Einunbemanntes Luftfahrzeug oder eineDrohne (englischunmanned aerial vehicle, kurzUAV) ist einLuftfahrzeug ohne eine an Bord befindlicheBesatzung. Die Steuerung undNavigation erfolgt entwederferngesteuert, entlang eines vorprogrammierten Flugwegs oder auch vollständigautonom. Unbemannte militärische Luftfahrzeuge sind oft Teil eines umfassenderen Systems (englischunmanned aircraft system, UAS). Umgangssprachlich werden mitunter auch ferngesteuerteFlugmodelle undMulticopter als Drohnen bezeichnet.
Der BegriffDrohne leitet sich aus der Bezeichnung fürmännliche Hautflügler ab und wurdeerstmals 1936 im Kontext unbemannter Luftfahrzeuge fürZieldarstellungsdrohnen verwendet. Davon ausgehend verbreitete sich die Bezeichnung weiter. In der militärischen Luftfahrt bezeichnete der Begriff zunächst ein unbemanntes Luftfahrzeug, welches seinen Auftrag automatisch ohne eine Steuerung von außen ausführt.[1]
Der erste Luftangriff auf eine Stadt mit einem unbemannten Luftfahrzeug fand in denRevolutionsjahren 1848 und 1849 statt: Bei der Belagerung von Venedig schlug derösterreichischeFeldmarschallleutnant, Artillerieexperte, Waffentechniker und ErfinderFranz von Uchatius vor, durch unbemannte Ballons Bomben auf die Stadt werfen zu lassen. Drei Wochen später erfolgte tatsächlich dieser erste Luftangriff der Weltgeschichte mit 110 von Uchatius hergestelltenBallonbomben.[2]
Unbemannte, ferngesteuerte Flugkörper werden für verschiedene Zwecke seit dem frühen 20. Jahrhundert eingesetzt. Während anfänglich experimentelle Ziele verfolgt wurden, kam es mit Beginn desKalten Krieges bald zur Übernahme militärischer Aufgaben. Anfangs und auch weiterhin dienten die UAVs als „Zieldrohnen“ zur Zielsimulation der Flugabwehr. Dazu kam die militärische Aufklärung: DieTu-123 flog 1960 Überschall, konnte aber nicht landen. Mit derLockheed D-21 wurde 1966 ein weiteres überschallschnelles Aufklärungs-UA entwickelt. Mit derWestland Wisp flog andererseits 1976 ein Hubschrauber-System. Seit 1995 standen mit derGeneral Atomics MQ-1 dem Militär mit Luft-Boden-Raketen bewaffnete unbemannte Luftfahrzeuge zur gezielten Bekämpfung von Bodenzielen zur Verfügung. Als bislang größtes Flugzeug wurde im Rahmen derControlled Impact Demonstration 1984 ein Verkehrsflugzeug ferngesteuert und kontrolliert zum Absturz gebracht.
Mit den BegriffenUnmanned Aerial Vehicle (UAV) oder neuerUnmanned Aircraft (UA) undDrohne wird ausschließlich auf das Flugobjekt Bezug genommen. Dabei kann es sich umLuftfahrzeuge unterschiedlicher Art handeln. Neben unbemanntenFlugzeugen sind beispielsweise auch vieleMulticopter, einigeHubschrauber und auch Leichter-als-Luft-Fahrzeuge wieForschungs- undWetterballons unbemannte Luftfahrzeuge.
Unbemannte Luftfahrzeuge sind oft Teil eines umfassenderen Systems (englischunmanned aircraft system, UAS).[7] Mit dieser Bezeichnung, die über den Begriff desLuftfahrzeugs hinausgeht, erfolgte gemäßICAO eine neuere allgemeine Bezeichnung und löste die Bezeichnung UAV ab. Weithin verbreitet ist auch noch die BedeutungUnmanned Aerial System.[8] Der Begriff bezieht neben dem Fluggerät (UAV/UA) aber alle Teile des Gesamt-Systems (z. B. Steuerelemente, Bodenstationen etc.) mit ein. Bis 2010 konnte eine weltweite UAS-Klassifikation noch nicht abschließend entwickelt werden. Innerhalb Europas hat dieEuropean Organization for Civil Aviation Equipment (EUROCAE-Arbeitsgruppe 73) und die in den Vereinigten Staaten zuständigeRadio Technical Commission for Aeronautics (RTCA) den gemeinsamen Prozess noch nicht abgeschlossen und nur ein vorläufiges Gruppensystem präsentiert. Die britischeCivil Aviation Authority übernahm das in der Arbeitsgruppe erarbeitete Klassifizierungssystem.[9] In Deutschland lag eine Klassifizierung und Kennzeichnung von unbemannten Luftfahrtsystemen noch nicht vor. DasDeutsche Institut für Normung e. V. plante hierzu ein Projekt zur Neuentwicklung einerTaxonomie für Unmanned Aerial Systems (UAS).
Das US-Verteidigungsministerium hat 2011 die UAV nach dem Joint Concept of Operations for Unmanned Aircraft Systems u. a. nach dem Gewicht in fünf Gruppen eingeteilt.
Gewichts- klasse
Gewicht
Zivile Kategorie
Militärisches Äquivalent
Beispiele
1
bis 20 kg
Small Unmanned Aircraft (SUA) oder Micro Air Vehicle (MAV)
Nano-UAS, Micro-UAS (bis 5 kg), Mini-UAS oder Miniature-UAS (bis 30 kg) und Close UAS (Nahbereich) (bis zu 1500 m Flughöhe und einer Reichweite von 10 km)
Medium Altitude Long Endurance (MALE) (bis zu 9000 m Flughöhe und einer Reichweite von 200 km), High Altitude Long Endurance (HALE) (über 9000 m Flughöhe), sowie UAS mitHyperschallgeschwindigkeit (bis zu 15000 m Flughöhe und einer Reichweite von über 200 km)
AlsUnmanned Reconnaissance Aerial Vehicle (URAV) werden Aufklärungsdrohnen bzw. aufklärende UAV bezeichnet. Die Reichweite großer Drohnen ist vergleichbar mit der von Verkehrsflugzeugen. Je nach Konzeption entsprechen die Flugeigenschaften denen von Aufklärungsflugzeugen oderLuftschiffen. Sie können ein bis zwei Tage in der Luft bleiben.
Unmanned Combat Aerial Vehicle (UCAV) oderUnmanned Combat Aerial System (UCAS) sind Bezeichnungen für unbemannte, bewaffnete Luftfahrzeuge. Umgangssprachlich werden diese Fluggeräte auch alsKampfdrohnen bezeichnet. DieseWaffensysteme werden zunehmend in militärischen Konflikten eingesetzt.[11] 2012 hat die US-amerikanische Luftwaffe erstmals mehr Piloten für Drohnen als für Kampfflugzeuge und Bomber ausgebildet.[12]
UCAV wurden in verschiedenen Konflikten, z. B. inAfghanistan undIrak, mit Erfolg angewandt, allerdings gegen technisch unterlegene Gegner. Die großen Kampfdrohnen können von moderner konventioneller Luftabwehr bekämpft werden.[13] So konnte die Ukraine in der Anfangszeit desrussischen Überfalls große Erfolge mit derBayraktar TB2 erzielen, doch nur solange, bis Russland die Luftabwehr neu organisiert hatte.[14]
Drone Anti-Submarine Helicopter (DASH): eine Helikopterdrohne (Gyrodyne QH-50) zurU-Jagd, die von 1958 bis 1969 von derUnited States Navy getestet und eingesetzt wurde.
Eine eigene Klasse sind Loitering Munition bzw. Kamikaze-Drohnen oder Suizid-Drohnen. Es handelt sich bei dieser Art von Drohne um einenMarschflugkörper bzw.präzisionsgelenkte Munition, welche die Möglichkeiten einer Aufklärungsdrohne nutzt und durch menschliche oder automatische Kontrolle in ein erst im Flug genauer definiertes Ziel geflogen wird und dann explodiert.[15]
Micro Air Vehicle (MAV) sind Kleindrohnen, die über genügend Tragkraft verfügen, um Bildaufzeichnungsgeräte oder andere Sensoren zu transportieren. Sie haben einen Aktionsradius von einigen Kilometern und können eine Flughöhe von mehreren hundert Metern erreichen.
Organic Aerial Vehicle (OAV): Organisches Fluggerät (im Sinne vondie Sinne des Menschen erweiternd), zum Beispiel dasClass I UAV.
Tactical Unmanned Aerial Vehicle (TUAV) sind mittelgroße Drohnen mit einem Gewicht von bis zu 300 kg und einer Reichweite von 200–300 km. Meist starten sie nicht autark, sondern mit Hilfe von Katapulten oder Booster-Raketen. Ein Beispiel ist die deutsche DrohneLUNA.
Vertical Take-off and Landing Tactical Unmanned Aerial Vehicle (VTUAV bzw. VTOL Tactical UAV): Senkrecht startendes und landendes UAV speziell für den taktischen (militärischen) Einsatz. Viele von den VTUAVs sollen aber auch außerhalb des Militärs z. B. bei derKüstenwache, der allgemeinen Grenzüberwachung oder demKatastrophenschutz in einigen Ländern Anwendung finden.
Quadcruiser: Airbus entwickelte 2013 in Zusammenarbeit mit der SFL-GmbH einen Quadrocopter mit fünf Rotoren, einer Abflugmasse von 12 kg und einer Stunde Flugzeit, um sich bei unbemannten Luftfahrtsystemen zu beteiligen.
Bereits 1931 rüstete die britischeRoyal Air Force drei Maschinen des TypsFairey IIIF unter der BezeichnungFairey Queen mit Funksteuerung aus und setzte sie als Zieldrohnen und Übungsziele für Jagdpiloten ein.
