Tripolis
طرابلس Tripoli Tripolis | ||
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Koordinaten | 32° 53′ N,13° 10′ O32.88333333333313.166666666667Koordinaten:32° 53′ N,13° 10′ O | |
Basisdaten | ||
Staat | Libyen | |
Schaʿbiyya | Tripolis | |
ISO 3166-2 | LY-TB | |
Fläche | 250 km² | |
Einwohner | 1.176.000(2022) | |
Dichte | 4704 Ew./km² | |
![]() Innenstadt von Tripolis: Central Business District mit denDhat El Emad Towers. |

Tripolis (arabisch طرابلس,DMGṬarābulus,tamazight ⵟⵔⴰⴱⵍⵙṬrabls,griechischΤρίπολις‚drei Städte‘,lateinischOea,italienischTripoli) ist die HauptstadtLibyens.
Tripolis ist der politische, wirtschaftliche und kulturelle Mittelpunkt sowie Verkehrsknotenpunkt des Landes. Zur Unterscheidung von der im Arabischen gleichlautendenlibanesischen StadtTripoli wird Tripolis im Arabischen oft auchTarābulus al-gharbiyya / طرابلس الغربية / ‚Westliches Tarabulus‘ genannt.
Geographie
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Die Stadt liegt im Nordwesten des Landes amMittelmeer, durchschnittlich 84 Meter über demMeeresspiegel. Das Stadtgebiet von rund 250 Quadratkilometern erstreckt sich etwa 40 km längs der Küste bei einer Bebauungstiefe von drei bis zehn Kilometer.
Klima
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Tripolis befindet sich in der subtropischenKlimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 20,5 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge 334 Millimeter im Mittel.
Der wärmste Monat ist der August mit durchschnittlich 27,7 Grad Celsius, der kälteste der Januar mit 13,4 Grad Celsius.
Der meiste Niederschlag fällt im Monat Dezember mit 67,5 Millimetern im Mittel. Zwischen Juni und August fällt fast kein Niederschlag.[1]
Tripolis | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Tripolis
Quelle:wetterkontor.de |
Geschichte
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Altertum
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Die Stadt Tripolis wurde im7. Jahrhundert v. Chr. von denPhöniziern unter dem NamenOea gegründet. Im antiken Griechenland wurde die Region der drei Städte Oea,Sabratha undLeptis Magna „Drei Städte“ (griechischΤρίπολις) genannt. Später ging der Name der Region auf die größte dieser drei Städte über. Tripolis bildete im Altertum ein mittelbares GebietKarthagos, die sogenannteRegio Syrtica.
Nach demzweiten Punischen Krieg wurde es von den RömernNumidien überlassen und nach dessen Unterwerfung derrömischen ProvinzAfrica zugeschlagen. UnterSeptimius Severus wurde im3. Jahrhundert n. Chr. die Provincia Tripolitana mit Oea als Hauptstadt gebildet, auf die sodann der Name Tripolis überging. Die wirtschaftliche Blütezeit endete mit dem Niedergang des Römischen Reichs.
Nach Einfällennomadischer Völker und derVandalen sank die Bevölkerung von etwa 30.000 auf 7.000 Menschen.
Mittelalter
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Nach derIslamischen Expansion der Araber im7. Jahrhundert teilte Tripolis die Geschicke derBerberei. 1146 eroberten dieNormannen Tripolis und installierten dort die Familie derIbn Matruh alsVasallen. Diese rebellierte 1158 und unterwarf sich 1160 der Herrschaft derAlmohaden. 1228 stellte sich die Stadt unter die Herrschaft derHafsiden. Die Kontrolle der Almohaden und Hafsiden über Tripolis war zumeist nominell. Die Stadt blieb oft den Bedrohungen durch die umliegenden Stämme und europäischen Invasoren ausgeliefert. 1324 erlangten dieBanu Thabit die Herrschaft über Tripolis. 1354 plünderte der GenoeseFilippo Doria mit einer Flotte die Stadt und verkaufte diese anAhmad bin Makki, der sich unter die Oberherrschaft derMeriniden stellte. Die Banu Thabit konnten 1370 die Herrschaft zurückerlangen. 1401 gelangte Tripolis wieder unter die Herrschaft der Hafsiden. 1460 rebellierte ein lokaler Scheich namens Mansur gegen die Hafsiden. Er und seine Nachkommen herrschten über Tripolis bis 1510, als die Stadt vom spanischen GrafPietro von Navarra erobert und ein spanischer Statthalter eingesetzt wurde. KaiserKarl V. überließ sie 1530 denJohannitern alsLehen.
