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Unix

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UNIX
Unix-Zeittafel
Unix-Zeittafel
EntwicklerKen Thompson,Dennis Ritchie,Douglas McIlroy u. a. beiBell Laboratories
Lizenz(en)bis 1981: keine (frei)
ab 1981:proprietär (AT&T,Novell)
ab 2005 frei (CDDL)Sun Microsystems
AbstammungUNIX(keine Vorfahren)
www.opengroup.org/unix-systems
Typisches Unix-Eingabefenster fürKommandozeilenbefehle, auch alsTerminal oderUnix-Shell bezeichnet. Gezeigt ist die Auflistung der Inhalte eines Ordners nach Eingabe desUnix-Befehlsls -l

Unix (englisch [ˈjuːnɪks]) ist einMehrbenutzer-Betriebssystem fürComputer. Es wurde im August 1969[1] vonBell Laboratories zur Unterstützung derSoftwareentwicklung entwickelt. Heute stehtUnix allgemein für Betriebssysteme, die entweder ihren Ursprung imUnix-System vonAT&T (ursprünglichBell Laboratories) haben oder dessen Konzepte implementieren. Es ist zusammen mit seinen Varianten und Weiterentwicklungen – oft unter anderen, in der Öffentlichkeit bekannteren Namen – eines der verbreitetsten und einflussreichsten Betriebssysteme der Computergeschichte. Bis in die 1990er Jahre wurde Unix hauptsächlich in spezialisierten Anwendungsbereichen wie etwa beiWorkstations undServern eingesetzt, insbesondere anUniversitäten undForschungseinrichtungen. Die heutige massenhafte Anwendung in fast allen Bereichen derComputertechnik begann erst ab etwa den 2000er Jahren.

Maßgebliche Entwickler von Unix warenKen Thompson undDennis Ritchie, die es zunächst inAssemblersprache, dann in der von Ritchie entwickeltenProgrammierspracheC schrieben. Mit Unix wurden einige maßgebliche Konzepte derInformationstechnik erstmals eingeführt, etwa dashierarchische,baumartig aufgebauteDateisystem mit Ordnerstruktur. Die frühen Entwickler definierten auch eine Reihe von Konzepten und Regeln für dieSoftwareentwicklung, die alsUnix-Philosophie bekannt wurden. Unix wurde bis in die 1980er Jahre alsquelloffenes Betriebssystem vor allem an US-Universitäten weiterentwickelt und hatte erheblichen Einfluss auf dieHackerkultur.

In den 1980er Jahren wurde es von AT&T kommerzialisiert, was zu einer Reihe von unabhängigen Weiterentwicklungen und Abspaltungen führte und in den sogenanntenUnix-Kriegen (Unix Wars)zwischen verschiedenen Systemen und Herstellern mündete. Die diversen auf Unix basierenden bzw. davon abgeleiteten Betriebssysteme sind heute zusammengenommen die meistverbreiteten Betriebssysteme fürComputer und für viele Arten von elektronischen Geräten, die einen Computer enthalten. Dabei reicht die Einsatz-Bandbreite vonMobilgeräten wieArmbanduhren undSmartphones über klassischePersonal Computer undWebserver bis hin zu den größtenSupercomputern. Ferner wird insbesondere das Unix-artigeLinux auch alsEmbedded System in industriellenMess- und Steuergeräten, in Geräten derMedizintechnik,Unterhaltungselektronik und elektronisch gesteuerten Gebrauchsgegenständen wie zum BeispielHaushaltsgeräten,Druckern oderNetzwerktechnikgeräten wieWLAN-Routern, sowie inKraftfahrzeugen eingesetzt. Die heute meistverbreitete kommerzielle,proprietäre Unix-Variante istmacOS vonApple bzw. dessen MobilvarianteiOS, die meistverbreitete Unix-artigeOpen-Source-Variante ist Linux bzw. das davon abgeleiteteAndroid.

Typologie der Varianten

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Typischegrafische Benutzeroberfläche eines Unix-artigen Systems der 1990er Jahre, basierend auf dem weit verbreitetenX Window System.

