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Virilstimme

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EineVirilstimme (lateinischvir „Mann“) war eine Einzelstimme eines Stimmberechtigten auf demReichstag imHeiligen Römischen Reich, dessenKreistagen oderGrafentagen. Sie stand im Gegensatz zu denKuriatstimmen, bei denen sich mehrere Stimmberechtigte eine Stimme teilten.

WährendKurfürsten undReichsfürsten auf den Reichstagen bis 1806 Virilstimmen führten, wurden denReichsgrafen undReichsprälaten um 1524 Kuriatsstimmen je „Bank“ verliehen. Somit mussten sich beispielsweise rund 100 Reichsgrafen vier Kuriatsstimmen teilen.

Besonders nach 1668 zu Zeiten desImmerwährenden Reichstags konnte ein Gesandter die Virilstimmen gleich mehrerer Reichsfürsten tragen. Er führte ihre Stimmen auf Anweisung gemäß dem Willen ihrer eigentlichen Träger aus.

ImBundestag (oder Bundesversammlung) desDeutschen Bundes 1815–1866 trugen die Vertreter der größeren deutschen Staaten ebenfalls Virilstimmen, während mehrere kleine Herrschaften zu Kuriatstimmen zusammengefasst waren.

In denLandtagen derKronländer desKaisertums Österreich, ab 1867 anÖsterreich-Ungarns blieben die Virilstimmen des höherenKlerus bis 1918 erhalten.

Siehe auch

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Literatur

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