1551 wurde Tripolis vonOsmanen unterTurgut Reis (Dragut) erobert, der daraufhin vom Sultan zumBey von Tripolis ernannt wurde. Tripolis wurde zur Provinz des Osmanischen Reichs, die von einem Statthalter regiert wurde, der den örtlichen Titel eines Bey trug. Der verfügte über eine Verwaltung aus lokalen osmanischen Beamten und ein Korps vonJanitscharen, die inAnatolien rekrutiert wurden.Qādī war einHanafit, obwohl die meisten BewohnerMālikiten waren. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts rissen die lokalen Janitscharen die Macht an sich und ihr gewählter Sprecher, derDey, teilte sie sich mit dem Statthalter. Tripolis konnte wegen fehlender Ressourcen kein Heer unterhalten, es gab kaum landwirtschaftliche Flächen, seine wenigen Städte waren klein. Es unterhielt aber eine Kriegsmarine, die für Kaperunternehmen gegen die Handelsschifffahrt europäischer Staaten verwendet wurde.[2] Die Militärkommandanten der„Piraten der Barbarenküste“ bildeten in Tripolis wie auch in der osmanischen ProvinzTunis eigeneDynastien, waren aber keine unabhängigen Monarchen, sondern wurden weiterhin vom osmanischen Sultan eingesetzt. Eine soziale Elite, dieKuloğlu,[3] entstand aus der Verbindung von Janitscharen mit libyschen Frauen. 1635[4] wurdeBengasi eine Besitzung von Tripolis. 1685[3] wurde die Stadt von der französischen Flotte bombardiert.
Neuzeit
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]1711 machte sich der türkischePascha Ahmad Qaramanli (der Große) fast unabhängig von derHohen Pforte, indem er nur noch Tribut zahlte, und begründete die Dynastie derQaramanli (1711–1835). Der 1728 unternommene Kriegszug der Franzosen gegen Tripolis endete mit der fast gänzlichenZerstörung der Stadt. 1801 kam es wegen des Seeräuberunwesens zumAmerikanisch-Tripolitanischen Krieg. Erst die französische EroberungAlgiers 1830 machte der auch von Tripolis ausgehenden Seeräuberei ein Ende.
1835 sah sich diePforte durch die in Tripolis herrschende innere Zerrüttung zum Einschreiten veranlasst und machte der Herrschaft der Familie Karamanli ein Ende, worauf Tripolis alsEyâlet (1866Vilâyet) demOsmanischen Reich einverleibt wurde. Tripolis erwies sich für die osmanischenSteuerpächter als ein einträglicher Handelsplatz,[5] der noch 1881 Sklaven mit bis zu 400 %[5] Gewinnmarge überAlexandria[5] nachIstanbul exportierte, auch wenn ein osmanischerFerman den Sklavenhandel offiziell bereits im Januar 1857[6] verboten hatte. Die europäische Kolonisierung Subsahara-Afrikas brachte denKarawanenhandel nachTripolitanien zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Erliegen.[5] Damit endete spätestens um 1911[6] auch der Sklavenexport via dieKyrenaika.
