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Turbo Pascal

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Dieser Artikel behandelt die Entwicklungsumgebung. Zum Theaterkollektiv sieheTurbo Pascal (Theaterkollektiv).
Turbo Pascal
Basisdaten

EntwicklerBorland[1], Anders Hejlsberg
Erscheinungsjahr1983
Aktuelle Version7.01
(1993)
BetriebssystemPC-kompatibles DOS[1], CP/M[1], CP/M-86, Windows 3.x, Mac OS
Programmier­spracheAssemblersprache
KategorieCompiler,IDE
LizenzEULA (proprietär)
deutschsprachigja

Turbo Pascal ist eineintegrierte Entwicklungsumgebung (IDE) des UnternehmensBorland für die ProgrammiersprachenPascal undObject Pascal.

Geschichte

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DerCompiler basierte auf demBlue Label Software Pascal Compiler, der vonAnders Hejlsberg ursprünglich für dasKassetten-basierteBetriebssystemNAS-SYS desMikrocomputersNascom entwickelt wurde.Dieser Compiler wurde zunächst alsCompas Pascal Compiler für das BetriebssystemCP/M und dann als Turbo Pascal Compiler fürMS-DOS und CP/M weiterentwickelt.[2] Kurzzeitig war 1986 auch eineMacintosh-Version, fürMac OS abSystem 6, verfügbar.[3]

Turbo Pascal 1.0

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Turbo Pascal 1.0 aus dem Jahr 1983

Die erste Version von Turbo Pascal erschien im November 1983,[4] zu einer Zeit, als das Konzept der integrierten Entwicklungsumgebungen noch recht neu war. Ein Programmierer hatte zu dieser Zeit auf einemIBM-kompatiblen PC im Wesentlichen die Wahl zwischen dem mit DOS mitgeliefertenMicrosoftBASIC-Interpreter oder einem professionellen und teuren BASIC-,C-,Fortran- oder Pascal-Compiler (UCSD Pascal). Die Compiler waren eher umständlich zu benutzen: MangelsMultitasking unterMS-DOS bestand jeder Testlauf aus dem Verlassen, Starten und Neuladen der verschiedenen Tools (Editor, Compiler,Linker,Debugger), die für die Softwareentwicklung notwendig sind. Da die meisten PCs zu dieser Zeit keineFestplatten hatten (eine solche kostete zum damaligen Zeitpunkt mindestens 2000 US-Dollar), musste je nach Anzahl derDiskettenlaufwerke sogar noch mehrmals dieDiskette gewechselt werden.

In diese Situation hinein kam Turbo Pascal mit dem Konzept einer integrierten Entwicklungsumgebung, das die verschiedenen Tools in einem Programm vereinte. Es war zudem gerade einmal rund 60 kB groß und lief damit auf jedem damaligen PC in hoher Geschwindigkeit. Selbst auf einem PC mit nur einem Diskettenlaufwerk konnte auf Diskettenwechsel verzichtet werden, da auf der Turbo-Pascal-Diskette noch genug Platz für das gerade bearbeitete eigene Programm war. Schließlich war das System preislich selbst für Schüler und Studenten erschwinglich – mit dem Ergebnis, dass es im Laufe der 1980er Jahre auf dem PC zum Quasistandard wurde.

Folgeversionen

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Ohne Turbo Pascal hätte die Sprache Pascal sicher das gleiche Schicksal ereilt wie viele an Universitäten vorher und nachher geborene Programmiersprachen, z. B.Modula-2 oderOberon (beide auch vonNiklaus Wirth), die heute praktisch verschwunden sind. Hejlsberg entwickelte die Sprache und das System pragmatisch weiter: Von Anfang an wurde dieLaufzeitbibliothek umRoutinen (Unterprogramme) ergänzt, die Zugriff auf das System ermöglichten – ganz entgegen dem ursprünglichen Konzept von Wirth. Dabei wurde – anders als z. B. bei der Sprache C – die für Pascal typische strengeTypprüfung etc. beibehalten (beides hat Vor- und Nachteile: Eine strenge Prüfung vermindert die Gefahr ungewollten Fehlverhaltens eines Programms, macht den Quelltext aber meist länger und zwingt dazu, bewusst Funktionen zur Typumwandlung zu nutzen). Je umfangreicher ein Programmpaket wird, desto wichtiger werden solche Funktionen, weshalb auch andere Programmiersprachen, wie beispielsweiseC++,Java undC, diese Konzepte in unterschiedlicher Strenge übernommen haben.

