Vancouver (englische Aussprache [væŋˈkuːvɚ]oder [vænˈkuːvɚ]) ist eine Stadt im Südwesten vonBritish Columbia an der WestküsteKanadas. Sie liegt zwischen derStraße von Georgia und denCoast Mountains, rund 45 Kilometer nordwestlich derGrenze zu den USA. Die Stadt gehört zum RegionaldistriktMetro Vancouver, der mit 2.642.825 Einwohnern[2] die größte MetropolregionWestkanadas und nachToronto undMontreal die drittgrößte des Landes bildet. Die Bevölkerungszahl der eigentlichen Stadt Vancouver beträgt 662.248.[3] NebenSeattle undPortland ist Vancouver der Verkehrsknotenpunkt und das wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Zentrum in der Region desPazifischen Nordwestens. Benannt ist die Stadt nach dem britischen KapitänGeorge Vancouver, der die Region Ende des 18. Jahrhunderts erforschte und vermaß. Der Name Vancouver selbst stammt vomniederländischen „van Coevorden“, abgeleitet von der StadtCoevorden.
Die Stadt entstand in den 1860er Jahren als Folge der Einwanderungswelle während desFraser-Canyon-Goldrauschs und entwickelte sich nach der Eröffnung dertranskontinentalen Eisenbahn im Jahr 1887 innerhalb weniger Jahrzehnte von einer kleinen Sägewerkssiedlung zu einerMetropole. Die Wirtschaft basierte zu Beginn auf der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen von British Columbia:Forstwirtschaft,Bergbau,Fischerei undLandwirtschaft. DerHafen Vancouver erlangte nach der Eröffnung desPanamakanals internationale Bedeutung. Er ist heute der größte inKanada und exportiert mehr Güter als jeder andere Hafen inNordamerika.
Vancouver wandelte sich mit der Zeit zu einem Dienstleistungszentrum und (insbesondere nach der WeltausstellungExpo 86) zu einem Reiseziel für Touristen. Die Stadt ist darüber hinaus hinterLos Angeles undNew York der drittwichtigste Standort der nordamerikanischenFilmindustrie und wird daher auch als „Hollywood North“ bezeichnet. Die Finanzwirtschaft spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle. In einer Rangliste der wichtigsten Finanzzentren weltweit belegt Vancouver den 15. Platz (Stand: 2018).[4] In der Städteplatzierung des BeratungsunternehmensMercer belegte Vancouver im Jahr 2018 unter 231 Großstädten weltweit den fünften Platz nachLebensqualität.[5]
Vancouver veranstaltete vom 12. bis 28. Februar 2010 dieXXI. Olympischen Winterspiele. Einige Wettbewerbe der Spiele fanden im 125 Kilometer von Vancouver entferntenWhistler statt. NachMontreal im Jahr 1976 (Sommerspiele) undCalgary im Jahr 1988 war Vancouver die dritte kanadische Stadt, dieOlympische Spiele veranstaltet hat.
Vancouver liegt an derStraße von Georgia, einem Meeresarm, der durchVancouver Island vomPazifischen Ozean abgeschirmt wird. Das 114,67 km² große Stadtgebiet erstreckt sich auf derBurrard-Halbinsel, zwischen dem rund 25 km langenBurrard Inlet im Norden und demFraser River im Süden. An der Westseite der Halbinsel befindet sich dieEnglish Bay. An ihrer Nordküste wird die Burrard-Halbinsel durch einen weiteren Meeresarm, den rund zwei Kilometer langenFalse Creek, nochmals unterteilt. Auf dieser kleineren Halbinsel liegen das Stadtzentrum(Downtown) und derStanley Park, einer der größten städtischen Parks in Nordamerika. An der Westseite des Parks ragt derSiwash Rock in die Höhe, ein markanter Felsen vulkanischen Ursprungs. Das Stadtgebiet Vancouvers umfasst flaches und hügeliges Terrain, die höchste Stelle liegt auf 167 m über Meer, auf demLittle Mountain imQueen Elizabeth Park.
Die Stadt ist bekannt für ihre landschaftlich reizvolle Lage. Hoch aufragende Berge prägen das Stadtbild; diese gehören zu denNorth Shore Mountains, der südlichsten Kette derCoast Mountains. Die drei HausbergeGrouse Mountain (1231 m), Mount Seymour (1449 m) und Mount Strachan (1454 m) liegen am Nordufer des Burrard Inlet direkt gegenüber der Stadt. An klaren Tagen ist im Südosten der VulkanMount Baker erkennbar, der im US-BundesstaatWashington liegt. Die Berge an derSunshine Coast im Nordwesten sowie Vancouver Island im Westen und Südwesten runden die Szenerie ab.
Die ursprüngliche Vegetation Vancouvers und seiner Vororte wargemäßigter Regenwald, bestehend ausNadelbäumen sowie vereinzeltenAhornen undErlen, durchsetzt vonSümpfen (aufgrund der schlechten Wasserableitung selbst in höheren Lagen). Die Nadelbäume waren eine für die Küste von British Columbia typische Mischung ausSitka-Fichten,Riesenlebensbäumen,Westamerikanischen Hemlocktannen,Douglasien undPazifischen Eiben. Nur an der Elliott Bay inSeattle sollen die mächtigsten Bäume dieser Arten noch größer gewesen sein als am Burrard Inlet und an der English Bay. Die höchsten Bäume in VancouversPrimärwald standen im GebietGastown, wo die Forstwirtschaft erstmals tätig war, sowie an den Südufern von False Creek und English Bay (insbesondere an derJericho Beach). Der Baumbestand im Stanley Park ist mehrheitlichSekundärwald, doch existieren dort auch einige unter besonderem Schutz stehende und gekennzeichnete Bäume, die in voreuropäischer Zeit von Indianern bearbeitet worden sind (Culturally Modified Trees).[6]
Zahlreiche Pflanzen- und Baumarten, die in Vancouver und im restlichenLower Mainland wachsen, wurden aus anderen Teilen Nordamerikas und anderen Kontinenten hierher importiert. VerschiedenePalmenarten sind häufig anzutreffen, aber auch eine große Anzahl weiterer exotischer Bäume wieAraukarie undFächer-Ahorn sowieMagnolien,Azaleen undRhododendren. Zahlreiche Rhododendren sind zu enormer Größe angewachsen, wie auch andere aus den kälteren Klimazonen Ostkanadas und Europas stammende Arten. Viele Straßen der Stadt werden seit den 1930er Jahren vonjapanischen Kirschbäumen gesäumt, die vonJapan gestiftet wurden.[7]
Im Vergleich zum kanadischen Durchschnitt ist das Klima in Vancouver aufgrund des Einflusses derKuroshio-Strömung ungewöhnlich mild. Die Winter sind die viertwärmsten in den vom kanadischen Umweltministerium erfassten Städten, nachVictoria,Nanaimo undDuncan (alle auf der nahe gelegenenVancouver Island gelegen). Durch die Nähe zum Meer bildet sich einMikroklima, die Wintertemperaturen sind in der Regel 2 bis 4 °C wärmer und die Sommertemperaturen 3 bis 8 °C kälter als im Landesinneren. An durchschnittlich 46 Tagen im Jahr fällt die Tagestiefsttemperatur unter den Gefrierpunkt, an nur zwei Tagen unter −10 °C. Die durchschnittlichen Tageshöchstwerte betragen im Juli und August rund 22 °C, können aber vereinzelt auf mehr als 26 °C ansteigen.[8]
Vancouver gilt als regnerische Stadt, im Durchschnitt regnet es pro Jahr an 166 Tagen. Zwischen November und März kann oft bis zu 20 Tage hintereinanderRegen fallen, wenn die alsPineapple Express(Ananas-Express) bezeichnete subtropische Windströmung warme und feuchte Luft ausHawaii heranführt. Als Faustregel gilt, dass pro 100 Höhenmeter rund 100 mm mehr Niederschlag zu erwarten sind.Schnee fällt in den höher gelegenen östlichen und nördlichen Vororten weitaus häufiger als in der Stadt und auf Meereshöhe. Die jährliche Schneemenge beträgt zwar nur knapp einen halben Meter, doch schon leichter Schneefall kann zum Schließen von Schulen, Geschäften und zu großflächigen Verkehrsproblemen führen. Dies hat damit zu tun, dass der Schnee aufgrund der Küstennähe sehr nass ist und sich durch das mehrmalige Steigen und Sinken der Temperatur über bzw. unter den GefrierpunktStraßenglätte bildet.
