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Tunis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dieser Artikel behandelt die Stadt; zu weiteren Bedeutungen sieheTunis (Begriffsklärung).
Tunis
تونس
Skyline von Tunis
Skyline von Tunis
Skyline von Tunis
Verwaltung
StaatTunesien Tunesien
GouvernementTunis
BürgermeisterSouad Abderrahim (Ennahda)
Postleitzahl1000 - 2092
Websitewww.commune-tunis.gov.tn
Demographie
Bevölkerung1.056.247 Einw. (2014[1])
Bevölkerungsdichte4968 Einw./km²
Geographie
Höhem
Fläche212,63 km²
Tunis (Tunesien)
Tunis (Tunesien)
Tunis
Koordinaten36° 48′ N,10° 11′ O36.80083333333310.184Koordinaten:36° 48′ N,10° 11′ O

Tunis (arabisch تونس,DMGTūnis) ist dieHauptstadtTunesiens und Provinzhauptstadt des gleichnamigenGouvernements. Sie ist die größte Stadt Tunesiens und hatte im Jahr 2014 laut Zensus 1.056.247 Einwohner. In derAgglomeration wohnen etwa zwei Millionen Einwohner (Juni 2014). Ihrhistorischer Kern, dieMédina, steht auf derUNESCO-Welterbe-Liste.

Nachdem die Stadt ein bescheidenes Dorf im Schatten vonKarthago,Kairouan und danachMahdia gewesen war, wurde sie am 20. September 1159 (5.Ramadan 554 desmuslimischen Kalenders) unter der Regierung derAlmohaden als Hauptstadt genannt. Ihr Status wurde danach im Jahr 1228 von denHafsiden bestätigt und auch nach der Unabhängigkeit des Landes von Frankreich am 20. März 1956.

Tunis ist die ökonomische und kommerzielle Hauptstadt Tunesiens. Ihr dichtes Straßen- und Autobahnnetz und ihre internationale Fluganbindung machen sie zu einem Konvergenzpunkt des Nationalverkehrs. Diese Situation ist ein Ergebnis einer langen zentralistischen Politik, die dazu beigetragen hat, dass sich alle wichtigen Institutionen in Tunis befinden.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich dieAgglomeration außerhalb der Grenzen derGemeinde erweitert. Heute erstreckt sich Tunis über vierGouvernorats,Tunis,l'Ariana,Ben Arous und LaManouba, und wird Le Grand Tunis (das große Tunis) genannt.

Im Jahr 2017 stand Tunis auf dem 113. Platz der Weltrangliste der lebenswertesten Städte und auf dem 1. Platz inNordafrika.[2]

Etymologie

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NachPaul Sebag istTunis dieTranskription eines Namens, dertûnus,tûnas odertûnis (û hat den Wert einesu im Deutschen) in den gängigsten tunesischen Dialekten ausgesprochen wird. Die drei Begriffe wurden schon von dem syrischen GeographenYāqūt ar-Rūmī in seinem WerkMuʿǧam al-Buldān / معجم البلدان / ‚Wörterbuch der Länder‘ erwähnt. Der dritte herrscht vor, auch bei der Einwohnerbezeichnungtûnisioder tûnusi (Tuniser).[3]

Unter Berücksichtigung aller vokalischen Variationen hat der Name von Tunis wahrscheinlich die Bedeutung vonBiwak oderNachtlager.[3] Aus dem Namen von Tunis wurde auch der französische BegriffTunisie abgeleitet. Dieser Name wurde von französischen Historikern und Geographen geschaffen und hat sich in fast allen europäischen Sprachen etabliert. Der BegriffTunes (aufTunesisch wie auch aufArabisch) bezeichnet allerdings sowohl die Stadt als auch das Land. Ob über Tunis oder Tunesien gesprochen wird, ergibt sich aus dem Kontext.

Eine jüngere Erklärung besagt, dass der Name aus dem berberischen BegriffTinast abgeleitet sei. Er bedeuteSchlüssel der Fruchtbarkeit und nehme Bezug auf die Fruchtbarkeit des Bodens in diesem Gebiet.[4] Eine weitere Theorie bringt den Namen mit derpunischen GöttinTanit in Verbindung und führt ins Feld, dass mehrere antike Städte nach Gottheiten benannt wurden.[5] Eine vierte Theorie bringt den Namen mit der StadtTynes in Verbindung, die vonDiodor undPolybios erwähnt wird.[6]

Gesamtansicht von Tunis

Geographie

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Satellitenbild von Tunis und Umgebung

Lage

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Tunis liegt im Norden des Landes unweit desMittelmeers. Zwischen der Stadt und demGolf von Tunis liegt derSee von Tunis, eine flache Lagune. Uhrzeit:GMT+1h.

