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Verfassungsgerichtshof (Österreich)

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OsterreichÖsterreich
Verfassungsgerichtshof
— VfGH —p1
Logo des VfGH
Staatliche EbeneBund
Stellungfür dieVerfassungsgerichtsbarkeit zuständigesHöchstgericht
HauptsitzWien1.,Freyung 8
PräsidentChristoph Grabenwarter
Mitarbeiter111 nichtrichterliche Mitarbeiter
davon 43 verfassungsrechtliche Mitarbeiter (2023)[1]
Haushaltsvolumen17 Mio. EUR(2022)[2]
Websitewww.vfgh.gv.at
Der Sitz des Verfassungs­gerichts­hofs in Wien-Innere Stadt im ehe­maligen Gebäude derÖsterr. Credit­anstalt für Handel und Gewerbe

DerösterreichischeVerfassungsgerichtshof (AbkürzungVfGH) ist einGerichtshof desöffentlichen Rechts mit Sitz inWien. Er ist als einzige in Österreich zur Ausübung derVerfassungsgerichtsbarkeit berufene Institution eine der wichtigsten Einrichtungen imRechtsschutzsystem der österreichischenBundesverfassung und neben dem Verwaltungsgerichtshof (VwGH) und dem Obersten Gerichtshof (OGH) eines von drei Höchstgerichten in Österreich.

Die Kompetenzen des Verfassungsgerichtshofes werden imBundes-Verfassungsgesetz (B-VG) abschließend geregelt, die Organisation und das Verfahren dagegen nur in ihren Grundzügen. Nach Art. 138 B-VG hat er die Funktion einesKompetenzgerichtshofs nicht nur beiKompetenzkonflikten zwischen Gerichten und Verwaltungsbehörden, sondern auch zwischen ordentlichen Gerichten und Verwaltungsgerichten oder dem Verwaltungsgerichtshof sowie zwischen dem Verfassungsgerichtshof selbst und allen anderen Gerichten.

Nähere Regelungen zum Verfahren enthalten das Verfassungsgerichtshofgesetz 1953 (VfGG) und eine vom Verfassungsgerichtshof auf seiner Grundlage erlassene Geschäftsordnung. Der VfGH gilt als ältestes für dieNormenkontrolle ermächtigtes Verfassungsgericht der Welt.[3]

Geschichte der österreichischen Verfassungsgerichtsbarkeit

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Verfassungsgerichtsbarkeit in der Monarchie

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Das ehemalige Gebäude des Reichsgerichts am Wiener Schillerplatz

Als Vorgänger des späteren Verfassungsgerichtshofs der Republik(Deutsch-)Österreich wird allgemein dasReichsgericht der Monarchie angesehen. Dieses entstand im Zuge der Überlegungen zur Schaffung der konstitutionellenDezemberverfassung von 1867 als notwendig erachtete Füllung einer Lücke desFebruarpatents von 1861. Die Mitglieder des mit der Ausarbeitung der Dezemberverfassung betrauten Verfassungsausschusses desAbgeordnetenhauses desösterreichischen Reichsrats planten, mit diesem eine Institution zu schaffen, die dreierlei Aufgaben zu übernehmen hatte: Die Gewährleistung des Schutzes der – nunmehr neu kodifizierten – verfassungsmäßig gewährleisteten politischen Rechte der Staatsbürger, die unparteiische Entscheidung gewisser Kompetenzkonflikte sowie die Durchsetzung von Ansprüchen, welche nichtprivatrechtlicher Natur waren, gegen das Reich und die einzelnen Bestandteile desselben zu ermöglichen.[4]

Das Reichsgericht wurde durch das Staatsgrundgesetz über die Einrichtung eines Reichsgerichts vom 21. Dezember 1867[5] eingeführt und nahm am 21. Juni 1869 seine Tätigkeit in Wien auf. Die erste mündliche Verhandlung führte das Reichsgericht am 29. November 1869 durch.[6] Es bestand – hierin zeigt sich eine Übereinstimmung mit dem späteren Verfassungsgerichtshof – aus 14 Mitgliedern, wobei der Präsident und der Vizepräsident sowie die zwölf weiteren Mitglieder unterschiedlich vomKaiser direkt oder auf Vorschlag jeweils einer der beiden Kammern des Reichsrats ernannt wurden.[7]Die letzten veröffentlichten Erkenntnisse des Reichsgerichts datieren mit 14. Oktober 1918,[8] also wenige Tage vor dem Zusammenbruch der Monarchie und derProklamation der Republik, wenngleich das Reichsgericht als provisorische Übergangsinstitution formal noch einige Wochen in der Zeit der Republik existierte.[6]

Der Verfassungsgerichtshof der Zwischenkriegszeit

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Nach heute herrschender Ansicht in weiten Teilen der rechtsgeschichtlichen Lehre wurde der Staat(Deutsch-)Österreich nicht erst mit Beschluss desGesetzes über die Staats- und Regierungsform von Deutschösterreich und der daran anschließenden öffentlichen Ausrufung der Republik am 12. November 1918, sondern bereits einige Tage zuvor, nämlich am 30. Oktober, gegründet.[9] An diesem Tag fasste dieProvisorische Nationalversammlung den „Beschluss über die grundlegenden Einrichtungen der Staatsgewalt“, dessen § 16 wie folgt lautete:

§ 16.

Insoweit Gesetze und Einrichtungen, die in den im Reichsrate vertretenen Königreichen und Ländern in Kraft stehen, durch diesen Beschluß nicht aufgehoben oder abgeändert sind, bleiben sie bis auf weiteres in vorläufiger Geltung.

[10]

Bedingt durch diese Formulierung war auch das Reichsgericht der Monarchie nicht ersatzlos aufgehoben, sondern als „provisorisches Reichsgericht“ des Staates Deutschösterreich eingesetzt worden. Dieses stellte jedoch seine Rechtsprechung mit den oben erwähnten letzten Erkenntnissen ein und nahm die Entscheidungstätigkeit in den Anfangstagen der Republik auch nicht mehr auf. Interessant ist in dieser Hinsicht, dass die Mitglieder des Reichsgerichts dennoch noch eine Entscheidung im Rahmen eines zusammengesetzten Senats über einen Kompetenzkonflikt des Reichsgerichts mit dem Verwaltungsgerichtshof am 11. November 1918 fällten – die einzige überlieferte Entscheidung des Reichsgerichts in der Zeit des Staates Deutschösterreich.[11][8]

Der (deutsch-)österreichische Verfassungsgerichtshof 1919–1920

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Bereits wenige Wochen nach der Bestimmung des vormaligen Reichsgerichts zum „provisorischen Reichsgericht“ der neuen Republik kam es schließlich zur Errichtung des Verfassungsgerichtshofs als eigenes Verfassungsgericht der Republik Deutschösterreich. DasGesetz über die Errichtung eines deutschösterreichischen Verfassungsgerichtshofes vom 25. Jänner 1919 bildete die Grundlage für den Übergang der bisher vom Reichsgericht ausgeübten Kompetenzen auf den neu geschaffenen Verfassungsgerichtshof.[12]Der Vorentwurf für dieses Gesetz, das die Provisorische Nationalversammlung kurz vor dem Übergang der Gesetzgebungsgewalt an die gewählteKonstituierende Nationalversammlung am 25. Jänner 1919 beschloss, stammt aus der FederHans Kelsens, des späteren maßgeblichen Mitschöpfers der Bundesverfassung von 1920, der auf Anweisung von StaatskanzlerKarl Renner tätig wurde.[13]

Der nunmehr eingesetzte Verfassungsgerichtshof änderte im Wesentlichen nur seinen Namen. Darüber hinaus wurde die Anzahl der Mitglieder zunächst auf den Präsidenten, den Vizepräsidenten, acht weitere Mitglieder und vier Ersatzmitglieder verkleinert, weil Kelsen, wie er in den Anmerkungen zu seinem Entwurf ausführte, der Ansicht war, die vorgeschlagene Anzahl von zwölf Mitgliedern sei angesichts der „geminderten territorialen Kompetenz“ zu groß.[13] Nachdem die Mitglieder des Reichsgerichts zuvor vom Kaiser ernannt worden waren, ging diese Ernennungskompetenz zunächst auf das neue Staatsoberhaupt der Republik, denStaatsrat, über.Am 24. Februar 1919 kam es schließlich zur formellen Amtsübergabe des ehemaligen Präsidenten des Reichsgerichts,Karl Grabmayr, an den neuen Präsidenten des Verfassungsgerichtshofs,Paul Vittorelli.[11] Der Verfassungsgerichtshof nahm danach unmittelbar seine rechtsprechende Arbeit auf und konnte mit 10. März 1919 seine ersten Erkenntnisse fällen. Bereits in einem dieser ersten Erkenntnisse hielt der Verfassungsgerichtshof allerdings fest, sich selbst nicht als „Fortsetzung des früheren Reichsgerichtes unter einer anderen Bezeichnung“ zu sehen, sondern vielmehr ein „neu geschaffener Gerichtshof“ zu sein.[14]

Eine wesentliche Erweiterung der Kompetenzen des Verfassungsgerichtshofs erfolgte noch im März 1919. Mit demGesetz über die Volksvertretung wurde in dessen Art. 15 die Möglichkeit geschaffen, dass der Verfassungsgerichtshof auf Antrag der Staatsregierung Gesetzesbeschlüsse derLandesversammlungen auf ihre Verfassungswidrigkeit hin zu prüfen hat.[15] Diese Bestimmung wird heute überwiegend als Beginn der Gesetzesprüfungskompetenz des Verfassungsgerichtshofs betrachtet, wobei ihr in der Zeit bis zur Schaffung des B-VG 1920 tatsächlich keine Bedeutung zukam, da es in dieser Zeit zu keinem einzigen solchen Gesetzesprüfungsverfahren kam.[16]Zu einer weiteren Kompetenzerweiterung kam es nur wenige Wochen später, am 3. April 1919, mit einem Gesetz, das die Aufgaben der Staatsgerichtsbarkeit (also insbesondere die Entscheidung über Anklagen von Ministern) an den Verfassungsgerichtshof übertrug. Mit demselben Gesetz wurde auch die Mitgliederzahl wieder auf 14 angehoben und damit dem Stand des ehemaligen Reichsgerichts angeglichen.[17] Bereits kurz zuvor, nämlich am 30. März 1919 verstarb das Mitglied des VerfassungsgerichtshofsEdmund Bernatzik. Als sein regulärer Nachfolger – und damit nicht bedingt durch die Aufstockung der Mitgliederzahl, die parallel dazu stattfand – wurde am 3. Mai 1919 der von Teilen der Lehre als geistiger „Vater“[18] des Verfassungsgerichtshofs bezeichneteHans Kelsen zum Verfassungsrichter ernannt.