Da der Name UNIX inGroßbuchstaben oder UNIX inKapitälchen eine eingetrageneMarke derOpen Group ist, dürfen nur zertifizierte Systeme den Namen UNIX führen. So nutzt man in der Fachliteratur üblicherweise UNIX zur Kennzeichnung zertifizierter Systeme, während Unix als Bezeichnung für sämtliche unixartigen Systeme verwendet wird.

Unixartige Systeme können inUNIX-Derivate undunixoide Systeme eingeteilt werden. Zu den UNIX-Derivaten zählen z. B. dieBSD-Systeme,HP-UX (Hewlett-Packard),DG/UX (Data General),AIX (IBM),IRIX (Silicon Graphics),UnixWare (SCO Group),386/ix (erstEastman Kodak, späterSunSoft),Solaris (Oracle),AMIX (Commodore) undmacOS (Apple).

Andere Systeme wieLinux oderQNX basieren hingegen nicht auf dem ursprünglichen Unix-Quelltext, sondern wurden separat entwickelt. Sie werden als unixoide Systeme bezeichnet, weil sie einen Teil der für Unix standardisiert definierten Betriebssystemfunktionen (POSIX) ebenfalls implementieren. Einen Sonderfall stelltBSD dar, das zwar ursprünglich auf Bell-Labs-Quelltexten beruhte, seit Mitte der 1990er jedoch von einer losen Gemeinschaft von Programmierern vollständig umgeschrieben wurde, so dass es mittlerweile frei von dem ursprünglichen,proprietären Programmcode ist.

Verbreitung

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ProfessionelleComputergrafik- undCAD-WorkstationSGI Octane mit dem UNIX-DerivatIRIX, Ende der 1990er Jahre.

Ursprünglich hauptsächlich im universitären Bereich verbreitet, wurde es ab den 1980er und 1990er Jahren vor allem in professionellenWorkstations und aufServern eingesetzt. Mit Linux, macOS (bis 2016 OS X und ursprünglich, bis 2012, Mac OS X) und als Grundlage mehrerer verbreiteter Betriebssysteme fürMobilgeräte erreichte es ab etwa den 2000er Jahren auch den Massenmarkt für Privatnutzer. Die beidenmeistverbreiteten Betriebssysteme fürSmartphones undTabletcomputer,iOS undAndroid, basieren mit BSD (iOS) bzw. Linux (Android) auf unixoiden Betriebssystemen. Im September 2013 waren allein über eine Milliarde Android-Geräte weltweit aktiviert.[2] Für 2013 prognostizierte das Marktforschungsunternehmen Gartner-Group, dass erstmals mehr Android-basierte Systeme alsPCs mitWindows verkauft würden.[3] Zudem gewann Linux größere Bedeutung als quelloffenes Betriebssystem für Unternehmensanwendungen und alsEmbedded System für elektronische Geräte wieWLAN-Router oder Geräte derUnterhaltungselektronik.

IBMBlue Gene

Da das Unix-artige Linux sehr flexibel angepasst und optimiert werden kann, hat es sich auch in Rechenzentren stark verbreitet, in denen speziell angepasste Versionen aufGroßrechnern,Computerclustern (sieheBeowulf) oderSupercomputern laufen. Die in derTOP500-Liste der schnellsten Computersysteme aufgeführten Systeme werden derzeit (Stand: November 2024)[4] ausschließlich unter Linux betrieben. Der im Desktop-Bereich größte KonkurrentWindows spielt bei den Höchstleistungsrechnern keine Rolle.

Bedienung

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Systemfunktionen und -befehle von Unix konnten ursprünglich vom Anwender nur per Tastatureingabe über eineKommandozeile aufgerufen werden. Der FernschreiberTeletype 33, galt in der Anfangszeit als Ein- und Ausgabegerät. Er ähnelte einer elektromechanischen Schreibmaschine, die durch den Computer gesteuert wurde, wobei sich die einzelnen Tasten nur schwer manuell betätigen ließen. Pro Sekunde war das Setzen von zehn Zeichen möglich. Dies ist auch ein Grund, weshalb viele Befehlsnamen in Unix von solch kurzer Länge sind.[5] Wenig später folgten Bildschirmterminals. Das Konzept dergrafischen Benutzeroberfläche mit Fenstern und Mausbedienung war zur selben Zeit erst im Entstehen begriffen und wurde explizit nur bei grafischen Aufgaben eingesetzt. Aus diesem Grund gibt es keine standardisierte grafische Unix-Bedienoberfläche, sondern eine Anzahl von später entwickelten Varianten wietwm oderCDE, von denen viele auf demX Window System aufbauen. Mit dem Aufkommen von Linux folgtenGnome undKDE. Bei vielen routinierten Anwendern, wieProgrammierern undSystemadministratoren, ist die Kommandozeile aus Effizienzgründen nach wie vor die bevorzugte Bedienschnittstelle. Unix-Abkömmlinge für Mobilgeräte wie Smartphones undTabletcomputer, darunter Apple iOS und Android, verwenden eigene Bedienkonzepte. Dabei ist der Zugriff auf Kommandozeile undDateisystem meist komplett (iOS) oder teilweise (Android) gesperrt.

