Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

Tyr

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unterTyr (Begriffsklärung) aufgeführt.
Týr, hier mit beiden Armen unversehrt dargestellt (Island, 18. Jahrhundert), wird oft mit dem KriegsgottMars gleichgesetzt

Týr (rekonstruierturgermanisch*Teiwaz, *Tīwaz)[1] ist ein Gott in denaltisländischen Schriften derEdda, wo er einerseits als Gott des Kampfes und Sieges benannt ist, andererseits aber auch als Bewahrer derRechtsordnung auftritt. Diealtnordische Namensform ist die allgemein bekannteste und gebräuchlichste.[2] Weitere einzelsprachliche Formen sindgotischTeiws,altenglischTīw, Tīg undalthochdeutschZīo.

DieWurzel seines Namens (s. folgender Abschnitt) deutet darauf hin, dass Týr ursprünglich ein Vater- oder Himmelsgott war, der später aus dieser Stellung verdrängt und zum Sohn entwederOdins oderHymirs erklärt wurde. In derInterpretatio Romana wird er aus Sicht derGermanen, wohl aufgrund der Verbindung von Krieg und Recht, dem römischenKriegsgottMars gleichgesetzt.

Etymologie und Herkunft

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Etymologie

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Urgermanisch*Teiwaz, Tīwaz,indogermanisch*deiwos, bedeutet „Gott“ oder „göttlich“ und entsprichtlateinischdivus. Im Altnordischen (Völuspá) bedeutet diePluralformtívar „Götter“ und stellt ein Relikt der Grundbedeutung vonteiwaz dar. Der Name und die Figur sind urverwandt mit dem indogermanischen „Vater- und Himmelsgott“. Die germanische Form hängt so zusammen mit

Alle diese Formen lassen sich zurückführen auf ein Wort*dyews 'Himmel' und 'Tag', das als „Erscheinung“ oder „Strahlung“ aufgefasst werden kann. Davon abgeleitet ist*deywo- > altindisch „deva“, lateinisch „deus“ usw.[3] Diese Verbindung der Namen findet sich noch in derbaltischen Mythologie, woDievs als oberster Himmelsgott auftritt.

Herkunft, indogermanische Parallelen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Man geht davon aus, dass Tiwaz bis zurVölkerwanderungszeit der ursprünglicheHauptgott im germanischen Mitteleuropa war.[4]

Der französische ReligionswissenschaftlerGeorges Dumézil (1898–1986) hat u. a. auch auf die Strukturparallelen zur Figur desScaevola in deraltrömischenHeldensage hingewiesen. Eine Ähnlichkeit besteht auch zu dem irischenNuada mit der „Silberhand“. Die Ähnlichkeit beschränkt sich allerdings auf den Verlust einer Hand bzw. eines Arms unter jeweils grundverschiedenen Gegebenheiten.

Ein Teil der Forschung glaubt, dass diearchaische germanische Gesellschaft sich selbst in ihrem Aufbau als göttlichen Ursprungs verstand. Eine These sieht die zweigeteilte SpitzeTīwaz/TýrWōdan/Odin, analog die indischen GottesfigurenMitraVaruna, als kennzeichnend für dasindogermanische Göttersystem.[5]

Verdrängung durch Odin

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Otto Höfler undKarl Helm gehen davon aus, dassTiwaz durchWodan als Hauptgott verdrängt wurde. Diese Schwerpunktverlagerung des religiösenKultes sei bedingt durch eine Verbreitung desWodankultes vom niederrheinischenNordwestdeutschland aus. Diese Sichtweise ist aber bis heute eine offene Streitfrage in der Forschung.[6][7] Auch innergermanische Veränderungen, beispielsweise die Vereinigung und Bildung von Großstämmen wie derSachsen undFranken könnten dazu beigetragen haben.[8]

Tīwaz/Týr istSouverän des Rechts. Mit Odin träte jedoch eine dynamische,ekstatische Figur hervor, die mit höchster Schaffenskraft versehen ist und u. a. magisch, durch Verblendung der Gegner, wirkt sowie gegenüber Tīwaz/Týr im kriegerischen Kampf Vorteile liefert. Demgegenüber bleibt Tīwaz/Týr relativ statisch der Wahrer des Rechts und Schützer derThingversammlung.