Es gibt jährlich bis zu sechsGewitter. Diese treten meist im Spätherbst und im Winter auf und werden manchmal vonHagel begleitet. Die geringe Anzahl ist darauf zurückzuführen, dass sich der Meeresarm selten genügend erwärmt, um ideale Bedingungen für Gewitter zu schaffen.
Ausgrabung amGreat Fraser Midden, wo vor mehr als 4000 Jahren Vorfahren der heutigen Salish lebten. Der Platz, seit 1933 eine Nationale historische Stätte, musste seit derPockenepidemie von 1775 aufgegeben werden (Photographie von 1908).
Archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Präsenz der Ureinwohner (First Nations) in der Gegend um Vancouver etwa 4.500 bis 9.000 Jahre zurückreicht.[11] Zur Zeit des ersten Aufeinandertreffens mit Europäern gab es am unteren Fraser River und an der angrenzenden Pazifikküste zahlreiche Siedlungen derMusqueam,Squamish,Stó:lō,Tsawwassen undTsleil'wau-tuth, die zu denKüsten-Salish zählen. Diese Stämme zwischen Vancouver Island und dem US-Bundesstaat Washington sind durch Sprache und Kultur, aber auch durch Verwandtschaft und Handel nahe miteinander verbunden.
Obwohl die Nahrungsmittelbeschaffung auf Sammeln und Jagd basierte, besaßen sie eine vergleichsweise hoch entwickelte Kultur mit starker gesellschaftlicher Differenzierung. So existierte – ähnlich wie im zeitgenössischen Europa – eine Dreiteilung der Gesellschaft in einen dominierenden „Adel“, einfache Stammesangehörige und Sklaven. Ihr ökonomisches System belohnte harte Arbeit, das Anhäufen von Reichtum sowie die soziale Umverteilung dieses Reichtums, vor allem durch die führenden Familien, deren Oberhäupter die Europäer alschiefs (Häuptlinge) bezeichneten. Die Winterquartiere im Raum Vancouver bestanden aus großenLanghäusern, die aus dem Holz desRiesenlebensbaums gebaut wurden. DiePotlatch-Zeremonien waren ein wichtiger Bestandteil des sozialen und spirituellen Lebens dieser Stämme.
In spanischen Diensten segelte 1592 der KefalonierJuan de Fuca als erster Europäer an der Küste der Gegend des heutigen Vancouver entlang. Es folgte der spanische KapitänJosé María Narváez 1791, ein Jahr später erkundete der britische KapitänGeorge Vancouver dieStraße von Georgia, denBurrard Inlet und denPuget Sound.[12] Der erste Europäer, der die Gegend auf dem Landweg erreichte, warSimon Fraser, ein Pelzhändler derNorth West Company, der 1808 mit seinen Begleitern den nach ihm benannten Fraser River auf seiner ganzen Länge erkundete.
Als Folge desFraser-Canyon-Goldrauschs (1858–1860) und insbesondere desCariboo-Goldrauschs (1861–1862) zogen rund 25.000 Männer, viele davon ausKalifornien, in das Einzugsgebiet des Fraser River. Die erste permanente europäische Siedlung, die McCleery-Farm, entstand 1862 am Flussufer, östlich der Winterlager der Musqueam im heutigen Stadtteil Marpole.[13] 1863 nahm in Moodyville (heuteNorth Vancouver) das ersteSägewerk seinen Betrieb auf und begründete die traditionsreicheForstwirtschaft. Weitere Sägewerke entstanden bald darauf auch am Südufer des Burrard Inlet, das damals im Besitz von Captain Edward Stamp war. Stamp, der umPort Alberni als Holzfäller tätig gewesen war, hatte zunächst am Brockton Point, am östlichen Ende desStanley Park, ein Sägewerk aufgebaut. Doch tückische Strömungen und Riffe zwangen ihn 1865 zur Verlegung des Betriebs. An einer Stelle nahe der heutigen Gore Street entstandStamp’s Mill.
Die verschiedenen Sägewerke der Umgebung waren bedeutende Hersteller von Holzprodukten für die Schifffahrt. Viele der Masten der zahlreichenWindjammer und der stetig größer werdenden Schiffe derRoyal Navy waren aus Holz aus der Gegend um Vancouver gefertigt. Unter den zahlreichen Aufträgen befand sich auch einer des chinesischen Kaisers, der Dutzende von riesigen Balken für dasTor des Himmlischen Friedens in derVerbotenen Stadt inPeking bestellte.
Unmittelbar nebenStamp’s Mill entstand die SiedlungGastown. Sie war nachJohn Deighton benannt, dessen Spitzname „Gassy Jack“ (geschwätziger Jack) lautete und der 1867 dort eine Kneipe eröffnet hatte. 1870 ließ die Kolonialregierung von British Columbia die Siedlung vermessen und benannte diese am 1. März zu Ehren vonLord Granville, dem Minister für die Kolonien, offiziellGranville. Diese Bezeichnung konnte sich aber nie durchsetzen und noch heute wird der Stadtteil Gastown genannt.[14]
Die Siedlung befand sich an einem natürlichen Hafen und wurde 1885 aus diesem Grund von derCanadian Pacific Railway (CPR) anstelle des 20 km östlich gelegenenPort Moody als westlicher Endpunkt der transkontinentalen Eisenbahnlinie bestimmt. Der Bau der Strecke war eine der Vorbedingungen für den Beitritt von British Columbia zurKanadischen Konföderation im Jahr 1871 gewesen. CPR-PräsidentWilliam Cornelius Van Horne setzte sich dafür ein, den Namen des Ortes in Vancouver zu ändern, da seiner Meinung nach die Menschen im Osten des Landes wüssten, wo Vancouver Island liege, während Gastown oder gar Granville völlig unbekannt seien.
Erste Stadtratssitzung nach dem Brand von 1886Ansicht von Vancouver im Jahr 1898
Am 6. April 1886 erfolgte die offizielle Stadtgründung mit dem neuen Namen Vancouver. Eine durch einen heftigen Windstoß außer Kontrolle gerateneBrandrodung zerstörte am 13. Juni desselben Jahres die junge Stadt fast vollständig. Innerhalb von 45 Minuten wurden über 1000 Holzhäuser ein Raub der Flammen, doch bereits am darauf folgenden Tag begann der Wiederaufbau.[15] Der erste Zug fuhr am 23. Mai 1887 in derWaterfront Station am Ufer des Burrard Inlet ein. Dank des von der Eisenbahn ausgelösten wirtschaftlichen Aufschwungs erholte sich Vancouver rasch und wuchs von 5.000 Einwohnern im Jahr 1887 auf 15.000 im Jahr 1892 und 100.000 im Jahr 1900 an.[16]
In den ersten Jahrzehnten dominierten große Konzerne das wirtschaftliche Geschehen, da sie das nötige Kapital besaßen, um das quantitative und qualitative Wachstum der Stadt voranzutreiben. Es entwickelten sich zwar einige Industriebetriebe, doch das Rückgrat der städtischen Wirtschaft bildete die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen. Zuerst dominierte die Forstwirtschaft, später der Exportverkehr über denHafen Vancouver. Der Hafen profitierte insbesondere von der Eröffnung desPanamakanals im Jahr 1914, weil dadurch eine direktere Exportroute in RichtungEuropa geschaffen wurde. Während desErsten Weltkriegs wurde rund ein Drittel des Meeresarms False Creek aufgefüllt, um Platz für weitere Bahnanlagen zu schaffen, insbesondere diePacific Central Station derCanadian Northern Railway (späterCanadian National Railway).