Unbemannte Luftfahrzeuge werden zunehmend zumilitärischen Zwecken eingesetzt, wobei sie zum einen als sogenannteenglischunmanned combat air vehicle (UCAV) mit Waffen ausgerüstet und zurLuftnahunterstützung eingesetzt werden können („Kampfdrohne“).[20] Die Drohnen werfen dazu Bomben bzw. feuern Raketen ab oder fliegen ins Ziel (Loitering Weapon). Zum anderen gibt esExperimentalflugzeuge zur Erprobung des unbemannten Einsatzes alsKampfflugzeuge zur Luftzielbekämpfung. Ein dritter militärischer Einsatzbereich ist dieAufklärung und Überwachung. Daneben dienen sie unter anderem Logistik- und Transport-Zwecken. DieMQ-25 soll wiederum hauptsächlich derLuftbetankung dienen. Um 2000 setzten 17, 2013 rund 78 Staaten UAV für militärische Zwecke ein.[21]
In den USA sind verschiedene Stellen mitForschung und Entwicklung von UCAVs beschäftigt, beispielsweise dasJoint Unmanned Combat Air Systems Program derDefense Advanced Research Projects Agency (DARPA) derUnited States Air Force und derUnited States Navy.[22][23] Nach einem Bericht desbritischenThe Guardian im Jahr 2009 planten die United States Air Force eine umfangreiche Aufstockung ihrer UAV-Flotte bis 2047. Bereits im Jahr 2012 bildete die Air Force mehr Soldaten in der Bedienung von UCAVs aus als Flugzeugpiloten. Die Technik entwickelte sich dahingehend, dass 2006 noch zwölf Fluggeräte gleichzeitig gesteuert werden konnten, im August 2009 bereits 50.[24] Das amerikanische Militär wollte Drohnen entwickeln, die sich anhand vonAlgorithmen in Kampfverbänden selbständig als „Schwarm“ organisieren (Low Cost Autonomous Attack Systems, Locaas).[25] DARPA undNASA erforschen und entwickeln darüber hinaus unbemannte Systeme mitMorphing Adaptable Structures (MAS), welche dank sogenannterIntelligenter Werkstoffe(Smart Materials) ihre Form, Oberflächenstruktur undaerodynamischen Eigenschaften verändern und an verschiedene Flugphasen anpassen können wie denCormorant.[26][27] Nach Ansicht des Autors Ronen Bergman wurde die von den Amerikanern benutzte Technologie der unbemannten Flugkörper zum großen Teil inIsrael entwickelt.[28] Die Türkei ist global führend bei der Entwicklung von Kampfdrohnen, die Serie der Drohnen vonBayraktar dominiert den globalen Markt zu 65 %. Auch China hat einen schnellen Aufschwung in der Produktion zu verzeichnen.[29]Weitere Produzenten sind die USA, Russland, Frankreich, Deutschland und Großbritannien.[30] Auch in Europa wird an UCAVs geforscht und entwickelt: siehe z. B.Dassault Neuron und im Rahmen derEuropean Technology Acquisition Programme (ETAP).
Russland entwickelte nach einem Auftrag im Jahr 2011 die schwere Su-70.[31] 2014[32] erfolgte der Auftrag zur Entwicklung einer 6-Tonnen-Langstrecken-Drohne durch dasOKB Kasan.[33]
Eine weitere Entwicklungsstufe ist der Bau sogenannterMikrodrohnen (Micro Air Vehicle bzw.Micro Aerial Vehicle (MAV)). Unbemannte Luftfahrzeuge mit Fähigkeit, weitere während des Betriebs abzusetzen, werden mitunter alsTrägerdrohnen bezeichnet.
Eine russisches Unternehmen stellte 2026 mitBrain-Computer-Interfaces (BCI) und Kameras ausgestatteteTauben zur Fernaufklärung vor. Die vom Eigentümer als fernsteuerbare „Biodrohnen“ beworbenen Tiere, warfen medial Erinnerungen an das ProjektAcoustic Kitty auf.[34]
1998/1999 setzte dieBundeswehr imKosovokrieg Aufklärungsdrohnen vom TypCL 289 ein. Ferner hat die Bundeswehr die DrohneLUNA seit dem Jahr 2000 im operativen Einsatz. Auch die Inspektionen derUN-Waffeninspektoren imIrak 2003 wurden von unbemannten Luftfahrzeugen unterstützt.[35] Bis 2008 wurden zudem sechs Gesamtsysteme der allwetterfähigen Aufklärungsdrohnen vom TypKZO („Kleinfluggerät-Zielortung“)[36] eingeführt. Zur Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung (SIGINT) hat die Bundeswehr die fünfEuroHawks bestellt, deren Prototyp 2010 fliegen sollte.
Im Jahr 2003 versuchte die TerrororganisationHamas imGazastreifen in den Besitz einer israelischen Drohne zu kommen. Israel hatte diese mit Sprengstoff präpariert, zündete diesen während des Zusammenbaus am 16. Februar 2003 und tötete damit drei ranghohe Führer derKassam-Brigaden.[37]
2006 lieferte dieIslamische Republik UAVs vom TypAbabil an dieHisbollah, welche diese unter der BezeichnungMirsad 1 zur Aufklärung oder wieMarschflugkörper einsetzt. Das UAV Ababil ist 83 kg schwer, hat einen Gefechtskopf von höchstens 40 kg und eine Maximalgeschwindigkeit von 290 km/h.[38][39] Am 7. August 2006 schoss ein israelisches Kampfflugzeug vom TypF-16 10 Kilometer vor der Küste vonHaifa mit einer Luft-Luft-Rakete vom TypPython 5 ein UAV vom Typ Ababil der Hisbollah ab.
Am 5. August 2009 wurde durch den Angriff einer US-UCAVs der pakistanischeTalibanführerBaitullah Mehsud getötet(→ siehe auch HauptartikelDrohnenangriffe in Pakistan). Ende Januar 2012 hat US-Präsident Obama erstmals offiziell eingeräumt, dass das US-Militär über pakistanischem Gebiet Angriffe mit UCAVs durchführt.[40] Diese Angriffe wurden einige Zeit zuvor öffentlich bekannt und bis zu Obamas Äußerung vomVerteidigungsministerium der Vereinigten Staaten weder dementiert noch bestätigt. Obamas Darstellung, dass die Angriffe ein „minimales Risiko“ für Zivilisten darstellen würden, wird von Experten bezweifelt. Bis August 2011 kamen bei über 300 Angriffen über 2400 Menschen ums Leben, darunter über 400 Zivilisten.[41] Der ehemalige Drohnenpilot der US-LuftwaffeBrandon Bryant, der bei seiner Entlassung im April 2011 bescheinigt bekam, an 1626[42] gezielten Tötungen beteiligt gewesen zu sein, gab in einem im April 2014 erschienenen Interview an, dass bei allen Drohneneinsätzen des US-Militärs die Daten über denUS-Militärstützpunkt Ramstein in Deutschland flössen.[43] Im Juni 2012 starbAbu Yahya al-Libi, die „Nummer Zwei“ des Terrornetzwerksal-Qaida, bei einem UCAV-Angriff. Laut US-Berichten sei der Tod des Libyers der schwerste Schlag gegen al-Qaida seit derTötung Osama bin Ladens im Mai 2011.[44]
Im Juni 2013 wurde bekannt, dass syrische Regierungstruppen und regimetreue Milizen vermehrt unbemannte Luftfahrzeuge iranischer Bauart imSyrischen Bürgerkrieg zur Aufklärung und zur Artilleriebeobachtung im Kampf gegen Rebellen benutzen.[45]Im Januar 2017 wurde der syrischeMilitärflugplatz Hmeimim, der von den russischen Luftstreitkräften benutzt wurde, nach russischen Militärangaben von insgesamt 13 Drohnen angegriffen, die versuchten, mit kleinen Sprengkörpern als Ladung auf das Gelände des Stützpunktes zu gelangen. Die russische Flugabwehr habe sieben der Drohnen abgeschossen, die übrigen habe man durch elektronische Kriegsführung zum Absturz gebracht.[46]
2019 kam es zu mehreren Drohnenangriffen der jemenitischenHuthis gegen Öl-Anlagen inSaudi-Arabien: Im Mai auf zwei Pumpstationen einer Erdöl-Pipeline; im August dasÖlfeld Schaiba mit angeblich 10 Drohnen,[47] und im September des gleichen Jahres Öl-Anlagen inAbqaiq und Churais mit angeblich 10 Qasef-2K-Drohnen.[48][49]
ImBürgerkrieg in Libyen setzten beide Seiten massiv auf den Einsatz von Drohnen. Zunächst setzten die Kämpfer der LNA ab 2016 chinesische Langstreckendrohnen vom TypChengdu Wing Loong ein, die von Piloten derVereinigten Arabischen Emirate gesteuert wurden. Nachdem die GNA Truppen bis in die Hauptstadt Tripolis zurückgedrängt worden waren, versorgte sie dieTürkei mitTB2-Drohnen, mit deren Hilfe es ihnen gelang die LNA-Truppen innerhalb weniger Monate aus dem gesamten Westen Libyens zu vertreiben. Der UN-SondergesandteGhassan Salamé beschrieb den Konflikt folglich als den bisher größten Drohnenkrieg der Geschichte.[52]
Nach US-amerikanischen Meldungen wurde am letzten Juli-Wochenende 2022Al-Qaida-FührerAiman az-Zawahiri bei einem durch dieCIA durchgeführten Drohnenangriff inKabul getötet.
