Traboules (französisch, vonlateinisch*transambulare über vulgärlat.trabulare „durchqueren“) sind Fußgängerpassagen, die den Durchgang von einer Straße zur anderen ermöglichen, gegebenenfalls durch Innenhöfe, als Tunnels und mitunter über verschiedene Ebenen. Sie sind hauptsächlich inLyon, aber auch in anderen französischen Städten wieVillefranche-sur-Saône undSaint-Étienne zu finden.
Traboules verkürzten die Wege zwischen parallel geführten Gassen und spezifisch die Transportwege zwischen den einzelnenManufakturen und von dort zu den Händlern. Gleichzeitig vermied man bei ihrer Benutzung weitgehend den Kontakt mit dem Regen und dem Unrat der – ehemals noch ungepflasterten undbürgersteiglosen – Straßen.
In Lyon gibt es rund 500traboules. 215 liegen im StadtteilVieux Lyon, 163 im StadtteilCroix-Rousse und 130 im StadtteilPresqu'île.[1] InVieux Lyon stammen sie aus derRenaissance, während sie inCroix-Rousse, dem traditionellen Viertel der Seidenarbeiter, aus jüngerer Zeit stammen.
In Saint-Étienne ist die Verbreitung dertraboules deutlich begrenzter; sie finden sich in den historischen ViertelnSaint-Jacques undCrêt de Roc.
Dietraboules spielten mehrfach eine wichtige Rolle als Versteck und Fluchtweg für den Widerstand der Bürger Lyons, so etwa beimAufstand der Seidenweber sowie für dieRésistance imZweiten Weltkrieg.