Die Vorherrschaft der Großkonzerne führte oftmals zu gewalttätigenArbeiterbewegungen. Der erste große Streik fand 1903 statt, als Eisenbahner der CPR für die Anerkennung ihrer Gewerkschaft demonstrierten. 1918 war Vancouver Ausgangspunkt des ersten kanadischenGeneralstreiks.[17] Andere Sozialbewegungen wieFeministinnen, moralische Erneuerer undAbstinenzler übten ebenfalls Einfluss auf die städtische Politik aus. 1906 versuchte die Stadtverwaltung vergeblich, die Bordelle in der Dupont Street zu schließen. Während des Ersten Weltkrieges und bis 1921 war ein Gesetz zurAlkoholprohibition in Kraft.
Während der 1920er Jahre wurde Vancouver wiederholt von rassistisch motivierten Ausschreitungen erschüttert, insbesondere gegenChinesen undJapaner; verschiedene Zeitungen warnten vor einer „orientalischen Bedrohung“.[18]
Am 1. Januar 1929 wurde das Gebiet der Stadt Vancouver mit der Eingemeindung von Point Grey und South Vancouver auf den heutigen Umfang erweitert. Es umfasst seither fast den gesamten westlichen Teil der Halbinsel zwischen dem Burrard Inlet und dem Fraser River. Die Einwohnerzahl betrug an diesem Tag 228.193, womit Vancouver zur drittgrößten Stadt des Landes aufstieg. Der wirtschaftliche Aufschwung der 1920er Jahre endete abrupt mit derWeltwirtschaftskrise. Die NachbargemeindenNorth Vancouver undBurnaby mussten Konkurs anmelden, während Vancouver diesen knapp abwenden konnte. Tausende junger Menschen reisten durch ganz Kanada nach Vancouver, weil sie hier Arbeit zu finden hofften. Großen Zulauf in den Armenvierteln fanden die Kommunisten, die mehrmals Massenstreiks organisierten. Viele Angehörige desMackenzie-Papineau-Bataillons, das imSpanischen Bürgerkrieg kämpfte, stammten aus Vancouver.
Internierungslager für Japaner in British Columbia
Der Ausbruch desZweiten Weltkriegs verhalf der Region zu einem raschen Wirtschaftsaufschwung. Die Werften produziertenKorvetten undMinensuchboote für dieRoyal Canadian Navy und dasBoeing-Werk im benachbartenRichmond produzierte Teile fürB-29-Bomber. Im Jahr 1942, wenige Monate nach demAngriff auf Pearl Harbor, betrachtete die kanadische Regierung diejapanischstämmigen Kanadier als Bedrohung der nationalen Sicherheit, ähnlich wie im Ersten Weltkrieg die Deutschen.[19] So wurden auch die japanischstämmigen Kanadier enteignet, im Hastings Park zusammengetrieben und danach in Lagern im Landesinneren interniert. Erst 1988 entschuldigte sich die Regierung offiziell und leistete Entschädigungszahlungen.[20]
Im Dezember 1953 nahm CBUT, die erste Fernsehstation inWestkanada, den Sendebetrieb auf. Mehrere neue Brücken schufen bessere Verkehrsverbindungen. Bereits vor dem Krieg waren dieSecond Narrows Bridge (1925) und dieLions Gate Bridge (1938) zum Nordufer des Burrard Inlet errichtet worden. 1957 folgte dieOak Street Bridge über den Fraser River nach Richmond und 1960 derIronworkers Memorial Second Narrows Crossing über den Burrard Inlet.
Im VorortBurnaby wurden zwei neue Universitäten gegründet, die heute beide Zweigstellen in Vancouver besitzen und die 1908 gegründeteUniversity of British Columbia ergänzen: Den Anfang machte 1960 dasBritish Columbia Institute of Technology, 1965 folgte dieSimon Fraser University. Einwohner des chinesisch geprägten Stadtteils Strathcona bildeten in den späten 1960er Jahren eine Protestbewegung und verhinderten den Abriss dieses Viertels, das einer geplanten Autobahn weichen sollte. Die Proteste führten zu einem Umdenken in der Verkehrspolitik und 1980 zum Verbot weiterer Autobahnen auf Stadtgebiet. 1971 wurde in VancouverGreenpeace gegründet, heute eine der weltweit bedeutendsten Umweltschutzorganisationen. Das anhaltende Wachstum desVancouver International Airports aufSea Island machte den Bau einer weiteren Brücke über den Fraser River notwendig, dieArthur Laing Bridge wurde 1976 eingeweiht.
Nachdem Vancouver den Zuschlag zur Durchführung derWeltausstellung 1986 erhalten hatte, begann in der Stadt ein Bauboom, der mit wenigen kurzen Unterbrechungen bis heute anhält. 1983 wurde dasBC Place Stadium eröffnet, das erste überdachte Stadion Kanadas. Im Januar 1986 folgte die erste Linie desSkyTrain, einer Hochbahn, die Vancouver mit den Vororten verbindet. Weitere markante Bauten, die im Hinblick auf die Expo 86 entstanden und seither das Stadtbild prägen, sindScience World,Canada Place und diePlaza of Nations.
Die von Mai bis Oktober 1986 dauernde Weltausstellung, die bisher letzte in Nordamerika, erwies sich mit über 20 Millionen Besuchern als großer Erfolg. Das Ausstellungsgelände am Nordufer des False Creek war zuvor eine ausgedehnte Industriebrache gewesen und wurde nach Ausstellungsende an den ausHongkong stammenden UnternehmerLi Ka-shing verkauft. Dieser setzte eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Nordamerikas um, und False Creek wandelte sich innerhalb weniger Jahre zu einem hochverdichteten und attraktiv gelegenen Wohngebiet am Rande der Innenstadt. Bereits in den 1970er Jahren war die im False Creek gelegene HalbinselGranville Island von einer Industriezone zu einem beliebten Einkaufs- und Kulturviertel umfunktioniert worden. Diese nachhaltige Stadtplanung steigerte die Lebensqualität der Region.
