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Verdauungstrakt

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Mit den BegriffenVerdauungstrakt oderVerdauungskanal (lateinischCanalis alimentarius) werden dieOrgane zusammengefasst, die der Aufnahme, der Zerkleinerung und dem Weitertransport derNahrung dienen, um diese letztlich zuverdauen und die darin enthaltenenNährstoffe für den Körper verwertbar zu machen. Der Verdauungstrakt besteht aus derMundhöhle, demPharynx (Rachen), derSpeiseröhre, demMagen und demDarm.

Der größte Teil des Verdauungstrakts ist derMagen-Darm-Trakt, der auch alsGastrointestinaltrakt (vonaltgriechischγαστήρgastēr, deutsch‚Magen‘ und lateinischintestinum‚Darm‘) oder alsMagen-Darm-Kanal bezeichnet wird.

WeitereVerdauungsorgane sind dieLeber mit den Gallenwegen und dieBauchspeicheldrüse. Alle Verdauungsorgane zusammen werden alsVerdauungsapparat (lateinischApparatus digestorius) oderVerdauungssystem (lateinischSystema digestivum) bezeichnet.

Funktion

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Im Verdauungstrakt findet der eigentlicheenzymatische Aufschluss der Nahrung, dieResorption von Nahrungsstoffen undWasser sowie die Ausscheidung unverdaulicher oder nicht verwertbarer Nahrungsbestandteile statt. Neben Enzymen sind auch verschiedeneMikroorganismen an derVerdauung beteiligt, die man unter dem BegriffDarmflora zusammenfasst.

Die großen Verdauungsdrüsen, dieLeber – mitGallenblase – und dieBauchspeicheldrüse, produzieren Verdauungssäfte, die die Nahrung in ihre Bestandteile aufspalten. Der untere Teil des Verdauungstraktes dient hauptsächlich der Resorption von Wasser und der Ausscheidung der unverdaulichen Nahrungsbestandteile.

Aufbau

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Übersicht über den menschlichen Verdauungstrakt

Der Verdauungstrakt kann in einenKopf- und einenRumpfteil (synonym auchoberer undunterer Verdauungstrakt) unterteilt werden. Neben dem eigentlichen Magen-Darm-Trakt (Gastrointestinaltrakt) gehören zum Verdauungssystem noch dieMundhöhle, wo vorwiegend die mechanische Zerkleinerung der Nahrung erfolgt, Speicheldrüsen,Pharynx und die Speiseröhre, die dem Weitertransport in den Magen dient. Die Zuordnung der Speiseröhre zum Magen-Darm-Trakt ist umstritten.

Kopfteil

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DieMundwerkzeuge undMundhöhle (Lippen,Zähne,Zunge) dienen der Nahrungsaufnahme und der Zerkleinerung. DieSpeicheldrüsen produzierenSpeichel, der die Nahrung gleitfähig macht und bei einigen Säugetieren auchEnzyme zum Stärkeabbau (Amylase) enthält. DerPharynx (Rachen, Schlundkopf) ist der Übergang zur Speiseröhre. In ihm kreuzen sich Nahrungs- undAtemweg.

Rumpfteil

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Unterscheidung der Verdauungssysteme

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Durch die Evolution ist der Verdauungstrakt an die jeweilige Nahrung derSpezies optimal angepasst. Einerseits betrifft es die Anatomie des Verdauungstraktes und anderseits das Milieu der nährstoffspaltenden Mikroorganismen. Hier eine Übersicht der verbreiteten Verdauungssysteme:

  • Einfaches System mit funktionellem Blinddarm wie zum Beispiel beim Pferd, Kaninchen und Ratte
    • Magen
    • Dünndarm
    • Blinddarm (mit mikrobieller Verdauung)
    • Dickdarm
  • Aviäres System (Geflügel) wie zum Beispiel Huhn, Pute, Ente
    • Drüsenmagen (Proventriculus oderVentriculus glandularis)
    • Muskelmagen (Ventriculus muscularis) (mikrobielle Verdauung)
    • Dünndarm (Hauptabsorptionsort)
    • Dickdarm (mikrobielle Verdauung)
    • Kloake (gemeinsame Ausscheidung von Harn und Kot)

Wandschichten

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Die Wand des Verdauungstraktes besteht in allen Abschnitten grundsätzlich aus vier Geweben, die in Schichten übereinander liegen. In den verschiedenen Abschnitten des Magen-Darm-Traktes unterscheidet sich der Aufbau je nach Funktion etwas.