DerStaatsvertrag von Saint-Germain bedingte eine gesamtstaatliche Namensänderung: Der Staat trug nicht mehr den Namen „Deutschösterreich“, sondern nur noch „Österreich“. Dies hatte insofern Auswirkung auf den Verfassungsgerichtshof, als dieser ab 21. Juli 1920 als Verfassungsgerichtshof der Republik Österreich bezeichnet wurde.

Der Verfassungsgerichtshof nach dem B-VG 1920

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Das Jahr 1920 brachte der jungen Republik Österreich eine verfassungsrechtliche Zäsur: Nachdem die Konstituierende Nationalversammlung monatelang diskutiert und verhandelt hatte, wurde schließlich in ihrer letzten Sitzung am 1. Oktober 1920 mit demBundes-Verfassungsgesetz der zentrale Verfassungsakt der österreichischen Bundesverfassung beschlossen, die mit dem Tag der ersten Sitzung des darin neu geschaffenenNationalrats am 10. November 1920 in Kraft trat.[19]Diese Verfassung ging auf Entwürfe Hans Kelsens sowie Textbeiträge des damaligen StaatskanzlersKarl Renner sowie des späteren Bundeskanzlers und Mitglieds des VerfassungsgerichtshofsMichael Mayr zurück. Sie stellt bis heute den zentralen Bestandteil des österreichischen Verfassungsrechts dar und enthielt zum Zeitpunkt ihrer ursprünglichen Beschlussfassung in den Artikeln 137 bis 148 die wesentlichen Bestimmungen zur Einrichtung, Organisation und Zuständigkeit des Verfassungsgerichtshofs.[20]

Im Zuge der Einführung des B-VG wurden auch die Kompetenzen des Verfassungsgerichtshofs zum einen auf eine verfassungsrechtliche Grundlage gestellt und zum anderen erheblich ausgeweitet. Neben der schon bislang bestehenden Kompetenz-, Kausal-, Wahl- und Staatsgerichtsbarkeit erhielt der Verfassungsgerichtshof insbesondere auch erweiterte Normenkontrollbefugnisse (also die Berechtigung, Verordnungen und Gesetze auf ihre Verfassungsmäßigkeit zu prüfen) sowie die Sonderverwaltungsgerichtsbarkeit (die Möglichkeit, über Beschwerden wegen Verletzung verfassungsmäßig gewährleisteter Rechte durch Entscheidung oder Verfügung von Verwaltungsbehörden zu entscheiden).[21] Daneben mussten auch die Mitglieder des Verfassungsgerichtshofs – es blieb bei 14 Mitgliedern – erneut nach den nunmehr neu geschaffenen Besetzungsbestimmungen des Art. 147 B-VG bestellt werden. Dies erfolgte durch die Wahl der Mitglieder im National- bzw. Bundesrat am 15. bzw. 20. Juli 1921. Ein zusätzliches Vorschlagsrecht derBundesregierung, wie dies heute der Fall ist, kannte die ursprüngliche Fassung des Art. 147 nicht.[21] Ganz im Gegensatz zu den späteren Bestellungen war es 1921 üblich, dass aktive Politiker, teilweise sogar ohne juristische Vorbildung, aus parteipolitischem Kalkül zu Mitgliedern des Verfassungsgerichtshofs bestellt wurden.

Seine ersten Erkenntnisse nach der Erlassung des B-VG fällte der Verfassungsgerichtshof am 14. Dezember 1920, wobei erst am 11. Oktober 1921, nach den Neubestellungen, die ersten Erkenntnisse durch die neue Besetzung gefällt wurden.[21] Den Sitz hatte der Verfassungsgerichtshof zunächst weiter im Gebäude des ehemaligen Reichsgerichts („Schillerhof“) am WienerSchillerplatz, ehe er im Mai 1923 aus Einsparungsgründen infolge derGenfer Protokolle insParlamentsgebäude übersiedeln musste.[22]

Eine weitere organisatorische Veränderung erfuhr der Verfassungsgerichtshof im Jahr 1921, als dasVerfassungsgerichtshofgesetz erlassen wurde. Bis dahin hatte es kein eigenes Organisations- und Verfahrensrecht für den Gerichtshof gegeben, weshalb das„Gesetz betreffend die Organisation des Reichsgerichtes, das Verfahren vor dem selben und die Vollziehung seiner Erkenntnisse“ aus dem Jahr 1869 ersatzweise herangezogen wurde. DasBundesgesetz über die Organisation und über das Verfahren des Verfassungsgerichtshofes[23] vom 13. Juli 1921 änderte diesen Zustand und bewirkte gleichzeitig einige organisatorische Neuerungen. Zu den wichtigsten davon gehören die Festlegung der Zahl der Mitglieder des Gerichtshofs (14, wie bereits beim Reichsgericht, aber sechs statt vier Ersatzmitglieder) sowie erstmals eine Unvereinbarkeitsbestimmung für die Richter des Verfassungsgerichtshofs. Auch die Kompetenzen des Verfassungsgerichtshofs wurden im selben Zuge erweitert: Er war nunmehr auch zuständig, über Kompetenzstreitigkeiten zwischen Bund und Ländern zu entscheiden.[24]

Die Entpolitisierung des Verfassungsgerichtshofs 1930

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Die Novelle des Bundes-Verfassungsgesetzes von 1929 führte zu einer tiefgreifenden Veränderung des österreichischen Verfassungsgerichtshofs. Bereits nach derNationalratswahl 1920 hatte sich unter Führung derChristlichsozialen Partei eine „Bürgerblockregierung“ gebildet (sieheBundesregierung Mayr II), die, bei derNationalratswahl 1927 als Einheitsliste angetreten, gemeinsam mit demLandbund über eine Mehrheit im Nationalrat verfügte. Diese Parlamentsmehrheit strebte nunmehr eine Novelle des Bundes-Verfassungsgesetzes an, um eine Entpolitisierung des VfGH zu bewerkstelligen, nachdem diesem zuvor zahlreiche aktive Politiker und parteinahe Personen angehört hatten. Wesentlichstes Ziel der Novelle war aber primär eine Stärkung der Stellung desBundespräsidenten gegenüber dem Parlament.[25][26] Daher wurden auch als zentrales Element der Reform die Bestimmungen über die Bestellung der Verfassungsrichter abgeändert: Nicht mehr derNationalrat, sondern der Bundespräsident sollte die Mitglieder des Verfassungsgerichtshofs ernennen. Hierzu hatten die Bundesregierung, der Nationalrat und derBundesrat jeweils Vorschläge zu erstatten, die beiden Letztgenannten in Form von Dreiervorschlägen, aus denen der Bundespräsident einen Kandidaten auswählen konnte.

Weiters wurden die Unvereinbarkeitsregeln des VfGG sowie die Zahl der Mitglieder des Verfassungsgerichtshofs nunmehr im Bundes-Verfassungsgesetz verankert. Zugleich wurde, wie bereits angedeutet, die Entpolitisierung des Gerichtshofs angestrebt, indem die Vollendung desRechts- und Staatswissenschaftlichen Studiums ebenso zur Voraussetzung für die Ernennung gemacht wurde wie eine zehnjährige Ausübung eines juristischen Berufs. Waren die Mitglieder des Verfassungsgerichtshofs bis dahin auf Lebenszeit gewählt worden, bestimmte die Novelle nunmehr, dass ihre Amtszeit mit Ablauf des Jahres enden sollte, in dem sie ihr 70. Lebensjahr vollendeten, – auch diese Regelung hat bis heute Bestand. Der von manchen Autoren als „Schönheitsfehler“[25] der Reform von 1929 bezeichnete Punkt der Novelle bestand darin, dass, wie einige Autoren anmerken, die „Entpolitisierung“ eher eine „Umpolitisierung“ war:[27] Durch § 25 des Verfassungs-Übergangsgesetzes 1929 verloren nämlich alle zu diesem Zeitpunkt im Verfassungsgerichtshof tätigen Richter ihr Amt zum 15. Februar 1930 und mussten nach den neuen Bestellungsregeln neu bestellt werden.Dass dies nicht bei allen Mitgliedern geschah und beispielsweise Hans Kelsen sein Amt dadurch verlor, macht deutlich, dass hauptsächlich der parteipolitischen Linie der Regierung entsprechende Mitglieder wiederbestellt wurden. Kelsen saß bis dahin als „Experte“ im Verfassungsgerichtshof und hatte sich dort als Referent bei umstrittenen Erkenntnissen (z. B.Sever-Ehe) bei der Regierung unbeliebt gemacht. Er hätte ein Angebot des damaligen Wiener BürgermeistersKarl Seitz annehmen können, der vorschlug, ihn vonseiten der Sozialdemokraten zu nominieren, lehnte dies aber ab, da er nicht parteipolitisch nominiert werden wollte.[28] Auch PräsidentVittorelli und VizepräsidentMenzel verloren am 15. Februar 1930 ihre Ämter als Mitglieder des Verfassungsgerichtshofs.[27]

Ausschaltung des Verfassungsgerichtshofs 1933/34

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BundeskanzlerEngelbert Dollfuß schaltete 1933 mit seiner Regierung den VfGH aus

