind, gibt es dennoch viele Arten, die die WeltnaturschutzunionIUCN in derRoten Liste gefährdeter Arten[40] führt, aber als „nicht gefährdet“ (Least Concern) bezeichnet. Von insgesamt 55 gelisteten Arten werden 13 Arten mit einer Gefährdungskategorie versehen. Das sind ausschließlich Arten, die auf karibischen sowie den atlantischen Inseln derAzoren und derKanaren oder inMexiko undGuatemala beheimatet sind:
Sieben Arten werden als „stark gefährdet“ (Endangered) gelistet.
Vier Arten werden als „gefährdet“ (Vulnerable) angeführt.
Ursachen der Bedrohung sind in vielen Fällen andauernde Abholzung und Überweidung.
In der Roten Liste der Schweiz[41] werden derGemeine WacholderJuniperus communis s. str.,Juniperus communis subsp.nana als Synonym für denAlpen-Wacholder oder Zwerg-WacholderJuniperus communis var.saxatilis und derSadebaumJuniperus sabina aufgelistet und als nicht gefährdet (LC) bezeichnet.
Mit derFauna-Flora-Habitat-Richtlinie Nr. 92/43/EWG in der aktualisierten Fassung vom 1. Januar 2007[43] derEuropäischen Union (FFH-RL) Anhang 1 werden Schutzgebietausweisungen für folgende Lebensraumtypen (LRT), denen Wacholder-Arten angehören, gefordert:
Mediterrane Küstendünen mit Wacholder-ArtenJuniperus spp. (LRT 2250) – die Inschutzstellung dieser Lebensräume wird als prioritär durchzuführen gefordert
Formationen desGemeinen WacholdersJuniperus communis auf Heiden und Kalkrasen (LRT 5130)
Baumförmige Hartlaubgebüsche (Matorrals) mit Wacholder-ArtenJuniperus spp. (LRT 5210)
Endemische Wälder mit Wacholder-ArtenJuniperus spp. (LRT 9560) – die Inschutzstellung dieser Lebensräume wird als prioritäre Angelegenheit angesehen
In der Bundesrepublik Deutschland wird derZedern-WacholderJuniperus cedrus in derBundesartenschutzverordnung (BArtSchV)[44] durch Ausweisung als streng geschützte Art unter Schutz gestellt.
Auf dem Nordamerikanischen Kontinent führt die USA über verschiedene Bundesstaaten acht Wacholder-Arten als gefährdete und zu schützende Arten an.[45]
Die Verwendung von Wacholder alsHeilpflanze ist schon aus Zeiten um 1550 v. Chr. überliefert. So im ägyptischenPapyrus Ebers, worin Wacholderbeeren als Abführmittel[46] empfohlen werden. Innerlich kann Wacholder beiVerdauungsbeschwerden (dyspeptische Beschwerden) wie beispielsweise Magen-Darm-Krämpfen, Völlegefühl und Blähungen sowie Sodbrennen eingesetzt werden.[47] In der äußerlichen Anwendung wird Wacholder in der Rheuma- und Gicht-Therapie traditionell eingesetzt.
Die durchblutungsfördernde Wirkung kann auch die Ausscheidung von Primärharn steigern, sodass auch der Einsatz alsDiuretikum monographisch erfasst ist, wofür jedoch im Gegensatz zur Verwendung bei Verdauungsbeschwerden keineArzneimittelzulassung erteilt ist.[48]
In aktueller Forschung wurde festgestellt, dass Wacholderauszüge in Laborversuchen signifikante „Anti-Tumor-Wirkung“ auf Glioblastome und Kolontumore hatten.[49][50]
Viele Sorten einigerJuniperus-Arten werden in Gärten und in Park- sowie Friedhofsanlagen alsZierpflanzen verwendet. Es handelt sich meist um Ausleseformen, die vegetativ vermehrt werden.[51] In Asien sind Wacholder-Arten schon seit Jahrhunderten Zierpflanzen, beispielsweise der Chinesische Goldwacholder.[52]
Sporenlager des Birnengitterrosts am Wacholder
Die Ausbreitung der Wacholder-Arten und ihrer Sorten als pflegeleichte und immergrüneZierpflanzen in Parks und Gärten hat zur zunehmenden Ausbreitung desBirnengitterrosts geführt. DiesePilzkrankheit ist auf Wacholder alsWirtspflanze angewiesen, wobei der einheimische Gemeine Wacholder (Juniperus communis var.communis und var.saxatilis) wohl weniger anfällig ist.[53] Dadurch ist der Bestand anBirnbäumen stark zurückgegangen.