1998 beschloss das Nationale Olympische Komitee Kanadas, sich um die Durchführung derOlympischen Winterspiele 2010 zu bewerben. In der innerkanadischen Ausscheidung erhielt Vancouver vorQuébec undCalgary die meisten Stimmen. Am 22. Februar 2002 gaben in einem (rechtlich nicht bindenden) städtischen Referendum 63,9 % der teilnehmenden Wähler ihre Zustimmung zur Kandidatur.[21] Vancouver erhielt am 2. Juli 2003 in der 115. IOC-Sitzung inPrag den Zuschlag und setzte sich gegenPyeongchang undSalzburg durch.[22]
Die für die Olympischen Spiele verbesserte Verkehrsinfrastruktur nutzt die Stadt seitdem für die gezielteStadtentwicklung an Knotenpunkten. Die Haltestellen derCanada Line, die Vancouvers Waterfront mit Richmond und dem Flughafen verbindet, werden in der Stadt und in Richmond zu Zentrenverdichteter Bebauung und der Nahversorgung.[23] Zwar konnte das Organisationskomitee für die Spiele eine ausgeglichene Bilanz vorlegen, darin einberechnet waren jedoch nicht die Kosten für den Bau der neuen Infrastruktur für die Olympischen Spiele, die den budgetären Haushalt der Stadt Vancouver seitdem erheblich belasten.[24] Die Schulden der Provinz erhöhten sich auch aufgrund der Spiele innerhalb von zehn Jahren um 24 MilliardenCAD.[25]
Die Zuwanderungspolitik der USA, die seit der WahlDonald Trumps zum Präsidenten amerikanische Unternehmen bei der Anwerbung von Mitarbeitern behindert, führt dazu, dass diese vielfach auf Kanada und insbesondere auf Vancouver ausweichen. So gründeteMicrosoft in Vancouver mit 750 Mitarbeitern seinMicrosoft Canada Excellence Centre (MCEC). Bis 2020 sollen dort 50.000 neue Technologie-Arbeitsverhältnisse entstehen, Vancouver ist inzwischen die führende kanadische Stadt fürStart-ups. Dies führt jedoch zu rapide wachsenden Immobilienpreisen und Mieten.[26]Amazon erwirbt seit 2015 Immobilien und lässt neue errichten, um mindestens 5.000 Angestellte unterzubringen.[27]
Menschen vielerEthnien und Religionen leben in der Stadt, wodurch hier einemultikulturelle Gesellschaft entstanden ist. 47,1 Prozent der Bevölkerung gehören einer von der kanadischen Statistikbehörde so bezeichneten „visible minority group“ (sichtbare Minderheit, d. h. alleNicht-Weiße bzw.Nicht-Kaukasier mit Ausnahme vonFirst Nations,Inuit undMétis) an. Vancouver weist mit 7,2 Prozent die höchste Quote an interkulturellen Ehen in Kanada auf (der Landesdurchschnitt beträgt 3,2 Prozent).[28]
Seit den ersten Jahren der europäischen Besiedlung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildeten Menschen von denBritischen Inseln die größte Einwanderergruppe und sind noch immer die größte ethnische Gruppe in Vancouver. Bis in die 1960er Jahre war die Stadt ausgesprochen britisch geprägt, da die meisten britischen Einwanderer direkt hierherzogen, ohne zuvor in den östlichen kanadischen Provinzen gelebt zu haben. Insbesondere in den Stadtteilen South Granville und Kerrisdale ist der britische Einfluss auf das kulturelle Leben deutlich spürbar. Vor den 1980er Jahren bildeten Menschendeutscher Abstammung die zweitgrößte Gruppe, gefolgt von solchen aus derUkraine und ausSkandinavien. Die meisten europäischen Einwanderer bzw. deren Nachkommen sind in der Zwischenzeit vollständigassimiliert.
Mit einem Anteil von knapp 30 Prozent sind dieChinesen mit Abstand die größte nichteuropäische Bevölkerungsgruppe. Sie kamen in zwei großen Einwanderungswellen nach British Columbia, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts während des Goldrauschs im Fraser Canyon und während des Baus der transkontinentalen Eisenbahnlinie sowie in den 1980er und 1990er Jahren vor der ÜbergabeHongkongs an dieVolksrepublik China. Von denchinesischen Sprachen, die in Vancouver gesprochen werden, ist dasKantonesische am weitesten verbreitet. Weitere bedeutende ethnische Gruppen aus Asien sindInder (vor allem aus demPunjab, üblicherweise als Indo-Kanadier bezeichnet),Vietnamesen,Filipinos,Koreaner,Khmer undJapaner.
Millennium Gate am westlichen Eingang von Chinatown
HinterToronto und vorMontreal ist Vancouver das zweitbeliebteste Ziel für Immigranten in Kanada.[29] Es gibt mehrere Stadtteile, die stark von einer bestimmten ethnischen Gruppe geprägt sind. So finden sich in Vancouver neben der zweitgrößtenChinatown in Nordamerika (nachSan Francisco) auch Gegenden, in denen indische („Punjabi Market“), italienische („Little Italy“), japanische („Japantown“), koreanische („Koreatown“) oder griechische („Greektown“) Einflüsse spürbar sind.
Die zehnFirst Nations in Greater Vancouver haben in mehrfacher Hinsicht eine Sonderrolle. So grenzen die traditionellen Gebiete der Indianer Rechtsbezirke ab, in denen der Staat bei allen Dingen, die dieses Gebiet betreffen, zu rechtzeitigen Konsultationen verpflichtet ist. Das hat z. B. zur Folge, dass staatliche Gebäude nicht ohne Beratung mit der betroffenen First Nation verkauft werden dürfen. Außerdem haben etwa die Musqueam, deren traditionelles Gebiet zu großen Teilen von der Universität belegt ist, dort Grundstücke verpachtet und pflegen ein besonderes Verhältnis zur Universität selbst. Außerdem gelten die First Nations nicht als „sichtbare Minderheit“.
Im Jahr 2001 lebten im Bezirk Vancouver 22.700 Indianer, von denen 17.475 als registriertestatus indians galten und 5.225 alsnon-status indians; 10.445 wohnten in Vancouver selbst. 2006 lebten in der Stadt bereits 23.515 Indianer.[30] Die insgesamt 22 Reservate im Großraum Vancouver umfassen nur 17,22 km² oder 0,6 Prozent der Gesamtfläche. Außerdem lebten 2001 in der Stadt 12.505Métis, ihre Zahl stieg bis 2006 auf 15.075, und 260Inuit, deren Zahl auf 210 zurückging.[31] Dazu kamen 1395 Menschen mit gemischter Zugehörigkeit oder aus anderer Urbevölkerung. Damit lebten 21,7 Prozent der Ureinwohner British Columbias in Greater Vancouver,[32] 2006 waren es genau 40.310.
In Vancouver gibt es keine dominierende Religion oder Konfession. Den größten Anteil an der Bevölkerung stellen laut der Volkszählung 2001 dierömischen Katholiken mit 19,0 Prozent. Dies geht zum einen auf die Zuwanderung aus katholischen Ländern wie Italien zurück, zum anderen darauf, dass die ersten Missionare unter den First Nations katholische Ordensangehörige, vor allemOblaten waren. Verschiedenenprotestantischen Konfessionen gehören 17,4 Prozent an, wobei aufgrund der britischen Herkunft vieler Einwohner die in Großbritannien entstandeneAnglikanische Gemeinschaft dominiert. 1,7 Prozent bezeichneten sich alsorthodoxe Christen, was überwiegend auf ukrainische und griechische Einwanderung zurückgeht, 4,4 Prozent gaben die Zugehörigkeit zu einer nicht näher definierten christlichen Konfession an.[28] Hauptsächlich chinesischer Herkunft sind die Anhänger verschiedener Richtungen desBuddhismus mit einem Anteil von 6,9 Prozent. Überwiegend vom indischen Subkontinent stammen Anhänger desSikhismus und desHinduismus mit 2,8 Prozent bzw. 1,4 Prozent. Zum Judentum bekennen sich 1,8 Prozent der Bevölkerung, zumIslam 1,7 Prozent und zu sonstigen Religionen 0,8 Prozent.
Keine religiöse Zugehörigkeit gaben 42,2 Prozent an.[28] Die Stadt hat, wie die übrige Provinz British Columbia, im Vergleich zum übrigen nordamerikanischen Kontinent einen geringen prozentualen Anteil an regelmäßigen Gottesdienstbesuchern. Lag dieser im Jahr 1946 bei 67 Prozent, so nahm er im Verlauf der folgenden Jahrzehnte kontinuierlich ab und betrug im Jahr 2001 nur noch 20 Prozent.[33]
Christ Church Cathedral
Das römisch-katholischeErzbistum Vancouver ersetzte 1908 das ältere Bistum New Westminster. Es umfasst den südwestlichen Teil der Provinz British Columbia ohne Vancouver Island. Bischofssitz ist die 1899/1900 erbauteHoly Rosary Cathedral. Mit der Römisch-katholischen Kircheuniert ist dieUkrainische griechisch-katholische Kirche, wobei Vancouver zurEparchie New Westminster gehört, die einen Teil der Erzeparchie Winnipeg bildet. Das anglikanische Bistum New Westminster verlegte seinen Sitz 1929 nach Vancouver in die 1894/95 erbauteChrist Church Cathedral. Das Bistum bildet einen Teil derKirchenprovinzBritish Columbia and the Yukon. Die Holy Trinity Cathedral gehört derukrainisch-orthodoxen Kirche Kanadas; sie ist eine von zwei Kathedralen des Bistums Edmonton und Westkanada, die mit demÖkumenischen Patriarchat von Konstantinopel verbunden ist.