Version 3

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Im September 1986 kam in der MS-DOS-Version Grafik dazu.[5] Dies war die letzte Version, die auch noch fürCP/M erschien, allerdings ohne die Grafikmöglichkeiten (ausgenommen dieGraphix Toolbox desSchneider CPC), da die meisten CP/M-Rechner nicht grafikfähig sind. Es gab drei unterschiedliche Versionen für MS-DOS, die es ermöglichten, unterschiedlichen Code zu generieren, und zwar für emuliertenGleitkomma-Code,Coprozessor-orientierten Code, undBCD-Code. Es werden kommerzielle Programmbibliotheken angeboten, diese müssen allerdings mittelsInclude im Quelltext eingebunden werden. Das Einfügen vonMaschinencode in den Quelltext wurde mit Inline-Codes unterstützt.[5] Version 3 unterstützte nurCOM-Dateien, weswegen der Programmcode auf 64 KiB begrenzt war. Bezüglich der Datensegmente wurde near data (64 KiBSegmentgröße) und far heap-allocated data (dynamic variables) unterstützt.[6]

Version 4

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Im Dezember 1987 kam dasUnit-Konzept dazu, das Bibliotheken und große Projekte ermöglichte.[7] Zudem war erstmals dieGrafikbibliothekBorland Graphics Interface (BGI) enthalten, deren Funktionen zentral in der UnitGraph bereitgestellt wurden.[7]

Diezeichenorientierte Benutzerschnittstelle wurde grundlegend erneuert, indem sie den Editor zur zentralen Komponente der Entwicklungstätigkeit machte. Das Übersetzen und Ausführen von Programmen waren jederzeit über das Menü erreichbar, der Zwischenschritt über das Hauptmenü entfiel. Die Ausgabe des vorherigen Programmlaufs konnte unterhalb des Editors eingeblendet werden. Auf Computern mit Farbbildschirmen erschienen die Menüs in charakteristischem Gelb auf Magenta. Der Programmtext war einheitlich in Gelb auf Schwarz geschrieben, es gab noch keineSyntaxhervorhebung. Ab Version 4 waren 16 BitEXE-Dateien möglich. Damit konnte Programmcode mehrere Codesegmente überspannen und Far Sprünge verwendet werden. Bezüglich der Datensegmente blieb es bei near data (64 KiB Segmentgröße) und far heap-allocated data(dynamic variables).[8]

Version 5

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Im Oktober 1988 wurde der Debugger in die Entwicklungsumgebung integriert.[9] Damit wurde es möglich, innerhalb der IDE zu debuggen, Haltepunkte zu setzen und Variablenwerte zu beobachten.

Version 5.5

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Im Mai 1989 kam dieObjektorientierung hinzu.[10] Im selben Jahr veröffentlichte Microsoft das KonkurrenzproduktQuickPascal 1.0, welches zu Turbo Pascal 5.5 weitestgehend kompatibel war. Im Hinblick auf die Möglichkeiten der objektorientierten Programmierung war Turbo Pascal allerdings QuickPascal überlegen.[11]

Version 6

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Version 6.0 von 1990 (imTurbo-Vision-Stil)

Im November 1990 kam eine objektorientierteGUI-Bibliothek hinzu (Turbo Vision), ähnlich den späterenMFC fürWindows.[12] Turbo Vision war für denTextmodus des PCs konzipiert, enthielt aber bereitsSteuerelemente wieFenster,Schaltflächen undBildlaufleisten, die durch Textsymbole dargestellt wurden. Außerdem konnten (auch umfangreichere) Assemblerfunktionen inIntelsyntax direkt im Quelltext realisiert werden. Die Entwicklungsumgebung wurde entsprechend erweitert, so dass auch Assemblerteile im Einzelschrittmodus bei gleichzeitiger Kontrolle aller Flag- und Registerinhalte ausgeführt werden konnten.