Die politische Entwicklung der 1930er-Jahre war in der Folge geprägt von einer Zuspitzung und Polarisierung zwischen den konservativen Regierungsparteien und der oppositionellen Sozialdemokratie. All dies kulminierte schließlich in der Nationalratssitzung am 4. März 1933, als alle drei Präsidenten des Nationalrats zurücktraten. BundeskanzlerEngelbert Dollfuß nahm dieses Ereignis zum Anlass, von der „Selbstausschaltung des Parlaments“ und daraus resultierend dessen Funktionsunfähigkeit auszugehen. In weiterer Folge wurde eine für 15. März einberufene Nationalratssitzung mithilfe der Polizei, die das Parlamentsgebäude umstellte und Abgeordneten den Zugang verwehrte, verhindert.[29]

DieBundesregierung Dollfuß I erließ in der Folge auf der Grundlage desKriegswirtschaftlichen Ermächtigungsgesetzes von 1917 generelle Normen in Form von (Not-)Verordnungen. Bereits bis zum 30. Mai 1933 langten beim Verfassungsgerichtshof insgesamt 38 Anträge auf Prüfung von solchen Verordnungen ein, zum Jahresende 1933 hatte allein dieWiener LandesregierungSeitz III 82 solche Anträge eingebracht. Der Verfassungsgerichtshof leitete schließlich auch von Amts wegen ein Prüfungsverfahren ein, was die Regierung befürchten ließ, der Gerichtshof würde ihrer Praxis der Gesetzgebung durch Verordnungen demnächst ein Ende setzen.[30] Nachdem das Verfahren über sieben dieser Fälle bereits eingeleitet und die Bundesregierung zur Erstattung von Gegenschriften aufgefordert worden war, war Eile geboten.In einer Ministerratssitzung am 28. April 1933 wurde daher von der Regierung das weitere Vorgehen besprochen, wobei ein Vorschlag des VfGH-ErsatzmitgliedsRobert Hecht aufgegriffen wurde: Die regierungsnahen Mitglieder des Verfassungsgerichtshofs sollten geschlossen zurücktreten, sodass die für die Beschlussfassung im Gerichtshof erforderliche Anwesenheit nicht mehr erreicht werden konnte.[30][31]

Die Regierung erließ am 23. Mai 1933 eine gesetzesändernde Verordnung, mit der das Verfassungsgerichtshofgesetz abgeändert wurde, um die vorgeschlagene Vorgehensweise zu erleichtern. So mussten nicht alle Mitglieder zurücktreten, sondern es reichte bereits der Rücktritt einzelner Mitglieder, um weitere Mitglieder von der Verhandlung automatisch auszuschließen.[32] Als erstes Mitglied des Verfassungsgerichtshofs trat bereits am 18. Mai 1933, also noch einige Tage vor der Änderung des VfGG,Adolf Wanschura vom Amt zurück, der in einer zeitgleich mit dem Beschluss der oben genannten Verordnung veröffentlichten Erklärung in derReichspost seinen Austritt ausführlich begründete.[33] In weiterer Folge, insbesondere nachdem Robert Hecht im Auftrag von Dollfuß zugesagt hatte, dass die zurücktretenden Mitglieder auch für den künftig neu zu besetzenden VfGH wieder berücksichtigt würden, traten zwischen 20. und 28. Mai noch sechs weitere Mitglieder des Gerichtshofs von ihren Ämtern zurück (neben Wanschura und Hecht selbst auchLudwig Praxmarer,Friedrich Mathias,Mathias Bernegger,Ernst Ganzwohl undAdolf Pilz).[30] Dadurch war der Verfassungsgerichtshof nicht mehr beschlussfähig, wasde facto die Ausschaltung bedeutete.[31]

Mit der autoritären ständestaatlichenMaiverfassung von 1934 wurde der Verfassungsgerichtshof schließlich gänzlich abgeschafft, wodurch auch die noch verbliebenen Mitglieder des Gerichtshofs ihr Amt verloren. Gleichzeitig wurde in der von der Bundesregierung durchgesetzten und von einem „Rumpfparlament“ beschlossenen Verfassung derBundesgerichtshof als Nachfolger sowohl des Verfassungs- als auch des Verwaltungsgerichtshofs geschaffen. Diesem gehörten in der Folge auch einige der ehemaligen VfGH-Mitglieder an, insbesondere in dessen Verfassungssenat.[34] Der„Anschluss“ Österreichs an dasnationalsozialistischeDeutsche Reich änderte das Wesen des Bundesgerichtshofs maßgeblich. Er verlor alle verfassungsgerichtlichen Kompetenzen und wurde zu einem Verwaltungsgericht, das ab 1940 als „Verwaltungsgerichtshof in Wien“ bezeichnet wurde.1941 wurde er mit anderen Verwaltungsgerichten organisatorisch zusammengelegt und fungierte in der Folge als Außensenat Wien desReichsverwaltungsgerichts.[35][36][37]

Entwicklung des Verfassungsgerichtshofs in der zweiten Republik

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Der provisorische Verfassungsgerichtshof 1945/1946

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DieBefreiung vom Nationalsozialismus ab Ende März 1945 führte auch zum Wiederaufleben der Republik Österreich und ihrer Institutionen. Nachdem bereits am 23. April zwischen den beiden neu gegründeten großen Parteien, denSozialisten und derVolkspartei, das Einvernehmen über die Bildung einer provisorischen Staatsregierung hergestellt wurde, wurde diese am 27. April 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht anerkannt. Noch am selben Tag erließ die neueprovisorische Staatsregierung unter StaatskanzlerKarl Renner eine Proklamation über die Unabhängigkeit Österreichs.Bereits in seiner sechsten Sitzung am 13. Mai 1945 beschloss der Kabinettsrat dasVerfassungs-Überleitungsgesetz, mit dem das Bundes-Verfassungsgesetz in der Fassung von 1929 sowie alle weiteren Verfassungsgesetze in ihrem Stand vom 5. März 1933 wieder in Geltung gesetzt wurden. Österreich war damit wieder auf die verfassungsmäßige Grundlage vor der autoritären Maiverfassung von 1934 gestellt worden. Tatsächlich wurde im Verfassungs-Überleitungsgesetz aber bestimmt, dass das B-VG aufgrund der Undurchführbarkeit zu diesem Zeitpunkt erst sechs Monate nach dem Zusammentreten der gewählten Volksvertretung in Kraft treten sollte. (Diese Frist wurde in der Folge stark verkürzt.) Bis dahin galt eine Vorläufige Verfassung.[38]

Diese Vorläufige Verfassung sah zunächst keinen Verfassungsgerichtshof vor. Erst mit einem Verfassungsgesetz vom 12. Oktober 1945 wurde in § 48a der Vorläufigen Verfassung der Verfassungsgerichtshof wieder eingerichtet, um in Hinblick auf die anstehenden Nationalratswahlen eine ordentliche Kompetenz- und Wahlgerichtsbarkeit zu gewährleisten. Die Kompetenzen dieses provisorischen Verfassungsgerichtshofs wurden aus dem – zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht in Geltung stehenden – Bundes-Verfassungsgesetz 1929 abgeleitet.[38] Das erste und offenbar einzige Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs auf Grundlage der Vorläufigen Verfassung betraf dann auch eine Wahlanfechtung, und zwar die Anfechtung derLandtagswahl in Tirol 1945.[39] Das ebenfalls am 12. Oktober 1945 beschlossene Verfassungsgerichtshofgesetz regelte erneut die Einrichtung und das Verfahren des Verfassungsgerichtshofs. Dem provisorischen Verfassungsgerichtshof gehörten demnach bis zum Inkrafttreten des B-VG nur ein Präsident, ein Vizepräsident und fünf weitere Mitglieder sowie fünf Ersatzmitglieder an. Die Bestellung dieser Mitglieder erfolgte ebenfalls abweichend zum B-VG: Präsident und Vizepräsident waren vom Kabinettsrat (Staatskanzler, alle Staatssekretäre, alle Unterstaatssekretäre), je ein Mitglied und Ersatzmitglied von den beiden anderen Höchstgerichten (OGH und VwGH) sowie je ein Mitglied und Ersatzmitglied von den drei staatstragenden politischen Parteien (ÖVP, SPÖ und KPÖ) zu bestellen.[40]

Am 25. November 1945 fand in Österreich die ersteNationalratswahl seit 1933 statt. Der somit neu gewählte Nationalrat kam am 19. Dezember 1945 zu seinerkonstituierenden Sitzung zusammen und beschloss in dieser ein weiteres Verfassungs-Übergangsgesetz, mit dem das B-VG 1929 in Kraft gesetzt und das Verfassungs-Überleitungsgesetz sowie die vorläufige Verfassung des Kabinettsrats außer Geltung gesetzt wurden. Der erste nach den Bestimmungen des B-VG 1929 zusammengesetzte Verfassungsgerichtshof kam in der Folge am 3. Oktober 1946 zu seiner konstituierenden Sitzung unter dem Vorsitz von PräsidentLudwig Adamovich sen. zusammen.[40]

Entwicklungen nach 1946

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Der österreichische Verfassungs­gerichts­hof residierte von 1946 bis 2012 in der ehemaligenBöhmi­schen Hof­kanzlei, Wien 1., Judenplatz 11
Beratung der VfGH-Richter imBlauen Salon der Böhmischen Hofkanzlei im Juni 2003

In den Jahrzehnten nach der Konstituierung des Verfassungsgerichtshofs der Zweiten Republik auf Grundlage des Bundes-Verfassungsgesetzes kam es im Wesentlichen nur noch zu Änderungen und Erweiterungen der Kompetenzen des Gerichtshofs. Seine Stellung oder Organisation wurden aber nie mehr wesentlich verändert. Eine geringfügige Änderung hinsichtlich des Bestellungsmodus wurde mit einer Verfassungsnovelle im Jahr 1994 eingeführt: Bis dahin hatten sowohl der National- als auch der Bundesrat ihre Vorschläge für die Bestellung von Mitgliedern dem Bundespräsidenten jeweils als Dreiervorschläge zu unterbreiten, woraus der Bundespräsident einen der Kandidaten frei wählen konnte. Diese Praxis wurde 1994 abgeschafft und dem Vorschlagsrecht der Bundesregierung angeglichen, sodass nunmehr auch National- und Bundesrat jeweils Einzelkandidaten zur Bestellung vorschlagen.