Moderne
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]1901[7] gab es Proteste gegen die Einberufung zum Militärdienst, die in antijüdische Übergriffe ausarteten. Zur Überraschung[7] der Juden beendete der Gouverneur die Übergriffe mit Gewalt. ImItalienisch-Türkischen Krieg wurde Tripolis 1911 von Italien besetzt. Dabei trat Italien mit dem Anspruch an, die Libyer vomtürkischen Joch[5] befreien zu wollen. Dessen ungeachtet leistete die Bevölkerung zunächst jedoch starken Widerstand. Den brutalen Krieg gegen die Zivilbevölkerung beschriebGottlob Krause[5] im Herbst 1911 ausführlich für dasBerliner Tageblatt aus Tripolis:
„Die Italiener sind zwar nach den Worten ihrer Proklamationen zu dem Zweck in dies ihnen nicht gehörende Land gekommen, diese arme Bevölkerung zu ‚erlösen‘, sie vom türkischen ‚Joch‘ zu befreien, aber diese ‚Erlösung‘ ist für nicht wenige der Tod, für alle Jammer und Angst, für viele Elend und Hunger.“[5]
ImErsten Weltkrieg suchten auch Libyer Arbeit in FrankreichsDétachements des travailleurs coloniaux, so beispielsweise der um 1877 geborene Tripolitaner Mabrouk ben Mohamed Boubila,[8] der am 14. Februar 1918 in Paris von spanischen Arbeitern erstochen wurde. Unter dem italienischen Kolonialregime, ab Oktober 1922faschistisch und unter dem Kommando des GouverneursGiuseppe Volpi,[5] kam es zu massiven Versuchen derItalianisierung durch forcierte Zuwanderung undAssimilierung; zeitweilig zählte die Stadt etwa ein Drittel italienischer Bevölkerung. Diese kamen meist ausSizilien[5] oder waren Tunesien-Italiener.[5] Unter dem Einfluss der faschistischen Anwerbung gelang schließlich 1938,[9] im propagandistisch aufbereiteten Einzug derVentimilla[9] – von 20.000[9] italienischen Siedlern –, auch die Ansiedlung von Norditalienern.[5] Die Italiener ließen für den schnellen Truppentransport die KüstenstraßeLa Litoranea[5] errichten.
1931 beherrschten 5 %[10] der Muslime Libyens Italienisch mündlich und schriftlich. Juden in Tripolis beherrschten es zu 44 %.[10] Mit 5,5 % lag ihr Bevölkerungsanteil im arabischen Vergleich relativ hoch.[11] Viele nahmen dieitalienische Staatsbürgerschaft an.[12] Sie lebten traditionell in den Stadtteilen Hara al-Kabira[10] und Hara al-Saghira,[10] doch hatten bis 1917 bereits 40 %[10] Wohnsitz außerhalb davon genommen. Ab 1938 galten dieLeggi razziali.[11] Im August 1942 bauten die Faschisten das LagerSidi-Azzaz[7] 150 km östlich von Tripolis. Ein anderes Lager war inGiado.[11] Alle männlichen Juden von 15 bis 45 Jahren wurden dorthin deportiert,[7] nachdem sie sich ab Anfang Juli 1942 zur Zwangsarbeit hatten registrieren müssten. Am 23. Januar 1943[7] nahmen Truppen unter dem Kommando vonBernard Montgomery[7] Tripolis ein. 1945 kam es zum antisemitischenPogrom von Tripolis, wobei etwa 140 Juden starben. Einweiterer blutiger Pogrom folgte 1948.
ImZweiten Weltkrieg hatten britische Truppen am 23. Januar 1943 die Stadt besetzt. ImVertrag von Benghazi[5] wurde den USA ab 1954 der StützpunktWheelus Field[5] (Mellaha) nahe Tripolis zugesichert. Nach der Unabhängigkeit 1951 unter KönigIdris und der Bildung eines Einheitsstaates wurde Tripolis 1963 Hauptstadt des Landes. Die wirtschaftlich dominierende Rolle der italienischen Minderheit blieb von diesen politischen Veränderungen zunächst weitgehend unberührt. Nach der Machtübernahme durch das libysche Revolutionsregime im Sommer 1969 verließen bis Oktober 1970[5] die verbleibenden Italiener die Stadt. Symbolhafte bauliche Veränderungen, wie der Umbau derKathedrale von Tripolis zu einer Moschee, oder die Verstaatlichung der Filialen der Banco di Roma[5] und Banco di Napoli[5] verdeutlichten die neuen Machtverhältnisse. Langfristig installierte sichMuammar al-Gaddafi als Alleinherrscher über Tripolis und ganz Libyen.