Turbo Pascal für Windows 1.0

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Diese Version kam parallel zu Version 6 auf den Markt. Das GUI war komplett alsWindows-Anwendung ausgelegt; es wurde in Version 7 (Borland Pascal) übernommen und ausgebaut.

Version 7

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Installationsdisketten von Turbo Pascal 7.0

Im Oktober 1992 wurde in der professionellen Variante (Borland Pascal) die Entwicklung vonProtected-Mode-Anwendungen innerhalb der IDE möglich – allerdings ohne integrierten Debugger.[13] Im April 1993 folgte noch eine nachgeschobene/fehlerbereinigte Version 7.01; dies war zugleich auch die letzte von Borland veröffentlichte Pascal-Version.

Der Editor hobSchlüsselwörter undZeichenketten farbig hervor (Syntaxhervorhebung).

Anfang der 1990er Jahre wurde Turbo Pascal auf Windows portiert. Dies war allerdings eine Sackgasse. Die Programmierung war unter Turbo Pascal für Windows ähnlich aufwendig wie in C – mit dem zusätzlichen Nachteil, dass Windows selbst in C programmiert ist, weshalb die Schnittstellen zwischen Windows und Pascalprogramm mindestens grundlegende C-Kenntnisse erfordern. Borland adaptierte in der Folgezeit dasRapid-Application-Development-Prinzip, das sich vorher schon beiVisual Basic von Microsoft sehr bewährt hatte: Die grafischen Elemente einer Windows-Anwendung werden mit der Maus zusammengestellt, der zugehörige Code wird automatisch erzeugt. Dieses Produkt wurdeDelphi genannt, die zugrundeliegende Sprache istObject Pascal von Borland.

Veröffentlichung als Freeware

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Borland veröffentlichte 2002 mehrere Turbo-Pascal-Versionen alsFreeware auf der eigenen Webseite, nachdem sie zu „antique software“ (Abandonware) wurden.[14] Die neueste veröffentlichte internationale Version ist TP 5.5, jedoch wurde von dem neueren TP 7.01 die französische Version veröffentlicht.[15] Die Downloads sind weiterhin auf der Nachfolgerwebsite vonEmbarcadero verfügbar.[16][17]

Alternativen / Weiterentwicklungen

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MitFree Pascal undGNU Pascal gibt es zwei Turbo-Pascal-kompatible freie Compiler, die für zahlreiche Betriebssysteme zur Verfügung stehen. Die Entwicklung vonVirtual Pascal wurde hingegen eingestellt, obwohl es noch eine große Gemeinschaft gibt.

Beispiel (Hallo-Welt-Programm)

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Siehe auch:Hallo-Welt-Programm
programHalloWelt;beginWriteLn('Hallo Welt!');RepeatUntilKeypressed;{ Wartet auf Eingabe des Benutzers, ansonsten würde das Programm sofort wieder beendet. }end.

Literatur

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  • Hans-Georg Joepgen, Turbo Pascal Das Kompendium für die Programmierpraxis Carl Hanser Verlag München Wien,ISBN 3-446-15131-1
  • Michael Starke:Borland Pascal 7.0. Das Buch. TLC The Learning Company, 1993,ISBN 3-89362-288-8. 
  • Karl-Hermann Rollke:Das Borland Pascal 7.0 Buch. Sybex-Verlag, 1995,ISBN 3-8155-0071-0. 
  • Reiner Schölles:Das große Buch zu Turbo und Borland PASCAL 7.0. Data Becker, 1994,ISBN 3-89011-588-8. 
  • Irene Bauder, Jürgen Bär:Borland Pascal 7.0. Das Kompendium. Einführung. Arbeitsbuch. Nachschlagewerk. Pearson Education, 1998,ISBN 3-87791-450-0. 

