Valencia liegt an der spanischenMittelmeerküste, etwa 360 km östlisch von Madrid, an der Mündung des Flusses Turia und fast genau auf der gleichen geografischen Breite wie die InselMallorca. Der Fluss Turia wurde nach verheerenden Überschwemmungen in den 1950er Jahren (letztmals 1957) aus der Stadt heraus verlegt; das ehemalige Flussbett wurde in einen Park umgewandelt. Die Stadt besitzt drei Strände (Playa de las Arenas, Playa de Malvarrosa und Playa de la Patacona).
In Valencia herrscht ein ausgeprägtesMittelmeerklima. Die Durchschnittstemperatur beträgt 18,3 °C, die monatlichen Mittelwerte liegen zwischen 11,8 °C im Monat Januar und 26,1 °C im Monat August. Die Tageshöchsttemperaturen im Januar liegen bei durchschnittlich 16,4 °C.[6] Im Winter fallen die Temperaturen fast nie unter 4–8 °C, an warmen Wintertagen können Tageshöchstwerte von 18–25 °C erreicht werden. Im Sommer sind bis zu 40 °C möglich, während die Temperaturen nachts auf 20–25 °C fallen. Die relative Luftfeuchtigkeit ist hoch, wodurch das Kälte- und Wärmeempfinden verstärkt wird.
Die jährlicheNiederschlagsmenge beträgt etwas weniger als 475 mm. Es regnet vor allem im Frühjahr und Herbst, jeweils etwa fünf Tage im Monat. Die erste Oktoberwoche ist für ihre starken Niederschläge „berühmt“. Die Sommermonate Juni, Juli und bis Mitte August sind nahezu niederschlagsfrei.
Die mittlere Wassertemperatur in Valencia liegt von Juni bis Oktober über 22 °C, und sie erreicht im August mit 27 °C ihr Maximum. In den Wintermonaten beträgt die mittlere Wassertemperatur 14–16 °C.
Stadtteile Valencias mit der Frischwasserlagune im Süden (weiß, ohne Nummer)
Einige der heutigen Stadtteile waren früher eigenständige Siedlungen bzw. Dörfer, die vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Stadt Valencia angegliedert wurden, darunter Beniferri,Benimaclet, Patraix und Russafa um 1877; Benimàmet und Orriols um 1887; Borbotó, Campanar, Mauella, Poble Nou de la Mar und Vilanova del Grau um 1897; und Benifaraig, Carpesa und Massarrojos um 1900.
Stadtviertel nach Stadtteilen
Ciutat Vella
La Seu – La Xerea – El Carme – El Pilar – El Mercat – Sant Francesc
L'Eixample
Russafa – El Pla Del Remei – Gran Via
Extramurs
El Botànic – La Roqueta – La Petxina – Arrancapins
Campanar
Campanar – Tendetes – El Calvari – Sant Pau
La Saïdia
Marxalenes – Morvedre – Trinitat – Tormos – Sant Antoni
El Pla del Real
Exposició – Mestalla – Jaume Roig – Ciutat Universitària
L'Olivereta
Nou Moles – Soternes – Tres Forques – La Fontsanta – La Llum
Patraix
Patraix – Sant Isidre – Vara de Quart – Safranar – Favara
Jesús
La Raiosa – L’Hort de Senabre – La Creu Coberta – Sant Marcel·lí – Camí Reial
138 v. Chr. wurde die StadtValentia [wa'lentia] vom römischenKonsulDecimus Iunius Brutus Callaicus gegründet, wie der HistorikerTitus Livius berichtet. Etwa hundert Jahre später wurdeValentia Edetanorum als eine der ersten hispanischen Städterömische Kolonie. Die römische Siedlung lag dort, wo sich heute der Kern der Altstadt um die Kathedrale befindet, etwa vier Kilometer vom Meer entfernt auf einer Flussinsel imTuria.
Unterwestgotischer Herrschaft kaum entwickelt, machte die Stadt nach der arabischen Eroberung 711 rasche Fortschritte und erreichte imKalifat von Córdoba 15.000 Einwohner.
In der Zeit derTaifa-Königreiche herrschten dieAmiriden und dieDhun-Nuniden in„Balansiya“. Im 11. Jh. ließen die Amiriden eine neue Stadtmauer errichten, bei der es sich um die älteste handelt, deren genauer Verlauf heute noch bekannt ist.
1094 eroberteEl Cid, ein kastilischer Adliger, die Stadt. Die Eroberung erfolgte nicht im Auftrag eines der christlichen Reiche der Halbinsel, sondern auf eigene Rechnung des Cid, der sich zum „Herren von Valencia“(Señor de Valencia) proklamierte und sich so eine Art Privatkönigreich schuf. Er konnte die Stadt gegen mehrere Angriffe derAlmoraviden verteidigen, und nach seinem Tod im Jahr 1099 gelang es auch seiner WitweJimena, Valencia noch bis 1102 zu halten.
1102 fiel Valencia zunächst an die Almoraviden, wenig später – wie der gesamte islamische Herrschaftsbereich auf der Halbinsel – an dieAlmohaden. Nach dem Sieg der vereinigten christlichen Heere über die Almohaden in derSchlacht bei Las Navas de Tolosa (1212) zerfiel das maurische Spanien wieder in einzelne Kleinkönigreiche, darunter auch wieder eine Taifa von Valencia.
Einzug König Jakobs I. von Aragonien im Jahr 1238, Wandmalerei imCastillo de Alcañiz
Sie wurde schließlich 1238 von KönigJakob I. von Aragonien erobert, der nach fünfmonatiger Belagerung am 9. Oktober (heute alsDía de la Comunidad Valenciana (spanisch) oderDia de la Comunitat Valenciana (valencianisch) regionaler Feiertag des Jahres) in die Stadt einzog. Er machte die ehemalige Taifa alsKönigreich Valencia zu einem Teilkönigreich derKrone von Aragon.