Die am weitesten verbreitete Richtung des Buddhismus, der mit den asiatischen Einwanderern in die Region kam, ist der in Ostasien vorherrschendeAmitabha-Buddhismus.[34] Bedeutendster Tempel der Metropolregion ist der International Buddhist Temple im benachbartenRichmond.
Die jüdische Gemeinde Vancouvers, die sich ebenfalls bis in die Phase vor der eigentlichen Stadtgründung zurückverfolgen lässt, ist heute die drittgrößte Kanadas. Am meisten Mitglieder zählt daskonservative Judentum, gefolgt vomReformjudentum und demorthodoxen Judentum.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zogen auch Sikhs, Hindus und Muslime hierher, die aus dem damaligenBritisch-Indien stammten. So prägt das ehemalige Britische Kolonialreich bis heute auch seine ehemalige Kolonie Kanada.[35]
Der Wirtschaftsboom und der Wohnungsbedarf vermögender Zuwanderer hat zu stark steigenden Mieten geführt. Dadurch sind in der Metropolregion Vancouver an die 100.000 Menschen von Obdachlosigkeit bedroht, rund 2200 leben in Vancouver auf der Straße. Dazu kommt eine steigende Zahl von Drogenabhängigen, Prostitution sowie Kriminalität.[36]
Dabei nehmen diestreet level social problems zu, also die Probleme, die auf der Straße erkennbar werden. Sie betreffen seit einigen Jahren nicht mehr nur die dafür bekannten Stadtteile wieDowntown Vancouver, sondern auch Metrotown in Burnaby und die Whalley/Centre City-Gegend in Surrey. Dennoch konzentrierten sich 2005 noch 63 Prozent der Wohnungslosen in Vancouver selbst, während 21 Prozent sich in der südlich des Fraser River gelegenen Subregion finden.[37] Dabei sind Wohnungslosigkeit, vor allem aber Drogenabhängigkeit, Prostitution und (Beschaffungs-)Kriminalität[38] eng miteinander verbunden. Die desolate Lebenssituation mehrerer hundert Bewohner ist vor allem im Umkreis der East Hastings Street (auch bekannt als StadtteilDowntown Eastside, kurz DTES) zwischen Downtown und Chinatown leicht zu erkennen.
Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen gemäß den Ergebnissen der Volkszählungen. Bei den Zahlen vor 1931 sind die Ergebnisse der eingemeindeten Vororte Point Grey und South Vancouver nicht mitberücksichtigt.[39]
Zahlreichen Statistiken und Umfragen nach erzielen Kanada im Allgemeinen und Vancouver im Speziellen in Bezug auf die Lebensqualität vordere Platzierungen. Vancouver wird regelmäßig als eine von drei Städten mit der weltweit höchsten Lebensqualität bewertet. Damit gilt die Metropole seit vielen Jahren als lebenswerteste Stadt Kanadas. Im ungewöhnlich milden Klima sehen viele einen der wichtigsten Gründe, weshalb Vancouver vor anderen, ebenfalls weit vorn rangierenden kanadischen Städten (wieToronto,Calgary undMontreal) liegt.[40] In einer Rangliste der Städte mit der höchsten Lebensqualität weltweit, des UnternehmensMercer, belegte Vancouver im Jahre 2018 den fünften Platz.[41]
In solchen Umfragen werden neben Befragungen auch Statistiken über beispielsweise Arbeitslosenquoten, Kriminalität oder Ähnliches hinzugezogen.[42][43][44][45]
Die 1953 in Kraft gesetzteVancouver Charter überträgt der Stadt mehr Kompetenzen als anderen Gemeinden, die demBC Municipalites Act, dem Gemeindegesetz der Provinz British Columbia, unterstellt sind.[46] Die Stadt wird von einemStadtrat(Vancouver City Council) regiert, der aus zehn Abgeordneten und zusätzlich demBürgermeister zusammengesetzt ist. Daneben gibt es einen Schulrat mit neun und einen Parkrat mit sieben Mitgliedern. Die Räte werden alle drei Jahre imProporzverfahren gewählt, wobei die gesamte Stadt einen einzigen Wahlkreis bildet. Die Einführung der in Kanada sonst üblichenMehrheitswahl mit Einerwahlkreisen wurde am 17. Oktober 2004 in einer Volksabstimmung abgelehnt.
In Kanada sind die Parteien auf Bundes- und Provinzebene strikt voneinander getrennt (Mitglieder der einen Partei-Ebene müssen nicht zwingend der anderen angehören). In Vancouver setzt sich dieses System auch auf lokaler Ebene fort. Seit den 1940er Jahren dominiert dieMitte-rechts stehendeNon-Partisan Association (NPA) die städtische Politik und stellt seither mit wenigen Unterbrechungen den Bürgermeister. Ihr gegenüber steht dieMitte-links-VereinigungCoalition of Progressive Electors (COPE). Die in der Mitte despolitischen Spektrums stehendeVision Vancouver spaltete sich 2005 von der COPE ab. Bei der letzten Wahl am 15. November 2008 gewann Vision Vancouver acht Sitze, darunter auch der neu gewählte BürgermeisterGregor Robertson (sein VorgängerSam Sullivan von der NPA war in der parteiinternen Ausscheidung gescheitert). COPE gewann zwei Sitze, die bisher regierende NPA einen Sitz.
Traditionell wählen die wohlhabenderen Bewohner der westlichen Stadtteile in der Regel eherkonservativ undliberal, die der östlichen Stadtteile eherlinks.[47] Bei einigen Themen hat sich über das gesamte politische Spektrum hinweg einKonsens etabliert: Die städtischen Parks werden vor Bebauung geschützt, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs genießt Priorität gegenüber dem Bau von Stadtautobahnen, Drogenkonsumenten werden nicht strafrechtlich verfolgt.
Im April 2019 rief die Stadt den "Klima-Notstand" wegen des weltweitenKlimawandels aus und kündigte ein Aktionsprogramm zur Reduzierung von CO2 in ihrem Einflussbereich an.[48]
Kriminalitätsrate in Vancouver (1984–2005), blau: Verbrechen gesamt, rot: Gewaltverbrechen[50]
Während im größten Teil der RegionLower Mainland die Division E derRoyal Canadian Mounted Police (RCMP) für die Sicherheit zuständig ist, besitzt Vancouver eine eigene Polizeibehörde, dasVancouver Police Department. Laut dem Jahresbericht 2016 hat das Vancouver Police Department eine Stärke von 1.716 Angehörigen (1.327 Polizeibeamte und 389 zivile Mitarbeiter) und verfügt zur Erfüllung seiner Aufgaben über ein Budget von rund 265 MillionenC $.[51] 2006 stellte die städtische Polizei eine eigene Antiterror-Einheit auf, was zu Spekulationen über mögliche Spannungen mit der RCMP führte, da Letztere eigentlich für Angelegenheiten der nationalen Sicherheit allein zuständig ist.[52] Der im Dezember 2005 gebildeteGreater Vancouver Transportation Authority Police Service sorgt für Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln. 2005 hatte Greater Vancouver die vierthöchsteKriminalitätsrate unter den Metropolen Kanadas. Die Anzahl derEigentumsdelikte ist besonders hoch und eine der höchsten in ganz Nordamerika, ist aber zwischen 2004 und 2005 um 10,5 Prozent zurückgegangen. Den Hauptanteil der Eigentumsdelikte machen Autodiebstähle aus.