1964[5] wurden antiisraelische Demonstrationen von der Polizei niedergeschlagen. Bei Ausbruch desSechstagekriegs kam es 1967[5] zu Übergriffen und Zerstörungen gegen Ausländer und die verbleibenden libyschen Juden. Durch die Erdölexporte finanziert, verfügte Tripolis über eines der höchsten materiellen Lebensniveaus in Afrika. Auf dem Militärgelände2. März[13] und inBeni Walid[13] wurde in den 1980er Jahren dieIslamische Legion ausgebildet. 1986 war die Stadt in der sogenanntenOperation El Dorado Canyon Ziel US-amerikanischer Luftangriffe, die von der US-Regierung als Vergeltung für die vermeintliche Unterstützungterroristischer Aktivitäten durch Libyen befohlen wurden. Aus Protest gegen dieOslo-Abkommen[14] wurdenPalästinenser 1993 ausgewiesen.
Bürgerkrieg 2011
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Während deslibyschen Bürgerkriegs war die Stadt bis zu ihrer Eroberung durch libysche Rebellen im August 2011 fest im Griff der Gaddafi-Regierung, die dort auch ihren Hauptsitz hatte. Demonstrationen wie im östlichen Landesteil wurden schnell aufgelöst. Im Laufe desinternationalen Militäreinsatzes war Tripolis daher mehrfach Bombenangriffen derNATO ausgesetzt.
Tripolis wurde nach dem Ende des Bürgerkrieges von Milizen beherrscht. Genannt wurden meist:[15][16]
- der Revolutionsrat von Tripolis unterAbdullah Naker (auch Abdullah al-Zintani), der den Brigaden vonSintan zugerechnet wird. Seine Einheiten kontrollierten denTripoli International Airport bis zu seiner Übergabe an die Regierung im April 2012.[17] Nakar hat angekündigt, einepolitische Partei zu gründen.[18]
- die Einheiten des Militärrats von Tripolis unterAbd al-Hakim Balhadsch, dem ehemaligen Anführer derLibyschen Islamischen Kampfgruppe. Balhadsch wird finanzielle Unterstützung aus demEmirat Katar nachgesagt.[19][20]
- die Einheiten des Militärrates vonMisrata
- die Einheiten derLibyschen Armee, die zunächst von StabschefKhalifa Haftar geführt wurden. Am 3. Januar wurde Haftar durch Yousef al-Manqoush abgelöst.[21] Haftar hatte die Entwaffnung der Milizen vorangetrieben, soll dabei aber zu sehr an seiner eigenen Macht interessiert gewesen sein. Al-Manqoush hat gute Verbindungen zu VerteidigungsministerUsama al-Dschuwaili, der das Militärkomitee von Sintan anführt, das seinerseits mit dem Revolutionsrat von Tripolis in Verbindung steht.[22]
Bürgerkrieg seit 2014
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Nach Ausbruch desneuen Bürgerkrieges in Libyen wurde die Stadt im September von denMilizen der Gegenregierung eingenommen. Seitdem fungiert sie als Sitz der Gegenregierung und des von ihr wieder eingesetzten alten Parlamentes. Im Sommer und Herbst 2014 wurde die Stadt Ziel von Luftangriffen durch die Streitkräfte General Haftars, Ägyptens und den Streitkräften der Vereinigten Arabischen Emirate. Im Zuge des Friedensprozesses unter Leitung der UN wurden die Luftangriffe auf Tripolis vonseiten der international anerkannten Regierung zunächst ausgesetzt.