Die Schichten von innen nach außen:

  • Mukosa (Schleimhaut): Sie bildet die innere Wandschicht des Magen-Darm-Traktes.
  • Submukosa: Sie bildet eine recht schmale Bindegewebsschicht zwischen Mukosa und Muskularis.
  • Muskularis: Diese besteht im Mund,Pharynx und dem oberen Teil derSpeiseröhre aus quergestreiften Muskeln, die der Willkür unterliegen und z. B. beim Schlucken angespannt werden können. Im übrigen Teil des Verdauungskanals überwiegt die glatte Muskulatur, die durch denParasympathikus gesteuert wird. Sie ist auch verantwortlich für diePeristaltik des Darms und ist sowohl ringförmig als auch längs angeordnet, damit sich der Verdauungskanal sowohl längs als auch quer zusammenziehen kann.
  • Tunica serosa (auchPeritoneum viscerale). Bildet die äußerste Gewebsschicht des Magen-Darm-Trakts. Sie sondert Flüssigkeiten ab und ermöglicht somit das Übereinandergleiten mit anderen Organen. Die Serosa kommt allerdings nur bei Organen vor, die im Peritoneum liegen. In den anderen Bereichen des Körpers wird die Verbindung einzelner Organe durch lockeres Bindegewebe (Adventitia) realisiert.

In den Wandschichten finden sich auch spezialisierte Immunzellen (etwa desdarmassoziierten Immunsystems oder im AllgemeinenMALT) und endokrine Zellen (vgl.Diffuses neuroendokrines System).

Erkrankungen

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Es gibt eine Vielzahl von Erkrankungsmöglichkeiten des Verdauungstrakts von der Mundhöhle bis zum Mastdarm und Krankheiten der Verdauungsorgane, angefangen vonDurchfall undVerstopfung überErbrechen undBauchschmerzen, die eher allgemeineSymptome als Diagnosen sind.

Auch Infektionen und Entzündungen wie Mundschleimhautentzündungen,Gastroenteritis,Morbus Crohn undPankreatitis, aber auch bestimmte intraabdominaleAbszesse und verschiedene Speiseröhrenerkrankungen sind zu nennen.

Ebenso kommen häufig bösartige Tumoren vor, etwaDarmkrebs,Magenkrebs, der weltweit häufigsteLeberkrebs undBauchspeicheldrüsenkrebs neben vielen anderen.[1]

Siehe auch

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Literatur

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  • Manfred Kirchgeßner:Tierernährung. 12. neu überarbeitete Auflage. DLG-Verlags-GmbH, Frankfurt am Main 2008,ISBN 978-3-7690-0703-9, Abschnitt „Unterscheidung der Verdauungssysteme“. 
  • Franz-Viktor Salomon:Verdauungsapparat, Apparatus digestorius. In: Franz-Viktor Salomon u. a. (Hrsg.):Anatomie für die Tiermedizin. 2., erweiterte Auflage. Enke, Stuttgart 2008,ISBN 978-3-8304-1075-1,S. 235–323. 
  • Pierre Hillemand:Geschichte der Magen-Darm-Heilkunde. In: Richard Toellner u. a. (Hrsg.):Illustrierte Geschichte der Medizin.Band 4. Andreas und Andreas, Salzburg 1986,S. 1784–1831 (französisch:Histoire de la médecine, de la pharmacie, de l’art dentaire et de l’art vétérinaire. Paris 1978. Sonderauflage). 
  • Hans Adolf Kühn:Krankheiten der Verdauungsorgane. In:Ludwig Heilmeyer (Hrsg.):Lehrbuch der Inneren Medizin. Springer-Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 747–892.

Weblinks

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Commons: Verdauungstrakt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Verdauungstrakt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Anmerkungen

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  1. Vgl. etwa Karl-Hermann Fuchs, Hubert J. Stein,Arnulf Thiede:Gastrointestinale Funktionsstörungen. Diagnose, Operationsindikation, Therapie. Berlin / Heidelberg / New York 1997.
Normdaten (Sachbegriff):GND:4078786-2 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS)
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