Während desSyrienkriegs im Jahre 2020 war die Türkei das erste Land, das UCAVs in einem großen, koordinierten Angriff auf ein konventionelles Schlachtfeld gegen dieSyrischen Streitkräfte während der Operation Frühlingsschild einsetzte. Dabei kamen Drohnen der ModelleTB2 undTAI Anka zum Einsatz, um feindliche Stellungen anzugreifen, Bodentruppen Deckung zu bieten und Artillerie aufzuspüren.[53]
ImBergkarabachkonflikt greifen beide Konfliktparteien besonders seit der Gewalteskalation im September 2020 massiv auf Drohnen zurück. Bereits seit 2016 nutztAserbaidschan UAV der israelischen FirmenIAI und Aeronautics sowieMALE der israelischen FirmaElbit. Die Orbiter 1K-Drohne von Aeronautics produziert Aserbaidschan in Lizenz unter dem Namen Zarba selbst. Imde-Facto-StaatArzach etablierte sich eine eigene Drohnenproduktionen, wobei die Drohnen der Firma AZDynamics spätestens seit 2017 einsatzbereit waren. 2018 kündigteArmenien an Drohnen aus Arzach für das eigene Militär anzuschaffen. Berichten zufolge wurden auch ersttürkischeTB2-Drohnen vom Typ Bayraktar überBergkarabach gesichtet.[54][55][55]
Im Oktober 2021 wurde bekanntgegeben, dass erstmals eine türkische Bayraktar-TB2-Drohne imKonflikt um die Ostukraine eingesetzt wurde. Nach ukrainischen Angaben wurde der Einsatz in der Nähe der südlich vonDonezk gelegenen SiedlungHranitne durchgeführt.[56] Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 kommt es auf beiden Seiten zu einem massiven Einsatz von Drohnen in einer breiten Anwendungspalette von Gefechtsfeldaufklärung und Artilleriebeobachtung bis zum direkten Einsatz von so genannten Kamikaze-Drohnen. Dabei wurden teilweise kommerzielle Klein- und Kleinstdrohnen als einfache Waffenträger umgebaut.
Der Konflikt war der erste bewaffnete Konflikt, bei dem DrohnenLuftkämpfe gegeneinander führten. Die Kämpfe reichten von einfachen Rammangriffen zwischen Aufklärungsdrohnen bis zu durchRadar[57] undKünstlicher Intelligenz unterstützten Angriffen auf unbemannte Flugkörper.[58]
Die Kosten für die Anschaffung (abgesehen vomRQ-4 Global Hawk), den Betrieb und die Instandhaltung von Drohnen sind deutlich niedriger als für moderne bemannte Militärflugzeuge mit dem gleichen Einsatzzweck.[59]
Die Ausbildung von Drohnenpiloten ist weniger anspruchsvoll und damit kürzer und günstiger als die von Piloten bemannter Flugzeuge.[60]
Da sich Drohnenpiloten im Schichtdienst abwechseln können, ist die maximale Einsatzdauer von Drohnen deutlich höher als die bemannter Flugzeuge.[61]
Da Drohnen unbemannt sind, gibt es auch kein Personal, das im Fall eines Absturzes sterben, verletzt oder gefangen genommen werden kann.
Da Drohnen unbemannt sind, können sie wesentlich kleiner als bemannte Flugzeuge sein.
Piloten von militärischen UAs klagten 2012 über verschiedene Arten von Stress. Studien ermittelten bei ihnen teils höhere Werte von Gefechtsstress als bei anderen Einheiten in Afghanistan. Hinzu kamen hohe Ermüdungserscheinungen, emotionale Erschöpfung sowie Burnout. Trotz der großen Distanz zum eigentlichen Kriegsgeschehen wurden auch bei Drohnenpilotenposttraumatische Belastungsstörungen festgestellt.[62] Ursachen dafür waren laut einem Bericht derNew York Times die vom Kampfgeschehen isolierte Arbeitsumgebung und unflexible Schichtarbeitszeiten. Außerdem führe die fehlende räumliche und zeitliche Distanz zwischen Familienleben und Kampfeinsätzen zu psychischen Belastungen. Die Studie berichtet darüber hinaus von Stress aufgrund von Personalengpässen.[63] Auch haben Drohnenbediener über längere Zeiträume einen direkten Überblick über das Gefechtsgeschehen – teilweise mit hochauflösenden Kameras – ohne immer eingreifen zu können. Auch dieser Umstand wurde als Ursache der psychischen Belastung von Drohnenbedienern angenommen.[64][65]
Der ehemalige US-VerteidigungsministerLeon Panetta schlug zu seinem Abschied 2013 eine neue Ehrenmedaille zur Auszeichnung von Soldaten für besondere Leistungen im Drohnen- und Computer-Krieg vor.[66] Sein AmtsnachfolgerChuck Hagel führte sie nicht ein.[67]
Die unbemannte Kriegsführung steht in der Kritik, da dieSouveränität von Staaten verletzt werden könnte, wenn Drohnen gegen den Willen des Landes eingesetzt werden, in dessen Luftraum sie operieren, soweit kein entsprechendesUN-Mandat vorliegt. Grundsätzlich ist ein Drohneneinsatz aber rechtlich nicht anders zu bewerten als jeder andere Militäreinsatz.[68] Aus dem humanitärenVölkerrecht lässt sich – ohne Verbotskonvention – nämlich in der Regel kein Verbot eines bestimmten Waffensystems herleiten.[69]
So stellt etwa derEinsatz von US-amerikanischen unbemannten Luftfahrzeugen auf dem Gebiet von Pakistan keinen Verstoß gegen Art. 2 Abs. 4 derCharta der Vereinten Nationen dar, da dieser mit ausdrücklicher Billigung des pakistanischen Staates erfolgt und die Drohnen dort teilweise sogar stationiert waren.[70] Die USA und Pakistan schlossen dazu kurz nach denTerroranschlägen vom 11. September 2001 einen Vertrag, dessen Inhalt aber nicht öffentlich bekannt ist (Stand: 2012). Im Mai 2013 hat ein lokales pakistanisches Gericht inPeschawar die UCAV-Angriffe der USA in den pakistanischen Stammesgebieten dennoch alsKriegsverbrechen bezeichnet. Es fordert eine Entschädigung durch die USA und ein UNO-Tribunal. Geklagt hatten Opfer von Luftschlägen.[71]
Völkerrechtlich ist zudem zwischen Kampfeinsätzen innerhalb einesbewaffneten Konflikts und außerhalb eines bewaffneten Konflikts zu unterscheiden. Die Ersteren sind rechtlich amhumanitären Völkerrecht zu messen und nicht unmittelbar amMenschenrechtspakt.[72] die Letzteren unterliegen dem Regime der allgemeinen Menschenrechte.[73] Das humanitäre Völkerrecht unterscheidet wiederum zwischen internationalen bewaffneten Konflikten zwischen Staaten, bei denen dieGenfer Konventionen von 1949 und das Zusatzprotokoll I von 1977 anzuwenden sind, und innerstaatlichen (bewaffneten) Konflikten, auf die nur der gemeinsame Artikel 3 der Genfer Konventionen von 1949 und das Zusatzprotokoll II von 1977 Anwendung finden.[73] In nicht-internationalen bewaffneten Konflikten wird Aufständischen generell das „Kombattantenprivileg“ versagt, d. h. eine strafrechtliche Verfolgung nach den nationalen Rechtsordnungen ist möglich. Solange diese unmittelbar an Kämpfen teilnehmen, dürfen im Umkehrschluss Angriffe auf diese rechtmäßig durchgeführt werden.[74] Terroristen, die an Kampfhandlungen teilnehmen – wie z. B.Al-Qaida-Terroristen in Afghanistan – verlieren daher trotz ihres Status als Zivilisten für die Dauer der unmittelbaren Teilnahme an Feindseligkeiten den Schutz des humanitären Völkerrechts.[74]
In der öffentlichen Wahrnehmung sah in Deutschland speziell die ParteiDie Linke Drohneneinsätze oft in unmittelbarem Zusammenhang mit der Strategie derGezielten Tötung von hochrangigen Terroristen. Diesbezüglich vertrat der damaligeBundesminister für VerteidigungThomas de Maizière 2012, als er für den Ankauf und Einsatz bewaffneter Drohnen warb,[75] die Meinung, dass Deutschland sich niemals an „extralegalen Tötungen“ beteiligen würde.[76]
Fakt ist, dass bei UCAV-Angriffen auch unbeteiligteZivilisten ums Leben kommen. Die USA hätten laut einem Bericht 2012 junge Männer in Terroristen-Arealen sogar grundsätzlich als Kämpfer und nicht als Zivilisten gezählt.[77] Es blieb jedoch unbekannt, wie viele Zivilpersonen tatsächlich irrtümlich getötet wurden – und ob dies signifikant mehr sind als bei regulärenLuftangriffen in bewaffneten Konflikten.[78][79]
Die Rechtslage bei präventiven Angriffen (ohne unmittelbare Bedrohungslage) ist umstritten. Insbesondere die US-Regierung verwies – auch unter PräsidentObama – auf dieBush-Doktrin desPräventivschlags.[80] Gemäß US-amerikanischem Recht war (Stand 2012) die Tötung von Terroristen durch die CIA im Ausland legal.[81] Nachdem 2012 ein Memorandum der US-Regierung öffentlich wurde, wurde jedoch auch in den USA über moralische Fragen beim Einsatz von UCAVs diskutiert. Ein Thema war, dass auch US-Bürger im Ausland Opfer (sei es alsKollateralschaden oder als Ziel) eines UCAV-Angriffs werden können. Als im Januar 2013John O. Brennan als nominierter CIA-Direktor vor den Senat berufen wurde, musste er zu diesem Thema Stellung nehmen.[82]
In Afrika starben alleine durch Drohnenangriffe derÄthiopischen Luftwaffe 2022-2024 wahrscheinlich 490 Zivilisten. Annähernd soviele Menschen seien in den übrigen Ländern wie Mali (64), Burkina Faso (>100) und weiteren (Nigeria, Somalia, Sudan) durch nebst chinesischen und iranischen meist türkische Drohnen getötet worden.[83]
Gezielte Tötung von Zivilisten durch Russland in der Ukraine
Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wurden Drohnen von Russland auch fürKriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung von Cherson eingesetzt. Russische Drohnenpiloten machten «Jagd auf Zivilisten» und bombardierten den öffentlichen Verkehr.[84] Diese Piloten zeigten selber im Internet, wie sie ein Fahrzeug desUNHCR bombardierten.[85] Buzzer zeigen den Zivilisten die Anwesenheit von Drohnen an.[86] Laut Radio Cherson starben an einem einzigen Tag im Oktober in Cherson fünf Zivilisten.[87] Dass die Russen absichtlich auf Zivilisten zielten, stehe nicht mal mehr zur Diskussion, sagte ein Arzt im Krankenhaus.[88] Pro Tag erfolgten im Oktober 2024 100 solcher Angriffe.[89] In der Stadt bleiben vor allem ältere Menschen, die nirgendwohin sonst gehen wollten.[90]Von Januar 2024 bis Dezember 2025 wurden 2631 Zivilisten und Rettungshelfer von Drohnen verletzt und teils getötet.[91]
Besonders umstritten ist derautonome Einsatz von bewaffneten Drohnen, also die Durchführung eines Angriffs ohne menschliches Zutun. Aktuell (seit 8. März 2021) wird etwa diskutiert, ob eine DrohneKargu-2 des türkischen Herstellers STM in Libyen am 7. März 2021 erstmals autonom, d. h. nur gesteuert durch einekünstliche Intelligenz, nicht durch eine fernsteuernde Person, einen Angriff getätigt habe. Der Angriff konnte durchelektronische Gegenmaßnahmen abgewehrt werden.[92][93]
Russischer Soldat mit einer REX-1 im September 2018
Nachdem auch KriminelleLogistikdrohnen zum Beispiel zum Drogenschmuggel inJustizvollzugsanstalten eingesetzt haben, erwägen die Länder Bremen und Niedersachsen den Einsatz vonGPS-Jammern. Niedersachsen stellte eine weitere Technik zur Drohnen-Erkennung vor: die sogenannten „drone tracker“. Die Geräte überwachen den Luftraum mittels Schall, Wärmebild, Tag-Nacht-Kamera und in späteren Ausgaben auch via Radar. Nach erfolgreichem Abschluss der technischen Entwicklung wäre es möglich, Gefängnisse damit auszustatten, sagte das niedersächsische Justizministerium.[94] Systeme wie „Drone Tracker“ sollen die Signale der Fernsteuerung einer funkferngesteuerten Drohne über eine Datenbank dem Typ zuordnen können, sofern bekannt, und den Anwender des Systems vor dem Objekt warnen.[95]
Die niederländische Polizei erprobte 2016 Adler, die Drohnen als Beute sehen, diese in der Luft ergreifen und mit ihnen landen.[96] Die Methode erwies sich als nicht effektiv, da der Einsatz der Vögel außerhalb ihrer Trainingsumgebung keinen Erfolg garantierte und das Training sehr aufwendig war.[97]
Seitdem Erkundungs- und Kampfdrohnen zur Ausrüstung vieler regulärer und irregulärer Streitkräfte gehören, führten viele Armeen auch Abwehrtechniken (englisch: „counter unmanned air system“, Abk. C-UAS) ein. Neben dem direkten Abschuss von Drohnen kommen Störsender (Jammer) zum Einsatz.