Stadtteile und Vororte

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Die Innenstadt von Tunis mit der historischen Altstadt (Medina) und der während der Kolonialzeit angelegten Neustadt liegt zwischen demSee von Tunis und dem SeeSebkhet Sedjoumi (arabisch سبخة سيجومي).

Um die Innenstadt herum liegen die inneren Vororte: im Westen das Villen- und RegierungsviertelLe Bardo mit dem gleichnamigen Museum, im Norden das Viertel um die Belvédère-Hügel und die neueren SiedlungenEl Menzah undAriana, im Süden die IndustrieviertelMegrine undBen Arous.

Während der Kolonialzeit bauten die Franzosen einen 10 km langen Schnellstraßen- und Stadtbahndamm quer durch den See von Tunis, der als Fortsetzung derAvenue Habib Bourguiba die Innenstadt von Tunis mit der HafenstadtLa Goulette (Halk al-Wadi) verbindet. Nördlich von La Goulette reihen sich die wohlhabenden Vororte Qartāj (Carthage,Karthago) mit dem internationalenFlughafen Tunis,Sidi Bou Saïd,La Marsa undGammarth an die Küste, südöstlich liegt der BadeortHammam-Lif.

Klima

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Tunis liegt in dersubtropischenKlimazone und innerhalb des Bereichs winterfeucht-sommertrockenenMittelmeerklimas im Norden Tunesiens. DieJahresmitteltemperatur liegt bei 17,7 °C, die jährliche Niederschlagssumme beträgt 465 mm. Der überwiegende Teil dieser Niederschläge fällt im Winterhalbjahr, im Sommer herrscht einarides Klima. Die heißesten und trockensten Monate sind Juli und August mit Monatsdurchschnittstemperaturen um 26 °C. Im Januar und Februar liegt das Monatsmittel knapp über 10 °C. Die Temperatur von 49 ° Celsius[7] wurde erstmals im Sommer 2023 erreicht.

Tunis-Karthago
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
59
 
16
7
 
 
57
 
17
7
 
 
47
 
18
8
 
 
38
 
21
10
 
 
23
 
25
14
 
 
10
 
29
17
 
 
3.1
 
33
20
 
 
7.1
 
33
21
 
 
33
 
30
19
 
 
66
 
25
16
 
 
56
 
21
11
 
 
67
 
17
8
_Temperatur (°C)  _Niederschlag (mm)
Quelle:WMO 1976–2005 undNational Institute of Meteorology Tunisia; Wassertemperatur und Luftfeuchtigkeit:wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Tunis-Karthago
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Mittl. Tagesmax. (°C)15,716,518,120,724,929,032,632,729,725,220,516,723,6
Mittl. Tagesmin. (°C)7,27,48,310,413,717,320,020,819,015,511,38,213,3
Niederschlag (mm)59,357,047,238,022,610,43,17,132,565,556,066,8Σ465,5
Sonnenstunden (h/d)146160198225282309357329258258174149237,6
Regentage (d)12121195312691012Σ92
Wassertemperatur (°C)14141415172024242422191618,6
Luftfeuchtigkeit (%)76747371686462646872747770,2
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
15,7
7,2
16,5
7,4
18,1
8,3
20,7
10,4
24,9
13,7
29,0
17,3
32,6
20,0
32,7
20,8
29,7
19,0
25,2
15,5
20,5
11,3
16,7
8,2
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Quelle:WMO 1976–2005 undNational Institute of Meteorology Tunisia; Wassertemperatur und Luftfeuchtigkeit:wetterkontor.de

Wirtschaft

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Hauptprodukte der Industrie in und um Tunis sindTextilien,Teppiche undOlivenöl. DerTourismus ist eine weitere wichtige Quelle für das Einkommen der Stadt. Zudem hat in Tunis auch die erste tunesische AutomobilmarkeWallyscar ihren Sitz. Auch die nationaleWertpapierbörse – dieBourse de Tunis befindet sich in der Hauptstadt.

Wirtschaftssektoren

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Die Wirtschaftsstruktur von Tunis und des Landes ist überwiegend tertiär. Die Stadt ist das größte Finanzzentrum des Landes, in dem 65 % der Finanzunternehmen ihren Hauptsitz haben – während der Industriesektor allmählich an Bedeutung verliert. Die Sekundärindustrie ist jedoch nach wie vor stark vertreten und Tunis hat 85 % der Industriebetriebe in den vier Gouvernoraten mit einem Trend zur Ausbreitung spezialisierter Industriegebiete in den Vororten.