Aufbau und Merkmale

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Der Unix-Kernel hat überGerätetreiber allein Zugriff auf die Hardware und verwaltetProzesse. Daneben stellt er dasDateisystem zur Verfügung, in modernen Varianten zusätzlich denNetzwerkprotokollstapel. Systemaufrufe aus Prozessen dienen zum Starten (Systemaufrufefork,exec) und Steuern von weiteren Prozessen sowie zur Kommunikation mit dem Dateisystem. Zugriffe auf die Gerätetreiber werden als Zugriffe auf spezielle Dateien (Gerätedateien) im Dateisystem abgebildet. Dadurch werden Dateien und Geräte aus Sicht der Prozesse und damit der Anwendungsprogramme so weit wie möglich vereinheitlicht (Systemaufrufeopen,read,write usw.).

Eine Vielzahl von Programmen inklusive eines C-Entwicklungssystems und eines Textsatzprogrammes (troff) vervollständigen das System.

Das Dateisystem ist als hierarchisches Verzeichnis mit beliebigen Unterverzeichnissen organisiert. Das heute als Standard geltende Konzept war damals revolutionär.Stammverzeichnis (Root-Verzeichnis) dieserHierarchie ist das Verzeichnis „/“. Eines der Grundkonzepte von UNIX ist, auch Disketten- und CD-Laufwerke, weitere Festplatten des eigenen Rechners oder fremder Rechner, Terminals, Bandgeräte und anderespecial files im Dateisystem abzubilden (Gerätedateien, Dateien, die scheinbar die Daten eines Laufwerks enthalten und beim Lesen ausgeben) anstatt wie einige andere Betriebssysteme (u. a.VMS,MS-DOS,Windows) dafür separate Verzeichnishierarchien unterhalb sog. Laufwerksbuchstaben anzulegen. „Alles ist eine Datei“ ist ein Grundprinzip von Unix. Dieser verallgemeinerte Dateibegriff gehört zum Wesen von UNIX und ermöglicht eine einfache, einheitliche Schnittstelle für die verschiedensten Anwendungen. In manchen UNIX-Derivaten werden selbst Prozesse und deren Eigenschaften auf Dateien abgebildet (proc-Filesystem).

Der Kommandointerpreter, dieShell, – unter Unix ein normaler Prozess ohne Privilegien – sowie zahlreiche Standardkommandos ermöglichen dem Anwender eine einfache Ein-/Ausgabeumleitung inDateien, und überPipes die Kommunikation zwischenProzessen.

Eine große Sammlung von einfachen Kommandos, derUNIX-Werkzeugkasten, kann so mit Hilfe der Programmiermöglichkeiten desKommandointerpreters kombiniert werden und komplizierte Aufgaben übernehmen. Durch die Kombinierbarkeit der größtenteils standardisierten Werkzeuge wird häufig vermieden, dass man für Einmalaufgaben oder einfachere Administrationsarbeiten jeweils spezialisierte Programme schreiben muss, wie dies in anderen Betriebssystemen häufig der Fall ist.

Zu den wichtigen Merkmalen eines typischen Unixsystems gehören: hohe Stabilität,Multiuser,Multitasking (mittlerweile auchMultithreading),Speicherschutz undvirtueller Speicher (zuerst implementiert in der BSD-Linie),IP-Netzwerkunterstützung (ebenfalls zuerst in derBSD-Linie), hervorragendeScriptingeigenschaften, eine voll ausgebaute Shell und eine Vielzahl von Werkzeugen (dieUnix-Kommandos) undDaemons. Betriebssysteme von Unix-Workstations sowie UNIX-Derivate enthalten in der Regel einegrafische Benutzeroberfläche basierend aufX11.