Weitere Novellierungen des Bundes-Verfassungsgesetzes und anderer Verfassungsbestimmungen mit Bezug zum Verfassungsgerichtshof betrafen meistens nur dessen Kompetenzen. So kann der VfGH etwa seit 1964 über die Rechtmäßigkeit von Staatsverträgen entscheiden, seit 1975 auf Antrag eines Drittels der Abgeordneten des Nationalrats oder eines zweitinstanzlichen Gerichts ein Gesetzes- oder Verordnungsprüfungsverfahren einleiten, dasselbe seit 1991 auch auf Antrag eines Drittels der Mitglieder des Bundesrats, sowie Entscheidungen der damaligenUnabhängigen Verwaltungssenate prüfen. Im Zuge der bedeutenden Novelle 1975 wurde auch die „Individualbeschwerde“ eingeführt, die es Einzelpersonen in eng begrenztem Rahmen ermöglichte, Gesetzes- oder Verordnungsbestimmungen direkt beim Verfassungsgerichtshof zu bekämpfen. Eine wesentliche Neuerung in den Kompetenzen des Verfassungsgerichtshofs stellte auch die mit 1. Jänner 2015 eingeführte „Gesetzesbeschwerde“ – juristisch als Parteiantrag auf Normenkontrolle bezeichnet – dar, die es Parteien eines Verfahrens vor einem ordentlichen Gericht ermöglicht, im Zuge eines Rechtsmittels gegen ein erstinstanzliches Urteil beim Verfassungsgerichtshof die Aufhebung von Rechtsvorschriften zu beantragen. Auch erstinstanzliche Gerichte können seitdem Anträge auf Normenkontrolle an den Verfassungsgerichtshof stellen.

Von 1946 bis zum Sommer 2012 hatte der VfGH seinen Sitz in der ehemaligenBöhmischen Hofkanzlei im1. Wiener Gemeindebezirk, Eingang vomJudenplatz, wo sich auch derVerwaltungsgerichtshof befindet. Am 20. August 2012 wurde der wegen Platzmangels übersiedelte Gerichtsbetrieb im bis 1921 errichteten ehemaligen BankgebäudeFreyung 8 (offizielle Adresse, zuvor als Renngasse 2 bezeichnet), ebenfalls im 1. Bezirk, aufgenommen. Das Haus ist seit Anfang der 1990er Jahre als Sitz desBank Austria Kunstforums bekannt.[41][42]

Mit der Ernennung vonBrigitte Bierlein zur VfGH-Präsidentin am 23. Februar 2018 rückte erstmals in der Geschichte der österreichischen Verfassungsgerichtsbarkeit eine Frau an die Spitze dieses Höchstgerichts auf.[43] Knapp anderthalb Jahre später wurde Brigitte Bierlein von BundespräsidentAlexander Van der Bellen zurBundeskanzlerin einerÜbergangsregierung (Bundesregierung Bierlein) ernannt, nachdem die vorherige Regierungs-Koalition infolge derIbiza-Affäre aufgelöst worden war. GemäßArt. 147 Abs. 4 u. 5B-VG dürfen Mitglieder des Verfassungsgerichtshofs nicht gleichzeitig auch derBundesregierung angehören (Grundsatz der Inkompatibilität). Im Vorfeld derAngelobung als Bundeskanzlerin legte Brigitte Bierlein daher das Amt als Präsidentin des Verfassungsgerichtshofes mit 2. Juni 2019 zurück.[44]

Bedeutende Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofs

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Die Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes von 1919 bis 1979 sind auf einem Internetportal derÖsterreichischen Nationalbibliothek mit dem NamenALEX – Historische Rechts- und Gesetzestexte Online archiviert. Die Erkenntnisse seit 1980 – sowie in Auswahl auch ältere Judikate[45] – sind imRechtsinformationssystem des Bundes (RIS) zu finden. Der Verfassungsgerichtshof selbst präsentiert auf seiner Website unter dem Titel „Rechtsprechung im Wandel“ im Rahmen einer Zeitleiste ausgewählte geschichtlich bedeutsame Erkenntnisse.[46]

In der Ersten Republik

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Unter den vom VfGH zu entscheidenden Fällen befanden sich einige, in denen der Gegensatz zwischen derSozialdemokratie und der seit 1920 konservativen Bundesregierung zum Ausdruck kam:

Kein „Reigen“-Verbot in Wien

Der Wiener BürgermeisterJakob Reumann verbot 1921 entgegen einer Verordnung des Bundesministers für Inneres und Unterricht,Egon Glanz, die Aufführung vonArthur Schnitzlers von Konservativen als skandalös bezeichnetem Drama „Reigen“ nicht und wurde deshalb von derBundesregierung Mayr II beim VfGH angeklagt. Es stellte sich heraus, dass die an Reumann ergangene Verordnung keine Unterschrift aufwies und daher rechtlich als nicht existent zu betrachten war.[47][48]

Feuerbestattung gegen Ministerwillen

1923 nahm Reumann gegen den Willen von SozialministerRichard Schmitz einstädtisches Krematorium, dieFeuerhalle Simmering, in Betrieb (dierömisch-katholische Kirche trat damals gegen die Feuerbestattung auf). Der Landeshauptmann wurde daraufhin von der von einem Priester geleitetenBundesregierung Seipel I vor den VfGH gezogen. Dieser entschied, Reumann habe sich in einem entschuldbaren Rechtsirrtum befunden, da das Bestattungswesen lang ausschließliche Landeskompetenz gewesen sei.[49]

Dispensehen nicht von Gerichten entscheidbar

Die so genanntenSever-Ehen (auchDispensehe) bewirkten jahrelange Unsicherheit der betreffenden Personen.Albert Sever, 1919–1921 sozialdemokratischer Landeshauptmann vonNiederösterreich (damals noch inklusive Wien), hatte geschiedenen Katholiken perDispens die Wiederverehelichung ermöglicht. Gerichte sahen sich berufen, die Dispens in einigen Fällen für unwirksam zu erklären. Der VfGH entschied, der Verfassung entsprechend seien nur Verwaltungsbehörden, nicht aber Gerichte zu diesen Entscheidungen befugt, und hob die Gerichtsurteile zum Missvergnügen der Konservativen auf, sodass die Zweitehen aufrecht blieben.[50][51] In einem späteren Erkenntnis, das der Verfassungsgerichtshof nach der Neubesetzung aller Stellen 1930, traf, wurde diese Auffassung ausdrücklich revidiert.

In der Zweiten Republik

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Verfassungsbestimmungen in einfachen Gesetzen

In der Zweiten Republik wurde Österreich 1945–1966, 1987–1994, 1996–2000 und 2006–2008 von einerGroßen Koalition regiert, die imNationalrat über die verfassungsändernde Zwei-Drittel-Mehrheit verfügte. Lief eine politisch erwünschte Gesetzesbestimmung Gefahr, vom VfGH – meist wegen Verstoßes gegen das grundsätzliche Gleichheitsgebot der Verfassung – aufgehoben zu werden, beschloss die Große Koalition häufig Bestimmungen im Verfassungsrang. Damit konnte man die Prüfung dieser Bestimmung durch den VfGH verhindern.

Lange Übergangsfristen

Der VfGH hob die imAllgemeinen Sozialversicherungsgesetz, in Kraft getreten 1956, enthaltene Regel, dass dasRegelpensionsalter für Männer mit 65 Lebensjahren, für Frauen mit 60 Lebensjahren angesetzt wird, 1990 wegen Verstoßes gegen den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung auf. Bundesregierung und Nationalrat entschieden sich zur Abstellung der Ungleichheit für sehr lange Übergangsfristen.

Aufhebung der Erbschafts- und Schenkungssteuerpflicht

Mit den Erkenntnissen "G54/06 ua"[52] und "G23/07 ua"[53], hob der VfGH die Grundtatbestände des Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz (§ 1 Abs. 1 Z1 u. Z2) im Hinblick auf Art. 7 desBundes-Verfassungsgesetz wegen Gleichheitswidrigkeit auf (siehe auchGleichheitssatz). Am 1. August 2008 trat infolge eine umfassende Schenkungsmeldepflicht in Kraft (sieheSchenkungsmeldegesetz).

Aufhebung der Stichwahl zur Bundespräsidentenwahl 2016

Am 1. Juli 2016 verkündete der VfGH ein Erkenntnis,[54] wonach der zweite Wahlgang zurBundespräsidentenwahl in Österreich 2016 in ganz Österreich zu wiederholen sei, und bestätigte somit eine Wahlanfechtung des ZustellbevollmächtigtenHeinz-Christian Strache des unterlegenen KandidatenNorbert Hofer (FPÖ).[55]Grund für die Aufhebung war, dass der VfGH feststellte, dass es in insgesamt 14 österreichischen Wahlbezirken zu Verletzungen der Vorschriften für die Auszählung der Briefwahlstimmen gekommen war. Insgesamt rund 77.000 Briefwahl-Stimmen waren zu früh oder durch die falschen Personen ausgezählt worden. Außerdem waren die vorläufigen Wahl(teil)ergebnisse von den Wahlbehörden zu früh an die Medien weitergegeben worden.[54]

Erstmals in der Geschichte der Republik Österreich kam es daher ab 8. Juli 2016 nach dem durch das Auslaufen der Amtszeit bedingten Ausscheiden vonHeinz Fischer aus dem Amt zu einemInterregnum ohne Bundespräsidenten. Der in der aufgehobenen Stichwahl siegreich gewesene KandidatAlexander Van der Bellen konnte auf Grund dieses VfGH-Erkenntnisses das Amt nicht antreten, sondern musste sich erneut einer Stichwahl stellen, die er schließlich am 4. Dezember für sich entscheiden konnte. Das Erkenntnis zur Aufhebung der Stichwahl entwickelte sich rasch zu einem politisch und rechtswissenschaftlich stark diskutierten Gegenstand der öffentlichen Debatte. Namhafte Juristen haben das Erkenntnis sowohl stark kritisiert als auch gegen solche Kritik verteidigt.