Tacitus erwähnte in derGermania nebenHerkules undMerkur auchMars als germanischen Gott, außerdem in seinenAnnalen, dass bei den Germanen Mars Hauptgott war („praecipuus deorum Mars“).[9] Die ältere Forschung, gestützt aufSnorri Sturluson, interpretierte hier Mars meist als Týr aufgrund der Benennung der Wochentage, wobei aufgrund nordischer und indogermanischer Parallelen auch vonFreyr die Rede sein kann.[10]

Noch im 6. Jahrhundert wurde in Norwegen demTiuz vor allen anderen Göttern geopfert (Menschen- undTieropfer), und er wurde als höchster Gott verehrt.[11]

Die strukturelle Nähe und die Verbindungen der beiden Gottesfiguren zueinander und die dynamischen sozialen Umbrüche innerhalb der germanischen Gesellschaften führten dann im 9. und 10. Jahrhundert zu einem Umbau des nordgermanischenPantheons, was sich in denhochmittelalterlichen schriftlichen Sammlungen der Edda widerspiegelt, in denen das ursprüngliche Bild desTīwaz nur noch bedingt, aber dennoch erkennbar ist.[12]

Nebenformen des Gottesnamens

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Mars Thingsus

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Der Name ist alsMars Thincsus auf einemSteinaltar belegt, der in „Tempel 2“ imKastell Housesteads im nordenglischen CountyNorthumberland nahe derschottischen Grenze gefunden wurde. Mehrere Altäre wurden dort im 3. Jahrhundert n. Chr. vonfriesischenLegionären errichtet, die als römischeHilfstruppen inBritannien amHadrianswall stationiert waren.

  • Die Inschriften der Gedenksteine:[13]

„DEO MARTI ET DVABVS ALAISIAGIS ET N AVG GER CIVES TVIHANTI CVNEI FRISIORVM VER SER ALEXANDRIANI VOTVM SOLVERVNT LIBENTES M“
„DEOMARTI THINCSO ET DVABVS ALAISAGIS BEDE ET FIMMILENE ET N AVG GERM CIVES TVIHANTI VSLM“

Die Namensform ist auf dasgemeingermanische Wort „Thing“ (Volks-, Gerichtsversammlung) zurückzuführen und der Gott demnach als „Schutzherr des Things“ gekennzeichnet. Diegermanische Gleichsetzung mit dem römischen GottMars zeigt, dass es sich um einen Beinamen desTīwaz handelt.

Zīo

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Týr wird alsZīo (oderZīu) in den althochdeutschen Quellen nicht erwähnt, eine Glosse zum sogenanntenWessobrunner Gebet nennt aber für dieAlemannenCyowari (wohl: Verehrer desCyo). In derNotitia Galliarum, einer spätantiken Städteliste, wird Augsburg der NameCiesburc zugewiesen.[14] Für beide Namen besteht aber auch die Möglichkeit, dass es sich um Verschreibungen fürRaetiovari (Anwohner Rätiens) bzw.Ogesburc (Augsburg) handelt.[15]Augsburg (Augusta Vindelicorum) war Hauptstadt der römischen ProvinzRaetien und seit derSpätantike Bischofssitz.

Weiterhin ist der NameZīo im alemannischen Wort für Dienstag (althochdeutschzīwestag) enthalten (s. unten).

Saxnôt

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Dassächsische Taufgelöbnis, das in einer Fuldaer Handschrift des endenden 8. Jahrhunderts (772) überliefert ist, zählt vermutlich die Namen der wichtigsten von denSachsen verehrten Götter auf.