Weblinks

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Commons: Turbo Pascal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Downloads

  • bdn.borland.com/museum (Memento vom 6. Dezember 2003 imInternet Archive) Möglichkeit zum kostenlosen und legalen Herunterladen der Versionen 1.0, 3.02 und 5.5 von Turbo Pascal (nur für MS-DOS) im „Museum“ desBorland Developer Network (vom 6. Dezember 2003)
  • www.frameworkpascal.com – Die Firma TMT bietet Turbo-Pascal-Klone für 32-Bit-Systeme an, eine abgespeckte Variante ist kostenlos.

Weiteres

Einzelnachweise

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  1. abcTurbo Pascal. Byte, Juli 1984.
  2. David Intersimone: Blue Label Software Pascal → Compas Pascal → Poly Pascal → Turbo Pascal v1.0. In: community.embarcadero.com. 2. November 2008, archiviert vom Original am 12. Mai 2016; abgerufen am 21. Februar 2024 (englisch). 
  3. Borland Turbo Pascal 1.1 for Macintosh. In: vetusware.com. Vetusware, abgerufen am 21. Februar 2024 (englisch). 
  4. Borland (Hrsg.):Borland Turbo Pascal Reference Manual. 2. Auflage. 1984 (englisch,uni-stuttgart.de [PDF;6,8 MB; abgerufen am 28. September 2010]). 
  5. abBorland (Hrsg.):Borland Turbo Pascal 3.0 Reference Manual. 1. Auflage. 1986 (englisch,uni-stuttgart.de [PDF;11,3 MB; abgerufen am 28. September 2010]). 
  6. Turbo Pascal 4 Handbuch Appendix A und Kapitel 26
  7. abBorland (Hrsg.):Turbo Pascal: Owner’s Handbook (Version 4.0). 1987,OCLC1036910574 (englisch,uni-stuttgart.de [PDF;22,7 MB; abgerufen am 28. September 2010]). 
  8. Turbo Pascal 4 Handbuch Appendix A und Kapitel 26
  9. Borland (Hrsg.):Borland Turbo Pascal 5.0 User Guide. 1989 (englisch,uni-stuttgart.de [PDF;14,0 MB; abgerufen am 28. September 2010]). 
  10. Borland (Hrsg.):Borland Turbo Pascal 5.5 Object Oriented Programming Guide. 1989 (englisch,uni-stuttgart.de [PDF;4,9 MB; abgerufen am 28. September 2010]). 
  11. Scott Robert Ladd et al.:Objects of Attention. In:InfoWorld.Band 12,Nr. 18. Popular Computing, 30. April 1990,ISSN 0199-6649,S. 59–68 (englisch,eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). 
  12. Borland (Hrsg.):Borland Turbo Pascal 6.0 Turbo Vision. 1990 (englisch,uni-stuttgart.de [PDF;15,7 MB; abgerufen am 28. September 2010]). 
  13. Borland (Hrsg.):Borland Turbo Pascal 7.0 Language Guide. 1992 (englisch,uni-stuttgart.de [PDF;10,3 MB; abgerufen am 28. September 2010]). 
  14. Antique Software: Turbo Pascal v5.5. In: bdn.borland.com. Borland Software Corporation, archiviert vom Original am 3. Februar 2004; abgerufen am 1. April 2013 (englisch). 
  15. Téléchargements - Gratuits: Compilateurs Delphi, Pascal & C / C++. In: inprise.fr. Borland Software Corporation, 2. Mai 2002, archiviert vom Original am 13. August 2003; abgerufen am 22. Oktober 2013 (französisch, Note to international users: This free Turbo Pascal 7 is available in French Only. The US version of Turbo Pascal 7 is not available as free download yet. For the US version please download Turbo Pascal 5.5 US below. Thanks.). 
  16. David Intersimone: Antique Software: Turbo Pascal v1.0. In: edn.embarcadero.com. Embarcadero Technologies, 1. Februar 2000, archiviert vom Original am 8. April 2009; abgerufen am 22. Oktober 2013 (englisch). 
  17. David Intersimone: Antique Software: Turbo Pascal v3.02. In: edn.embarcadero.com. Embarcadero Technologies, 10. Februar 2000, archiviert vom Original am 25. Februar 2009; abgerufen am 22. Oktober 2013 (englisch). 
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