Öffnung derEhe für gleichgeschlechtliche Paare

Nachdem sich einhomosexuelles Paar im Jahr 2016 beim Verfassungsgerichtshof darüber beschwert hatte, dass es vom Magistrat der Stadt Wien nicht zur Eheschließung zugelassen worden war, leitete der VfGH von Amts wegen ein Prüfverfahren ein, um zu prüfen, ob es verfassungswidrig sei, gleichgeschlechtlichen Paaren den Zugang zur Ehe grundsätzlich zu verweigern. In seinem Erkenntnis vom 4. Dezember 2017[56] hob der Verfassungsgerichtshof die Wortfolge „verschiedenen Geschlechts“ in § 44ABGB sowie die entsprechenden Bestimmungen imEingetragene Partnerschaft-Gesetz (EPG) mit Wirkung zum 1. Jänner 2019 auf. Als Folge dürfen daher seit 1. Jänner 2019 auch gleichgeschlechtliche Paare in Österreich dieZivilehe miteinander eingehen.[57] Begründend führte der VfGH im Wesentlichen aus, dass die eingetragene Partnerschaft der Ehe immer weiter angenähert worden sei, sodass die beiden Rechtsinstitute einander heute sowohl von der Ausgestaltung als auch von den Rechtsfolgen her trotz „vereinzelt bestehender Unterschiede“ weitgehend entsprächen.[58]

Organisation

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Mitglieder des Verfassungsgerichtshofes

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Der Verhandlungs­saal des Verfassungs­gerichts­hofs
Tafel aller Mitglieder des Verfassungsgerichtshofes bis 2025 (lesbar)
Hauptartikel:Liste der Mitglieder des österreichischen Verfassungsgerichtshofs
Siehe auch:Liste der Präsidenten des Verfassungsgerichtshofs

Der Verfassungsgerichtshof besteht aus einem Präsidenten, einer Vizepräsidentin, sowie zwölf Mitgliedern und sechs Ersatzmitgliedern.

Mitglied oder Ersatzmitglied des Verfassungsgerichtshofes kann nur werden, wer das Studium derRechtswissenschaften abgeschlossen und mindestens zehn Jahre einen einschlägigen Beruf (z. B.Richter,Staatsanwalt,Rechtsanwalt,Universitätsprofessor) ausgeübt hat. Die Ernennung erfolgt durch denBundespräsidenten. Dieser ist dabei an die Vorschläge bestimmter anderer Staatsorgane gebunden, muss sie aber nicht annehmen:

  • Der Präsident, der Vizepräsident, sechs weitere Mitglieder und drei Ersatzmitglieder werden von derBundesregierung vorgeschlagen. Diese Mitglieder dürfen, anders als die von National- und Bundesrat vorgeschlagenen Mitglieder, nur den Berufsgruppen der Richter, Verwaltungsbeamten und Rechtsprofessoren entstammen (Art. 147 Abs. 2 erster SatzB-VG).
  • Drei Mitglieder und zwei Ersatzmitglieder werden vomNationalrat vorgeschlagen.
  • Drei Mitglieder und ein Ersatzmitglied werden vomBundesrat vorgeschlagen.[59]

Bestimmte (politische) Staatsfunktionen und Tätigkeiten als Funktionäre oder Angestellte politischer Parteien schließen eine Mitgliedschaft oder Ersatzmitgliedschaft im Verfassungsgerichtshof aus (Grundsatz der Inkompatibilität; siehe näher ArtikelArt. 147 Abs. 4 u. 5 B-VG). Eine auch nach Beendigung der politischen Tätigkeit bestehende „Cooling-off-Periode“ von 5 Jahren besteht für den Präsidenten und den Vizepräsidenten des Verfassungsgerichtshofes. Seit Juli 2024 setzt auch die Ernennung zum Mitglied und Ersatzmitglied des Verfassungsgerichtshofs eine vorhergehende mindestens dreijährige Periode ohne politische Ämter oder Tätigkeiten voraus.[60][61][62]

Anders als die Mitglieder desVerwaltungsgerichtshofes sind die Mitglieder und Ersatzmitglieder des Verfassungsgerichtshofes keine Berufsrichter, sondern üben ihre Funktion als „Nebenamt“ aus, sind dabei aber mit denselben richterlichen Garantien wie Berufsrichter ausgestattet. Das bedeutet insbesondere, dass sie ihr Amt unabhängig ausüben können und grundsätzlich weder ab- noch versetzbar sind. Die Mitglieder erhalten für die Ausübung ihrer Funktion monatliche Bezüge. Ihre Amtszeit endet prinzipiell mit Ablauf jenes Jahres, in dem sie ihr 70. Lebensjahr vollendet haben.[59] Vorzeitig ihresAmtes enthoben werden können Mitglieder des VfGH nur durch einen Beschluss des Gerichtshofs selbst, wenn einer der Gründe des§ 10 VfGG vorliegt: Wenn nachträglich eine Inkompatibilität aufgrund der Annahme eines politischen Amtes eintritt, wenn das Mitglied bei drei aufeinanderfolgenden Verhandlungen des VfGH unentschuldigt gefehlt hat, wenn es sich durch sein Verhalten der Achtung und des Vertrauens des Amtes unwürdig gezeigt oder seine Verpflichtung zur Amtsverschwiegenheit gröblich verletzt hat sowie wenn körperliche oder geistige Einschränkungen des Mitglieds die Erfüllung der Amtspflichten unmöglich erscheinen lassen.[63]

Aktuelle Mitglieder des Verfassungsgerichtshofs
BildNamePositionBestellungVorschlag
Christoph GrabenwarterChristoph GrabenwarterPräsident2. Juni 2005
Präsident seit 19. Februar 2020
Bundesregierung
Verena MadnerVerena MadnerVizepräsidentin24. Apr. 2020Bundesregierung
Markus AchatzMarkus AchatzMitglied9. Jan. 2013Nationalrat
Sieglinde GahleitnerSieglinde GahleitnerMitglied22. Dez. 2009
Amtsantritt am 1. Jänner 2010
Bundesrat
Andreas HauerAndreas HauerMitglied7. März 2018Nationalrat
Christoph HerbstChristoph HerbstMitglied7. Juni 2011Bundesrat
Michael HoloubekMichael HoloubekMitglied10. Jan. 2011Nationalrat
Angela JulcherAngela JulcherMitglied10. Juni 2025Bundesregierung
Georg LienbacherGeorg LienbacherMitglied10. Jan. 2011Bundesregierung
Michael MayrhoferMichael MayrhoferMitglied22. Sep. 2021Bundesregierung
Stefan PernerMitglied10. Juni 2025Bundesregierung
Michael RamiMichael RamiMitglied11. Apr. 2018Bundesrat
Johannes SchnizerJohannes SchnizerMitglied22. Dez. 2009
Amtsantritt am 1. Jänner 2010
Bundesregierung
Ingrid Siess-ScherzIngrid Siess-ScherzMitglied20. Juni 2012Bundesregierung
Aktuelle Ersatzmitglieder des Verfassungsgerichtshofs
BildNamePositionBestellungVorschlag
Nikolaus BachlerNikolaus BachlerErsatzmitglied4. Feb. 2009Bundesregierung
Daniel EnnöcklDaniel EnnöcklErsatzmitglied22. Jan. 2022Bundesregierung
Barbara Leitl-StaudingerBarbara Leitl-StaudingerErsatzmitglied10. Jan. 2011Bundesregierung
Robert SchickRobert SchickErsatzmitglied17. Dez. 1998
Amtsantritt am 1. Jänner 1999
Nationalrat
Werner SuppanWerner SuppanErsatzmitglied1. Feb. 2017Bundesrat

Arbeitsweise und Verfahren

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Beratung der Mitglieder des Verfassungsgerichtshofs im Plenum

Das Verfahren vor dem Verfassungsgerichtshof ist im Verfassungsgerichtshofgesetz 1953 (VfGG) und in der vom VfGH selbst auf Grundlage des VfGG erlassenen Geschäftsordnung des Verfassungsgerichtshofes näher geregelt (Art. 148 B-VG).Subsidiär (ersatzweise) kommt dieZivilprozessordnung (ZPO) überall dort zur Anwendung, wo durch das VfGG und die Geschäftsordnung keine näheren Bestimmungen zum Verfahrensablauf getroffen werden (§ 35 VfGG). Die Angelegenheiten der Justizverwaltung, wie etwa die Ausübung Diensthoheit über die Bediensteten des Gerichtshofs, werden vom Präsidenten besorgt.

Alle Eingaben an den Verfassungsgerichtshof haben grundsätzlich schriftlich eingebracht zu werden und unterliegen einemAnwaltszwang (§ 17 Abs. 2 VfGG). Einzelne Anträge, die vonseiten von Körperschaften öffentlichen Rechts (Bund, Ländern, Gemeinden, aber hier ausnahmsweise auch einige weitere) eingebracht werden oder von Mitgliedern von Nationalrat, Bundesrat oder Landtagen gestellt werden, sind von dieser Anwaltspflicht ausgenommen. Ebenfalls grundsätzlich sind alle Anträge an den Verfassungsgerichtshof mit einer Eingabegebühr (240 Euro) belastet, von der es wiederum diverse Ausnahmen gibt. Rechtsanwälte sind gemäß § 14a Abs. 4 VfGG verpflichtet, Schriftsätze an den VfGH auf elektronischem Wege – in aller Regel via elektronischem Rechtsverkehr – einzubringen, allen anderen Personen steht dies frei. Bereits seit 2013 ist die komplette interne und externe Aktenverwaltung des VfGH auf denElektronischen Akt umgestellt, was unter anderem auch die Erkenntniszustellung auf elektronischem Weg ermöglicht.