Vancouver war 1944 durch die Partnerschaft mitOdessa eine der ersten Städte, die eine internationaleStädtepartnerschaft einging. Seitdem kamen weitere Städtekooperationen hinzu.[53]
Wappenbegründung: DasWappen Vancouvers besteht in der heutigen Form seit 1969 und wurde vomCollege of Arms verliehen. Das Wappenschild zeigt – eingerahmt vonSchildhaltern,Helm,Helmkleinod undWahlspruch – je vier blaue und weiße gewellte Balken, darüber in den Ecken je eineHartriegelblüte mit weißen Kronblättern, grünen Blütenblättern und orangem Fruchtblatt. Geteilt wird der Schild von einem sich nach unten verjüngenden indianischenTotempfahl.
Die erstmals 1983 gehissteFlagge Vancouvers besteht aus einem grünen Dreieck imLiek mit der Stadtplakette auf goldenem Schild sowie wechselnden blauen und weißen Wellen auf derFlugseite.
Vancouver ist baulich betrachtet eine sehr junge Stadt, weshalb durchweg moderne Gebäude das Stadtbild prägen. Einige sind in architektonischer Hinsicht herausragend, so zum Beispiel das an dasKolosseum erinnernde Hauptgebäude derVancouver Public Library oder das zeltartige GebäudeCanada Place, der ehemalige kanadische Pavillon der Weltausstellung 1986.
Aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts sind einige markante Bauten erhalten geblieben. Dazu gehören unter anderem die neoklassizistischeVancouver Art Gallery (ein ehemaliges Gerichtsgebäude) und das mit Terrakotta-Ziegeln verkleideteDominion Building. Letzteres war von 1908 bis 1910 das höchste Gebäude desBritischen Empire, diese Rolle hatte anschließend bis 1912 der im Beaux-Arts-Stil erbauteSun Tower mit seiner markanten grünen Kuppel inne. Ein Wahrzeichen der Stadt ist das 1930 imArt-déco-Stil erbauteMarine Building, das dem New YorkerEmpire State Building nachempfunden ist. Mehr als drei Jahrzehnte lang, von 1939 bis 1972, war dasHotel Vancouver das höchste Gebäude der Stadt. DasThe Qube entstand 1970.
DieListe der höchsten Gebäude in Vancouver führt das im Januar 2009 fertiggestellteLiving Shangri-La mit einer Höhe von 201 m an (Stand 2010).[54] 1989 genehmigte der Stadtrat „Richtlinien zum Schutz der Aussicht“(view protection guidelines), die 1990 erweitert wurden. Diese legen im Stadtzentrum mehrere Korridore fest, in denen die Gebäude eine gewisse Höhe nicht überschreiten dürfen, um so die uneingeschränkte Aussicht auf dieNorth Shore Mountains zu garantieren. Die Richtlinien erwiesen sich als erfolgreiche städtebauliche Maßnahme, doch wurde dieSkyline Vancouvers von vielen als flach und visuell wenig interessant empfunden.
Im Jahr 1997 gab der Stadtrat eine Studie in Auftrag, um zu prüfen, ob die Errichtung höherer Gebäude zur Akzentuierung der Skyline möglich sei, ohne die Aussicht auf die Berge zu stören.[55] Im Ergebnis wurden fünf Standorte ermittelt, an denen die Gebäude die Begrenzung von 137 m überschreiten dürfen, und zwei weitere Standorte im Nordwesten des zentralen Geschäftsviertels, an denen die Gebäude bis zu 122 m hoch sein dürfen (31 m höher als die dort geltende Begrenzung). Acht Jahre später waren fünf dieser sieben Standorte bebaut oder in der Genehmigungsphase. Das höchste dieser neuen Gebäude war der Living Shangri-La, der das bisher höchste Gebäude, dasOne Wall Centre, um 51 Meter übertraf.
Skyline von Vancouver, im Hintergrund die North Shore MountainsSkyline von Vancouver in der Dämmerung, von Süden gesehen
Vancouver besitzt mehrere Museen und Galerien. Die in einem ehemaligen Gerichtsgebäude beheimateteVancouver Art Gallery ist mit rund 8.000 Kunstwerken (darunter 200 bedeutende Werke vonEmily Carr und Illustrationen vonMarc Chagall) das größte Kunstmuseum in Westkanada. ImVancouver Maritime Museum, einem Schifffahrtsmuseum, ist unter anderem derSchonerSt. Roch ausgestellt, das erste Schiff überhaupt, das dieNordwestpassage von Pazifik zum Atlantik vollendete. DasMuseum of Anthropology auf dem Gelände der University of British Columbia ist eines der führenden Museen für die Kultur derFirst Nations impazifischen Nordwesten, während dasMuseum of Vancouver das größte städtische Museum des Landes ist.Science World befasst sich auf spielerische Weise mit der Welt der Wissenschaft, dasVancouver Police Centennial Museum bringt den Besuchern die Geschichte der Polizei Vancouvers näher.
Skulpturen und eine Dampfuhr
Vom chinesischen KünstlerYue Minjun wurde ein Skulpturenpark mit 14 Bronzeskulpturen unter dem TitelA-maze-ing Laughter geschaffen und im Rahmen der „Vancouver International Biennale“ (2009–2011) aufgestellt. Die Skulpturen der lachenden Männer – jede ist etwa 2,50 m hoch – befindet sich in der Nähe des Morton Park.
An der Kreuzung der Quebec Street und der Milross Avenue befindet sich die InstallationTrans Am Totem.
1986 gründete die kulturelle Gemeinschaft von Greater Vancouver eine Allianz zur Förderung und Entwicklung der kulturellen Vielfalt in der Region. Die Allianz dient heute als Sprachrohr von ca. 320 Gruppen und Künstlern. Ihr Ziel ist es, in der Stadt eine höhere Akzeptanz für Kunst zu schaffen und den Beitrag der Kunst zum gesellschaftlichen Leben zu verdeutlichen.[57]
In Gastown steht als Besonderheit diesteam clock, eine mitDampf betriebene öffentliche Uhr, die alle 15 Minuten pfeift.[58]
Theater und Musik
Bedeutende Theater in Vancouver sind die Arts Club Theatre Company, die Vancouver Playhouse Theatre Company, das Touchstone Theatre, das Studio 58, das Carousel Theatre und United Players of Vancouver. Freiluftvorstellungen werden im Sommer vonBard on the Beach undTheatre Under the Stars angeboten. Darüber hinaus finden jedes Jahr dasFringe Festival und dasInternational Film Festival statt.
Regelmäßige Veranstaltungen und Freizeitmöglichkeiten
Eine der bekanntesten Veranstaltungen istCelebration of Light, ein mit Musik unterlegterFeuerwerk-Wettbewerb an den Stränden derEnglish Bay, der jeweils Ende Juli und Anfang August von über 1,5 Millionen Zuschauern verfolgt wird. Die ethnischen Minderheiten der Stadt tragen ebenfalls ihren Teil zum kulturellen Geschehen bei, insbesondere die Chinesen. Diese feiern daschinesische Neujahrsfest mit einer großen Parade und tragen im Juni auf dem False Creek ein internationalesDrachenboot-Rennen aus.
Vancouver besitzt eine einflussreicheLesben- und Schwulenbewegung. Im Juli 2003 war British Columbia die zweite kanadische Provinz, welche diegleichgeschlechtliche Ehe als verfassungsmäßiges Recht anerkannte, wenige Wochen nachOntario.[59] Die Schwulen- und Lesbenszene konzentriert sich um die Davie Street im Stadtzentrum; dieses Gebiet ist auch unter dem NamenDavie Village bekannt. Jedes Jahr findet in Vancouver eine der größtenGay-Pride-Paraden des Landes statt.