Eine TochterfirmaZala Aero des russischenKalaschnikow-Konzerns stellt die tragbaren Anti-Drohnen-Geräte REX-1 und REX-2 her. Mithilfe unterschiedlicher aufsetzbarer Module mit Richtantennen kann im Frequenzbereich von 470 MHz bis 5,8 GHz gestört werden. Die Geräte können nach Herstellerangaben auf bis 500 m die Kommunikation zwischen Drohne und Operator stören und im Umkreis von 2 km die Satellitennavigation beeinflussen. Ein weiteres Gerät der Firma unterdrückt lediglich Navigationssignale gängiger Satellitensysteme und soll vor Kamikaze-Drohnen schützen.[98]
Die NATO lieferte der Ukraine 2022 hunderte Störsender zur Abwehr russischer Drohnen.[99]
NebenGPS-Jammers setzt das Militär zur Drohnenabwehr auch auf elektromagnetischeEnergiewaffen.[100] Seit 2010 wird die im Auftrag derNATO bereits ab 1982 im Bereich nicht-tödlicher Anti-Personen-Waffen entwickelteStrahlenwaffentechnik im Auftrag derUSAF bei der Herstellung von Drohnenvernichtungskanonen im oberenEHF-Frequenzbereich angewandt; die 2015 gestarteten Tests sollen bereits erfolgreich sein.[101] Das 2020 unter dem Akronym THOR (Tactical High Power Microwave Operational Responder) öffentlich vorgestellte Drohnenabwehrsystem feuert 360-Grad rund um seinen Standort kurze, hochenergiereiche Mikrowellensalven ab. Auf diese Weise soll es in der Lage sein, innerhalb weniger Sekunden ganze Drohnenschwärme aus unterschiedlichen Angriffsrichtungen zu neutralisieren.[102]
Elektromagnetische Wellen im hochfrequenten Bereich (englisch: High-Power Electromagnetics, HPEM) führen unmittelbar zu Fehlfunktionen bis hin zum Totalausfall oder zur Zerstörung einzelner elektronischer Bauteile. Auch elektromagnetischabgeschirmte Drohnen haben an den Austrittsstellen der Rotorantriebswellen notwendigerweise Ritzen, an denen elektromagnetische Strahlung eindringen und die Motoren sowie andere Module eliminieren kann.[103] Diese Wirkungsweise wird zunehmend auch als Sicherheitstechnik im Zivilbereich eingesetzt, etwa gegen unbefugten Drohnenflug an und in der Nähe von Flughäfen.[104]
Die funktional dem Drohnenabwehrsystem THOR vergleichbare britische WaffeRapidDestroyer wurde im Auftrag desVerteidigungsministeriums des Vereinigten Königreichs ab 2019 von derThales Group für dieBritish Army entwickelt und 2024/25 erfolgreich bei der Abwehr von Drohnenschwärmen getestet[105]: Bei den Tests soll es gelungen sein, mit einer einzigenRapidDestroyer-Mikrowellenkanone gleichzeitig zweiQuadcopter-Schwärme zu je acht Drohnen zu neutralisieren; insgesamt seien bei den Tests mehr als einhundert Drohnen zum Absturz gebracht worden.[106] Während die kinetische Eliminierung einer einzigen Low-Cost-Kampfdrohne, deren Waffenhandelspreis beispielsweise zwischen 20.000 und 80.000USD liegt, mit einerLuft-Luft-Lenkwaffe pro Schuss zwischen 600.000 und einer Million USD kostet (Stand 2025)[107], verursacht die Mikrowellensalve aus einerRapidDestroyer-Energiewaffe lediglich Betriebskosten in Höhe von 13 Dollarcents (umgerechnet 11-12 Eurocents, Stand 2025).[108]
Irakische Aufklärer fingen 2009 die unverschlüsselt übertragenenVideodaten einer US-Militär-Drohne ab und konnten so den Einsatz des UAs verfolgen.[111]
Die zunehmende gewerbliche Nutzung von Drohnen sowie von aufzeichnungsfähigen Modellflugzeugen durch Privatpersonen wirft neuejuristische Fragen im Zusammenhang mit der Nutzung des Luftraumes sowie dem Schutz und der Wahrung derPrivatsphäre auf.[112][113][114]
Im November 2017 erließ zum ersten Mal in der Geschichte der Luftfahrt die Bundesluftfahrtbehörde der Vereinigten Staaten (Federal Aviation Administration – FAA) auf Antrag der US-amerikanischen Firma Flightscan Corporation für die unbemannte HubschrauberdrohneCamcopter S-100 die Luftfahrtregulierung (FAA airworthiness certification) zur Integration in den nationalen Luftraum.[115]
In Deutschland befanden sich 2019 455.000 Consumer-Drohnen in privater Hand. Die Zahl der Fluggeräte in kommerziellem Gebrauch in Deutschland betrug 19.000.