  • Der Ausschnitt lautet:

„[…] end ec forsacho […] „Thunaer“ ende „Uuoden“ ende„Saxnote“ ende allum them unholdum“

„[…] und ich entsage […] [dem] „Donar“ und „Woden“ und „Saxnot“ und allen Unholden.“

Donar undWodan sind gemeingermanische Götter. Analog besteht die Möglichkeit, dass entwederTýr oderFreyr hier alsSaxnôt auftritt. Unter dieser Benennung wäre er damit nur in der sächsischen Vorstellungswelt anzutreffen.Saxnôt wird jedoch auch mit der „dritten nährendenFruchtbarkeitsfunktion“ in Zusammenhang gebracht, dieFreyr entspräche.[16]

In derangelsächsischenGenealogie wirdSaxnēat alsWodens Sohn bezeichnet. Die Festland-Sachsen und dieSachsen auf der britischen Insel, die den Wodanskult übernahmen, ordneten Saxnôt dem Wodan unter, wie auch Týr im Norden als Sohn Odins genannt wird oderAres als Sohn des Zeus.[17] Saxnôt ist wörtlich lateinisch„Gladii consors“ (Schwertgenosse, Schwertträger), „Sax“ ist das Kurzschwert, das Messer.[18] Die Stammesangehörigen nannten sich „Schwertgenossen“, wie im angelsächsischen „Sweordweras“; indem sie den Schwertgott in ihrer Gemeinschaft voranstellten, machten sie den Gott ebenfalls identitätsstiftend zum Schwertgenossen (zum Vergleichmhd.wal-genôz„Kampfgenosse“[19]). Die Gottheit nahm hier den Namen von ihrem Volk und nicht umgekehrt. „Saxnot“ wäre dann der Beiname des Tiuz unter den Sachsen. Allerdings könnte die sächsische Trias Wōdan-Thunar-Saxnôt und ebenso die Trias Merkur-Herkules-Mars bei Tacitus der nordgermanischen Trias Odin-Thor-Freyr entsprechen, zumal Freyr ebenfalls ein Schwertgott ist. Dass der Gott ursprünglich Saxnôt hieß, wäre im Vergleich zu den laufenden Entwicklungen unter dengermanischen Stämmen derWanderungszeit nicht schlüssig, dass aber das Volk in Waffen sich so nannte, versteht sich leicht.[20]

Týr in der isländisch-nordischen Mythologie

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
John Bauer: Tyr und Fenrir. Illustration aus dem Jahr 1911.

Týr ist an Macht im Norden stark beschränkt und verblasst, dennoch treten alle wesentlichen Eigenschaften desTīwaz zutage. Nach den eddischen Schriften derLieder-Edda wird der RieseHymir als Vater Týrs genannt,[21] aber abweichend davon wird in derProsa-EddaOdin als solcher genannt. Zu Týrs Mutter gibt es keine Überlieferung. Er galt als der Beschützer desThings, der Stammesversammlung. Sein Symbol ist das Schwert, mit dem er sich ins Schlachtengetümmel stürzt. Um denFenriswolf (Fenrir) durch die magische FesselGleipnir binden zu können, sieht sich Týr genötigt, dem gefährlichen Wolf die eigene Hand als Pfand ins Maul zu halten.[22] Als der Wolf jedoch merkt, dass die Götter ihn gefesselt halten wollen, beißt er Týr die Hand ab, und dieser muss fortan mit der linken Hand kämpfen. ImRagnarök tötet TýrGarm, den Höllenhund, wobei er aber selbst zu Tode kommt.[23]

Der Wochentag Dienstag

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Im westgermanischen Bereich hat nebenTīwaz offensichtlich auch noch die NebenformMars Thingsus Einfluss auf die deutsche Benennung des WochentagsDienstag (aus älteremdingestag). Diealthochdeutsche Übersetzung des römischen Wochentagnamensdies Martis (Tag desMars) lautetezīwestag[24] – vergleiche rezent alemannischZiischtig, schwäbischZeischdig – und bestätigt damit auch für den Kontinent die für dieSkandinavier undAngelsachsen belegte Gleichsetzung des römischen KriegsgottesMars mit dem germanischenTīwaz (vgl. auch englischtuesday (Tiu) und französischmardi (Mars)).[25] Zudem ist der dänischeTirsdag und der schwedischeTisdag nach ihm benannt.