Unix ist historisch eng mit der ProgrammierspracheC verknüpft – beide verhalfen einander zum Durchbruch, und so ist C auch heute noch die bevorzugte Sprache unter Unix-Systemen.

Der NameUnix

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Das System erhielt ursprünglich von einem Mitarbeiter den NamenUnics, einAkronym vonUniplexed Information and Computing Service und eine Anspielung aufMultics.[6] Wie später die kürzere Schreibweise des Auslautes als einzelner Buchstabex entstand, ist unklar.[7][8]

Ob die SchreibweiseUnix oder stattdessenUNIX richtig ist, wird schon lange diskutiert. Geschichtlich ist die SchreibweiseUnix die ältere, die SchreibweiseUNIX tauchte erst später auf – aus rein ästhetischen Gründen.[9] Heute haben sie unterschiedliche Bedeutungen: In der Fachliteratur verwendet man üblicherweise Unix als Bezeichnung fürunixartige Systeme, während man UNIX zur Kennzeichnung zertifizierter Systeme nutzt. Als Plural ist im DeutschenUnixe und das an die3. Deklination des Lateinischen angelehnteUnices im Gebrauch, im EnglischenUnixes und ebenfallsUnices.

Geschichte

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Hauptartikel:Geschichte von Unix
Ken Thompson (links) und Dennis Ritchie (rechts)
Unix wurde auf einemMinicomputer vom Typ DECPDP-7 entwickelt (die Abbildung zeigt nicht das Originalgerät).

Ken Thompson erstellte 1969 die erste Version von Unix inAssemblersprache auf derDECPDP-7 als Alternative zuMultics. Als eines der ersten Programme für den neuen Kernel schrieb Thompson zusammen mitDennis Ritchie das SpielSpace Travel,[10]um auszuloten, welche Schnittstellen sie benötigen.1972–1974 wurde das Betriebssystem komplett neu in C implementiert und gemeinsam mit einem C-Compiler kostenfrei an verschiedene Universitäten verteilt (AT&T durfte als staatlich kontrollierter Monopolist in der Telekommunikationsbranche keine Software verkaufen) – daraus entwickelte sich u. a. an derUniversität von Kalifornien in Berkeley dieBSD-Linie von Unix. Erst Ende der 1970er Jahre versuchte AT&T schließlich selbst, Unix gewinnbringend zu vermarkten, woraus dieSystem-V-Linie von Unix entstand. In den 1980er Jahren wurde Unix zum dominierenden Betriebssystem an den Universitäten, und es existierte eine Fülle verschiedenster UNIX-Derivate, die alle in irgendeiner Form von den beiden HauptlinienBSD oderSystem-V abstammten. Als Reaktion darauf erhob sich der Ruf nach Standardisierung.

Standards

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Jeder Hersteller änderte und erweiterte das System in den 1980er Jahren nach eigenen Vorstellungen. Es entwickelten sich Versionen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Kommandos, Kommandooptionen und Programmbibliotheken. Um 1985 begann dieIEEE zunächst, die Schnittstellen für Anwendungsprogramme zu standardisieren. Daraus entwickelte sich der Standard IEEE 1003, der auf Anregung vonRichard StallmanPOSIX genannt wird. Er besteht heute aus etwa fünfzehn Dokumenten, die sich mit allen Aspekten von Unix-Systemen wie dem Kommandozeileninterpreter (POSIX definiert eine eigene Shell, diePOSIX-Shell, die allerdings bis auf Details mit derKornshell identisch ist), den Unix-Kommandos und deren Optionen, der Ein-/Ausgabe und anderem befassen.

Die Preise der IEEE für die POSIX-Dokumentation sind sehr hoch, die Veröffentlichung ist durch Urheberrecht untersagt.In neuerer Zeit ist deshalb eine Tendenz zurSingle UNIX Specification derOpen Group zu verzeichnen.Dieser Standard ist offen, im Internet frei verfügbar und akzeptiert Vorschläge von jedem.

Markenrechte

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Die Rechte an derMarke UNIX liegen bei derOpen Group.