Helikopterdrohne zur biologischen Schädlingsbekämpfung
Seit 2013 wurde imRegierungsbezirk Freiburg der Einsatz von Helikopterdrohnen zur biologischen Schädlingsbekämpfung getestet. In Maisstärkekapseln verpackteSchlupfwespeneier wurden dabei ferngesteuert über den Maisfeldern abgeworfen. Dort schlüpften die Wespenlarven und fressen dann die Eier desMaiszünslers. Dabei werden die Koordinaten des Feldes eingegeben und die Verteilung der Kapseln erfolgtGPS-gesteuert.[117][118]
In Feldversuchen stellte dasInternational Water Management Institute 2015 fest, dass man mit Drohnen, die über entsprechende Kameras verfügen, die Temperaturschwankungen erkennen kann, die Pflanzen bei Wassermangel, Schädlingsbefall oder Düngermangel entwickeln, bis zu zehn Tage bevor die Probleme mit dem bloßen Auge zu sehen sind. Durch eine solche Kontrolle könnten Ernteausfälle verringert werden.[119]
Im Juli 2016 wurde inÖsterreich eine weitere Verwendung zur Schädlingsbekämpfung erprobt: Eine alsNurflügler ausgeformte, in Kontur und Flugbewegungen einemFalken nachgebildete und Falkenschreie nachahmende Drohne mit Namen Winzerfalke sollStare, die Weinkulturen befallen, vertreiben und damit Rebstöcke schützen. Er soll bis zum Ende der Weinlese täglich 14 Stunden fliegen. Das Pilotprojekt wird von der Stadt Rust, der Winzergemeinschaft und dem Land Burgenland finanziert.[120]
Der Einsatz einer Drohne mit Wärmebildkamera zur Erkennung vonRehkitzen kurz vor der Mahd wurde Mai 2017 inBaden-Württemberg bekannt. Während ihnen in den ersten vier Lebenswochen noch der Fluchtinstinkt fehlt und sie sich zurTarnung ruhig ins Grasablegen, sind ihre Körper außen jedoch 25 °C warm, so dass sie am besten morgens dargestellt und dann vor dem Tode bewahrt werden können.[121] Das deutscheBundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert seit 2021 den Einsatz von UAS zurWildrettung finanziell.[122] Zu solchen landwirtschaftlichen Zwecken hat das deutscheLuftfahrt-Bundesamt mit Allgemeinverfügung vom 20. März 2024 die europarechtlichen Mindestabstände zu bebauten und Erholungsflächen von 150 m auf bis zu 10 m reduziert.[123]
In Italien werden Drohnen in einem Versuchsprojekt eingesetzt, umMöwen mittels Lichtimpulsen von Terrassen und Balkonen fernhält. Die Vögel sollen so davon abgehalten werden, dort zu nisten.[124]
Als Alternative oder Ergänzung zu Feuerwerken erfreuen sich Drohnen-Shows zunehmender Beliebtheit. Dabei bildet ein Schwarm von kleinen Drohnen, die mit Lichtern ausgestattet sind, am Nachthimmel verschiedene Figuren oder andere Objekte.[127]
Taktisches Zeichen für Feuerwehren für UAV-/Robotik-Gruppe auf Basis der Empfehlung desBBKAufklärungsdrohne als Quadrocopter mit Rückholleine im militärischen Einsatz, 2023
In den Vereinigten Staaten gibt dieNational Fire Protection Association die Handlungsempfehlung NFPA 2400 „Standard for Small Unmanned Aircraft Systems (sUAS) Used for Public Safety Operations“ heraus.[131][132] Pionierarbeit leistete das RED-Team (Robotic Emergency Deployment) derFeuerwehr vonAustin.[132]
DieCommand Tactical Units der New Yorker Feuerwehr setzen Ausspäh-Drohnen an Brandorten und zur Suche nach Vermissten an den Gewässern und Stränden im Stadtgebiet ein. Wegen anfangs fehlender Erfahrungswerte und noch zu entwickelnder Regularien für den Einsatz frei fliegender Drohnen war erstmals im März 2017 eine von einem privaten Anbieter entwickelte Drohne mit einer 61 m (200 ft) langen Rückzugsleine im Einsatz.[133] So sollte dem Risiko begegnet werden, dass in bebautem Gebiet die Funkfernsteuerung oder Drohne versagen, zumalFlammen ionisiertes Gas sind, das die Funkausbreitung abschatten kann, und heißes Brandgas Elektronik und Motore zum Abschalten bringen kann. Über die Leine werden Energie und Steuersignale geschützt vorInterferenzen übertragen, so dass eine zuverlässig lange Einsatzdauer möglich ist. Seit 2019 ist der Einsatz frei fliegender Drohnen zugelassen.[132]
Die Löschdrohne deslettischen HerstellersAerones,[134] aus Anfang 2017, hat – mit 16 Rotoren – eine Hebekraft für 100 kg Nutzlast bei 70 kg Eigenmasse – ohne Akku, der am Boden bleibt. Ende August 2017 hat die Drohne bei einem Erprobungsflug fürRosenbauer inTreffling einenHochdruckschlauch, mit dem das Kabel für die elektrische Stromzufuhr mitgeleitet wurde, 85 m hoch gehoben. Mit 40 bar Pumpendruck wurde 98 l/s Durchfluss durch das ferngesteuerte Hochdruckstrahlrohr Nepiro erzielt. Mit der Stromversorgung vom Boden ist dauerhafter Betrieb möglich, der Akku kann dazu dienen, die Stromversorgungunterbrechungsfrei zu gewährleisten.[135][136][137][138]
Aerones präsentierte 2017 ein Konzept, nach dem diese Drohne einen noch weitaus längeren Schlauch leer hebt und ihn an seiner halben Länge an der Fensteröffnung eines Hochhauses zwischenverankert. Mit dieser Stütztechnik sollten 200–400 m Höhe erreichbar werden.[139]
First Responder im Brandfall haben die Aufgabe den Brandherd zu lokalisieren und Personen zu suchen. Kleine Drohnen mit Wärmebildkamera und Videoübertragung zum Piloten am Boden sind mit Stand November 2019 bereits mehrere am Markt.[140]
Seit 2009 wurde im Rahmen vonINDECT, einem EU-Projekt zur Kriminalitätsprävention im öffentlichen Raum mittels Videoüberwachung, u. a. erforscht, wie Personen mit „auffälligem Verhalten“ automatisch identifiziert und von autonomen Kamera-Drohnen verfolgt werden können.
Bei der Begutachtung von Schäden durch Sturm, Brand oder Wasser werden Drohnen eingesetzt, da diese in geringer Höhe den Schadensort überfliegen können und deren eingebaute Kamera einen Überblick aus der Vogelperspektive liefern kann.[143][144]DieTechnische Universität Dortmund, die UniversitätenPaderborn undSiegen sowie verschiedene Unternehmen haben gemeinsam eine Drohne entwickelt, die mit Gasmessgeräten ausgestattet ist und die bei Katastrophen von Feuerwehren oder dem THW eingesetzt werden soll. Das vom BMBF geförderte Projekt trägt den Namen Airshield („AirborneRemoteSensing forHazardInspection by NetworkEnabledLightweightDrones“, zu deutsch: luftgestütztes ferngesteuertes Suchen nach gefährlichen Stoffen durch netzwerkgestützte leichtgewichtige Drohnen).[145]
Auf denSalomonen-Inseln konnten im April 2014 mit Hilfe einesMulticopters die bei schweren Regenfällen entstandenen Verwüstungen als Erstes eruiert werden.Satellitenaufnahmen waren wegen der dichten Bewölkung nicht verwertbar.[146]
Im April 2019 präsentierte dieSchweizerische Rettungsflugwacht REGA eine neue, selbstentwickelte Drohne. Der zwei Meter lange Mini-Helikopter soll ab 2020 für die Personensuche in schwer zugänglichem Gelände oder bei schlechten Sichtverhältnissen eingesetzt werden. Die Drohne ist u. a. mit einer Wärmebildkamera und Handyortung ausgerüstet.[147]
Am 6. Juli 2023 wurde berichtet, dass das Rote KreuzSteiermark seine erste Drohne in Betrieb nahm und ab August einsatzbereit haben möchte. Der etwa 2 kg schwere Quadrokopter hat 3 Film- und 1Wärmebildkamera, Scheinwerfer und Lautsprecher können zusätzlich montiert werden. Das 10-köpfige Team unter Heinz Stocker wird von derAustro Control geprüft und lernt auch Einsatztaktik. Vorläufig wird die Drohne in den Bezirken Liezen, Leoben und Voitsberg fliegen. Binnen 3 Jahren will man auf 3 Drohnen und Teams aufstocken.[148]
InSchleswig-Holstein transportieren Drohnen seit März 2025 im Rahmen eines bundesweit ersten Pilotprojekts Laborproben auf einer festen Route zwischen zwei Kliniken.[149][150] Ab Sommer 2026 sollen hierfür inMünchen die „Single Copter“ des Ottobrunner Start-ups Maple Aviation zum Einsatz kommen, die aufgrund ihrer kleinen Größe kein aufwändiges Genehmigungsverfahren durchlaufen müssen. Unter anderem geht es um den Transport eiligerBlutproben zur Herzinfarkt-Diagnose von Klinik zu Klinik.[151]
Regierungsbehörden derVolksrepublik China setzten im Sommer 2015 erstmals Drohnen ein, um Schüler bei den Prüfungen für Universitätszulassungen zu überwachen. EinHexacopter kreiste dabei über dem Prüfungsort und suchte nach Signalen von verbotenen Kommunikationsgeräten.[152]
Drohnen finden im Baugewerbe Anwendung in der Planung, im Bau und im Betrieb. In einer wissenschaftlichen Studie des Instituts für Baubetrieb und Baumanagement derUniversität Duisburg Essen, gaben 30 % der Befragten an, dass sie Drohnen im Baugewerbe nutzen. 13 % der Nutzer setzten die Drohne für Werbezwecke ein, 10 % für die Erstellung von 3D-Modellen, 29 % für die Baudokumentation, 32 % für die Inspektion, Bestandsaufnahme und Bauwerksprüfung und 16 % für die Vermessung. Die Haupteinsatzbereiche lassen sich zusammenfassen in:
Inspektion von Konstruktionen (z. B.Wärmebildkamera: Die Wärmesignatur einerSolaranlage weist auf defekte oder schwächelnde Module hin,Brücken usw.)
Volumenberechnungen durch Drohnenmesstechnik (Mit derPunktwolkenauswertung kann das Volumen von angeliefertem Kies oder sonstigem Material sowie benötigtes Auffüllmaterial berechnet werden).
Drohnen finden zunehmend Anwendung in der Vermessung und werden als „fliegende Stative“ genutzt, die moderneKameratechnik transportieren. Die Drohne fliegt dabei definierte Flugrouten mit festgelegtenWegpunkten ab und nimmt kontinuierlich sich überlappende Einzelbilder auf. Diese Einzelbilder werden im Anschluss georeferenziert und mosaikartig zusammengesetzt. Aus der anschließend erzeugtenPunktwolke können sehr hoch aufgelöste digitaleHöhenmodelle (DEM, DGM),Gittermodelle (Mesh) oderTrue Orthofotos abgeleitet werden, die messtechnisch ausgewertet werden können. Typische Anwendungen finden sich u. a. in der Flächen- und Volumenberechnung (z. B. von Erdmassen), im Trassen- und Straßenbau sowie bei Fassadenaufmaßen.[153]
In der Industrie werden Drohnen hauptsächlich zur Inspektion und Instandhaltung eingesetzt. Insbesondere bei der Ermittlung von Temperaturen,Schadstoffkonzentrationen oder der Überprüfung schwer zugänglicher Bereiche reduziert der Einsatz von Drohnen das Gefahrenrisiko der verantwortlichen Mitarbeiter.[154] Des Weiteren kann auf Gerüstbauten verzichtet werden, die bei einer Inspektion durch einen Menschen benötigt würden.
Der Einsatz von Unbemanntes Luftfahrzeugen in der Industrie hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen und bietet zahlreiche Vorteile wie verbesserte Effizienz, Kostenersparnis und erhöhte Flexibilität. Besonders in Bereichen wie Inspektion, Wartung, Logistik und Überwachung haben sich Drohnen als wertvolle Werkzeuge etabliert. Doch trotz dieser Vorteile gibt es Sicherheitsbedenken, die nicht vernachlässigt werden dürfen. Hier kommen Schutzkäfige für Drohnen ins Spiel, die eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung der Sicherheit spielen.