Wacholder in der Heilkunde, in der Küche und in Getränken
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Und: Wird denn aus allen Wacholder-Arten Gin hergestellt? Wenn nicht, gehört dieser Abschnitt nicht hierher sondern in den ArtikelGemeiner Wacholder.
Gin erhält seinen charakteristischen Geschmack aus der Aromatisierung mit Gewürzen, darunter vor allem Wacholderbeeren und Koriander. Der Name leitet sich indirekt vom lateinischen Namen des Wacholdersjuniperus ab, wobei manchmal die auf Englisch so genanntenjuniper berries als Namensgeber genannt werden, meist aber das niederländische VorläufergetränkGenever.
In einigen Regionen der Schweiz wird ausWacholderbeeren ein Konzentrat (Saft) hergestellt, das dann zusammen mit Glukosesirup, Rohzucker, Wasser und Karamellzucker zu dem BrotaufstrichLatwerge verarbeitet wird. Das Rezept für diesen Brotaufstrich wird seit langem mündlich überliefert.Seit ein paar Jahren wird Latwerge bei Großverteilern und in Reformhäusern angeboten.[54]
Wacholder-Holz, -Zweige und -Beeren werden gerne zumVerräuchern verwendet. Wacholder-Rauch gilt als reinigend und desinfizierend und wurde schon im Mittelalter verwendet. Er riecht sehr holzig und gleichzeitig frisch; die Rauchentwicklung ist mäßig bis stark.
Der Glaube, dass Wacholder-Weihrauch das Böse fernhält, war unter den Turkvölkern weit verbreitet. Jeremiah Curtin bemerkte, dass einige Schamanen in Sibirien Wacholder-Weihrauch verwendeten, bevor sie Tiere opferten.[56]
DasWacholderöl (Oleum iuniperi, von lateinischiuniperus für Wacholder, insbesondereGemeiner Wacholder,[57] undoleum für Öl) ist ein aus Wacholderholz (vom Gemeinen Wacholder) bzw. den Zweigen des Wacholders[58] durch Destillation gewonnenes ätherisches Öl.[59] Davon abzugrenzen ist dasWacholderbeeröl, in dessen Herstellung ausschließlich Wacholderbeeren (ohne Nadeln und Zweige; lateinischGrana iuniperi) zum Einsatz kommen dürfen, wofür in der pharmazeutischen Spezifizierung die ArtJuniperus communis L. verwendet wird.
Wacholder wird im Bogensport als sogenanntes Bogenholz verwendet, wobei das Holz dann für mindestens 2 Jahre abgelagert wird. Danach wird der vorbereitete Stamm geviertelt und danach weiterverarbeitet. Die weitere Verwendung ist meistens als sogenanntes Laminat zur Zierde von Bögen und Wurfarmen.[60]
Den Strauch, unter den sich der biblische ProphetElija in seiner Verzweiflung zum Schlafen legte (1. Könige 19,5), hatteMartin Luther derVulgata folgend mitWacholder (lateinischjuniperus) übersetzt, was bis einschließlich der Revision der Luther-Bibel von 1984 beibehalten wurde. Die einflussreicheKing-James-Bibel folgte ihm dabei. 1775 ordnetePeter Forsskål den hebräischen PflanzennamenRotem der nahöstlichenGinsterartGenista raetam Forssk. (heuteRetama raetamWebb) zu;[61] als Wacholder gilt hebräischberosh oderberot, der Name derMittelmeer-Zypresse.[62] Erst in der revidierten Ausgabe der Luther-Bibel von 2017 ist derWacholder durchGinster ersetzt.[63] Anders als die Luther-Bibel nannte die deutsche Bibelübersetzung vonLudwig Philippson bereits 1848 die PflanzengattungGinsterstrauch.[64] Wegen der Dominanz der Luther-Bibel ist jedoch der Wacholder in die Kulturgeschichte eingegangen, wie z. B. im OratoriumElias von Felix Mendelssohn Bartholdy, in dem ein Rezitativ den Titel trägt: „Siehe, er schläft unter dem Wacholder“. AuchNelly Sachs verband in ihrem 1957 publizierten GedichtImmer noch Mitternacht Elija mit dem Wacholder und nicht mit dem Ginster: „So Elia; wie ein Wald mit ausgerissenen Wurzeln / erhob er sich unter dem Wacholder“.[65]
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