DasNachtleben in Vancouver war in der Vergangenheit, im Gegensatz zu anderen Städten, eher eingeschränkt. Gründe dafür waren die frühe Nachtruhe für Bars und Nachtclubs sowie die Zurückhaltung der Stadtbehörden, die weitere Entwicklung zu fördern. Dies änderte sich 2003, als die Öffnungszeiten verlängert und Verordnungen gelockert wurden. Die Stadt unternahm Anstrengungen, den Stadtteil Downtown (insbesondere die Gegend um die Granville Street) als Vergnügungszentrum zu etablieren.[60]
Sport für jedermann ist bei den Vancouvern weit verbreitet, es sind vieleJogger in den Parkanlagen und der Uferpromenade,Kanuten imFalse Creek undSegler in derEnglish Bay zu sehen.[58] Darüber hinaus gibt es ein gut ausgebautes Radwegenetz, Beachvolleyballplätze, Kajakverleihstationen, Schwimmbäder und Kunsteisbahnen.
Entlang der Küste befinden sich zahlreiche Strände. Diese erstrecken sich einerseits am Westrand der Innenstadt vom Stanley Park bis zum False Creek, andererseits entlang der gesamten Südküste der English Bay. Zu den insgesamt 18 Kilometer langen Stränden gehören First Beach, Jericho Beach, Kitsilano Beach, Locarno Beach, Second Beach, Spanish Bank, Sunset Beach und Third Beach.
In den nahe gelegenenNorth Shore Mountains befinden sich die drei WintersportgebieteCypress Mountain,Grouse Mountain und Mount Seymour. Diese können innerhalb einer halben Stunde vom Stadtzentrum aus erreicht werden, die Wintersaison dauert in der Regel von Anfang Dezember bis Ende April. Rund zwei Autostunden entfernt liegtWhistler mit weiteren Wintersportmöglichkeiten. Durch die Berge zieht sich ein ausgedehntes Netz vonWanderwegen undMountainbike-Routen, Letztere sind alsNorth-Shore-Trails bekannt. Auf demCapilano River, dem Lynn Creek und dem Seymour River wirdKanusport undRafting ausgeübt. Die North Shore Mountains bieten auch zahlreiche Möglichkeiten zumSportklettern.
Ein Frachtschiff ankert in derEnglish Bay und wartet auf eine Passage zu den Hafenanlagen im Burrard Inlet.
Der Handel macht den Hauptanteil der Wirtschaft Vancouvers aus. DerHafen Vancouver ist der größte Kanadas und der zweitgrößte an der Westküste Nordamerikas (bei den Exporten ist er der größte des Kontinents). Pro Jahr werden mit mehr als 90 Ländern Waren im Wert von 43 MilliardenCAD gehandelt. Der Hafen schafft rund 69.200 Arbeitsplätze und generiert vier Milliarden CADBruttoinlandsprodukt.[61]
Ein weiteres Standbein der Wirtschaft Vancouvers ist dieForstwirtschaft. Globale Konzerne wieCanfor oderWest Fraser Timber (zweitgrößter bzw. drittgrößter Holzproduzent der Welt) haben hier ihren Hauptsitz. Ebenso ist Vancouver Hauptsitz zahlreicherBergbau-Unternehmen wieTeck Resources undGoldcorp. DieBörse Vancouvers, dieVancouver Stock Exchange (heute ein Teil derToronto Stock Exchange), ist für kleinere bis mittlere Bergbauunternehmen der weltweit bedeutendste Markt fürRisikokapital. Vancouver verfügt über zahlreiche Filialen nationaler und internationaler Banken und Dienstleistungsunternehmen (z. B.HSBC,RBC,BMO,CIBC).
Vancouver ist nachLos Angeles undNew York City der drittwichtigste Standort der nordamerikanischen Film- und Fernsehindustrie.[62] Rund zehn Prozent allerHollywood-Filme werden in und um Vancouver gedreht, weshalb die Stadt häufig als „Hollywood North“ bezeichnet wird. DieVancouver Film Studios gehören zu den bedeutendsten Film- und Fernsehstudios weltweit, weitere Unternehmen der Film- und Fernsehbranche haben ihren Sitz in verschiedenen Vororten. Gründe für das Ausweichen nach Vancouver sind der günstige Wechselkurs des kanadischen Dollars, die gleiche Zeitzone wie Los Angeles sowie die landschaftliche und architektonische Vielfalt in Greater Vancouver, die es ermöglicht, Szenerien aus (fast) der ganzen Welt nachzustellen. Begünstigt wird die Filmindustrie auch durch Steuererleichterungen der kanadischen Regierung.[63]
Insbesondere seit der WeltausstellungExpo 86 hat die Bedeutung desTourismus stark zugenommen. Neben zahlreichen Sehenswürdigkeiten, Parks und Stränden in Vancouver selbst sind es vor allem die vielfältige Natur in der Umgebung und die damit verbundenen Freizeitaktivitäten, die viele Touristen anziehen. Das 126 km nördlich gelegeneWhistler-Blackcomb-Resort ist eines der beliebtesten Skigebiete Nordamerikas. Auch in den näher gelegenenNorth Shore Mountains sind viele Sommer- und Wintersportmöglichkeiten vorhanden. Ab Vancouver verkehren regelmäßigKreuzfahrtschiffe, üblicherweise in RichtungAlaska. Mit knapp 3,9 Millionen ausländischen Besuchern stand Vancouver 2016 auf Platz 34 der meistbesuchten Städte weltweit. Touristen brachten im selben Jahr Einnahmen von 2,1 Milliarden US-Dollar. Die meisten ausländischen Besucher kamen aus den USA und Asien.[65]
Seit 1998 ist die VerkehrsgesellschaftTransLink für fast alle Belange des Verkehrswesens inMetro Vancouver und in Teilen des angrenzendenFraser Valley Regional District zuständig, mit Ausnahme des überregionalen Schienen- und Fährverkehrs und der Taxis. TransLink betreibt in diesem Gebiet denöffentlichen Personennahverkehr und übernimmt teilweise oder gänzlich die Finanzierung und den Unterhalt von Straßen und Brücken (ohne Autobahnen).
Rückgrat des öffentlichen Personennahverkehrs in Vancouver und Umgebung ist der vollautomatisch fahrendeSkyTrain, der größtenteils alsHochbahn ausgeführt ist. DieExpo Line und dieMillennium Line führen nachBurnaby,New Westminster undSurrey. Seit dem 17. August 2009 verbindet dieCanada Line das Stadtzentrum mit Richmond und dem Flughafen. Im Auftrag von TransLink betreiben die GesellschaftenCoast Mountain Bus Company undWest Vancouver Blue Bus ein dichtes Busnetz. 13 Linien werden außerdem durch denOberleitungsbus Vancouver bedient. Dieser ersetzte 1948 dieStraßenbahnen undInterurbans derBritish Columbia Electric Railway, die von 1890 bis 1958 existierten. Im Jahr 2008 gab es bei der Stadtverwaltung Studien zur Wiedereinführung der Straßenbahn; die erste Linie soll vonGranville Island entlang des False Creek über den Bahnhof Waterfront zum Stanley Park führen.[66] Im Jahr 2019 wurde diese Studie unter dem Aspekt einer potentiell langfristigen Realisierung aktualisiert.[67] Entlang des Südufers des False Creek verkehrt an Sommerwochenenden dieVancouver Downtown Historic Railway, eine Museumsstraßenbahn. Außerdem sind im Stadtzentrum Gastown als Touristenattraktion historischeOmnibusse im Einsatz.[58]
Flughafen
DerVancouver International Airport befindet sich in der NachbarstadtRichmond aufSea Island, einer Insel im Mündungsdelta des Fraser River. VancouversFlughafen ist der zweitgrößte Kanadas und der zweitgrößte an der Westküste Nordamerikas mit internationalen Flügen. Weitere bedeutende Flughäfen in der Umgebung sind derAbbotsford International Airport inAbbotsford und derBoundary Bay Airport inDelta. Im Stadtzentrum befinden sich zusätzlich Anlegestellen für Wasserflugzeuge, insbesondere für die FluggesellschaftHarbour Air, die von hier aus Flüge in RichtungVancouver Island, in den Norden, sowie Rundflüge über der näheren Umgebung anbietet.[68] Etwas östlich des Canada Place befindet sich ferner ein Landeplatz für Hubschrauber; auch von hier werden Linienflüge angeboten.