Schutzkäfige
Schutzkäfige sind spezielle Rahmen, die um die Drohne herum installiert werden und diePropeller sowie andere empfindliche Komponenten schützen. Diese Käfige bestehen in der Regel aus leichten, aber robusten Materialien wiekohlenstofffaserverstärkter Kunststoff. Der Hauptzweck dieser Schutzvorrichtungen ist es, sowohl die Drohne als auch die Umgebung vor Schäden zu bewahren.[155]
Sicherheitsvorteile von Schutzkäfigen
Vermeidung von Kollisionen: Schutzkäfige reduzieren das Risiko, dass Drohnen mit Hindernissen wie Gebäudestrukturen, Maschinen oder anderen Objekten kollidieren. In engen oder komplexen Umgebungen, wie sie oft in der Industrie vorkommen, sind Kollisionen eine häufige Gefahr. Die Schutzkäfige fungieren als Puffer und absorbieren den Aufprall, wodurch Schäden an der Drohne und der Umgebung minimiert werden.
Personensicherheit: Bei Einsätzen in belebten Industrieanlagen ist die Sicherheit der Mitarbeiter von höchster Priorität. Schutzkäfige verhindern, dass die rotierenden Propeller in direkten Kontakt mit Menschen kommen und somit Verletzungen verursachen. Dies ist besonders wichtig in Umgebungen, in denen Drohnen zur Inspektion oder Überwachung in der Nähe von Arbeitern eingesetzt werden.
Schutz der Drohne: Industrielle Umgebungen können rau und unvorhersehbar sein. Schutzkäfige bieten zusätzlichen Schutz für die Drohne selbst, indem sie empfindliche Komponenten vor Schäden durch Stöße oder Stürze bewahren. Dies verlängert die Lebensdauer der Drohnen und reduziert die Wartungskosten.
Praktische Anwendungen in der Industrie
Inspektion und Wartung: Drohnen werden häufig zur Inspektion schwer zugänglicher Bereiche wiePipelines,Windkraftanlagen oderBrücken eingesetzt. Schutzkäfige ermöglichen es den Drohnen, näher an Strukturen heranzufliegen und detailliertere Aufnahmen zu machen, ohne das Risiko von Kollisionen.
Lagerlogistik: In großen Lagern können Drohnen mit Schutzkäfigen sicher zwischen Regalen und anderen Hindernissen navigieren, um Bestandsaufnahmen durchzuführen oder Produkte zu transportieren, ohne Schäden zu verursachen.
Überwachung und Sicherheit: Drohnen können zur Überwachung von Industrieanlagen und Baustellen eingesetzt werden. Mit Schutzkäfigen ausgestattet, können sie sicher in belebten oder engen Bereichen operieren und dabei helfen, Sicherheitsverletzungen oder Unfälle zu verhindern.
Vorteile von Schutzkäfigen im industriellen Einsatz
Der Einsatz von Drohnen in der Industrie bringt zahlreiche Vorteile mit sich, doch die Sicherheit muss stets im Vordergrund stehen. Schutzkäfige für Drohnen sind eine effektive Maßnahme, um die Risiken von Kollisionen, Verletzungen und Schäden zu minimieren. Sie ermöglichen es den Drohnen, ihre Aufgaben effizient und sicher zu erfüllen, was letztlich zu einer verbesserten Betriebssicherheit und -effizienz führt. Die Integration von Schutzkäfigen in das Design und den Betrieb von Industriedrohnen ist daher ein wichtiger Schritt, um die Vorteile dieser Technologie voll auszuschöpfen und gleichzeitig die Sicherheit von Mensch und Maschine zu gewährleisten.
Drohnen werden seit Jahren beim Seilzug eingesetzt. Spezialisierte Drohnen können ein erstes, dünnes Vorseilchen auch in einklickbare Führungsringe und Seilrollen einlegen. Durch mehrmaligen Nachzug schafft man zuletzt das schwere letzte Seil. Die Drohne überwindet auch unwegsames Gebiet oder Gewässer. Sie ersetzt Modellflug, Schleuder, Ballon, Hebe-(flaschen-)zug – jedoch nicht die händische Montage am Mast.
Gaslecksuche mit Drohnen
Die Gaslecksuche mit Drohnen hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Bestandteil modernerUmwelt- undSicherheitssystemen entwickelt. Sie ermöglicht die präzise, schnelle und kontaktlose Detektion von Gaslecks – insbesondere in schwer zugänglichen oder weitläufigen Infrastrukturen wiePipelines, Industrieanlagen,Deponien oderBiogasanlagen. Durch den Einsatz von fliegenden Plattformen können große Gebiete effizient überwacht und potenzielle Leckagen frühzeitig erkannt werden, ohne dass Personal Gefahrenbereichen ausgesetzt ist.[156]
Sensorische Entwicklung der Gasdetektion
Ursprünglich wurde die Gaslecksuche manuell mit tragbaren Gasmessgeräten durchgeführt, was zeitaufwendig und personalintensiv war. Mit der Weiterentwicklung der Sensortechnologie wurde die Detektion zunächst durchInfrarotkameras und optischeGassensoren unterstützt, die in der Lage waren, bestimmte Gase wieMethan (CH4) visuell darzustellen. Erste Drohnensysteme mit integrierten Gassensoren konnten punktuelle Messungen durchführen, litten jedoch oft unter begrenzter Reichweite und geringer Empfindlichkeit.
Die nächste Stufe war die Integration vonLaserspektroskopie, etwa durch Open-Path-Systeme odermultispektrale Sensoren, mit der Möglichkeit, Gaswolken flächenhaft zu detektieren.
Moderne LDAR-Prüfung mit TDLAS-Technologie
Heute setzen führende Dienstleister auf LDAR-konforme (Leak Detection and Repair) Verfahren unter Einsatz hochmoderner Drohnensysteme mitTDLAS-Sensorik (Tunable Diode Laser Absorption Spectroscopy). Dieses Verfahren basiert auf derAbsorption spezifischerWellenlängen durch Zielgase – insbesondereMethan – und erlaubt eine hochpräzise, quantitative Messung aus der Luft.
Typischerweise erreichen TDLAS-Systeme eine Leckagerate-Erkennung ab 5ppm aus bis zu 100 Metern Entfernung und ermöglichen die Live-Visualisierung von Gasaustritten im Videobild der Drohne. Die erfassten Daten werden in Echtzeit übertragen, durchKI-gestützte Software analysiert und für die Berichterstattung dokumentiert. Damit erfüllen sie die Anforderungen vonUmweltbehörden,Auditvorgaben sowie ESG-Reporting.
Drohnenbasierte TDLAS-Systeme stellen heute eine leistungsstarke und zukunftssichere Lösung zur Überwachung von Methangas-Leckagen dar – mit großem Potenzial für den Einsatz inEnergieversorgung,Petrochemie,Landwirtschaft und kommunalerInfrastruktur.
Eine von der NASA seit Anfang der 2000er Jahre entwickelte Drohne mit dem NamenAerial Regional-scale Environmental Survey (ARES) sollte ursprünglich 2008 den PlanetenMars erkunden.[164] Nachdem das Projekt auch 2013 nicht zum Zuge kam, ist beabsichtigt, ARES im Rahmen eines der nächstenMars-Scout-Programme einzusetzen.[165]
Seit Mitte 2017 wird imKibō-Modul derInternationalen Raumstation ISS die Kamera-DrohneInt-Ball erprobt. Sie soll die Astronauten von Fotografiearbeiten entlasten sowie in Kooperation mit Bodenpersonal die Durchführung von Experimenten verbessern.[166]
Eine Drohne (dann auchArchäodrohne genannt) kann z. B. den Vermessungsaufwand im Zusammenhang mitarchäologischen Fragestellungen erheblich verringern und macht die entsprechende Erkundung effizienter.[167] Insbesondere dieLuftbildarchäologie wird dadurch wesentlich billiger.
Australische Wissenschaftler zählen mit kleinen Drohnen Vogelkolonien genauer, einfacher und störungsfreier für die Vögel, bisher (2016) bei zwölf Kolonien vonPinguinen,Schwalben undFregattvögeln.[168]
Eine Studie desShark Lab an derCalifornia State University setzt unter anderem Drohnen zur Luftüberwachung derweißen Haie entlang der Küste Südkaliforniens ein, um auch die Risiken für menschliche Strandgänger zu bewerten. Damit werden die bisherigen Hubschrauber sowie Flugzeuge ersetzt und Kosten eingespart.[169] Dafür gibt es Drohnen, die bei Wasserkontakt keinen Schaden nehmen und vom Wasser abheben können, bspw. dieSwellpro Fishing Drone.
AlsAblieger verbergen sichRehkitze instinktiv im höheren Gras, wie es vor der ersten landwirtschaftlichenMahd steht; bei Gefahr flüchten sie nicht, sondern drücken sich starr auf den Boden. Um sie vor Verletzung durch Mähmaschinen zu schützen, erfliegen Ehrenamtliche oder Dienstleister automatisationsunterstützt kurz zuvor ein Wärmebild dieser Flächen aus der Sicht von oben. So aufgespürte Tiere können aus dem Feldgerettet werden.[170] Seit 19. März 2021 zahlt die deutscheBundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung einen Zuschuss zur Anschaffung solcher Drohnen durch eingetragene Vereine, die der Förderung des Jagdwesens, des Natur- oder Tierschutzes dienen.[171]
Bei einem Drohnenrennen müssen die Teilnehmer eine Drohne – meist einen Quadrokopter mit vier Rotoren – durch einen Parcours aus Toren steuern.[172][173] Ein Beispiel ist derWorld Drone Prix, der erstmals 2016 ausgetragen wurde.
Es gibt Drohnen, die sich zumFischen eignen, weil sie auch bei Wasserkontakt keinen Schaden nehmen und vom Wasser abheben können, bspw. dieSwellpro Fishing Drone.