Mitte des 14. Jh. wurde eine neue Stadtmauer errichtet, die den geschützten Bereich im Vergleich zum maurischen Vorgängerbau auf 142 Hektar verdreifachte.
Im 15. Jh. wuchs die Stadt rasant und entwickelte sich zu einem der größten Mittelmeerhäfen sowie zu einem bedeutenden Handels- und Finanzzentrum. Ein großer Wirtschaftszweig war dabei dieSeidenweberei. Anfang des 15. Jh. hatte die Stadt etwa 40.000 Einwohner, 1483 lebten schon etwa 75.000 Menschen hier. In dieser Zeit entstanden zahlreiche gotische Stadtpaläste, darunter dieLonja de la Seda („Seidenbörse“).Joanot Martorell, Autor vonTirant lo Blanch, und der DichterAusiàs March sind berühmte Valencianer aus dieser Zeit.
Auch die ersteDruckerpresse auf deriberischen Halbinsel stand in Valencia. 1478 wurde die ersteBibel in einerromanischen Sprache (Valencianisch) gedruckt. Dies wirdBonifaci Ferrer zugeschrieben. Mit Künstlern aus den italienischen Herrschaftsgebieten der Krone von Aragón zeigte auch die neue Kunstepoche derRenaissance ihre ersten Äußerungen auf der Iberischen Halbinsel in Valencia.
Am Handel mit der Neuen Welt, der bis ins 18. Jh. ausschließlich über die andalusischen HäfenSevilla undCádiz abgewickelt wurde, hatte Valencia keinen Anteil, so wie der Rest der Krone von Aragón.
1520 – gleichzeitig mit demComuneros-Aufstand gegen KönigKarl I. (der deutsche Kaiser Karl V.) inToledo und anderen Städten von Kastilien – erhoben sich in Valencia die inBruderschaften(Germaníes) zusammengeschlossenen Zünfte. Nachdem im April 1521 bei Villalar die königliche Reiterei über die aufständischen Comuneros gesiegt hatte, wurde auch der Germanías-Aufstand niedergeschlagen.
Die Ausweisung derMorisken, die insbesondere auf dem Land noch einen großen Teil der arbeitenden Bevölkerung stellten, aus den Ländern der Krone von Aragón im Jahr 1609 stürzte das Königreich Valencia und seine Hauptstadt in eine tiefe wirtschaftliche Krise, von der sie sich im Laufe des Jahrhunderts nur langsam erholten.
Während derNapoleonischen Kriege konnten die Franzosen die Stadt lange Zeit nicht in ihre Gewalt bekommen. Nachdem am 23. Mai 1808 in Valencia bekannt geworden war, dass inBayonneKarl IV. und sein SohnFerdinand VII. unter dem DruckNapoleons zugunsten dessen BrudersJoseph Bonaparte auf die spanische Krone verzichtet hatten, bildete sich unter dem Druck der Bevölkerung eine Verteidigungs-Junta, die im Juni 1808 einen ersten Angriff französischer Truppen abwehren konnte. Der Krieg gegen die Franzosen wird Unabhängigkeitskrieg in Spanien genannt. Auch eine weitere Belagerung durch napoleonische Truppen im März 1810 schlug fehl. Erst im Januar 1812 gelangMarschall Suchet die Eroberung Valencias, das dann bis Juli 1813 von den Franzosen besetzt blieb. Unter anderes, wurde der Königspalast Valencia von die französischen Truppen völlig zerstört.
In der zweiten Hälfte des 19. Jh. wurden die Stadtmauern, die die Stadt in ihrer weiteren Entwicklung zunehmend einengten, niedergerissen, im Westen und Süden entstanden neue Stadtteile mit breiten, schachbrettartig angelegten Straßen (die heutigen Bezirke Eixample und Extramurs). In der Altstadt wurden nach dem Abriss mittelalterlicher Häuserblöcke die beiden großen PlätzePlaza del Ayuntamiento undPlaza de la Reina angelegt.
In den ersten Jahrzehnten des 20. Jh. stand die valencianische Architektur unter dem Zeichen desModernisme, der sich noch heute in den Fassaden zahlreicher bürgerlicher Wohnhäuser, dem BahnhofEstación del Norte und den MarkthallenMercat Central undMercat de Colón zeigt. Während desSpanischen Bürgerkrieges 1936–1939, gehörte Valencia zu dem von denRepublikanern kontrollierten Gebiet und war ab November 1936 anstelle des unmittelbar in der Kampfzone gelegenenMadrid Regierungssitz der Republik; im November 1937 verlegte die republikanische Regierung ihren Sitz jedoch weiter nachBarcelona. Die Stadt litt sehr unter den Bombardements der LuftwaffeFrancos und fiel schließlich am 30. März 1939 als eine der letzten Städte in dessen Hände.[7]
Park im ehemaligen Flussbett des Turia, September 2006
Ein katastrophalesHochwasser des Turia im Jahr 1957, bei dem Menschenleben zu beklagen waren und das auch beträchtlichen materiellen Schaden verursachte, beeinflusste die weitere Stadtentwicklung. Der spanische Staat und die Stadt Valencia beschlossen denPlan Sur, der vorsah, das Flussbett trockenzulegen und den Fluss in weitem Bogen südlich der Stadt vorbeizuführen. Die entsprechenden Wasserbau-Arbeiten wurden in den 1970er Jahren vollendet. Der ursprüngliche Plan sah vor, in dem trockengelegten Flussbett eineStadtautobahn anzulegen, wovon dann aber später aus Kostengründen und aufgrund des Widerstands der Bevölkerung Abstand genommen wurde. Vielmehr sollte es in denJardín del Turia, einen Großpark, verwandelt werden. Der ArchitektRicardo Bofill wurde dafür 1981 mit der Grundsatzplanung beauftragt. So erhielt eine der bis dahin grünärmsten Städte Spaniens mit der Umsetzung des Projekts eine das ganze Stadtgebiet durchziehende „Grüne Lunge“ mit Park-, Sport- und Freizeitanlagen.