UNIX-Derivate und unixähnliche Betriebssysteme

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Vorgeschichte

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Bis Unix V7 1979 erschien, wurde der Quellcode von Unix gegen Erstattung der Kopier- und Datenträgerkosten an Universitäten verteilt. Unix hatte damit den Charakter eines freien, portablen Betriebssystems. Der Code wurde in Vorlesungen und Veröffentlichungen verwendet und konnte nach eigenen Vorstellungen geändert und ergänzt werden. DieUniversität Berkeley entwickelte eine eigene Distribution mit wesentlichen Erweiterungen, dieBerkeley Software Distribution (BSD).

In den frühen 1980er Jahren beschloss AT&T, Unix zu vermarkten; der AT&T-Quellcode durfte ab diesem Zeitpunkt nicht mehr öffentlich zugänglich gemacht werden. Auch die Verwendung in Vorlesungen etc. war ausgeschlossen. Für auf BSD basierende Systeme wurden – da ein Teil des Codes von AT&T stammte – hohe Lizenzgebühren erhoben.

Viele Firmen lizenzierten den UNIX-Quellcode und brachten ihre eigenen Varianten auf den Markt, selbstMicrosoft hatte mitXenix einige Zeit ein Unix im Angebot.Siemens adaptierte Xenix 1984 zu einem deutschen Unix namensSinix.

GNU

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Die Nichtverfügbarkeit des Quellcodes veranlassteRichard Stallman, 1983 dasGNU-Projekt (GNU’sNotUnix) ins Leben zu rufen. Ziel des Projekts war die Schaffung eines freien Unix-kompatiblen Betriebssystems. Bis 1990 hatte das Projekt alle wesentlichen Teile – inklusive des GNU-C-Compilers (gcc) – entwickelt, jedoch mit Ausnahme des Kernels.

Minix und Linux

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Linus Torvalds, Entwickler von Linux

1987 erschien das LehrsystemMinix, entwickelt vonAndrew S. Tanenbaum an derFreien Universität Amsterdam. Minix war ein Unix-Klon mitMikrokernel, C-Compiler,Texteditor und vielen Kommandos, das als relativ anspruchsloses System auch auf schwacherPC-Hardware lief. Der Quellcode war Teil des Lieferumfangs. Es war zwar kommerziell und proprietär, hatte aber einen sehr niedrigen Preis. Wie vormals Unix diente dieses System vielen als Ausgangspunkt für eigene Experimente.

1991 arbeitete der StudentLinus Torvalds an einemTerminalemulator, mit dem er auf einen Uni-Computer zugreifen wollte. Mit der Zeit baute er einen Dateisystem-Zugriff und viele andere nützliche Features ein. Bald bemerkte er, dass er mehr als einen Terminalemulator programmierte. Den Quelltext veröffentlichte er in derNewsgroup comp.os.minix als einen von Minix inspirierten Kernel, der auf einemIntel-386er-PC lauffähig sein sollte. Zuerst sollte sein ProjektFreax heißen. Da der Administrator der Universität ihmLinux als Login für sein FTP-Repository vergab, benannte Torvalds das Projekt nach diesem. Im Quelltext der Version 0.01 von Linux kommt noch der Name Freax vor („Makefile for the FREAX kernel“).

Siehe auch:Geschichte von Linux

Freie BSD-Derivate

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1992 erschien mit386BSD von Bill und Lynne Jolitz ein weiteres freies System für 80386-Prozessoren. Es bestand aus einem Patch für die nicht von AT&T stammenden freien Teile der BSD-Distribution und bildete ein weiteres freies, sehr fortgeschrittenes Betriebssystem für Intel-Prozessoren.

1994 veröffentlichte Berkeley mit 4.4BSDLite die letzte Version ihrer inzwischen von AT&T-Quellcode befreiten Distribution.