Beispiel für ein Fernpilotenzeugnis desLBA mit Kompetenznachweis A1/A3, Fernpilotenzeugnis A2 und Fernpilotenzeugnis STS
Gestützt auf dieVerordnung (EU) 2018/1139 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Juli 2018[174] hat die Europäische Kommission dieDurchführungsverordnung (EU) 2019/947 vom 24. Mai 2019 (sog.EU-Drohnenverordnung) erlassen.[175] Sie trifft EU-weit geltende Regelungen zur unbemannten Luftfahrt mit dem Fokus auf einem einheitlichen, sicheren Betrieb dieses Verkehrsträgers.[176] Die EU-Drohnenverordnung ist am 1. Juli 2019 in Kraft getreten. Sie gilt seit dem 31. Dezember 2020. Artikel 15 Absatz 3 gilt seit dem 1. Januar 2022.[176][177]
Die EU-Drohnenverordnung unterteilt in Art. 3 den Betrieb von Drohnen in drei Betriebskategorien:offen/open category (Art. 4),speziell/specific category (Art. 5) undzulassungspflichtig/certified category (Art. 6). Nähere Bestimmungen zu den Voraussetzungen, unter denen der Betrieb in den Kategorienoffen undspeziell zulässig ist, enthält der Anhang zur EU-Drohnenverordnung.[178] Zusätzliche Anforderungen an die Konstruktion und Herstellung unbemannter Luftfahrzeugsysteme sowie für die Bereitstellung von für den Betrieb in der „offenen“ Kategorie bestimmten UAS enthält dieDelegierte Verordnung (EU) 2019/945 der Kommission vom 12. März 2019 über unbemannte Luftfahrzeugsysteme und Drittlandbetreiber unbemannter Luftfahrzeugsysteme.[179]
„Offen“ betrifft den Betrieb von Drohnen, die
eine Startmasse von weniger als 25 Kilogramm haben,
innerhalb der Sichtweite bis maximal 120 Meter Höhe fliegen und
keine gefährlichen Güter transportieren oder Gegenstände abwerfen.[177]
Innerhalb der Kategorie „offen“ wird gem. Art. 4 Abs. 2 der Drohnenverordnung in Verbindung mit Teil A des Anhangs zwischen den drei Unterkategorien A1, A2 und A3 unterschieden.[177]
Unterkategorie
Bedingungen für den Betrieb
A1
< 250 g Startgewicht, kein Überfliegen von Menschenansammlungen
A2
< 4 kg Startgewicht, horizontaler Abstand zu Unbeteiligten mindestens 30 m
A3
< 25 kg Startgewicht, horizontaler Abstand von 150 Metern zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten
„Speziell“ betrifft den Betrieb von Drohnen, deren Einsatzspektrum den Rahmen der „offenen“ Kategorie übersteigt, z. B. beim Betrieb außerhalb der Sichtweite und/oder ab 25 Kilogramm Startmasse. „Zulassungspflichtig“ betrifft den Betrieb von großen und schweren Drohnen, die z. B. zur Beförderung von Personen oder gefährlichen Gütern konstruiert sind.[177]
Welches Fernpiloten-Zertifikat erforderlich ist, richtet sich danach, welches UAS genutzt und wo dieses eingesetzt wird. Die Nachweise sind bei jedem Flug entweder elektronisch oder in ausgedruckter Form mitzuführen. Fernpiloten, die UAS in der „offenen“ und „speziellen“ Kategorie betreiben, müssen grundsätzlich ein Mindestalter von 16 Jahren haben (Art. 9 Abs. 1 Drohnenverordnung). Zudem ist gemäß Artikel 14 derDurchführungsverordnung (EU) 2019/947 bei der Registrierung des UAS-Betreibers auch die „Nummer der Versicherungspolice für das UAS“ anzugeben, sofern eine entsprechende Drohnenversicherung nach Unions- oder nationalem Recht vorgeschrieben ist.[180]
In der „offenen“ Kategorie müssen sich Betreiber von Drohnen in dem Mitgliedstaat registrieren, in dem sie ihren Wohnsitz (bei natürlichen Personen) oder ihren Hauptgeschäftssitz (bei juristischen Personen) haben. Artikel 14 Absatz 6 der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 schreibt dazu vor: „Ein UAS-Betreiber kann zu keinem Zeitpunkt in mehr als einem Mitgliedstaat registriert sein.“ Nach der Registrierung als Drohnenbetreiber stellt der jeweilige Mitgliedstaat eine eindeutige digitale Registrierungsnummer aus. Gemäß Artikel 14 Absatz 8 der Verordnung bringen UAS-Betreiber „ihre Registrierungsnummer auf jedem unbemannten Luftfahrzeug an.“[180]
Kompetenznachweis A1/A3 („Kleiner Drohnen-Führerschein“); für UAS der Klasse C0 und UAS mit einer höchstzulässigen Startmasse von weniger als 250 g nicht obligatorisch
Mit demGesetz zur Anpassung nationaler Regelungen an die Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 der Kommission vom 24. Mai 2019 über die Vorschriften und Verfahren für den Betrieb der unbemannten Luftfahrt vom 14. Juni 2021[182] wurde das nationale Recht (Luftverkehrsgesetz,Luftverkehrs-Ordnung undLuftverkehrs-Zulassungs-Ordnung) den Vorgaben der EU-Drohnenverordnung angepasst.[176][183]
Die relevanten rechtlichen Regelungen für den Einsatz unbemannter Luftfahrtsysteme und Flugmodelle sind überwiegend in dem zum 18. Juni 2021 neu gefasstenAbschnitt 5a Betrieb von unbemannten Fluggeräten der Luftverkehrs-Ordnung (§§ 21a bis 21k LuftVO) normiert.[176]
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Der alte „deutsche Drohnenführerschein“ hatte bis 31. Dezember 2021 Gültigkeit. Danach muss man im Besitz eines EU-Drohnenführerscheins der Risikoklasse A1/A3 („kleiner“ Schein) oder der Risikoklasse A2 („großer“ Schein) sein. Bis dahin war es möglich, den alten Kenntnisnachweis in einen EU-Kompetenznachweis umschreiben zu lassen.
Für das Anfertigen von Luftbildern/Videos aus solchen Luftfahrzeugen zu professionellen Zwecken ist eine Genehmigung des jeweiligen Bundeslandes erforderlich.
In Deutschland wird der Einsatz von Luftfahrzeugen mit Video- oder Fotomöglichkeit über privatem Gelände als Beeinträchtigung des Eigentums und der Privatsphäre betrachtet und man benötigt daher die Erlaubnis des Besitzers – auch wenn die Aufnahmen nicht weitergegeben werden sollen. Wenn Personen auf Aufnahmen zu identifizieren sind, dürfen diese nur mit deren Zustimmung veröffentlicht oder weitergegeben werden; Aufnahmen, die nicht weitergegeben/veröffentlicht werden und die Privatsphäre nicht beeinträchtigen, benötigen diesbezüglich keine Genehmigung. Weiterhin fallen Fotos und Videos, die aus Luftfahrzeugen von bestimmten Gebäuden angefertigt wurden, oft nicht unter diePanoramafreiheit und berühren zum Beispiel das bestehende Urheberrecht eines Architekten – sie dürfen dann nur mit dessen Genehmigung veröffentlicht werden.[184]
Im Dezember 2011 gab der Bundestag eine Änderung desLuftverkehrsgesetzes ohne Diskussion in die Ausschüsse.[185][186] Es trat in Kraft und stellte „unbemannte Luftfahrtsysteme“ den anderen elf Klassen vonLuftfahrzeugen gleich. Nur unbemannte Luftfahrtsysteme außerhalb von Freizeitaktivitäten wurden hier erfasst – Flugmodelle, die zur Freizeitgestaltung verwendet werden, sind hier nicht reglementiert worden und eine politische Debatte um diese Modelle, etwa bezüglich des Schutzes der Privatsphäre, blieb aus.[187]
Nach Drohnensichtungen über Flughäfen in mehreren europäischen Staaten erklärte der deutsche InnenministerAlexander Dobrindt Anfang Oktober 2025, in Kürze einen Kabinettsentwurf zur Neufassung des Bundespolizeigesetzes vorzulegen und mit dem Bundesverteidigungsministerium zusammenzuarbeiten, um auch das Luftsicherheitsgesetz ändern zu lassen. Er kündigte zudem den Aufbau eines Drohnenabwehrzentrums an, das die Kompetenzen von Bund, Ländern und der Bundeswehr bündeln solle.[188]
In Österreich wurde mit der Gesetzesnovelle desLuftfahrtgesetzes (LFG) vom 1. Januar 2014 die Nutzung von unbemannten Luftfahrzeugen per § 24c bis l reglementiert.[189] Es wird luftfahrtrechtlich zwischen folgenden Klassen unterschieden:[190][191]
Spielzeug – Für unbemannte Geräte (die fliegen können) „mit einer maximaler Bewegungsenergie“ bis zu 79 Joule, die maximal 30 m hoch über Grund verwendet werden, ist nach Luftfahrtgesetz einzig darauf zu achten, „dass durch den Betrieb keine Personen oder Sachen gefährdet werden“. Es gilt also die allgemeine eigenverantwortliche Einschätzung von Gefährdungen wie bei jeder anderen Handlung des Alltags auch, einschließlich derFahrlässigkeit odergroben Fahrlässigkeit bei Schadfolgen. Diese Spielzeuge sind bewilligungsfrei (müssen aber sonstigen Kriterien der Produktsicherheit entsprechen), und ohne konkretes Alterslimit bedienbar. Es herrscht noch keineRechtssicherheit, ob das Energielimit auf Regelbetriebs- oder höchstmögliche Geschwindigkeit – eventuell sogar bei einem Absturz – anzuwenden ist.[192]
Flugmodelle – Ausschließlich privat und nur zum Zweck des Flugs selbst eingesetzte Modelle. Sie dürfen – außer auf ausgewiesenenModellflugplätzen – nur bis zu einem Umkreis von 500 m um den Steuernden und einer maximalen Flughöhe von 150 m über Grund geflogen werden. Flugmodelle sind bis 25 kg genehmigungsfrei. Darüber benötigt man für den Betrieb eine Bewilligung durch denÖsterreichischen Aeroclub (ÖAeC) oder als Behörde, die eine Begutachtung bezüglich der Lufttüchtigkeitsanforderungen vornimmt, mit inkludierter Haftpflichtversicherung. DerFirst-Person-View-Flug (FPV, über eine Onboard-Kamera) ist gemäß Österreichischem Aero-Club gestattet, wenn ein zusätzlicher Beobachter ständigen Sichtkontakt zum Flugmodell hält und den FPV-Piloten auf etwaige Gefahren hinweist. Der FPV-Pilot bleibt jedoch verantwortlich.[193]
Unbemannte Luftfahrzeuge (uLFZ) im Speziellen im Sinne des LFG – Für außerhalb des Privatbereichs genutzte Luftfahrzeuge (gewerblich genutzte), insbesondere für Arbeitsflüge, Fotoflüge, Überwachungsflüge etc., ist eine Genehmigung derAustro Control verpflichtend.[194]
uLFZ der Klasse 1 (mit bestehender Sichtverbindung zum Piloten) werden je nach Einsatzort und Gewicht des Luftfahrzeugs in die Gefahrenklassen A–D eingeteilt, woraus sich verschiedene Anforderungen bezüglich Lufttüchtigkeit und technischer Ausstattung ergeben.
uLFZ Klasse 2 (ohne Sichtverbindung zum Piloten) benötigen ein Genehmigungsverfahren, das dem eines bemannten Luftfahrzeugs entspricht.