Nach dem Einlagen des sogenannten „verfahrenseinleitenden Schriftsatzes“ teilt der Präsident des Verfassungsgerichtshofs die Rechtssache einem der ständigen Referenten zu. Diese werden vom Plenum des VfGH aus dessen Mitgliedern gewählt und befassen sich permanent mit der Behandlung der eingetroffenen Rechtssachen. Den Referenten sind sogenannte „verfassungsrechtliche Mitarbeiter“, das sind Juristen, die sie bei ihrer Arbeit unterstützen, beigegeben. Der jeweils zuständige Referent führt in der Folge ein Vorverfahren durch, in dem er sämtliche Vorerhebungen, wie etwa die Prüfung der Zulässigkeit, Erhebungen zum Sachverhalt, eventuelle Zeugeneinvernahmen oder das Anfordern von Stellungnahmen der Verfahrensparteien vornimmt. Am Ende dieses Vorverfahrens bereitet der ständige Referent einen Entwurf vor, der entweder auf Zurückweisung mittels Beschluss, auf Abweisung der Beschwerdebehandlung oder als inhaltlicher Erledigungsentwurf ausgestaltet sein kann. Diesen Entwurf leitet der Referent dann an die restlichen Mitglieder des Verfassungsgerichtshofs zur Beschlussfassung weiter.[64][59]

Die Beschlussfassung durch die Mitglieder des Verfassungsgerichtshofs erfolgt in viermal jährlich stattfindenden, jeweils drei- bis vierwöchigenSessionen. Dies sind intensive Sitzungswochen, in denen die zur Erledigung vorbereiteten Fälle beraten werden. Im Gegensatz zum deutschenBundesverfassungsgericht, welches zwei Senate als Spruchkörper eingerichtet hat, entscheidet der Verfassungsgerichtshof in der Regel imPlenum aller 14 Mitglieder. Für die Beschlussfähigkeit ist die Anwesenheit des Vorsitzenden (also des Präsidenten oder Vizepräsidenten) und mindestens acht stimmführender Mitglieder erforderlich. In bestimmten Fällen, in denen die Rechtsfrage durch die bisherige Rechtsprechung des VfGH bereits genügend klargestellt ist, genügt auch die Anwesenheit von vier stimmführenden Mitgliedern (sogenannte „kleine Besetzungen“; § 7 Abs. 2 Z 1 VfGG).Die Beschlüsse des Verfassungsgerichtshofs werden grundsätzlich mit absoluter Stimmenmehrheit gefasst, wobei der Vorsitzende nicht mitstimmt. Dieser gibt seine Stimme nur bei Stimmengleichheit ab und entscheidet dadurch in solchen strittigen Fällen (sogenanntesDirimierungsrecht). Im Gegensatz zu inhaltlichen Entscheidungen müssen Ablehnungen von Beschwerden allerdings ausnahmsweise einstimmig beschlossen werden.[65][59]

Inhaltliche Entscheidungen des Verfassungsgerichtshofs werden grundsätzlich als „Erkenntnis“ bezeichnet (die einleitende Wortfolge jedes Erkenntnisses ist daher auch „Im Namen der Republik! Der Verfassungsgerichtshof hat […] zu Recht erkannt:“) und schriftlich ausgefertigt. Aus dem jeweiligen Erkenntnis ist nicht ersichtlich, welche Mitglieder des Verfassungsgerichtshofs für und welche gegen die Entscheidung gestimmt haben. Auch die Einführung der Möglichkeit vondissenting opinions, wie sie etwa das deutsche Bundesverfassungsgericht oder der US-Supreme Court kennen, wurde zwar immer wieder diskutiert (etwa bei einer parlamentarischenEnquete zu diesem Thema im Jahr 1998[66] und beimÖsterreich-Konvent in den Jahren 2003–2005[67]), bislang aber überwiegend abgelehnt und bis 2021 durch den Gesetzgeber nicht aufgegriffen.[68]Im Rahmen der von derBundesregierung Kurz II im Februar 2021 vorgestellten Regierungsvorlage eines Informationsfreiheitsgesetzes sollte erstmals die Möglichkeit eingeführt werden, dass Verfassungsrichter abweichende Meinungen schriftlich mit Ausfertigung des Erkenntnisses äußern dürfen.[69][70]Das Präsidium des Verfassungsgerichtshofs selbst lehnte dieses gesetzgeberische Vorhaben der Einführung von Sondervoten in einer Stellungnahme zum Ministerialentwurf vom April 2021 ab.[71] In dem im Jahr 2023 von derBundesregierung Nehammer wieder aufgegriffenen Regierungsvorhaben zum Informationsfreiheitsgesetz war die Einführung der Veröffentlichung abweichender Meinungen am VfGH nicht mehr enthalten.[72][73]

Kompetenzen

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Die dem Verfassungsgerichtshof zukommenden Kompetenzen sind bereits imBundes-Verfassungsgesetz, und damit verfassungsgesetzlich abgesichert, abschließend aufgezählt. Im Wesentlichen werden neun unterschiedliche Kompetenzfelder unterschieden, wobei vier davon eine besondere Bedeutung zukommt, weshalb auf diese in der Folge in eigenen Unterabschnitten näher eingegangen wird und die anderen fünf unterSonstige Kompetenzen zusammengefasst sind.[74][75][76][77]

Normenkontrolle

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Hauptartikel:„Österreich“ im Artikel Normenkontrolle

Die Normenkontrolle oder eigentliche Verfassungsgerichtsbarkeit geht auf das Konzept desStufenbaus der Rechtsordnung zurück und umfasst:

  • die Gesetzesprüfung (Art. 140 B-VG), bei der die Vereinbarkeit von Bundesgesetzen mit der Bundesverfassung und die Vereinbarkeit von Landesgesetzen mit Bundes- und Landesverfassungen geprüft wird,
  • die Verordnungsprüfung (Art. 139 B-VG), bei der die Vereinbarkeit von Verordnungen mit Gesetzen und der Verfassung geprüft wird,
  • die Staatsvertragsprüfung (Art. 140a B-VG), bei der Staatsverträge auf ihre Verfassungsmäßigkeit hin geprüft werden,
  • die Wiederverlautbarungsprüfung (Art. 139a B-VG), die einen Sonderfall darstellt und bei der geprüft wird, ob derwiederverlautbarte Gesetzestext dem ursprünglichen Gesetzestext entspricht.

In der Normenkontrolle wird zwischen der konkreten Normenkontrolle und der abstrakten Normenkontrolle unterschieden. Im Bereich der abstrakten Normenkontrolle sind – je nach Art der Rechtsvorschrift –Bundes- undLandesregierungen oder Mitglieder desNationalrates, desBundesrates oder derLandtage antragsberechtigt. Ein Verfahren auf konkrete Normenkontrolle wird insbesondere eingeleitet:

  • von Amts wegen, wenn beim Verfassungsgerichtshof selbst ein Verfahren anhängig ist, in dem die fragliche Rechtsvorschrift anzuwenden ist;
  • auf Antrag eines Gerichts, das die fragliche Rechtsvorschrift anzuwenden hat, das sie aber für gesetz- bzw. verfassungswidrig hält (Gerichtsantrag);
  • auf Antrag einer Person, die als Partei eines Verfahrens vor einemordentlichen Gericht nach Beendigung des Verfahrens in erster Instanz den Antrag stellt (Parteiantrag);
  • auf Antrag einer Person, für die die Rechtsvorschrift ohne gerichtliche Entscheidung und ohne Bescheid unmittelbar wirksam wurde (Individualantrag).

Im Bereich der Verwaltung steht ein Parteiantrag nicht offen, da hier gegen die Entscheidungen derVerwaltungsgerichte selbst eine Beschwerde zum Verfassungsgerichtshof offensteht.

Der Verfassungsgerichtshof prüft die Vereinbarkeit der jeweils genannten Rechtsvorschriften anhand der im Stufenbau höher stehenden Rechtsvorschriften (zum Beispiel eines Bundesgesetzes mit der Bundesverfassung). Stellt er fest, dass ein Gesetz verfassungswidrig ist, dann hebt er das Gesetz (oder die betroffenen Teile) auf. Dabei kommt es immer wieder vor, dass der Verfassungsgerichtshof auch nur einzelne Satzteile oder Worte aufhebt. Wenn der Verfassungsgerichtshof frühere geltende gesetzliche Bestimmungen nicht wieder in Kraft setzt (oder nicht wieder in Kraft setzen kann), kann dadurch eine Gesetzeslücke entstehen, weil die Einfügung von neuen Bestimmungen in den Gesetzestext oder die Schaffung von Ersatzregelungen dem Verfassungsgerichtshof nicht zusteht. Dies ist Aufgabe des Gesetzgebers. Damit für eine Neuregelung durch den Gesetzgeber die notwendige Zeit zur Verfügung steht, kann der Verfassungsgerichtshof den Zeitpunkt bestimmen, an dem die Aufhebung in Kraft tritt. Bis zu diesem Zeitpunkt darf sich niemand mehr auf die (bereits festgestellte) Verfassungswidrigkeit des aufgehobenen, aber noch weiter geltenden, Gesetzes berufen.