Außerdem wurden in den letzten Jahrzehnten weitere städtebauliche Maßnahmen umgesetzt, durch die Valencia zunehmend auch als touristisches Ziel attraktiver gemacht wurde. Hierzu zählen eine Sanierung der Altstadt und der Bau moderner Veranstaltungs- und Museumsgebäude wie desPalau de la Música (1987), desInstitut Valencià d’Art Modern (IVAM, 1989) und des Kongresspalastes (Norman Foster, 1998). Für den 2007 und 2010 in Valencia ausgetragenenAmerica’s Cup wurde im alten Hafenbecken der moderne YachthafenMarina Real Juan Carlos Iangelegt. Im unteren Teil des ehemaligen Flussbetts des Turia entstand von 1991 bis 2006 dieCiudad de las Artes y de las Ciencias, für deren monumentale, postmoderne Bauten der in einem Vorort Valencias geborene Star-ArchitektSantiago Calatrava verantwortlich zeichnet. 2008 wurde die Formel-1-RennstreckeValencia Street Circuit angelegt, bei der es sich teilweise um einenStadtkurs handelte, der auch das Hafenbecken derMarina Real umschließte.
DemMilitärputsch vom 23. Februar 1981, als Gegenreaktion auf die Demokratisierung nach dem Ende derFranco-Diktatur, schloss sich der Befehlshaber der III. Militärregion, GeneralJaime Milans del Bosch[8] an, und ließ Panzer auffahren. Am frühen Morgen des 24. Februar beorderte er sie in die Kasernen zurück, nachdem ihm klar geworden war, dass der Putschversuch scheitern würde, da sich außer in Madrid und Valencia keine weiteren Garnisonen aktiv beteiligt hatten. 200.000[8] Menschen gingen in Valencia für dieDemokratie auf die Straße. Milans del Bosch wurde später vor Gericht gestellt und zu fast 27 Jahren Haft verurteilt, von denen er neun Jahre absitzen musste.
In den 1980er und frühen 1990er Jahren wurde Süd Valencia mit der Straße "Ruta del Bakalao", auch bekannt alsRuta Destroy, zur Party-Hauptstadt Spaniens. Bekannte Diskotheken waren in den 1980er Jahren Barraca, Spook Factory, Chocolate, Espiral, NOD, Puzzle, Calavera Club und ACTV; später kamen Heaven, Villa Adelina, Zona und Templo hinzu. Gespielt wurden nebenU2 die MusikrichtungenEBM,Synthiepop,House, Gothic Rock. Dabei waren die aktuellen Bands aus Deutschland, Großbritannien und anderen westeuropäischen Ländern angesagt. Es bildeten sich auch lokale Gruppen wieMegabeat, Amnesia,[9] Athualpua, Antico, Hypnosis, Nova, die trotz vergleichbarer Qualität meist nur in Spanien bekannt wurden.Cetu Javu aus Deutschland mit einem spanischen Sänger war auch eine der damals bekannten Bands. Auf der Ruta del Bakalao fand das Geschehen nicht nur in den Clubs statt, sondern auch im Freien bei Autopartys. Die Partymeile zog an den Wochenenden bis zu 30.000 jüngere Leute an, die aus ganz Spanien anreisten.[10] Die Partys waren auch für erotische Freizügigkeit und Drogenkonsum bekannt. Dazu das Verbrechen von Alcácer (die Entführung, Vergewaltigung, Folter und Ermordung von drei 14- bis 15-jährigen Mädchen in einem Vorort von Valencia im Jahr 1992) in Verbindung mit der Partyszene. Deshalb wurde dies von Anwohnern sowie Politikern und Medien abgelehnt.
In den späteren 1990er Jahren nahm die Popularität der Ruta del Bakalao ab, ebenso wie die musikalische Qualität der Musikgruppen, es wurden meist nur noch Techno-Varianten gespielt. Es existieren jedoch weiterhin etliche Diskotheken, was sich an den neuen Musiktendenzen der Leute angepasst haben.
Valencia war Schauplatz einer der längsten Auseinandersetzungen im Konfliktfeld zwischen Stadterneuerung und der Erhaltung historischer Bausubstanz. Um den großen Boulevard der Stadt, die Avenida de Blasco Ibáñez, bis zum Meer fertigt zu bauen, entschiedte sich die Stadtregierung 1997 für einen Plan, der den Abriss von ein Teil des ehemaligen FischerdorfsEl Cabanyal vorsah. Seit diesen Jahren wehrte sich eine Initiative aus Anwohnern, Denkmalschützern und Künstlern aus aller Welt gegen die Zerstörung des einmaligen Ensembles desModernismo, gelegen direkt am Meer. Während die Stadtregierung in diesen Jahren immer wieder Einzelabrisse von Häusern vollziehen konnte, versuchte sich die Initiative„Salvem el Cabanyal“ über Demonstrationen und – letztlich erfolglose – Klagen bis hin zum obersten Gericht zu wehren.[11] Da der größte Teil der betroffenen Häuser denkmalgeschützt ist, griff schließlich 2010 das Kulturministerium in Madrid ein, um die „Plünderung“ dieses schützenswerten Kulturgutes zu verhindern.[12] In der Folge der Immobilienkrise ab 2009 in Spanien wäre ein derart großes Immobilien- und Stadtumbauprojekt ohnehin nur schwer zu realisieren gewesen. Die 2015 neu gewählte Stadtregierung stoppte das Projekt schließlich, durch Abriss entstandene Baulücken werden wieder gefüllt.