Die Primärindustrie wie die Landwirtschaft ist jedoch in spezialisierten landwirtschaftlichen Gebieten in den Vororten tätig, insbesondere in der Wein- und Olivenölindustrie. Das allgemein flache Gelände und die beiden Hauptflüsse in Tunesien, derMedjerda im Norden und derOued Miliane im Süden. Die Böden sind fruchtbar.[8] Tunis hat mehrere große Ebenen, die produktivsten befinden sich in Ariana und La Soukra (Norden), in der Ebene von Manouba (Westen) und in der Ebene von Mornag (Süden). Darüber hinaus ist das Grundwasser durch Bohren von Tiefbrunnen leicht zugänglich und liefert Wasser für die verschiedenen landwirtschaftlichen Kulturen. Die Böden sind schwer und enthalten im Norden Kalkstein, im Süden sind sie leichter und sandiger und enthalten Ton.[8] In der Gemeinde Tunis gibt es eine große Vielfalt: Durum wird in Manouba angebaut, Oliven und Olivenöl in Ariana und Mornag, Wein (Mornag) sowie Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte werden in allen Regionen angebaut.[8]

Verkehr

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Stadtbahn von Tunis

Tunis ist der wichtigste Knotenbahnhof der tunesischen StaatsbahnSociété nationale des chemins de fer tunisiens und wird sowohl im Fern-, Nah-, als auch im Vorortverkehr bedient. DieSociété des transports de Tunis betreibt dieStadtbahn Tunis, das 5.836 Kilometer lange städtische Busnetz sowie die VorortbahnTunis-Goulette-Marsa (TGM).Tunis hat unweit des Zentrums mit demAéroport International de Tunis-Carthage auch einen internationalen Flughafen sowie umfangreiche Hafenanlagen mit Fährverbindungen nachFrankreich (Marseille,Toulon) undItalien (u. a. nachGenua,Palermo,Salerno).

Zwischen November 1984 und Juli 1987 wurde unter dem ViertelBab Souika und dem gleichnamigen Platz ein Tunnel erstellt, der die Verkehrshauptachse des Viertels unterirdisch verlegt.[9]

Geschichte

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Antike

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Tunis ist eine der ältesten Städte am Mittelmeer. Dienumidische StadtTunes existierte bereits vor dem Eintreffen der erstenphönizischen Kolonisten im 9. Jahrhundert v. Chr. Jedoch stand Tunis in derAntike stets im Schatten des mächtigenKarthagos.

Mittelalter

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Statue des PolitikersIbn Chaldūn (1332–1406)

Erst nach derarabischen Eroberung und der Zerstörung Karthagos Ende des 7. Jahrhunderts gelangte Tunis zu überregionaler Bedeutung. Unter der Herrschaft derAghlabiden diente Tunis im 9. Jahrhundert kurzfristig als Residenz. Zu dieser Zeit entstand dieMedina mit derEz-Zitouna-Moschee.

Tunis wurde im Jahr 1159 unter der Dynastie derAlmohaden die HauptstadtIfrīqiyas und war ein führendes Handelszentrum mitEuropa. Im Jahr 1270 scheiterte ein Eroberungsversuch desfranzösischen KönigsLudwig IX. während desSiebten Kreuzzugs.

Neuzeit

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Erstmals gelangte Tunis im Jahr 1534 unterosmanische Herrschaft. Ein Jahr später wurde es vonKarl V. imTunisfeldzug erobert und unterstand danach spanischemProtektorat, bis Tunis im Jahr 1574[10] endgültig in die Hand der Osmanen fiel. Nach 1591 waren die osmanischen Gouverneure (Beys) relativ unabhängig und die Stadt wuchs als ein Zentrum vonPiraten und Handel. Ab 1609 siedelten sich zahlreiche Flüchtlinge ausal-Andalus, überwiegend Muslime aber auch vieleJuden, an und trugen zum wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung von Tunis bei.

Das Théâtre Municipal um 1900
Die Altstadt von Tunis in einer Karte von 1937
Arkade an der Avenue de France, die noch heute diesen Namen trägt

Im April 1655 war der englische AdmiralRobert Blake beauftragt worden, von den Staaten des Mittelmeers, die englische Schiffe angegriffen hatten, eine Entschädigung einzufordern. Nur derBey von Tunis widersetzte sich, mit dem Resultat, dass Blakes Schiffe das Arsenal des Beys beiPorto Farina (Ghar el Melh) angriffen, wobei sie neun algerische Schiffe und zweiKüstenbatterien zerstörten. Es war das erste Mal in der Seekriegsführung, dass Küstenbatterien außer Gefecht gesetzt wurden, ohne Landungstruppen einzusetzen. Ab 1705[10] löste sich die Kontrolle durch die Osmanen zunehmend zugunsten lokaler Machthaber. Das Land geriet in den Sog der wachsenden Staatsverschuldung, wozu persönliche Bereicherung und Unterschlagungen hoher Politiker wieMustafa Khaznadar oder der UnternehmerMahmoud Ben Ayed undNessim Samama beitrugen. Das tunesische Volk trug indes eine sehr hohe Steuerlast.[11]