4.4BSDLite bildete zusammen mit 386BSD die Grundlage fürNetBSD,FreeBSD und kurz daraufOpenBSD.

macOS mit Darwin

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Typische Unix-Shell (hiersh unter OS X)

ApplemacOS ist ein Nachfolger vonOPENSTEP und NeXTStep und wurde 2001 unter dem Namen Mac OS X eingeführt. Als Basis dient einXNU genannter Hybridkernel, der aus einemMach-Microkernel und Teilen desFreeBSD-Kernels besteht. Das Basissystem namensDarwin enthält außerdem von anderen BSDs stammende Programme, die in einer Unix-Umgebung erwartet werden. Die Entwicklung von Darwin wurde unter die quelloffene LizenzApple Public Source License gestellt, welche in der Version 2.0 als Lizenz freier Software von derFree Software Foundation anerkannt wurde. Zusammen mit proprietären, nicht-quelloffenen Systemteilen – beispielsweiseAqua und vieleProgrammierschnittstellen – bildet Apple daraus die proprietären Betriebssysteme macOS undiOS,tvOS,watchOS undaudioOS. AbMac OS X Leopard 10.5 (2007) ist das Betriebssystem alsUNIX 03 durch dieOpen Group zertifiziert.[11]

OpenSolaris

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Seit 2005 ist auchSolaris (Version 10) in der jeweils aktuellen Fassung für die gebührenfreie Benutzung erhältlich. Solaris läuft auf der 32-Bit- und 64-Bit-x86-Architektur (bzw.IA-32 ab dem80386 sowiex64 ab demOpteron) sowie auf 64-Bit-Systemen mit SunsUltraSPARC. Für Zugriff auf Quellen und Mitarbeit inklusive Erweiterung ist es in der FassungOpenSolaris erhältlich, die sich funktionell nicht von der Binärversion unterscheidet.

Erscheinungsdaten

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Die folgende Zusammenstellung gibt nur einen groben Überblick. Es werden nur die wichtigsten Systeme erwähnt. Diese haben jeweils ihre eigenen Versionen und ihre eigene Entwicklungsgeschichte.

JahrNameAnmerkung/Hersteller
September 1969UNICSPDP-7 Version vonBell Laboratories
3. November 1971UNIX Erste AusgabeBell Labs
12. Juni 1972UNIX Zweite AusgabeBell Labs
Februar 1973UNIX Dritte AusgabeBell Labs
November 1973UNIX Vierte AusgabeBell Labs
Juni 1974UNIX Fünfte AusgabeBell Labs
Mai 1975UNIX Sechste AusgabeBell Labs
1977ErsteBerkeley Software Distribution (BSD)
19782BSDZweite Berkeley Software Distribution
Januar 1979UNIX Siebte AusgabeBell Labs; später als V7 oderVersion 7 von UNIX referenziert,[12] jedoch nicht identisch mit derSUS Version 4 (SUSv4) von 2016, ebenfallsUNIX V7 bezeichnet.
1979UNIX/32VPortierung der UNIX Version 7 (V7) aufVAX-Computer
19803BSD und 4BSDBerkeley-Portierung auf VAX-Computer
1980XenixUnix-Version der FirmaMicrosoft, später vonSCO weitergeführt
1981UNIX System IIIerste kommerzielle Version von Bell Labs
1982HP-UX 1.0Unix der FirmaHewlett-Packard (HP)
1982Sun UNIX, 1.0Unix-Version der FirmaSun Microsystems
1983Start desGNU-Projekts(GNU:Gnu is Not UnixGNU ist nicht Unix)
1983UNIX System VBell Labs
1983UltrixUnix-Version der FirmaDigital Equipment Corporation (DEC)
1983SinixUnix-Version der FirmaSiemens
1983Coherentunixoides System der Mark Williams Company
19834.2BSD
1984Start desMach-Mikrokernel-Projekts an der Carnegie Mellon University (Kalifornien).
Februar 1985UNIX Achte AusgabeBell Labs
September 1986UNIX Neunte AusgabeBell Labs
1986AIX 1.0Unix-Version der FirmaIBM
1986A/UXUnix-Version der FirmaApple
1987Minix 1.0Unix-Klon derFreien Universität Amsterdam
1988IRIXUnix-Version der FirmaSilicon Graphics
Oktober 1989UNIX Zehnte AusgabeBell Labs
1989NeXTStepUnix-Version der FirmaNeXT basierend auf 4.3BSD undMach-2.5-Kernel
1989SORIXUnix-Version der FirmaSiemens für Echtzeitanforderungen
1990OSF/1Unix-Klon derOpen Software Foundation basierend auf demMach3-Mikrokernel
1990AMIXSVR4 für CommodoreAmiga
19914.3BSD Net/2BSD-Version ohne AT&T-Code, unvollständig
1991TT/X kompatibel zu Unix System V Release 4Unix-Version der FirmaAtari
1991Linuxan Minix orientiert
1992386BSDPatch für BSD4.3 Net/2 für Intel-Prozessoren
1992Solaris 2.0Firma Sun Microsystems
1992UnixWare 1.0Unix-Version von Univel (AT&T &Novell)
1993NetBSD 0.8basierend auf 386BSD
1993FreeBSD 1.0basierend auf 386BSD und 4.3BSD Net/2 (kurz darauf 2.0 auf 4.4BSDLite)
19944.4BSDEncumbered und 4.4BSDLite(ohne Bell Labs-Code)
1994Tru64 UNIXNachfolger von OSF/1
1995HP-UX 10.00FirmaHewlett-Packard (HP)
1996OpenBSD 1.2ausgehend von NetBSD 1.0
1996AT&T gliedert die Bell Labs in das UnternehmenLucent Technologies ein
1999Darwin, OpenDarwinvon der Firma Apple freigegebene Quellen ausRhapsody bzw. ursprünglich NeXTSTEP/OPENSTEP (vgl.macOS,XNU)
2003DragonFly BSDausgehend von FreeBSD
2005OpenSolarisFirma Sun Microsystems
2006xv6Eine vom MIT durchgeführte Reimplementierung von Unix Version 6 für die Plattformen x86 und RISC-V als pädagogisch geeignetes Betriebssystem zum Lernen der Funktionsweise eines Betriebssystems[13]