Das frühere Stadttor "Torres de Serranos" stellt das bekannteste Wahrzeichen von Valencia dar. Es bildete den Zugang zur Stadt von Nordwesten her, also auf den Landstraßen von dem Gebirge "Sierra", wo die "Serranos" (dh. die Bewohner der Sierra) in die Stadt eingingen. Sie ist heute nicht mehr in die Stadtmauer eingefügt. Unmittelbar vor dem Tor war der Fluss Turia auf einer rund 100 Meter langen Brücke zu überqueren. Der Bau wurde in den Jahren 1392 bis 1398 errichtet.[13] Die Türme sind gut 30 Meter hoch. Die rückwärtige Mauer wurde im 19. Jahrhundert entfernt, so dass der Bau jetzt von hinten offen ist. Zeitweilig diente er als Gefängnis. Das Tor ist neben den ähnlich imposanten „Torres de Quart“ das einzige verbliebene Stadttor.
Die Seidenbörse (span.Lonja de la Seda;val.Llotja de la Seda) wurde zwischen 1482 und 1533 unter der Leitung des SteinmetzmeistersPere Compte erbaut und gilt als eines der bedeutendsten Gebäude des BürgerlicherGotik Stil in Europa. Sie besteht aus vier Teilen: dem Turm, dem Saal Konsulat des Meeres "Consulado del Mar", dem Orangenbaum-Innenhof und dem Säulensaal. Der gesamte Komplex mit bebauten und unbebauten Zonen ist über 2000 m² groß. Seit dem 7. Dezember 1996 zählt die Lonja de la Seda zumUNESCO-Weltkulturerbe.
Die Kathedrale von Valencia wurde ab 1262 auf den Grundmauern einer altenMoschee errichtet. Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Gebäude oftmals umgestaltet. Auffällig sind diePuerta de los Apóstoles, aus dem 14. Jahrhundert, diePuerta del Palau, das älteste Portal der Kathedrale, romanisch mit Einflüssen aus demMudéjar, und diePuerta Barroca. Der an die Kathedrale angebaute gotische TurmTorre del Miguelete aus dem 14. Jh. gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt.
In einer Seitenkapelle der Kathedrale wird ein Kelch ausAchat alsReliquie aufbewahrt, der traditionell alsHeiliger Kelch bzw.Heiliger Gral verehrt wird und in der Literatur mit eben der Sage um den Heiligen Gral verknüpft ist. Experten datieren den mörserförmigen Steinbecher in das 1. Jahrhundert vor Christus.
Der Eintritt zur Kathedrale kostet (Stand Juni 2025) für Touristen 10 Euro.[14]
Vor dem Apostelportal der Kathedrale tagt jeden Donnerstag das älteste Wassergericht Europas (span.Tribunal de las Aguas), ein einzigartiges öffentliches Verfahren, bei dem hauptsächlich Streitigkeiten unter den Bauern des Umlandes (Huerta[15]) über die Bewässerung der Felder geschlichtet werden. Dieser Gericht stammt aus die islamischen Zeiten, blieb Jahrhunderten aktiv und ist in die Spanische Verfassung offiziell anerkannt.
Los Juanes del Mercado (Johannes Baptist und Evangelist), gotische Pfarrkirche bei der alten Börse, 1598 im Barockstil erneuert, Inneres mit Fresken vonAntonio Palomino;
Santa Catalina Martír (Katerina), am Plaza Virgen de la Paz, gotisch mit Renaissance-Erneuerungen;
Convento de Santo Domingo, ehemaliger Konvent des Hl.Dominikus ab 1239, einst das Hauptquartier desDominikanerordens unter demGeneralmagister, im Kloster ein gotischer Flügel mit Königlicher Kapelle und Säulen, die Palmbäume imitieren, aus der Mitte des 15. Jahrhunderts überdacht von einem prachtvollen Gewölbe;
Antiguo y Asilo Colegio de San Juan Baptista (Jesuiten), das frühere Adelskolleg, heute Verwaltung derKatholischen Universität Valencia (Calle de Guillem de Castro 173).