Wahlgerichtsbarkeit

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GemäßArt. 141 B-VG in Verbindung mit §§ 67 bis 71a VfGG entscheidet der VfGH über die Anfechtung bestimmter Wahlen wegen deren behaupteter Rechtswidrigkeit. Dem Wortlaut nach hat der VfGH einer Wahlanfechtung stattzugeben, wenn die behauptete Rechtswidrigkeit eines Wahlverfahrens erwiesen wurde und diese auf das Wahlergebnis von Einfluss war. Die Anfechtung wiederum muss sich bereits auf die Behauptung derRechtswidrigkeit der Wahl gründen.[78] Der Begriff der Rechtswidrigkeit umfasst einerseits gesetzwidrige Handlungen und Entscheidungen der Wahlbehörde (z. B. das Fehlen einer Wahlzelle), wobei die Bestimmungen der Wahlordnungen (z. B. derNRWO) streng nach ihrem Wortlaut auszulegen und die Wahlbehörden durch diese Formalvorschriften streng gebunden sind.[79]Auf diese Weise kann somit eine Verletzung vonWahlrechtsgrundsätzen geltend gemacht werden. Andererseits umfasst der Rechtswidrigkeitsbegriff auch die von den (Wahl-)Behörden angewendeten Rechtsgrundlagen. So wurde etwa von der KPÖ die Nationalratswahl 2006 – im Ergebnis erfolglos – mit der Behauptung angefochten, dieVier-Prozent-Hürde (§§ 100, 107 NRWO) sei verfassungswidrig.[80]

Folgende Wahlen können – meist nur von den Wahlwerbern selbst – angefochten werden (Art 141 Abs 1 B-VG):

  • Wahl des Bundespräsidenten,
  • Wahlen zu den allgemeinen Vertretungskörpern (Nationalrat, Bundesrat, Landtage, Gemeinderäte, Bezirksvertretungen in Wien),
  • Wahlen zum Europäischen Parlament,
  • Wahlen zu den satzungsgebenden Organen (Vertretungskörpern) der gesetzlichen beruflichen Vertretungen,
  • Wahlen in die Landesregierung,
  • Wahlen in die mit der Vollziehung betrauten Organe einer Gemeinde (Bürgermeister, Gemeindevorstand, Bezirksvorsteher in Wien).

Sonderverwaltungsgerichtsbarkeit

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In Ausübung der Sonderverwaltungsgerichtsbarkeit (Art. 144 B-VG) erkennt der Verfassungsgerichtshof über Beschwerden gegenErkenntnisse undBeschlüsse derVerwaltungsgerichte erster Instanz. Hierfür muss der Beschwerdeführer behaupten, durch das Erkenntnis oder den Beschluss in einem verfassungsgesetzlich gewährleisteten Recht verletzt zu sein. Alternativ kann er auch behaupten, durch das angefochtene Erkenntnis oder den Beschluss wegen der Anwendung entweder einer gesetzwidrigenVerordnung, einer gesetzwidrigen Kundmachung über dieWiederverlautbarung eines Gesetzes (oderStaatsvertrages), eines verfassungswidrigen Gesetzes oder eines rechtswidrigen Staatsvertrages in seinen Rechten verletzt zu sein.

Gegen ein Erkenntnis oder einen Beschluss kann sowohl vor dem VerwaltungsgerichtshofRevision erhoben als auch vor dem Verfassungsgerichtshof Beschwerde geführt werden. Erhebt eine Partei zuerst nur Beschwerde vor dem VfGH, so hat dieser, wenn er der Beschwerde nicht stattgibt, die Beschwerde gemäß Art. 144 Abs. 3 B-VG an denVerwaltungsgerichtshof zur weiteren Prüfung abzutreten. Der Verwaltungsgerichtshof entscheidet in diesem Fall wie über eine Revision.

Bevor mit 1. Jänner 2014 die im Jahr 2012 beschlosseneVerwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012 in Kraft trat, übte der Verfassungsgerichtshof die Sonderverwaltungsgerichtsbarkeit direkt gegenüber den Verwaltungsbehörden aus: eine Beschwerde vor dem Verfassungsgerichtshof konnte demnach direkt gegen den in letzter Instanz ergangenen Bescheid erhoben werden. Die im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012 gewählte Lösung der Sonderverwaltungsgerichtsbarkeit sah bereits seit 2008 der im Zuge der Schaffung desAsylgerichtshofes eingeführteArt. 144a B-VG vor: Auch hier entschied der Verfassungsgerichtshof über Beschwerden gegen Entscheidungen (Erkenntnisse und Beschlüsse) des Asylgerichtshofes.

Im Bereich derordentlichen Gerichtsbarkeit besteht kein der Sonderverwaltungsgerichtsbarkeit entsprechendes Rechtsmittel.

Kompetenzgerichtsbarkeit und Kompetenzfeststellungen

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  • Entscheidung von Kompetenzkonflikten in der Vollziehung und zwar zwischen Verwaltung und Gerichtsbarkeit, zwischen den verschiedenen Zweigen der Gerichtsbarkeit und zwischen Bund und Ländern (Art. 138 Abs. 1 B-VG)
  • Entscheidung, ob ein Akt der Gesetzgebung oder Vollziehung in die Zuständigkeit des Bundes oder der Länder fällt (Art. 138 Abs. 2 B-VG)
  • Entscheidung von Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen, die die Zuständigkeit des Rechnungshofes oder einer dem Rechnungshof gleichartigen Einrichtung eines Landes regeln (Art. 126a undArt. 127c Z 1 B-VG)
  • Entscheidung von Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen, die die Zuständigkeit der Volksanwaltschaft oder eines Landesvolksanwalts regeln (Art. 148f undArt. 148i B-VG)

Sonstige Kompetenzen

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  • Kausalgerichtsbarkeit (Art. 137 B-VG): Im Rahmen dieser Kompetenz entscheidet der VfGH über vermögensrechtliche Ansprüche gegenüber Gebietskörperschaften, wenn dafür nicht die Kompetenz derordentlichen Gerichte (z. B. Amtshaftung oderzivilrechtliche Ansprüche) oder einerVerwaltungsbehörde gegeben ist.
  • Gliedstaatsvertragsstreitigkeiten (Art. 138a B-VG): Der VfGH stellt auf Antrag fest, ob eineVereinbarung gemäß Art. 15a B-VG zwischen dem Bund und einzelnen Bundesländern oder zwischen den Ländern vorliegt und ob die daraus folgenden Verpflichtungen erfüllt wurden. Dies gilt nicht, wenn es sich um vermögensrechtliche Ansprüche handelt, da dann die Kausalgerichtsbarkeit maßgeblich ist.
  • Staatsgerichtsbarkeit (Art. 142 undArt. 143 B-VG): Im Rahmen dieser Kompetenz entscheidet der VfGH über die Anklage von obersten Organen des Bundes oder der Länder wegen Verletzung der Bundesverfassung. Die Sanktionen reichen von der Ermahnung bis zur Amtsenthebung und dem zeitlich befristeten Entzug der politischen Rechte. Wird durch die Verletzung der Bundesverfassung auch ein strafrechtlicher Tatbestand erfüllt, dann hat der VfGH auch über die strafrechtliche Verurteilung zu entscheiden.
  • Völkerrechtsgerichtsbarkeit (Art. 145 B-VG): Grundsätzlich wäre der VfGH im Rahmen dieser Kompetenz ermächtigt, über Verletzungen des Völkerrechts zu erkennen. Diese Kompetenz kann aber mangels eines entsprechenden Ausführungsgesetzes durch den VfGH nicht ausgeübt werden.
  • Entscheidungen im Zusammenhang mit der Einsetzung und Tätigkeit vonparlamentarischen Untersuchungsausschüssen (Art. 138b B-VG): Seit der Neugestaltung der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse in Österreich im Jahr 2014 ist der Verfassungsgerichtshof dazu berufen, über Streitigkeit unter den Parteien im Zusammenhang mit der Einsetzung oder der Tätigkeit solcher Untersuchungsausschüsse zu entscheiden. Dazu zählen etwa die Zulässigkeit der Einsetzung und von Informationsbegehren oder Beschwerden von Personen, die eine Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte durch den Untersuchungsausschuss behaupten.

Gebäude

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Teile des österreichischen Verfassungsgerichtshofs in Wien residieren nicht in staatlichen Gebäuden, sondern sind Mieter in privatwirtschaftlich betriebenen Immobilien. Der Hauptsitz des Verfassungsgerichtshofes ist heute im ehe­maligen Gebäude derÖsterr. Credit­anstalt für Handel und Gewerbe in Wien-Innere Stadt. 2012 kaufte die Signa Gruppe von Rene Benko das Gebäude. In ihm sind auch dasBank-Austria-Kunstforum. Für das Kunstforum wurde das Gebäude ein Jahr lang umgebaut und dann zu unterdurchschnittlichen Preisen an den Staat vermietet, berichtete derStandard.[81]

Ende Januar 2025 verkaufte der Insolvenzverwalter das Gebäude an die JR Investment GmbH, hinter der diePrivatstiftung des oberösterreichischen Industriellen Josef Rainer steht. Über den Verkaufspreis ist öffentlich nicht bekannt.[82]

Literatur

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Der Verfassungsgerichtshof (1928)
Zum Verfassungsgerichtshof selbst und zur österreichischen Verfassungsgerichtsbarkeit
Zum österreichischen Verfassungsrecht (Lehrbücher mit ausführlichen Abschnitten zum VfGH)