Týr als Namensgeber des Asteroiden

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

DerAsteroid(4092) Tyr ist nach ihm benannt.[26]

Siehe auch

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Commons: Tyr – Sammlung von Bildern
Wiktionary: Tyr – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Quellen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Literatur

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • Adolf Bach:Die Geschichte der deutschen Sprache. Verlag Quelle& Meyer, Heidelberg 1965. 
  • Helmut Birkhan:Germanen und Kelten bis zum Ausgang der Römerzeit. Der Aussagewert von Wörtern und Sachen für die frühesten keltisch-germanischen Kulturbeziehungen. In: Österr. Akad. d. Wiss. (Hrsg.):Sitzungsberichte d. Österr. Akad. d. Wiss., phil.-hist. Kl.Band 272. Böhlau, Wien 1970. 
  • René M. Derolez:Götter und Mythen der Germanen. Verlag F. Englisch, Wiesbaden 1976. 
  • Jan de Vries:Altgermanische Religionsgeschichte. 2 Bände. Verlag Walter de Gruyter, Berlin 1970. 
  • Jan de Vries:Die geistige Welt der Germanen. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1964. 
  • Jan de Vries:Altnordisches Etymologisches Wörterbuch. Brill Verlag, Leiden 1961. 
  • Ulf Diedrichs:Germanische Götterlehre. Eugen Diedrichs Verlag, München 1983,ISBN 3-424-00746-3. 
  • Georges Dumézil:Loki. WBG, Darmstadt 1959. 
  • Georges Dumézil:Mythos und Epos – Die Ideologie der drei Funktionen in den Epen der indoeuropäischen Völker. Campus-Verlag [u. a.], Frankfurt [u. a.] 1989,ISBN 2-7351-0280-7. 
  • Wolfgang Golther:Handbuch der germanischen Mythologie. Marix Verlag, Wiesbaden 2004,ISBN 3-937715-38-X. 
  • Karl Helm:Altgermanische Religionsgeschichte. 2 Bände in 3 Teilen. Carl Winter, Heidelberg 1953 (Erstausgabe: 1913). 
  • Herder (Hrsg.):Lexikon der germanischen und keltischen Mythologie. Herder Verlag, Freiburg 1994,ISBN 3-451-04250-9. 
  • Otto Höfler:Mars Thingsus. In: Helmut Birkhan (Hrsg.):Kleine Schriften. Buske Helmut Verlag GmbH, Hamburg 1992,ISBN 3-87548-015-5. 
  • Anders Hultgård:Ziu – Týr (Religionswissenschaftlich). In:Heinrich Beck,Dieter Geuenich,Heiko Steuer (Hrsg.):Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Band 35. de Gruyter, Berlin / New York 2007,ISBN 978-3-11-018784-7.
  • Kluge, Seebold:Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchges. und erw. Auflage. Verlag Walter De Gruyter, Berlin / New York 2002,ISBN 3-11-017472-3. 
  • Matthias Lexer:Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch. S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1972,ISBN 3-7776-0244-2. 
  • Wolfgang Meid:Aspekte der germanischen und keltischen Religion im Zeugnis der Sprache. Innsbruck 1991. 
  • Ernst Alfred Philippson:Germanisches Heidentum bei den Angelsachsen (= Kölner anglistische Arbeiten.Band 4). Verlag Bernh. Tauchnitz, Leipzig 1929. 
  • Rudolf Simek:Götter und Kulte der Germanen. C.H. Beck, München 2004,ISBN 3-406-50835-9. 
  • Rudolf Simek:Lexikon der germanischen Mythologie (=Kröners Taschenausgabe. Band 368). 3., völlig überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2006,ISBN 3-520-36803-X (Erstausgabe: 1984).
  • Ake Ström,Haralds Biezais:Germanische und Baltische Religion. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1975,ISBN 3-17-001157-X. 
  • Stefan Zimmer:Ziu – Týr (Sprachwissenschaftlich). In: Heinrich Beck, Dieter Geuenich, Heiko Steuer (Hrsg.):Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Band 34. de Gruyter, Berlin / New York 2007,ISBN 978-3-11-018389-4.