DieStadt der Künste und der Wissenschaften wurde vom valencianischen ArchitektenSantiago Calatrava entworfen. Sie ist im ehemaligen Flussbett desTuria gelegen und umfasst folgende Sehenswürdigkeiten (gereiht nach Eröffnungsdatum):
L’Hemisfèric – IMAX-Kino, konstruiert als sich öffnendes und schließendes Auge
In Valencia gibt es eine Reihe klassisch anmutendeBrücken, darunter einige historische Brückenbauwerke:
Puente del Real, aus dem 16. Jahrhundert, wird mit 10 Feldern als Verkehrsbrücke genutzt
Puente del Mar, erbaut 1591, Fußgängerbrücke unter 10 m Breite, aber mit 10 Bögen beachtliche 160 m lang
Puente del Regne, eine der jüngeren Brücken, mit 220 m aber auch die längste der klassischen Brücken der Stadt
Puente del Ángel Custodio, eine junge Balkenbrücke von 1933 mit 150 m Länge
Puente de San José, im 14. Jahrhundert als Holzbrücke gegründet, im 17. Jahrhundert durch Steinbrücke ersetzt
Puente de Serranos a Valencia, errichtet 1518 im frühen 16. Jahrhundert
Puente de la Trinidad, diese Brücke wurde Anfang des 15. Jahrhunderts mit gotisch anmutenden Stilelementen am Standort einer ehemaligen maurischen Holzbrücke errichtet
In Valencia wird Sport großgeschrieben und trotz finanzieller Schwierigkeiten von Seiten der Stadt und des Landes seit jeher großzügig unterstützt. Das angenehme Klima und die lange Küstenlinie machen die Stadt zum idealen Ort für Wassersport, wie Segeln, Surfen oder Wasserski. Das Stadtbild selbst ist geprägt von sportlichen Einrichtungen; zu erwähnen sind die zahlreichen Möglichkeiten zur sportlichen Aktivität entlang des trockengelegten Flussbettes des Turia, das ehrwürdige FußballstadionMestalla inmitten der Stadt sowie die Boxen der Segel-Teams am Hafen. Dort fand 2007 und 2010 derAmerica’s Cup, die bekannteste und prestigeträchtigste Segel-Regatta der Welt, statt. Von 2008 bis 2012 fand jährlich derGroße Preis von Europa ebenfalls entlang der neu angelegten Formel-1-Strecke am Hafen, demValencia Street Circuit, statt. DerGroße Preis von Valencia, welcher Teil derMotorrad-Weltmeisterschaft ist, wird seit1999 auf demCircuit Ricardo Tormo inCheste ausgetragen. Sporadisch werden dort auch Rennen derDeutschen Tourenwagen-Masters ausgetragen.
Der bekannteste Fußballklub der StadtFC Valencia konnte bereits große Erfolge verzeichnen, so gewann das Team bereits sechsmal die höchste spanische LigaPrimera División, zuletzt in derSaison 2003/2004, in der man auch denUEFA-Cup und Supercup gewinnen konnte. Der letzte große Erfolg liegt in der Saison 2018/2019, in der zum achten Mal dieCopa del Rey gewonnen wurde (Sieg gegen den Messi team, FC Barcelona). Der Verein hatte in den Jahren der Wirtschaftskrise mit schweren finanziellen Problemen zu kämpfen, die vor allem die Eröffnung des neuen StadionsNou Mestalla immer wieder hinauszögerten. Das Trainingszentrum der Mannschaft befindet sich inPaterna, dort werden auch die Spiele der Amateur-, Damen- und Jugendmannschaften ausgetragen. MitUD Levante verfügt die Stadt über einen zweiten Fußballklub in der Primera División, der seine Spiele imEstadio Ciudad de Valencia austrägt und sich in der Saison 2011/2012 für dieUEFA Europa League qualifizierte.
Valencia ist derzeit die einzige Stadt Spaniens mit zwei Teams in der nationalen American Football Liga (LNFA). DieValencia Firebats und dieValencia Giants teilen sich dasEstadio Municipal Jardín del Turia. Die Firebats sind dreifacher Meister der spanischen Liga und repräsentieren Spanien seit 2005 in den europäischen Football-Playoffs.
DerValencia Basket Club (ehem. Pamesa Valencia) spielt in der spanischenLiga ACB und trägt die Spiele im neuen "Roig Arena" aus, die größte Indoor-Arena Spaniens.
Das Stadion Pabellón Fuente de San Luis beheimatet das DamenteamRos Casares Valencia, das mit acht Titeln spanischer Rekordmeister im Damen-Basketball ist und 2012 die Euroleague Women gewann.
Seit 1995 veranstaltet derClub de Tenis Valencia ein internationalesTennisturnier, das 2009 in dieATP World Tour 500 aufgenommen wurde und in der Ciudad de las Artes y Ciencias stattfindet. Ebendort wird das International Open Valencia ausgetragen, das Teil derWorld Padel Tour ist. Von 2009 bis 2011 wurde hier auch dieGlobal Champions Tour im Springreiten durchgeführt.
Alljährlich werden im Herbst in Valencia ein Triathlon, einMarathon sowie einHalbmarathon mit tausenden Teilnehmern ausgetragen. Mehr als 50 Laufveranstaltungen bzw. Volksläufe (Volta a Peu) finden das ganze Jahr über statt. Die Dachorganisation „Valencia Ciudad del Running“ wurde im November 2014 von der Stadtregierung und der Trinidad Alfonso Foundation mit dem Ziel gegründet, die Stadt als internationale Benchmark in der Welt des Laufens zu festigen. Seit 2017 wurden in Valencia 7 Weltrekorde über verschiedene Laufdistanzen aufgestellt. Bei denHalbmarathon-Weltmeisterschaften 2018 liefNetsanet Gudeta den Weltrekord im reinen Frauenrennen.Joyciline Jepkosgei (2017) undLetesenbet Gidey (2021) trugen sich ebenfalls in die ewige Bestenliste im Halbmarathon ein. 2019 wurde der Weltrekord über 10 km Straßenlauf vonJoshua Cheptegei undRhonex Kipruto gleich zweimal in Valencia gebrochen. 2020 schriebKibiwott Kandie mit einem neuen Weltrekord im Halbmarathon Geschichte. Das Rennen wurde wie das als „World Record Day“ ausgeschriebene Laufmeeting aufgrund der Corona-Pandemie als reines Elite-Rennen durchgeführt. Dieses Meeting nutzten Letensebet Gidey (5000 m) und Joshua Cheptegei (10.000 m) für neue Weltrekordzeiten auf der Laufbahn.