Juden unterVichy auf dem Weg zurZwangsarbeit, Dezember 1942
DasHabib-Bourguiba-Denkmal kehrt ausLa Goulette auf dieAvenue Habib-Bourguiba zurück, 2016

In einen Versuch der Modernisierung des Staatswesens gründete der neue PremierministerKhayr ed-Din 1875 für Tunesier des Bürgertums dasCollège Sadiki,[10][12] das später Mitglieder der Nationalbewegung wieHabib Bourguiba[12] hervorbrachte, doch bald sah sichSadok Bey gezwungen, europäischen Interessen Vorrang zu geben. Frankreich machte Tunis nach derAnnektierung Tunesiens 1881 zum Sitz der Protektoratsverwaltung und nahm zahlreiche Veränderungen vor. Zwischen der Altstadt und dem Meer entstand eine Neustadt im europäischen Stil und der Stadthafen wurde über einen Schifffahrtskanal durch denSee von Tunis mit dem neu angelegten Hafen vonLa Goulette verbunden. Es entstandenFreimaurerlogen,[13] auch für viele Juden und Muslime.

Neben französischen Kolonisten lebten auch viele Italiener in der Stadt, meist aus dem nahenSizilien.[14] Es entstand südlich derAvenueJules-Ferry (der heutigenAvenue Habib Bourguiba) ein Stadtteil mit dem ÜbernamenPetite Sicile.[15] Nördlich diesesBoulevards zum Meer gab es ein etwas kleineresPetite Calabre von Einwanderern ausKalabrien. Die italienische Infrastruktur[15] ermöglichte ein Leben fast wie in Italien: Dies begann bei der Erziehung mit demJardin d’enfanceGaribaldi, derEcole primairePrincipe di Piemonte oder demLycée Royale gymnasialeVittorio Emanuele II und reichte mit demTeatro Rossini, derCrédit Agricole Italia, der ZeitungL’Unione oder der patriotischen VereinigungMutuo Soccorso tra gli operai in Tunisi in alle Bereiche des täglichen Lebens.

1889 führte die Befürchtung, das algerischeDécret Crémieux würde auf Tunesien ausgeweitet, zu antisemitischen Ausschreitungen der Europäer.[16] 1899 begann in Tunesien der Abbau vonPhosphat und in Tunis wurde die Infrastruktur für den Export errichtet.[12] Die Revolution derJungtürken[13] in Istanbul 1908 wurde von Muslimen und Juden ebenso rege diskutiert, wie die Forderungen vonJean Jaurès[13] nach einem verantwortungsvollenKolonialismus.

Vor demErsten Weltkrieg wurde das Protektorat von Muslimen und Juden zwar kritisiert, aber noch kaum grundsätzlich in Frage gestellt.[13] Doch löste das Ansinnen der Verwaltung, denFriedhof Djellaz[12] in ihre Register einzubeziehen, 1911 Unruhen seitens der muslimisch-tunesischen Bevölkerung aus. Dabei starben acht Italiener und Franzosen. Über die Zahl der bei der Niederschlagung des Aufstands getöteten Tunesier fehlen offizielle Angaben. In der Folge wurden sieben Demonstranten zum Tode verurteilt. Ein Straßenbahnunfall mit dem Tod eines Kindes führte 1912 zum Streik der tunesischen Straßenbahner,[12] sie forderten gleichen Lohn wie für Ausländer. Der 1911 sofort ausgerufene Ausnahmezustand wurde erst 1921[12] wieder aufgehoben.