Anmerkungen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. De Vries:Altgermanische Religionsgeschichte. Band II, §347ff. Simek:Lexikon der Germanischen Mythologie. Stichwort →Harigasti. Bach: §29, 2: „Als ältestes germ. Sprachdenkmal, das gegen 300 v. Chr. entstanden sein könnte, hat die Inschrift eines 1812 in Negau in Südsteiermark gefundenen Helmes zu gelten. Sie lautet:‚harigasti *teiwa. Man schwankt u. a., ob inharigasti ein Personenname steckt und inteiwa der GötternameZiu oder ob das erste Wort ein Göttername und das letztere das Appellativum in der Bedeutung „Gott“ ist. Die Inschrift ist innordetruskischer Schrift überliefert.“ Klaus Düwel geht inFestschrift für Otto Höfler, 1969 von anderer Deutung und zeitlicher Taxierung des Negau-Helms aus.
  2. HERDER, SimekLex. d. germ. Myth.: Stichwort →Tyr
  3. Wolfgang Meid:Germanische Religion im Zeugnis der Sprache. In:Germanische Religionsgeschichte – Quellen und Quellprobleme. Hrsg. Heinrich Beck, Detlev Elmers, Kurt Schier, Ergänzungsband 5. zumReallexikon der Germanischen Altertumskunde, de Gruyter, Berlin/New York 1992, S. 494.
    Stefan Zimmer:Ziu-Tyr. In: Heinrich Beck, Dieter Geuenich, Heiko Steuer (Hrsg.):Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Band 34. de Gruyter, Berlin/New York 2007, S. 574.
    Kluge: Stichwort „Dienstag“, Stichwort „Gott“: „… ursprünglich offenbar ein Neutrum, dann übertragen auf den christlichen Gott … Vermutlich Abstraktbildung mit ableitendem -t- zuig. *g(h)eu-gießen (besonders bei Opferhandlungen) [Vergleiche mitai. u.avest. zeigen ebenfallsgießen u.opfern an] … Ursprünglich alsoGießen, Opferung, dann übertragen auf den Gott, zu dessen Ehre das Opfer stattfindet.“
  4. L. v. Schröder:Die Religion der Arier, Band 1, 1923, S. 568. „Die arischen Völker glaubten und verehrten schon in der Urzeit einen höchsten Gott, der im Himmel wohnend, im Himmel sich offenbarend, vom Himmel aus wirkend und waltend gedacht war – einen Himmelsgott, der auch zugleich ihr höchstes gutes Wesen bildete.“
  5. G. Dumézil:Lokistudie. (dt. 1959) S. 76 f.; „Wir wissen heute wer Tyr ist: … neben Odin repräsentiert er den anderen Aspekt der zweigeteilten Souveränität … in der röm. Sage umMucius Scaevola u. a. indoeurop. Überlieferungen müsse der „Gott“ der selbst für das Recht zuständig ist, zur Bewahrung der kosmischen Ordnung einen Verrat begehen und das Recht brechen – er verliert dadurch seineSchwurhand
  6. Otto Höfler:Das Opfer im Semnonenhain und die Edda. Festschrift für F. Genzmer (Hrsg. H. Schneider). Heidelberg 1952, S. 64f.
    Karl Helm:Wodan – Ausbreitung und Wanderung seines Kultes. W. Schmitz Verlag, Gießen 1946.
  7. De Vries:Altgermanische Religionsgeschichte. §§ 360, 373, 374. Derolez: S. 136.
  8. Simek:Götter und Kulte der Germanen. S. 11.
  9. Tac.Historiae IV, 64.
  10. Wolf Linus Lüerßen:Transfer von Götternamen am Beispiel des Mars bei Tacitus, 2010.
