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Turgai (Fluss)

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Turgai – Torghai
Турга́й, Торғай

Daten
LageGebieteQostanai,Aqtöbe (Kasachstan)
FlusssystemTurgai
QuellewestlichArqalyq
50° 8′ 2″ N,65° 13′ 14″ O50.1339265.22055130
Quellhöheca. 130 m[1]
MündungSchalkartengis-See48.0204563.0319550Koordinaten:48° 1′ 14″ N,63° 1′ 55″ O
48° 1′ 14″ N,63° 1′ 55″ O48.0204563.0319550
Mündungshöheca. 50 m[2]
Höhenunterschiedca. 80 m
Sohlgefälleca. 0,1 ‰
Länge825 km[3]
Einzugsgebiet157.000 km²[3]
Abfluss am Pegel Tussum[4]MQ
10,4 m³/s
Rechte NebenflüsseUlkajak,Irgis
GemeindenAmangeldi,Torghai
Schiffbarkeitnicht schiffbar

DerTurgai (russischТурга́й;kasachischТорғайTorghai) ist ein 825 Kilometer langer Fluss im NordwestenKasachstans.

Verlauf

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Der eigentliche Turgai entsteht in einem unübersichtlichen Sumpfgebiet aus den QuellflüssenSchaldama von rechts undKara-Turgai („Schwarzer Turgai“) von links. Beide entstehen wiederum aus jeweils mehreren kleineren Quellflüssen, wobei erstere ihre Ursprünge imSteppengebiet westlich und nordwestlich der StadtArqalyq haben, zum Teil bereits im benachbartenGebiet Aqmola, während die Quellflüsse des Kara-Turgai in Höhen zwischen 500 und800 m im Nordwestteil derKasachischen Schwelle, etwa auf halbem Weg zwischen Arqalyq undSchesqasghan im Westen desGebietes Qaraghandy entspringen.

Der Turgai fließt zunächst in westlicher bis südwestlicher Richtung und durchschneidet in einem weiten, 20 bis 75 Kilometer breiten Taltektonischen Ursprungs, derTurgaisenke (russischTurgaiskaja loschbina), das ebenfalls nach ihm benannteTurgaiplateau. Besonders auf diesem Abschnittmäandriert der Fluss stark, bildet eine Vielzahl von Armen und kleinen Seen inmitten von Sümpfen. Insgesamt nimmt die zunächst durchflossene steppenartige Landschaft allmählich den Charakter einerHalbwüste an; zunehmend sind auchSalzseen verbreitet.[5]

Nach dem Verlassen desGebietes Qostanai wendet sich der Turgai etwa 70 Kilometer südöstlich des DorfesYrghys bei der Einmündung des rechten ZuflussesYrghys (Irgis) nach Südosten, später nach Osten, und mündet schließlich in den im äußersten Nordosten desTieflands von Turan gelegenen, 1800 km² großen SalzseeSchalkartengis, der nur im Frühjahr Wasser führt und hauptsächlich durch den Turgai gespeist wird. Der See liegt in einem abflusslosen Becken im äußersten Südosten desGebietes Aqtöbe, knapp 200 Kilometer nordöstlich der StadtAral.

Der Fluss ist auf seiner gesamten Länge kaum breiter als 50 Meter, im Unterlauf noch gut 30 Meter, bei einer Tiefe von zwei Metern. Die Fließgeschwindigkeit beträgt dort 0,2 m/s. Die bedeutendsten Nebenflüsse sindUlkajak undIrgis, beide von rechts.

Hydrologie

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DasEinzugsgebiet des Flusses umfasst 157.000 km²,[3] nach anderen Angaben nur 60.000 km².[4]

Der mittlere jährlicheAbfluss beträgt am Mittellauf am Pegel Tussum, 476 Kilometer oberhalb der Mündung, 10,4 m³/s. Von November bis März/April friert der Fluss zu. Er wird vorwiegend von Schmelzwasser gespeist und führt daher während der Schneeschmelze im Frühjahr (April bis Mai) Hochwasser.

Der Mineralgehalt des Wassers schwankt zwischen 300 und 600 mg/l während des Frühjahrshochwassers und von 1,5 bis 2,0 mg/l während des sommerlichen und von 1,5 bis 2,0 mg/l während des winterlichen Niedrigwassers.[4] Im Unterlauf ist das Wasser des Turgai im Sommer salzig.

Nutzung und Infrastruktur

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Der Turgai ist nicht schiffbar. Sein Wasser dient am Mittellauf derBewässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen. Das durchflossene Gebiet ist nur dünn besiedelt. Die bedeutendsten Ortschaften in Flussnähe sind das unweit der Entstehung des Flusses aus Schaldama und Kara-Tugai gelegeneAmangeldi sowieTorghai in der Turgaisenke. Durch beide Orte führt die Straße von Arqalyq nach Irgis, die dem Tal auf der rechten Seite folgt.

Geschichte

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ImPaläozän vor etwa 60 Millionen Jahren befand sind an Stelle der heute vom Turgai in ihrem südlichen Teil durchflossenen Turgaisenke die Turgaistraße, eineMeerenge, die das südlicheTethysmeer mit dem Polarmeer verband und Europa von Asien trennte.

Bereits im 19. Jahrhundert und konkreter in der sowjetischen Ära gab es Pläne (Dawydow-Plan), einen Teil des Wassers der großen westsibirischen Flüsse, insbesondere desOb und seines NebenflussesIrtysch durch die Turgaisenke unter Ausnutzung des Laufes des Turgai in die trockenen, abflusslosen Becken des Tieflandes von Turan, speziell zum austrocknendenAralsee umzuleiten, wozu es jedoch aus Kostengründen und wegen unvorhersagbarer ökologischer Auswirkungen nicht kam. Diesbezügliche Überlegungen werden jedoch bis heute immer wieder aufgegriffen, zuletzt vom kasachischen PräsidentenNursultan Nasarbajew 2010.[6]

Der Fluss und das nach ihm benannte Plateau waren Namensgeber für dieOblast Turgai, eine von 1868 bis 1920 existierende Verwaltungseinheit desRussischen Reiches, sowie ab 1970 für das gleichnamige Gebiet derKasachischen SSR derSowjetunion, das im unabhängigen Kasachstan alsGebiet Torghai noch bis zur Verwaltungsreform von 1997 bestand.

Einzelnachweise

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  1. Sowjetische Generalstabskarte 1:200.000. Blatt M-41-XVIII. Ausgabe 1988
  2. Sowjetische Generalstabskarte 1:200.000. Blatt M-41-XXXIV. Ausgabe 1990
  3. abcArtikelTurgai in derGroßen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)http://vorlage_gse.test/1%3D112903~2a%3DTurgai~2b%3DTurgai
  4. abcSlovarʹ sovremennych geografičeskich nazvanij. U-Faktorija, Jekaterinburg 2006 (russisch, EintragTurgai). 
  5. ArtikelTurgaisenke in derGroßen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)http://vorlage_gse.test/1%3D112903~2a%3DTurgaisenke~2b%3DTurgaisenke
  6. Kasachstan fordert eine Umleitung der sibirischen Flüsse imTages-Anzeiger, 7. September 2010
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