Aufgrund raumplanerischer Maßnahmen und der geographischen Lage gibt es in Vancouver mit einer Ausnahme keineAutobahnen. Die einzige ist derTrans-Canada Highway im äußersten Osten der Stadt. Alle anderen verengen sich vor der Stadtgrenze zu Hauptstraßen. Generell ist das Straßennetz der Metropole nach einem Gittermuster aufgebaut. Durch die Stadt zieht sich ein 170 km langesRadwegnetz. Die meisten Radwege führen entlangverkehrsberuhigter Nebenstraßen, im dichter besiedelten Stadtzentrum überwiegen Radfahrstreifen.
Der Hafen macht die Stadt zum wichtigsten Endpunkt der beiden transkontinentalen kanadischen GüterbahnenCanadian Pacific Railway undCanadian National Railway. Auch die amerikanischeBNSF Railway (früherGreat Northern Railway) besitzt eine Strecke nach Vancouver. Die Canadian Pacific erreichte die Stadt 1887, die Great Northern 1891 und dieCanadian Northern (Vorgängerin der Canadian National) 1915. Die Bahngesellschaften bieten direkte Güterzüge nachChicago, dem Eisenbahndrehkreuz Nordamerikas, sowie nach New York/New Jersey an. Die notwendigen Rangieranlagen der Gesellschaften liegen alle außerhalb des Stadtgebietes. In North Vancouver endet das Streckennetz der seit 2004 zur CN gehörendenBritish Columbia Railway.
Die Stadt Vancouver bildet den Schulbezirk 39, mit rund 57.000 Schülern und 119 Schulen der zweitgrößte in British Columbia.[69] Wie auch in anderen Teilen der Provinz gibt es eine Vielzahl an privaten Schulen, die Anspruch auf eine Teilfinanzierung durch den Staat besitzen – dazu gehören religiöse, säkulare undsonderpädagogische Schulen, von denen die meisten zusätzlichStudiengebühren verlangen. Darüber hinaus gibt es drei Schulen, die Unterricht infranzösischer Sprache anbieten. Diese unterstehen demConseil scolaire francophone de la Colombie-Britannique, der fürfrankophone Schüler in der gesamten Provinz zuständig ist.[70]
Aussicht vomGrouse Mountain auf Vancouver in der Abenddämmerung
In Vancouver erscheinen zwei regionale Tageszeitungen,The Vancouver Sun undThe Province. Beide werden von derPacific Newspaper Group herausgegeben, einer Tochtergesellschaft vonCanWest Global Communications. Zwei landesweit erscheinende Tageszeitungen,The Globe and Mail undNational Post werden ebenfalls vertrieben. Die drei TageszeitungenMing Pao,Sing Tao Daily undWorld Journal richten sich an den chinesischsprachigen Teil der Bevölkerung.24 Hours undMetro sind kostenlosePendlerzeitungen. Ebenfalls kostenlos ist die WochenzeitungThe Georgia Straight. Zweimal wöchentlich erscheint die LokalzeitungVancouver Courier.
Auch in British Columbia sind die national tätigenFernsehanstalten mit regionalen Ablegern vertreten. Bei den öffentlich-rechtlichen AnstaltenCanadian Broadcasting Corporation undTélévision de Radio-Canada sind dies die SenderCBUT undCBUFT, während die kommerziellen AnbieterCitytv,CH,Global undCTV mitCitytv Vancouver,CHEK-TV,Global BC undCTV British Columbia vertreten sind. Der SenderGlobal BC hat die höchsten Marktanteile im Nachrichtenbereich.Channel m richtet sich an die zahlreichen Immigranten und sendet in fünf asiatischen Sprachen.
Die drei wichtigsten Radiostationen sindCBC Radio One, CKNW und News1130. Daneben gibt es eine Vielzahl von Sport- oder Nachrichtensendern, hauptsächlich aufAM, sowie zahlreiche Musiksender, die mehrheitlich aufFM zu empfangen sind.
Vancouver ist der Geburts- und Wirkungsort zahlreicher prominenter Persönlichkeiten. Aufgrund der großen Bedeutung der Stadt für die nordamerikanische Filmindustrie sind unter ihnen viele Schauspieler vertreten. Zu den bekanntesten gehörenJames Doohan(Star Trek),Hayden Christensen(Star Wars),Yvonne De Carlo(The Munsters) undFinn Wolfhard(Stranger Things). Aus Vancouver stammen zahlreiche bekannte Sportler, die sich insbesondere im Eishockey, dem kanadischen Nationalsport, hervorgetan haben.Glenn Anderson ist sechsmaliger Gewinner des Stanley Cup, OlympiasiegerPaul Kariya gilt als einer der bekanntesten Kanadier japanischer Herkunft.
Aufgrund der sehr kurzen Amtszeiten hatten nur wenige Bürgermeister einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung der Stadt. Der erste,Malcolm Alexander MacLean, leitete den Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1886.Louis Denison Taylor übte das Amt zwischen 1910 und 1934 vier Mal aus, seine Amtszeit von insgesamt elf Jahren ist die längste aller bisherigen Bürgermeister.Larry Campbells frühere Tätigkeit als Leichenbeschauer diente als Vorlage für die erfolgreiche FernsehserieDa Vinci’s Inquest.Gordon Campbell war Premierminister von British Columbia von 2001 bis 2011 und ist seit 2011 kanadischer Botschafter in Großbritannien.
Ebenfalls Einfluss auf die kanadische Politik übte Squamish-HäuptlingJoseph Capilano (eigentlich Su-á-pu-luck) aus, der 1906 dem britischen König eine Petition überbrachte, um damit gegen die Enteignung und Zwangsassimilierung der Ureinwohner zu protestieren. Der Leiter derVersammlung der First Nations,Shawn Atleo, stammt ebenfalls aus Vancouver. Der UmweltaktivistDavid McTaggart gründete hierGreenpeace.
↑Paul A. Phillips:No Power Greater – A Century of Labour in British Columbia. BC Federation of Labour/Boag Foundation, Vancouver 1967.
↑Patricia Roy:The Oriental Menace in British Columbia. In:Historical Essays on British Columbia. Gage, Toronto 1980, S. 243–255.
↑Bekanntestes Beispiel ist BaronGustav Konstantin von Alvensleben, der am Indian Arm ein seit 1906 begonnenes Projekt für Touristen aufgebaut hatte. Von Alvensleben wurde während des Ersten Weltkriegs enteignet. Der seinerzeitigeCustodian of Enemy Property, E. J. Young, übernahm entschädigungslos das gesamte Unternehmen.
↑Die Schwerpunkte beispielsweise der Einbrüche im Stadtgebiet lassen sich recht klar erkennen. Eine Karte von 2006 zeigt die Verteilung im Stadtgebiet Vancouver (PDF (Memento vom 6. Mai 2006 imInternet Archive); 476 kB).
↑abcDeutsche FernsehzeitungFunkuhr, Nr. 13(2009):Katharina Witt über die Kanadische Metropole, die nicht nur wegen der Olympischen Winterspiele ein Traum ist.
↑Schedules. In: Harbour Air: North America's Largest Seaplane Airline - Since 1982. Abgerufen am 9. April 2022 (kanadisches Englisch).
↑[District Review Report, School District No. 39 Vancouver District Review Report, School District No. 39 Vancouver] – British Columbia Education, Juni 2010