Von 2019 bis 2024 war er in derKommission von der Leyen I geschäftsführenderVizepräsident und zunächst bis 2020 Kommissar für Finanzdienstleistungen, Finanzstabilität und die Kapitalmarktunion.[2] Anfang September 2020 wechselte er auf den Posten desKommissars für Handel. Seit 2024 ist er Kommissar für Wirtschaftlichkeit und Produktivität in derKommission von der Leyen II.
Dombrovskis war 2002 Gründungsmitglied der ParteiJaunais Laiks. Parteivorsitzender war sein ehemaliger Vorgesetzter bei der StaatsbankEinārs Repše.Vom 7. November 2002 bis 9. März 2004 war er lettischer Finanzminister in der Regierung Repše. Von 2004 bis 2009 saß er als Abgeordneter der FraktionEuropäische Volkspartei – Europäische Demokraten imEuropaparlament. Bei den Parlamentswahlen 2006 war er Spitzenkandidat vonJaunais Laiks.
Nach dem Rücktritt von MinisterpräsidentIvars Godmanis wurde er am 26. Februar 2009 von StaatspräsidentZatlers mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. Am 12. März wurde seine Regierung – dasKabinett Dombrovskis I – von derSaeima bestätigt. Obwohl er ab März 2010 ein Minderheitskabinett führen musste, war seine Tätigkeit in der schwierigen Zeit einerFinanzkrise verhältnismäßig erfolgreich. Deshalb wurde er zum Spitzenkandidaten des ParteienbündnissesVienotība für die Parlamentswahlen 2010 gewählt. Dombrovskis Partei wurde stärkste Kraft im Lande und er selbst Ministerpräsident einer Koalition aus Vienotība undZaļo un Zemnieku savienība, welche mit 62 von 100 Sitzen im Parlament vertreten war. Er bildete sein zweitesKabinett.[4] Nach denWahlen zur 11. Saeima 2011 wurde er am 19. Oktober vom Staatspräsidenten erneut mit der Regierungsbildung betraut (Kabinett Dombrovskis III).[5]
Am 27. November 2013 erklärte Dombrovskis seinen Rücktritt als Ministerpräsident, blieb aber zunächst geschäftsführend im Amt. Er übernahm damit die politische Verantwortung für denEinsturz eines Supermarktes in der Hauptstadt Riga, bei dem am 21. November 2013 mindestens 54 Menschen gestorben waren.[6] Seine Nachfolgerin wurdeLaimdota Straujuma, die unter Dombrovskis seit Oktober 2011 als Landwirtschaftsministerin amtierte.
ZurEuropawahl 2014 wollte Valdis Dombrovskis Kandidat derEuropäischen Volkspartei (EVP) für das Amt desEU-Kommissionspräsidenten werden; er zog seine Kandidatur aber einen Tag vor dem EVP-Parteitag zurück. Als Kandidat der EVP wurde der ehemalige Luxemburger MinisterpräsidentJean-Claude Juncker gewählt. Dombrovskis trat daraufhin als Spitzenkandidat der Vienotība für dieEuropawahl in Lettland 2014 an. Mit 46,19 % wurde die Vienotība deutlich stärkste Kraft vor derNationalpartei; damit zog Dombrovskis ins EU-Parlament ein.
AlsJonathan Hill nach demReferendum über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union am 25. Juni 2016 als Finanzmarktkommissar der EU zurückgetreten war, übertrug Kommissionspräsident Juncker nach Rücksprache mitMartin Schulz, dem Präsidenten des Europäischen Parlamentes, Valdis Dombrovskis umgehend Hills Geschäftsbereich (bis zum 15. Juli kommissarisch, insofern Hills Rücktritt zu diesem Datum rechtswirksam wird).[7]
Am 1. Dezember 2019 wurde Valdis Dombrovskis in derKommission von der Leyen I Vizepräsident und Kommissar für Finanzdienstleistungen, Finanzstabilität und die Kapitalmarktunion. Nach dem Rücktritt vonPhil Hogan Anfang September 2020 übertrugUrsula von der Leyen Dombrovskis dessen Aufgabenbereich alsKommissar für Handel und holteMairead McGuinness als Koordinatorin für die Wirtschaftspolitik auf Dombrovskis alte Position.[8]
Bei derEuropawahl 2024 wurde Valdis Dombrovskis mit der höchsten Stimmenzahl aller Kandidaten in Lettland in das Europäische Parlament gewählt.[9]
Am 1. Dezember 2024 wurde Dombrovskis zum Kommissar für Wirtschaftlichkeit und Produktivität sowie Umsetzung und Vereinfachung in derKommission von der Leyen II ernannt.[10]
↑Werner Mussler:Der spröde Balte. Fleißig ist der neue Finanzmarktkommissar Valdis Dombrovskis auf jeden Fall. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. Juni 2016, S. 24.
↑Michael Stabenow:Wer raus sein will, muss leiden. Weshalb in Brüssel über die Notwendigkeit gesprochen wird, an den Briten ein Exempel zu statuieren. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. Juni 2016, S. 3.