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Einwohnerentwicklung seit 1970 ist zum Teil auf Eingemeindungen zurückzuführen. Durch den Bürgerkrieg ist eine deutliche Abnahme zu verzeichnen, 2021 lebten hier nur noch 1,17 Millionen Menschen.[23]

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Stadtbild
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Museen
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Zu den zahlreichenMuseen der Stadt gehören:
- Naturhistorisches Museum
- Archäologisches Museum
- Ethnographisches Museum
- Epigraphisches Museum: mit Schriften aus der phönizischen, römischen und byzantinischen Periode
- Islamisches Museum
Bauwerke
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Bedeutende Bauwerke in Tripolis sind:
- römischerEhrenbogen, errichtet für KaiserMarcus Aurelius um 180 n. Chr.
- MoscheeQaramanli
- Moschee Gurgi
- spanische Hafen-Festung aus dem 16. Jahrhundert
- ehemaligeKathedrale von Tripolis: Das Gebäude wird heute als Moschee genutzt und trägt den NamenGamal Abdel Nassers.
- ehemaligerGouverneurspalast in der Gaddafi-Ära, umgewandelt in das Museum der Dschamahirija
Friedhof
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Auf dem 2012 angelegten FriedhofBir al-Osta Milad sind zahlreiche namenlose, auf ihrerFlucht nach Europa ertrunkene Menschen, deren Leichen vor der libyschen Küste angespült wurden, beigesetzt.
Wirtschaft
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Baumaterial,Nahrungsmittel,Textilien, Kleidung undTabakprodukte werden in der Stadt hergestellt. Im Nutzfahrzeugsektor ist dieTrucks and Bus Company mit einem Zweitwerk in Tripolis ansässig. Durch die Position als Marktführer im Inland ist das Unternehmen zudem einer der wichtigen Arbeitgeber in der Region.
In einer Rangliste der Städte nach ihrer Lebensqualität belegte Tripolis im Jahr 2018 den 218. Platz unter 231 untersuchten Städten weltweit.[24]
Verkehr
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]In Tripolis kreuzen sich zwei transafrikanische Straßenrouten:
- Trans-African Highway
(TAH 1),Kairo-Dakar-Highway
- Trans-African Highway
(TAH 3),Tripolis-Windhoek-(Kapstadt)-Highway
Die größte Stadt in Libyen verfügt gleichzeitig über dessen wichtigsten Hafen und ist Zentrum des Handels und der Produktion des Landes. Der internationaleFlughafen Tripolis liegt 34 km südlich des Zentrums. Seine Kapazität (2007: 1,5 Millionen Passagiere) soll demnächst durch 2 neue Terminals auf 20 Millionen Passagiere erweitert werden.
Bildung
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]In Tripolis befinden sich dieUniversität Tripolis (ehemals Al-Fatih-Universität),Hochschule für Kunst und Kunsthandwerk, Hochschule fürElektronik, Hochschule für Technologie und die Hochschule fürTelekommunikation.
In der Stadt sind auch die Nationalarchive mit einer großen Sammlung von Dokumenten zur Geschichte von Tripolitanien und die Regierungsbibliothek untergebracht.
Sport
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]DerGrand Prix von Tripolis wurde 1925 bis 1930 in Tripolis und von 1933 bis 1940 auf demAutodromo della Mellaha ausgetragen.
1976 fand in Tripolis dieSchachgegenolympiade 1976 statt.