Trivia

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Im FilmJurassic Park (1993) wird die gesamte Park-Steuerung mithilfe von Unix-Systemen erledigt, was die Hauptrolle Lex erfreut. Mit den Worten „Das ist ein Unix-System, damit kenne ich mich aus“ (im engl. Original: “It’s a Unix-System, I know this”) beginnt sie, das System zu bedienen (ca. 100. Filmminute, in der Blu-ray-Version etwa ab 113:04 min). Dabei kommen die dreidimensionale Dateiverwaltungfsn und einIRIX-System vonSilicon Graphics zum Einsatz.[14]

Siehe auch

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Literatur

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Weblinks

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Wiktionary: Unix – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Unix – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Mark Ward: 40 years of Unix. BBC, abgerufen am 28. Februar 2010. 
  2. Android wird zum Schokoriegel. Golem.de
  3. Laut Gartner überholt Android schon 2013 Windows. itespresso.de
  4. Operating system family. In: TOP500.org. Abgerufen am 24. April 2025 (englisch). 
  5. Die Unix-Story. Geschichtliches Sachbuch über das Computerbetriebssystem Unix von AutorBrian W. Kernighan, 254 Seiten, Oktober 2020,dpunkt.verlag GmbH, Heidelberg, S. 55
  6. History and Timeline. Open Group, abgerufen am 24. Februar 2013 (englisch). 
  7. Peter Neumann’s Home Page. SRI International, archiviert vom Original am 3. Februar 2005; abgerufen am 24. Februar 2013. 
  8. Susanne Nolte: Wortspiel. In:Heise online. 8. August 2009 (iX 8/2009). Abgerufen am 12. Juli 2017.
  9. Unix,Jargon File
  10. Matthias Kremp: 40 Jahre Unix. Spiegel Online, 18. August 2009, abgerufen am 16. Oktober 2011. 
  11. Open Brand Certificate (PDF; 80 kB)
  12. Linux Programmer’s Manual: standards(7) – C and UNIX Standards. (Manpage) In: Linux man-pages project. Michael Kerrisk, 1. November 2020, abgerufen am 24. Januar 2023 (englisch): „V7 – Version 7 (also known as Seventh Edition) UNIX, released by AT&T/Bell Labs in 1979.“ 
  13. https://pdos.csail.mit.edu/6.828/2019/xv6.html xv6 des MIT
  14. Jurassic Park: Als ein Unix-System die Welt rettete. In: derStandard.at. 13. Juni 2015, abgerufen am 4. August 2024 (österreichisches Deutsch). 
Normdaten (Sachbegriff):GND:4061835-3 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS)
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