1924 wurde dieConfédération générale des travailleurs tunisiens (CGTT) gegründet.[12] In der Mitte der 1920er Jahre erlebte Tunis eine Streikwelle. Eine Krise der Landwirtschaft mit einer Ungleichbehandlung subventionierter Kolonistenbetriebe für Weizen und nicht-subventionierter einheimischer Olivenbauern verstärkte die sozialen Gegensätze.[12] Die Regierung desFront populaire in Paris zeigte sich Verhandlungsbereit, doch die Siedler (colons) beharrten auf Kompromisslosigkeit. Im April 1938 kam es in Tunis zu Massendemonstrationen, nachdem in den Bergbaugebieten 23[12] Arbeiter von Polizei und Armee erschossen worden und 20 Unabhängigkeitspolitiker verhaftet worden waren. Vor dem Justizpalast in Tunis erschoss die Polizei 22[12] Demonstranten. ImZweiten Weltkrieg war Tunis von denAchsenmächten von November 1942 bis Mai 1943 besetzt und die letzte Basis desAfrikakorps unterErwin Rommel. Bereitwillig half ihmJean-Pierre Esteva, der französischeGeneralresident in Tunis, der ihm die Erlaubnis[17] erteilt hatte, in Tunesien an Land zu gehen. Am 18. März 1945[18] wurde derKollaborateur wegen Verrats verurteilt.

Nach derUnabhängigkeit Tunesiens im Mai 1956 wanderten die meisten Europäer aus, die zuvor noch fast ein Viertel der Einwohnerschaft ausgemacht hatten. Zugleich führte dieLandflucht zu einem großen Bevölkerungszuwachs und dem Bau von zahlreichen Neubaugebieten. Eine führende Rolle in der neu eingeführtenRepublik hatten die GewerkschaftUnion Générale Tunisienne du Travail (UGTT) und die ParteiNeo-Destur.[19] Anfang 1964 kam es zur entschädigungslosenEnteignung[12] des Landbesitzes von Staatsbürgern Frankreichs, Italiens, Maltas und der Schweiz. Im Oktober 1963 hatte nach derBizerte-Krise schließlich der letzte französische Soldat das Land verlassen, die bürgerliche Gesellschaftsschicht blieb jedoch kulturell stets eng mit Frankreich verbunden.[12] Tunis unterlag, wie das ganze Land, der dreißigjährigen politischen Alleinherrschaft des UnabhängigkeitspolitikersHabib Bourguiba.

Die heute von Sicherheitskräften schwer bewachte Synagoge
2021: Demonstration zugunsten derPalästinenser im Regierungsviertel
Die Avenue Habib-Bourguiba kann sich rasch mit Demonstranten füllen, hier eine Menschenmenge amErsten Mai 2012

1967 eröffnete der BuchladenAl Kitab,[20] der heute auch inLa Marsa vertreten ist. Er ist eine auch für die Mächtigen unumgängliche Adresse.[21][22] Die Bildungsschicht kauft dort, was in Paris neu erscheint. 1976 sollte sie dieTunesische Liga für Menschenrechte gründen.Frauenrechte hatten im politischen Programm Bourguibas hohe Priorität, doch verstärkte sich die Repression gegenLinke undIslamisten.[19] Das Thema desisraelisch-palästinensischen Konflikts, immer präsent, unterliegt strenger Kontrolle – zu rasch könnten auch andere Forderungen laut werden – betraf zuletzt dasInstitut français.[23][24] 1965 schlug Tunesien als erster arabischer Staat Verhandlungen mit Israel vor.[25] Das Jahr 1969 indes brachte antiisraelische Demonstrationen, die in Ausschreitungen und die Zerstörung der Großen Synagoge mündeten, was Bourguiba entschieden verurteilte.[26] 1979 bis 1990 hatte dieArabische Liga ihr Hauptquartier in Tunis, ebenso wie von 1982 bis 1993 die palästinensischePLO. 1985 wurde ihr Sitz im südlichen Strandbad Hammam Plage (Hammam Schatt) in der sogenanntenOperation Wooden Leg von derisraelischen Luftwaffe bombardiert, 73[25] Menschen, davon 12[25] Tunesier, wurden getötet. GegenChalil al-Wazir schlug Israel 1988 zu.[25] 2003 bis 2014 war der Sitz derAfrikanischen Entwicklungsbank[27] in Tunis.

Der alternde Bourguiba wurde 1987 vonZine el-Abidine Ben Ali zur Seite geschoben.[28] Er bereicherte sich mit seiner FrauLeïla Trabelsi und ließKorruption zu. Ben Ali liberalisierte die Wirtschaft und verstärkte denPolizeistaat.[19] Opposition leisteten junge Blogerinnen wieLina Ben Mhenni (1983–2020) oderAmira Yahyaoui und politisierte Fußballfans.[28] Mit derJasminrevolution in Tunesien 2010/2011,[19] stand Tunis im Mittelpunkt desArabischen Frühlings. Als der Jugend die demokratische Initiative entglitt, setzten sich altesäkulare Eliten gegen die islamistischeEnnahda durch.[28] Probleme sind dieJugendarbeitslosigkeit und dieAbwanderung qualifizierter Arbeitskräfte einerseits, ein antimoderner und teilweise gewaltbereiter Islamismus andererseits,[19] wie dasAttentat auf das Nationalmuseum im Jahr 2015 zeigt.