Söhne und Töchter der Stadt
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Abd al-Hakim Balhadsch (* 1966), Anführer der Terrororganisation Libysche Islamische Kampfgruppe
- Dylan Fowler (* 1956), walisischer Gitarrist, Komponist und Arrangeur
- Ayesha al-Gaddafi (* 1976), Tochter von Muammar al-Gaddafi
- Hannibal al-Gaddafi (* 1975), vierter Sohn von Muammar al-Gaddafi
- Mutassim Gaddafi (* zw. 1974 und 1977; † 2011), Armeeoffizier, Sohn von Muammar al-Gaddafi
- as-Saadi al-Gaddafi (* 1973), Fußballspieler, Fußballfunktionär und Filmproduzent
- Saif al-Arab al-Gaddafi (um 1982–2011), sechster Sohn von Muammar al-Gaddafi
- Saif al-Islam al-Gaddafi (* 1972), zweitältester Sohn von Muammar al-Gaddafi
- Claudio Gentile (* 1953), italienischer Fußballspieler und -trainer
- Hala Gezah (* 1989), Sprinterin
- Schukri Ghanim (1942–2012), von 2003 bis 2006 Generalsekretär des Allgemeinen Volkskomitees von Libyen (Premierminister)
- Safwan Khalil (* 1986), australischer Taekwondoin
- Hala Misrati (* 1980), Fernsehmoderatorin
- Jamal Mohammed (* 1983), Fußballspieler
- Rossana Podestà (1934–2013), italienische Filmschauspielerin
- Rida al-Tubuly (* 1967), Pharmakologin und Frauenrechtsaktivistin
- Adriano Visconti (1905–1945), italienischer Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg
- Mustafa Wendland (* 1992), Handballtorwart
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Agypten
Kairo
- Algerien
Algier
- Libanon
Beirut
- Serbien
Belgrad
- Brasilien
Belo Horizonte (seit 2003)
- Turkei
Izmir
- Spanien
Madrid
- Bosnien und Herzegowina
Sarajevo (seit 1976)
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Heinrich Rebsamen:Tripolis. In:Geographica Helvetica 18 (1963), S. 319–323 (Digitalisat).
- Hans Stumme:Märchen und Gedichte aus der Stadt Tripolis in Nordafrika. 1898 (Digitalisat).
- Klaus Braun, Jacqueline Passon:Vom Berberzelt in die Moderne. In:Rüdiger Glaser, Klaus Kremb (Hrsg.):Afrika. Darmstadt 2010, S. 69–79.
Weblinks
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑World Meteorological Organization (WMO), Wetterinformation für Tripolis; die Daten beziehen sich auf die Jahre 1961–1990
- ↑Albert Hourani:Die Geschichte der arabischen Völker. 5. Auflage, Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2006, S. 284 f.
- ↑abGuillaume Calafat, Mathieu Grenet:Méditérranées : Une histoire des mobilités humaines (1492–1750) (= Collection Points Histoire. H610). Éditions Points, Paris 2023,ISBN 978-2-7578-9818-5,S. 507, 524.
- ↑Olivier Bouquet:Pourquoi l’Empire ottoman? – Six siècles d’histoire. In:Collection histoire inédit.Nr. 328. Éditions Gallimard, Paris 2022,ISBN 978-2-07-294143-6,S. 249.
- ↑abcdefghijklmnopqrsWalter Schicho:Handbuch Afrika – Nord- und Ostafrika.Band 3/3. Brandes & Apsel Verlag / Südwind, Frankfurt am Main 2004,ISBN 3-86099-122-1,S. 126–130, 134 ff. (zum Sklavenhandel zitiert nachLisa Anderson:The state and social transformation in Tunesia and Libya, 1830–1980. Princeton University Press, Princeton 1986, S. 106; die Aussage von Gottlob Krause ist zitiert nachPeter Sebald:Eine unerschlossene Quelle zur Geschichte Libyens: die Artikel des deutschen Afrikaforschers Gottlob Adolf Krause (Malam Musa) aus dem Jahre 1911 zur italienischen Kolonialeroberung. In:Burchard Brentjes (Hrsg.):Libyen in Vergangenheit und Gegenwart. Wissenschaftliche Beiträge der Martin-Luther-Universität, Halle 1979, S. 38).