  11. Prokopius: 2,15; von den Thuliten, d. h. den Skandinaviern
  12. Golther: „Die nordische Literaturgeschichte [S. Bugge] … zur Erkenntnis geführt … dass … Eddalieder der Skaldenpoesie zuzurechnen seien, nicht als uralte schlichte Volksballaden gelten dürfen.“ Diese Aussage gilt heute nur bedingt, da O. Höfler in „Das Opfer im Semnonenhain und die Edda“ nachgewiesen hat, dass der „Fesselhain“ in der Edda identisch ist mit demOpferhain der Semnonen, den Tacitus in seinerGermania geschildert hat. Ebenso R. Much inDie Germania des Tacitus. Simek:Lex. d. germ. Myth., S. 369
  13. The Roman Inscriptions of Britain (RIB)1593,The Roman Inscriptions of Britain (RIB)1594
  14. Buchholz: S. 127
  15. L. Rübekeil:Diachrone Studien zur Kontaktzone zwischen Kelten und Germanen. Österreichische Akademie der Wissenschaften, Phil.-hist. Klasse, Wien 2002, Sitzungsberichte Band 699, S. 387–395.
  16. Ström: S. 83 und Fußnoten. Simek 2: Stichwort „Saxnot“. De Vries:Altgermanische Religionsgeschichte § 353.
  17. Grimm: S. 144
  18. Bach: §37. b) […] Das in ahd.sahs „Schwert“, auch im Namen der Sachsen, vorliegende Wort ist urverwandt mit lat.saxum und bedeutet zunächst „Stein“. Es stellt eine Erinnerung an die kulturellen Verhältnisse der Steinzeit dar, gerade wie gemeingerm.Hammer auch die BedeutungFels besitzt und einst den Steinhammer der Steinzeit benannte (ahd.sahs lebt übrigens verhüllt noch in unserem WorteMesser weiter, das sich aus älterem ahd.mezzirahs = westgerm.*mati-sahs entwickelte und so viel wie „Speisemesser“ bedeutete).
    Kluge: S. 778, Stichwort → Sachs; […] aus g*sahsa Messer, Kurzschwert, auch in anord.sax, ae.seax, afr.sax. Zu der Wurzel (ig.) *sek – »schneiden«, zu der auch „Säge“, „Sense“ und „Sichel“ gehören. Formell entspricht l.saxum „Fels“ als „das Schneidende, Kantige“. Der zugrundeliegendes-Stamm ist auch in l.s(a)cena f. „Haue des Pontifex“ (aus *saces) und vermutlich in „Sense“ verbaut. Verdunkelt istSachs als zweiter Bestandteil von →Messer.
  19. M. Lexer: Stichwort
  20. K. Helm:Altgermanische Religionsgeschichte Band 2, Teil 1, § 12, S. 20. Vergleich zu Namensgebungen Gotischer Stämme und Völkerschaften.
  21. U. Diedrichs:Germanische Götterlehre – Die Lieder-Edda in Felix Genzmers Übertragung: DasHymirlied; S. 63 Strophen 4–11.
  22. U. Diedrichs:Die Prosa-Edda in der Übertragung von Gustav Neckel:Gylfis Betörung; S. 143 „Es gibt einenAsen namens Tyr … Er bewies Tapferkeit, als die Asen den Fenrirwolf verlockten, … bis sie ihm zum Pfande die Hand des Tyr ins Maul legten … da biß er die Hand ab.“
  23. U. Diedrichs:Gylfis Betörung In:Die Prosa-Edda in der Übertragung von Gustav Neckel. S. 173.
  24. Lexer: „zîs-tac, zins-tac“, Letzteres ist eine Reinterpretation.
  25. Kluge: Stichwort →Dienstag S. 199.
  26. Minor Planet Center
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Tyr&oldid=264028917
Kategorien:

[8]ページ先頭

©2009-2026 Movatter.jp