Tunis musste einen empfindlichen Rückgang desTourismus hinnehmen.[19] Während deremanzipatorische Fortschritt der Bourguiba-Jahre stark nachwirkt, bleibt die tunesische Gesellschaft insgesamt aber konservativ.Queere Menschen leben ihre Neigung im Verborgenen, da der StaatHomosexualität unter Gefängnisstrafe stellt.[29] Aktuell wird diskutiert, wie afrikanisch Tunesien ist. Dass es ein Publikum für AfrikasPopkultur gibt, zeigt der Auftritt vonNomcebo Zikode[30] im Juli 2022 in Tunis. Viele Immigranten ausSubsahara-Afrika leben unter schwierigsten Bedingungen, die humanitäre Arbeit desUNHCR wird erschwert.[31] Hauptbrennpunkt der Gewalt gegen Immigranten istSfax im Süden. Legal eingereiste Menschen mit abgelaufenem Visum sind verschuldet,[27] weil sie die Ausreisegebühren nicht bezahlen können. Es gab eine Reihe polizeilich gedeckterrassistisch motivierter Angriffe gegenSchwarze.[27] Im aktuellen politischen Diskurs Tunesiens kursiert die diffuse Behauptung, der „arabische“ Charakter Tunesiens sei bedroht. Der ehemalige RechtsprofessorKais Saied, der der Verschwörungstheorie vom „Großen Austausch“ anhängt,[31] erhebt einen neuen Anspruch auf Alleinherrschaft über Tunis und Tunesien.[32][33]

Bevölkerungsentwicklung der Agglomeration laut UN

JahrEinwohnerzahl[34]
1950472.000
1960588.000
1970761.000
19801.047.000
19901.472.000
20001.769.000
20102.014.000
20172.254.000

Stadtbild

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Die Ez-Zitouna-Moschee
Bab el Bhar (Hafentor)
Place de la Victoire in der Innenstadt von Tunis

Das Stadtbild von Tunis ist geprägt vom starken Kontrast zwischen der orientalischen Altstadt und der europäisch anmutenden Neustadt. Die Altstadt (Medina) wurde im 9. Jahrhundert von denAghlabiden angelegt und im 13. Jahrhundert von denHafsiden umgestaltet. Sie gehört seit 1979 zumUNESCO-Welterbe.[35] Die heute von etwa 20.000 Menschen bewohnte Medina hat eine Ausdehnung von 1500 m × 800 m und zeigt den üblichen Aufbau arabischer Altstädte mit einem unregelmäßigen Netz aus verwinkelten Gassen. Im Zentrum der Medina steht dieEz-Zitouna-Moschee, nach derGroßen Moschee von Kairouan die wichtigste Moschee Tunesiens. Die Ez-Zitouna-Moschee geht im Kern auf das 9. Jahrhundert zurück, wurde jedoch mehrfach umgebaut und erweitert. Rings um die Moschee erstreckt sich das Marktviertel. Traditionell ist jeder derSouks (Marktgassen) einem bestimmten Wirtschaftszweig zugeordnet, z. B. den Parfümhändlern (Souk el Attarine), Schuhhändlern (Souk el Blaghija) oder Stoffhändlern (Souk des Étoffes). Der zentrale Bereich der Souks ist heute stark auf den Tourismus eingestellt, die Marktgassen in den Randbereichen der Medina werden jedoch vornehmlich von den einheimischen Bewohnern frequentiert.

DerPlatz des Sieges(Place de la Victoire) mit dem ehemaligen Stadttor (Porte de France, arab.Bab el Bhar ‚Hafentor‘) liegt an der Grenze zwischen Altstadt (Medina) und Neustadt (Ville Nouvelle). Die Neustadt liegt zwischen der Medina und demSee von Tunis und wurde im 19. Jahrhundert von den Franzosen angelegt. Die Straßen bilden ein regelmäßiges Schachbrettmuster und auch die Architektur der Gebäude mutet europäisch an. Hauptachse der Neustadt ist die über 1,5 km lange PrachtstraßeAvenue Habib Bourguiba, die von Geschäften, Cafés und Hotels gesäumt wird.

Etwa vier Kilometer westlich der Innenstadt liegt der ehemalige VillenvorortLe Bardo. Hier befindet sich der von denHafsiden im 15. Jahrhundert angelegte und von den türkischenBeys erweiterte Palastbezirk. Die Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Residenz des Beys beherbergt heute das tunesischeParlament. In den Räumen des ehemaligenHarems ist dasNationalmuseum von Bardo untergebracht.