- ↑abMurray Gordon:L'Esclavage dans le monde arabe – VIIe–XXe siècle. In:Collection Texto. Éditions Tallandier, Paris 2009,ISBN 978-2-84734-633-6,S. 169 f.
- ↑abcdefGeorges Bensoussan:Juifs en pays arabes – Le grand déracinement, 1850–1975. In: Denis Maraval (Hrsg.):Collection Texto. 2. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2021,ISBN 979-1-02105090-7,S. 288 f., 690, 693.
- ↑Fabrice Langrognet:Voisins de passage. Une microhistoire des migrations. Préface de Nancy Green (= Collection Histoire Monde). Éditions La Découverte, Paris 2023,ISBN 978-2-348-07746-3,Kap. 8,S. 235 (Ersterscheinung unter dem Titel Neighbours of Passage. A Microhistory of Migrants in a Paris Tenement, 1882–1932, Routledge, 2022).
- ↑abcReinhard Schulze:Geschichte der islamischen Welt im 20. Jahrhundert. 2. Auflage. Verlag C. H. Beck, München 2003,ISBN 3-406-48873-0,S. 143.
- ↑abcdeMichel Abitbol:Histoire des juifs. In: Marguerite de Marcillac (Hrsg.):Collection tempus. 2. Auflage.Nr. 663. Éditions Perrin, Paris 2016,ISBN 978-2-262-06807-3,S. 729 f.
- ↑abcBella Gutterman, Avner Shalev (Hrsg.):Afin que sache la jeune génération... Shoah et Mémoire à Yad Vashem. Traduction de Sophie Lagnier et Odelia Ohayon. 3. Auflage. Yad Vahem/Région Île de France/Consistoire Israélite de Paris, Jerusalem/Paris 2010,ISBN 978-965-308-5,S. 27, 79.
- ↑Benjamin C. Fortna:The Circassian – A life of Esref Bey, late Ottoman insurgent and special agent. Hurst & Company, London 2016,ISBN 978-1-84904-578-0,S. 54.
- ↑abSerge Daniel:AQMI (Al-Qaïda au Maghreb islamique) – L’industrie de l’enlèvement. Librairie Arthème Fayard, Paris 2012,ISBN 978-2-213-66279-4,S. 217.
- ↑James L. Gelvin:The Israel-Palestine Conflict – One Hundred Years of War. 2. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge 2007,ISBN 978-0-521-71652-9,S. 140.
- ↑Despite denial, Al Quds dedicates editorial to ‘US forces in Malta’. In:Malta Today, 18. Januar 2012.
- ↑Special Report – Libya: divided it stands (Memento desOriginals vom 11. Januar 2012 imInternet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/uk.reuters.comReuters am 16. Dezember 2011.
- ↑Libysche Regierung übernimmt Kontrolle über Flughafen von Tripolis, news.ch vom 21. April 2012. Abgerufen am 2. Juli 2016.
- ↑Tripoli’s Revolutionist Council to launch party Asharq al-Awsat (Memento vom 4. Januar 2012 imInternet Archive). 1. Januar 2012.
- ↑Der Westen fürchtet Katars lange Hand. In:20 Minuten, 6. Oktober 2011.
- ↑Libyen warnt USA aufIRIB am 11. Januar 2012.
- ↑Libya names new head of armed forces (Memento desOriginals vom 27. Juli 2014 imInternet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/af.reuters.com Reuters am 3. Januar 2012
- ↑Misrata Militia In Tripoli Clashes With Local Group (Memento desOriginals vom 1. Oktober 2015 imInternet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lbbc.org.uk (PDF; 54 kB) von der Libyschen Botschaft in Großbritannien im Januar 2012.
- ↑Libya - The World Factbook. In: The World Factbook. Central Intelligence Agency; abgerufen im 1. Januar 1
- ↑Mercer's 2018 Quality of Living Rankings. Abgerufen am 30. Juli 2018 (englisch).
18.https://www.cia.gov/the-world-factbook/countries/libya/#geography