Bei einem Kameraflug – ob gewerblich oder privat – wird zusätzlich dasDatenschutzrecht relevant: Aufnahmen im öffentlichen Raum sind erlaubt, solange keine Einzelpersonen identifizierbar sind (ohne deren Einwilligung); am eigenen Privatgrund ist jede Aufnahme erlaubt, auf fremdem Privatgrund aber gar keine.[191] Dasselbe gilt für Mikrofone und andere Sensoren analog.
Registrierungspflicht für Drohnenbetreiber in Österreich seit 31. Dezember 2020:
Seit dem 31. Dezember 2020 gelten auch in Österreich die Bestimmungen der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947[175] und mit diesen die Unterteilung in drei Betriebskategorien, wie in Artikel 3 der Verordnung angeführt: offen/open category (Art. 4), speziell/specific category (Art. 5) und zulassungspflichtig/certified category (Art. 6). Gemäß Artikel 14 Absatz 5 dieser EU-Drohnenverordnung registrieren sich Drohnenbetreiber der „offenen“ Kategorie bei der zuständigen Luftfahrtbehörde, wenn sie eines der folgenden UAS betreiben:
Ein unbemanntes Luftfahrzeug mit einemHöchstabfluggewicht „von 250 g oder mehr, das bei einem Aufprall auf einen Menschen eine kinetische Energie von über 80 Joule übertragen kann“,
ein UAS, das über einen Sensor verfügt, „der personenbezogene Daten erfassen kann“, sofern dieses unbemannte Luftfahrzeug nicht derRichtlinie 2009/48/EG über die Sicherheit von Spielzeug[195] genügt.
Zudem Registrieren sich UAS-Betreiber gemäßDurchführungsverordnung (EU) 2019/947 wenn sie in der „speziellen“ Kategorie ein „unbemanntes Luftfahrzeug einer beliebigen Masse betreiben.“[175]
Die Registrierung als Betreiber einer Drohne erfolgt in Österreich online über dieAustro Control Österreichische Gesellschaft für Zivilluftfahrt mit beschränkter Haftung (ACG) mittels einer eigens eingerichteten Dronespace-Plattform.[196] Gemäß Austro Control müssen UAS-Betreiber „für den Betrieb der Drohne(n) eine Versicherung abgeschlossen haben, die den Anforderungen des österreichischen Luftfahrtgesetzes entspricht“. Deshalb muss die Deckungssumme einer Drohnenversicherung in Österreich „mindestens 750.000 Sonderziehungsrechte (SZR) betragen“.[197] Bezugnehmend auf das österreichische Luftfahrtgesetz (LFG) bestätigt auch das österreichischeKuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), dass Drohnenbetreiber eine „spezielle Luftfahrtversicherung“ abschließen müssen. Diese „gerätebezogene Drohnen-Haftpflichtversicherung“ muss laut KFV auch „die spezifischen Gerätedaten der Drohne – Modell, Seriennummer, Gewicht etc. – inkludieren“.[198] Gemäß § 24j Absatz 3 LFG ist der der entsprechende Betreiber der Drohne persönlich „dafür verantwortlich, dass jedes von ihm betriebene unbemannte Luftfahrzeug ordnungsgemäß versichert ist“.[199]
Entsprechend den Vorgaben derDurchführungsverordnung (EU) 2019/947 erhalten UAS-Betreiber nach erfolgter Registrierung laut Austro Control „eine Registrierungsnummer, die auf allen verwendeten Drohnen angebracht werden muss“, wobei diese Kennzeichnung „auch ganz einfach durch händisches Beschriften der Drohne erfolgen“ kann.[197] Gemäß § 24j Absatz 4 LFG hat der jeweilige UAS-Betreiber oder der verantwortliche Drohnenpilot „den Versicherungsnachweis über die aufrechte Versicherung“ für die Drohne(n) als auch seine behördliche „Registrierungsbestätigung bei jedem Betrieb eines unbemannten Luftfahrzeuges mitzuführen und jederzeit auf Verlangen den Aufsichtsorganen vorzulegen“.[199]
In der Schweiz sind zivile Drohnenflüge erlaubt, sofern die Drohne nicht mehr als 30 Kilogramm wiegt und sich nicht größeren Menschenansammlungen (24 Personen auf engem Raum) näher als 100 Meter nähert. Für Drohnen über 500 Gramm ist zudem eine Haftpflichtdeckung über mindestens eine Million Schweizer Franken abzuschließen.Des Weiteren muss die Drohne jederzeit vom Piloten gesehen werden (Sichtkontakt, keine Videobrillen!) und darf nicht im Umkreis von 5 km um militärische oder zivile Flughäfen fliegen. Allfällige Ausnahmen sind mit der Schweizer Flugsicherung (Skyguide) oder dem Platzwart zu vereinbaren.[200]
Eine Sonderregelung der Stadt Zürich, welche Drohnenflüge verbot, wurde am 1. April 2015 aufgehoben.[201][202]
Ab Juni 2020 übernimmt die Schweiz die Registrierungspflicht der EU.[203]
ImVereinigten Königreich verlangt dieCAA Flüge nur in Sichtweite des Piloten, jedoch nicht höher als 122 Meter oder weiter als in 500 Meter Entfernung. Mit Kameras ausgerüstete Drohnen sollen mindestens 50 Meter Abstand von Gebäuden, Fahrzeugen und Personen halten. Nur bei einem Gewicht über 20 kg oder bei einer kommerziellen Nutzung, müssen unbemannte Luftfahrzeuge registriert werden.[204]
Erste Beschränkungen wurden in denVereinigten Staaten durch dieFAA im Juni 2014 mit einer Richtlinie erlassen. Demnach sind Flugmodelle für private Zwecke erlaubt, aber die Definition eines Flugmodells ist streng gefasst: Ein Model muss unter 25 kg wiegen und muss während der Benutzung, ohne die Verwendung von Hilfsmitteln, für den Piloten sichtbar sein. Eine Steuerung durch „First Person View“, etwa über eine Sichtbrille oder ein Mobiltelefon, ist demnach stark eingeschränkt, weil das Sichtfeld des Piloten bei solchen Geräten zu begrenzt und nach Einschätzung der Behörde das Unfallrisiko zu groß ist. Drohnen, die als Modelle gelten, dürfen keine kommerziellen Einsätze fliegen. Bei Annäherung an einenFlughafen auf weniger als 5 Meilen ist vom Piloten der betroffene Tower zu informieren.[205] Unter Druck durch die ständig steigende Zahl von Drohnen für Freizeitzwecke („Recreational Drones“), die im gesperrten Luftraum unterwegs sind, kündigten Regierungsvertreter im Oktober 2015 eine künftige Registrierungspflicht für sämtliche Drohnen dieser Art in den USA an.[206]
Verbände koordinieren den Dialog zwischen derGesetzgebung, Behörden, der Industrie und den Anwendern. Die bekanntesten Verbände der zivilen unbemannten Luftfahrt sind:
BVCP – Bundesverband der Copter Piloten e. V.[207]
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↑aerones firefighting in great heights Intelligent Systems SIA, youtube.com, 12. September 2017, abgerufen am 4. September 2020. – Video (0:42) Support in 100 m Höhe am Gebäude für 180 m Löschhöhe.
↑Gebrauchsmuster DE202021003294U1: Drohnenschutzkäfig - Vorrichtung zur Vermeidung von Schäden an Objekten, Personen sowie am Fluggerät selbst, durch hochstabile, aerodynamische, stoßgedämpfte und fluorisierende Bauart (wabenstruktureller Aufbau). Angemeldet am 22. Oktober 2021, veröffentlicht am 14. April 2022, Anmelder: Terra Active Networks GmbH.
↑Die Energie eines Absturzes, insbesondere nach unkontrolliert hohem Aufstieg, könnte noch höher sein: mit Ekin = mv2/2 < 79 J ergäbe sich maximal 10 m/s Tempo bei 1,58 kg bzw. 100 m/s bei 15,8 g Flugmasse. Epot = m·g·h < 79 J ist erfüllt, wenn ein Flugkörper in 30 m Höhe nicht mehr als etwa ein1⁄4 kg Masse aufweist; berücksichtigt man den beim Absturz wirkenden Luftwiderstand, wäre unter Umständen mehr Masse möglich. Rechnung nach79 Joule Spielzeug – Welche Drohne darf man fliegen? Marcus Irsigler, auf losmuchachos.at. Abgerufen am 22. Juli 2014.
↑Austro Control Dronespace. Austro Control Österreichische Gesellschaft für Zivilluftfahrt mit beschränkter Haftung, abgerufen am 24. Januar 2025.
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