Siehe auch:Paläste von Tunis

Städtepartnerschaften

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Söhne und Töchter der Stadt

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Hauptartikel:Liste von Söhnen und Töchtern der Stadt Tunis

Literatur

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  • Paul Sebag:Tunis. Histoire d’une ville.Éditions L’Harmattan, Paris 1998,ISBN 2-7384-6610-9.
  • Horst-Günter Wagner:Die Altstadt von Tunis: Funktionswandel von Handwerk und Handel 1968–1995. In:Petermanns Geographische Mitteilungen (PGM). Bd. 140, 1996, Heft 5+6, S. 343/65.
  • Horst-Günter Wagner:Die Souks in der Medina von Tunis. Versuch einer Standortanalyse von Einzelhandel und Handwerk in einer nordafrikanischen Stadt. Schriften d. Geogr. Instituts der Universität Kiel, Bd. 38, 1973, S. 99–142.

Weblinks

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Commons: Tunis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Tunis – Reiseführer
Wiktionary: Tunis – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. Volkszählung 2004. Institut National de la Statistique - Tunisie (französisch)
  2. Tunisia: Tunis 1st Maghreb city in quality of living, 5th Arab. In: African Manager. 29. Februar 2016, abgerufen am 19. Januar 2018. 
  3. abPaul Sebag:Tunis : histoire d’une ville. L’Harmattan, Paris 1998,ISBN 978-2-7384-6610-5,S. 54 (französisch). 
  4. Mohsan Elkbir:Analyse sémio-linguistique des noms propres dans les proverbes libyens. Université de Lorraine, Metz 2015,S. 158 (französisch). 
  5. Adrian Room:Placenames of the World: Origins and Meanings of the Names for 6,600 Countries, Cities, Territories, Natural Features, and Historic Sites. McFarland, Jefferson 2006,ISBN 0-7864-2248-3,S. 385 (englisch). 
  6. John C. Yardley (Übersetzer):Hannibal’s War: Books Twenty-one to Thirty. Oxford University Press, Oxford 2006,ISBN 0-19-283159-3,S. 705 (englisch). 
  7. Sonia Le Gouriellec:Afriques : idées reçues sur un continent composite (= Collection idées reçues). Éditions Le Cavalier Bleu, Paris 2025,ISBN 979-1-03180736-2,S. 128. 
  8. abcPaul Sebag:Tunis. Histoire d’une ville. Éditions L’Harmattan, Paris 1998,ISBN 2-7384-6610-9, S. 13, 40 ff.
  9. Coup de cœur: L'historique de Bab Souika. Auf: L'instant M.
  10. abcJohn Iliffe:Popoli dell’Africa – Storia di un continente. 5. Auflage.Nr. 140. Bruno Mondadori Editore, Milano 2007,ISBN 978-88-6159-409-8,S. 216 f., 303 (Originalausgabe: Africans. The History of a Continent. Cambridge University Press, 1995, 2007). 
  11. Khemais Boulakbech:Khaznadar, Ben Ayed, Samama: Du pillage à la colonisation. In:Nawaat – Magazine trimestriel alternatif.Nr. 12. Tunis Juli 2024,S. 28–31. 
  12. abcdefghijklWalter Schicho:Handbuch Afrika – Nord- und Ostafrika.Band 3/3. Brandes & Apsel Verlag / Südwind, Frankfurt am Main 2004,ISBN 3-86099-122-1,S. 108–112. 
  13. abcdBenjamin Stora:La condition des Juifs au Maghreb colonial. In: Sylvie Anne Goldberg (Hrsg.):Histoire juive de la France. Éditions Albin Michel/Centre national du livre/Fondation du Judaïsme Français, Paris 2023,ISBN 978-2-226-44803-3,S. 528–535, hier S. 533. 
  14. John Julius Norwich:Histoire de la Sicile – De l’Antiquité à Cosa Nostra. In:Collection texto. Éditions Tallandier, Paris 2018,ISBN 979-1-02104476-0,S. 502 (Originalausgabe:Sicily. A short history from the Greeks to Cosa Nostra. John Murray, London 2015; übersetzt von Denis-Armand Canal). 
  15. abGabriele Montalbano:Les Italiens de Tunisie : La construction d’une communauté entre migrations, colonisations et colonialismes (1896–1918) (= Collection de l’École française de Rome).École française de Rome, Roma 2023,ISBN 978-2-7283-1585-7,S. 123. 
