Die 13 Staaten bildeten zunächst nur einen lockerenStaatenbund, zusammengehalten durch dieKonföderationsartikel. Ein gemeinsamerBundesstaat entstand erst mit Inkrafttreten derVerfassung der Vereinigten Staaten am 4. März 1789. Mit den Jahren 1787 bis 1789 sind 12 der Gründungsstaaten in der Tabelle verzeichnet.Rhode Island ratifizierte die Verfassung erst 1790. Mit der Annahme der Verfassung traten die 13 Staaten die vorher unter ihnen aufgeteilten Landgewinne zwischenAppalachen undMississippi an die Union ab, so dass dort nach und nach neue Staaten gebildet werden konnten.
Damit und mit der Gründung vonMissouri im Jahr 1821, dem ersten komplett westlich desMississippi liegenden Staat, verschob sich das Gewicht zugunsten der sklavenhaltenden Bundesstaaten. Deshalb wurde 1820 aus der nordöstlichen Landreserve von Massachusetts der neue freie StaatMaine gebildet.Arkansas undMichigan als sklavenhaltender beziehungsweise freier Staat wurden kurz nacheinander aufgenommen. 1845 wurde das 1819 vonSpanien gekaufteFlorida Bundesstaat, ebensoTexas, das sich 1836 vonMexiko gelöst hatte (außer den 13 Gründungsstaaten der einzige, der nicht aus einem Territorium gebildet wurde, das vorher bereits den Vereinigten Staaten gehörte). Als Ausgleich für diese beiden Sklavenstaaten wurden 1846/48Iowa undWisconsin aufgenommen.
Nach denGoldfunden 1848 im neu erworbenenKalifornien wuchs die Bevölkerung so schnell, dass es schon 1850 als erster Staat amPazifik in die Union aufgenommen wurde. MitMinnesota undOregon wurden zwei weitere freie Staaten aufgenommen,Kansas wurde 1861 nachblutigen Kämpfen nur knapp als sklavenfreier Staat Mitglied, einer der Auslöser für denBürgerkrieg.
1861 traten elf Südstaaten aus der Union aus, was von PräsidentAbraham Lincoln als nicht zulässig betrachtet wurde und zum Bürgerkrieg führte. Die Frage, ob individuelle Staaten ein Recht zurSezession von der Union der Vereinigten Staaten hätten, wurde bis zum Ausbruch des Sezessionskrieges diskutiert. Der Gewinn des Krieges durch die unionstreuen Nordstaaten führte zur Überzeugung, dass sie dieses Recht nicht besitzen. 1863 wurde aus dem in den Appalachen gelegenen Teil des abtrünnigen Virginia ein neuer Staat gebildet,West Virginia. Im Westen wurde 1864Nevada aufgenommen.
Von 1867 bis 1890 wurde fast der ganze Westen in Staaten organisiert.Nebraska wurde 1867 Bundesstaat,Colorado 1876, genau 100 Jahre nach Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung und trägt daher den SpitznamenCentennial State. 1889 und 1890 wurden die 6 BundesstaatenMontana,North Dakota,South Dakota,Washington,Idaho undWyoming gebildet.Utah folgte 1896 als letzter Bundesstaat vor der Jahrhundertwende. DasIndianerterritorium wurde 1907 alsOklahoma ebenfalls Staat, als letzte der 48 territorial zusammenhängenden Staaten wurden 1912Arizona undNew Mexico in die Union aufgenommen.
DieNördlichen Marianen undPuerto Rico sind wie oben erwähnt Commonwealth-Territorien. Ihre Einwohner zählen als amerikanische Bürger, sind aber zu den Bundesorganen nicht wahlberechtigt, solange sie nicht in einem der US-Staaten ihren Wohnsitz nehmen. Nachdem sich die Bevölkerung Puerto Ricos in drei Volksabstimmungen (1967, 1993 und 1998) gegen die Aufnahme in die Union als Staat ausgesprochen hatte, befürwortete sie am 6. November 2012 in einem weiterenReferendum mehrheitlich, dass Puerto Rico 51. Staat der Vereinigten Staaten werden soll.[1]
Es gibt eine klare Trennung der Machtbefugnisse zwischen den Gliedstaaten und demBund: Entsprechend der Verfassung besitzt der Bund nur jene gesetzgeberischen Kompetenzen, die ihm durch die Verfassung eindeutig übertragen wurden; der Rest fällt in die Zuständigkeit der einzelnen Staaten. Jeder Staat hat ein eigenes unabhängiges politisches System mit einer eigenen Verfassung, einem direkt gewähltenGouverneur, einerLegislative, einer staatlichenVerwaltung und einer eigenenJudikative. Parlamente von Staaten mit vergleichsweise wenigen Einwohnern sind alsFeierabendparlamente konzipiert, wobei die Tagungen auf wenige Wochen im Jahr konzentriert werden. Bevölkerungsreiche Staaten wie Kalifornien oder New York haben Vollzeitparlamente, die in ihrer Arbeitsweise dem Kongress auf Bundesebene ähneln.[2]
Die US-Staaten unterhalten ebenso ihre jeweils eigene Polizei und eigene Streitkräfte in Form vonMilizen sowieNational- undStaatsgarden, deren Oberbefehl beim Gouverneur liegt.
Jörg Annaheim:Die Gliedstaaten im amerikanischen Bundesstaat. Institutionen und Prozesse gliedstaatlicher Interessenwahrung in den Vereinigten Staaten von Amerika. Duncker und Humblot, Berlin 1992,ISBN 3-428-07441-6.
Daniel Elazar:American Federalism. A View from the States. 3. Auflage. Harper & Row, New York 1984,ISBN 0-06-041884-2.
Christoph M. Haas:Die Regierungssysteme der Einzelstaaten. In: Wolfgang Jäger, Christoph M. Haas, Wolfgang Welz (Hrsg.):Regierungssystem der USA. Lehr- und Handbuch. 3. Auflage. München 2007,ISBN 978-3-486-58438-7, S. 459–496.
Wolfgang Welz:Die bundesstaatliche Struktur. In: Wolfgang Jäger, Christoph M. Haas, Wolfgang Welz (Hrsg.):Regierungssystem der USA. Lehr- und Handbuch. 3. Auflage. Oldenbourg, München 2007,ISBN 978-3-486-58438-7, S. 69–98.