Bekannt ist die Stadt durch die jährlich stattfindendenFallas (span. [ˈfaʎas]) oderFalles (valencianisch [ˈfajes]). Die Fallas sind Feiern der Stadtvierteln zu Ehren vonJosef, dem Schutzheiligen derZimmerer. Dabei stellen die in den fast 400Comisiones Falleras organisiertenFalleros y Falleras der einzelnen Stadtviertel bis zu 30 Meter große Figuren aus Holz, Pappmaché und Styropor her, die„fallas“. Diefallas karikieren z. B. herausragende Ereignisse aus dem gesellschaftlichen und politischen Leben auf meistsatirische Art.
DieFallas beginnen mit Anfang März und erreichen am 14./15.–19. März ihren Höhepunkt. Sie werden mit Umzügen durch die Stadtviertel in traditioneller Tracht, Festessen und Feuerwerken gefeiert. Es gibt zwei verschiedene Kategorien von Feuerwerken: das eine sind diemascletàs die täglich um 14 Uhr in allen Fallas stattfinden; die mit Abstand größte ist die von der Stadt organisierte Mascletá auf derPlaça de l’Ajuntament. Das andere sind dieCastillos de fuegos artificiales die in den vier Nächten vor dem 19. März in den Nachthimmel geschossen werden. Das wichtigste und eindrucksvollste ist dienit del foc (span.noche del fuego/Nacht des Feuers) in der Nacht vom 18. auf den 19. März. Am 17. und 18. März werden derVirgen de los Desamparados mit Umzügen Blumen dargeboten(ofrenda). Die Blumen werden vor der Basilika auf derPlaça de la Virgen zu einem 10 Meter hohen Marienbild zusammengesteckt. In der Nacht vom 19. zum 20. März werden diefallas-Figuren in einem Akt namenscremà verbrannt.
DieSemana Santa ist die spanische Karwoche und, in Valencia, wird es nur in den Küstenbezirken gefeiert. Die Prozessionen haben große Bedeutung für die Gläubigen. Zentrales Element der Prozessionen sind diePasos, tischartige Konstruktionen, auf welchen Szenen des Kreuzweges oder Marienstatuen von Trägern auf den Schultern getragen werden.
In Valencia werden jährlich zweiFilmfestivals veranstaltet: zum einen dieMostra de Valencía – Cinema del Mediterrani, bei dem seit 1980 im internationalen Wettbewerb Filme ausMittelmeerländern gezeigt werden, und zum anderen dasFestival Internacional de Cine Cinema Jove, das sich seit 1985 Filme neuer Regisseure widmet.
Im Juli findet alljährlich seit 1871 ein Sommerfest im Stadtzentrum von Valencia statt. Teil des Festes sind Umzüge, Ausstellungen, Musikwettbewerbe, Konzerte, dieBatalla de flores (span. Blumenschlacht), und dieFiesta de Moros y Cristianos (span. Fest der Mauren und Christen). DieBatalla de flores kann man jeden letzten Sonntag im Juli gegen 20.00 Uhr in unmittelbarer Nähe derPuente de las Flores (span. Blumenbrücke) bestaunen. DieFiesta deMoros y Cristianos findet am ersten Wochenende im Juli statt. Dabei tragen die Teilnehmer der Umzüge mittelalterlicher Kleidung nachempfundene Kostüme, reiten auf Pferden und zuweilen auf Kamelen oder Elefanten.
Dievalencianische Küche ist vonReis,Fleisch, Fisch und lokalemGemüse geprägt. Das weltbekannteste valencianische Gericht ist das ReisgerichtPaella, das traditionell in einer speziellen flachen Pfanne (die gleichnamige „Paella“) auf offenem Feuer (oder auf einem speziellen Gasherd) zubereitet wird. Die Reissorte(Bomba) stammt aus dem Anbaugebiet am Rande des Sees innerhalb des NaturparksLa Albufera, südlich von Valencia.
Die traditionelle Variante ist diePaella Valenciana mitHuhn,Kaninchen, Riesenbohnen und grünen Bohnen. Daneben gibt es weitere Variationen, z. B.Paella marinera mit Fisch und Meeresfrüchten, oderPaella de verduras mit Gemüse. Obwohl diespanische Küche sehr regional geprägt ist, hat die Paella in Spanien einen sehr hohen Bekanntheitsgrad, so dass sich verschiedene Paellavariationen in den verschiedenenRegionen Spaniens finden. Weitere regionale Reisgerichte sindArroz al Horno, Reis im Ofen geback, oderArroz a Banda oderArroz negro. Die Nudelvariante derPaella (mit Fisch und Meeresfrüchten) wirdFideuà genannt.
Horchata mitFartóns
Typisch für Valencia ist auch dieHorchata, ein Getränk ausErdmandeln, die im Norden Valencias, bei Alboraya, angebaut werden. Zur Horchata werdenFartóns gegessen. Ebenso typisch istCebada, ein Malzgetränk, das sich aus der Römerzeit erhalten hat. Modern ist "Agua de Valencia", ein Mischgetränk aus spanischem Sekt (Cava), Orangenschnaps und frisch gepresstem Orangensaft.Mistela de moscatel, ist ein Likörwein ausMuskateller.
Im Sommer wird traditionell auch gerneLeche merengada gegessen, eine ArtSorbet auf Basis vonMilch undBaiser („Merengue“), aromatisiert mitZitronenschale undZimt. Eine Kugel Leche merengadaEis (wahlweise auch Nata (Sahne-Eis)) aufKaffee-Sorbet wird als „Blanco y Negro“ in Valencia bezeichnet. Mit einer Kugel Mantecado (Vanille-Sahne-Eis) wird daraus das für Valencia typischeNational. Aufpassen, diese Begriffe sind lokal!
In der Umgebung Valencias werden sehr oft die Straßen von Orangenfeldern gesäumt. Die "Comunitat Valenciana" war und ist immer noch ein Zentrum fürZitrusfrüchte.
