Venerque liegt im äußersten Westen der Kulturlandschaft desLauragais an der Einmündung derHyse in dieAriège und ist etwa 30 Kilometer in südlicher Richtung vonToulouse bzw. elf Kilometer in südöstlicher Richtung vonMuret entfernt.
Im 19. Jahrhundert lag die Bevölkerungszahl stets zwischen 800 und 1000 Einwohnern. Infolge derMechanisierung der Landwirtschaft sank die Zahl der Einwohner auf etwa 700 in den 1920er Jahren ab. Der deutliche Bevölkerungsanstieg in den letzten Jahrzehnten ist auf die Nähe zu Toulouse und vergleichsweise niedrige Miet- und Grundstückspreise zurückzuführen.
Der Ort lebte jahrhundertelang von der Landwirtschaft, wobei im Mittelalter und in der frühen Neuzeit der Anbau vonFärberwaid (pastel) eine dominierende Rolle spielte. Das stetige Anwachsen der Einwohnerzahlen von Venerque ist ein Indikator für die positive wirtschaftliche Entwicklung der Region. Aufgrund der Nähe zur Großstadt Toulouse und vergleichsweise niedriger Grundstückspreise ist in den letzten Jahrzehnten ein Neubauviertel entstanden.
Auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde wurde Ende des 19. Jahrhunderts eine paläolithische Steinaxt gefunden. Auch kleinere eisenzeitliche Funde wurden im Jahr 1965 auf demPlateau de La Trinité gemacht. Dagegen fehlen bislang Funde aus römischer undgallorömischer Zeit. Einigewestgotische undmerowingische Gräber wurden freigelegt, doch fanden sich keine Grabbeigaben. Auskarolingischer Zeit ist die Existenz einesBenediktinerklosters mit NamenSaint-Pierre überliefert;Benedikt von Aniane soll dort wiederholt Gast gewesen sein. Im Jahre 1050 wurde die Abtei auf den Rang einesPriorats herabgestuft, welches der ehemaligen Abtei vonSaint-Pons-de-Thomières zugehörte. In der Zeit derKatharerbewegung und derAlbigenserkreuzzüge (1209–1229) blieb Venerque eine Hochburg des Katholizismus und im Vorfeld derSchlacht bei Muret (1213) machten die TruppenSimon de Montforts einen Bogen um die Stadt. In einer Urkunde des Jahres 1268 ist mitGuillaume de Falgar erstmals der Name einesGrundherren (seigneurs) überliefert. Einer seiner Nachfolger,Raymond de Falgar, organisierte hundert Jahre später den Widerstand desLanguedoc gegen die Engländer. Im 15. und 16. Jahrhundert erlebten Venerque und die ganze Region ihre Blütezeit durch den Anbau vonPastel; außerdem beherbergte die Kirche einen reichenReliquienschatz und so leistete sich die Stadt eineStadtmauer (remparts) zum Schutz vor Übergriffen marodierender Banden. Auch in der Zeit derHugenottenkriege (1562–1598) blieb Venerque eine Hochburg des Katholizismus; dennoch wurde die Stadt zweimal eingenommen – einmal von den TruppenAdmiral Colignys im Jahr 1570 und einmal von den Truppen derKatholischen Liga im Jahr 1595. Im 17. Jahrhundert erhielt die Stadt erweiterte Markt- und Messerechte, was wohlhabende Händler anzog.
Die Pfarrkirche (Église Saint-Pierre-et-Saint-Phébade) stammt in großen Teilen aus dem 13. Jahrhundert; ihre Mauern enthalten jedoch noch Reste der ehemaligen AbteiSaint-Pierre. Der mächtige Kirchenbau erhielt im 15. Jahrhundert einen burgartigen Turmaufbau ausZiegelsteinmauerwerk über der polygonal gebrochenenApsis; außerdem finden sich mehrere Hinzufügungen aus derselben Zeit, die dem Bauwerk insgesamt den Charakter einerWehrkirche verleihen. Das dreischiffige gotischeLanghaus ist rippengewölbt. DerChor der Kirche wurde am Ende des 19. Jahrhunderts ausgemalt; hier werden die Reliquien des imMittelalter ausAgen hierher verbrachten hl. Phoebadius und der hl. Alberta, der Schwester der hl.Fides, in eigens dafür angefertigten Behältnissen aufbewahrt. Hörenswert ist das 15-teilige Glockenspiel (carillon) aus dem Jahre 1844. Das Kirchenbauwerk ist bereits seit dem Jahr 1840 alsMonument historique klassifiziert.[1]
Die Markthalle (halle) aus dem Jahr 1858 ist zu einem Mehrzweckraum umgebaut worden.
Das Bürgermeisteramt (mairie) ist ein imposanter Ziegelsteinbau aus der Zeit desZweiten Kaiserreichs.
Das Waschhaus (lavoir) wurde erst im frühen 20. Jahrhundert erbaut. Im Jahre 1977 wurde es zum Clubhaus des örtlichenPétanque-Clubs umgebaut.