Touggourt liegt am Nordwestrand desÖstlichen Großen Ergs in der algerischenSahara und ist umgeben vom für diese Landschaft typischen hellgelben Sand. Sandtrichter unterbrechen die Dünenlandschaft und einzelne Palmen ragen daraus empor. In dieser Gegend trifft man auch häufig auf die bizarren Kristallgebilde der Sahara-Sandrose. Die Häuser der näheren Umgebung auf der Strecke nachEl Oued sind mit Kuppeln und Tonnengewölben gedeckt. Gelegentlich stößt man aufZiehbrunnen (khottaras).[1]
Der Legende nach wurde die Oase Touggourt durch die KurtisaneT'gg'rt gegründet, nachdem diese aufgrund ihres lockeren Lebenswandels aus ihrer Heimatoase vertrieben worden war und einem heiligen Mann in ihrem Zelt Gastfreundschaft gewährte.[2]
Touggourt hatte Bedeutung als Knotenpunkt imTranssaharahandel. Ab dem 15. Jahrhundert herrschten Stammesführer in der Oase. Die Stadt war Hauptsitz derOuled Djellab-Dynastie. Auch wenn an der Mittelmeerküste die Kolonisierung durch die französischeJulimonarchie ab 1830 einsetzte, begann die Kontrolle durch Frankreich hier erst später.
Von 1954 bis 1962 währte derAlgerienkrieg. Bis zum Kriegsende und der Unabhängigkeit gehörte die Stadt zum 1956 neu eingeteilten französischen Verwaltungsgebiet Wilaya 1.[6]
Heute zeigt der Ort ein modernes Gesicht mit würfelförmigen Neubauten im nordalgerischen Stil.
Die Citroën-Stele, die an die Expedition in den 1920er Jahren erinnertTouggourt, Grabmal eines maurischen Königs
Ungefähr 70.000 Menschen leben in der Stadt, die damit auch die größte Metropole der Region ist. Die Bevölkerung setzt sich dabei aus verschiedenen Stämmen zusammen, wie den in Algerien weit verbreitetenOuled Nail und den ursprünglich jüdisch abstämmigenOuled Djari.[1]
Touggourt ist an denSchienenverkehr des Landes angeschlossen. Hier findet sich der südliche Endbahnhof der Eisenbahnlinie, die überConstantine zum ÖlhafenSkikda führt. In den 1950er Jahren wurden Erdölvorkommen um den 170 Kilometer südlich gelegenen OrtHassi Messaoud erschlossen. Die Fördermengen wurden ab 1957 über einePipeline nach Touggourt gepumpt und ab dort per Bahn weitertransportiert. Später floss das Öl durch eine Pipeline direkt nach Skikda.
Durch die Stadt führt eine der längsten Fernstraßen des Landes, derNationalstraße 3. Rund 95 Straßenkilometer nordöstlich der Oase in Richtung dertunesischen Grenze liegt El Oued mit einem Regionalflughafen.
↑Arielle Guillaume, Robert Guillaume, Matthieu Pinette, Frédérique Thomas-Maurin:Alphonse Voisin-Delacroix : Ou quand un sculpteur rencontre un céramiste, 1892–1893 (= Les commentaires du Musée des Beaux-Arts et d’Archéologie de Besançon). Besançon 1993,ISBN 2-905193-16-6,S.28f.
↑Ariane Audouin-Dubreuil:Expedition Afrika. Frederking Thaler,ISBN 3-89405-485-9, S. 9.
↑Benjamin Stora:Appelés en guerre d’Algérie (= Pierre Marchand, Elisabeth de Farcy [Hrsg.]:Collection Découvertes Gallimard). Éditions Gallimard, Paris 1997,ISBN 2-07-053404-9,S.37.
↑Birgit Agada, Adolf Schuster:Algerien. 2010, S. 100.