Rund um Valencia zeichnen sich die Industrieparks durch Branchen wie Logistik und Transport (Ribarroja), Agrar- und Lebensmittelwirtschaft (Paterna, Horta Nord), Automobil- und Metallverarbeitung (Paterna), Chemie, Keramik, Textilien, Holz und Möbel sowie grafische Künste aus. Besonders hervorzuheben sind fortschrittliche Gebiete wie Fuente del Jarro und der Technologiepark Paterna, die alles von der Fertigung bis hin zu fortschrittlichen Dienstleistungen und Technologien integrieren.[17]
Ein großer Arbeitgeber ist das Automobilwerk vonFord inAlmussafes 20 km südlich der Stadt.
Bis in die 1990er Jahre wurden in Valencia Schienenfahrzeuge hergestellt; die heutigeStadler Rail Valencia produziert 15 km nördlich inAlbuixech.
Die Keramikindustrie in Valencia ist historisch reich, bekannt für ihre traditionellen, oft kunstvollen Fliesen (Azulejos) und eine starke Verbindung zur Architektur.[18]
Die Möbelindustrie in Valencia ist ein bedeutender Wirtschaftszweig, der für seinDesign, Innovation und seine starkeinternationale Ausrichtung bekannt ist.[19]
Exportorientierung: Die valencianische Möbelindustrie ist stark exportorientiert und fungiert als wichtige Handelsplattform zwischen Europa, Lateinamerika, den arabischen Ländern und Asien.
Unternehmensstruktur: Die Branche besteht hauptsächlich aus kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).
Die Hauptaktivitäten der Messe Valencia umfassen eine breite Palette von Branchenmessen (z. B. Bau, Mode, Lebensmittel), Fachkongresse, die Innovation und Networking fördern, mit Fokus auf Gastronomie (z. B. «Gourmet», «Sabores del Mundo») undTourismus (Turespaña), um Handel, Kultur und Freizeit zu verbinden und Valencia als wichtigen Wirtschaftsstandort zu präsentieren.[20]
Messe "Feria Hábitat Valencia": Die jährlich stattfindende "Feria Hábitat Valencia" ist die wichtigste spanische Messe für Möbel, Beleuchtung und Heimtextilien und ein bedeutender Treffpunkt für internationale Fachleute, Architekten und Designer.
DieCosta de Valencia ist die Küstenregion der Provinz Valencia. Traditionell gehört dieser Küstenabschnitt, wie auch die Provinz Castellón, zu derCosta del Azahar. Im Zuge der touristischen Entwicklung von Valencia hat sich allerdings im Laufe der Zeit die touristische Bezeichnung Costa de Valencia für die Küstenregion von Valencia eingebürgert, die heute eine der wichtigsten Urlaubsdestinationen Spaniens ist. DieCosta de Valencia ist auch ein beliebtes Ziel für Sprach- und Städtereisen.
Die Polytechnische Universität Valencia (UPV) ist laut renommierten Rankings wie dem Shanghai-Ranking (ARWU) und dem BBVA Foundation U-Ranking durchgehend die beste polytechnische Universität Spaniens. Sie zeichnet sich durch Forschung und technologische Innovation aus und ist die einzige spanische polytechnische Universität unter den Top 500 weltweit. Dabei übertrifft sie die UPM (Madrid) und die UPC (Barcelona) in wichtigen Bereichen und verfügt über enge Verbindungen zur Industrie, obwohl sie mitunter einem höheren Druck ausgesetzt ist als andere Universitäten.[21]
Von einer rigorosen Sparpolitik des überschuldeten Staates, der 2012 ca. 40 Milliarden Euro einsparen musste, ist auch das Schulwesen in Valencia betroffen. Im Februar 2012 demonstrierten gegen die resultierenden Missstände Schüler, die u. a. wochenlang in unbeheizten Räumen unterrichtet worden waren. Die Demonstration wurde durch Polizeikräfte niedergeschlagen.[22]
Valencia ist aus der Luft über den acht Kilometer vom Stadtzentrum entferntenFlughafen Manises zu erreichen, der aus Deutschland mit Linienflügen angeflogen wird. Von dort gibt es eine U-Bhan ("Metro")- und Busverbindung in die Stadt. Gelegentlich kann die Anreise über die benachbarten Flughäfen inAlicante im Süden jedoch günstiger sein.
Estación del Norte
DerNordbahnhof(Estación del Norte) befindet sich im Stadtzentrum. 800 Meter südlich befindet sich derBahnhof Joaquin Sorolla, der als provisorischer Endpunkt derSchnellfahrstrecke Madrid–Levante errichtet wurde. Mittelfristig sollen beide zu einem Schienenverkehrsknoten kombiniert werden.
PerEisenbahn ist die Hafenstadt im Fernverkehrsnetz(Grandes Líneas) der spanischen StaatsbahnRenfe mitAlicante,Barcelona undMadrid verbunden. Die Renfe betreibt um Valencia einS-Bahn-Netz (Cercanías Valencia, valencianischRodalia) mit sechs Linien, die meist im KopfbahnhofValència Nord beginnen und enden.
Mehrere Güterverkehrskorridore auf der Schiene gehen von Valencia aus, allen voran die Verbindung nach Madrid (die erste in Spanien, die von Tramesa/Transitalia ins Leben gerufen wurde) und ein Korridor in Richtung Portugal (Lissabon), der ebenfalls von Tramesa/Transitalia gefördert wird und darauf abzielt, Güter zwischen der Iberischen Halbinsel und dem Atlantik zu transportieren und Valencia mit Zentralspanien und Portugal zu verbinden.[23]
1988 wurde das erste Teilstück derMetro Valencia eingeweiht. Das Netz entstand aus dem bestehenden,meterspurigen Vorortbahnnetz, das dieFGV zuvor von den XIX Jahrhundert gegründeteFEVE übernommen hatten. Seit 1998, wurde zwischen den Netzen der Cercanías und der Metro die erste Umsteigemöglichkeit (València Nord/Xàtiva) eingerichtet.