Weblinks

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Commons: Verfassungsgerichtshof (Österreich) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Verfassungsgerichtshof – Tätigkeitsbericht 2023. (PDF) Verfassungsgerichtshof, 2024, S. 22, abgerufen am 29. Juli 2024. 
  2. Bundesfinanzgesetz 2022. (PDF) Bundesministerium der Finanzen, abgerufen am 5. März 2022 (Seite 15). 
  3. Nach wie vor ist unter Verfassungsjuristen umstritten, ob der tschechoslowakische oder der österreichische Verfassungsgerichtshof das älteste ausschließliche Verfassungsgericht der Welt ist. Eine historische Darstellung der (weitgehend parallelen) Entwicklung beider Verfassungsgerichte findet sich etwa in Heller:Der Verfassungsgerichtshof, S. 188.
  4. Johann von Spaun:Das Reichsgericht. Die auf dasselbe sich beziehenden Gesetze und Verordnungen samt Gesetzesmaterialien sowie Übersicht der einschlägigen Judikatur und Literatur.Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung, Wien 1904,S. 25. 
  5. RGBl. 143/1867 Staatsgrundgesetz über die Einsetzung eines Reichsgerichtes. In: Reichsgesetzblatt für das Kaiserthum Österreich, Jahrgang 1867, S. 397 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/rgb
  6. abKarl Heinrich Hugelmann:Das österreichische Reichsgericht. In:Zeitschrift für öffentliches Recht.Nr. IV. Wien 1925,S. 499. 
  7. Kurt Heller:Der Verfassungsgerichtshof. Die Entwicklung der Verfassungsgerichtsbarkeit in Österreich von den Anfängen bis zur Gegenwart.Verlag Österreich, Wien 2010,ISBN 978-3-7046-5495-3, Kapitel:Das Reichsgericht,S. 99–113. 
  8. abKarl Heinrich Hugelmann,Anton Hye von Glunek:Sammlung der Erkenntnisse des Reichsgerichtes.Band 1, XVII. Teil, Drittes Heft. Wien 1918. 
  9. Wilhelm Brauneder:Deutsch-Österreich 1918. Die Republik entsteht.Amalthea Signum Verlag, Wien 2000,ISBN 978-3-85002-433-4,S. 45 ff. 
  10. StGBl. 1/1918 Beschluß der Provisorischen Nationalversammlung für Deutschösterreich vom 30. Oktober 1918 über die grundlegenden Einrichtungen der Staatsgewalt. In: Staatsgesetzblatt für den Staat Deutschösterreich, Jahrgang 1918, S. 24 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/sgb
  11. abRobert Walter:Hans Kelsen als Verfassungsrichter (= Schriftenreihe des Hans Kelsen-Instituts.Band 27).Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung, Wien 2005,ISBN 3-214-07673-6,S. 4,Fußnote 11. 
  12. StGBl. 48/1919 Gesetz vom 25. Jänner 1919 über die Errichtung eines deutschösterreichischen Verfassungsgerichtshofes. In: Staatsgesetzblatt für den Staat Deutschösterreich, Jahrgang 1919, S. 154 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/sgb
  13. abGeorg Schmitz:Die Vorentwürfe Hans Kelsens für die österreichische Bundesverfassung (= Schriftenreihe des Hans Kelsen-Instituts.Band 6).Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung, Wien 1981,ISBN 978-3-214-06506-5,S. 308–310. 
  14. Slg. 6/1919 Erkenntnis über Ansprüche von Angestellten der ehemaligen öst.-ung. Militärverwaltung. Zuständigkeit. Verhältnis des Verfassungsgerichtshofs zum vormaligen Reichsgericht. In: Sammlung der Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes, Jahrgang 0001, S. 18 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/vfa
  15. StGBl. 179/1919 Gesetz vom 14. März 1919 über die Volksvertretung. In: Staatsgesetzblatt für den Staat Deutschösterreich, Jahrgang 1919, S. 483 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/sgb
  16. Robert Walter:Hans Kelsen als Verfassungsrichter (= Schriftenreihe des Hans Kelsen-Instituts.Band 27).Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung, Wien 2005,ISBN 3-214-07673-6,S. 4,Fußnoten 14 & 16. 
  17. StGBl. 212/1919 Gesetz vom 3. April 1919, womit die Aufgabe des ehemaligen Staatsgerichtshofes auf den Deutschösterreichischen Verfassungsgerichtshof übertragen [... ] wird. In: Staatsgesetzblatt für den Staat Deutschösterreich, Jahrgang 1919, S. 591 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/sgb
  18. Ewald Wiederin:Der österreichische Verfassungsgerichtshof als Schöpfung Hans Kelsens und sein Modellcharakter als eigenständiges Verfassungsgericht. In:Thomas Simon/Johannes Kalwoda (Hrsg.):Schutz der Verfassung. Normen, Institutionen, Höchst und Verfassungsgerichte. Tagung derVereinigung für Verfassungsgeschichte in Hofgeismar vom 12. bis 14. März 2012 (= Beihefte zu „Der Staat.Band 22). Berlin 2014,S. 283–315. 
  19. Kurt Heller:Der Verfassungsgerichtshof. Die Entwicklung der Verfassungsgerichtsbarkeit in Österreich von den Anfängen bis zur Gegenwart.Verlag Österreich, Wien 2010,ISBN 978-3-7046-5495-3, Kapitel:Die Verhandlung und Beschlussfassung in der Konstituierenden Nationalversammlung,S. 178. 
  20. BGBl. 1/1920 Gesetz vom 1. Oktober 1920, womit die Republik Österreich als Bundesstaat eingerichtet wird (B-VG). In: Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich, Jahrgang 1920, S. 15 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bgb
  21. abcRobert Walter:Hans Kelsen als Verfassungsrichter (= Schriftenreihe des Hans Kelsen-Instituts.Band 27).Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung, Wien 2005,ISBN 3-214-07673-6, KapitelDie Errichtung des Verfassungsgerichtshofes,S. 21–22. 
  22. Kurt Heller:Der Verfassungsgerichtshof. Die Entwicklung der Verfassungsgerichtsbarkeit in Österreich von den Anfängen bis zur Gegenwart.Verlag Österreich, Wien 2010,ISBN 978-3-7046-5495-3, Kapitel:Die Unterbringung des Verfassungsgerichtshofes und seine Bibliothek,S. 185–186. 
  23. BGBl. 364/1921 Bundesgesetz vom 13. Juli 1921 über die Organisation und über das Verfahren des Verfassungsgerichtshofes. In: Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich, Jahrgang 1921, S. 1353 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bgb
  24. Kurt Heller:Der Verfassungsgerichtshof. Die Entwicklung der Verfassungsgerichtsbarkeit in Österreich von den Anfängen bis zur Gegenwart.Verlag Österreich, Wien 2010,ISBN 978-3-7046-5495-3, Kapitel:Das Verfassungsgerichtshofgesetz 1921,S. 192–194. 
  25. abKurt Heller:Der Verfassungsgerichtshof. Die Entwicklung der Verfassungsgerichtsbarkeit in Österreich von den Anfängen bis zur Gegenwart.Verlag Österreich, Wien 2010,ISBN 978-3-7046-5495-3, Kapitel:Die B-VG-Novelle 1929,S. 198–208. 
  26. Klaus Berchtold (Hrsg.):Die Verfassungsreform von 1929. Dokumente und Materialien zur Bundes-Verfassungsgesetz-Novelle von 1929 (= Österreichische Schriftenreihe für Rechts- und Politikwissenschaft. Bände 3/1, 3/2).Wilhelm Braumüller Universitäts-Verlagsbuchhandlung, Wien 1979. 
  27. abAdolf Julius Merkl:Der „entpolitisierte“ Verfassungsgerichtshof. In:Der österreichische Volkswirt. Wien 1930. 
  28. Robert Walter:Hans Kelsen als Verfassungsrichter (= Schriftenreihe des Hans Kelsen-Instituts.Band 27).Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung, Wien 2005,ISBN 3-214-07673-6, KapitelDie Bestellung Kelsens zum Mitglied des Verfassungsgerichtshofes; Ende seines Amtes,S. 25. 
  29. Klaus Berchtold:Verfassungsgeschichte der Republik Österreich. Band I: 1918–1933.Springer-Verlag, Wien 1998,ISBN 978-3-211-83188-5,S. 712. 
  30. abcThomas Zavadil:Die Ausschaltung des Verfassungsgerichtshofs 1933. Wien 1997 (Geisteswissenschaftliche Diplomarbeit an der Universität Wien). 
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  70. Philipp Aichinger: Wie man zur Auskunft kommen kann. In: DiePresse.com. 23. Februar 2021, abgerufen am 23. Februar 2021. 
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  72. Sebastian Fellner: Warum die Abschaffung des Amtsgeheimnisses unwahrscheinlicher wird. In: derStandard.at. 5. Juli 2023, abgerufen am 25. August 2023. 
  73. Jürgen Klatzer: „Dissenting Opinion“ am VfGH: Politik hält sich bedeckt. In: ORF.at. 16. September 2023, abgerufen am 1. Dezember 2023. 
  74. Heinz Mayer,Gabriele Kucsko-Stadlmayer,Karl Stöger:Bundesverfassungsrecht. 11. Auflage.Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung, Wien 2015,ISBN 978-3-214-08890-3, Kapitel:IV. Die Kompetenzen des Verfassungsgerichtshofes,S. 552–611. 
  75. Walter Berka:Verfassungsrecht. Grundzüge des österreichischen Verfassungsrechts für das juristische Studium. 6., aktualisierte Auflage.Verlag Österreich, Wien 2016,ISBN 978-3-7046-7281-0,S. 345–393. 
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  77. Rudolf Machacek (Hrsg.):Verfahren vor dem Verfassungsgerichtshof und vor dem Verwaltungsgerichtshof. 6., gänzlich überarbeitete Auflage.Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung, Wien 2008,ISBN 978-3-214-06194-4, Kapitel:II. B. Die Kompetenzen des Verfassungsgerichtshofes,S. 20–24. 
  78. Theo Öhlinger,Harald Eberhard:Verfassungsrecht. 10., überarbeitete Auflage.Facultas, Wien 2014,ISBN 978-3-7089-1111-3,S. 494,Rz 1043. 
  79. VfGH Slg. 15.375/1998
  80. VfGH Slg. 18.036/2006
  81. Diese Benko-Immobilien kommen nun unter den Hammer. 19. März 2024, abgerufen am 9. April 2025. 
  82. 22 01 2025 um 09:12 von Madlen Stottmeyer: Verfassungsgerichtshof und Kunstforum gehören nun einem... 22. Januar 2025, abgerufen am 9. April 2025. 
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48.211516.366Koordinaten:48° 12′ 41,4″ N,16° 21′ 57,6″ O

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