  16. Georges Bensoussan:Juifs en pays arabes – Le grand déracinement, 1850–1975. Hrsg.: Denis Maraval (= Collection Texto). 2. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2021,ISBN 979-1-02105090-7,S. 534. 
  17. Jérémie Halais:Chroniques de la Libération : du Débarquement à Nuremberg. Éditions Larousse, Paris 2025,ISBN 978-2-03-607628-0,S. 224 f. 
  18. Jean-Christophe Buisson:1945. Éditions Perrin, Paris 2024,ISBN 978-2-262-10332-3,S. 86 f. 
  19. abcdefÉmilie Aubry, Frank Tétart:Die Welt der Gegenwart – Ein geopolitischer Atlas. Übersetzt von Anna Leube und Wolf Heinrich Leube. Verlag C. H. Beck/Arte Éditions, München/Paris 2024,ISBN 978-3-406-81404-4,S. 175 f. 
  20. Al Kitab est au service du livre et de la culture depuis plus de 50 ans en Tunisie, et maintenant dans le monde sur le web. Al Kitab, abgerufen am 8. Oktober 2024. 
  21. Najla Ben Salah:Discours de Kais Saied: L’arme politique du dénigrement. In:Nawaat – Magazine trimestriel alternatif.Nr. 12. Tunis Juli 2024,S. 38–41. 
  22. Kais Saied hat am 2. Mai 2023 mit beabsichtigter Öffentlichkeitswirkung und unter hohem Sicherheitsaufgebot die Buchhandlung Al Kitab besucht, um sich gegen den Vorwurf der Zensur zu verteidigen, nachdem einige Werke vonKamel Riahi von der tunesischen Buchmesse abgezogen worden waren.
  23. Meryem Belkaïd:Bras de fer mondial autour de la colonialité d’Israël – L’histoire du sionisme, enjeu de la bataille politique. In:Revue du Crieur.Nr. 25. Éditions La Découverte/Mediapart, Paris 2024,ISBN 978-2-348-08543-7,S. 30–41, hier S. 37 ff. 
  24. Seif Soudani: Palestine. Le mur de l’Institut français de Tunis au centre d’une controverse. In: Le Courrier de l’Atlas. 25. Oktober 2023, abgerufen am 19. Juni 2025. 
  25. abcdJean-Pierre Filiu:Comment la Palestine fut perdue – Et pourquoi Israël n’a pas gagné : Histoire d’un conflict (XIXe–XXIe siècle). Éditions du Seuil, Paris 2024,ISBN 978-2-02-153833-5,S. 125, 226 f., 244. 
  26. Michel Abitbol:Histoire d’Israël (= Marguerite de Marcillac [Hrsg.]:Collection Tempus.Nr. 936). 2. Auflage. Éditions Perrin, Paris 2024,ISBN 978-2-262-10643-0,S. 505. 
  27. abcThierry Brésillon:Unerwünscht in Tunesien. Übersetzt von Jakob Farah. In:Le Monde diplomatique.Nr. 05/29.TAZ/WOZ, 11. Mai 2023,ISSN 1434-2561,S. 15 (monde-diplomatique.de). 
  28. abcJakob Krais:Geschichte des Nahen Ostens. Von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart (= C H. Beck Wissen.Nr. 2964). C. H. Beck, München 2025,ISBN 978-3-406-82951-2,S. 111 ff. 
  29. Hannah Mara Schmitt: Heimlich aus der Reihe tanzen. In: Die Tageszeitung. 4. Oktober 2024, abgerufen am 4. Oktober 2024. 
  30. Jean-Christophe Servant:Frommer Pop aus Afrika. Übersetzt von Birgit Bayerlein. In: Jakob Farah, Dorothee D’Aprile (Hrsg.):Le Monde diplomatique.Nr. 07/29.TAZ/WOZ, 13. Juli 2023,ISSN 1434-2561,S. 19 (monde-diplomatique.de). 
  31. abCathy Macherel: Familie kämpft um Freilassung: «Er hat 35 Kilo abgenommen»: 81-jähriger Schweizer NGO-Leiter sitzt in Tunesien im Gefängnis. In: Tages-Anzeiger. 26. Juli 2025, abgerufen am 26. Juli 2025. 
  32. Mirco Keilberth: Zivilgesellschaft am Boden. In: Die Tageszeitung. 4. Oktober 2024, abgerufen am 4. Oktober 2024. 
  33. Ziad Majed:Le Proche-Orient, miroir du monde : Comprendre le basculement en cours. Éditions La Découverte, Paris 2025,ISBN 978-2-348-08973-2,S. 202. 
  34. World Urbanization Prospects - Population Division - United Nations. Abgerufen am 23. Juli 2018. 
  35. UNESCO World Heritage Centre: Medina of Tunis. Abgerufen am 22. August 2017 (englisch). 
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