Im Straßenverkehr ist Valencia in westlicher Richtung über dieE-901 / A3 mit Madrid verbunden, die gleichzeitig Zubringer zurAP-7, einer bedeutenden Nord-Süd-Achse entlang der Küste in Richtung Frankreich, ist. Derzeit befindet sich dieA-23Sagunt–Somport (Pyrenäenpass) in Bau, die Valencia mitTeruel undZaragoza / Saragossa verbindet.
Valencia verfügt über einen bedeutendenSeehafen mitContainerterminals, Kfz-Umschlag (etwa 800.000 Einheiten im Jahr 2017),[24] Fährverbindungen und Eisenbahnanschluss. ImHafen von Valencia wurde 2008 ein Gütervolumen von 59,1 Millionen Tonnen abgefertigt, was einer Steigerung von 11,48 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Er ist der zweitgrößte Containerhafen in Spanien und einer der wichtigsten im Mittelmeerraum. Im Jahr 2019 wurden 5,44 Mio. TEU umgeschlagen.[25]
Im regelmäßigen Fährverkehr mit den Balearen und Italien wurden im Jahr 2008 199.335 Passagiere verzeichnet. Das gesamte Aufkommen einschließlichKreuzfahrtschiffe betrug 474.814 Passagiere.[26] 2019 wurden im Hafen von Valencia 1,028 Mio. Passagiere abgefertigt, 592.205 im Fährverkehr und 435.616 in der Kreuzschifffahrt.[27]
Die Stadt Valencia verfügt mit über 60 Linien über ein umfassendes, sehr dichtesBusnetz desVerkehrsunternehmensEMT Valencia, das das Stadtbild prägt. Dieses wird seit 1988 durch inzwischen neunU-Bahn- / Metro- undStraßenbahnlinien ergänzt, die insbesondere in den letzten Jahren stark ausgebaut wurden. Einige Metrolinien verbinden um liegende Orte mit der Innenstadt. Andere Ortschaften werden durch diverse Busverkehrsunternehmen erreicht, die sich Ende der 1990er Jahre zu einemVerkehrsverbund (MetroBus) zusammengeschlossen haben.
Reisende nutzen üblicherweise die recht günstigen Zehnerkarten (Bonobus), es gibt aber auch Tages- und Monatskarten.
In der Region Valencia sind sowohlSpanisch als auchValencianisch Amtssprachen. Zur Schreibung des Valencianischen gibt es zwei verschiedene Normen. DieAcadèmia Valenciana de la Llengua (AVL, nach dem Gesetz die „Hüterin“ der valencianischen Sprache), vertritt dieNormes de Castelló (1932). DieReal Acadèmia de Cultura Valenciana (RACV) hingegen dieNormes del Puig (1979).
Nach beiden Rechtschreibsystemen wird das geschlossen ausgesprochene betonte "E" grundsätzlich mit demAkut-Akzent (also: é) geschrieben, das offen ausgesprochene "E" mit demGravis-Akzent (also: è). Das „e“ im Namen der Stadt wird im Valencianischen geschlossen ausgesprochen, wäre also eigentlich nach beiden Systemen „é“ zu schreiben. Nach dem System der AVL gibt es aber Ausnahmen von dieser Regel u. a. für das Frage- und Relativpronomenquè und die Konjunktionperquè, aber auch für dasToponym València (alle mit geschlossenem "E" gesprochen, aber "è" geschrieben).
Die offizielle Bezeichnung von Kommunen kann nach der Gesetzeslage entweder einsprachig oder zweisprachig (wie z. B.Alacant/Alicante) sein.
Bis 2017 war die offizielle Bezeichnung der Stadt einsprachig-spanisch („Valencia“). Im Jahr 2017 wurde sie unter einer linken Regional- und einer linken Stadtregierung durch die einsprachig-valencianische Form nach den Regeln der AVL (also: „València“) ersetzt[28].
Seit der Kommunalwahlen 2023 strebt die neue rechte Mehrheit im Stadtrat die Umbenennung in die zweisprachige Form und unter Verwendung des „é“ in der valencianischen Form (also: Valéncia/Valencia) an. Der Stadtrat beschloss hierüber im Juli 2025. Die Entscheidung über die Umbenennung trifft aber die – jetzt auch konservative – Regionalregierung, die zuvor noch die AVL zu beteiligen hat.
Politischer Streitpunkt ist nicht in erster Linie der Wechsel zur zweisprachigen Bezeichnung, sondern die Frage, welcher Akzent in der valencianischen Bezeichnung zu verwenden ist. Die RACV ist eine der wenigen Institutionen, die die Auffassung vertritt, dass das Valencianische eine vomKatalanischen zu unterscheidende, eigenständige Sprache sei. Diese These wird aus politischen Gründen eher vom rechten Lager vertreten (vgl.Blaversimus). Die Schreibweise nach den Regeln der RACV wird daher von den linken Parteien im Stadtrat abgelehnt. Es handelt sich nicht in erster Linie um eine linguistisch-wissenschaftliche Frage, sondern um eine symbol-politische Auseinandersetzung.
↑abMatthieu Trouvé:Histoire politique de l’Espagne après Franco (de 1975 à nos jours) (= Collection Parcours Universitaires – Histoire). Presses Universitaires de Bordeaux, Pessac (Bordeaux) 2024,ISBN 979-1-03001113-5,S.106, 110.